Mein Aufruf zu einem „stillen Advent“ mit geschichtlicher Besinnung

Von Almut Rosebrock

1789 – 1914 – 1939 – 1949 – 1989 – 2019

Vor 105 bzw. 80 Jahren tobten schlimme Kämpfe auf den Kriegs-Schlachtfeldern in Frankreich und Belgien. Der Bonner Maler August Macke war im Herbst 1914 bereits gefallen – neben vielen andere hoffnungsfrohem jungen Männern, die voller ELAN in den Krieg gezogen waren: https://de.wikipedia.org/wiki/August_Macke

Wieviel LEBEN wurde dadurch für immer verhindert? Auf allen Seiten –  man darf in dem Gedenken niemanden ausschließen.

Wieviele jung Verlobte oder schnell Verheiratete blieben im Krieg – konnten gar nicht erst eine Familie gründen? Wieviele Mütter verloren ihre Söhne, Kinder ihre Väter und Großväter, ihre Geschwister – ein Bruder sowohl meiner Schwiegermutter als auch des Schwiegervaters blieb im KRIEG! Unsere Verwandtschaft könnte ganz anders aussehen … !

Und die NS-Verfolgung der Regime-Gegner, -Kritiker, „Ungewollten“ oder „Gehassten“ – sie wurden in Lager verschleppt und nicht selten grausam umgebracht.

In der kath. Hofkirche bzw. Kathedrale in Dresden wird einiger junger katholischer Geistlicher gedacht, die sich der Diktatur entgegenstellten – und das mit dem Leben bezahlten!

Im Totensonntaggedenken bei uns wurde dieses Jahr der Name „Renate Bethge, 93 Jahre, Viliprott“ verlesen. Sie war die Frau von Eberhard Bethge, des Schülers und theologischem Weggefährten von Dietrich Bonhoeffer, der es sich zur LEBENSAUFGABE gemacht hat, dessen Werke zu sichten und zu veröffentlichen.

Ohne ihn wäre Bonhoeffer ganz sicher nicht so bekannt, wie er es heute ist – er gehörte, nach seiner kritischen Arbeit auch schon zuvor, mit zum Kreis der Attentäter um Stauffenberg und wurde noch am 9. April 1945 von den Nazis hingerichtet.

Aus dem Gefängnis schrieb er zahlreiche Briefe an seine Verlobte Maria von Wedemeyer, die im Buch „Brautbriefe Zelle 92“ – Vorwort E. Bethge  – veröffentlicht sind: https://www.amazon.de/Brautbriefe-Zelle-Bonhoe…/…/3406608914

Das Leiden, Sterben, Verlorensein aufgrund der Diktaturen und Kriege – die aus „entarteter Macht“ heraus entstanden und sich entfachten – ist unermesslich.

Ich nehme in meine Betrachtung bewusst die Napoleon-Feldzüge mit hinein, die auf die Französische Revolution von 1789 – die auch viele Menschenleben kostete – folgten und die französischen Heerführer bis nach Rußland und Skandinavien auf „Eroberungsfeldzüge“ brachte!

Große Teile Deutschlands wurden in den Jahren französisch. Von 1803 – 1806 erfolgte unter Napoleons Ägide die „Säkularisation“, die Enteignung der Kirchen und Klöster – die die weitere Geschichte mit „prägte“.

Erst im Oktober 1813 gelang es, unter Zusammenschluss der Heere aus Russland, Österreich, Schweden, Polen, Preußen, usw., also wirklich einer „europäischen Gemeinschaftsaktion“, Napoleon mit seinen Heeren – denen sich teils auch deutsche Soldaten (gezwungenermaßen) angeschlossen hatten – in der Völkerschlacht bei Leipzig zurückzuschlagen.

Im Oktober 1913 wurde das Denkmal dieser Völkerschlacht ebendort eingeweiht: https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=v%C3%B6lkerschlachtdenkmal

Es stellt einen großen Turm dar – und das „Meer der Tränen“ im davorliegenden Bassin, das den Turm spiegelt.
Ob sich die Planer und Erbauer 1913 träumen ließen, wie bald Deutschland wieder in einen heftigen Krieg verwickelt sein würde?

DEMUT – BUßE – UMKEHR – GEDENKEN – INFORMATION zur GESCHICHTE – BESINNUNG – INNEHALTEN – KONSUMVERZICHT.

Das wären für mich Punkte, die der STILLE ADVENT 2019 beinhaltet. Ich werde ihn so leben und rufe Multiplikatoren dazu auf, ebenso zu gedenken. 

In dieser Vorbereitungszeit für Weihnachten, die GEBURT des Erlösers JESUS CHRISTUS, dessen wir gedenken, sich selbst etwas zurückstellen – und der MENSCHLICHKEIT, der FEHLBARKEIT, des LEIDENS, der VERSTORBENEN gedenken.

Das alles jedoch nicht rückwärtsgewandt – es gibt auch Grund zu DANKBARKEIT!
Aber geschichtsvergessen sollten wir darüber nicht werden. Darum dieser Aufruf, denn der ADVENT ist traditionell eine BUß- und FASTENZEIT!

Am 13.2.1945 erfolgte der verheerende Bombenangriff – in 3 Wellen bis zum Vormittag des 14.2. – auf DRESDEN, das ich gerade besuchte.

In der kath. Hofkirche (liegt neben dem aktuell bestohlenen Grünen Gewölbe!) findet sich eine Gedenkkapelle mit einer „Meißner Madonna“ von 1974, es ist also Gedenken aus der DDR-Zeit.

An der Rückseite dieser Kapelle stehen Texte, die der Bischof von Dresden-Meißen am 12.2.1945 – also am Tag vor der Zerstörung der Stadt – gebetet hat.

Dieser Text beinhaltet Buße und ein Schuldbekenntnis für die „schlimme aktuelle Lage des Landes“.
Er endet mit einem ÜBERGABEGEBET des Lebens an GOTT, den SCHÖPFER und ERHALTER des Lebens!

Mich hat dieser Text, als ich letztens zum Gedenken an 30 Jahre Friedliche Revolution in Dresden war, sehr angesprochen. Ich war dankbar dafür.
In der wieder aufgebauten Frauenkirche jedoch fehlt mir das Gedenken und die Demut – was mich traurig macht(e)!

SELBSTÜBERHEBUNG und ÜBERMUT sowie GESCHICHTSVERGESSENHEIT sind nicht gut.

Der Altar der (evangelischen) Frauen-Kirche, 1726 auf dem Grund einer Vorgängerkirche gebaut, der den in Gethsemane im Gebet ringenden Jesus zeigt, der Stärkung durch einen Engel empfängt, sprach mich dagegen an.
In der Kreuzkirche (evang., 1897 durch einen Brand bereits zerstört gewesen) ist das Altarbild der gekreuzigte JESUS. 
In der Hofkirche ist es der zum Himmel auffahrende Christus – nach seiner Auferstehung!

Auch das macht mir meinen bzw. unseren Glauben kostbar und wertvoll.

Das Menschenleben und -Tun ist zerbrechlich. Es hat seinen Anfang – und sein Ende. Dazwischen liegt unser LEBEN – das SO oder SO verlaufen kann…

EHRE und DANK sei GOTT, dem HERRN!


Missbrauch: Überzogene Summen bei Opferentschädigungen sind kontraproduktiv

Von Felizitas Küble

Laut Vorschlag einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz soll künftig pauschal jedes Opfer von sexuellem Missbrauch eine Entschädigung von 300.000 Euro erhalten. Zu dieser Kommission gehören auch Bischöfe – ebenso wie Betroffene.

Derart hohe Beträge kennt man sonst nur aus den USA, die ein grundsätzlich anderes Schadensersatzrecht haben als wir Deutschland und Europa.

Bislang erhält ein Opfer von der Kirche 5000 Euro oder mehr – bei den Regensburger Domspatzen waren es bis zu 20.000 Euro.

Die geplante Entschädigungssumme ist nicht zuletzt deshalb problematisch, weil sie indirekt zu Falschanzeigen ermutigt. Daß solche unwahren Beschuldigungen gegen Priester immer wieder vorkommen, ist längst eindeutig erwiesen und liegt in der Natur der Sache. Durch solche Falschanzeigen leidet aber auch das Ansehen der tatsächlichen Opfer – und genau hier liegt das Problem!

Dieser Einwand gilt ebenso für den zweiten Vorschlag der Arbeitsgruppe, je nach Schwere des Übergriffs zwischen 40.000 und 400.000 Euro zu zahlen. 

Der staatliche Entschädigungsfond, den der „Runde Tisch“ beschlossen hat, sieht höchstens 10.000 Euro vor – und dies normalerweise nur als Sachleistung (Therapiekosten usw).

Das Netzwerk B  –  eine  “Initiative Betroffener von sexualisierter Gewalt” – kritisierte in seinem Positionspapier vom 24.2.2012, daß die Höchstgrenze staatlicher Entschädigungszahlungen lediglich bei 10.000 € liegt.

Hingegen hat zum Beispiel das Kloster Ettal meist 10.000 und bisweilen bis zu 20.000 € Entschädigung pro Opfer von Missbrauch oder körperlichen Misshandlungen (Schlägen usw.) ausgezahlt. (Siehe hierzu diese Ettaler Stellungnahme: https://charismatismus.wordpress.com/2011/09/06/freiwillige-hohe-entschadigungszahlungen-durch-kloster-ettal/

Nun zum früheren Hätschelkind der Linken und Grünen, nämlich der Odenwaldschule, die immerhin eine UNESCO-Modellschule war:

Dieses hessische Landschul-Internat entschädigte seine 132 Missbrauchsopfer zunächst mit einer Gesamtsumme von 50.000 €, wie die Wochenzeitung “Die Zeit” vom 11.4.2011 berichtete   –  also weit unter 400 Euro pro Person. Später wurden durch die nahestehende Stiftung „Brücken bauen“ insgesamt 300.000 € an die 132 Geschädigten ausgezahlt.

Somit liegt der jetzt kirchlich vorgeschlagene Betrag je Opfer fünfzig-mal über der staatlichen Höchst-Summe von 10.000; noch größer ist der Abstand zur Odenwaldschule.

Dazu kommt das Problem, dass diese Entschädigungsleistungen  – zumindest teilweise  –  aus der Kirchensteuer-Kasse entnommen werden, was sich bei dieser Höhe gar nicht vermeiden läßt.

Es ist aber nicht leicht einzusehen, dass die „Solidargemeinschaft“ der Kirchenmitglieder überhaupt für die Geschädigten aufkommen soll (dazu könnte auch ein Fond aus Beiträgen hoher Geistlicher – vor allem Bischöfe  –  errichtet werden). Dies gilt erst recht für derart hohe Beträge, die weit über das hinausgehen, was der Staat oder andere Institutionen wie die Odenwaldschule bereitstellen.

 


Friedensnobelpreis für deutsche Vertriebene!

Von Felizitas Küble

Der Deutschlandfunk erklärte in einer Sendung über unsere vertriebenen Landsleute aus den Ostgebieten:

„Das Thema Flüchtlinge gehört zu unserem Land seit 1945. Allein bis 1950 waren schätzungsweise 12 Millionen Deutsche auf der Flucht vor Vertreibung. Später kamen die Ungarn-Flüchtlinge hinzu.“  (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/erinnerung-fluechtlinge-und-vertriebene-nach-dem-krieg.862.de.html?dram:article_id=343211)

Wohlgemerkt: Über 12 Millionen deutsche Heimatvertriebene ab 1945, etwa zwei Millionen von ihnen fanden den Tod durch Ermordung, Hunger, Ertrinken, Erschöpfung, Folter in polnischen Nachkriegs-KZs usw.

Trotzdem hat niemand von unseren Landsleuten aus dem Osten jemals zu politischer Gewalt aufgerufen oder gar Terrorismus betrieben.

Stattdessen wurde bereits in der „Charta der Heimatvertriebenen“ von 1950  –  bei allem berechtigten Bekenntnis zum „Recht auf die Heimat“  –  ausdrücklich auf jede Gewalt und Vergeltung verzichtet.   (Infos hier: https://www.bund-der-vertriebenen.de/charta-der-deutschen-heimatvertriebenen.html)

Wer nun meint, solche Friedensliebe und Verständigungsbereitschaft seien doch selbstverständlich, der irrt sich sehr, bedenkt man etwa den Terror und die Aggressionen von Palästinensern oder Kurden.

Faire Geschichtswissenschaftler wie der deutschjüdische Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn haben mehrfach betont, daß die Verbrechen der NS-Diktatur keineswegs als Rechtfertigung oder Verharmlosung für die Vertreibung von Millionen Deutschen herhalten dürfen.

Es ist überfällig, daß die einzigartige Friedensleistung unserer deutschen Landsleute aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern, dem Sudetenland etc. entsprechend gewürdigt wird und sie dafür den wohlverdienten Friedensnobelpreis erhalten  –  solange noch Menschen aus dieser Generation leben!

Übrigens ist diese Idee nicht ganz neu: Ende der 90er Jahre hat auch Erzbischof Johannes Dyba (siehe Foto) – der katholische Oberhirte aus Fulda – mehrfach diesen Vorschlag in die Öffentlichkeit gebracht.

Der am 23. Juli 2000 im Alter von 71 Jahren verstorbene Bischof von Fulda wußte das schwere Schicksal unserer Heimatvertriebenen zu würdigen und hat ihre herausragende Friedensliebe anerkannt.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Erklärung der Israelischen Botschaft in Berlin zum Terroranschlag in Halle

​Wir sind geschockt und erschüttert von den brutalen Terroranschlägen gestern Mittag in Halle, während jüdische Betende in den Synagogen in ganz Deutschland versammelt waren um Yom Kippur zu begehen, dem heiligsten Tag im Judentum.

Gemeinsam müssen wir jede Form von Extremismus ablehnen und vereint gegen solchen sinnlosen Terror vorgehen.

Wir möchten den deutschen Sicherheitskräften unsere Wertschätzung für ihre Mühen ausdrücken, die Sicherheit aller jüdischen Institutionen und Gläubigen an diesem heiligen Tag zu gewährleisten und vertrauen darauf, dass alle Maßnahmen ergriffen werden um die Täter zu fassen und sie umgehend der Justiz zuzuführen.

Unser tiefstes Beileid gilt den Opfern und ihren Familien in dieser schwierigen Zeit. Sie werden in unseren Gedanken und Gebeten sein.

 


Das Opfer, das dem HERRN gefällt, ist ein zerknirschter Geist und ein zerbrochenes Herz

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 51 (50),3-4.12-13.17.19.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!
.
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!
.
HERR, öffne mir die Lippen,
und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

Leidvolles Schicksal der Russland-Deutschen

Am 28. August 1941 ordnete Stalin in einem Dekret die Zwangsdeportation der Wolgadeutschen nach Sibirien und Zentralasien an. Von einem Tag auf den anderen mussten die Deutschen der Wolgarepublik und anderer Siedlungsgebiete ihre Heimat verlassen und wurden größtenteils nach Kasachstan und Sibirien deportiert.

Es folgte eine Zeit der Zwangsarbeit und Diskriminierung. In den nachfolgenden Jahren war es den Russlanddeutschen streng verboten, in der Öffentlichkeit Deutsch zu sprechen oder ihre Kultur zu leben.

Eine Zeit, die im kollektiven Bewusstsein der Russlanddeutschen nach wie vor eine große Rolle spielt. Seit den achtziger Jahren gilt der 28. August als „Tag der Russlanddeutschen“, an dem man dieser schrecklichen Ereignisse und der vielzähligen Opfer gedenkt.

Dazu erklärt der Sprecher der Interessengemeinschaft der Russlanddeutschen im Deutschen Bundestag und AfD-Bundestagsabgeordneter für Südthüringen, Anton Friesen:

„Am heutigen Tag der Russlanddeutschen gedenken wir der hunderttausenden Unschuldigen, die dem Stalin-Dekret zum Opfer fielen. Sie wurden innerhalb weniger Wochen unter grausamen Bedingungen nach Sibirien zwangsdeportiert und in Arbeitslager interniert. Viele von ihnen verhungerten oder wurden erschossen. Darunter auch unzählige Frauen und Kinder.

Selbst nach Stalins Tod wurden die deutschstämmigen Einwohner der Sowjetunion weiter unterdrückt. Erst mit dem Niedergang der Sowjetunion gelangten die Deutschen aus Russland wieder in die Heimat ihrer Vorfahren.

Die Deutschen aus Russland, zu denen auch ich und mein Fraktionskollege Waldemar Herdt gehören, sind ein Teil des deutschen Volkes. Die Geschichte der Russlanddeutschen ist daher unteilbar mit der Geschichte der Deutschen verwoben. Auch darauf sollten wir uns heutzutage verstärkt besinnen.“


Schwester Philiberta Anna Bürsken FSMG: Seelsorgshelferin und Märtyrerin der Reinheit

Von Hermann Rieke-Benninghaus

Schwester M. Philiberta FSMG wurde am 30. September 1920 als Anna Bürsken in Schapen (Emsland) in einem katholischen Elternhaus geboren. Am 15. September 1949 trat sie in die Kongregation der Franziskanerinnen vom hl. Märtyrer Georg zu Thuine ein.

Die erste Profeß war am 19. März 1952. Als ausgebildete Schneidermeisterin gab sie zunächst Nähkurse. 1954 erwarb sie die Lehrbefähigung in katholischer Religion.

Die Ewige Profeß legte sie am 19. Dezember 1956 ab. Sie wurde als Pfarrhilfe (Seelsorgehelferin) in Glane, Sögel und Clarholz und seit August 1970 im Wallfahrtsort Wietmarschen (Grafschaft Bentheim) eingesetzt.

Beim Basteln mit Jugendlichen entstanden Fadenbilder, Emaillearbeiten und Rosenkränze. Jesus Christus, unser Erlöser und König, stand im Mittelpunkt ihrer Bildungsarbeit.

Als Seelsorgeschwester war sie unermütlich um die Belange der Jugend und der Unterweisung der Kinder bemüht. Sie war heimat- und familienverbunden. Oft erkundigte sie sich bei der Familie: „Was gibt es Neues in Schapen?“

Von Freude erfüllt über eine Pilgerfahrt nach Lourdes kehrte sie am 20. September 1981 zurück.

Am Abend des 30. September 1981 geht Schwester Philiberta mit einer Bekannten nach der Probe des Kirchenchores im Jugendheim gegen 21.45 Uhr zum Matthiasstift zurück. Sie verabschieden sich. Sr. Philiberta setzt den kurzen Weg alleine fort.

Es ist Kirmes in Wietmarschen. Ein 17-jähriger Schaustellerhelfer überfällt sie, entkleidet sie, versetzt ihr Handkantenschläge, würgt sie, vergeht sich an ihr, sticht mit einem Klappmesser zu. Die Schwester erwacht während der zweistündigen Leiden immer wieder aus ihrer Bewußtlosigkeit und wehrt sich überaus heftig.

BILD: Wallfahrts-Statue von Wietmarschen, wo Sr. Philiberta als Pfarrhelferin wirkte

Schließlich erstickt der junge Mann sie mit einem Teil ihrer Unterwäsche. Der voll zurechnungsfähige jugendliche Mörder hat die Ordensfrau zu Tode gequält. Sie hat ein Reinheitsmartyrium erlitten.

Ihre leibliche Schwester M. Amabilis (Mathilde) Bürsken besucht den Täter später in der Jugendhaftanstalt Vechta als ein Werk der Barmherzigkeit. Sie sagt über ihn in plattdeutscher Sprache: „Ach, wat was’t doch’n armes Jüngsken!“

Der Gedenktag von Schwester Philiberta ist der 30. September.