Bundestagspräsident Norbert Lammert zu Besuch im israelischen Parlament

50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen

Vom 23. bis 26. Juni 2015 ist das Präsidium des deutschen Bundestags zu Gast in Israel.

Am Mittwoch (24.6.2015) wurde Bundestagspräsident Norbert Lammert gemeinsam mit seinen Vizepräsidenten sowie dem Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe in einer feierlichen Zeremonie in der Knesset (israelisches Parlament) empfangen.

BILD: Bundestagspräsident Lammert (Mitte) in der Knesset (Foto: Oren Cohen)

Anschließend fand eine gemeinsame Sonder-Plenarsitzung statt, die das 50-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel markierte.

Y. Edelstein: „Beziehungen sind einzigartig“

Knessetsprecher Yuli-Yoel Edelstein sagte, dass die Länder „gemeinsame Positionen teilen und die guten Beziehungen zwischen ihnen außergewöhnlich und einzigartig sind“.

Dann wandte er sich an Bundestagspräsident Norbert Lammert und sagte:

„Ich möchte Ihnen persönlich meine Wertschätzung und die der Knesset und ihrer Mitglieder dafür ausdrblog1-205x130ücken, dass Sie im Herzen und in der Seele ein Freund Israels sind. Sie haben niemals gezögert, an unserer Seite zu stehen und sich für Israel auszusprechen.

Ich erinnere mich, dass Sie in der Vergangenheit sogar erklärt haben, dass die Hand, die das jüdische Volk und der Staat Israel Deutschland gereicht haben, eine Geste war, die Deutschland erlaubte, das zu werden, was es heute ist. ‚Sie gaben uns unsere Menschlichkeit zurück. Sie gaben uns eine neue Chance, und wir sind dankbar dafür‘, sagten Sie.“ 

„Deutschland ist ein wahrer Freund Israels“

Er fügte hinzu: „Deutschland ist ein wahrer Freund Israels. Die Tatsache, dass Sie an unserer und der Seite der jüdischen Nation stehen, ist so wichtig wie je, besonders zur jetzigen Zeit – einer Zeit des schwierigen globalen Kampfes gegen Antisemitismus in seiner neuen Form: Anti-Israelismus.

Trotz der sehr schwierigen Geschichte beider Nationen müssen wir beitragen zur Bemühung, in dieser Zeit Vertrauen zwischen beiden Ländern aufzubauen, das auf einer tiefen Kooperation beruht. Dies ist unsere Pflicht: zu beweisen, dass es möglich ist, vollkommen andere Beziehungen zu errichten.

Nicht zu leugnen, nicht zu ignorieren, nicht zu vergessen und nichts unter den Teppich zu kehren. Im Gegenteil: der Vergangenheit angebracht zu gedenken, um sich mit ihr zu beschäftigen, um sicherzustellen, dass so etwas nie mehr passieren wird – weder dem jüdischen Volk noch anderen Menschen.

Quelle: israelische Botschaft in Berlin


Penners Post an den Bundestagspräsidenten

Dipl.-Chem. Dr. Hans Penner, 76351 Linkenheim-Hochstetten

OFFENER BRIEF an Dr. Norbert Lammert, Bundestagspräsident

Sehr geehrter Herr Dr. Lammert,

im Geleitwort zur Textausgabe 2009 des Grundgesetzes schreiben Sie: „Demokratie braucht Bürger, die sich einmischen, die Verantwortung übernehmen, die Engagement zeigen„.

Befolgt man diese Aufforderung, stößt man bei den Abgeordneten des Bundes und der Länder auf strikte Ablehnung.

Die geistige Verfassung der Abgeordneten und Abgeordneterinnen ist desolat. Kürzlich wurde eine Politikerin zur Bundestagsvizepräsidentin gewählt, die sich deutlich in einem deutschfeindlichen Sinne äußert.

Die Abgeordneten stimmen ohne ausreichende Diskussion über folgenschwere Gesetze ab wie etwa den ESM-Vertrag, deren Texte sie nicht genügend kennen und deren Folgen sie nicht abschätzen können.

Bei den Abgeordneten beobachtet man eine erschreckende Unfähigkeit, ihre Ansichten und Meinungen sachlich und stichhaltig zu begründen. Keiner weiß, warum Kohlendioxid-Emissionen schädlich sein sollen.

Die Abgeordneten verfügen über keine ausreichenden naturwissenschaftlich-technischen Kenntnisse, um etwa Fragen der Energiepolitik beurteilen zu können. Die Abgeordneten wissen nicht, was Energie ist, was elektrischer Strom ist, was Radioaktivität ist, was Klima ist oder was Kohlendioxid ist.

Die Abgeordneten verfügen über keine ausreichenden volkswirtschaftlichen Kenntnisse. Sie wissen nicht, was Soziale Marktwirtschaft ist oder was sozialistische Planwirtschaft ist. Sie kennen nicht die Bedeutung von Geld und Währung.

Die Abgeordneten leben von leeren Phrasen. Was ist beispielsweise „bezahlbarer Strom“? Frau Schavan hatte sage und schreibe „CO2-freie Städte“ gefordert. In solchen Städten gibt es kein Bier und keine Blumen, weil beide CO2 brauchen.

Zweifellos gibt es einige wenige Ausnahmen. Diese können sich jedoch nicht durchsetzen. Wo soll das hinführen?

Mit freundlichen Grüßen
Hans Penner

Grüne Vergangenheit und Kindersex: Die CSU fordert restlose Aufklärung

Die CSU hat den Grünen mangelnde Aufklärungsbereitschaft über die Rolle von Pädosexuellen in der Frühphase der Partei vorgeworfen.

„Die Grünen wollen anscheinend einen Teil dieser Akten nur deswegen unter Verschluß halten, weil noch aktive Politiker der Partei davon betroffen sein könnten“, sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der Bild am Sonntag.

Gleichzeitig forderte er Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) auf, zu prüfen, inwieweit pädosexuelle-Gruppen in den achtziger Jahren von der grünen Bundestagsfraktion finanziell unterstützt worden seien.

Auch CSU-Chef Horst Seehofer bezweifelte, daß die Grünen  –  wie  von ihnen angekündigt  –  den Einfluß von Pädosexuellen auf die Partei restlos aufklären wollen. „Das sieht nach einem reinen Lippenbekenntnis aus“, sagte er der Welt am Sonntag.

Die Debatte war anläßlich der Verleihung des Theodor-Heuß-Preises an den Grünen Europaabgeordneten Daniel Cohn-Bendit entbrannt. Diese war von CDU und FDP wegen Cohn-Bendits früherer Äußerungen über Intimitäten mit Kindergartenkindern scharf kritisiert worden.

Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach sich daraufhin für eine Aufarbeitung der Rolle von Pädophilie-Befürwortern in der Anfangszeit seiner Partei aus.

Kurze Zeit später beschloß der grüne Bundesvorstand, einen Wissenschaftler mit einer entsprechenden Untersuchung zu beauftragen. 

Quelle: Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT


Zypern-„Rettungspaket“: Kritik aus CDU und FDP an geplanter Eil-Entscheidung des Bundestags: „ungeheuerlicher Vorgang“

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) aufgefordert, eine ausreichende Einbindung des Bundestages bei der Zypern-Rettung sicherzustellen.

Hintergrund ist, daß Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) es als „rechtlich möglich“ bezeichnet hatte, das im Finanzierungsgesetz zum Euro-Rettungsschirm ESM festgelegte zweistufige Verfahren für die Bundestags-Befassung in einer Sitzung umzusetzen. In einem Brief an Lammert, der „Handelsblatt-online“ vorliegt, widerspricht der FDP-Politiker vehement.

Vor Schäffler hatte bereits CDU-Haushaltsexperte Klaus-Peter Willsch davor gewarnt, die Zypern-Hilfen durch den Bundestag zu peitschen. Die geplante nur einmalige Beteiligung des Parlaments nannte er einen „ungeheuerlichen Vorgang“.

Der Bundestag lasse sich seine hart erkämpfte  –   und nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ausdrücklich ins Gesetz aufgenommene  –  Parlamentsbeteiligung bei erster Gelegenheit wieder rauben.

Quelle: Handelsblatt-online

 


Erzbischof Gerhard Ludwig Müller: „Die Offenbarung Gottes ist kein Verkaufsangebot“

Antwort von Bischof Müller auf Bundestagspräsident Lammert: Eine „Protestantisierung“ der katholischen Kirche führt in den Abgrund

Als „Protestantisierung“ wird von den einen beklagt, was andere als längst überfälligen Abbau des angeblichen „Reformstaus“ in der katholischen Kirche fordern. Politikervoten, Theologenmemoranden, Pfarrerinitiativen und Unterschriftensammler kommen im Kielwasser antikatholischer Kampagnen daher und agitieren „aus Sorge um die Kirche“.

In der Krise des Glaubens und religiöser Praxis würde man erwarten, dass nun die Gottesfrage neu gestellt, die Liebe zu unserem Herrn und Heiland Jesus Christus entfacht und das Bewusstsein von der Berufung in seine Kirche gefördert würde.

Aber von einer Neuevangelisierung eines müde gewordenen christlichen Europas, der Weitergabe des Glaubens an die Jugend und einer Vertiefung der sakramentalen und personalen Frömmigkeit ist wenig zu hören.

Stattdessen richten sich die „Kirchenträume“ auf Zustände und Vorgänge, die man bei anderen christlichen Gemeinschaften als Errungenschaften sieht, die als Ausweis gelten für den „Protestantismus“ als die modernere Version des Christentums:

Liberalisierung der Sexualmoral, Zugeständnisse in der Bioethik, Zulassung von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern unter Maßgabe feministischer Ideologien, die demokratische Abstimmung über die Glaubenswahrheiten, womit der Mensch bestimmt, was Gott eigentlich zu offenbaren gehabt hätte.

Kern und Stern aller Reform-Rhetorik ist der verbissene Kampf gegen den Zölibat der Priester wie zu Reformationszeiten.

Umgekehrt gibt es die Versuchung, sich auf Kosten der Katholiken beim Zeitgeist als das windschnittige Christentum anzubiedern – dem Paradigma der Pluralisierung von Religion entsprechend.

Dass diese Reformprogramme zum Beispiel in der anglikanischen Gemeinschaft in Bezug auf die Einheit und die Erneuerung des religiösen Lebens noch keine nennenswerten Früchte gezeitigt haben, müsste jedem klar machen, dass die Krise des Christentums in der westlichen Welt an der Wurzel und nicht an den Symptomen kuriert werden muss.

Im Übrigen gibt es viele evangelische Christen und Gemeinschaften, die mit der katholischen Sexualmoral übereinstimmen, ganz einfach deswegen, weil diese der gemeinsamen biblischen Botschaft der Liebe zu Gott und dem Nächsten entspringt und somit die lebenstauglichste Ethik darstellt.

Spätestens wenn ein theologisierender Politiker im Brustton selbstverliebter Ignoranz als „protestantisch veranlagter Katholik“ sich während einer Predigt selbst uraufführt, bedarf es der Nachfrage, was denn unter „Protestantismus“ zu verstehen ist, der den Katholizismus endlich aus dem Mittelalter herausführen und mit der Moderne versöhnen soll.

Bekanntlich haben die Wittenberger Reformatoren sich nicht selbst als Protestanten bezeichnet (Reichstag von Speyer, 1529). Der Protestantismus wurde die Sammelbezeichnung für die reformatorischen Ideen und der konfessionellen Gemeinschaften, die sich aus der katholischen Kirche, der sie entstammen, heraus entwickelt haben.

Kennzeichnend sind die Sola-Prinzipien: die Autorität der Offenbarung allein aus der Heiligen Schrift, die Rechtfertigung des Sünders allein durch die Gnade Christi  –  allein im Glauben wirksam.

Erst als im Rationalismus der Aufklärung die Übernatürlichkeit der Offenbarungswahrheit angegriffen wurde, entstand die Frage nach einem hinter den reformatorisch-evangelischen Bekenntnisinhalten bestehenden protestantischen Prinzip, das die wandelnden geschichtlichen Erscheinungsformen eben des  –  aus der Reformation des 16. Jahrhunderts hervorgegangenen  –  Christentums trägt.

Es sei das Prinzip der Subjektivität, des Gewissens, der Freiheit, des Fortschritts, des Pluralismus, der Immanenz, der Autonomie  –  gegenüber dem Katholizismus als Prinzip der Beharrung, der Übernatürlichkeit der Offenbarung, der zwanghaften Einheit, der Bevormundung der Laien durch den Klerus, der Heteronomie, der Unterwerfung unter die Autorität des Lehramtes ungeprüft von aller historischen Kritik und jenseits des Ideologieverdachtes.

Übrigens: Wegen der Gott-Menschlichen Gestalt der Offenbarung stellen theologische und historische Schriftauslegung keinen Gegensatz dar, sondern bedingen einander.

Bei diesem vom Evangelium emanzipierten, auf Moral reduzierten „Protestantismus“ bleibt als einigende Klammer nur der Antikatholizismus übrig, der in Form des kulturellen Überlegenheitsgefühls daherstolziert und Ökumene für Katholiken zu einer Geduldsprobe macht.

Diese Rationalisierung, Moralisierung und Psychologisierung der Offenbarung steht jedoch im Widerspruch zu den Glaubensüberzeugungen des evangelisch-reformatorischen Christentums.

Das an Schrift und Bekenntnis gebundene evangelische Christentum steht nicht mit dem liberalen Protestantismus gegen die katholische Lehre, sondern teilt mit ihr den Glauben an die Tatsächlichkeit der geschichtlichen Selbstoffenbarung Gottes als Wahrheit und Heil, an die Inkarnation, an die Geistsendung, an die Heilsbedeutung der Zugehörigkeit zur Kirche – selbst wenn es ein unterschiedliches Verständnis gibt über ihr Wesen und ihre Sendung –, das ewige Leben, die Rechtfertigung des Sünders aus Gnade im Glauben an den einzigen Erlöser Jesus Christus.

Was uns als Katholiken mit gläubigen und praktizierenden evangelischen Christen verbindet, ist nicht die Säkularisierung dogmatischer und moralischer Wahrheiten, sondern der Auftrag, dem Menschen von heute die Wahrheit und Liebe des drei-einigen Gottes zu schenken, sie nicht um Christus, Gottes- und Mariens Sohn, zu betrügen und das hohe Geheimnis der Kirche als Gemeinschaft der Heiligen auf eine Wohlfahrts- und Wohlfühlorganisation herunterzubrechen.

Die Katholiken sind zutiefst verbunden „zuerst mit den Christen, die Jesus Christus als Gott und Herrn und einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen offen bekennen zur Ehre des einen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ (Unitatis redintegratio 20).

Bei dem symbolträchtigen Besuch in Luthers Kloster in Erfurt 2011 hat Benedikt XVI. die ökumenische Suche nach der sichtbaren Einheit aller Christen in der einen Kirche Gottes in der Liebesgemeinschaft des Vaters mit dem Sohn nicht innerweltlich-zweckmäßig und zwischenmenschlich begründet. Die Kirche des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes ist übernatürlich. Die Einheit der Jünger entströmt der Liebesgemeinschaft von Vater und Sohn und bezeugt sich der Welt im Heiligen Geist.

Alle klassischen Ökumene-Themen sind umfasst von der Frage des Menschen nach dem gnädigen Gott und der Antwort des in Christus uns gnädigen und verzeihenden Gottes.

Trinitätstheologie und Anthropologie vermittelt durch die Christologie  –  das sind Signale auf dem Weg zur vollen und sichtbaren Einheit, die schon in der Wurzel des Taufsakramentes in Christus grundgelegt ist.

Von daher zeigt sich, dass die Fragen nach Wesen und Zahl der Sakramente, der Sakramentalität des Priesteramtes, nach dem sakramentalen Wesen der Kirche und der Sendung der Bischöfe und des Papstes als Nachfolger der Apostel mit Petrus an der Spitze theologischer und nicht machtpolitischer Natur sind.

Es kann und darf nicht darum gehen, mit politisch-publizistischen Mitteln und dem Druck von Medienkampagnen oder plumper Meinungsmache zweifelhafte Ziele zu erreichen.

Die in der Taufe begründete Teilhabe am Priestertum ist eine Anteilhabe am Heilsdienst Christi in der Welt mit Fürbitte, Zeugnis und Zuwendung zu den Notleidenden und nicht politisch-demokratisch verstandene, erworbene und verteidigte Macht und Rangordnung.

Die hierarchisch-sakramentale Verfassung der Kirche im katholischen und orthodoxen Verständnis ist nicht ein vordemokratisches Machtmonopol von Klerikern, sondern die im Weihesakrament vom Heiligen Geist (vgl. Apg 20, 28) verliehene geistliche Vollmacht, die Kirche Gottes im Namen Christi zu leiten, zu heiligen und zu lehren.

Evangelisches und katholisches Christentum unterscheiden sich nicht dadurch, dass der Protestant sich nur auf sein Gewissen beruft und der Katholik wie ein unmündiges Kind sich dem Spruch des Lehramtes unterwirft. Dieses irreleitende Klischee ist die Mutter des Zwitters „protestantisch veranlagter Katholik“.

Thomas Morus, John Fisher und all die katholischen Märtyrer des antikatholischen Staatsabsolutismus bis in die Christenverfolgungen im 20. und 21. Jahrhundert haben mit Berufung auf ihr persönliches Gewissen dem Lehramt des Papstes die Treue gehalten.

Der Anglikaner John Henry Newman sah sich von seinem Gewissen beansprucht, den katholischen Glauben als den Glauben der Kirchenväter zu erkennen und den Papst als Nachfolger Petri anzuerkennen.

Die Berufung auf das Gewissen und die Freiheit eines Christenmenschen am Anfang der Reformation Luthers bezieht sich auf die Bindung an das Wort Gottes, das ihm in der Autorität der Bibel unmittelbar evident war.

Der katholische Glaube stellt nicht neben die Autorität des Wortes Gottes auch noch die apostolische und kirchliche Tradition und das Lehramt von Papst und Konzil. Entscheidend ist vielmehr, dass das Wort Gottes aufgrund der Inkarnation uns nur im Menschenwort gegeben ist.

Deshalb bedarf der Mensch als Hörer des Wortes auch der gesamtkirchlichen Überlieferung und der Auslegung in menschlichen Bekenntnisworten und Zeichenhandlungen (Kerygma, Dogma, Sakrament und heiliges Recht).

Darum dient das kirchliche Lehramt dem Wort Gottes, bewahrt es treu und legt es verbindlich aus in der Kraft desselben Geistes, der die Jünger in die volle Wahrheit Christi einführt. (vgl. „Dei verbum“ 10).

Evangelisches Christentum und katholische Kirche sind nicht zwei Geschäfte am selben Platz, die populistisch mit Parolen „hier Freiheit“ und „dort Autorität“ um die Christgläubigen werben oder abwerben mit dem preisgünstigeren Angebot.

Die Offenbarung verlangt die vollkommene Hingabe des Verstandes und Willens des Menschen. Sie ist kein Verkaufsangebot.

Der evangelisch-katholische Unterschied besteht in der genauen Verhältnisbestimmung von persönlicher Unmittelbarkeit zu Gott und der menschlichen Vermittlung durch den Gott-Menschen Christus in seiner Kirche als Zeichen und Werkzeug der innigsten Vereinigung der Menschen mit Gott und die Einheit der Menschen in Christus.

Die Kirche verkündet und vermittelt analog zu ihrem Grund in der Menschwerdung Christi mit menschlichen Mitteln die göttliche Gnade und Wahrheit.

Das Kriterium kann also nicht die Angleichung an einen ominösen Zeitgeschmack oder an ein philosophisch-idealistisch gedachtes Prinzip von Neuzeit sein, sondern die Treue zu Christus.

Wer der Wahrheit Christi treu bleibt, der allein gibt dem Menschen von heute Brot zum Leben, statt Steine, um auf andere einzuschlagen.

Eine „Protestantisierung“ oder besser gesagt, eine Selbst-Säkularisierung der katholischen Kirche führt in den Abgrund.

Die Ökumene mit Christen reformatorischer Prägung heißt Christozentrik und Neuevangelisierung.

Ecclesia semper reformanda – die immer notwendige Erneuerung der Kirche in Christus bedeutet für die Katholiken, immer katholischer zu werden.

„Die ökumenische Betätigung der Gläubigen muss ganz und echt katholisch sein, das heißt in Treue zur Wahrheit, die wir von den Aposteln und den Vätern empfangen haben, und in Übereinstimmung mit dem Glauben, den die katholische Kirche immer bekannt hat, zugleich aber auch im Streben nach jener Fülle, die sein Leib nach dem Willen des Herrn im Ablauf der Zeit gewinnen soll.“ (Unitatis redintegratio 24)

Ein einziger gewissenhafter Katholik wie der heilige Thomas Morus, der für den Primat der Wahrheit seinen Kopf verlor, hat für die Erneuerung der Kirche unendlich viel mehr getan als die feige Mehrheit, die mit dem Eid auf einen Machtpolitiker als oberstes Haupt der Kirche von England Christus als König und Haupt verlor, der seine Kirche unzerstörbar auf Petrus gebaut hat.

Quelle: Katholische Zeitung „Tagespost“ vom 7.2.2012

 

„Schwarzer Freitag“: Deutschland und Europa auf dem Weg in eine Fiskal-Diktatur?

Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. Hans Penner, Linkenheim-Hochstetten

Offener Brief an den Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert

Sehr geehrter Herr Dr. Lammert,

mit einem Lächeln haben Sie am 29.6.2012 das Ergebnis eines Schwarzen Freitags in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bekanntgegeben.

Der Bundestag hat einen Rechtsbruch begangen und gegen das Grundgesetz entschieden. Die Befürwortung des ESM-Finanzierungsgesetzes geschah auf der Rechtsgrundlage einer Verfassung, die es noch nicht gibt.

Die Bundeskanzlerin will Deutschland als souveränen Rechtsstaat abschaffen und als Provinz einem europäischen Bundesstaat eingliedern, der voraussichtlich eine Fiskal-Diktatur sein wird.

Dieses Ziel ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.

Artikel 20 GG:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Die Bundeskanzlerin will ihr Ziel nicht legal erreichen, sondern über eine ESM-Superbank, die mit diktatorischen Vollmachten die europäischen Staatsverschuldungen lenkt.

Ein europäischer Bundesstaat ist auf der Basis des Grundgesetzes nicht möglich. Hierfür müßte eine neue Verfassung geschaffen werden.

Die Unlauterkeit der Bundeskanzlerin ist daran erkennbar, daß sie eine „europäische Bankenaufsicht“ fordert, um Kritiker zu beschwichtigen, aber gleichzeitig die Gründung einer ESM-Superbank vorantreibt, die überhaupt nicht beaufsichtigt werden kann.

Siehe Artikel 27 des ESM-Vertrages:
3. Der ESM, sein Eigentum, seine Finanzmittel und Vermögenswerte genießen unabhängig von ihrem Standort und Besitzer umfassende gerichtliche Immunität…
5. Die Archive des ESM und alle ihm gehörenden oder in seinem Besitz befindlichen Dokumente im Allgemeinen sind unverletzlich.
6. Die Räumlichkeiten des ESM sind unverletzlich.

Die Unlauterkeit der Bundeskanzlerin ist auch daran erkennbar, daß sie eine Ablehnung des gesetzwidrigen Schuldentransfers als europafeindlich diskriminiert.

Die Währunsunion schadet in Wirklichkeit der Idee eines geeinten Europas. Die Bundeskanzlerin verschleiert ihre politischen Ziele.

Der ESM-Vertrag ist der Bevölkerung nicht bekannt, die Medien haben über dessen Inhalte nicht oder unzulänglich berichtet.

Den Abgeordneten wurde keine Zeit gelassen, den ESM-Vertrag zu studieren und zu diskutieren, weil sie mit Unmengen an Druckschriften eingedeckt wurden.

Der Bundestag überträgt einen wesentlichen Teil der Haushaltssouveränität an die ESM- Superbank.(…)

Der Bundestag zwingt die Regierung dazu, auf Verlangen 190 Milliarden Euro – oder noch mehr – an die ESM-Superbank zu überweisen.

Man kann es niemandem verübeln, wenn er an Versailles erinnert.

Christen gewinnen Zuversicht aus dem Wort der Herrnhuter Losung vom 29.6.2012: „In deiner (Gottes) Hand ist Kraft und Macht, und es ist niemand, der dir zu widerstehen vermag“.  –  Und vom 30.6.2012: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Ich bitte um Verbreitung dieses Schreibens, das auch im Internet steht unter www.fachinfo.eu/lammert.pdf.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Penner


Kritik an „Energiewende“ und verfehlter Europa-Politik von Kanzlerin Merkel

Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. Hans Penner, Linkenheim-Hochstetten

Offener Brief an Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages

Sehr geehrter Herr Dr. Lammert,

am 14. Juni haben nochmals 40 herausragende Fachleute der Wirtschaft einen Vorstoß gegen den europäischen Kollisionskurs der Bundeskanzlerin unternommen: „Verbrannte Milliarden  –  Kanzlerin, halten Sie ein!“  (www.welt.de/politik/deutschland/article106621881/Verbrannte– Milliarden-Kanzlerin-halten-Sie-ein.html)

Die Gesetzwidrigkeit der Europapolitik von Frau Dr. Merkel hat der Staatsrechtler Professor Schachtschneider in seinem Buch „Die Rechtswidrigkeit der Euro-Rettungspolitik: Ein Staatsstreich der politischen Klasse“ ausführlich begründet.

Die verantwortungsbewußten Bürger richten den dringenden Appell an die Bundestagsabgeordneten, dem verhängnisvollen, von Frau Dr. Merkel forciertem ESM-Vertrag nicht zuzustimmen:

1. Die Europäische Union ist nicht von der Art der Währung abhängig.
2. Eine Einheitswährung ist für einen stark diversifizierten Wirtschaftsraum schädlich.
3. Die geforderte ESM-Fiskalbehörde ist nicht demokratisch legitimiert, unkontrollierbar und mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet.
4. Die geforderte Preisgabe der Haushaltssouveränität Deutschlands ist verfassungswidrig.
5. Die von Deutschland geforderten exorbitanten Geldbeträge zur Sanierung von Banken korrupter Staaten führen Deutschland in den Staatsbankrott.

Frau Dr. Merkel läßt sich von Wirtschaftsfachleuten nicht beraten. Augenscheinlich ist sie noch an planwirtschaftliche sozialistische Vorstellungen gebunden, die sie geprägt haben.

Die Klimapolitik von Frau Dr. Merkel ist gescheitert, weil Kohlendioxid-Emissionen keinen schädlichen Einfluß auf das Klima haben – siehe die Rede von Professor Lindzen vor dem Britischen Unterhaus.

Die Vernichtung deutscher Kernkraftwerke durch Frau Dr. Merkel verursacht exorbitanten volkswirtschaftlichen Schaden. Ein rationaler Grund besteht hierfür nicht. Deutschland muß jetzt Nuklearstrom importieren.

Das Fukushima-Ereignis verursachte keine gesundheitliche Schädigung der Bevölkerung –   siehe www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/fukushima_rechtfertigt_nicht_den_ausstieg_aus_der_kernenergie/.

Die Energiepolitik von Frau Dr. Merkel ist gescheitert. Aus physikalischen Gründen lassen sich Fossilstrom und Nuklearstrom nicht durch Wind- oder Solarstrom ersetzen, weil Energiedichte und Stetigkeit dieser Energiequellen zu gering sind  – siehe www.novo– argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001138

Insgesamt muß die Politik von Frau Dr. Merkel als deutschfeindlich bezeichnet werden, weil sie nicht dem Wohl der Bevölkerung dient und die Desindustrialisierung fördert.  

Mit freundlichen Grüßen

Hans Penner