110 Bauern und Arbeiter bei Islamisten-Anschlag in Nord-Nigeria ermordet

Nach Angaben der UNO wurden am 28. November im Dorf Zabarmari im Bundesstaat Borno im Norden Nigerias über 110 Bauern und Landarbeitern von Kämpfern der radikal-islamischen Boko Haram ermordet.

Am frühen Nachmittag führten bewaffnete Männer auf Motorrädern einen brutalen Angriff auf Zivilisten durch, die auf den Feldern in Koshobe und anderen ländlichen Gemeinden im Gebiet von Jere auf den Feldern arbeitete“, berichtet Edward Kallon, Koordinator der humanitären Hilfen in Nigeria.

Unterdessen beklagt der katholische Erzbischof Ignatius Kaigama von Abuja, dass die islamisch-nigerianische Regierung die katholische Kirche von Hilfsprogrammen für die Opfer des Terrorismus der Boko-Haram-Bewegung ausschließt.

„Die katholische Kirche mit ihrer Erfahrung im Umgang mit den Armen und ihrer Unterstützung für die Opfer von Terrorismus und anderen Katastrophen wird überraschenderweise nicht in bei der Zuweisung von Hilfe durch ausländische Regierungen berücksichtigt“, so Erzbischof Kaigama in einer Erklärung.

Quelle: Fidesdienst


Eine Serie von Selbstmordattentaten erschüttert den Norden Nigerias

Eine Serie von Selbstmordattentaten in Konduga im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias hat zahlreiche Todesopfer gefordert.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, haben sich am Nachmittag des 15. August zwei Selbstmordattentäter auf einem Marktplatz in Konduga in die Luft gesprengt.

Während die Rettungsarbeiten für die Opfer dieses Angriffs noch liefen, erfolgte gegen 18 Uhr Ortszeit ein zweiter Angriff, ebenfalls mit zwei Selbstmordattentätern, in einem Vorort von Konduga.

Örtliche Behörden berichten von mindestens 20 Todesopfern allein durch den ersten Angriff; eine Zahl, die durchaus noch auf 30 oder mehr steigen könne. Die Lage vor Ort ist desaströs. Auch 20 Stunden nach dem Anschlag liegen keine gesicherten Berichte über die Opfer des zweiten Angriffs vor. Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig, auch wegen drohender Gefahr weiterer Attacken.

Der Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias ist eine Hochburg der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, die auch als Drahtzieher hinter diesen Angriffen vermutet wird. Boko Haram führt seit 2009 einen Terrorfeldzug gegen die nigerianische Regierung, die christliche Minderheit im Norden Nigerias und gegen moderate Muslime. Die Zahl der Todesopfer dieser Kampagne wird auf über 20.000 geschätzt.

„Diese Angriffe sind ein deutliches Zeichen dafür, dass Boko Haram noch lange nicht besiegt ist“, so Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Afrika-Referent der IGFM. Die nigerianische Regierung bausche immer wieder Teilerfolge medienwirksam auf und erkläre Boko Haram für besiegt, so Ogbunwezeh weiter. „Der Wille, diese Gruppe wirksam zu bekämpfen, egal was es kostet, ist nicht vorhanden, weder bei der nigerianischen Bundesregierung, noch bei den Regierungen der betroffenen Staaten. So kann Boko Haram seine Herrschaft des Schreckens fortsetzen, auf Kosten der nigerianischen Bevölkerung.“

Weitere Infos zu Nigeria: www.igfm.de/nigeria


Radikal-islamische Milizen in Nord-Nigeria vernichteten die Stadt Baga fast völlig

Die freie Welt muß sich dem islam(ist)ischen Terror entschieden widersetzen

Ein blutiger Anschlag der radikal-islamischen Terrorgruppe „Boko Haram“ in Nigeria kostete weiteren hunderten Menschen das Leben.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto): Foto_(2)

Islamistische Terrorgruppen wie Boko Haram in Nigeria, Islamistischer Staat (IS) im Irak und in Syrien sowie von al-Qaida ausgebildete Attentäter gehen mit größter barbarischer Brutalität gegen Menschen und gegen Menschenrechte auf allen Kontinenten der Erde vor.

Nach den grausamen Morden von Paris erreicht uns die Nachricht der Angriffe durch Boko Haram auf elf nordnigerianische Orte und die beinahe vollständigen Vernichtung der Stadt Baga.

Noch sind die Zahlen der Toten nicht bestätigt, Schätzungen zufolge ist von 2000 getöteten Menschen auszugehen. Die Entführung der 279 nigerianischen Schülerinnen im April 2014 entsetzt uns noch immer zutiefst.

Die Schicksale von über 200 Mädchen sind größtenteils ungeklärt. Ihre Versklavung und Zwangsverheiratung wurde durch Boko Haram bekannt gegeben. Die extremistische IS verfolgt in unbekannter Grausamkeit religiöse und ethnische Minderheiten im Irak und in Syrien.

Die Namen, unter denen diese Mordmilizen mit islamistischem Auftrag operieren, tragen ihre Ziele bereits offen zutage. So bedeutet Boko Haram übersetzt ‚Westliche Bildung ist Sünde‘. Wie auch IS verfolgen sie die Absicht, einen islamischen „Gottesstaat“ zu errichten und die Scharia einzuführen.

Mit den Mordanschlägen von Paris hat der islamistische Terror wiederholt auf das Herz der westlichen Demokratien gezielt und in brutaler Weise getroffen.

Unsere Werte und die Menschenrechte jetzt erst recht ohne Angst zu verteidigen, ist das Gebot der Stunde. Dazu gehört es aber auch, Gefahren zu erkennen, darüber zu sprechen und sie abzuwehren. Menschenrechte ‚gedeihen‘ auf sicherem Boden.


Nigeria: Islamisten entführen und zwangsverheiraten christliche Schülerinnen

Die meisten der in Nigeria verschleppten christlichen Schülerinnen sind von ihren Entführern für umgerechnet zehn Euro „gekauft“ worden. Sie würden als Sexsklavinnen missbraucht, berichtet die Londoner Zeitung „The Times“. Fussmatte__

Am 14. April hatten Kämpfer der radikal-islamischen Terrorgruppe Boko Haram eine Realschule im Ort Chibok überfallen, einer christlichen Enklave im überwiegend muslimischen Bundesstaat Borno.

Die bewaffneten Männer verfrachteten rund 230 Schülerinnen im Alter zwischen 26 und 20 Jahren auf Lastwagen. Etwa 40 konnten unterwegs fliehen; die anderen wurden nach Angaben der Times über die Grenze nach Kamerun und in den Tschad gebracht.

Pogo Bitrus, ein Dorfältester aus Chibok, berichtet, dass die Christinnen für ein geringes „Ehegeld“ mit Männern der Gruppe Boko Haram zwangsverheiratet worden seien. Auf diese Weise zwingen radikale Muslime Christinnen zum Religionswechsel; denn als Ehefrau eines Muslimen nehmen sie automatisch dessen Glauben an.

Bitrus beschrieb herzzerreißende Szenen unter den Eltern der entführten Schülerinnen. Die Mütter weinten „Tag und Nacht“. Väter und Freunde hätten auch selbst nach den Vermissten gesucht, unter anderem im Wald Sambisa. Dorthin hatten sich die Boko-Haram-Kämpfer zuerst begeben. Den Verfolgern fehle es jedoch an Ausrüstung und Waffen, um die militanten Muslime angreifen oder bezwingen zu können.  

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.idea.de/detail/menschenrechte/detail/nigeria-entfuehrte-schuelerinnen-als-sexsklavinnen-verkauft-27698.html

Foto: IGFM


IGFM beklagt Völkermord an Christen in Nord-Nigeria durch Boko-Haram

50.000 Morde seit Einführung der islamischen Scharia

Die Massenmorde an Christen in Nordnigeria durch die islamistische Terrororganisation Boko Haram haben das Ausmaß eines Völkermordes angenommen, erklärt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). RTEmagicC_logo_Homepage_quad_gif

Seit der offiziellen Einführung der Scharia in 13 nördlichen Bundesstaaten Nigerias seit 1999 sind nach Schätzungen rund 50.000 Menschen in der Region von Islamisten ermordet worden. Die Intensität und die Systematik der Massenmorde haben sich seit Jahresbeginn dramatisch zugespitzt, so die IGFM.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind ca. 300.000 Menschen aus dem Norden Nigerias geflohen – praktisch jeder der Flüchtlinge hat Familienangehörige verloren. Die Mehrheit der Morde ist von der internationalen Gemeinschaft bisher nicht zur Kenntnis genommen worden.

„Nordnigeria ist voll von Massengräbern“, erklärt IGFM-Afrika Referent Dr. Emmanuel Ogbunwezeh. Die Islamisten würden ihr Ziel völlig offen verfolgen: „Einen christenfreien Scharia-Staat.“  Lessenthin-Martin-IGFM-100

Das Blutvergießen durch Islamisten im Norden Nigerias reiht sich ein in eine lange und tragische Abfolge von gewalttätigen Konflikten im Vielvölkerstaat Nigeria, erläutert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin (siehe Foto).

Das Ziel und das Ausmaß der Grausamkeiten der nigerianischen Islamisten sind nach internationalem Recht eindeutig Völkermord, so die IGFM. Opfer der Islamisten seien jedoch nicht ausschließlich Christen, sondern auch Muslime, wenn sie den Extremisten im Wege stünden.

Unterstützung auch von Al Kaida

Boko Haram bekommt Unterstützung aus dem In- und Ausland. Die IGFM berichtet, dass die Terrororganisation die Menge und die Qualität ihres Waffenarsenals erheblich ausbauen konnte und inzwischen technisch fast „auf Augenhöhe“ mit dem nigerianischen Militär operiere.

Die Waffen stammen nach Einschätzung der IGFM zu einem erheblichen Teil von Sympathisanten und korrupten Offizierenkinder_witwe_buzu aus dem nigerianischen Militär selbst. Der überwiegende Teil des nigerianischen Offizierskorps sei muslimisch. Zumindest ein Teil davon stünde den Islamisten nahe. Doch nach Ansicht der IGFM scheint es so, dass diese Offiziere und auch die islamischen Oligarchen Nigerias ihren Einfluss auf Boko Haram verloren hätten.

Unter Berufung auf Quellen im nigerianischen Militärgeheimdienst erklärt die IGFM, dass zur Zeit angeblich mindestens sechs Mitglieder von Boko Haram in Algerien von „Al Kaida im Islamischen Maghreb“ technisch und taktisch ausgebildet werden. Die praktische Zusammenarbeit soll bereits seit 2010 bestehen.

Forderungen der IGFM

Die IGFM fordert von der nigerianischen Regierung einen breiteren Ansatz bei der Bekämpfung des islamischen Extremismus und mehr Hilfe für die Opfer:

„Zurzeit setzt die Regierung ausschließlich auf einen militärischen Erfolg gegen Boko Haram. Das kann zwar kurzfristig Ergebnisse erzwingen, vor allem tote Terroristen für die Fernsehkameras, aber es kann niemals eine langfristige Lösung sein.“

Der Extremismus müsse inhaltlich bekämpft und Aussöhnung gefördert werden. Ansonsten strömten weiter junge, radikalisierte Muslime in die Reihen von Boko Haram. Zudem müsse die Regierung den Opfern des islamistischen Terrors helfen, die in vielen Fällen aus ihrer angestammten Heimat vertrieben wurden und sich nun mittellos auf der Flucht befinden, so die IGFM weiter.

Foto: HMK

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Sprecher der Vorstandes: Martin Lessenthin, Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt a. Main
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Nord-Nigeria: In diesem Jahr bereits 528 Tote durch radikal-islamischen Terror

Vor allem Männer und Jungen werden ermordet

Die Zahl der Todesopfer durch die islamistische Terrororganisation Boko Haram ist mit dem Anschlag in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar seit dem 1. Januar 2014 auf 528 gestiegen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).   kinder_witwe_buzu

Die Gewalt erreichte eine neue Eskalationsstufe, als mutmaßliche Boko Haram-Mitglieder eine staatliche Schule in Buna Yabi im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias angriffen. Sie trennten Jungen und  Mädchen, um dann die Jungen umzubringen.

Nach Angaben der IGFM richten Boko Haram und mit ihnen verbündete Islamisten bereits seit einiger Zeit ihre Angriffe gezielt gegen die männliche Bevölkerung, während sie die Frauen „verschonen“.

Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Nigeria-Experte der IGFM, nannte das Resultat dieser Strategie „eine Epidemie von Witwen und Waisen“. Ohne Männer, oft genug all ihrer Habe beraubt, stehen die Witwen alleine da; angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage und des mangelhaften sozialen Netzes haben sie von Seiten der Regierung kaum Hilfe zu erwarten.

Hinterbliebene Frauen sollen zur Belastung werden

„In einer patriarchalischen Gesellschaft wie Nigeria, und noch mehr nach dem islamistischen Weltverständnis von Boko Haram, gelten Frauen als hilflos und sind ohne Ehemann und Familie nicht in der Lage, für sich zu sorgen“, erklärt Ogbunwezeh. RTEmagicC_logo_Homepage_quad_gif

Nach dem Tod der Männer würden die Frauen entweder ihren überlebenden Verwandten zur Last fallen oder auf sich alleine gestellt zugrunde gehen – beides ist laut Ogbunwezeh für die Islamisten ein wünschenswertes Ergebnis. Boko Haram sehe den Konflikt in Nordnigeria als einen Krieg zwischen Rechtgläubigen und Ungläubigen und greife zunehmend zu Taktiken, die Kriegsverbrechen ähnelten. 

Ogbunwezeh trat der verbreiteten Darstellung entgegen, die Bevölkerung in Nordnigeria sei muslimisch und nur wenige Nichtmuslime lebten dort. Tatsächlich seien in den mittleren Regionen wie in Jos oder im Süden von Kaduna zahlreiche, verschiedene Bevölkerungsgruppen beheimatet. Laut Volkszählung von 2010 stellten die Christen einen Anteil von 50,8 Prozent der Bevölkerung, die Muslime 48,8 Prozent, während andere Glaubensrichtungen etwa 0,4 Prozent ausmachten, so Dr. Ogbunwezeh, Afrika-Referent der IGFM.

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Nord-Nigeria: Terroranschläge von Islamisten gegen Christen nehmen weiter zu

Für die Menschen im afrikanischen Norden Nigerias waren die letzten Wochen von Gewalt gekennzeichnet. Mitglieder der radikal-islamischen Terrorbande Boko Haram haben seit Anfang 2014 etliche Anschläge vor allem auf christliche Ziele durchgeführt.

Hierzu einige Beispiele:  kinder_witwe_buzu

26. Januar, Waga Chakawa, Provinz Adamawa: Angreifer stürmen die St.-Pauls-Kirche während des Gottesdienstes; sie blockieren das Haupttor, zünden selbstgemachte Bomben und eröffnen das Feuer. „Mein Bruder wurde abgeschlachtet wie ein Hammel“, berichtet Moses Yohanna. Der Bischof von Yola ergänzt: „Unmittelbar nach dem Angriff wurden mehrere Häuser niedergebrannt und Geiseln gefangen genommen.“  – Bei dem Anschlag sollen bis zu 53 Personen ermordet worden sein.
31. Januar, Sabon Gari Yamdula in Adamawa: Bewaffnete Rebellen stürmen einen Abendgottesdienst und eröffnen das Feuer. Der Pastor und 10 Gemeindemitglieder werden erschossen. Die Angreifer versuchen, das gesamte Dorf niederzubrennen, werden aber von bewaffneten Anwohnern vertrieben.
31. Januar, Manchok in Kaduna: Alle sieben Mitglieder einer christlichen Familie werden angegriffen und getötet.

Boko Haram wütet trotz Verbot und wird zunehmend gewaltbereiter.

Mitglieder von Boko Haram werden außerdem verdächtigt, bei den jüngsten Anschlägen im Bundesstaat Borno Menschen wahllos ermordet zu haben: So überfielen mehrere Täter am 26. Januar 2014 das Dorf Kawuri. Mit Militärgewehren und Bomben bewaffnet, feuerten sie auf die Einwohner und zündeten hunderte Häuser an. 85 Personen fielen ihnen zum Opfer.

In der Nähe des Dorfes Kuthra fuhr am 31. Januar 2014 ein Bus auf eine Bombe; sieben Personen wurden getötet und viele andere verletzt.
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Nach Angaben des Christian Elders Forum of Northern States sind in den ersten sechs Wochen des Jahres 2014 bei 22 Zwischenfällen insgesamt 367 Menschen durch Boko Haram ermordet worden:

Bisher haben wir in diesem Jahr nicht eine Woche erlebt, in der unsere christlichen Brüder und Schwestern in Nordnigeria nicht bedroht, verprügelt und ermordet worden sind“, berichtet das Forum.  

Das Forum forderte von den Zentral- und Provinzregierungen, „ihre Pflicht zu erfüllen, wie sie in der Verfassung verankert ist, und den Schutz aller Nigerianer zu garantieren.“

Außerdem sollen die Regierungen sich darum kümmern, dass das Recht auf freie Religionsausübung in Nigeria gewährleistet wird. „Keiner der Befehlshaber über die Streitkräfte sollte mehr schlafen, bevor gewährleistet ist, dass auch die Nigerianer aus allen Konfessionen im Bundesstaat Borno wieder schlafen können“, erklärte das Forum.

Das offizielle Verbot, das für Boko Haram seit Monaten gilt, lässt sich bisher weder kontrollieren noch durchsetzen. Auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex, einer Liste der Länder, in den Christen weltweit am stärksten verfolgt werden, belegt Nigeria derzeit Rang 14.

Quelle (Text/Fotos): Pressemeldung des christlichen Hilfswerks „Open Doors“


Nigeria: Wütender muslimischer Mob wollte angeklagte Homosexuelle lynchen

Seit 1999 gilt die islamische Scharia in Nord-Nigeria

Eine aufgebrachte Menschenmenge hat sieben Männer, die wegen ihrer Homosexualität vor einem Scharia-Gericht stehen, in Bauchi, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats im Norden Nigerias, angegriffen.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt berichtet, strömte der Mob in das Gerichtsgebäude, prügelte auf die Männer ein und steinigte sie fast zu Tode.

Die Männer wurden gerettet, als die Polizei und Sicherheitsbeamte in die Luft schossen, um die Angreifer zu vertreiben. Der Prozeß Lessenthin-Martin-IGFM-100wurde vertagt und soll am 10. Februar fortgesetzt werden. Den Angeklagten droht wegen ihrer Homosexualität die Todesstrafe.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin (siehe Foto) prangerte die nigerianische Regierung an, sie habe wesentlich dazu beigetragen, Nigeria zu einem der gefährlichsten Orte für Homosexuelle zu machen. Der Bundesstaat Bauchi gehört zu den 12 Bundesstaaten im Norden Nigerias, in denen 1999 das Scharia-Rechtssystem eingeführt wurde. 

Das islamische Religionsgesetz namens Scharia sieht für homosexuelle Handlungen zwischen Männern die Todesstrafe vor.

Homosexuelle wurden bereits in der Vergangenheit von der nigerianischen Gesetzgebung benachteiligt. Ein neues Bundesgesetz wurde von Präsident G. Jonathan am 7.1. 2014 unterzeichnet. Dieses „Anti-Homosexuellen-Gesetz“ läuft formell unter dem Namen „Same Sex Marriage Prohibition Act of 2013“ (Gesetz gegen gleichgeschlechtliche Ehe).

Nach diesem Gesetz drohen für homosexuelle Handlungen oder Aktivitäten in Homo-Gruppen etc. Haftstrafen von bis zu 14 Jahren. Die Höchststrafe beschränkt sich allerdings auf schwulen Sex mit Kindern, wobei Mißbrauch bzw. Kinderschändung auch in westlichen Ländern zu Recht bestraft wird.

Kontaktdaten für weitere Infos: IGFM
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Anschläge erschüttern Nord-Nigeria: Pfarrer, Gemeindemitglieder und Imam erschossen

Die radikal-islamische Terrororganisation Boko Haram hat erneut Mordanschläge gegen Geistliche verübt. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, richten sich die neuesten Angriffe nicht mehr allein gegen Christen:

Neben einem Pfarrer im Landkreis Gulak im Bundestaat Adamawa und zehn seiner Gemeindemitglieder wurde auch der Anführer einer muslimischen Gemeinde in Zaria im Bundesstaat Kaduna mit seiner Familie Opfer der Terroristen. Zudem griffen im selben Bundesstaat radikale Muslime in ein Dorf an und ermordeten zahlreiche Bewohner. wertverfolgungsindex_2013

Am 31. Januar drang eine größere Zahl von Angreifern während des Freitagabend-Gottesdienstes in die EYIN-Kirche im Landkreis Gulak ein und erschoß den Pfarrer sowie die anwesenden Gemeindemitglieder. Dies geschah kaum eine Woche nachdem unweit von Gulak 35 Gläubige bei einem Anschlag auf die katholische Kirche von Chakawa starben.

Am Abend darauf eröffneten Unbekannte das Feuer auf Scheich Muhammad Awwal Adam, auch als „Albani Zaria“ bekannt. Der Scheich, seine Frau und sein Sohn wurden im Kugelhagel getötet. Er galt als furchtloser Prediger und einer der wichtigsten inner-islamischen Gegner der Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria.

Zwei Tage später, am Abend des 3. Februar, griffen Islamisten das Dorf Zangan in einer ländlichen Gegend im Süden von Kaduna an – eine Region, in der vorwiegend Christen leben. Zahlreiche Bewohner wurden getötet, und das Dorf, das nach einem Überfall etwa ein Jahr zuvor gerade erst wieder aufgebaut worden war, wurde teilweise niedergebrannt.

Hintergrund: Nigeria, das verwundete Herz Afrikas

Nigeria, im Westen Afrikas gelegen, ist mit etwa 170 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Die Bevölkerung besteht jeweils etwa zur Hälfte aus Christen und Muslimen. Das Land steht im Zentrum der Bemühungen von Islamisten, die gegen den Widerstand sowohl der christlichen Bevölkerungshälfte als auch der zahlreichen moderaten Muslime die Herrschaft der Scharia anstreben. Mit diesem Ziel führt die Terrorgruppe „Boko Haram“, auch „die Al-Quaida von Nigeria“ genannt, seit Jahren einen blutigen Terrorfeldzug durch, dem bereits Tausende zum Opfer gefallen sind.

Nigeria hat eine lange Geschichte religiöser Konflikte. Diese wurden vor allem durch die Vermischung ethnischer und religiöser Politik angeheizt: Viele von Nigerias Ethnien bestehen zur überwältigenden Mehrheit entweder aus Christen oder aus Muslimen, so dass akute Konflikte zwischen Ethnien auch latente Feindseligkeiten zwischen Glaubensgemeinschaften aufflammen lassen, und umgekehrt.

Unter den Konflikten litten bisher vor allem die Christen im Süden, etwa während der Sezession von Biafra Ende der Sechziger Jahre. Als Nigeria nach langer Militärdiktatur 1999 zur Demokratie fand, kamen zahlreiche nigerianische Muslime zu dem Schluss, dass sie unter dem christlichen Präsidenten Olusegun Obasanjo ihre Vormachtstellung verlieren würden.

Diese Erwartung ist eine der Voraussetzungen, aus denen Boko Haram geboren wurde. In gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen starben in Nigeria bisher mehr als 48.000 Menschen. Allein im ersten Monat des Jahres 2014 erreichte die Zahl der Todesopfer bereits 200.

Der Konflikt in Nigeria ist von mehr als nur lokaler Bedeutung. Jeder sechste Afrikaner lebt in Nigeria; Nigeria ist, trotz aller Probleme, nach Südafrika die zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas und von herausragender Bedeutung für die Wirtschaft Afrikas insgesamt. Zudem hat Nigeria enormen politischen Einfluss in der Region, etwa in Form von nigerianischen Friedenstruppen in zahlreichen Konfliktregionen. Dauerhafte politische Instabilität in Nigeria, wie auch die wirtschaftlichen Krisen, die häufig die Folge solcher Instabilität sind, hätten daher überproportionale Folgen für das restliche Afrika. Ein islamistisch dominiertes Gesamt-Nigeria, das seine wirtschaftliche und politische Vormachtstellung in Afrika für die Verbreitung eines extremistischen Islams ausnutzt, wäre eine Katastrophe für den ganzen Kontinent.

Quelle: IGFM