Bischof Felix Genn: Angst vor einer Islamisierung Deutschlands nicht nötig

„Vermischung der Religionen nicht aufzuhalten“

Unter dem Titel „Bischof von Münster warnt in Silvesterpredigt vor Angst  –  Genn: Christen müssen Islamisierung nicht fürchten“ berichtet die Online-Ausgabe der Bistumszeitung „Kirche und Leben“ am 31. Dezember 2016 über die Silvester-Ansprache von Bischof Felix Genn in der Lambertikirche zu Münster in Westfalen.  Genn

Die zeitgeist-liche Predigt war von Beruhigungspillen geprägt, wobei Dr. Genn (siehe Foto) betonte, Christen seien immer Friedensstifter gewesen, denn das Wort Gottes biete ihnen das Fundament für ein „friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft“.

Offenbar hat der katholische Oberhirten hierbei das Thema verfehlt: Es geht nicht um eine Angst vor dem Christentum, sondern vor einer Islamisierung Deutschlands. Vermutlich hat er auch seinen Schiller und dessen bekannten Spruch vergessen: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“

Anscheinend haben aber eine Reihe Katholiken dieses Dichterwort verinnerlicht, denn der Bischof beklagte sich darüber, daß es auch in den Kirchengemeinden des Bistums Münster „Tendenzen der Angst vor Überfremdung und ein Misstrauen gegenüber Flüchtlingen“ gäbe.

Statt diese Befürchtungen vieler Bürger wenigstens ernst zu nehmen, weil sie immerhin u.a. auf einer Reihe von Terror-Ereignissen beruhen, lamentierte der Bischof darüber, mit derlei Sorgen „könne man Politik betreiben“, auch werde dieses Thema das „Wahljahr 2017 bestimmen“.

Er fügte ironisch hinzu: „Manche sehen schon in der Stadt Münster eine Zukunft, in der die Lamberti-Kirche zur Moschee umgewandelt wird.“

Will der Bischof sich durch derlei Übertreibungen über wohlbegründete Besorgnisse von Bürgern hinwegsetzen und sie der Lächerlichkeit preisgeben?

Islamexperte: Deutschland integriert sich in den Islam

Derweil warnt z.B. der deutsche Islamwissenschaftler und Politologe Ralph Ghadban im FOCUS sehr wohl vor einer Islamisierung, wie IDEA berichtet. Er schreibt sogar, nicht die Muslime würden sich in unseren Rechtsstaat integrieren, sondern umgekehrt: RTEmagicC_IGFM_Plakat_Art_18_Religionsfreiheit_02_jpg

„Anstatt Muslime in das bestehende Rechts- und Wertesystem einzubinden, vollzieht sich gegenwärtig eine Integration Deutschlands in den Islam. Die Verbreitung des Multikulturalismus in den neunziger Jahren habe diese Entwicklung begünstigt: „Die Kritik am Islam wurde als politisch inkorrekt verpönt. Auf alle Ebenen, der politischen, der juristischen und der Sicherheitsebene, begann der Rückzug des Staates aus Angst, rassistisch zu handeln und die Minderheiten zu stigmatisieren.“  –  Diese Art der Öffnung der deutschen Gesellschaft habe aber nichts gebracht.“

Das eigentliche Konfliktfeld bestehe darin, so der Publizist Ghadban, daß der offizielle Islam die Menschenrechte von Nicht-Muslimen nicht respektiere: „Außer den erfolglosen Islamreformern, die meistens in Exil leben, erkennt der Islam weder andere Religionen noch andere Menschen als gleichwertig an.“

Statt Islam-Sachkunde ein einseitiger Ausflug in die weite Welt

Statt sich nun inhaltlich mit diesem Problem und dem Gewaltpotential, das systemimmanent im Islam (etwa durch diverse Koransuren) vorhanden ist, zu befassen, weicht Bischof Genn lieber aus in die weite Welt bzw. internationale Politik: IGFM_Scharia

„Der Wahlkampf in den USA hat nach seiner Einschätzung gezeigt, wie in einer komplexen Welt einfache Parolen mehr Gewinn einstreichen würden als die notwendige geistige Auseinandersetzung.“

Damit unterstellt er in seiner Silvesterpredigt den vom Volk gewählten Präsidenten der Vereinigten Staaten, dieser habe lediglich aufgrund „einfacher Parolen“ gesiegt, statt eine „notwendige geistige Auseinandersetzung“ zu führen.

Ist dem katholischen Würdenträger etwa entgangen, daß auch Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton sich nicht als Freundin komplexer Argumentationen erwiesen hat? Was hat seine – noch dazu einseitige  –  Kritik am US-Wahlkampf in einer Silvesterpredigt zu suchen? Wo führt denn er, der Bischof, die „notwendige geistige Auseinandersetzung“? 

Ist es nicht sehr wohl eine „einfache Parole“, wenn er ohne Wenn und Aber zum Besten gibt, man brauche sich vor einer Islamisierung nicht fürchten?

Bischof Genn warnt vor einer „Abschottung“

Zudem erklärte der Bischof laut Bericht der Bistumszeitung, es führe „nicht weiter“, wenn man sich gegenüber fremden Religionen und Kulturen „abschotten“ wolle. Wörtlich heißt es zu Genns Predigt: „In einer globalisierten Welt sei die Vermischung von Kulturen und Religionen nicht aufzuhalten.“

Mit anderen Worten: Er sieht keinen Grund, irgendetwas gegen eine „Religionsvermischung“ zu unternehmen, denn „Abschottung“ ist ja nicht angesagt. foto-dcubillas-www_freimages_com_

Eine „Vermischung von Kulturen und Religionen“ geht bei Licht betrachtet sogar noch über die naiv-grüne Multikulti-Ideologie hinaus, denn diese glaubt blauäugig an ein friedliches Nebeneinander verschiedener Kulturen und Religionen innerhalb eines Landes. Es wird eine Koexistenz, aber kein Synkretismus, keine Vermischung der Religionen angestrebt.

Will der Bischof von Münster die offensichtlich gescheiterte Multikulti-Traumtänzerei noch toppen, indem er einer Religionsvermischung das Wort redet?!

Hätte er sich statt dieser weitgehend oberflächlichen bis irreführenden Zeitgeist-Predigt doch selber an jenes Dichterwort von Andreas Knapp gehalten, das er in seiner Predigt so wohlwollend zitierte:

»im gedroschenen stroh
des leeren geredes
kein körnchen wahrheit mehr
täglich wächst der hunger
dass ein wort geboren werde
nahrhaft wie ein weizenkorn«

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Siehe ergänzend unser Bericht über ein von Bischof Genn verfügtes Predigtverbot für einen islamkritischen Pfarrer, das er durch vatikanischen Beschluß zurücknehmen mußte: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/13/vatikan-hebt-predigtverbot-fuer-islamkritischen-pfarrer-paul-spaetling-auf/

HIER der volle Wortlaut der Bischofs-Predigt: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/dokumentiert-die-predigt-von-bischof-felix-genn-zum-jahresschluss-2016/

Inzwischen gibt es auch auf kath.net eine lebhafte Leserdebatte: http://www.kath.net/news/58061


Regensburg: Bischof Voderholzer hat die Heilige Pforte der Barmherzigkeit geschlossen

Am heutigen Christkönigssonntag endete das Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Bischof Rudolf Voderholzer schloss die Heilige Pforte bei der Kirche St. Joseph des Karmelitenklosters in der Regensburger Altstadt und feierte im Anschluss mit den Gläubigen im Dom St. Peter ein Pontifikalamt. 161120_pforte-1

Im Laufe der Liturgie ließ der Bischof die Heiligen Pforten Roms in Erinnerung an die Bistumswallfahrt nach Rom vor dem geistigen Auge der Gläubigen Revue passieren:

  • Die Heilige Pforte an der Lateranbasilika mit der ältesten Taufkapelle der Welt. Sie stelle uns die Taufe als Eintrittspforte in die Gemeinschaft der Kirche vor Augen.
  • Die Heilige Pforte der Basilika St. Paul vor den Mauern führe in die Kirche, in der sich das Grab des großen Völkerapostels Paulus befinde. Er habe sein Leben ganz in den Dienst des Evangeliums gestellt.
  • Die Heilige Pforte am Petersdom lasse die Gläubigen auf den heiligen Petrus schauen.
  • Die Heilige Pforte der Basilika Maria Maggiore habe den Blick dabei in besonderer Weise auf die Gottesmutter gelenkt. Durch sie konnte Jesus Christus, die Barmherzigkeit Gottes, unter den Mensch werden, erklärte der Regensburger Oberhirte

Heilige Jahre, wie das nun zu Ende gehende seien wichtige Zeichen, Höhepunkte im Fluss der Geschichte, hob Bischof Rudolf in seiner Predigt hervor. Das zu Ende gehende Jahr der Barmherzigkeit wollte den Gläubigen erneut die Gewissheit einpflanzen, dass die Türen des Herzens Gottes immer offen stünden, auch wenn die symbolische Pforte wieder geschlossen wurde.

Dankbar habe der Bischof auch die Rückmeldungen aus den Pfarreien vernommen, dass das Thema Barmherzigkeit das Leben und Beten in den Pfarreien geprägt habe. Die leiblichen und die geistlichen Werke der Barmherzigkeit hätten wir ein roter Faden die geistlichen Worte und Ansprachen durchzogen.  Mancherorts wurden die 14 Stationen der Kreuzwegandacht mit den 14 Werken der Barmherzigkeit in Verbindung gebracht. Ob das Jahr der Barmherzigkeit auch die Beichtpraxis belebt habe, lasse sich noch nicht abschließend sagen.

Heilige Pforten erstmals auch in den Bistümern

Im Dezember 2015 eröffnete Papst Franziskus das außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit, das weltweit, und so auch im Bistum Regensburg, gefeiert wurde.  Mehr als 450 Gläubige aus dem Bistum pilgerten Ende März zusammen mit Bischof Rudolf nach Rom, um dort durch die Heiligen Pforten zu gehen und die heilige Messe zu feiern.

Erstmals in der Geschichte der Heiligen Jahre durften nach Weisung des Papstes auch in den einzelnen Diözesen Heilige Pforten geöffnet werden. In Regensburg gab es neben der Pforte des Karmelitenklosters und in der Gnadenkapelle des Schönstattzentrums in Kösching acht weitere Hl. Pforten, die von Ostern bis Pfingsten geöffnet hatten. Diese waren in Amberg, Aufhausen, auf dem Bogenberg, in Cham, Mindelstetten, Neustadt a. d. Waldnaab, Tirschenreuth und Vilsbiburg.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


Bischof Richard Spencer informierte Bischof Voderholzer über die US-Militärseelsorge

„Deutsche Kultur und Lebensweise lieb gewonnen“

In herzlicher Atmosphäre hat amn gestrigen Mittwochnachmittag der Besuch von Weihbischof Richard Spencer bei Bischof Rudolf Voderholzer in Regensburg stattgefunden.

Spencer ist einer von vier aktiven Weihbischöfen der amerikanischen Militärseelsorge. Er ist für die Katholiken der US-Streitkräfte verantwortlich: in ganz Europa sowie auch in ganz Asien. Dekan Thomas Jeschner aus Eschenbach begleitet Weihbischof Spencer in diesen Tagen. Richard Spencer 2

Militärbischof Spencer dankte dem Oberhirten von Regensburg für die seelsorglichen Dienste von Dekan Thomas Jeschner und Stiftsdekan Heinrich Wachter, die zum Bistum Regensburg gehören.

Er überreichte ihm ein Geschenk, über das sich Dr. Voderholzer sehr freute: eine asiatische Figur des hl. Andreas Kim Taegon (1821 – 1846), der Koreas erster römisch-katholischer Priester war (siehe Foto). Er erlitt ein grausames Martyrium.

Seinerseits schenkte Bischof Rudolf dem bischöflichen Mitbruder eines seiner theologischen Werke in englischer Übersetzung. An kommenden Wochenende weilt Bischof Spencer bereits in Japan.

Im Rahmen des Besuchs gab Weihbischof Spencer ein Interview:

Welchen Auftrag hat die U.S.-Militär-Erzdiözese?

Die US-Militär-Erzdiözese (Archdiocese for the Military Services USA, „AMS“) wurde vor dreißig Jahren, am 30. April 1986, von Rom aus errichtet. Damals wurden 36 verschiedene Militärdiözesen in der ganzen Welt eingerichtet. Unter ihnen gibt es vier Erzdiözesen, die aufgrund ihrer Größe und ihres Auftrags eben Erzdiözesen sind.

Der Auftrag der AMS ist weltumfassend, macht also vor geographischen Grenzen keinen Halt. Wir, die AMS, sind verantwortlich für das Personal und deren Familien der US-Streitkräfte, für alle Botschaften, die ebenfalls dem Außenministerium unterstehen, und ihre Mitarbeiter sowie für alle staatlichen Veterans Administration Hospitals (Kriegsveteranenkliniken), Altenheime und Pflegekliniken in den Vereinigten Staaten.

Momentan sind wir seelsorglich für 1,8 Millionen Katholiken in unserer Jurisdiktion tätig. Bei uns sind 406 katholische Priester auf Vollzeitstellen im Einsatz, die in kirchenrechtlicher Hinsicht alle Möglichkeiten haben, um für unsere Herde seelsorglich da zu sein.

Welche Aufgaben haben Sie genau?

Als Weihbischof bin ich Erzbischof Timothy Broglio zugeordnet, der in unserer Zentrale in Washington DC sitzt. Das Gebiet, für das ich Verantwortung übernommen habe, erstreckt sich über ganz Europa und ganz Asien. Über zwei Kontinente!

Wir sind eine komplette Erzdiözese, in der alle sieben Sakramente gespendet werden und in der die Menschen aller Altersstufen religiöse Bildung erfahren, in der die Evangelisierung vorwärts gebracht wird und wo es auch die notwendige kirchliche Gerichtsbarkeit gibt. Als Hirte stehe ich den Priestern der Militärseelsorge wie auch den Priestern aus dem jeweiligen Diözesanklerus zur Seite, die in unseren Gemeinden ihren Dienst versehen.

Stehen Sie auch den Soldaten im Kampfeinsatz zur Seite?

Ich persönlich war fünf Mal im Irak und zweimal in Afghanistan im Einsatz. Ich war auch gerade zu dem Zeitpunkt im Pentagon, als am 11. September das Passagierflugzeug in das Gebäude stürzte.

Wie nehmen Sie Deutschland, seine Traditionen, Bräuche und überhaupt die Leute wahr?

Ich habe in den vergangenen sechs Jahren nacheinander in Deutschland gelebt und die deutsche Kultur, die Traditionen hier und die Lebensweise genossen und auch lieb gewonnen. In meiner Verwandtschaft mütterlicherseits sind viele niederländisch-deutsche Familienmitglieder und es war sehr aufregend, zahlreichen entfernten Verwandten einen Besuch abzustatten. Ich gehe immer wieder meinem Hobby nach, wenn ich mich am Wochenende am deutschen Volksmarsch in verschiedenen Gegenden Deutschlands beteilige und am Rhein entlang mit dem Fahrrad unterwegs bin.

Wie häufig sind Sie in den USA?

Vier bis fünf Mal im Jahr. Es gibt in jedem Jahr zwei verpflichtende Versammlungen der Bischöfe, dazu ebenfalls verpflichtende jährliche Einkehrtage für die Bischöfe. Als einer der wahlberechtigten und aktiven Bischöfe der US-amerikanischen Bischofskonferenz (USCCB) nehme ich außerdem an verschiedenen Sitzungen von Kommissionen teil und leiste so meinen Beitrag zur Unterstützung der USCCB. Zusätzlich zu meinen Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten, die sich auf Europa erstrecken, verbringe ich jährlich 16 bis 18 Wochen in Asien: Singapur, Korea, Japan, Guam, Okinawi, auf den Philippinen etc.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg


Regensburg: Sieben Diakone wurden heute zu Priestern geweiht

Ein großer Tag für das gesamte Bistum Regensburg: Am heutigen Samstag, den 25. Juni 2016, weihte Bischof Rudolf Voderholzer sieben Männer zu Priestern. Ptiesterweihe Dom St. Peter 2016 Foto: altrofoto.de

Zahlreiche Gläubige und Priester aus der gesamten Diözese waren in die Kathedrale St. Peter gekommen, um mit den sieben Diakonen die Priesterweihe mitzufern, darunter  zahlreiche Familienangehörige und Freunde, die die Priesteramtskandidaten bei diesem großartigen Ereignis begleiten wollten.

Bereits im Mai hatte der Bischof zwei Ordensmänner zu Patres geweiht. 

Der Regensburger Oberhirte erklärte in der Predigt, in seinem Bistum habe man noch in vielen Gegenden fast volkskirchliche Situationen und Strukturen. Die neuen Priester könnten damit auf vieles aufbauen. Er fügte hinzu:

„Der Glaube ist nichts, was wir Menschen uns ausgedacht haben und was zur Disposition unserer Überlegungen steht, sondern der Glaube ist unsere Antwort auf göttliches Entgegenkommen. Antwort auf Gottes-Selbst-Erschließung. Glaube ist unsere vom Heiligen Geist ermöglichte und getragene Antwort auf Gottes Offenbarung  – und deshalb ein Geschenk.“   

Priester werde man nicht durch Wahl oder eine demokratische Abstimmung, sondern durch Berufung vom HERRN her und durch die Priesterweihe, sagte Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt. 

Im Rahmen des Weiheritus traten die sieben Kandidaten einzeln vor ihren Oberhirten und bekundeten ihre innere Bereitschaft zum Dienst an der Kirche in Einheit mit dem Bischof.

Der Leiter des Priesterseminars, Regens Martin Priller, erklärte sodann gegenüber dem Bischof, dass das Volk und die Verantwortlichen befragt und die Kandidaten für würdig befunden wurden, die Weihe zu empfangen.

Auf die Weihe durch die Handauflegung des Regensburger Oberhirten folgten daraufhin Riten, die das Geschehen und den Auftrag der Priester ausdeuten: Die jungen Männer wurden mit Stola und Messgewand bekleidet, ihre Hände wurden  gesalbt. Aus der Hand des Bischofs erhielten sie Hostienschale und Kelch zur Feier der Eucharistie.

Mit dem Friedensgruß, der Umarmung durch den Bischof und die anwesenden Priester endete die Weihehandlung. Im Anschluss feierten die sieben Männer mit Bischof Voderholzer und den Gläubigen erstmals als geweihte Priester die hl. Messe. 

Quelle: Bistum Regensburg, Jakob Schötz – Fotos: altrofoto.de


Regensburger Bischof feiert mit 1300 Verheirateten ihr Ehejubiläum im Dom

Mehr als 650 Ehepaare folgten der Einladung von Bischof Rudolf Voderholzer zum Tag der Ehejubilare nach Regensburg. Bereits seit mehreren Jahren werden die langjährig kirchlich Verheirateten an diesem Tag für ihr Eheversprechen geehrt, das sie einst vor dem Traualtar feierlich gelobten.  Ehejubilare Bollwein Segen

Aus der ganzen Diözese waren daher am Sonntag Ehepaare in die Domstadt angereist, um zusammen mit ihrem Oberhirten im Rahmen eines Pontifikalamts in der Kathedrale St. Peter dieses außerordentliche Jubiläum zu feiern, darunter zahlreiche Paare, die bereits ihren 50., 60. oder sogar 65. Ehrentag begehen können.

FOTO: bitte draufklicken, damit es größer und besser sichtbar wird

Nach Wortgottesdienst und Eucharistiefeier spendeten Bischof Rudolf Voderholzer, Weihbischof Josef Graf und Weihbischof Reinhard Pappenberger jedem Ehepaar den Segen. Dabei wurden ihnen geschnitzte Erinnerungskreuze aus Olivenholz überreicht, die Christen aus dem Raum Bethlehem gefertigt hatten.

Mit dem Ehe-Sakrament durchs Leben

Der Bischof war sichtlich überwältigt von den vielen Ehepaaren, die seiner Einladung nach Regensburg gefolgt waren. In seiner Predigt zitierte er das Schreiben „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus: DSC_0199

„Das Sakrament ist weder eine Sache noch eine Kraft. In Wirklichkeit begegnet Christus selbst durch das Sakrament der Ehe den christlichen Gatten. Er bleibt bei ihnen und gibt ihnen die Kraft, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und ihm so nachzufolgen, aufzustehen, nachdem sie gefallen sind, einander zu vergeben, die Last des andern zu tragen.

Die christliche Ehe ist ein Zeichen, das nicht nur darauf hinweist, wie sehr Christus seine Kirche in dem am Kreuz besiegelten Bund geliebt hat, sondern das diese Liebe in der Gemeinschaft der Gatten gegenwärtig werden lässt.

Bei einem Besuch in der vergangenen Woche bei der Caritas-Einrichtung in Amberg nutzte Bischof Rudolf die Gelegenheit, um die dortige Eheberaterin nach dem Geheimnis einer gelingenden Ehe zu fragen. Die Antwort war, die Regel „5:1“ zu befolgen.

Eheberaterin empfiehlt die „Regel 5:1“

Dahinter, so der Bischof, verstecke sich eine Erfahrung, die sicher so manches Ehepaar kenne: Erst auf fünfmal Worte des Dankes, der Ermutigung und Wertschätzung dürfe ein Wort der Ermahnung und der Kritik folgen. Logo Christustag

„Merken wir uns das. Diese Regel ähnelt in gewisser Weise dem, was Papst Franziskus immer wieder nennt als das Geheimnis eines guten Zusammenlebens in der Familie. Drei Worte die Wunder wirken: ‚Bitte, Danke und Verzeih!‘  – Nicht nur ‚Entschuldigung‘, sondern wirklich ‚Verzeih mir‘.

Das, in Verbindung mit 5:1, darin so scheint mir, besteht tatsächlich eines der Geheimnisse einer gelingenden Beziehung. Und die Kraft dazu schenkt uns der gekreuzigte und auferstandene HERR, der Bräutigam seiner Kirche, der am Kreuz 100:0 für die Menschheit gewirkt hat“, so Bischof Rudolf Voderholzer.

Darüber hinaus dankte der Regensburger Oberhirte allen Jubilaren für ihr leuchtendes Beispiel für ein gelingendes Eheleben. Sie gäben mit der Treue zu ihrem Eheversprechen damit gerade auch den jungen Menschen, die auf der Suche sind, ein ermutigendes Beispiel.

Wolfgangs-Medaille für 65 Jahre Ehe

Nach dem darauffolgenden gemeinsamen Mittagessen im Regensburger Kolpinghaus erhielten die Ehepaare Hildegard und Erwin Bollwein aus der Pfarrei St. Barbara in Maxhütte-Haidhof, Elisabeth und Georg Kreuzer aus der Pfarrei St. Josef in Regensburg Reinhausen sowie Elisabeth und Georg Wienzek aus der Pfarrei St. Nikolaus in Theuern, die heuer alle ihr 65-jähriges Ehejubiläum feiern können, aus der Hand von Bischof Rudolf die Wolfgangs-Medaille.

Die Wolfgangs-Medaille ist die höchste bischöfliche Auszeichnung für engagierte Laien im Bistum Regensburg.

Quelle: Pressestelle Bistum Regensburg

 


Glaubenspräfekt Müller und sein erstes Hirtenwort als Bischof von Regensburg

Warnung vor „Verwirrungen im Inneren der Kirche“

Als der katholische Dogmatik-Professor Gerhard L. Müller  am 24. November 2002 zum Bischof geweiht wurde, war auch Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt, bei der Feier anwesend.  0012

Schon in seinem ersten Hirtenwort an das Kirchenvolk hat Müller seinen Hirtenauftrag verdeutlicht und betont, daß er die Gläubigen vor jedem Schaden bewahren will, „der durch Anfeindungen von außen und Verwirrungen im Innern entstehen kann“. 

Er fügt hinzu: „Diplomatische Winkelzüge und das Haschen nach Beifall gehören daher nicht zu den Insignien eines katholischen Bischofs. Seine Verkündigung erweist sich in „Geist und Kraft, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützt, sondern auf Gottes Kraft“ (1 Kor 2,4).

Gleich eingangs erinnert der neugeweihte Oberhirte von Regensburg an das eindringliche Mahnwort des hl. Paulus: 

„Gebt Acht auf Euch  und auf die ganze  Herde,  in der Euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat.“ (Apg 20,28).

Weiter heißt es in dem Antrittsschreiben Müllers an seine Diözesanen:

„Ein Bischof als Nachfolger der Apostel kann nicht für das Linsenmus des Medienlieblings sein Erstgeburtsrecht verkaufen, als „Apostel das Evangelium von Gott und seinem Sohn zu verkünden“.

„Auf Anpassung der Kirche an den Zeitgeist versessen“

Dabei übte er in seinem Hirtenbrief deutliche Kritik an jenen, die „derart auf die Anpassung der Kirche an den Zeitgeist versessen sind, daß sie nicht einmal mehr merken, wie sie die Kirche in ihrer Glaubenssubstanz aushöhlen. Ihre ganze Energie verschwenden sie im innerkirchlichen Machtkampf.“

Dazu stellt Bischof Müller klar:P1020947

„Die Kirche ist in ihrer Verkündigung und Lehre allein dem Evangelium verpflichtet. Und die Kirche legt das Evangelium so aus, daß es die Menschen von heute anspricht. Treue zum Evangelium und zeitgerechte Verkündigung sind die zwei Seiten derselben Münze.“

Er scheut auch nicht davor zurück, einige weitere Stühle mit einer Deutlichkeit geradezurücken, wie man sie sonst nur von Erzbischof Johannes Dyba aus Fulda zu hören und zu lesen bekam:

„Wie Sie alle täglich hören und sehen, ist zur Zeit wieder einmal eine Lawine der Diffamierung gegen das Christentum losgetreten worden. In den Augen der Zeitgenossen soll insbesondere die katholische Kirche als eine Gemeinschaft vorgeführt werden, die hinter den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft und der allgemeinen Gesellschaftsentwicklung zurückgeblieben sei.

Der Jugend redet man ein, die Kirche sei etwas von gestern. Für alle negativen Erscheinungen in der Geschichte möchte man die katholische Kirche zum Sündenbock machen  –  etwa nur deshalb, um vom eigenen Versagen abzulenken?

Eine aus der Kulturrevolution der 68er Jahre übriggebliebene Ideologie, die sich selbst als linksliberal anpreist, gibt sich aus als die Wächterin der Errungenschaften des Sozialismus und freigeistiger Aufklärung.“AL-0004

Der neugeweihte Oberhirte von Regensburg weist zudem klar auf jene Doppelmoral hin, welche die Forderung nach Toleranz höchst einseitig propagiert: „Für sich selbst fordert man Toleranz, Christen gegenüber ist man aber höchst intolerant. Doch Toleranz ist ein Prinzip, das nur auf Gegenseitigkeit funktioniert.“

„Tragödien einer Spaß- und Konsumgesellschaft“

Er beschreibt sodann die Krise von Ehe und Familie  – und beklagt den massenhaften „Mord“ (!) im Mutterleib:

„Jeder kennt die Tragödien, die sich hinter den glitzernden Fassaden einer Spaß- und Konsumgesellschaft täglich abspielen. Um nur einige Punkte zu nennen:

Jugendliche, die durch Drogen an Leib und Seele entstellt sind, zerstörte Familien, die Überalterung und der Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme bei gleichzeitigem Mord von 300.000 unschuldigen Kindern im Jahr schon im Leib ihrer eigenen Mutter, der unerträgliche Zynismus und die Gefühlsabstumpfung derer, die an gar nichts mehr glauben und die zu niemandem mehr Vertrauen haben.“

Bischof Müller erkärt außerdem, daß Ersatzreligionen und Ideologien ohne Gott in die Sackgasse führen:

„Keine Ideologie konnte und kann dem Menschen das geben, was er sucht, braucht und erhofft. Alle Weltanschauungen sind von Menschen erdacht und darum wie alles Menschenwerk zum Untergang verurteilt. Retten kann uns allein Gott, unser Schöpfer und Erlöser. Ohne Gott gibt es keine Zukunft des Menschen.“

Am Schluß bittet er ausdrücklich „nicht um das Vertrauen in mich“, denn wir alle könnten versagen und enttäuschen: „Ich werbe um das Vertrauen in Gott. Die Kirche Jesu Christi ist die Gemeinschaft derer, die all ihr Vertrauen auf den dreifaltigen Gott setzen.“

Müller-Fotos: Bistum Regensburg

 


Dyba-Erinnerungsband: Neuerscheinung über den mutigen „Löwen von Fulda“

Von Günter Mayer

Die folgende Besprechung ist in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Kirche heute“ erschienen:

Unter dem Titel „Der Löwe von Fulda“ hat Felizitas Küble in ihrem KOMM-MIT-Verlag einen Gedenkband über Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba herausbracht. In 33 Würdigungen zeigt sie das Lebenswerk des streitbaren Hirten auf.  Fürs CF verwenden

Der von zahlreichen Katholiken getragene Wunsch, den allzu früh verstorbenen Bischof durch eine Seligsprechung als beispielhaften Glaubenszeugen herauszustellen, hat wesentlich zu dieser Publikation beigetragen.

Johannes Dyba war während seiner Bischofszeit in Fulda ein „Stein des Anstoßes“ und zwar nicht nur für die herkömmlichen Gegner der Kirche, sondern auch für jene, die sich  –  nachkonziliar – innerhalb der Kirche eine andere Kirche wünschten.[1]

Seine Amtsjahre fielen in die unruhige Zeit nach 1968, als viele alles verändern wollten, nur weil es bisher so war. Wer sich dem entgegen stellte, wirkte notwendig wie ein Prellbock und wurde zum Brennspiegel der Zeitumstände.

Daher sind die Würdigungen im Buch Der Löwe von Fulda, welche Dyba und sein Werk unter verschiedenen  –  auch stark subjektiv betonten  – Blickwinkeln beleuchten, über die Person des Erzbischofs hinaus ein Spiegelbild der Zeit. Für mich steht deshalb nicht nur seine Person im Mittelpunkt, sondern ebenso das Problem seiner Zeit und seine Not, die er damit hatte. Die verschiedenen Blickwinkel machen das Buch zu einem Werk, das einen unverfälschten Rückblick auf diese Jahre ermöglicht.

Der übernatürliche Glaube

„Credo, Credo, Credo“ überschreibt ein Konvertit (Pfarrer Kemmether) seinen Beitrag  –  und trifft damit das eigentliche Problem der Kirche. Es berührt mich, dass ich bei vielen Predigten heute den Eindruck gewinne, Gott spiele in dieser Kirche keine aktuelle Rolle mehr. Durch den Kreuzestod Jesu und seine Auferstehung sei das Jenseitige geregelt (wir kommen alle, alle in den Himmel) und damit kann man sich dem Diesseitigen widmen, mit dem man eher Beifall der Menge gewinnen kann. 1577

Glaube als Voraussetzung der Umkehr und Barmherzigkeit erst als Frucht dieser Umkehr werden so nicht mehr gesehen. Mehr und mehr wandelt sich die Kirche zu einem Verein für Soziales und Folklore (vgl. Reinhard Dörner, S. 47).

Kein Wunder, wenn sich viele abwenden; denn das können andere besser! Ein solcher Verein braucht keine Priester, nur die Kirchensteuer! Wenn Dyba sagte „Alles kommt und geht, die Kirche aber ist geblieben“ (S. 47), meinte er weniger die äußere Erscheinung, die „gruppendynamischen Prozesse“ und Synoden, sondern die „Gemeinschaft der Gläubigen“, die auch in Katakomben überleben kann, wie wir z.B. aus Albanien wissen. Und für diese Gemeinschaft ist uns der Beistand des Heiligen Geistes zugesagt.

Parallelen zwischen Galen und Dyba

„Die Kriegserklärung gegen die Religion“ ist das zentrale Anliegen unserer Zeit (Inge Thürkauf) und der Beitrag zeigt, welcher Personen und Institutionen sich der Satan heute bedient. Erforderlich wären „Streiter Christi mit beispielhaftem Mut“, die man heute in der organisierten Kirche nur noch selten findet. Haben unsere Bischöfe vielleicht mehr Angst vor den Medien als ihre Vorgänger vor Hitlers KZ?

Wie die Bischöfe Kardinal Galen ab 1945 für ihr eigenes Schweigen (S. 46) als Alibi benutzt und auf ein Denkmal in Münster gestellt haben, so wird sich die bischöfliche Gemeinschaft in vielleicht 50 Jahren auf Dyba berufen, wenn eine neue Generation von ihnen verlangt, sich für die Heutigen an die Brust zu schlagen.

Und so vergleicht Reinhard Dörner Erzbischof Dyba mit Kardinal Galen. Beiden ging es um das Leben, von der Zeugung bis zum Tod. Dyba kämpfte gegen die Abtreibung; Galen  –  der dieses Problem nicht hatte –  gegen die Euthanasie. Auch Dyba wusste schon, dass diese auf uns zukommen wird.

Aber es gibt auch andere Gemeinsamkeiten. Galen durfte das Ende der Nazizeit erleben, Dyba den Fall der Mauer, den er so sehr gewünscht hatte (Kirchenrat Sauerzapf, S. 153). Beide starben eines plötzlichen Todes: Galen nach einer Predigt gegen das Verhalten der Siegermächte, Dyba nach Predigten gegen den Zeitgeist.

Kampf um die Jugend

Dass man gezielt der Jugend die „Andockstellen“ des Glaubens schon in der Kita raubt und damit eine glaubenslose Generation züchtet, zeigt der erschreckende Beitrag von Konrad Badenheuer (S. 23). Frau Meves erinnert sich, dass Dyba entsetzt über die „nicht tolerierbaren Auswüchse der Sexualmoral“ in der Jugendarbeit seiner Diözese war. __Erzbischof_Dyba

Auch ich war als ehrenamtlicher Jugendführer (KJG) nach 1968 damit konfrontiert und versuchte, meine Erfahrungen in der Novelle „Steffens letzte Ferien“ in Form einer Erzählung zu verarbeiten. Hierzu wäre ein Beitrag der KPE, welcher Erzbischof Dyba so nahe gestanden hat, wünschenswert gewesen.

Frau Kuby hebt hervor, dass Dyba staatlich tolerierte Störungen des Gottesdienstes erleben musste, wie sie sich in der Nazi-Zeit nicht ereignet haben. Mich entsetzt der Gedanke, dass so manches Predigt-Thema in jenen – Gott sei Dank – vergangenen Tagen (Ehe, Familie, Abtreibung, Homosexualität, radikaler Feminismus) keine staatliche Stelle gestört hätte; heute aber durchaus den Staatsanwalt auf den Plan rufen kann.

Die Befürchtung von Konrad Badenheuer (S. 22) ist real und bedroht nicht nur den predigenden Priester, sondern auch die gläubigen Hörer. Die kürzlich in juristische Mode gekommene „Neuinterpretation des Beihilfebegriffes“ ermöglicht es, alle Gläubige zu belangen, die bei einer neuerdings strafrechtlich relevanten Predigt die Kirche nicht unter Protest verlassen haben.

Unmissverständliches Zeugnis

Pater Groppe SJ erinnert an Dybas Mahnung, dass wir nicht für die Verbrechen der Nazizeit, sondern für unser eigenes Tun und Lassen von heute Rechenschaft abzulegen haben. Lassen wir uns nicht von nachkonziliaren Priestern beruhigen, es gäbe bei Gott kein Gericht! Wir werden nicht dadurch gerechtfertigt, dass wir im Entschuldigungswahn unseren Vorfahren an die Brust schlagen, um damit zu zeigen, was wir für „tolle Christen“ sind.

Nahezu alle Verfasser erwähnen und loben die glasklare Sprache, die den Erzbischof von seinen Mitbrüdern im Bischofsamt unterschied und diese und andere provozierte. Dass seine juristische Kompetenz bei der Berufung wirklich eine Rolle gespielt hat (S. 45), bezweifle ich.

Doch dürfte seine juristische Ausbildung, welche dem Theologiestudium vorangegangen war, zu seiner deutlichen Rede beigetragen haben. Denn als Jurist lernt man, dass die Wortwahl derart eindeutig sein muss, dass verbal keine andere Auslegung möglich ist. Darin unterscheiden sich Juristen von solchen Theologen, die sich gerne so vage ausdrücken, dass ihnen jeder zustimmen und sie niemand greifen kann.

Die Würdigung von Kardinal Lehmann (S. 48) ist für mich eher ein Kompromiss zwischen Anstand und Ehrlichkeit, jene des „Spiegel“ (S. 44) dagegen konsequent und jene von Scharping (S. 75) glaubwürdig. Auch ich hätte gerne gewusst (Konrad Badenheuer, S. 20), was Erzbischof Dyba zu den Fragen unserer Zeit sagen würde. Eines ist sicher: die Linke würde sein Bild nicht auf ihre Wahlplakate kleben.

Ich bewundere Frau Küble, welche sich diese Herkules-Arbeit praktisch allein aufgeladen hat, nicht nur, um den Erzbischof zu ehren, sondern um unverzichtbares Wissen über unsere Zeit für die Zukunft zu erhalten.

[1] Dass es in höchsten Kreisen Leute gibt, die im Konzil eine Zäsur zwischen alter und neuer Kirche sehen, geht deutlich aus der Erwiderung von Uwe C. Lay auf die Schrift von Kardinal Marx „Kirche überlebt“ in „Theologisches“ 11-12/2015 hervor.

Unser Autor Günter Mayer aus Kaiserslautern ist Justizoberamtsrat i.R., Sachbuchautor und Verfasser christlicher Kinder- und Jugendliteratur; außerdem ist er stellv. Vorsitzender des Christoferuswerks, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.