CDU-Reise verrät christliche Wurzeln Zyperns

Von Peter Helmes

Ich habe nichts dagegen, daß die CDU „Mitgliederreisen“ veranstaltet. Ich habe auch nichts gegen eine Reise „nach Zypern“.

Aber ich habe etwas dagegen, gerade bei einer CDU-Fahrt bewußt (?) zu verschweigen, daß die Tour ausschließlich in den nördlichen, türkisch besetzten Teil der Insel geht.

Und ich habe erst recht etwas dagegen, wenn im Prospekt dazu mit Heiligen und christlichen Symbolen geworben wird, ohne die antichristliche Haltung der Türkei auch nur zu erwähnen.

Nein, dieses Reiseangebot ist, höflich ausgedrückt, unvollständig und irreführend –  es ist einer sich „christlich“ nennenden Partei unwürdig.

Die CDU scheint inzwischen von allen guten Geistern verlassen, zumindest von den christlichen. Die Türkei ist bekanntermaßen ein Staat, der Christen verfolgt und christliche Zeugnisse zerstört. Dafür gibt es viele Beweise  –  siehe diesen Artikel des angesehenen Gatestone-Institutes: https://philosophia-perennis.com/2018/12/03/die-tuerkei-loescht-die-christliche-kultur-des-besetzten-zypern-aus/

Ungeachtet dessen veranstaltet die CDU aber eine „Mitgliederreise“ – also mit Menschen, die sich ausdrücklich zu den christlichen Werten bekennen – ohne die wahre Situation in der Türkei auch nur zu erwähnen.

Vor drei Tagen erhielt ich eine Einladung „an die Leserinnen und Leser des Mitgliedermagazins der CDU Deutschlands“.

Neugierig habe ich die beiliegenden Papiere aufmerksam studiert; denn Zypern interessiert mich sehr, zumal ich diese wunderschöne Insel schon mehrfach besucht habe. Ich blätterte also in den farbigen Prospekten, die alles Mögliche für die Reise versprachen – nur nicht die Wahrheit.

In den Schriftstücken ist stets von „Studienreise nach Zypern“ die Rede. Daß es sich aber allein um eine Reise nach Nordzypern handelt, muß man eher erahnen.

Nur da, wo sich der Hinweis auf „Nordzypern“ nicht vermeiden ließ, taucht dieses offenbar vermaledeite Wort auf – im Kleingedruckten. Aber nirgendwo ein Hinweis darauf, daß Nordzypern der türkisch besetzte Teil der Insel ist.

Stattdessen wird haufenweise Nebel verbreitet: In salbungsvollen Worten ist z. B. die Rede von „Klöstern“ und „Kirchen“, ohne zu erwähnen, unter welchen staatlichen Schwierigkeiten die Betreiber (die Griechisch-Orthodoxen) leiden.

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Prospekt:

„3. Tag: Kloster St. Andreas… Am heutigen Tag begeben wir uns (…) zum faszinierenden Kloster St. Andreas. Dieses wurde dem Apostel Andreas gewidmet und gilt als einer der bedeutsamsten Wallfahrtsorte der Insel…“

Soweit die „malerische“ Prospekt-Prosa. Wie aber wäre es mit der ganzen Wahrheit?  – Und die würde etwa so lauten:

„Nach der Teilung der Insel konnten nur – sehr eingeschränkt – noch die im Norden verbliebenen Zyperngriechen zum Apostel Andreas wallfahren. Nach vielen Protesten aus der orthodoxen Gemeinde wurde ihnen nach langwierigen Verhandlungen zugesagt, an den Festtagen 15. August und 30. November den Ort mit Bussen ansteuern zu dürfen. Im Gegenzug erhielten muslimische Pilger aus dem Norden die Erlaubnis zum Besuch der islamischen Gedenkstätte Hala Sultan Tekke bei Larnaca im zyperngriechischen Inselteil…“

Das klingt ganz anders als im Prospekt, der so tut, als würde in Nordzypern das „christliche Erbe“ hochgehalten. Mitnichten!

Uzay Bulut schreibt in einem alarmierenden Bericht des Gatestone-Institutes vom 25.11.2018 darüber, wie die Türkei die christliche Kultur des besetzten Zyperns auslöscht:

„Die Türkei hat zwei große völkerrechtliche Verbrechen gegen Zypern begangen. Sie ist in einen kleinen, schwachen, aber modernen und unabhängigen europäischen Staat eingedrungen und hat ihn gespalten. (…)

Die Türkei hat auch den demographischen Charakter der Insel verändert und sich der systematischen Zerstörung und Vernichtung des kulturellen Erbes der Gebiete unter ihrer militärischen Kontrolle verschrieben (…)

Kirchen, Klöster und christliche Kulturstätten zerstört oder „umgewidmet“. Mehr als 550 griechisch-orthodoxe Kirchen, Kapellen und Klöster in Städten und Dörfern der besetzten Gebiete wurden – so das zypriotische Außenministerium – geplündert, absichtlich vandalisiert und in einigen Fällen zerstört. Viele christliche Kultstätten wurden in Moscheen, Depots der türkischen Armee, Lagerhallen und Heuschuppen umgewandelt…“

FORTSETZUNG des Artikels von Peter Helmes auf seinem liberal-konservativen CONSERVO-Blog: https://conservo.wordpress.com/2018/12/04/skandal-kurz-vor-parteitag-wunderliche-cdu-reise-nach-zypern-ohne-hinweis-auf-tuerkische-besetzung-und-christenverfolgung/