Münster: Bischof Felix Genn entzieht Pfarrer Paul Spätling die Predigtbefugnis

Predigtverbot wg. islamkritischer Äußerungen des Priesters

Der katholische Oberhirte von Münster spricht gerne von Toleranz, Dialog und Weltoffenheit. Doch diese hehren Worte und Werte stoßen offenbar schnell an ihre Grenzen, wenn sich ein Geistlicher in konservativer Hinsicht artikuliert und dabei seine staatsbürgerlichen Rechte wahrnimmt.IMG-20150120-WA0061-440x248
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Schließlich haben auch katholische Priester das Recht, sich politisch zu äußern, solange dies im Rahmen der grundgesetzlich garantierten Meinungsfreiheit geschieht.
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Im Falle des 67-jährigen Pfarrers Paul Spätling (siehe Foto: in der Mitte) aus der Region Niederrhein kam schon einen Tag später die bischöfliche Reaktion: Gestern Abend gab der Priester eine islamkritische Wortmeldung zum Besten, heute wurde ihm bereits die Predigtbefugnis entzogen und dies zugleich an die Öffentlichkeit gebracht. Schneller gehts nimmer!
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Auf der Internetseite des Bistums Münster heißt es hierzu:
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„Herr Pfarrer Paul Spätling, Emmerich, hat am 19. Januar 2015 an der Pegida-Demonstration in Duisburg teilgenommen.DSC_0568
Auf der Bühne hat er sich kritisch über das Ausschalten der Lichter am Kölner Dom bei der jüngsten Pegida-Demonstration dort geäußert.

Zudem ist er auf das Verhältnis von Christentum und Islam in der europäischen Geschichte eingegangen und hat die Bundeskanzlerin wegen ihrer Aussage kritisiert, der Islam gehöre zu Deutschland.

Wir weisen die Aussagen von Herrn Pfarrer Spätling entschieden zurück. Wir distanzieren uns mit Nachdruck von seinem völlig verzerrten Bild von Geschichte und Gegenwart.“

Befindet sich auch der jüdische AJC auf Abwegen?

Vertritt der internationale jüdische Dachverband AJC, der die Kanzlerin aus genau demselben Grund scharf kritisiert hat, etwa auch ein „völlig verzerrtes Bild von Geschichte und Gegenwart“? 

Der AJC stellte jedenfalls unmißverständlich klar, Muslime müßten sich 100714052333-b1-„daran messen lassen, inwieweit sie die deutsche Demokratie verteidigen, statt die Extremisten in den eigenen Reihen zu dulden.“

(Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/15/judischer-ajc-verband-ubt-kritik-an-merkels-aussage-zum-islam/)

Deutlichen Widerspruch zu ihrer Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland, erhielt Angela Merkel aber auch vom ehem. Berliner SPD-Senator Thilo Sarrazin und hochrangigen CDU-Politiker bis hinauf zu Volker Kauder.

Der Fraktionschef von CDU und CSU stellte klar: „Die Muslime in Deutschland gehören zum Land, der Islam aber nicht.“ – Islamistische Kämpfer seien zudem sehr wohl Teil des Islams, da sie sich auf den Koran berufen können. Dies erklärte Kauder am gestrigen Montagabend in Bonn  –  also zur selben Zeit, als Pfarrer Spätling sich in Duisburg ähnlich äußerte.  Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) distanzierte sich ebenfalls von Merkels Bemerkung zum Islam.

Auch der muslimische Autor und Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad übte scharfe Kritik an der Islam-Aussage der Kanzlerin.  (Näheres dazu hier: http://www.kath.net/news/49015)032_29A

Muslimische SPD-Politikerin gegen Merkel-Aussage

Dasselbe gilt für den Berliner SPD-Bezirksbürgermeister Buschkowsky sowie die muslimische SPD-Politikerin Lale Akgün aus Köln. Die ehem. SPD-Bundesvorständlerin warnte, die Kanzlerin sei sich hoffentlich der Tragweite ihrer Worte bewußt.

Wenn sie den Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ ernst nehme, werde sie „den Islamverbänden alle Rechte zugestehen müssen, die heute die christlichen Kirchen in Deutschland genießen“. So wie die Islamverbände derzeit aufgestellt seien, gerate Deutschland damit „geradezu automatisch unter den Einfluss des politischen Islam“.

Auch die Mehrheit der Deutschen (56%) lehnt laut einer aktuellen INSA-Umfrage Merkels Meinung ab. Nur 44 Prozent stimmen der Kanzlerin zu. (Quelle: http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-05-2015-umfrage-mehrheit-glaubt-nicht-dass-der-islam-zu-deutschland-gehoert_id_4425304.html)

Die Bistumsleitung von Münster verkündet dennoch unbeirrt weiter:
„Herr Pfarrer Spätling bedient mit seinen Äußerungen undifferenzierte Klischees gegenüber dem Islam. Er schürt mit seinen Aussagen eine Feindlichkeit gegen „den Islam“, die wir für gefährlich erachten.“

Warum gibt es denn seitens des Bischofs keine Erklärung darüber, daß er zumindest den Islamismus „für gefährlich erachtet“?  –  Oder stehen Islam und Islamismus in der Diözese Münster gleichsam unter Denkmalschutz?

Für Polizisten gefährlich: Anti-Pegida-Demonstrationen

Und sind Teile der Pegida-GEGNER etwa nicht tatsächlich „gefährlich“?  –  Gerade in Duisburg, wo Pfarrer Spätling sprach, haben gegnerische Linksradikale vier Polizisten verletzt, wovon drei sogar dienstuntauglich geschlagen wurden. Deutschlandweit wurden 18 Polizisten allein am gestrigen Montag durch linke Chaoten bei Anti-Pegida-Demos verletzt.

(Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/20/duisburg-polizeiprasidentin-entsetzt-von-linksradikalen-randalen-gegen-pegida/)

Interessiert dies den Oberhirten von Münster etwa nicht?

Das sollte ihn aber ins Mark treffen, denn er hat sogar seine Weihnachtspredigt im Hohen Dom dazu genutzt, um sich ausdrücklich gegen PEGIDA zu positionieren. PICT0191

Auch danach lobte er Initiativen bzw. Demonstrationen gegen PEGIDA in Münster  –  und in der Erklärung gegen Pfarrer Spätling heißt es ebenfalls, man sei „dankbar dafür, wie viele Menschen in diesen Tagen auf die Straßen gehen und genau in diesem Sinne ein Zeichen setzen.“

Also ist es des Bischofs moralische Pflicht und Verantwortung, jene Pegida-Gegner, die gewaltsam vorgehen, zur Ordnung zu rufen bzw. sich zumindest eindeutig von ihnen zu distanzieren.

Wann dürfen wir mit einer solch überfälligen Klarstellung rechnen? Wann äußert sich der Bischof endlich mitfühlend zugunsten der verletzten Polizeibeamten? Wann setzt er selber „in diesem Sinne ein Zeichen“?!

Sodann wird in der Bistums-Erklärung behauptet, da Pfarrer Spätling „auch äußerlich sichtbar als katholischer Priester auftritt“, würde er „auch noch seine Autorität als Pfarrer und Priester missbrauchen.“

Ist dem Bistum nicht bekannt, daß der Vatikan seit eh und je bis zum heutigen Tage ausdrücklich eine erkennbar priesterliche Kleidung von den katholischen Geistlichen verlangt, also Soutane oder Kollar („römischer Kragen“)?

Weshalb mit Kanonen auf Spatzen schießen?

Zudem hat Pfarrer Spätling auf der PEGIDA-Kundgebung keineswegs „gepredigt“, sondern lediglich seine politische Meinung kundgetan. Damit muß der Bischof natürlich nicht übereinstimmen  –  aber berechtigt ihn dies zu derart überzogenen Maßnahmen?

Warum wurde nicht erst das Gespräch mit dem Priester gesucht? Weshalb beschränkte sich der Münsteraner Oberhirte (wenn er schon „Handlungsbedarf“ sieht) nicht auf eine interne Rüge oder auf ein Verbot, auf Demonstrationen zu  sprechen? Weshalb ein vollständiges Predigtverbot, das zudem sofort in die Öffentlichkeit hinausposaunt wurde?

Im CIC  –  also dem katholischen Kirchenrecht –  gilt allgemein das Prinzip der „Verhältnismäßigkeit“  –  und in Can. 50 heißt es zudem: „Bevor eine Autorität ein Dekret erläßt, soll sie notwendige Erkundigungen und Beweismittel einholen sowie nach Möglichkeit diejenigen hören, deren Rechte verletzt werden könnten.“

Warum spaltet der Bischof das Kirchenvolk?

Zudem läßt die Stellungnahme wissen: „Die christliche Botschaft ist keine der Ausgrenzung, des Hasses und der Gewalt, sondern eine der Liebe und der Menschenfreundlichkeit.“  foto-dcubillas-www_freimages_com_

Ja sicher – und eben deshalb ist die christliche Botschaft mit dem Koran und insbesondere mit dem Islamismus unvereinbar.

Wie gut doch der Oberhirte zu Münster im voraus Bescheid weiß: „Uns droht in Deutschland ganz sicher keine Islamisierung.“

Uns droht aber jedenfalls eine mutwillig herbeigeführte Spaltung der Christgläubigen, wenn Bischöfe sich politisch derart einseitig aus dem Fenster hängen. Oftmals werden Pfarrer ihres Amtes enthoben mit der Begründung, sie würden angeblich ihre „Gemeinde spalten“. Und was macht der Bischof? – Spaltet er etwa nicht das katholische Kirchenvolk in seinem Bistum?!

Abschließend heißt es, Bischof Genn habe Pfr. Spätling am heutigen Dienstag, den 20. Januar 2015, mitgeteilt, dass er solche Reden wie die gestrige „nicht dulden kann und will“.

In Bezug auf Canon 764 des Kirchenrechtes habe Bischof Genn Herrn Pfarrer Spätling daher die Predigtbefugnis entzogen und ihm „damit verboten, innerhalb und außerhalb von Kirchen öffentlich im Namen der Kirche zu sprechen“.

Hier folgt der Wortlaut des vom Bischof erwähnten Canon 764  aus dem Kirchenrecht, der aber für eine inhaltliche Rechtfertigung seiner Maßnahme nichts hergibt, sondern lediglich formal geprägt ist:

Can. 764: Unter Wahrung der Vorschrift von can.765, haben Priester und Diakone die mit der wenigstens vermuteten Zustimmung des Rektors der Kirche auszuübende Befugnis, überall zu predigen, sofern nicht diese Befugnis vom zuständigen Ordinarius eingeschränkt oder entzogen wurde oder von einem Partikulargesetz eine ausdrückliche Erlaubnis gefordert wird.

Can. 765: Zur Predigt vor Ordensleuten in ihren Kirchen oder Kapellen ist die Erlaubnis des nach Maßgabe der Konstitutionen zuständigen Oberen erforderlich.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

HIER folgt die von Bischof Genn abgelehnte Ansprache von Pfr. Spätling: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/27/pfarrer-spatlings-ansprache-vom-19-januar-auf-der-pegida-kundgebung-in-duisburg/

BILDER-Quellenangaben: 1. Foto: http://www.pi-news.net/2015/01/duisburg-mutiger-pfarrer-nach-auftritt-bei-pegida-nrw-vom-bistum-muenster-abgestraft/ – 2. Foto: Dr. Bernd F. Pelz  –  3. und 4. Foto: Felizitas Küble