Wir trauern um Pater Lothar Groppe SJ

Von Felizitas Küble

Der katholische Priester und Jesuitenpater Lothar Groppe ist am heutigen Sonntagmorgen mit 92 Jahren von Gott in die Ewigkeit heimgerufen worden.

Der Geistliche (siehe Foto) starb am 17. Nobember  –  dem Volkstrauertag  –  nach längerer Krankheit im Peter-Faber-Haus, der Seniorenresidenz des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Dies erfuhr ich durch die freundliche Familienmutter Mechthild Truthmann, die Pater Groppe seit langem gemeinsam mit ihrem Mann Burkhard regelmäßig besuchte.

Wir waren mit diesem glaubensstarken, geistreichen, humorvollen und herzensguten Geistlichen seit ca. 30 Jahren befreundet. Er hat uns gerne in unserer Redaktion in Münster besucht und wir hatten fast immer dieselbe „Wellenlänge“.

Er fühlte sich unserem KOMM-MIT-Jugendverlag und unserem Christoferuswerk sowie dem CHRISTLICHEN FORUM eng verbunden. Nach dem Tod unseres Verlagsgründers Günter Stiff am 10.9.2002 zelebrierte er das Sechswochen-Seelenamt in Münster und hielt eine kraftvolle Predigt.

Am 31. Juli dieses Jahres konnte Pater Groppe sein 60-jähriges Priesterjubiläum feiern – direkt einen Tag davor erlebte er seinen 92. Geburtstag.

Der bekannte Jesuitenpater und Schriftsteller hat noch vor drei Jahren ein fundiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich vor allem mit der Rettung von Juden und „nichtarischen Katholiken“ in Wien befaßt.

Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für Juden im Dritten Reich“. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/)

Lothar Groppe kam am 30. Juli 1927 im westfälischen Münster als Sohn des späteren Generalleutnants Theodor Groppe zur Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Westfalen, Ostpreußen, Oberschlesien, Pommern, Hessen und Bayern.

Nach Kriegsende studierte er Rechtswissenschaft und trat am 7. September 1948 in die „Gesellschaft Jesu“ ein. Es folgte das Lizenziat der Philosophie, am 31. Juli 1959 empfing er die Priesterweihe.

P. Groppe wirkte jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan.

Von 1973 bis 1987 hielt er Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Geistliche ist nicht nur Sohn des Widerstandskämpfers Theodor Groppe, sondern bezog selber schon mit 12 Jahren deutlich Stellung gegen Hitler. Er war daher mehrfach „Gast“ der Gestapo (Geheimen Staatspolizei). Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn wegen seiner grundkatholischen Haltung den „Schwarzen General“. Im 1. Weltkrieg erhielt er zahlreiche Tapferkeitsauszeichnungen, darunter den höchsten Orden Pour le Mérite, der nur 687 mal vergeben wurde. (Im Vergleich dazu wurden im 2. Weltkrieg 6 bis 8 Millionen „Eiserne Kreuze“ verliehen.)

In der Stadt Hanau, wo Theodor Groppe einige Zeit gewirkt hatte, wurde eine Straße nach ihm benannt (siehe Foto).

Weil der mutige General den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Der mutige General verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Retter“ bekannt und bewundert.

Sein Sohn Lothar hielt sich auch selber an die geradlinige und unbeugsame Art seines Vaters. Er widerstand dem braunen ebenso wie später dem roten Zeitgeist und orientierte sich an christlichen Prinzipien und der katholischen Glaubenslehre.

Seine Predigten und Vorträge waren gehaltvoll, mitreißend, schwungvoll und manchmal auch etwas humorvoll-scherzhaft.

Der Pater publizierte jahrzehntelang in dutzenden Zeitungen und Zeitschriften von „Theologisches“ über die „Junge Freiheit“ oder die „Preußische Allgemeine Zeitung“ bis zu „Soldat im Volk“ oder Schriften des BdV (Bund der Vertriebenen). Insgesamt hat P. Groppe rund 1800 Artikel veröffentlicht.

Besonders für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen setzte sich der Jesuit durch Wort und Tat wirkungsvoll ein.

Seine klare katholische Ausrichtung hinderte ihn keineswegs daran, eine vernünftige Ökumene mit theologisch konservativen Protestanten zu pflegen. So schrieb er z.B. regelmäßig für die Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der Evangelischen Notgemeinschaft und hielt Reden vor evangelikalen Initiativen. 

Bis heute steht der Geistliche im freundschaftlichen Kontakt mit evangelischen Christen.

So half ihm z.B. der Unternehmensexperte und Publizist Dr. Bernd F. Pelz (siehe Foto) sachkundig beim Lektorat und der Erstellung des Groppe-Buches über „Kirchlichen Einsatz für Juden im Dritten Reich“. Außerdem unterstütze Dr. Pelz seinen priesterlichen Freund tatkräftig bei mehreren Umzügen.

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom deutschen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitgegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld. 

Ähnlich wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden Patriotismus und entschieden für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und erinnerte immer wieder an ihr tragisches Schicksal, was oftmals wütende Schmähkritik von links hervorrief.

Der Geistliche hatte guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba, dem am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda.

Im Dyba-Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ aus dem KOMM-MIT-Verlag (siehe Foto) ist ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den unerschrockenen Bischof von Fulda sowohl als Bischof wie auch als Mensch und Mitbruder. (Hier die Besprechung der „Tagespost“ über diesen Sammelband: https://charismatismus.wordpress.com/2016/04/01/loewe-von-fulda-wuerdigung-unseres-dyba-gedenkbandes-in-der-tagespost/)

Pater Groppe wirkte von 1982 bis 2007 als Krankenhauspfarrer in Bad Pyrmont. Einige Zeit später war er als Seelsorger an einer Mutter-Kind-Klinik in Timmendorfer Strand tätig.

Seit August 2015 lebte der unbeugsame Geistliche im Seniorenheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Wir bewahren sein geistiges Vermächtnis in unserem Herzen und sind weiter durch Gebet und Gedenken mit ihm verbunden.

VORTRAG von Pater Groppe über das Priestertum: https://charismatismus.wordpress.com/2017/12/30/ueber-gnade-und-auftrag-wuerde-und-buerde-des-priestertums/


Buchempfehlung: Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich

Von Dr. Eduard Werner

Buch-Daten: Ludger Born, Lothar Groppe: Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich. Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken in Wien. Gerhard Hess Verlag 2016, 292 S., ISBN 978-3-87336-582-7, 19,80 €

Der erste Bericht über die Arbeit der „Erzbischöflichen Hilfsstelle für nichtarische Katholiken“ in Wien stammt vom ersten Leiter dieser Hilfsstelle, Pater Ludger Born SJ.

Die Verfolgung der Juden begann in Wien fast zeitgleich mit der Verfolgung der Katholiken und zwar am 7. Oktober 1938 mit dem Sturm der Hitler-Jugend auf das Erzbischöfliche Palais und am 8. Oktober 1938 mit dem Sturm auf das Churhaus am Stephansplatz.

Dabei wurde klar, dass das formale Entgegenkommen des Kardinals gegenüber Hitler von diesem nicht belohnt wird. Die ersten Hilfen für damals schon bedrängte Juden organisierte Pater Bichlmair inoffiziell.

Als dieser jedoch im November 1939 verhaftet wurde, gründete Kardinal Innitzer die Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken.

Es fällt auf, dass die Hilfsstelle in Wien von Anfang an frei arbeiten konnte, während die Hilfsstellen in Berlin, in Hamburg und in Freiburg streng geheim arbeiten mussten.

Trotzdem wurden auch von den 23 Mitarbeiterinnen der Wiener Hilfsstelle neun nach Polen deportiert. Offiziell durfte nur die Israelitische Kultusgemeinde die Rechtsvertretung von Juden wahrnehmen. Bevor es um die Beschaffung von Lebensmitteln, Geld und Wohnungen ging, bettelte P. Born um Einreise-Erlaubnisse bei ausländischen Staaten.

Die brasilianische Delegation beispielsweise verlangte für eine einzige Einreise-Erlaubnis die Hinterlegung von 39.000 Reichsmark. Eine Summe, die nur ganz wenige Juden aus eigener Kraft aufbringen konnten.

BILD: Der Autor des Buches ist der Jesuitenpater Lothar Groppe, Sohn des Anti-NS-Generals und Widerständlers Theodor Groppe

Insgesamt 51 kirchliche Häuser und Klöster beteiligten sich auf Bitten Innitzers an der Versorgung der Hilfssstelle.

P. Groppe – selbst Sohn eines Judenhelfers – hat nun den Arbeitsbericht Borns überarbeitet und durch neue Materialien ergänzt. Er hat die diskriminierenden Vorschriften des NS-Regimes dargestellt, sowie einen Überblick über die materiellen und psychologischen Hilfsmaßnahmen der Kirche angefügt.

Er resümiert am Ende mit einem Befund von Dr. Margarete Sommer, der Leiterin der Berliner Hilfsstelle: „Die Verfolger waren wirklich alles andere als Christen. Die Entchristlichung der Menschen hat diese Verfolgung erst möglich gemacht.“

In der Tat waren die Nazigrößen und Judenverfolger höchstens abtrünnige Christen, wenn sie überhaupt jemals Christen waren. 

Ein Bildteil rundet das eindrucksvolle Buch ab.

Veröffentlichungen über das NS-Regime sollten solche Studien über bischöfliche Hilfsstellen nicht ausblenden, wenn sie ein gerechtes Urteil anstreben. Die Rettung jedes Einzelnen unter Lebensgefahr ist ein Aufstand der Menschlichkeit.

Pater Lothar Groppe gebührt Dank und Anerkennung für diese wertvolle Arbeit.

Quelle: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=7397

DIESES BUCH von Pater Groppe kann zum Sonderpreis von 14,80 € (statt 19,80 €) und zudem portofrei von uns ausgeliefert werden: Tel. 0251-615151  – Mail: felizitas.kueble@web.de


Motto der hl. Edith Stein (1891 – 1942): Wie können wir an der Hand des HERRN leben?

Von Pfarrer Felix Evers

„Es ist im Grunde immer eine kleine, einfache Wahrheit, die ich zu sagen habe: Wie man es anfangen kann, an der Hand des HERRN zu leben.“ (Brief vom 28.4.1931)

Als Nesthäkchen einer großen jüdischen Familie in Breslau hatte Edith Stein eine behütete Kindheit. Nach ihrem Psychologiestudium wechselte sie an die Universität Göttingen – in einem steten Hunger nach der Wahrheit.

Die begeisterte Philosophiestudentin stieß bald an ihre Grenzen. Trotz ihrer hohen Begabung und ihres glänzenden Doktorexamens blieb ihr als Frau die berufliche Anerkennung verwehrt.

Als Edith Stein sich im Sommer 1921 nach der Lektüre der Autobiographie der heiligen Teresa von Ávila entschloss, um die Taufe in der katholischen Kirche zu bitten, wurde ihr Leben dadurch nicht leichter. Erst die judenfeindliche Gesetzgebung des Dritten Reichs, die ihr jede berufliche Tätigkeit verwehrte, öffnete ihr die Tür zum Kölner Karmel.

Aber wie litt Edith unter dem Schicksal ihres jüdischen Volkes, das auch bald das ihre werden sollte.

Edith Stein wird leider allzu oft ausschließlich als intellektuell beschrieben. In ihren Briefen hingegen begegnet uns die Mystagogin – die Frau, die uns lehrt, wie man es anfangen kann, an der Hand des HERRN zu leben und im Herzen nicht mehr „solo“, sondern „wie zu zweit“ mit Gott zu sein. Denn der wohl häufigste Grund, den Glauben an Gott zu verlieren, ist die Frage nach Gott und dem Leid: „Warum, Gott, müssen wir leiden, wenn du uns doch so sehr liebst?“

Hierauf gibt Edith Stein die einzig richtige Antwort: Sie stellt Gott nicht wegen ihres Leids und Schicksals infrage, sondern stellt Gott die Leidfrage – und Gott beantwortet sie mit seinem Mitleiden in Christus.

Edith Stein vertraut auf einen „sympathischen“, also „mitleidenden“ Gott  –  und dieser Gott kommt selbst in Jesus von Nazareth, um uns zu trösten.

In der Tradition Paul Gerhardts kann deshalb auch ein Dietrich Bonhoeffer dichten: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag; Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Am 28. April 1931 schreibt Edith an Schwester Adelgundis Jägerschmid: „Gott weiß, was er mit mir vorhat. Ich brauche mich darum nicht zu sorgen.“

Eine heilige Gelassenheit spricht aus diesen Worten, eine Gelassenheit, die offen bleibt für das Wirken des HERRN, an dessen Hand wir unterwegs sind.

Das lerne ich bis heute von Edith Stein: Die kleine und einfache Wahrheit, immer wieder neu – in Freud und Leid – die Hand Jesu zu ergreifen, der unsichtbar als Auferstandener meine Lebenswege treu begleitet.

 

 


Ranis: Fastennachmittag mit Dr. Boroda würdigt sechs christliche Märtyrer der NS-Zeit

Jüdischer Autor über „Leidenswege in einem gottlosen System“

Beeindruckende Zeugnisse von Menschen, die für ihren Glauben ein Martyrium auf sich nahmen, legte Dr. Moisei Boroida am zweiten Fastensonntag in der katholischen St.-Elisabeth-Kirche in Ranis (Thüringen) vor.

Der Musikwissenschaftler und Autor zeichnete die Lebenswege von sechs christlichen Märtyrern des 20. Jahrhunderts nach, die „dem gottlosen System der Nationalsozialisten zum Opfer fielen“.

Da­bei verwob der 1947 in Georgien als Kind jüdischer Eltern geborene Künstler die Biographien mit Briefen, Zitaten und emotionalen Szenen zu einem Gesamtkunstwerk, ergänzt von der Musik der Schola der katholischen Gemeinde.

BILD: Mit den zwei Bänden des „Deutschen Martyrologiums“ bedankte sich Johannes Heibel (rechts) vom Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde Ranis bei Dr. Moisei Boroda in der St.-Elisabeth-Kirche.

Alle Märtyrer vereint die Bereitschaft, für ihren Glauben den Tod auf sich zu nehmen. Wie sich bei einzelnen Theologen des vergangenen Jahrhunderts diese Erkenntnis geradezu herausbildete, stellte Dr. Moisei Boroda eindrücklich vor.

Seine Texte – von den Lektoren der Raniser katholischen Gemeinde gelesen – ließen die Gäste aus Ranis, Pößneck, Neustadt/Orla, Auma, Weida und Saal­feld an den letzten Stationen des Lebens von Karl Leisner, Alois Andritzki, Edith Stein, Alfons Maria Waxmann, Franz Reinisch und Dietrich Bonhoeffer teilhaben.

Während Edith Stein, laut Boroda „eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des christlich-jüdischen Glaubens“, und der evange­lische Theologe Dietrich Bonhoeffer sicherlich den meisten Gästen vertraut waren, erschloss der Wissenschaftler mit den anderen vier Priestern Neuland. Alle kamen während des Zweiten Welt­krieges, zumeist in Konzentrationslagern oder in Gefängnissen, oder kurz danach ums Leben.

Drei von ihnen sind seliggesprochen (Leisner, Andritzki, Stein), für einen hat der Prozess dazu be­gonnen (Reinisch), Edith Stein wurde außerdem 1989 heiliggesprochen. Damit wird sie als Heilige in der katholischen Kirche besonders verehrt.

Johannes Heibel von der Raniser Gemeinde, der Dr. Moisei Boroda eingeladen hatte, sagte zur Begrüßung: „Uns erscheint es heute fremd, dass Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt und hingerichtet wurden.“ – In vielen Ländern der Welt sei dies jedoch auch heute noch zu beobachten.

Gleichzeitig schlug er den Bogen vom Pallotinerpater Franz Reinisch – einem der vorgestellten Märtyrer – zur Region: Zwei aus der weltweiten Gemeinschaft waren viele Jahrzehnte auch hier als Priester tätig, Pater Ewald Rieg in Ranis und Pater Remigius Unmüßig in Ziegenrück.

Als „sehr ansprechend und sehr prägnant“ würdigte Pfarrer Werner Ciopcia aus Neustadt/Orla im Gespräch mit dieser Zeitung den Fastennachmittag in Ranis. Ihn habe vor allem das Zusam­menspiel der Lebens- und Leidenswege der sechs Märtyrer sehr angesprochen.

„Das 20. Jahrhundert hat uns gezeigt, in welchen Abgrund der Staat kommen kann, wenn er und seine Anführer sich von Gott lossagen“, gab Dr. Moisei Boroda den Gästen am Ende der Veranstaltung mit auf den Weg.

Wenn Edith Stein gesagt habe, dass kein Weg am Kreuz vorbeiführe, so erweitere er diese Aussage zu: „Kein Weg führt an Gott vorbei“, so der Schriftsteller, Komponist und Musikwissenschaftler.

Autor dieses Artikels und Fotograf des ersten Bildes ist Stephan Breidt aus Ranis, dem wir für die Abdruckgenehmigung herzlich danken.

Gemälde: Evita Gründler

 


Buch-Vorstellung: Ein judenchristliches Mädchen sucht ihre Mutter im KZ

„Geborgen im Schatten Deiner Flügel“ von Anita Dittmann

Kurz vor Kriegsende werden tausende Juden in das tschechische Vernichtungslager Theresienstadt deportiert. Eine 18-Jährige begibt sich auf eigene Faust dorthin, mitten durch das Kriegsgebiet: Anita Dittman sucht ihre Mutter.

„Geborgen im Schatten deiner Flügel“ ist das beeindruckende Zeitzeugnis einer heute 92-Jährigen, die als Halbjüdin während der NS-Zeit aufwuchs.

Sie schreibt nicht nur über 12 Jahre Überlebenskampf während der Schreckensherrschaft der Nazis, sondern auch über Wunder, Trost und Kraft, die sie durch ihren Glauben erfuhr.

Ihre Autobiografie „Geborgen im Schatten deiner Flügel“ ist gerade im Verlag Gerth Medien erschienen.

Deutschland, 1933: Die heile Welt der sechsjährigen Anita wird erschüttert. Der Judenhass ist greifbar, die Bedrohung für Leib und Leben real.

Anita und ihre Mutter setzen ihr Vertrauen inmitten der Bedrängung auf Jesus Christus und erleben Wunder um Wunder. Doch sie werden auseinandergerissen. Ihre Mutter wird ins KZ Theresienstadt deportiert.

Anita ist gerade 16 Jahre alt. Sie selbst kann schließlich dem Arbeitslager entkommen. Und sie sucht ihre Mutter. Auf eigene Faust bahnt sich Anita einen Weg durchs Kriegsgebiet.

„Geborgen im Schatten deiner Flügel“ ist die wahre Geschichte eines jüdischen Mädchens, das alles riskiert. Zugleich zeugt die Autobiografie davon, wie Anita Dittman (siehe Foto) Geborgenheit und Gottes Fürsorge in den tiefsten Momenten des Lebens erfährt.

Zur Buchbestellung hier: https://www.gerth.de/index.php?id=201&sku=817497


Israel ehrt Hans Söhnker und Heinz Gützlaff als „Gerechte unter den Völkern“

Hans Söhnker und Heinz Gützlaff sind am Mittwoch in einer Feierstunde in Berlin von der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt worden.

Hans Söhnker und Heinz Gützlaff riskierten während der NS-Diktatur ihr Leben, um verfolgte Juden zu retten. Der jüdische Orthopäde Dr. Kurt Hirschfeldt musste im November 1942 in Berlin untertauchen und konnte nur durch die Hilfe zahlreicher Helfer überleben. 

Heinz Gützlaff gab Kurt Hirschfeldt seine eigene Kennkarte, Hirschfeldts Foto wurde eingefügt und so wurde er zu „Heinz Gützlaff“.

Dieser gefälschte Ausweis wird in der Gedenkstätte Stille Helden gezeigt, in der die Feierstunde zur Ehrung der beiden Gerechten stattfand.

Kurt Hirschfeldt überlebte in unterschiedlichen Verstecken. Ab Januar 1945 bis zum Ende des Krieges beherbergte ihn der bekannte deutsche Filmschauspieler Hans Söhnker in seinem Wochenendhaus am Wünsdorfer See in der Nähe von Zossen/Brandenburg. In den Jahren 1943 und 1944 hatte Söhnker dort auch die verfolgten Juden Ludwig Lichtwitz und Werner Scharff erstreckt.

Botschafter Jeremy Issacharoff überreichte die Yad Vashem-Medaille und die Ehrenurkunde an die Tochter und den Sohn von Heinz Gützlaff, Dr. Kathrin Reiher und Franz Gützlaff. Für Hans Söhnker nahm seine Urgroßnichte, die Schauspielerin Anneke Kim Sarnau, die Ehrung entgegen (siehe Foto).

Der Cousin von Kurt Hirschfeldt, Walter Frankenstein, war aus Stockholm angereist um an der Ehrung teilzunehmen. Hans Söhnker hat auch ihm geholfen, die Shoah in der Illegalität zu überleben. Walter Frankenstein hatte den Antrag auf Anerkennung für die beiden „Gerechten“ in Yad Vashem gestellt.

Botschafter Issacharoff erklärte in seiner Rede, es handele sich bei der Geschichte nicht um eine „Geschichte der Verzweiflung, es ist eine Geschichte der Inspiration, es ist keine Geschichte der Schuld, es ist eine Geschichte des Stolzes.“

Quelle: http://embassies.gov.il/berlin/NewsAndEvents/Pages/Gerechte-unter-den-V%C3%B6lkern-geehrt-071118.aspx


Israelischer Staatspräsident in Dänemark wg. 75. Jahrestag der Rettungsaktion für Juden

Der israelische ​Staatspräsident Reuven Rivlin befindet sich derzeit auf offiziellem Besuch in Dänemark. Anlass des Besuchs ist der 75. Jahrestag der Rettung der dänischen Juden.

Der Staatspräsident eröffnete seinen Besuch mit einem Besuch am Denkmal für den dänischen Untergrund, der die Rettungsaktion organisiert hatte, mit der beinahe 90% der jüdischen Mitbürger Dänemarks vor der Deportation bewahrt worden waren. Die Menschen wurden mit Booten ins sichere Schweden gebracht.

Für diesen Widerstand wurde das dänische Volk von Israel als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.

Anschließend wurde der Staatspräsident von Königin Margarethe empfangen. Auf seiner Facebook-Seite erklärte er: „Seit vielen Jahren setzt sich die dänische Königin für die Wahrung des Andenkens an die Rettung der Juden Dänemarks vor den Nazis und für gute Beziehungen zu Israel ein. Bei meinem Besuch im Königspalast hatte ich die Gelegenheit, ihr dafür zu danken und ihr zu versprechen, dass wir die Beziehungen zwischen den Ländern bewahren und vertiefen.“

Quelle: Isaraelische Botschaft in Berlin