Fulda: Gebet und Lichterprozession für die Ungeborenen am 28. Dezember 2018

Öffentliches Gebet für die ungeborenen Kinder am Freitag, dem 28. Dezember 2018 (Fest der Unschuldigen Kinder) um 18.30 Uhr an der Mariensäule (Pestsäule) am Fuße des Frauenberges in Fulda.

Bereits um 17.30 Uhr beginnt in diesem Anliegen eine hl. Messe in der Michaelskirche. Nach dem Angelus-Gebet auf dem Domplatz um 18 Uhr beginnt die Lichterprozession.

Seit 28 Jahren wird für den Schutz der im Mutterleib heranwachsenden Kinder gebetet und zudem für alle, die durch ihr Tun oder Unterlassen an ihrer tausendfacher Tötung mitschuldig wurden.

Derzeit finden bei uns Debatten über das Werbeverbot für Abtreibungsärzte statt. Ziel ist es, das in § 219a StGB enthaltene Werbeverbot abzuschaffen. Unterstützung hierfür  findet sich sogar bei CDU-Politikern. Es soll also zukünftig möglich werden, für eine Straftat zu werben –  eine groteske Situation!

Dabei hat das Bundesverfassungsgericht 1975 in seinem Grundsatzurteil das Kind im Mutterleib unter den Schutz der Verfassung gestellt und betont, dass dieser Schutz für die gesamte Dauer der Schwangerschaft gilt und Vorrang vor dem Selbstbestimmungsrecht der Frau hat. 

Im Jahre 1948 hat der UN-Menschenrechtsausschuss ausdrücklich festgestellt, dass die Menschenrechte auch das Leben vor der Geburt in jedem Stadium schützen. Das gilt  jetzt offensichtlich  nicht mehr. Am 30. Oktober 2018 hat der UN-Menschenrechtsausschuss erklärt, das Lebensrecht der Ungeborenen gelte nur insofern, als es das Recht der Frauen auf Abtreibung nicht beschränke. Ein unglaublicher Vorgang.

Quelle: Pressemeldung von Otto Spahn, Aktion Leben, Fulda

 


Warum der FATIMA-Zusatz nicht zum eigentlichen Rosenkranz gehört

Von Felizitas Küble

Jeder Gläubige kann den kirchlich überlieferten Rosenkranz privat beten, wie er will: mit Zusätzen, Anrufungen und Anfügungen noch und nöcher, angereichert freilich am besten durch weitere biblische Betrachtungen, Impulse aus der Hl. Schrift, Psalmen-Verse etc.

Hierbei sind der katholischen Fantasie im Grunde keine Grenzen gesetzt, solange alles noch mit rechten bzw. rechtgläubigen Dingen zugeht.  3068

Allerdings dürfte es sich in frommen Kreisen allmählich herumsprechen, daß der öffentlich in Kirchen und Kapellen gebetete Rosenkranz vor „kreativen“ Zusätzen verschont bleiben sollte.

Anfügungen aus Botschaften kirchlich anerkannter Privatoffenbarungen mögen für manche Katholiken eine hilfreiche Anregung für ihr persönliches Gebetsleben sein, doch sie gehören nicht zum „amtlichen“, seit Jahrhunderten bewährten und überlieferten Rosenkranz der Kirche.

Das gilt erst recht für Anmutungen oder gar Zumutungen aus kirchlich nicht genehmigten „Erscheinungen“, diversen „Botschaften“ und sonstigen trüben Quellen.

Häufig wird nicht nur in der Familie, in Fatimakreisen und Gebetsgruppen, sondern auch beim öffentlichen Rosenkranz in Gotteshäusern der sogenannte „Fatima“-Zusatz gebetet. Dies ist bei Licht betrachtet allerdings nicht korrekt  – und auch die weit verbreitete Gewohnheit macht diese „Übung“ nicht besser.

Aus dem Psalmengebet entstanden

Der Rosenkranz hat sich seit dem 15. Jahrhundert aus den besten Quellen biblischer und monastischer (klösterlicher) Gebetstradition entwickelt und zu einem beliebten Volksgebet entfaltet.

Dabei ist er vor allem aus dem Psalmengebet der Mönche und Kleriker (Geistlichen) entstanden:2_atk2926-170x115

Da das einfache Kirchenvolk oft nicht lesen und schreiben konnte, waren ihnen die 150 Psalmen des Alten Testaments nicht ohne weiteres zugänglich. Dies empfanden viele Gläubige zu Recht als schmerzlichen Mangel.

So wurde der Rosenkranz mit seinen ebenfalls 150 Ave-Marias gewissermaßen der Ersatz, das „Psalterium“ des Kirchenvolkes. So entstand auch das Wort „Psalter“ für die drei Rosenkränze: den freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen.

Diese Herleitung ist deshalb so wichtig, weil dieses Gebet zutiefst vom biblischen Geist geprägt ist:

Es ist „durchwirkt“ von der Betrachtung der Heilsgeheimnisse, wie sie uns im Neuen Testament bezeugt (und vielfach im AT angekündigt) sind. Es ist entstanden aus der unerfüllten Sehnsucht des Volkes nach dem Psalmengebet der Heiligen Schrift!

Kurzformel biblischen Glaubens

So ist der einerseits erfreulich schlichte und zugleich theologisch so gehaltvolle Rosenkranz eine optimale „Kurzformel des Glaubens“, denn er verbindet uns in nachdenklich-meditativer und einprägsamer Weise mit dem Erlösungsgeschehen und dem Leben unseres HERRN Jesus Christus, Mensch geworden durch den Heiligen Geist und geboren aus Maria, der Jungfrau. 011_7A

Wir „wandern“ und wandeln gleichsam an der Hand der Madonna, begleitet vom Gruß des Engels, durch die Evangelien. Wir betrachten die Heilsgeschichte Gottes durch die „Brille“ Mariens  – womit wir uns die beste Sicht aneignen, denn die Gottesmutter ist das höchstbegnadete Geschöpf des Ewigen, die „erste Christin“ und zugleich die Vor- und Erst-Erlöste des Neuen Bundes (Immaculata).

In diese vertiefende Betrachtung, die sich um die zentralen Glaubenswahrheiten „rankt“ und diese betend „umkreist“, paßt der Fatima-Zusatz nicht ohne weiteres  –  diese Anrufung fügt sich kaum in den vorgegebenen Rahmen, weder sprachlich noch der Sache nach. Zudem ist der Fatima-Zusatz noch nicht einmal 100 Jahre alt, der Rosenkranz aber entstand vor weit über 500 Jahren!

Der Rosenkranz ist „aus einem Guß“

Doch der springende Punkt ist das grundsätzliche Anliegen, den klassischen Rosenkranz, wie ihn die Kirche seit alters her überliefert, zumindest beim öffentlichen Beten nicht durch Zusätze zu verändern bzw. zu verlängern, welcher Art auch immer, denn dies führt unweigerlich zu einer „Verschlimmbesserung“.

Schließlich ist der Rosenkranz ein Gebet „aus einem Guß“, keine freie Vorlage für schöpferische Gestaltungen nach frommer Lust und kreativer Laune. pic_526a50cce0863 Zudem ist er ein betrachtendes Gebet, wobei Christus und die biblischen Heilsgeheimnisse im Mittelpunkt stehen.

Dazu kommt, daß der sog. Fatima-Zusatz durchaus erklärungsbedürftig ist teilweise bzw. theologisch mißverständlich bis irreführend wirkt.

Hier folgt zunächst sein Wortlaut (Linien zur Hervorhebung merkwürdig erscheinender Stellen):

„O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe  a l l e  Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.“

Viele Katholiken stellten sich selbst und mir schon die Frage, warum eigentlich jene, welche die göttliche Barmherzigkeit am „meisten“ nötig haben, „besonders“ in den Himmel geführt werden sollen. Welchen logischen und theologischen Sinn hat diese „Bevorzugung“? Kann das Hinführen in den Himmel irgendwie noch „gesteigert“ werden? Läßt sich die ewige Seligkeit „optimieren“?

(Abgesehen davon ist nicht einmal sicher, ob es wirklich heißt „Bewahre uns  v o r  dem Feuer der Hölle“ –  oder sogar in ganz irriger Weise: „…rette die Seelen aus der Hölle“. – Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/11/unklarheiten-um-den-fatima-zusatz-aus-der-dritten-erscheinung-vom-13-7-1917/)

Auf Bewahrung vor Todsünde kommt es an!

Zudem erscheint es seltsam, daß es in der Anrufung nicht heißt: „Bewahre uns, HERR, vor der schweren Sünde“, denn darauf  kommt es an. Die Hölle ist lediglich die jenseitige Auswirkung des unbußfertigen Verbleibens im „Stand“ der Todsünde.

Nun könnte man einwenden, in unserer heutigen Zeit, in welcher vielfach die Existenz der ewigen Verdammnis geleugnet wird, sei die Erwähnung der Hölle besonders wichtig.

Das mag insoweit richtig sein. Freilich stellt sich auch dann die Frage, warum es im Fatima-Gebet nicht heißt: „Bewahre uns vor der Hölle“, sondern: „…vor dem Feuer der Hölle“.

Warum diese Betonung eines Aspektes, der nicht der entscheidende ist?  –  Das eigentlich Entsetzliche an der Hölle ist aber die ewige Gottesferne, das ist die eigentliche Tragödie der Verlorenen – weniger die scheinbar „sinnlichen“ Strafen, wobei der Weltkatechismus das „Feuer“ ohnehin als Bild/Symbol auslegt.  kreuz1

Wird hier also die bloß menschliche (allzumenschliche) ANGST angesprochen, statt den Beter in die theologische Tiefe zu führen? Warum sollte dies denn pastoral sinnvoll sein?

Vielmehr gehört es zur göttlichen „Pädagogik“, die Menschen schrittweise zur Hochform der Gottesliebe zu führen.

Die menschliche Reue kennt im wesentlichen drei Qualitäts-Stufen:

1. Die emotionale, oberflächliche Angst-Reue aus bloßer Furcht vor den möglichen Folgen der Sünde, den damit verbundenen Peinlichkeiten, Strafen, Nachteilen etc. 
2. Die Furcht-Reue aus Ehrfurcht vor Gott und aus dem  – durchaus schon religiös geprägten  –  Vermeidenwollen der Hölle als einem Zustand ewiger Gottesferne.
3. Die Liebes-Reue: Abscheu vor der Sünde aus Liebe zu Gott und seinen Geboten, auch aus Liebe zum Nächsten als einem Gottesgeschöpf.

Welche Stufe wird nun mit der Betonung des „Feuers“ der Hölle angesprochen?  –  Nicht einmal ernsthaft die zweite, sondern eher die erste, die „primitivste“ also. Bei der zweiten Stufe würde der Satz immerhin lauten: „Bewahre uns vor der Hölle“, besser noch: „Bewahre uns vor der ewigen Gottesferne der Hölle“.

Gegen eine Kombination von Stufe 2 und 3 wäre übrigens durchaus nichts einzuwenden, etwa mit folgender Formel: „Bewahre uns vor Todsünde und Hölle.“

Insgesamt wirkt die Hervorhebung von Himmel und Hölle in einer solch kurzen Anrufung fast wie eine Art Zuckerbrot-und-Peitsche-Mentalität. Eine solche religiöse „Achterbahn der Gefühle“ findet sich aber weder im Vaterunser-Gebet, das Christus selbst uns lehrte, noch im Ave Maria, auch nicht im Glaubensbekenntnis.

Ähnlichkeiten mit Koran-Äußerungen

Auch deshalb paßt der Fatima-Zusatz weder der Sache noch der Sprache nach in den Rosenkranz-Kontext.

Er paßt aber durchaus zum Islam bzw. Koran. Dort ist in zahllosen Suren vom „Höllenfeuer“ die Rede (hingegen in der Heiligen Schrift meist von „Hölle“ oder „Verdammnis“, weitaus seltener vom Höllenfeuer).

Der Feuerhöllen-Satz aus dem Fatima-Zusatz findet sich zudem fast wörtlich im KORAN: in Sure 3, dort am Ende von Vers 191: „Bewahre uns vor der Strafe des Höllenfeuers!“ 

Die Lieblingstochter Mohammeds hieß übrigens „Fatima“ (es handelt sich hier um einen arabischen Begriff). Auch sie wird nebst anderen Verwandten von ihrem Vater gewarnt, wie in der Hadithe Nr. 303 überliefert ist, wonach Mohammed zu seiner versammelten Sippe sagte: 

„O ihr Söhne des `Abdel Mottalib, rettet eure Seelen vom Feuer! O Fatima, rette deine Seele vom Feuer! Denn ich kann euch vor Allah nicht retten. Ich werde aber immer meine verwandtschaftliche Beziehung zu euch bewahren und pflegen.“  (Quelle: http://islamische-datenbank.de/option,com_bayan/action,viewhadith/chapterno,2/min,100/show,10/

Was bedeutet „Führe alle Seelen in den Himmel?“

Überdies ist auch der Satz „Führe  al l e  Seelen in den Himmel“ im Grunde unlogisch, weil eine Erfüllung dieser „Aufforderung“ schlicht nicht möglich ist, denn es gibt auch verworfene „Seelen“ in der Hölle, die Gott nur zwangsweise in den Himmel führen könnte, denn die Hölle ist quasi von innen verschlossen: geistig und faktisch „zugeriegelt“ durch die absolute Verweigerungshaltung jener verdammten Seelen gegenüber Gott.

Der HERR wiederum respektiert die Freiheit des Menschen in Zeit und Ewigkeit  –   auch die Freiheit und Verantwortung des Gottlosen und verstockten Todsünders. Die Hölle ist die logische Folge dieser Achtung Gottes vor der von ihm selbst geschaffenen und gewollten FREIHEIT des Menschen.

Daher ergibt die Anrufung „Führe alle Seelen in den Himmel“ keinen Sinn, wenn man sie beim Wort nimmt  – und warum sollte man sie nicht beim Wort nehmen?

Es müßte also zumindest einschränkend heißen: „Führe alle Menschen in den Himmel“, wobei hier die Formulierung „Hilf allen Menschen in den Himmel“ theologischer klarer wäre, damit keinerlei Allerlösungs-Fantasien auftreten.

Denn genau genommen ist der Aufruf an Christus, alle (!) Seelen (!) in den Himmel zu führen (!), irreführend, denn Gott will zwar, daß alle Menschen gerettet werden, aber das erlaubt nicht die Aufforderung an ihn, auch  a l l e  in den Himmel zu   f ü h r e n , denn der Mensch selber muß auch zum ewigen Heil bereit sein  – das sind aber erwiesenermaßen eben nicht „alle“. Also können sie auch nicht alle in den Himmel „geführt“ werden!

Der Aufruf „Führe alle Seelen in den Himmel“ ist auch deshalb merkwürdig, weil sich die Seelen der Heiligen und Seligen doch ohnehin bereits im Himmel befinden.

Zudem stehen beide Gebets-Aussagen in einem unlogischen Zusammenhang: Denn wenn doch ohnehin „alle Seelen“ in den Himmel kommen sollen, wozu dann jene, die es am meisten „nötig“ haben, ganz „besonders“? Welchen Sinn soll dieser Nachsatz haben? Soll er die vorgehende Aussage etwas verschleiern, damit die Tendenz zur Allerlösungslehre im Empfinden des Beters verundeutlicht wird?

Dazu kommt, daß die kleine Fatima-Seherin Jacinta gerne ein Gebet sprach, das die Anrufung an Maria enthält, die Seelen „aus“ der Hölle zu „erretten“. Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/11/unklarheiten-um-den-fatima-zusatz-aus-der-dritten-erscheinung-vom-13-7-1917/

Wie man es auch dreht und wendet, eines steht fest:

Der Rosenkranz ist in seiner kirchlich überlieferten, biblisch geprägten Weise unschlagbar gut, er benötigt keine „Zusätze“ aus Privatoffenbarungen, Erscheinungen, Visionen, kreativen Erleuchtungen usw.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster

Zur weiteren Lektüre empfehlen wir diesen ausgezeichneten Artikel der “Ankerperlenfrau”: http://rosenkranzbeten.info/rosenkranzbeten/falsche-anleitung-zum-rosenkranzbeten/

Fatima-Kritik des traditionsorientierten Theologen Prof. Dr. Wigand Siebel: http://www.monarchieliga.de/index.php?title=Fatima-Kritik_%28Siebel%29#Gebetssturm

Grundsätzliches zum Thema kirchlich approbierte („anerkannte“) Privatoffenbarungen HIER: https://charismatismus.wordpress.com/2013/10/29/was-bedeutet-die-kirchliche-approbation-einer-privatoffenbarung-genau/