Wutentbrannter FAZ-Artikel von Deckers zum Streit um den „synodalen Prozess“

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Päpstlicher Hinterhalt“  – der schon Schlimmes ahnen läßt  – veröffentlichte Daniel Deckers vor zwei Tagen in FAZ-online einen Rundumschlag, der für eine seriös und hochwertig sein wollende Qualitätszeitung wie die „Frankfurter Allgemeine“ reichlich aus dem Rahmen fällt: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kommentar-paepstlicher-hinterhalt-16383290.html

Der Redakteur – seines Zeichens Ressortleiter und seit langem zuständig für „Kirchenthemen“ –  bewegt sich mit seinem heftigen Kommentar in der Nähe von Verschwörungstheorien, zumindest betreibt er Polemik und Panikmache.

Der Autor hat bereits vor Jahren in der Causa Tebartz van Elst unermüdlich die kirchenfeindliche Trommel geschlagen, was damals zu Kritik und Abo-Kündigungen katholischer Leser führte. Nun ist Deckers noch mehr in seinem Element und hat diesmal keinen Geringeren als Papst Franziskus zum Prügelknaben erkoren.

Nun kann man durchaus nachvollziehen, daß für manche Zeitgenossen mit dem neuen Pontifex einige Hoffnungen auf „Reformen“ verbunden waren. Nicht immer hat sich der Papst – gelinde gesagt – klar geäußert, bisweilen mag er durch spontane Bemerkungen in manchen Köpfen geradezu euphorische Erwartungen begünstigt haben, als könne nun die Kirche komplett im Sinne des Zeitgeistes umgekrempelt werden, was nicht ohne Grund zu Besorgnissen vieler kirchentreuer Katholiken führte – bis hinauf zum berechtigten Stirnrunzeln von Kardinälen.

Allerdingst schießt Deckers mit seinem jüngsten Kommentar selbst für „reformkatholische“ Verhältnisse weit übers Ziel hinaus. Gleich eingangs legt er ungebremst los:

„Erst macht der Papst den Bischöfen Mut, einen Reformprozess anzustoßen. Doch als die ihn beim Wort nehmen, erklärt er sie für inkompetent und unzurechnungsfähig. Das ist einfach irre.“

In Wirklichkeit hat der Papst den deutschen Oberhirten kein einziges Mal „Mut gemacht“, hierzulande – ohne seine Genehmigung!  – ein (Partikular-)Konzil anzustreben, das sich noch dazu mit weltkirchlichen Themen beschäftigen und hierzu „verbindliche“ (!) Beschlüsse fassen soll.

Ein solche Version einer „Synode“ geht weit über die kirchenrechtliche sowie theologische Kompetenz und Autorität von Bischöfen hinaus, denn diese bilden keine eigene Sonderkirche (auch keine „deutsche Nationalkirche“), sondern sind Teil der katholischen Weltkirche und sollen sich mit dem römischen Lehramt verbunden fühlen, statt es zu ignorieren.

Wenn Deckers zudem schreibt, die Bischofskonferenzen seien „Organe mit einer gewissen authentischen Lehrautorität“, dann irrt er sich durchaus. Papst Benedikt hat oft genug darauf hingewiesen, daß genau dies nicht der Fall ist.

Eine  authentische (allerdings nicht unbeschränkte) „Lehrautorität“ besitzt zwar der einzelne Oberhirte für sein Bistum, aber nicht etwa die Bischofskonferenz als „Organ“, denn diese ist nicht „göttlichen Rechts“ (im Unterschied zum Bischofsamt). Schließlich existierte die katholische Kirche seit der apostolischen Zeit nie ohne Bischöfe, aber sehr wohl größtenteils ohne Bischofskonferenzen.

Im weiteren Verlauf seines Rundumschlags wirft der wutentbrannte Autor dem Papst „und seinen  Büchsenspannern im Vatikan“ vor, deutschen Bischöfen und Laien „in einer Weise in den Rücken“ zu fallen, welche die „gewöhnliche Vorstellungskraft übersteigt“; der Pontifex habe gar die deutschen Bischöfe „in den Hinterhalt gelockt“.

Wenn Deckers dachte und hoffte, der Papst sei wegen einiger reformerisch-klingender Aussagen gleich ganz zum Progressismus übergelaufen, dann befand er sich auf einer rosa Wolke – und er sollte besser in sich gehen, statt außer sich zu geraten.

„Einfach irre“ ist hier jedenfalls nicht Franziskus, sondern dieser zornige Kommentar in der FAZ.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Afrika: Bischöfe von Niger und Burkina Faso beklagen zunehmenden islamischen Terror

„Die Länder, die sich in unserer Bischofskonferenz zusammenschließen, Burkina Faso und Niger, sind seit einigen Jahren Opfer von Terroranschlägen“, erklären die Bischöfe der beiden westafrikanischen Staaten im Anschluss an die Vollversammlung, die vom 5. bis 15. Juni in Ouagadougou stattfand.

„Trotz des Engagements der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte verschärfen sich die Terroranschläge und haben durch gezielte Entführungen und Morde eine neue religiöse Dimension erreicht“, heißt es in dem gemeinsamen Dokument der katholischen Oberhirten, die ihr Entsetzen und ihre Enttäuschung im Zusammenhang mit „sinnlosen Verbrechen“ zum Ausdruck bringen.

Die Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger erinnert an die lange Liste von Morden, Entführungen und Übergriffen gegen Priester, Ordensleute und Laien sowie Kirchen seit dem 17. September 2018, die meist durch islamische Extremisten erfolgten; sie fordern die „Menschen, die den Frieden lieben“ dazu auf, „trotz des Wiederauflebens von Terroranschlägen einig zu bleiben und den Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Komponenten unserer Völker zu pflegen, um nicht in die Fallen der Terroristen zu treten.“

Quelle: Fidesdienst


Mit Pujats unterschreibt erneut Würdenträger die Ehe-Erklärung der Bischöfe Kasachstans

Mathias von Gersdorff

Mit der Unterschrift von Kardinal Janis Pujats aus Riga sind es inzwischen drei Oberhirten, die das „Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe“ der drei Bischöfe aus Kasachstan unterstützen.

Nach der „Dubia“ der Kardinäle Meisner, Brandmüller Burke und Cafarra ist dies nun die wichtigste Stellungnahme kirchlicher Würdenträger, die Sorge über die Verwirrung äußern, die nach der Veröffentlichung des päpstlichen Schreibens Amoris laetitia entstanden ist, besonders hinsichtlich der Kommunionzulassung von geschieden-wiederverheirateten Katholike .

Zuvor hatten bereits die Erzbischöfe Luigi Negri und Carlo Maria Viganò die Erklärung  unterschrieben.

Diese Stellungnahme der Bischöfe Tomash Peta (Metropolit der Erzdiözese in Astana), Jan Pawel Lenga (Erzbischof und Bischof von Karaganda) und Weibischof Athanasius Schneider bekräftigt die überlieferte katholische Lehre zu Ehe und Familie.

Vor allem wird das Aufweichen der Sakramentendisziplin kritisiert, die manche Bischofskonferenzen, vor allem Malta und Deutschland, vorantreiben.

Die Erklärung appelliert vor allem, die Richtlinien des päpstlichen Schreibens „Familiaris consortio“ von Johannes Paul II. zu befolgen, die die Spendung der Kommunion an sog. „wiederverheiratete Geschiedene“ verbietet. 

Die Klarstellung der Bischöfe Kasachstans wurde am 2. Januar 2018 veröffentlicht und erhielt großen Wiederhall in katholischen Medien. 

„Reformkatholische“ und progressive Medien versuchten, den Sachverhalt auf eine Pro/Kontra Haltung gegenüber Papst Franziskus zu reduzieren. Dazu erklärte der kath. Kirchenrechtler Dr. Gero Weishaupt in seinem Facebook-Profil:

„Kasachische Bischofsgruppe widerspricht nicht dem Papst. Nichts im Text weist darauf hin. Die Bischöfe distanzieren sich von Bischofskonferenzen, die Amoris Laetitia nicht im Sinne der kath. Glaubenslehre über die Unauflöslichkeit der Ehe interpretieren und umsetzen. AL kann nur im Sinne von FC und dem bisherigen Lehramt umgesetzt werden unter Berücksichtigung der in AL nicht geänderten Normen des can. 915 CIC/1983.

AL legt mehr als das bisherige Lehramt den Akzent auf die subjektive Seite der Sünde, ohne die objektive Seite zu leugnen. AL huldigt keiner Situationsethik. Darum gilt: Nach AL ist vor AL.“

Es ist zu wünschen, dass diese mutige Erklärung der Bischöfe Kasachstans Bestrebungen in Teilen des deutschen Episkopats beendet, die Lehre der Kirche zu Ehe und Familie völlig aufzuweichen. Das Chaos in der Sakramentenpastoral (mit den damit verbundenen unzähligen Sakrilegien) muss gestoppt werden.

Insbesondere hierzulande macht sich eine gigantische Verwirrung breit, die in Zukunft nur durch tiefgreifende katechetische Programme zu beheben sein wird.

Erstveröffentlichung des Beitrags unseres Autors Mathias von Gersdorff hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2018/01/kardinal-janis-pujats-unterschreibt.html


Kasachstan: Metropolit, Erzbischof und Weihbischof schreiben über die christliche Ehe

Am 3. Dezember 2017, dem Fest der heiligen Familie, veröffentlichten drei katholische Würdenträger aus Kasachstan eine Stellungnahme über die Unauflöslichkeit der Ehe und die katholische Sakramentenpastoral.

Es handelt sich bei den Oberhirten um Tomash Peta, den Metropolit der Erzdiözese Astana, sodann um Jan Pawel Lenga, Erzbischof und Bischof von Karaganda, sowie um Athanasius Schneider, Weihbischof der Erzdiözese Astana.

Hier folgen die ersten Abschnitte dieser Verlautbarung:

Nach der Veröffentlichung der Apostolischen Exhortation “Amoris laetitia” (2016) haben verschiedene Bischöfe auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene Ausführungsnormen erlassen bezüglich der sakramentalen Disziplin jener Gläubigen – “Wiederverheirate Geschiedene” genannt -, welche, obwohl deren Ehegatte, mit dem sie durch das sakramentale Eheband verbunden sind, noch lebt, dennoch eine dauerhafte Lebensgemeinschaft more uxorio mit einer Person eingegangen sind, welche nicht ihr rechtmäßiger Gatte ist.

Die erwähnten Normen sehen u.a. vor, dass solche Personen  –  “Wiederverheirate Geschiedene” genannt  –  in Einzelfällen das Sakrament der Buße und die Heilige Kommunion empfangen können, ungeachtet dessen, dass sie dauerhaft und mit Absicht mit einer Person more uxorio zusammenleben, welche nicht deren rechtmäßiger Ehegatte ist. Solche Normen haben eine Bestätigung seitens verschiedener hierarchischer Autoritäten erhalten. Einige unter diesen Normen haben sogar die Bestätigung seitens der höchsten Autorität der Kirche erhalten.

Die Verbreitung dieser kirchlich bestätigten pastoralen Normen hat eine erhebliche und ständig wachsende Verwirrung unter den Gläubigen und dem Klerus verursacht.

Es handelt sich um eine Verwirrung, welche die zentralen Lebensäußerungen der Kirche berührt, welche da sind: Die sakramentale Ehe mit der Familie, der Hauskirche, und das Sakrament der Heiligsten Eucharistie.

Gemäß der Lehre der Kirche bildet nur das sakramentale Eheband eine Hauskirche (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Lumen gentium, 11). Die Zulassung der “wiederverheiratet Geschiedenen” Gläubigen zur heiligen Kommunion, welche ja am höchsten die Einheit Christi, des Bräutigams mit Seiner Kirche ausdrückt, bedeutet in der Praxis eine Art Bestätigung oder Legitimierung des Ehebruchs, und in diesem Sinn eine Art Einführung des Ehebruchs im Leben der Kirche.

Die erwähnten pastoralen Normen offenbaren sich tatsächlich und mit der Zeit als ein Mittel der Verbreitung der “Geißel des Ehebruchs” (diesen Ausdruck gebrauchte das Zweite Vatikanische Konzil, vgl. Gaudium et spes, 47)Es handelt sich um die Verbreitung der “Geißel des Ehebruchs” sogar im Leben der Kirche, wobei doch die Kirche, im Gegenteil, auf Grund ihrer bedingungslosen Treue zur Lehre Christi ein Bollwerk und eine untrügliches Zeichen des Widerspruchs sein sollte gegen die sich täglich immer mehr ausbreitenden Geißel des Ehebruchs in der zivilen Gesellschaft.

Unser Herr und Heiland Jesus Christus hat in unzweideutiger Weise und keine Ausnahme zulassend den Willen Gottes bezüglich des absoluten Verbots des Ehebruchs feierlich bestätigt. Eine Bestätigung oder Legitimierung der Verletzung der Heiligkeit des Ehebandes, wenn auch nur in indirekter Weise durch die erwähnte sakramentale Praxis, widerspricht schwerwiegend dem ausdrücklichen Willen Gottes und seinem Gebot.

Solch eine Praxis stellt folglich eine wesentliche Veränderung der zweitausendjährigen sakramentalen Disziplin der Kirche dar. Zudem bringt eine wesentlich veränderte Disziplin mit der Zeit auch eine Veränderung der entsprechenden Lehre mit sich… 

Das beständige Lehramt der Kirche, angefangen von den Lehren der Apostel und aller Päpste, hat die kristallklare Lehre Christi bezüglich der Unauflöslichkeit der Ehe, sowohl in der Lehre (in der Theorie), als auch in der sakramentalen Disziplin (in der Praxis) unzweideutig, ohne einen Schatten des Zweifels und immer in demselben Sinn und in derselben Bedeutung bewahrt und weitergegeben.

Wegen ihres göttlich begründeten Wesens darf die sakramentale Disziplin niemals dem geoffenbarten Wort Gottes und dem Glauben der Kirche an die absolute Unauflöslichkeit einer gültigen und vollzogenen Ehe widersprechen.

“Die Sakramente setzen den Glauben nicht nur voraus, sondern nähren ihn auch durch Worte und Riten, stärken ihn und zeigen ihn an; deshalb heißen sie Sakramente des Glaubens“ (Zweites Vatikanisches Konzil, Sacrosanctum Concilium, 59). “Selbst die höchste Autorität in der Kirche kann die Liturgie nicht nach Belieben ändern, sondern nur im Glaubensgehorsam und in Ehrfurcht vor dem Mysterium der Liturgie” (Katechismus der Katholischen Kirche, 1125).

Der katholische Glaube verbietet von seinem Wesen her einen formalen Widerspruch zwischen dem bekannten Glauben einerseits und der Lebens- und Sakramentenpraxis anderseits.

In diesem Sinn kann man auch die folgende Aussage des Lehramtes verstehen: “Die Spaltung bei vielen zwischen dem Glauben, den man bekennt, und dem täglichen Leben gehört zu den schweren Verirrungen unserer Zeit” (Zweites Vatikanisches Konzil, Gaudium et spes, 43) und “die konkrete pastorale Begleitung der Kirche muss stets mit ihrer Lehre verbunden sein und darf niemals von ihr getrennt werden” (Johannes Paul II., Apostolische Exhortation Familiaris consortio, 33).

Angesichts der lebenswichtigen Bedeutung, welche die Lehre und die Disziplin der Ehe und der Eucharistie darstellen, ist die Kirche verpflichtet, mit ein und derselben Stimme zu sprechen. Die pastoralen Normen bezüglich der Unauflöslichkeit der Ehe dürfen folglich weder zwischen Diözesen noch zwischen unterschiedlichen Ländern einander widersprechen. Von den Zeiten der Apostel an hat die Kirche diesen Grundsatz beobachtet, wie ihn der heilige Irenäus bezeugt:

“Diese Botschaft und diesen Glauben bewahrt die Kirche, wie sie ihn empfangen hat, obwohl sie, wie gesagt, über die ganze Welt zerstreut ist, sorgfältig, als ob sie in einem Hause wohnte, glaubt so daran, als ob sie nur eine Seele und ein Herz hätte, und verkündet und überliefert ihre Lehre so einstimmig, als ob sie nur einen Mund besäße” (Adversus haereses, I, 10, 2).

Der heilige Thomas von Aquin überliefert uns denselben beständigen Grundsatz der Kirche: “Es gibt nur ein und denselben Glauben der Alten und der Modernen, andernfalls hätten wir nicht ein und dieselbe Kirche” (Questiones Disputatae de Veritate, q. 14, a. 12c).

Die folgende Warnung von Papst Johannes Paul II. bleibt aktuell und gültig: “Die Verwirrung, die in den Gewissen vieler Gläubigen durch unterschiedliche Meinungen und Lehren in Theologie, Verkündigung, Katechese und geistlicher Führung zu schwerwiegenden und heiklen Fragen der christlichen Moral geschaffen worden ist, führt auch dazu, das echte Sündenbewusstsein zu mindern und nahezu auszulöschen” (Apostolische Exhortation Reconciliatio et paenitenia, 18).

FORTSETZUNG der bischöflichen Erklärung hier: http://herz-jesu-bulletin.blogspot.de/2018/01/bischofe-kasachstans-bekenntnis-zu-den.html

 


Venezuela: Bischöfe eröffnen Gebetsaktion

Für den 21. Juli hat die katholische Bischofskonferenz im sozialistisch und autoritär regierten Venezuela einen Gebets-und Fastentag ausgerufen, um Gott um seinen Segen für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden zu bitten und die Bemühungen des Volkes zu segnen.

Die Oberhirten erinnern daran, dass es auf Diözesan-und Gemeinde-Ebene weitere, ähnliche Initiativen gibt, bei denen „tausende Menschen ihren Glauben bei Prozessionen, Gebetswachen, Rosenkränzen  ausdrücken und Gott in diesem schwierigen Moment um Hilfe bitten“.

Diese Initiative wurde auf der 108. Vollversammlung der Bischöfe in Venezuela (7. – 12. Juli) vorgeschlagen. In der dringenden Botschaft an die Gläubigen haben die Bischöfe erklärt:

„Als Hirten der Kirche in Venezuela erheben wir unsere Stimme um folgendes zu erbitten: von der Nationalregierung, dass sie den Plan der Verfassunggebenden Versammlung zurückzieht; von den Streitkräften, dass sie dem Volk und nicht dem Regime oder der Regierungspartei dient; von allen Politikern, das sie sich gegenüber der Bevölkerung verpflichten, die Krise zu überwinden“.

Am vergangenen Sonntag, 16. Juli, beteiligten sich 7 Millionen Bürger an dem  –  von der Opposition durchgeführten  – Referendum über den Vorschlag von Präsident Nicolas Maduro, eine Versammlung zur Änderung der Verfassung einzuberufen. Das Ergebnis: 98% stimmten gegen diesen Vorschlag Maduros, von dem befürchtet wird, daß er Demokratie und Rechtsstaat weiter abbaut.

Quelle: Fidesdienst

WEITERE INFO: https://charismatismus.wordpress.com/2017/07/19/venezuela-wird-praesident-maduro-eine-marxistische-militaerdiktatur-errichten/
 


Fulda: Bischof Algermissen kritisiert Erklärung des BDKJ zu Gender und Sexualkunde

Von Felizitas Küble

Der BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) befindet sich seit fast 50 Jahren auf dem linken Trip – sowohl politisch wie theologisch, vor allem aber in sexualethischer Hinsicht. Dennoch wird er durch Kirchensteuermittel gesponsert, was in konservativen Kreisen seit langem kritisiert wird. Foto Leupolt - Bistum Fulda

Nun gibt es öffentliche Auseinandersetzungen zwischen dem Fuldaer Oberhirten Heinz Josef Algermissen (siehe Foto) und dem Vorstand des BDKJ im Bistum Fulda (einem Dachverband von zehn kath. Jugendorganisationen), denn dieser hatte eine Pressemitteilung verbreitet, die den Titel trug: „BDKJ Fulda setzt sich für Offenheit gegenüber sexueller Vielfalt ein“.

Darin beschwert sich der Jugendverband über ein Grußwort von Bischof Algermissen zugunsten der christlich-konservativen „Demo für alle“ vom 30. Oktober in Wiesbaden. „Es ist an der Zeit anzuerkennen, dass Menschen vielfältige Lebensformen wählen“, schreibt der BDKJ.

Die Elternrechts-Kundgebung wandte sich gegen die Gender-Sexuallehrpläne in Hessen und warf ihnen Frühsexualisierung und Indoktrination der Kinder vor. Der staatliche Sex-Lehrplan fordere nämlich nicht nur Toleranz (Duldung) für Homo-, Bi- und Transsexualität, sondern sogar eine „Akzeptanz“, also inhaltliche Zustimmung.

Das Bistum Fulda erklärte, der Staat sei keineswegs berechtigt, derart massiv in das Erziehungsrecht der Eltern einzugreifen. Toleranz als Lernziel für Sonderformen der Sexualität sei erstrebenswert, eine Akzeptanz könne aber nicht erzwungen werden.

?????????????????????????Bei der schulischen Sexualkunde sei vielmehr „Behutsamkeit und Zurückhaltung“ geboten; außerdem sei die Offenheit und Toleranz gegenüber verschiedenen Wertvorstellungen über diese Themen zu respektieren.

Das Grußwort an die „Demo für alle“ habe Katholiken ermutigen wollen, sich für ihr Elternrecht einzusetzen und auf demokratische Weise gegen den Sexuallehrplan zu protestieren. (Hier der Wortlaut des „umstrittenen“ bischöflichen Grußwortes: https://demofueralle.files.wordpress.com/2016/10/grusswort-bischof-algermissen-zur-dfa-am-30-10-16.pdf)

Bischof Algermissen kritisiert „Stil und Inhalt“ der Stellungnahme des BDKJ, denn ihm werde darin „Intoleranz gegenüber Menschen mit homo-, bi- und transsexueller Orientierung“ unterstellt. Er weise die BDKJ-Erklärung in aller Form als „unberechtigt und ideologisch motiviert“ zurück.

Der Fuldaer Oberhirte stellt zudem fest, der BDKJ hätte besser daran getan, das Gespräch mit ihm zu suchen, „statt eine inhaltlich banale, dem Zeitgeist hinterherlaufenden Mitteilung an die Presse“ loszulassen. Es gehe ihm, so der Bischof weiter, um das Anliegen der katholischen Kirche, die klassische Familie aus Vater, Mutter und Kindern zu schützen.

Foto: Bistum Fulda

 


Die Kirche ist kein emotionaler „Event“ und eine Synode keine kitschige Seifenoper

Mathias von Gersdorff

In den letzten Tagen der in Rom laufenden Familiensynode mehrten sich Stimmen aus dem progressistischen Lager, die erklärten, das Wichtigste am Ganzen seien nicht unbedingt die Texte, die am Ende veröffentlicht werden, sondern vielmehr das Ereignis an sich.  0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

In der Tat: Aus dem Linkskatholizismus ist seit längerem zu hören, die Synode sei nicht das Ende, sondern der Anfang eines Prozesses, der schließlich die Kirche tiefgreifend verändern könne.

Diese „Reform“ solle nicht bloß anhand einer Debatte rund um inhaltliche Themen geschehen, sondern durch die Einführung eines Stils, den einige Modernisten als „synodalen Stil“ oder „synodalen Prozess“ bezeichnen.

Während der vatikanischen Synode konnte man bereits einige Beispiele dieses neuen Stils kosten.

Besondere mediale Aufmerksamkeit erhielt der Fall einer Kommunion, in der ein Kind seinem Stiefvater (einem wiederverheirateten Geschiedene) einen Teil der Hostie gab. Medien, aber auch etliche Kirchenleute, zeigten sich zu Tränen gerührt  –  ein Sieg des Sentimentalismus über Glaube und Vernunft.

Wer diese Methode bis zur Perfektion beherrscht, ist der Wiener Kardinal Christoph Schönborn (siehe Foto). Er plädiert offen für die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion. Doch nicht nur das: Auch außereheliche Partnerschaften sollen eine neue Bewertung durch die Kirche erfahren, denn in ihnen „sei auch Gutes vorhanden“. SCHÖNBORN Foto von Josef Failer

Nach Kardinals Schönborns Auffassung sind diese Partnerschaften Vorstufen zur sakramentalen Ehe und müssen deshalb entsprechend gewürdigt werden.

Seine Ansichten hat der Erzbischof von Wien in Interviews mehrmals verteidigt. Zuletzt geschah dies in einem Gespräch mit Andrea Tornielli für „Vatican Insider“, einem Internetportal, das der italienischen „Stampa“ gehört und sich auf kirchliche Nachrichten spezialisiert hat.

Kardinal Schönborns Taktik besteht im Aufzählen vieler Einzelfälle
– von gescheiterten Ehen,
– von alleinerziehenden Müttern, die einen geschiedenen Mann heirateten,
– von Zivilehen zwischen Geschiedenen, aus denen Kinder hervorgingen.

Eine Leserschaft, deren Emotionalität anhand von Fernsehserien, Soap-Operas und Ähnlichem geprägt wurde, wird von Kardinal Schönborns Aufzählung gerührt sein und ihm gerne recht geben: Ja, diese Partnerschaften sind doch prima!

Doch was der Wiener Kardinal in Wahrheit vorschlägt, ist eine Anpassung der katholischen Lehre an die emotionale Welt rührseliger Vorabend-Serien.

Braucht man eine solche Kirche?

Die Progressisten meinen: Ja! Sie glauben tatsächlich, dass eine Kirche, die sich nicht mehr am Lehramt, sondern an der Jugendpostille „Bravo“, an Serien wie „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ und an sonstigem Kitsch orientiert, zukunftsfähig sei.P1020947 - Kopie

Offensichtlich irren sie sich. Welcher wirklich seriös denkende Mensch wird sich schon für eine Kirche interessieren, die sich auf ein solch niedriges, rein gefühlsorientiertes Niveau herablässt?

Nein, die wirklich aufrichtig suchenden Menschen sehnen sich nach etwas ganz anderem  –  und zwar nach einer Kirche, die unbeirrbar die Wahrheit in ihrer Ganzheit verkündet, egal, wie hart dies zu scheinen mag. Die Menschen sehnen sich nach einer prinzipientreuen und hierarchischen Kirche, die auch in der Lage ist, unangenehme Wahrheiten zu verkündigen. Kurz: Eine Kirche, die sagt, dass nur im Kreuz Christi das Heil zu finden ist.

Notwendig sind allein solche guten Hirten, die den Mut aufbringen, gegen den Widerstand der Welt für eine solch konsequente Kirche einzustehen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ in Frankfurt und veröffentlicht seine kirchenpolitischen und zeit(geist)kritischen Beiträge hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.it/

Fotos: M.v. Gersdorff, J. Failer, Archiv