Christenverfolgung im kommunistischen Laos

Im kommunistischen Laos werden immer wieder Christen vertrieben und ihrer Existenz beraubt. Neben der generell verstärkten Überwachung durch die Behörden trägt dazu die massive Ablehnung der Christen durch weite Teile der Bevölkerung bis hin zur eigenen Familie bei.

Am 20. Januar 2017 wurde das Haus von Pastor Yeng um 1 Uhr nachts durch eine Brandstiftung völlig zerstört. Die Familie von Yeng war an dem Abend unterwegs und konnte das Feuer deshalb nicht rechtzeitig löschen. Der Brand vernichtete die ganze Existenz der Familie inklusive ihres Motorrollers und des Reisvorrats. Das Einzige, was ihnen blieb, war die Kleidung, die sie trugen.

Im September letzten Jahres wurden 10 christlichen Familien von anderen Dorfbewohnern sowie einigen Familienmitgliedern aufgefordert, ihren Glauben zu verleugnen. Hierfür bekamen die Christen drei Tage Bedenkzeit. Am zweiten Tag wurde der Bruder des Gemeindeleiters erschossen, woraufhin die Entscheidung noch hinausgezögert werden konnte. Die Christen spüren deutlich, dass ihre Anwesenheit nicht erwünscht ist, und stehen unter starkem Druck, das Dorf zu verlassen.

In der Stadt Kham Gerd wurden sieben christliche Familien ebenfalls aufgefordert, ihren Glauben zu verleugnen. Die Familien flohen aus ihren Häusern und suchten Schutz bei Verwandten und Freunden. Einige der Christen entschieden sich schließlich dafür, in ihr Dorf zurückzukehren, wo sie ihre ganze Existenzgrundlage zurückgelassen hatten. Sie sagten: „Wenn wir sterben müssen, dann lieber zu Hause.“

Letztendlich nahmen drei der Familien ihren buddhistischen Stammesglauben wieder an, um unbedroht in ihrem Dorf leben zu können.

Im Sommer 2016 wurde ein Lehrer in der Provinz Luang Prabang schwer krank. Nach seinen eigenen Worten ging es ihm besser, nachdem er die Entscheidung traf, an Christus zu glauben. Zwei Monate darauf erfuhr dies der Schulleiter dieses Lehrers und forderte von ihm, seinen Glauben zu verleugnen oder seine Stellung aufzugeben. Der Lehrer blieb treu und wurde daraufhin von der Polizei verhaftet.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt Laos den 24. Platz ein und gehört damit zu den Ländern in Asien, wo Christen einem sehr hohen Maß an Verfolgung ausgesetzt sind.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors


Unionsfraktion ist alarmiert wegen Bericht zur weltweiten Christenverfolgung

Die überkonfessionelle christliche Organisation Open Doors hat am heutigen Mittwoch ihren jährlichen Bericht über die Christenverfolgung in aller Welt abgegeben. Dazu erklärt der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder: bundestag

„Die Lage der Christen in vielen Regionen der Welt wird immer dramatischer. Etwa 200 Millionen Christen können nach neuesten Schätzungen der Organisation Open Doors ihren Glauben nicht frei leben und sind in der Ausübung ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt.

Das ist ein Alarmzeichen. Die Freiheit von Christen, aber auch von Angehörigen anderer Religionen, ist und bleibt in akuter Gefahr. Wir sind darüber in tiefer Sorge.

Diese Entwicklung darf uns in den nächsten Jahren nicht ruhen lassen. Die Bundesregierung muss in ihrer Außen- und Entwicklungspolitik weiterhin stets auf die Einhaltung der Religionsfreiheit pochen. Denn die Wahrung der Glaubens- und Gewissensfreiheit ist Voraussetzung für den Frieden in der Welt geworden.

Erschreckend ist insbesondere die Lage im Mittleren und Nahen Osten sowie in Afrika. In 35 der 50 Länder des „Weltverfolgungsindex“ ist der islamistische Extremismus die Haupttriebkraft für die Verfolgung von Christen. Gruppen wie Boko Haram, Al Shabaab und der sogenannte Islamische Staat gehen mit extremer Gewalt gegen Christen und andere Minderheiten vor.

Erst kürzlich hat mir der Erzbischof der chaldäisch-katholischen Kirche in Erbil, Bashar Warda, persönlich von der dramatischen Lage der Christen im Irak berichtet. Hunderttausende sind auf der Flucht, hoffen aber auf Rückkehr in ihre Siedlungsgebiete. Kundgebung Irak-Syrien in Frankfurt 2014

Deutschland und Europa müssen sich dafür einsetzen, dass christliches Leben in der Ursprungsregion des Christentums wieder möglich ist. Hier sollte sich auch unser Land in den kommenden Monaten verstärkt mit Wiederaufbauhilfen engagieren.

Zudem muss nach einer politischen Lösung gesucht werden. Dafür werden wir mit allen Kräften vor Ort reden, mit der kurdischen Autonomiebehörde und mit der irakischen Zentralregierung. Wenn die Christen zurückkehren, müssen sie die Gewissheit haben, sich ein neues Leben in Sicherheit aufbauen zu können.

Für die Unionsfraktion steht Religionsfreiheit seit langem ganz oben auf der Agenda. Auf Initiative der Fraktion fand Ende 2016 eine internationale Parlamentarierkonferenz in Berlin statt. An ihr nahmen rund 110 Abgeordnete verschiedener Religionen und politischer Ausrichtung aus 60 Ländern teil. Auch 2017 wird die Fraktion die Frage der Religionsfreiheit auf Reisen und in Veranstaltungen immer wieder thematisieren. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird in ihrem Engagement für die Religionsfreiheit nicht nachlassen.“

Hintergrund:

Nach dem Weltverfolgungsindex 2017 des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks Open Doors werden mehr als 200 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Unrühmlicher Spitzenreiter ist zum fünfzehnten Mal in Folge das abgeschottete kommunistische Nordkorea. Auf Platz zwei und drei folgen Somalia (2016: siebter Platz) und Afghanistan (2016: vierter Platz).

Besonders im Mittleren Osten und in Afrika hat die Christenverfolgung durch Islamisten zugenommen. In den hinduistischen, buddhistischen und islamischen Ländern Asiens ist der Druck auf Christen durch wachsenden religiösen Nationalismus gewachsen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat Open Doors eine Neueinschätzung der Situation vorgenommen und die vor neun Jahren ermittelte Schätzung von weltweit rund 100 Millionen verfolgten Christen auf 200 Millionen verfolgter Christen aktualisiert.


Zur Verfolgung christlicher Asylbewerber durch Muslime in Deutschland

Gewalterfahrungen und Unterdrückung christlicher Flüchtlinge durch Muslime in den Asylunterkünften werden hierzulande kaum debattiert. Dazu erklärt das AfD-Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang:

Foto: IGFM„Das Versagen der Bundesregierung unter ihrer Kanzlerin Merkel ist einmal mehr dokumentiert.

Die Organisation ‚Open Doors‘ sieht sich selbst ‚im Dienste verfolgter Christen weltweit‘ und stellte jetzt ihre Untersuchung zur Christenverfolgung in Deutschland unter dem bezeichnenden Titel ‚Mangelnder Schutz religiöser Minderheiten in Deutschland‘ vor.

Die dokumentierten Vorfälle sind trotz einer hohen Dunkelziffer in Anzahl und Art erschreckend. Bibeln und christliche Symbole werden aus Angst versteckt, weil sonst vielleicht die Hand abgehackt oder ein Todeskommando geschickt wird. Durch überwiegend muslimisches Personal werden Christen in vielen Fällen konsequent benachteiligt.

Als Open Doors im Frühjahr 2016 eine erste Studie vorstellte, war die Reaktion bezeichnend. So schrieb die „FAS“ am 22. Mai 2016, an der Aussagekraft dieser Studie seien erhebliche Zweifel angebracht. Daraufhin hat Open Doors auf 88 Seiten eine umfassende Untersuchung vorgelegt, die keine Zweifel mehr zulässt und verstörende Details zutage fördert.

Kanzlerin Merkel verweist immer wieder auf den angeblich humanitären Aspekt ihrer Politik der offenen Grenzen. Die AfD wird nicht müde, auf die innere Widersprüchlichkeit dieses scheinbaren Humanismus hinzuweisen.

Frau Merkel, Sie haben mit ihrem Schritt auch Verantwortung für die Christen unter den Flüchtlingen übernommen. Wenn diese nun sagen, dass sie hier in Deutschland schlimmere Verfolgung als in ihren muslimisch dominierten Heimatländern erleben, so wird daran ein weiteres Mal das Scheitern Ihrer Politik an einer sehr pikanten Stelle deutlich.

Wofür stand nochmal das ‚C‘ in CDU? Auch die christlichen Kirchen sollten sich fragen, ob überall dort, wo ‚christlich‘ draufsteht, überhaupt noch christliche Inhalte vertreten werden.“


Äthiopien: Teenager und junge Frau wegen christlicher Evangelisation verhaftet

Die äthiopische Polizei hat eine 18-jährige Christin wenige Stunden nach ihrer Freilassung erneut verhaftet. Die junge Frau namens Deborah war zusammen mit drei jüngeren Mädchen seit Ende September 2016 inhaftiert gewesen, weil sie ein christliches Buch weitergegeben hatten.  76aa47d054

Der Vorfall ereignete sich in Babile, einer Stadt 550 Kilometer östlich von der Hauptstadt Addis Abeba. Dort hatten einheimische Christen ein Buch verteilt, das Fragen eines verstorbenen islamischen Gelehrten über den christlichen Glauben beantwortete. Die ortsansässigen Muslime sehen in dem Buch eine Beleidigung des Islam.

Dies führte dazu, dass einige von ihnen am 19. September die protestantische Meserete-Kristos-Kirche angriffen und Fenster und Türen beschädigten. Daraufhin organisierten Vertreter der Stadt ein Treffen zwischen verschiedenen religiösen Leitern und verhafteten im Anschluss Deborah, die 15-jährige Eden samt ihrer Mutter sowie einen Mann namens Bekele.

In einer öffentlichen Veranstaltung am selben Tag kündigten sie weitere Maßnahmen gegen „Aufrührer“ an, die „religiöse Konflikte anzetteln“. Ein Christ verwies darauf, dass in Babile auch islamische Bücher im Umlauf seien, wogegen nichts dergleichen unternommen werde. Er muss sich seitdem regelmäßig bei der Polizei melden und wurde unter Druck gesetzt, sich für seine Aussagen zu entschuldigen, was er jedoch verweigerte.

In der folgenden Nacht wurde eine weitere Kirche demoliert. Gemeindeleiter erhielten Drohungen.

Während Bekele und Edens Mutter aus dem Gefängnis entlassen wurden, verhaftete die Polizei am 23. September die beiden 14-jährigen Mädchen Gifti und Mihiret. Eine Kontaktperson von World Watch Monitor berichtete von einem Besuch bei den Mädchen, dass sie trotz ihrer schweren Situation an ihrem Glauben an Christus festhalten. Nachdem sie mehrere Male vor Gericht erscheinen mussten, wurden sie schließlich Mitte Oktober gegen eine Kaution von 3.000 Birr (entspricht etwa 125 Euro) freigelassen.

Noch ist nicht klar, warum Deborah erneut verhaftet wurde. Es ist zu vermuten, dass die Ankläger weiter nach Möglichkeiten suchen, auf eine Verurteilung der jungen Christinnen hinzuwirken.

Äthiopien nimmt auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors aktuell Platz 18 unter den Ländern ein, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Offiziell herrscht in Äthiopien Religionsfreiheit, doch tatsächlich erleben viele Christen Diskriminierung und Bedrohung bis hin zu gewaltsamen Übergriffen.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors


CDU-Politiker beklagen islamische Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge

Zu Berichten über Anfeindungen und Gewalt gegenüber Christen in Flüchtlingsunterkünften erklären der stellv. Vorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU-Landtagsfraktion, André Kuper, und der CDU-Landtagsabgeordnete, Gregor Golland (siehe Foto): HP-Header-Gregor_15

Kuper: „Eine Befragung des Hilfswerks „Open Doors“, das sich weltweit für verfolgte Christen einsetzt, kommt zu einem beunruhigenden Ergebnis:

Zahlreiche christliche Flüchtlinge gaben an, sowohl von Mitbewohnern als auch von Seiten des Wachpersonals Bedrohung oder Verfolgung erlebt zu haben. Drei Viertel der Befragten wurden wiederholt angegriffen, nicht nur verbal, sondern auch körperlich. Es war sogar von Todesdrohungen und von sexuellen Übergriffen die Rede.

Mehr als 80 Prozent der christlichen Flüchtlinge sind in den Erstaufnahme-Einrichtungen Schikanen ausgesetzt, zumeist durch die Mehrheit muslimischer Flüchtlinge. Dabei sind diese Menschen aus ihrer Heimat geflohen in der Hoffnung, hier in Deutschland einen sicheren Hafen zu finden und ihren christlichen Glauben leben zu dürfen.“

Golland: „Die Angriffe geschehen auch in den Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes. Die Regierung muss unbedingt Maßnahmen ergreifen und Konzepte erarbeiten, um dort und in allen Flüchtlingsunterkünften religiöse Minderheiten besser zu schützen.

Der jetzige Zustand ist nicht tolerabel. In unserer gemeinsamen Anfrage möchten wir wissen, ob es bereits entsprechende Konzepte und Maßnahmen dazu gibt. Die Religionsfreiheit in unserem Land gilt für alle und muss von allen respektiert werden.“

Weitere Infos:

Kleine Anfrage (Drucksache 16/12010)
Homepage „Open Doors“

Quelle: http://www.gregor-golland.de/pages/posts/landesregierung-muss-religionsfreiheit-sicherstellen-1042.php


Menschenrechtsverbände besorgt wegen Übergriffen gegen christliche Flüchtlinge

Die Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen AVC („Aktion für verfolgte Christen und Notleidende“) in Nidda,  die IGFM („Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“) in Frankfurt, die Kirche in Not aus München, Open Doors in Kelkheim sowie der ZOCD („Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland“) in München haben sich zusammengeschlossen, um auf die zahlreichen Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge in deutschen Flüchtlingsunterkünften hinzuweisen und von Politik und Behörden ihren wirksamen Schutz zu fordern.

Diesen besonderen Schutz fordern sie auch für andere religiöse Minderheiten wie Jesiden, Bahai und weitere, die derselben Problematik ausgesetzt sind. 1643619043

Diskriminierung und Gewalt gegen christliche Flüchtlinge in Aslyunterkünften geschieht weit häufiger, als dies Aussagen von Behörden vermitteln. Obwohl Medien, Kirchenvertreter sowie Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen vielfach auf die steigende Anzahl dokumentierter Übergriffe durch muslimische Flüchtlinge und Wachpersonal in den Unterkünften verwiesen, haben die politischen Entscheidungsträger zumeist keine ausreichenden Maßnahmen zum Schutz der christlichen Minderheit ergriffen.

Vielmehr verfestigt sich der Eindruck, dass diese dramatische Entwicklung verdrängt, verharmlost oder nicht beachtet wird. Häufig wird von den verantwortlichen Entscheidungsträgern in Politik und Gesellschaft pauschal von Einzelfällen gesprochen, die nicht religiös motiviert seien, ohne dass hierfür eine belastbare Erhebung vorliegt.

Appell an Merkel: Religionsfreiheit schützen

Deshalb appellieren die Organisationen an die Bundeskanzlerin, sich dieser unerträglichen Situation von schweren Menschenrechtsverletzungen in Deutschland endlich zu widmen und dies zur Chefsache zu machen. Es genügt nicht, wenn die Kanzlerin das Menschenrecht Religionsfreiheit nur im Ausland anspricht.

Wenn christliche Flüchtlinge und andere religiöse Minderheiten in Deutschland Schutz vor religiöser Verfolgung suchen und in den Erstaufnahmeeinrichtungen genauso wie in ihren islamischen Herkunftsländern diskriminiert und verfolgt werden, ohne Schutz zu erhalten, dann ist dies eine eklatante Missachtung des Rechtes auf Religionsfreiheit in Deutschland.

Gemeldete Vorfälle nur Spitze des Eisbergs

Um Fehleinschätzungen entgegenzuwirken, die das Problem verharmlosen, und um den Betroffenen eine Stimme zu geben, haben mehrere Organisationen mit der Dokumentation religiös motivierter Diskriminierung und Übergriffe auf christliche Flüchtlinge begonnen. IGFM-menschenrechtede-8174_01_dd53c02859

So hat das internationale Hilfswerk Open Doors, das sich weltweit für verfolgte Christen einsetzt, binnen zwei Monaten bis zum Stichtag 15. April 2016 im Rahmen einer systematischen Erhebung 231 Vorfälle aus ganz Deutschland dokumentiert, die von Diskriminierung über Körperverletzungen bis hin zu sexuellen Übergriffen und Todesdrohungen die weitgehende Schutzlosigkeit christlicher Flüchtlinge in den Unterkünften aufzeigen.

Diese Dokumentation liegt zur Verteilung vor und kann auf der Website des Werkes eingesehen werden. Weitere Vorfälle, auch zu Übergriffen auf andere Minderheiten wie Jesiden, sind bei der IGFM und AVC eingegangen. Jesidische Frauen und Mädchen hatten sich an die IGFM gewandt, weil muslimische Übersetzer sie bedroht oder ihre Aussagen in Anhörungsverfahren falsch oder verkürzt übersetzt hatten. AVC hat bereits eine Petition zum Schutz christlicher Flüchtlinge beim Generalsekretär der CDU eingereicht.

Der ZOCD unterhält aufgrund der zunehmenden Hilferufe christlicher Flüchtlinge seit Juni 2015 ein bundesweites Netzwerk von ehrenamtlichen Helfern für betroffene Flüchtlinge sowie eine Notfall-Hotline, bei der an Spitzentagen bis zu 100 Anrufe betroffener Christen eingehen, häufig mit Meldungen zu gewaltsamen Übergriffen.

Die bislang gemeldeten Vorfälle stellen aus Sicht der Organisationen nur die Spitze des Eisbergs dar.  Fokus-menschenrechte-IGFM_2_02

Einige Gründe dafür, dass ein Großteil der christlichen Flüchtlinge und anderer religiöser Minderheiten Vorfälle nicht meldet, sind unter anderem

  • weitverbreitete Angst, dass Todesdrohungen gegen das eigene Leben sowie gegen im Heimatland verbliebene Angehörige umgesetzt werden,
  • die Erfahrung, dass eine Anzeige nichts bewirkt und zu einer noch stärkeren Bedrohung und weiteren Übergriffen führt,
  • die Erfahrung, dass der muslimische Wachschutz mehrmals selbst zum Täter wurde und muslimische Übersetzer die Schilderungen der Vorfälle nicht wahrheitsgemäß übersetzten.

Dass christliche Flüchtlinge in der Erhebung von Open Doors angegeben haben, wie überrascht sie sind, „wegen ihres Glaubens in Deutschland genauso schikaniert zu werden wie in ihrem Heimatland“, zeigt, dass der Schutzauftrag, den die Aufnahmerichtlinie der EU (2013/33/EU vom 26. Juni 2013) fordert, bislang nicht umgesetzt wird.

Politische Entscheidungsträger erwarten, dass Integration von Flüchtlingen unmittelbar zu erfolgen hat. Da diese jedoch ein langwieriger und schwieriger Prozess ist, der nicht auf dem Rücken der christlichen Flüchtlinge und anderer religiöser Minderheiten ausgetragen werden darf, stellen die Organisationen folgende Forderungen an Politik und Behörden:

  1. Erfassung der Religionszugehörigkeit bei der Erstaufnahme und Weiterleitung der Daten bei der Verlegung in andere Unterkünfte.
  2. Zusammenlegung von Minderheiten, so dass der Anteil der Christen sowie anderer religiöser Minderheiten im Verhältnis zu den Muslimen in etwa gleich ist.
  3. Getrennte Unterbringung von Christen sowie von anderen religiösen Minderheiten, die bereits Opfer von Verfolgung und Diskriminierung geworden sind. Dies sollte auch die Möglichkeit einer dezentralen Unterbringung umfassen. Dezentrale Unterbringung darf von Behörden nicht grundsätzlich blockiert werden, insbesondere wenn entsprechend Wohnraum für betroffene Christen angeboten wird.
  4. Adäquate Erhöhung des nicht-muslimischen Anteils innerhalb des Wachpersonals.
  5. Regelmäßige Schulungen und Sensibilisierung der Mitarbeiter und des Sicherheitspersonals in Flüchtlingsunterkünften hinsichtlich Ursachen religiöser Konflikte und des Schutzes religiöser Minderheiten.
  6. Bereitstellung von Vertrauenspersonen christlichen Glaubens, an die sich von Verfolgung betroffene Christen wenden können.

Den Bericht und weitere Infos finden Sie unter: www.opendoors.de/fluechtlingsbericht

Open Doors Deutschland e.V., Postfach 1142, D-65761 Kelkheim

T +49 6195 – 67 67 180 F +49 6195 – 67 67 181
E pressebuero@opendoors.de
www.opendoors.de 


Aufruf wegen Übergriffen gegen Christen unter Asylbewerbern in Deutschland

Pressemeldung der Evangelischen Allianz:

Aufgrund der zunehmenden Fülle an Berichten über Verfolgung und Gewalt gegenüber christlichen Flüchtlingen in vielen Unterkünften in Deutschland ist das mit uns verbundene Werk „Open Doors“ seit mehreren Wochen dabei, einen Überblick über die Situation zu gewinnen und einen Bericht dazu zu erstellen.4077304320

Häufig werden solche Vorfälle vertuscht oder verharmlost und kommen nicht an die Öffentlichkeit. Deshalb ist es unser gemeinsamer Auftrag, unseren Geschwistern zu helfen und Politiker dazu zu bewegen, einen wirksamen Schutz zu gewährleisten.

Wenn Sie oder Ihnen bekannte Personen in unmittelbarem Kontakt mit christlichen Flüchtlingen stehen und somit aus erster Hand Informationen über solche Vorfälle haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit „Open Doors“ auf, damit das Werk mit einem kurzen Fragebogen genauere Informationen erfassen kann. Telefon 06195-6767255.