„Das Herz spricht zum Herzen“: John Henry Newman und sein Kardinalswappenspruch

„Ist Newman nicht ein Augustinus der Neuzeit?“

Kardinal Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, erklärte beim außerordentlichen Akademischen Akt zu Ehren des seligen John Henry Newman am 11. Oktober zwei Tage vor dessen Heiligsprechung am heutigen Sonntag (13.10):

„John Henry Newman, wählte, als er 1879 –  ein Jahr vor seinem Tod  –  von Papst Leo XIII. in den Kardinalsstand erhoben wurde, als Motto für sein Kardinalswappen das Wort ‚Cor ad cor loquitur‘ (das Herz spricht zum Herzen), das an den heiligen Kirchenvater Augustinus erinnert und seinen Weg der intellektuellen und spirituellen Suche zusammenfasst.“

Kardinal Filoni sagte weiter:

„Nachdem Newman die theologischen Studien an der Universität der Kongregation „Propaganda Fide“ abgeschlossen hatte und am 30. Mai 1847 zum Priester geweiht worden war, kehrte er nach England zurück, wo er 1848 in Birmingham das nach dem hl. Filipp Neri benannte englische Oratorium gründete.

Damit schlug er ein neues Kapitel der Bildungsarbeit und der pastoralen Tätigkeit auf. Auf Einladung von Erzbischof Cullen gründete er die erste katholische Universität in Irland und war von 1851 bis 1856 deren erster Rektor.“

In den folgenden Jahren sei Newman erstmals auf das Unverständnis mancher katholischer Amtsträger im Hinblick seiner Vorstellungen vom „consensus fidelium“ (Glaubens-Übereinstimmung) als integralem Bestandteil der kirchlichen Unfehlbarkeit in Glaubensfragen gestoßen. Später –  nach dem Ersten Vatikanischen Konzil – habe er eine gewisse Feindseligkeit der anglikanischen Kirche gegen ihn erlebt.

Der Kardinal erinnerte auch an „die tiefgreifenden Zeichen“ der „gegenseitigen Erleuchtung“: die wichtige Rolle der Laien in allen Ausdrucksformen des Lebens und in der Sendung der Kirche; die ökumenische Spannung als ständige Herausforderung der Christen; der Primat des persönlichen Gewissens und die fruchtbare Beziehung zwischen Glaube und Vernunft und damit zwischen der Offenbarung und der modernen Wissenschaft.

„Ist dies nicht ein Augustinus der Neuzeit?“, fragte Kardinal Filoni die Anwesenden.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst

Artikel über Newmann und Maria: https://charismatismus.wordpress.com/2019/10/12/kardinal-newmann-und-die-marienverehrung/


Bischof Voderholzer (Regensburg) beteiligte sich am „Marsch für das Leben“ in Berlin

Den Schwächsten eine Stimme geben

„Menschenwürde ist unantastbar. Ja zu jedem Kind – Selektion und Abtreibung beenden“ war das Motto beim Marsch für das Leben 2018 in Berlin am vergangenen Samstag.

Zum vierten Mal beteiligte sich auch Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto) an der Kundgebung, am Marsch und am ökumenischen Wortgottesdienst. Er zeigte sich beeindruckt, dass wieder so eine große Anzahl von Menschen nach Berlin gekommen ist, um dem Lebensrecht der Schwächsten eine Stimme zu verleihen.

Nach Polizeiangaben waren es 7000 Teilnehmer, die Organisatoren hatten 5500 Teilnehmer als erste geschätzte Zahl angegeben.

Der Regensburger Oberhirte freute sich auch, dass 120 Teilnehmer mit zwei Reisebussen aus dem Bistum Regensburg angereist waren. „Zeigen wir gemeinsam Flagge“ – dazu hatte das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum eingeladen.

Der Marsch selbst führte durch Berlin-Mitte als Schweigemarsch. Die 7000 Mitmarschierenden trugen dabei zahlreiche Transparente, Schilder und Kreuze. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer marschierte in etwa in der Mitte des Zuges und sagte später, dass die Wegstrecke in diesem Jahr etwas länger war, er auch sehr gerne marschiere und sich freut, dass das Anliegen „Einsatz für das Leben“ von so vielen Menschen aus seinem Bistum sichtbar durch die Teilnahme mitgetragen wird.

Laut gesprochen wurde nicht, jeder konnte aber für sich leise beten oder seinen Gedanken nachhängen. „Das Gebet ist die stärkste Waffe, die wir haben“ sagte eine Jugendliche. Viele Teilnehmer bemerkten auch das 10 mal 10 Meter hohe „Lichtkreuz“ am Berliner Fernsehturm, auf den der Marsch für das Leben teilweise zuging.

Wie bereits bei der Kundgebung startete auch beim Schweigemarsch eine vergleichbar kleine Gruppe von Gegendemonstranten, oftmals jugendliche Störer, lautstarke Übergriffe. Parolen wie „Ihr seid hier nicht willkommen!“ waren noch harmlos und schmerzhaft laute Trillerpfeifen ertönten. Rauchbomben mit farbigem Rauch flogen in die Menschenmenge und nahmen Sicht und Luft, aber auch da und dort zeugten Eierschalen von den Wurfgeschossen.

Diese Gegendemonstranten, darunter radikale Feministen sowie Vertreter der Homo-Lobby, beschimpften die Demoteilnehmer und begleiteten ihren Marsch durch die Stadt protestierend. Der Versuch einer Sitzblockade scheiterte, da sie zu klein ausfiel und die Polizei kurzerhand den Marsch über den Bürgersteig umlenkte.

Die immer wiederkehrenden Parolen, die Beschimpfungen und Proteste dieser radikalen Gegendemonstranten stimmten viele der Marschteilnehmer sehr nachdenklich. So berichtete ein 68-jähriger Mann aus dem Bistum Regensburg, dass er mit seinem weißen Kreuz auf den Schultern ruhig marschierte, als sich eine Gruppe der Gegner vor ihn in den Zug reindrückte. Er schätzte die junge Frau auf Anfang 20, die sich zu ihm umdrehte, ihn fixierte und an seiner Hand mit dem Ehering hängenblieb. Die Frage „Sind Sie verheiratet?“ bejahte er und ein wehmütiger Blick und kurzes Schweigen folgten. Bald darauf wurde wieder gegröhlt und der Schweigemarsch gestört.

„Was beschäftigt diese jungen Leute? Welche Not haben sie?“ waren die Fragen, die sich der 68jährige und viele andere Teilnehmer stellten. Die „Obszönität des Protestes“ der aggressiven Gegendemonstranten kann man als Beweis dafür sehen, dass die Lebensrechtler etwas Wichtiges zu sagen und etwas Heiliges zu schützen hätten.

Acht Hundertschaften von Polizeibeamten hatten alle Hände voll zu tun, um die Gegendemonstranten in Schach zu halten, die wie „Hase und Igel“ immer wieder die Straßen und Plätze entlang des Zuges wechselten. Die Marschteilnehmer wirkten durch ihr ruhiges und leises Dasein anscheinend wie eine Provokation auf die Gegendemonstranten, eine stille und friedliche Provokation.

Am Straßenrand tauchten immer wieder teils bunt kostümierte, teils ganz in schwarz gekleidete Protestler auf, die Sternen- und Antifa-Flaggen schwenkend lärmten, teils der Demo den Mittelfinger zeigten. Mit dabei: die RAF Berlin. Mit einem Banner „RAF Berlin. Der Kampf geht weiter“ suchten sie, die das Banner hielten, den Konflikt mit Teilnehmern des Marsches, wie auch die Regensburger erzählten. „Komm her und halte mir Deine Wange hin. Du bist Christ, Du bist Idiot!“, sagte einer der Männer zu einer der Regensburger Teilnehmerinnen. Sie blieb ungerührt und „strafte“ ihn mit einem freundlichen Lächeln – und stillem Gebet.

Ein wichtiges Thema der Kundgebung war die Schwangerschaftskonfliktberatung. Hierzu sprachen eine Mutter aus Uganda, ein Vater aus Israel und eine erfahrene Beraterin, die deutlich machte, dass Frauen in diesem Konflikt Empathie, Zeit, Zuwendung und hilfreiche Lösungsansätze brauchen, keinesfalls aber eine Werbung für Abtreibung.

Gäste aus dem Ausland und die Jugend für das Leben machten deutlich, wie jung und vielfältig die Lebensrechtsbewegung ist. Das war auch bei den Teilnehmern sichtbar – vom Baby im Kinderwagen bis zum über 90-Jährigen waren alle Generationen, vor allem viele junge Menschen und junge Familien, vertreten.

Der evangelische Bischof Hans-Jürgen Abromeit aus Greifswald rief in seiner Predigt zur Hilfe für schwangere Frauen in Notsituationen auf. „Eine ungewollte Schwangerschaft ist eine Nagelprobe auf die Solidarität der Gesellschaft“, so der lutherische Bischof. 

„Wir brauchen aber noch ganz andere Unterstützungssysteme“, forderte Abromeit. Väter, Eltern, Nachbarn und Arbeitgeber müssten ihre Verantwortung noch viel intensiver annehmen, „damit die Frauen am Ende nicht alleine dastehen“.

Der katholische Weihbischof Matthias Heinrich aus Berlin sagte, der Marsch trete auch für die hungernden, kranken und flüchtenden Menschen ein, denen das Lebensrecht abgesprochen werde.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/marsch-fuer-das-leben-zeugnis-fuer-die-wuerde-und-unantastbarkeit-des-menschen-6276/


Ehem. evangelischer Pfarrer Hartmut Constien ist katholischer Priester geworden

Der protestantische Pfarrer Hartmut Constien ist mit seiner Frau (einer Theologin) und den drei Kindern am 1. September 2014 in die katholische Kirche eingetreten.

Der Konvertit (siehe 1. Foto) wirkte zuvor als Pastor der theologisch konservativen, lutherischen Freikirche SELK (Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche) in Mittelhessen. Er war Jugendpfarrer für den SELK-Kirchenbezirk Hessen-Süd und Pfarrer der SELK-Paulusgemeinde in Allendorf bei Wetzlar.

Nach seinem Übertritt 2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg. Zugleich studierte er katholische Theologie im österreichischen Stift Heiligenkreuz, einer päpstlichen Hochschule.

Am 30. Juni 2018 wurde der inzwischen 41-jährige Familienvater in Regensburg von Bischof Rudolf Voderholzer (siehe 2. Foto) zum Priester geweiht.

Wenn evangelische Pastoren, die zur katholische Kirche übertreten, zum Priester geweiht werden, sind sie nicht an den Zölibat (Ehelosigkeit, Enthaltsamkeit) gebunden. Diese Sonderregelung gilt seit langem, nicht etwa erst seit dem 2. Vatikanischen Konzil.

Die WochenzeitungDie Tagespost“ berichtet zudem am 27. Juni 2018:

„Wie Constien in einem Interview mit „katholisch.de“ erzählt, merkte er in seiner Zeit als evangelischer Pastor immer stärker, wie seine Art zu glauben und den Glauben zu leben, katholisch ist.

Wie Constien betont, wurde er nicht mit dem Ziel katholisch, unbedingt auch Priester werden zu müssen. „Ich wollte vor allem katholisch sein“.

Besonders fasziniert Constien am katholischen Glauben die weltumspannende  und die Geschichte überdauernde lebendige Gemeinschaft. „Dieses Bewusstsein der sichtbaren Einheit der Kirche gibt es in den evangelischen Kirchen so nicht.“

Für den ehem. evangelischen Pastor ist  – so die DT  – der gemeinsame Kommunionempfang „nur der Endpunkt der Ökumene“: 

„Er selbst habe vor seiner Konversion bewusst auf den Empfang der Eucharistie verzichtet, obwohl er in dieser Zeit „wirklich einen eucharistischen Hunger“ verspürte. So „wurde bei meiner Konversion der erste Empfang der Kommunion zum sichtbaren Ausdruck: Jetzt bin ich Teil der katholischen Kirche!“

1. Foto: https://www.bistum-regensburg.de/news/am-30-juni-2018-ist-priesterweihe-die-weihekandidaten-stellen-sich-vor-6103/


Kopten-Bischof lud Papst nach Höxter ein

Im Juni feierte sein Kloster in Brenkhausen sein 25. Gründungsjubiläum und Vertreter von Politik, Kirche und Kultur kamen, um zu gratulieren: CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder und Ex-Minister Klaus Töpfer, Erzbischof Hans-Josef Becker, Bischof Dr. Feige und Bischof Dr. Mussinghoff, Vertreter des Europarlamentes, des Bundes- und Landtages, der evangelischen und syrisch-orthodoxen Kirche.

Jetzt ehrte man auch in Rom das ökumenische Engagement des koptisch-orthodoxen Generalbischofs für Norddeutschland und Abtes von Brenkhausen, Anba Damian.

Am letzten Mittwoch wurde er vor 40.000 Pilgern in der Audienzhalle des Vatikans von Papst Franziskus persönlich empfangen (siehe Foto).

„Ein junger Offizier der Schweizergarde begrüßte mich und führte mich in den vordersten Teil der Halle“, erzählt der koptische Würdenträger noch immer sichtlich bewegt:

„Dort übergab er mich an einen päpstlichen Kammerherrn, der mich zu meinem Platz führte – nicht, wie ich gedacht habe, in die erste Reihe zu jenen, die den Papst am Ende kurz treffen sollten, auch nicht auf die Plätze neben ihm, die katholischen Bischöfen vorbehalten sind, sondern auf einen zentralen Sitz an vorderster Front, direkt gegenüber dem Thron des Papstes, dem absoluten Ehrenplatz also. Ich fragte mehrfach nach, ob das denn so richtig sei, doch man beruhigte mich: Man wollte mir als Vertreter einer Schwesterkirche auf besondere Weise die brüderliche Liebe des Papstes bekunden.“

Pünktlich um 9.30 Uhr morgens betrat Franziskus die Audienzhalle und wurde jubelnd begrüßt. Nachdem er den Mittelgang passiert, dutzende Kinder gesegnet und geküsst hatte und tausende Selfies geschossen wurden, erblickte er den koptischen Bischof und ging direkt, mit breitem Lächeln, auf ihn zu:

„Es war eine herzliche Begrüßung, als seien wir Brüder, die lange voneinander getrennt waren. Er umarmte mich, wir sprachen miteinander auf Deutsch, das er sehr gut verstand. Ich erzählte ihm von unserem Kloster und lud ihn ein, uns in Höxter zu besuchen. ‚Wir werden sehen‘, erwiderte Franziskus“, berichtet Anba Damian.

Bis dahin aber hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche noch eine Bitte an den Bischof von der Weser: „Beten Sie für mich, ganz besonders in dieser schweren Zeit!“

Anschließend überreichte der schwarzgekleidete Bischof dem Mann in Weiß eine kostbare koptische Ikone von der Geburt Christi. „Ist die wirklich für mich?“, fragte Franziskus, offensichtlich beeindruckt von dem kostbaren Geschenk.

Am Ende der Audienz kam der Papst erneut herunter, um sich von seinem Gast aus Ägypten zu verabschieden. Er setzte seinen Namen in eine schwere Bibel, die der Bischof eigens aus Deutschland mitgebracht hat. „Sie stammt von einem Eisenbahner aus Warburg, dessen sehnlichster Wunsch ein Papstautogramm in seiner Familienbibel war“, meinte der Bischof. „Ich konnte den Mann einfach nicht enttäuschen.“

Noch ein kurzes Gespräch mit Erzbischof Dr. Gänswein, dem Präfekten des Päpstlichen Hauses und zugleich Privatsekretär Benedikts XVI., dann war die Audienz nach knapp zwei Stunden beendet.

Am Nachmittag führte der deutsche Historiker und Bestsellerautor Dr. Michael Hesemann (siehe Foto) den Bischof aus Höxter durch die Ausgrabungen unter dem Petersdom und zum historischen Petrusgrab. „Durch eine Öffnung in einer Mauer konnte ich die Gebeine des heiligen Petrus sehen, die man in Plexiglaskästen gelegt hat“, erzählt Bischof Damian.

„Das war eine bewegende Begegnung mit dem Ursprung unserer Kirchen. Petrus hat Markus nach Alexandria geschickt, wo dieser unsere Kirche begründete. Unser koptischer Papst ist der Nachfolger des heiligen Markus. Am Vormittag hatte ich den Nachfolger Petri getroffen. Gab es ein schöneres Symbol für die tiefe Einheit unserer Kirche jenseits aller äußeren Trennung?“

Am nächsten Morgen konferierte Bischof Damian mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch:

„Kardinal Koch empfing mich mit großer Herzlichkeit. Wir sprachen eine Stunde lang in großer Offenheit über die Lage der christlichen Minderheit in Ägypten. Was für ein kluger, bescheidener Mann, der im Auftrag des Papstes den Dialog mit den Kirchen führt und auch in unserer Kirche zurecht hochgeschätzt wird.“

Tief beeindruckt von dem herzlichen Empfang im Vatikan plan der Bischof aus Ägypten bereits die Rückkehr nach Rom:

„Im nächsten Jahr möchte ich mit einer ökumenischen Delegation in die Ewige Stadt reisen und gemeinsam mit Vertretern der Politik und der lokalen Kirchen meine Einladung nach Höxter wiederholen.“

Quelle (Text/1. Foto): Pressemitteilung des koptischen Klosters Höxter-Brenkhausen

 

 


Das „Forum Deutscher Katholiken“ zur Unterschriftenaktion für Interkommunion

Erklärung des Forums Deutscher Katholiken:

Die Zeitschrift „Publik-Forum“ ruft zur Unterschriftensammlung für eine Petition an Papst Franziskus auf. Darin wird der Hl. Vater aufgefordert: „Lassen Sie nicht zu, dass in einer wichtigen ökumenischen Frage ein elitärer Geist das Miteinander der Christinnen und Christen verhindert.“ 

Kurz vor der Herbstversammlung der deutschen Bischöfe soll Papst Franziskus offensichtlich den „Mehrheitsbeschluss der deutschen Bischöfe zur Öffnung der Eucharistie für evangelische Christen vom Februar 2018 bestätigen“.

Nach dem Glauben der katholischen Kirche ist die Eucharistie „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ (LG 11). „Mit der Eucharistie stehen die übrigen Sakramente in Zusammenhang; auf die Eucharistie sind sie hingeordnet“(KKK 1324).

Der Empfang der Kommunion bezeugt also das vollständige Bekenntnis zum Glauben der katholischen Kirche und zur Einheit mit der katholischen Kirche.

Bei der Frage nach der gemeinsamen Kommunion, auch für konfessionsverschiedene Ehepaare, geht es also nicht um „Ausgrenzung vom Tisch des Herrn“, „Zank ums Abendmahl“ oder um einen „elitären Geist“, der das Miteinander von Christen verhindert, sondern um das Herzstück des katholischen Glaubens und der Kirche.

Interkommunion hat ein gemeinsames Eucharistieverständnis und die Kirchengemeinschaft zur Voraussetzung!

„Die aus der Reformation hervorgegangenen, von der katholischen Kirche getrennten kirchlichen Gemeinschaften haben vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt. Aus diesem Grund ist für die katholische Kirche die eucharistische Interkommunion mit diesen Gemeinschaften nicht möglich“ (KKK 1400).

Das „Forum Deutscher Katholiken“ sieht in der Unterschriftensammlung von Publik-Forum den Versuch, evangelische Christen zu vereinnahmen und katholischen Christen eine häretische Auffassung von der Kommunion zu vermitteln.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Sprecher des „Forums Deutscher Katholiken“


Münster: Pfarrer Jürgens will Gläubige „nicht am Gängelband der Hierarchie“ sehen

Von Felizitas Küble

„Kirche und Leben“, die amtliche Bistumszeitung für die Diözese Münster, veröffentlichte in ihrer Ausgabe Nr. 24/2018 bei den Dekanats- und Pfarrei-Meldungen eine Stellungnahme von Pfarrer Stefan Jürgens (Gemeinde Hl. Kreuz in Münster-Innenstadt) zur Auseinandersetzung um die Interkommunion.

Bekanntlich gibt es auch unter Bischöfen unterschiedliche Ansichten darüber, ob evangelische Ehepartner unter bestimmten Bedingungen zum Tisch des HERRN gehen dürfen. Aber selbst die „liberaleren“ Oberhirten in Deutschland (nämlich 2/3) wollen diese Erlaubnis auf „Einzelfälle“ begrenzt sehen.

Pfarrer Jürgens sieht hingegen alles viel „lockerer“.

Er schreibt an seine „Liebe Gemeinde“ daher folgendes:

„Streit um die heilige Kommunion: Unsere Bischöfe wollten den konfessionsverbindenden Ehepaaren die gemeinsame Teilnahme an der Kommunion ermöglichen. Einige von ihnen hatten jedoch Bedenken und wandten sich an den Vatikan. Von diesem kam zunächst nur der Hinweis, man solle vor Ort eine einmütige Lösung finden. Jetzt hat Rom gesprochen: Das Ganze sei doch eine weltkirchliche Angelegenheit und könne nicht allein auf Ebene einer Bischofskonferenz geregelt werden.

Ein Trauerspiel. Auch die allerkleinsten Reformen werden im Keim erstickt. Und dabei wäre sehr viel zu tun, wenn die Kirche um ihrer Glaubwürdigkeit willen endlich in der Gegenwart ankommen möchte. Was in Rom mühsam diskutiert wird, ist vor Ort längst geklärt. In unserer Gemeinde gehen alle Getauften, die in ihrer Kirche zum Abendmahl zugelassen sind, zur Kommunion. Dafür muss man nicht in einer konfessionsverbindenden Ehe leben, sondern einfach Christ sein.

Die Gläubigen von heute sind eben keine gehorsamen Kinder am Gängelband der Hierarchie, sondern mündige Erwachsene. Sie tun, was ihnen ihr Gewissen sagt. Auf die Bischöfe hört leider keiner mehr, dafür ist es wohl zu spät. Selbst der sympathische Papst ist offenbar gegen römische Seilschaften machtlos. Jetzt kommt es darauf an, dass wir den Glauben selbst in die Hand nehmen, ihn verkünden, feiern und leben. Vielleicht hierarchiefrei, aber wahrhaftig.

Ein couragiertes und fröhliches Christsein wünscht
Pfarrer Stefan Jürgens“

Hierzu seien einige Punkte angemerkt:

  1. Der Geistliche unterschlägt, daß „unsere Bischöfe“ (genau genommen: eine Mehrheit derselben) keineswegs pauschal den protestantischen Ehepaaren die hl. Kommunion ermöglichen wollte, sondern dies begrenzt auf bestimmte Fälle vorsah.
  2. Daß Rom die ökumenebewegten Oberhirten zurückgepfiffen hat, ist also für Pfarrer Jürgens ein „Trauerspiel“, schließlich gehe es nur um die „allerkleinsten“ (!) Reformen. Die Kirche müsse „endlich in der Gegenwart ankommen“ – und zwar ausgerechnet „um ihrer Glaubwürdigkeit willen“. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Eben deshalb ist die Kirche dem Heiligen Geist verpflichtet, nicht dem Zeitgeist –  und sie muß auch nirgendwo „ankommen“, sondern klar verkündigen, worauf es ankommt.
  3. Die Krönung der saloppen Stellungnahme dieses (theologisch noch katholischen?) Priesters ist sodann seine Bemerkung, was in Rom „mühsam diskutiert“ werde, sei „vor Ort längst geklärt“, jedenfalls in seiner Pfarrei, denn dort gehen „alle Getauften“ zur Kommunion, selbst eine Misch-Ehe ist dafür nicht nötig noch sonst irgendeine Voraussetzung außer der Taufe. Der Glaube an die Realpräsenz (sakramentale Gegenwart Christi in der Eucharistie) ist offenbar völlig entbehrlich, ebenso die Beichte.
  4. Immerhin handelt es sich, so versichert der Geistliche, bei seinen Gläubigen nicht um „gehorsame Kinder am Gängelband der Hierarchie“, sondern um „mündige Erwachsene“. Abgesehen davon, daß  in seiner Gemeinde wohl auch Kinder zum Tisch des  HERRN gehen, sind noch lange nicht alle Erwachsenen allein ihres Alters wegen schon „mündig“. Ein wirklich mündiges Christsein orientiert sich aus eigener Überzeugung und Glaubenstärke am Willen Gottes, wie er sich in der Heiligen Schrift und der kirchlichen Überlieferung ausdrückt. Hingegen schreibt Pastor Jürgens ganz unverbindlich, die von ihm propagierten Gläubigen „tun, was ihnen ihr Gewissen sagt“. Auf ihr sogenanntes Gewissen haben sich schon zahlreiche Irrlehrer berufen – und all jene, die das hören wollen, was in ihren Ohren juckt und ihren Wünschen entgegenkommt. Es klingt sicherlich besser, wenn man den Ungehorsam gegenüber Gott, Kirche und den Sakramenten als großartige Tugend präsentiert, gar als Gewissenhaftigkeit und erwachsen gewordener Glaube. So wird aus Minus ein Plus (zumindest in der eigenen Einbildung).
  5. Obwohl Papst Franziskus die Klarstellung der Glaubenskongregation ausdrücklich gebilligt und somit die deutschen Reformbischöfe in ihre Grenzen gewiesen hat, gibt sich Pfarrer Jürgens ignorant und neigt sogar zu Komplott-Theorien, denn der Pontifex sei gegen „römische Seilschaften machtlos“. Also wenn der Papst nicht nach der Pfeife der Gemeindeleitung von Heilig Kreuz zu Münster in Westfalen tanzt (offenbar der Nabel der Weltkirche), dann kann es sich nur um finstere vatikanische Netzwerke  – oder vielleicht gar Verschwörungen?  –  handeln.
  6. Was tun, wenn der Papst in dieser Causa nicht so spurt, wie es dem Wunschzettel von Pfarrer Jürgens entspricht? – Ganz einfach, so das simple Rezept: Man nehme den Glauben „selbst in die Hand“ – und damit klar ist, was zu solcher „Selbständigkeit“ dazugehört, setzt der Geistliche noch eins drauf: „Vielleicht hierarchiefrei, aber wahrhaftig.“ – Nun klar: auf ihre Weise waren viele Irrgeister im Laufe der Häresiegeschichte durchaus „wahrhaftig“, glaubten sie doch ganz „authentisch“ und mit innerster Überzeugung an ihre Sonderlehren.
  7. Bei soviel hierarchiefreier Mündigkeit wünscht der fröhliche Pfarrer seinen Schäflein zum guten Schluß ein „couragiertes“ Christsein  – ohne freilich die Frage zu beantworten, wofür es denn des Mutes bedarf oder was bittschön daran tapfer sein soll, wenn man bequem den Weg des geringsten Widerstands wählt, sich dem Zeitgeist verschreibt, ganz auf der Welle eines flachen Ökumenismus segelt und ernsthafte Glaubensthemen mit ein paar flotten Sprüchen niederwalzt.

Aufschlußreich erscheint in diesem Zusammenhang ein Bericht im Nachrichtenportal „Kath.net“ aus dem Jahr 2003: http://www.kath.net/news/5585

Bischof Reinhard Marx hat damals als Oberhirte von Trier dem Priester und Professor G. Hasenhüttl die Lehrerlaubnis entzogen und ihn sogar suspendiert (seiner priesterlichen  Amtsvollmachten enthoben). Der Theologe hatte zuvor bei einer hl. Messe auf dem Ökumenischen Kirchentag alle teilnehmenden Protestanten zur hl. Kommunion eingeladen.

Nun würde man gerne wissen, ob sich nach zwei Jahrtausenden die katholische Eucharistie-Lehre vielleicht in den letzten 15 Jahren geändert hat?!

Von Reaktionen der Kirchenleitung auf die öffentlich bekannte Interkommunion-Praxis von Pfarrer Jürgens ist jedenfalls nichts bekannt; er durfte sein theologisch abenteuerliches Statement sogar in der Bistumszeitung unwidersprochen ausbreiten. Das ist freilich wenig erstaunlich angesichts der Tatsache, daß dort bereits im Vorjahr äußert wohlwollend über seine Forderung nach einem Frauenpriestertum berichtet wurde (siehe hier: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/pfarrer-stefan-juergens-frauen-zu-allen-weiheaemtern-zulassen/).

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Kardinal Müller kritisiert zeitgeistige Forderungen seitens deutscher Bischöfe

„Protestantisierung“ der kath. Kirche ist keine Lösung

Am 28. Februar 2018 veröffentlichte die katholische „Tagespost“ online ein Interview mit dem ehem. vatikanischen Glaubenspräfekten Gerhard Müller. Der Kardinal äußerte sich im Gespräch mit Regina Einig zu einigen aktuellen innerkirchlichen Themen, die derzeit auf den Nägeln brennen.

Auf die Frage, ob es sich um einen ökumenischen Fortschritt handelt, wenn  – wie von der Dt. Bischofskonferenz kürzlich beschlossen – protestantische Ehepartner in „Einzelfällen“ zur hl. Kommunion zugelassen werden, antwortete der frühere Bischof von Regensburg und Ex-Glaubenshüter kritisch: 

Ein solcher Fortschritt sei nur dann gegeben, wenn man dem „großen Ziel der Einheit der Christen“ näherkomme. Die Kirche besitze über die Sakramente des HERRN „keine Verfügungsgewalt“.  Zudem müsse geklärt werden, ob Bischofskonferenzen „im Einzelfall“ ihre Kompetenzen nicht überschreiten, etwa wenn „in der praktischen Konsequenz“ etwas herauskomme, was „mit dem Glauben nicht vereinbar“ sei.

Auch wenn in jenem Beschluß lediglich von „Einzelfällen“ die Rede sei, so betrachte er diese Formulierung als „rhetorischen Trick“: Christus hat das Lehramt nicht gestiftet, um Prozesse anzustoßen, die in Verwirrung führen.“

Das Lehramt sei den Hirten der Kirche nicht übertragen worden, „um Macht über andere auszuüben“; vielmehr müßten sie die „Lehre Christi“, die ihnen „anvertraut“ wurde, „treu und unverkürzt allen Gläubigen weitergeben“. Es gehe keineswegs darum, „die Zugehörigen zur eigenen ideologischen Gruppe“ zufriedenzustellen: „Bischöfe und Priester verursachen nicht die Gnade, sondern verwalten nur die Sakramente der Gnade, wie die katholische Tradition fein unterscheidet.“

Grundsätzlich hält Kardinal Müller fest: „Fortschritte in der Ökumene sind wünschenswert und notwendig. Aber aus katholischer Sicht können sie nicht in Richtung einer Protestantisierung der katholischen Kirche gehen“.

Weitere „Einzelfall“-Debatten gab es in den letzten Wochen auch zum Thema kirchliche Segnung  homosexueller Partnerschaften, angestoßen vor allem durch entsprechende Äußerungen von Bischof Bode und Kardinal Marx.

Dazu erklärt Müller folgendes: „Von den Geboten Gottes gibt es keine Ausnahme, weil sie immer das Heil des Menschen im Sinne haben. Die Umstände können aber den Anteil meiner Schuld vergrößern oder vermindern. Hier ist Gott allein der Richter über jeden Menschen…Segnen heißt gutheißen gemäß dem Sinn, den Gott in die Einrichtungen seiner Schöpfung und an allererster Stelle in die Personen selbst gelegt hat.

Niemand verurteilt einen Menschen mit homosexuellen Neigungen als Person…Doch wenn homosexuelle Handlungen dem Willen Gottes widersprechen, kann niemand dafür den Segen Gottes erbitten. Pastorale Hilfe sieht anders aus und dient dem Frieden der Seele nur dann, wenn sie auf dem Boden der Wahrheit bleibt.“

Vollständiges Interview mit Kardinal Müller hier: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Der-Glaube-wird-relativiert;art312,186356

Foto (Müller): Bistum Regensburg