Asien: Digitale Christenverfolgung nimmt zu

Der Einsatz digitaler Überwachungstechnik nimmt in vielen Ländern Asiens rasant zu – insbesondere im kommunistischen China. Dadurch verändert sich auch die Art, wie Christen in der Ausübung ihres Glaubens eingeschränkt werden.

Das Hilfswerk Open Doors hat in einer Untersuchung Beispiele hierfür zusammengestellt und die Auswirkung auf verfolgte Christen erforscht.

Eine Gruppe von Christen nutzt eine Videoplattform, um per Internet von zu Hause aus am Gottesdienst teilzunehmen. Tags darauf werden einige von ihnen in Handschellen abgeführt – so geschehen letztes Jahr Ostern in China. Der einzige Grund für ihre Verhaftung war, dass sie an einem Online-Gottesdienst teilnahmen.

Gläubige am Online-Pranger

„Das Auftreten von Verfolgung verändert sich von direkten physischen Angriffen hin zu heimtückischeren Online-Formen“, sagt Jan Vermeer, Open Doors-Kommunikationsdirektor für Asien. In den letzten Jahren habe sich eine andere Ebene der Unterdrückung herausgebildet: die digitale Verfolgung oder „Verfolgung 2.0“:

„Schläge, Inhaftierungen und Mob-Attacken gibt es immer noch, aber inzwischen beobachten wir Online-Mobbing, -Diffamierung und -Überwachung in immer mehr asiatischen Ländern. Um einen Christen einzuschüchtern, griffen die Verfolger früher auf rohe Gewalt zurück. Doch heute stehen ihnen ausgefeiltere Mittel zur Überwachung und Einschüchterung religiöser Minderheiten zur Verfügung.“

Die Covid-19-Pandemie hat dem Ausbau staatlicher Überwachungstechnik einen deutlichen Schub versetzt. Doch schon zuvor waren die Herausforderungen für die Kirchen groß, wie eine Betroffene aus Zentralasien erläutert:

„Oft erfährt die Polizei Zeit und Ort der geheimen Treffen durch Abhören. Sie führen Razzien durch und verhaften die Christen. Das Abhören ist der Grund dafür, dass ein Pastor aus Zentralasien von den Sicherheitsdiensten vorgeladen wurde und ihm die Abschiebung aus seinem Land drohte. “

Während staatliche Stellen die Christen durch Überwachung und die gezielte Blockade christlicher Inhalte unter Druck setzen, nutzen gesellschaftliche Akteure die sozialen Medien, um Druck auf Christen aufzubauen. Dazu zählen Falschinformationen, Anstachelung zu Gewalt und Hassrede gegen Christen, wobei Pastoren und kirchliche Leiter besonders häufig betroffen sind.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2021 steht China an 17. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: Open Doors


Unionsfraktion beklagt: Christenverfolgung steigt weiter weltweit dramatisch an

Die christliche Hilfsorganisation Open Doors hat am heutigen Mittwoch ihren jährlichen Weltverfolgungsindex vorgestellt.

Dazu erklärt Volker Kauder, in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zuständig für Wertethemen, Religionsfreiheit und den Einsatz gegen Christenverfolgung:

„Im jährlich vorgelegten Weltverfolgungsindex belegt die Hilfsorganisation Open Doors, dass die Verfolgung von Christen weltweit weiter dramatisch zugenommen hat. Damit wird auch der zweite Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit bestätigt, der diesen Befund ebenfalls dokumentiert.

Diese Entwicklung ist Anlass zu großer Sorge und darf nicht einfach so hingenommen werden. Seit vielen Jahren müssen wir eine Zunahme der Verfolgung von Christen konstatieren, wie gerade auch der jährlich erstellte Weltverfolgungsindex jetzt wieder anschaulich dokumentiert.

Religionsfreiheit und Christenverfolgung muss jetzt endlich zum Thema in der EU und bei internationalen Treffen der Staats- und Regierungschefs gemacht werden. Es ist richtig, dass wir uns mit dem Klimaschutz befassen. Aber genauso wichtig ist jetzt, das Thema Religionsfreiheit und Christenverfolgung ganz oben auf die internationale Tagesordnung zu setzen.

Ein besonderes Augenmerk muss auf die Situation im Iran gelegt werden. Im Weltverfolgungsindex von Open Doors steht der Iran jetzt auf Platz 8. Das hängt damit zusammen, dass Apostasie, also die Lossagung vom Islam, dort mit der Todesstrafe bestraft werden kann. Die Bundesregierung muss deshalb ihre Haltung zur Abschiebung von zum Christentum konvertierten Iranern ändern.

Hintergrund:
Der Weltverfolgungsindex 2021 umfasst eine Rangliste von 50 Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Open Doors zufolge sind in Nordkorea derzeit zwischen 50.000 bis 70.000 Christen in Straflagern für politische Häftlinge inhaftiert. Werden Christen dort entdeckt, drohen ihnen die Hinrichtung oder Zwangsarbeit bis zum Tod.

In der Liste folgen unverändert wie im vergangenen Jahr Afghanistan (2), Somalia (3), Libyen (4) und Pakistan (5). Alarmieren muss die Feststellung, dass im Vergleich zum Vorjahr die weltweit dokumentierte Zahl der Tötungen von Christen aufgrund ihres Glaubens von 2.983 auf 4.761 gestiegen ist.


Parteien mit dem hohen „C“ lehnten Anträge gegen Christenverfolgung ab

Beatrix von Storch

Der Bundestag hat in seiner letzten Sitzungswoche in diesem Jahr die Anträge zum Thema Christenverfolgung abgelehnt. Die Bundestagfraktion der AfD hatte mehrere Anträge zur Bekämpfung der Christenverfolgung weltweit und in Deutschland eingebracht.

Hier haben die Altparteien und insbesondere die Unionsparteien, die immer noch ein „C“ in ihrem Namen tragen, kläglich versagt.

So wird es auch keinen »Bundesbeauftragten zur Bekämpfung von Christenfeindlichkeit in Deutschland« geben. Dabei sind Christen die weltweit am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft. Rund 2,3 Milliarden Menschen weltweit bekennen sich zum Christentum. Mehr als 260 Millionen von ihnen sind der täglichen Verfolgung ausgesetzt, weil sie sich zu Jesus Christus bekennen.

Diese Verfolgung geht von einfachen Benachteiligungen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder einer Wohnung über Nachstellungen und Diskriminierungen sowie Ausgrenzungen hin bis zur massiven Verfolgung samt Mord und Totschlag.

In vielen Ländern der Welt können sich Christen nur im Geheimen treffen, um ihren Glauben auszuleben. Kirchen werden zerstört, gesprengt, niedergebrannt. Weibliche Christen werden nicht selten entführt, vergewaltigt oder als Sklavinnen verkauft. Diese Verfolgung ist meist staatlich organisiert und gefördert, der Weltverfolgungsindex von Open Doors zeichnet ein dramatisches Bild.


Christen in Sri Lanka sind besorgt über den siegreichen Wahlausgang für die SLPP

Bei den Parlamentswahlen am 5. August erhielt die buddhistisch-nationalistische Partei „Sri Lanka Podujana Peramuna“ (SLPP) eine überwältigende Mehrheit. Beobachter rechnen nun mit einer Zunahme von religiösem Nationalismus. Die Christen im Land sind besorgt über diese Entwicklung.

Nach dem Wahlsieg wurde Mahinda Rajapaksa, der Vorsitzende der SLPP, erneut Premierminister, nachdem er das Amt bereits im November übernommen hatte. Mahinda Rajapaksa ist der Bruder des amtierenden Präsidenten Gotabaya Rajapaksa. Die Regierungsmacht konzentriert sich somit auf eine einzige Familie.

Es ist zu befürchten, dass der erdrutschartige Sieg der SLPP zu einer Zunahme dieser Machtkonzentration führen wird. Die Partei stellt 145 der 225 Sitze im Parlament.

Für Christen und andere religiöse Minderheiten ist dies ein Grund zur Sorge. Bereits bei seiner Ernennung zum Präsidenten letztes Jahr hatte Gotabaya Rajapaksa erklärt, er werde „die singhalesische Kultur und das singhalesische Erbe schützen“. Auch Mahinda Rajapaksa, der neue Premierminister, tritt dafür ein:

„Es ist vielsagend, dass beide, der neue Premierminister ebenso wie sein Bruder, der Präsident, beschlossen haben, sich in einem buddhistischen Tempel auf ihr Amt vereidigen zu lassen“, erklärt Thomas Müller, Analyst der Forschungsgruppe „World Watch Research“ von Open Doors.

Bereits jetzt werden Christen von buddhistischen Extremisten verfolgt, die Sri Lanka als buddhistische, singhalesische Nation beanspruchen, in der es keinen Platz für religiöse Minderheiten gibt. „Angriffe von Mobs auf Kirchen oder Pastoren, die Probleme bekommen, werden uns immer wieder gemeldet“, führt Müller weiter aus. „Und es könnte gut sein, dass wir mehr davon sehen werden.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2020 steht Sri Lanka an 30. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.


Indien: Gewalt gegen Christen steigt weiter an

.
In Indien haben Hassverbrechen gegen Christen einem aktuellen Bericht zufolge während des Corona-Lockdown um mehr als 40 Prozent zugenommen.

Insgesamt seien in diesem Jahr bereits 293 Fälle von Hassverbrechen gegen Christen, darunter fünf Vergewaltigungen und sechs Morde, registriert worden, hieß es im Halbjahres-Bericht der ökumenischen Organisation „Persecution Relief“.

Die dokumentierten Fälle stellten nur einen Bruchteil der tatsächlichen Gewalt gegen Christen dar, betonen die Autoren des Berichts.

Indien wird von der hindu-nationalistischen „Indischen Volkspartei“ regiert, deren radikaler Flügel einen Staat auf der Grundlage hinduistischer Werte anstrebt, in dem andere Religionen keinen Platz haben.

Der Bericht bestätigt Dokumentationen anderer Organisationen zur Einschränkung der Religionsfreiheit in Indien.

In den vergangenen sieben Jahren ist Indien in der „World Watch List“ des Hilfswerks „Open Doors“ von Platz 31 auf Platz 10 der Länder mit Christenverfolgung gestiegen.

Quelle und vollständiger Bericht hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-07/kirche-christen-hassverbrechen-diskriminierung.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Lage der Christen in der Türkei verschlimmert

Christen in der Türkei werden in ihrem Recht auf Religionsfreiheit massiv eingeschränkt. Der sehr starke religiöse Nationalismus in der Gesellschaft sorgt für hohen Druck auf die Christen.

Zahlreiche ausländische Mitarbeiter christlicher Gemeinden mussten in den letzten Jahren das Land verlassen oder ihr Visum wurde nicht verlängert. 2019 hat sich dieser Trend fortgesetzt [Open Doors berichtete], mehr als 30 Pastoren und Gemeindemitarbeiter waren betroffen.

BILD: Demonstration gegen Erdogan in Berlin (Foto: M. Leh)

Dass sogar mit Verhaftungen gegen ausländische Christen vorgegangen wird, erlebte Andrew Brunson aus den USA, der gemeinsam mit seiner Frau Norine 23 Jahre als Pastor einer evangelischen Gemeinde in der Türkei gedient hatte.

Sein Prozess erregte weltweit Aufsehen. Wegen einer konstruierten Anklage auf Grundlage falscher Zeugenaussagen drohte ihm lebenslange Haft.

Am 23. Mai spricht Pastor Brunson via Livestream beim Open Doors Tag über seine Zeit im Gefängnis und wie Gott ihn lehrte, den Menschen zu vergeben, die ihm Unrecht angetan haben.

Michael Bosch von Open Doors sagt dazu:

„Dies kann nur als Vergeltungsmaßnahme für den Fall Brunson gewertet werden, weil Präsident Erdogan dem Druck der amerikanischen Regierung nachgeben musste. Die USA hatte die Freilassung von Pastor Brunson gefordert und die Türkei mit Sanktionen mit schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft des Landes überzogen.“

Quelle: Open Doors


Kamerun: Ermordungen, Kindesentführungen und Plünderungen durch Islamisten

Am 6. Januar 2020 überfielen Islamisten –  mutmaßlich Kämpfer von Boko Haram  –  die drei Dörfer Hitawa, Hitere and Moudouko nahe der Grenze zu Nigeria. Sie ermordeten drei Christen, entführten mindestens drei christliche Kinder und plünderten über 200 Häuser.

Am 7. und 8. Januar folgten weitere Angriffe und Plünderungen auf benachbarte Dörfer. Dabei kam ein bislang nicht identifizierter Mann ums Leben.

Die islamistische Gruppe Boko Haram hat seit einiger Zeit ihre Aktivitäten in der Provinz Far North deutlich ausgeweitet. Dabei kommt es immer wieder zu massiven Zerstörungen und gezielten Angriffen auf die dort lebenden Christen.

Der Angriff am 6. Januar dauerte von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, wie eine örtliche Kontaktperson der Hilfsorganisation Open Doors mitteilte.

Bei den in Moudouko getöteten Christen handelt es sich um den 21-jährigen Kidkaye Antoine, den 62-jährigen Medge Guidkaye, Vater von vierzehn Kindern, und den 50-jährigen Shele Ndouvagui, der sieben Kinder hinterlässt.

In Hitere wurden Wabayé Viché (40 J.) und Teweshé Ezechiel, Vater von zwölf Kindern, ermordet. Einer seiner Söhne, Hawadak Teweshé, wurde zusammen mit zwei anderen Jungen, Warda Josue aus Moudouko und Feuleongwi Yadak aus Hitere, entführt.

Die Angreifer kehrten in den Tagen nach dem ersten Angriff mehrfach zurück und verübten weitere Überfälle. Am 7. und 8. Januar griffen sie die Dörfer Nguedjele und Gochime an. Auch hier plünderten sie nach Angaben einer Kontaktperson viele Häuser und nahmen Lebensmittel und Kleidung mit. Der Angriff zwang die Menschen aus Hitawa, die in Gochime Zuflucht gesucht hatten, erneut zur Flucht. In Nguedjele wurde mindestens eine Person ermordet, sie konnte allerdings noch nicht identifiziert werden.

Obwohl Kamerun allgemein von religiöser Toleranz geprägt ist, wecken die verstärkten Übergriffe von Islamisten Erinnerungen an die gewaltsame Ausbreitung des Islam in den vergangenen Jahrhunderten. Damals führten Fulani einen Dschihad in den nördlichen Regionen, durch den die einheimische Bevölkerung gewaltsam zur Annahme des Islam gezwungen wurde.

Quelle: Open Doors – 1. Foto: Hilfsaktion Märtyrerkirche  –  Gemälde: Evita Gründler


Burkina Faso: Islamische Gewalttaten gegen Christen weiter auf dem Vormarsch

Zwei Angriffe am vor-vergangenen Wochenende haben die Lage im afrikanischen Burkina Faso weiter verschärft.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, wurden bei Überfällen auf zwei Dörfer im Norden des westafrikanischen Landes mindestens 19 Menschen getötet. Bewaffnete islamische Kämpfer stürmten den Ort Pobe Mengao in der Provinz Soum und ermordeten mindestens 16 Menschen; in Rounga in der Provinz Loroum wurden drei Menschen ermordet.

Die Angriffe zeigen den weiter zunehmenden Einfluss islamischer Extremisten, der besonders die Christen bedroht.

Im Nordosten Burkina Fasos haben extremistische Gruppen eine Art islamischen Staat etabliert. Sie wenden sich gegen staatliche Sicherheitskräfte und Institutionen, aber auch gezielt gegen Christen.

So drangen am 27. Juni bewaffnete Kämpfer in das Dorf Bani nahe Bourzanga im Norden Burkina Fasos ein und zwangen die Dorfbewohner, sich auf den Boden zu legen. Vier Dorfbewohner, die ein Kreuz trugen, wurden als Christen identifiziert und ermordet: David und Philippe Zoungrana, Théophile Ouedraogo und Ernest Kassoaga.

Seit Januar 2019 wurden ca. 27 Christen gezielt getötet. Zuerst wurden einzelne Pastoren und Priester ermordet: am 15. Februar der Priester Antonio Cesar Fernandez (72), am 19. Februar der evang. Pastor Jean Sawadogo (54), der seine Frau und sieben Kinder hinterlässt, und am 23. April Elie Zoré, der Leiter der Assemblies-of-God-Gemeinde in Bouloutou.

Im April verübten islamische Extremisten den ersten Überfall auf eine Kirche in Burkina Faso, worauf weitere Angriffe auf Kirchengebäude folgten. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von Pastoren, die mit ihren Familien entführt wurden.

Zahlreiche Christen wurden aus Dörfern im Norden Burkina Fasos vertrieben, mehrere Kirchen wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Bischof Laurent Birfuoré Dabiré, der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz in Burkina Faso und Niger, fürchtet angesichts der Angriffe und Vertreibungen um das Fortbestehen christlicher Gemeinden in der Region: »Wenn die Welt weiterhin nichts unternimmt, wird es hier bald keine Christen mehr geben.«

Burkina Faso ist mehrheitlich muslimisch geprägt, etwa 25 % der Bevölkerung sind Christen. Lange Zeit waren die Beziehungen zwischen Muslimen und Christen in Burkina Faso weitgehend friedlich. Seit Mitte 2018 gewinnen jedoch radikal-islamisch Gruppen an Einfluss und gehen gewaltsam gegen Christen vor.

Quellen: Open Doors, AP, Catholic News Service

Hinweis: Am 10. November 2019 ist wieder der „Weltweite Gebetstag für verfolgte Christen“ des evangelilkalen Hilfswerks „Open Doors“. Werden Sie mit Ihrer Gemeinde aktiv und bestellen Sie das kostenlose Materialpaket zur Gestaltung eines Gebetsgottesdienstes: hier direkt online oder telefonisch unter der Nummer 06195 6767-167.


Indien: Gewalt gegen Christen auf Höchststand

Bei den Parlamentswahlen in Indien hat die christenfeindliche, hindu-nationalistische BJP unter Narendra Modi ihren Wahlsieg von 2014 wiederholt.

Während der Wahlsieg der BJP von deutschen Wirtschaftsvertretern positiv bewertet wird, da sie sich von Modi weiterhin ein „stabiles und investitionsfreundliches Umfeld“ erhoffen, droht Christen und anderen religiösen Minderheiten eine weitere Verschlechterung der Lage.

Ein Sprecher der christlichen Hilfsorganisation Open Doors betont: „Seit 2014 haben hinduistische Extremisten ein Klima des Hasses und der Intoleranz gegenüber den religiösen Minderheiten Indiens geschaffen, vor allem im Blick auf die christlichen und muslimischen Gemeinschaften.“

Lokale Partner von Open Doors verzeichneten im ersten Quartal 2019 bereits 216 christenfeindliche Vorfälle, darunter zwei Morde, 11 Mordversuche, 45 Attacken auf Christen mit teils bleibenden Schäden sowie Angriffe auf 18 Gottesdienste mit mehreren hundert Besuchern.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2014 wurden 147 Gewalttaten gegen Christen registriert. Dies sind nur die an Open Doors gemeldeten Vorfälle.

Ein Partner vor Ort berichtet: „Seitdem Polizeikräfte vermehrt unter Einfluss der Extremisten stehen, sind Morddrohungen und physische Gewalt gegen Christen nicht mehr nur in Dörfern verbreitet, wo oft die Regeln der Dorfältesten über dem offiziellen Gesetz stehen, sondern auch in Städten.“

Quelle: Open Doors

 


Äthiopien: Islamische Gewalt gegen Christen und Zerstörungen von Kirchen

In Alaba, circa 220 Kilometer südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, ist es am 9. und 10. Februar 2019 zu massiven Ausschreitungen gegen Christen gekommen. Ein Mob von Muslimen beschädigte dabei 13 Kirchengebäude schwer, 26 Christen mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden.

Auslöser der Übergriffe war nach Angaben lokaler Quellen der Aufruf eines Imams zur Gewalt gegen Christen. Wenige Tage nach dem Vorfall besuchten Mitarbeiter von Open Doors die Christen und machten sich ein Bild von der Situation.

Der Angriff begann am Samstag, den 9. Februar, gegen 10 Uhr, als sich eine große Gruppe von Muslimen in Alaba versammelte. Als Waffen trugen sie Stöcke, Steine und Brandbeschleuniger bei sich. Zeugen gaben an, die Menge habe „Allahu Akbar“ (Allah ist größer) und „Alaba gehört dem Islam“ gerufen.

Der Mob zog von Kirche zu Kirche und zerstörte Gebäude und Einrichtungsgegenstände. 26 Christen wurden bei dem Versuch verletzt, ihre Kirchengebäude zu schützen. Sie mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Angreifer beschädigten oder zerstörten 13 Gebäude, 14 Motorräder und zahlreiche Fahrräder, Möbeln und Bibeln.

Besonders schockiert äußerten sich die Christen aus Alaba über die Untätigkeit der örtlichen Polizei. Zeugenaussagen zufolge hätten Polizeibeamte „einfach herumgestanden“ und das Chaos drei Stunden lang beobachtet. Erst als Beamte der Bundespolizei aus Awasa und Wolayita Sodo eintrafen, stellten diese die Ordnung wieder her. Nach dem Vorfall verhaftete die Bundespolizei über 100 Verdächtige. Unter ihnen waren auch die Polizeikommandanten der Stadt und des Distrikts, möglicherweise weil sie die Angriffe nicht unterbunden hatten. Aber alle sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Quelle: Hilfswerk Open Doors