Friedensnobelpreis für deutsche Vertriebene!

Von Felizitas Küble

Der Deutschlandfunk erklärte in einer Sendung über unsere vertriebenen Landsleute aus den Ostgebieten:

„Das Thema Flüchtlinge gehört zu unserem Land seit 1945. Allein bis 1950 waren schätzungsweise 12 Millionen Deutsche auf der Flucht vor Vertreibung. Später kamen die Ungarn-Flüchtlinge hinzu.“  (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/erinnerung-fluechtlinge-und-vertriebene-nach-dem-krieg.862.de.html?dram:article_id=343211)

Wohlgemerkt: Über 12 Millionen deutsche Heimatvertriebene ab 1945, etwa zwei Millionen von ihnen fanden den Tod durch Ermordung, Hunger, Ertrinken, Erschöpfung, Folter in polnischen Nachkriegs-KZs usw.

Trotzdem hat niemand von unseren Landsleuten aus dem Osten jemals zu politischer Gewalt aufgerufen oder gar Terrorismus betrieben.

Stattdessen wurde bereits in der „Charta der Heimatvertriebenen“ von 1950  –  bei allem berechtigten Bekenntnis zum „Recht auf die Heimat“  –  ausdrücklich auf jede Gewalt und Vergeltung verzichtet.   (Infos hier: https://www.bund-der-vertriebenen.de/charta-der-deutschen-heimatvertriebenen.html)

Wer nun meint, solche Friedensliebe und Verständigungsbereitschaft seien doch selbstverständlich, der irrt sich sehr, bedenkt man etwa den Terror und die Aggressionen von Palästinensern oder Kurden.

Faire Geschichtswissenschaftler wie der deutschjüdische Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn haben mehrfach betont, daß die Verbrechen der NS-Diktatur keineswegs als Rechtfertigung oder Verharmlosung für die Vertreibung von Millionen Deutschen herhalten dürfen.

Es ist überfällig, daß die einzigartige Friedensleistung unserer deutschen Landsleute aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern, dem Sudetenland etc. entsprechend gewürdigt wird und sie dafür den wohlverdienten Friedensnobelpreis erhalten  –  solange noch Menschen aus dieser Generation leben!

Übrigens ist diese Idee nicht ganz neu: Ende der 90er Jahre hat auch Erzbischof Johannes Dyba (siehe Foto) – der katholische Oberhirte aus Fulda – mehrfach diesen Vorschlag in die Öffentlichkeit gebracht.

Der am 23. Juli 2000 im Alter von 71 Jahren verstorbene Bischof von Fulda wußte das schwere Schicksal unserer Heimatvertriebenen zu würdigen und hat ihre herausragende Friedensliebe anerkannt.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Erklärung der Israelischen Botschaft in Berlin zum Terroranschlag in Halle

​Wir sind geschockt und erschüttert von den brutalen Terroranschlägen gestern Mittag in Halle, während jüdische Betende in den Synagogen in ganz Deutschland versammelt waren um Yom Kippur zu begehen, dem heiligsten Tag im Judentum.

Gemeinsam müssen wir jede Form von Extremismus ablehnen und vereint gegen solchen sinnlosen Terror vorgehen.

Wir möchten den deutschen Sicherheitskräften unsere Wertschätzung für ihre Mühen ausdrücken, die Sicherheit aller jüdischen Institutionen und Gläubigen an diesem heiligen Tag zu gewährleisten und vertrauen darauf, dass alle Maßnahmen ergriffen werden um die Täter zu fassen und sie umgehend der Justiz zuzuführen.

Unser tiefstes Beileid gilt den Opfern und ihren Familien in dieser schwierigen Zeit. Sie werden in unseren Gedanken und Gebeten sein.

 


Das Opfer, das dem HERRN gefällt, ist ein zerknirschter Geist und ein zerbrochenes Herz

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 51 (50),3-4.12-13.17.19.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!
.
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!
.
HERR, öffne mir die Lippen,
und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

Leidvolles Schicksal der Russland-Deutschen

Am 28. August 1941 ordnete Stalin in einem Dekret die Zwangsdeportation der Wolgadeutschen nach Sibirien und Zentralasien an. Von einem Tag auf den anderen mussten die Deutschen der Wolgarepublik und anderer Siedlungsgebiete ihre Heimat verlassen und wurden größtenteils nach Kasachstan und Sibirien deportiert.

Es folgte eine Zeit der Zwangsarbeit und Diskriminierung. In den nachfolgenden Jahren war es den Russlanddeutschen streng verboten, in der Öffentlichkeit Deutsch zu sprechen oder ihre Kultur zu leben.

Eine Zeit, die im kollektiven Bewusstsein der Russlanddeutschen nach wie vor eine große Rolle spielt. Seit den achtziger Jahren gilt der 28. August als „Tag der Russlanddeutschen“, an dem man dieser schrecklichen Ereignisse und der vielzähligen Opfer gedenkt.

Dazu erklärt der Sprecher der Interessengemeinschaft der Russlanddeutschen im Deutschen Bundestag und AfD-Bundestagsabgeordneter für Südthüringen, Anton Friesen:

„Am heutigen Tag der Russlanddeutschen gedenken wir der hunderttausenden Unschuldigen, die dem Stalin-Dekret zum Opfer fielen. Sie wurden innerhalb weniger Wochen unter grausamen Bedingungen nach Sibirien zwangsdeportiert und in Arbeitslager interniert. Viele von ihnen verhungerten oder wurden erschossen. Darunter auch unzählige Frauen und Kinder.

Selbst nach Stalins Tod wurden die deutschstämmigen Einwohner der Sowjetunion weiter unterdrückt. Erst mit dem Niedergang der Sowjetunion gelangten die Deutschen aus Russland wieder in die Heimat ihrer Vorfahren.

Die Deutschen aus Russland, zu denen auch ich und mein Fraktionskollege Waldemar Herdt gehören, sind ein Teil des deutschen Volkes. Die Geschichte der Russlanddeutschen ist daher unteilbar mit der Geschichte der Deutschen verwoben. Auch darauf sollten wir uns heutzutage verstärkt besinnen.“


Schwester Philiberta Anna Bürsken FSMG: Seelsorgshelferin und Märtyrerin der Reinheit

Von Hermann Rieke-Benninghaus

Schwester M. Philiberta FSMG wurde am 30. September 1920 als Anna Bürsken in Schapen (Emsland) in einem katholischen Elternhaus geboren. Am 15. September 1949 trat sie in die Kongregation der Franziskanerinnen vom hl. Märtyrer Georg zu Thuine ein.

Die erste Profeß war am 19. März 1952. Als ausgebildete Schneidermeisterin gab sie zunächst Nähkurse. 1954 erwarb sie die Lehrbefähigung in katholischer Religion.

Die Ewige Profeß legte sie am 19. Dezember 1956 ab. Sie wurde als Pfarrhilfe (Seelsorgehelferin) in Glane, Sögel und Clarholz und seit August 1970 im Wallfahrtsort Wietmarschen (Grafschaft Bentheim) eingesetzt.

Beim Basteln mit Jugendlichen entstanden Fadenbilder, Emaillearbeiten und Rosenkränze. Jesus Christus, unser Erlöser und König, stand im Mittelpunkt ihrer Bildungsarbeit.

Als Seelsorgeschwester war sie unermütlich um die Belange der Jugend und der Unterweisung der Kinder bemüht. Sie war heimat- und familienverbunden. Oft erkundigte sie sich bei der Familie: „Was gibt es Neues in Schapen?“

Von Freude erfüllt über eine Pilgerfahrt nach Lourdes kehrte sie am 20. September 1981 zurück.

Am Abend des 30. September 1981 geht Schwester Philiberta mit einer Bekannten nach der Probe des Kirchenchores im Jugendheim gegen 21.45 Uhr zum Matthiasstift zurück. Sie verabschieden sich. Sr. Philiberta setzt den kurzen Weg alleine fort.

Es ist Kirmes in Wietmarschen. Ein 17-jähriger Schaustellerhelfer überfällt sie, entkleidet sie, versetzt ihr Handkantenschläge, würgt sie, vergeht sich an ihr, sticht mit einem Klappmesser zu. Die Schwester erwacht während der zweistündigen Leiden immer wieder aus ihrer Bewußtlosigkeit und wehrt sich überaus heftig.

BILD: Wallfahrts-Statue von Wietmarschen, wo Sr. Philiberta als Pfarrhelferin wirkte

Schließlich erstickt der junge Mann sie mit einem Teil ihrer Unterwäsche. Der voll zurechnungsfähige jugendliche Mörder hat die Ordensfrau zu Tode gequält. Sie hat ein Reinheitsmartyrium erlitten.

Ihre leibliche Schwester M. Amabilis (Mathilde) Bürsken besucht den Täter später in der Jugendhaftanstalt Vechta als ein Werk der Barmherzigkeit. Sie sagt über ihn in plattdeutscher Sprache: „Ach, wat was’t doch’n armes Jüngsken!“

Der Gedenktag von Schwester Philiberta ist der 30. September.

 


Ordensbruder Mutwald William Hengelbrock: Märtyrer und Opfer des Gehorsams

Von Hermann Rieke-Benninghaus

Der Ordensbruder Mutwald William (Wilhelm) Hengelbrock FSC wurde am 10. November 1907 in Osnabrück als Sohn des Bildhauers Fritz Hengelbrock und der Schneiderin Auguste geboren.  

In dem Jungen reifte die Entscheidung zum Ordensstand. Die Ideen des Gründers der Schulbrüder, Johann Baptist de la Salle, begeisterten ihn.

So bat er mit 23 Jahren um Aufnahme ins Noviziat der Schulbrüder in Bad Honnef. Sein Ordensname war Bruder Mutwald William.

Da er als Missionar tätig sein wollte, kam er nach dem Noviziat ins Scholastikat nach Maria‑Tann in Kirnach‑Villingen im Schwarzwald, wo er sich besonders die englische Sprache aneignete. Nach erfolgreichem Abschlußexamen konnte er seinem Herzenswunsch nachgehen und in der englischen Kolonie Malakka mit großem Eifer und Einfühlungsvermögen die einheimischen Kinder unterrichten.

Bei Kriegsausbruch traf auch Br. Mutwald William die Ausweisung aus diesem Gebiet. Er suchte Zuflucht im De-La-Salle‑Kolleg in Manila, das alle von der Ausweisung betroffenen deutschen Brüder gerne aufnahm.

Arbeit gab es genug in der weit über tausend Schüler zählenden Schule. Er besaß auch große handwerkliche Fähigkeiten. Seine Schüler lernten Buchbinden, Holzschnitzen, Malen, Zeichnen und andere Fertigkeiten. Nach Hause berichtete er von den Schwierigkeiten mit der Hitze. Besonders lobte er den Eifer der philippinischen Jungen.

Während des Krieges setzte er seine Verwaltungsfähigkeiten ein und unterstützte seinen Ordensobern, Br. Xavier. Er meisterte für den Bruder Direktor so manche peinliche Situation und Fälle, die dessen Position nicht zugemutet werden konnten.

Da er die im Februar 1945 schwierige und äußerst gefährliche Kriegssituation anders beurteilte als sein Oberer, ging er zum Erzbischof und fragte ihn, ob die Brüder das Kolleg vorübergehend verlassen dürften. Der Erzbischof erteilte die Erlaubnis, nicht aber der Direktor.

Auch der Nuntius Guglielmo Plani, den man gefragt hatte, gab Br. Xavier den Rat, seinem Direktor zu gehorchen. Gegen seine eigene Überzeugung beugte sich Bruder Mutwald den Anordnungen seines Obern und blieb mit allen übrigen Mitbrüdern.

Und so fiel auch er dem grausamen Massaker am Sonntag, dem 12.2.1945, zum Opfer. Es gab 17 Schulbrüder im Kolleg, von denen 16 umgebracht wurden. Auch Zivilangehörige kamen hierbei ums Leben.

Bruder Mutwald William wurde von den japanischen Soldaten in der Kapelle mit dem Bajonett erstochen. Seine Leiche wurde zusammen mit den insgesamt 41 Opfern des grauenvollen Massakers zunächst in einem Massengrab im Garten beerdigt.

1949 wurden alle 41 Opfer exhumiert und geborgen. Man legte die Überreste in drei hölzerne Sargbehälter. Diese wurden 12. Februar 1949 auf dem La-Loma-Friedhof (North Cemetery) in Quezon City, 10 km nördlich von Manila, feierlich beerdigt.

Bruder Mutwald kann ein „Märtyrer des Gehorsams“ genannt werden. Er stand im 38. Lebensjahr, im 16. Jahr seines Ordenslebens und im sechsten seiner ewigen Profeß.

Die Kirche hat ihn in ihr Martyrologium aufgenommen. Sein Gedenktag ist der 12. Februar.


Gemeinde debattiert in der Hl.-Geist-Kirche über die Predigt von Pfarrer Zurkuhlen

Von Felizitas Küble

Am gestrigen Montagabend (9. Juli) versammelten sich in der Heilig-Geist-Kirche von Münster etwa 120 bis 150 Besucher, die über die „umstrittene“ Predigt des Ruhestandspfarrers Ulrich Zurkuhlen sprechen wollten, der selber nicht anwesend war. 

Die Veranstaltung war von Presseleuten und Kameras begleitet, die teils vorne im Kirchenschiff standen.

Der  –  seit Jahrzehnten als theologisch liberal bekannte  –  Geistliche Zurkuhlen hatte in seiner Predigt vom 30. Juni in diesem Gotteshaus (siehe Fotos) zur Vergebung – auch für Missbrauchstäter – aufgerufen, was zu großer Empörung bei einigen Gläubigen und danach bundesweit in vielen Medien führte.

Der zuständige Pfarrer Dr. Stefan Rau hatte zu der Veranstaltung eingeladen, wobei nicht ganz klar war, warum sie nicht im Pfarrgemeindehaus stattfand, zumal es keinerlei gottesdienstliche Handlungen gab, weder ein gemeinsames Gebet noch einen priesterlichen Segen zum Ende der Versammlung. 

Vielleicht hätte auch ein Vaterunser-Gebet mit seinem Vergebungsthema („…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“) zu sehr daran erinnert, daß der in dieser Zusammenkunft  kritisierte Pfarrer Zurkuhlen auf einer rein grundsätzlichen Ebene durchaus richtig lag, denn die christliche Verzeihung gehört gleichsam zur DNA des Christentums – und sie hört nicht bei Mißbrauchstätern auf, auch nicht bei sonstigen schweren Sündern.

Freilich setzt dies echte Reue und Umkehrbereitschaft beim Täter voraus.

Unabhängig von dieser prinzipiellen Sachlage scheint freilich klar zu sein, daß der 79-jährige Zurkuhlen seine Predigt ungeschickt „aufgezogen“ und sein Anliegen daher wohl auch mißverständlich präsentiert hat.

Ein einseitiger Blick auf die Täter  – und deren Wunsch nach Vergebung –  wirkt zudem verstörend, wenn nicht zugleich die Sichtweise und das Leiden der Opfer klar zur Sprache kommt.

Andererseits konnte der Priester wiederum seine Worte nicht zu Ende führen, weil etwa 1/3 der Meßbesucher aus Protest die Kirche verließen. Es wurde auf der Versammlung zwar von einigen Teilnehmern bestritten, daß es hierbei besonders lautstark zugegangen sei – allerdings berichtete eine ältere Dame von einem „Tumult am Altar“, von dem ihr Mann (der jene Messe Pfarrer Zurkuhlens besuchte) ihr erzählt habe.

Der leitende Pfarrer Stefan Rau übte sowohl in seiner Ansprache zu Beginn wie auch zum Ende der Versammlung scharfe Kritik an der Predigt seines priesterlichen Mitbruders, weil der Täter kein „Recht“ und das Opfer keine „Pflicht“ zur Vergebung hätten.

Allerdings ist nicht ersichtlich, daß der kritisierte Prediger von einem „Recht“ auf Vergebung sprach, auch erwähnte er keine „Pflicht“ zur Verzeihung, schon gar nicht seitens der Opfer, was als Forderung völlig abwegig wäre. 

Vielmehr plädierte der Priester offenbar dafür, daß die „kirchlichen Hierarchen“ – also oberen Amsträger – den Tätern irgendwann mal vergeben sollten. Seine Frage lautete angeblich – wie ein Teilnehmer erklärte – folgendermaßen: Wie sollten die Schuldigen sonst seelisch-psychisch weiterleben können?

Von daher hatte der Priester – auch seiner eigenen Darstellung zufolge – keineswegs von den Opfern selbst eine Haltung der Vergebung verlangt.

Wenn bestimmte Aussagen beanstandet werden, sollte man sie zuvor korrekt darstellen, weil sonst leicht ein Zerrbild entstehen, weil die Fairneß einer Debatte durch emotionale Reaktionen schnell unter die Räder gerät.

Sodann kritisierte Pfarrer Rau in seiner Schlußansprache einen „perfiden Vergleich“, den es in der Predigt Zurkuhlens gegeben habe, nämlich zwischen jenen Frauen, die an ihren verstorbenen Ehemännern kein gutes Haar lassen  – und den Missbrauchsopfern, die ihren Tätern nicht vergeben.

Aber eben dieser Vergleich geht nicht eindeutig aus der Predigt-Darstellung Zurkuhlens hervor (zumal er betr. Vergebung anscheinend nicht die Opfer, sondern die „kirchlichen Hierarchen“ ansprach).

Wie dem auch sei: Daß der Prediger evtl. zu abrupt von seiner Rüge über unversöhnliche Witwen zum Thema Vergebung für Mißbrauchstäter gelangte, daß er hier  keine erklärende und relativierende Überleitung brachte, ist durchaus möglich, aber vielleicht als verbale Ungeschicklichkeit zu werten, auf die man nicht unbedingt mit dem rhetorischen Hammer reagieren muß.

In den Medien wurde angekündigt, in dieser Versammlungen sollten auch jene Mißbrauchsopfer zu Wort kommen, die bei der umstrittenen Predigt anwesend waren und besonders betroffen gewesen seien. Diesbezüglich hat sich niemand zu Wort gemeldet. Einzig am Schluß sprach ein älterer Betroffener aus Rhede, er habe ein entsprechendes Netzwerk gegründet, was ja auch sehr zu begrüßen ist.

Pfarrer Rau lobte mehrfach seine eigene Gemeinde, weil sie gegen die Predigt des Ruhestandspfarrers aufgestanden sei, was deutschlandweit für große Zustimmung gesorgt habe. Es gehe um die „Ermächtigung“ und „Selbstermächtigung“ der Gläubigen, betonte er hierbei.

Während der Versammlung hatten sich mehrere Personen gemeldet, die aus der Kirche ausgetreten waren, aber ebenfalls die Heilig-Geist-Gemeinde lobten (und die Zurkuhlen-Predigt kritisierten).

Sodann wurde von weiteren Besuchern mehrfach beklagt, daß Pfarrer Zurkuhlen nach dem Tumult während seiner Predigt die Messe einfach   – als sei nichts geschehen –  zu Ende geführt habe. Einer ärgerlichen Dame kam das vor „wie in den 60er Jahren“.

Was hätte der Priester denn sonst tun sollen? Die heilige Messe einfach ausfallen lassen? Immerhin sind zwei Drittel der Gläubigen im Gotteshaus geblieben. Hatten sie kein Recht auf eine Fortsetzung der Eucharistiefeier? Oder gilt allein der Wunsch einer protestierenden Minderheit?

Zudem waren die „Herausgelaufenen“ kirchlich gesehen verpflichtet, ihre Sonntagspflicht in einer anderen Kirche nachzuholen, zumal es in Münster etliche Abendmessen gibt. Ob das der Fall war? Oder gilt dies Kirchengebot nicht mehr, wenn sich jemand in einem „erhöhten Erregungszustand“ befindet?

Ein Mitglied der reformkatholischen KFD (Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands) erklärte sodann, Pfarrer Zurkuhlen von früher her in sehr guter Erinnerung zu haben, er habe vor zwanzig Jahren KFD-Tagungen geleitet oder begleitet – und hierbei konzilsgemäße und „fortschrittliche“ Standpunkte vertreten. Umso mehr erstaunt sei sie über seine umstrittene Predigt.

„Fortschrittlich“ scheint nicht nur der kritisierte Ruhestandspriester, sondern auch die Gemeindeleitung der Pfarrei Heilig-Geist zu sein: Auf dem Schwarzen Brett in der Kirche befindet sich ein Riesen-Plakat der Aktion „Maria 2.0“, die bekanntlich „alle kirchlichen Ämter“ für Frauen fordert, somit Priestertum, Bischofsweihe und Papstamt.

Wie Pfarrer Rau den Versammelten ankündigte, sei nach den Sommerferien eine weitere Veranstaltung zu dieser Predigt und der ganzen Missbrauchs-Thematik geplant, an der dann Pfr. Zurkuhlen teilnehmen solle.

Abschließend stellt sich die Frage, warum Pfarrer Rau sich einseitig gegen seinen attackierten Mitbruder positionierte, statt eine vermittelnde Haltung einzunehmen und zu versuchen, die Wogen zu glätten und Brücken zu bauen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Stellungnahme zur Causa Zurkuhlen von evangelikaler Seite: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/08/auch-missbrauchstaeter-duerfen-um-vergebung-bitten/