Singapur: Schwester Gerarda begleitete viele Todeskandidaten zur Hinrichtung

Gerarda Fernandez lebte und arbeitete 40 Jahre lang als Ordensfrau in Singapur im Bereich der Gefängnispastoral und begleitete während ihrer Tätigkeit insgesamt 18 Frauen und Männer, die zum Tode verurteilt auf ihre Hinrichtung warteten.

Die 1938 geborene Nonne wollte dabei vor allem Barmherzigkeit und die Liebe Christi zu den Gefangenen im Todestrakt bringen. Für ihr Engagement wurde die katholische Ordensschwester in die BBC-Liste der 100 einflussreichsten Frauen der Welt aufgenommen.

 Die Arbeit unter den Gefangenen im Changi-Gefängnis in Singapur bezeichnet sie als „etwas Besonders“ und erklärt:

„Alle Menschen im Todestrakt haben gegen Gottes Gebote gehandelt und damit ihr junges Leben zerstört. Aber dank der Barmherzigkeit Jesu verändert Gott diese letzte Phase ihres irdischen Lebens. Viele haben das Wunder der Bekehrung erlebt. Der gute Hirte hat seine Schafe gefunden.“

Ein Mörder habe ihr vor der Hinrichtung gesagt: „Mach dir keine Sorgen, Schwester. Ich weiß, dass Gott mich liebt. Morgen früh werde ich ihn von Angesicht zu Angesicht sehen.“

Die Ordensfrau sagt jedoch auch, sie sei gegen die Todesstrafe, „die unmenschlich ist und das Recht auf Leben verletzt“. Strafe sei erforderlich, doch solle sie „die Möglichkeit der Umkehr und Barmherzigkeit einschließen.“

Schwester Gerarda erklärt, ihre Bittgesuche seien vom Staat ernst genommen worden: „Es gibt heute eine Revision der Todesstrafe in Singapur und mehrere Kandidaten erhielten bereits eine Aussetzung ihres Todesurteils.“

Quelle: Fidesdienst


Schwester Philiberta Anna Bürsken FSMG: Seelsorgshelferin und Märtyrerin der Reinheit

Von Hermann Rieke-Benninghaus

Schwester M. Philiberta FSMG wurde am 30. September 1920 als Anna Bürsken in Schapen (Emsland) in einem katholischen Elternhaus geboren. Am 15. September 1949 trat sie in die Kongregation der Franziskanerinnen vom hl. Märtyrer Georg zu Thuine ein.

Die erste Profeß war am 19. März 1952. Als ausgebildete Schneidermeisterin gab sie zunächst Nähkurse. 1954 erwarb sie die Lehrbefähigung in katholischer Religion.

Die Ewige Profeß legte sie am 19. Dezember 1956 ab. Sie wurde als Pfarrhilfe (Seelsorgehelferin) in Glane, Sögel und Clarholz und seit August 1970 im Wallfahrtsort Wietmarschen (Grafschaft Bentheim) eingesetzt.

Beim Basteln mit Jugendlichen entstanden Fadenbilder, Emaillearbeiten und Rosenkränze. Jesus Christus, unser Erlöser und König, stand im Mittelpunkt ihrer Bildungsarbeit.

Als Seelsorgeschwester war sie unermütlich um die Belange der Jugend und der Unterweisung der Kinder bemüht. Sie war heimat- und familienverbunden. Oft erkundigte sie sich bei der Familie: „Was gibt es Neues in Schapen?“

Von Freude erfüllt über eine Pilgerfahrt nach Lourdes kehrte sie am 20. September 1981 zurück.

Am Abend des 30. September 1981 geht Schwester Philiberta mit einer Bekannten nach der Probe des Kirchenchores im Jugendheim gegen 21.45 Uhr zum Matthiasstift zurück. Sie verabschieden sich. Sr. Philiberta setzt den kurzen Weg alleine fort.

Es ist Kirmes in Wietmarschen. Ein 17-jähriger Schaustellerhelfer überfällt sie, entkleidet sie, versetzt ihr Handkantenschläge, würgt sie, vergeht sich an ihr, sticht mit einem Klappmesser zu. Die Schwester erwacht während der zweistündigen Leiden immer wieder aus ihrer Bewußtlosigkeit und wehrt sich überaus heftig.

BILD: Wallfahrts-Statue von Wietmarschen, wo Sr. Philiberta als Pfarrhelferin wirkte

Schließlich erstickt der junge Mann sie mit einem Teil ihrer Unterwäsche. Der voll zurechnungsfähige jugendliche Mörder hat die Ordensfrau zu Tode gequält. Sie hat ein Reinheitsmartyrium erlitten.

Ihre leibliche Schwester M. Amabilis (Mathilde) Bürsken besucht den Täter später in der Jugendhaftanstalt Vechta als ein Werk der Barmherzigkeit. Sie sagt über ihn in plattdeutscher Sprache: „Ach, wat was’t doch’n armes Jüngsken!“

Der Gedenktag von Schwester Philiberta ist der 30. September.

 


Zur Causa Wagner beide Seiten beachten

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Im Konradsblatt, der Kirchenzeitung der Erzdiözese Freiburg, wird in der Ausgabe Nr. 7/2019 auf S. 3 im Artikel „Medienarmada mit wenigen Erwartungen“ über Missbrauch von Ordensfrauen gesprochen. 

Im Text heißt es u.a.:  “Für weitere Aufmerksamkeit sorgt das jüngst erschienene Buch der Ex-Ordensfrau Doris Wagner über „spirituellen Missbrauch in der katholischen Kirche“.

BILD: Prof. Gindert leitet den Kongreß „Freude am Glauben“ und das Forum Deutscher Katholiken

Auf der gleichen Textseite ist als „Zitat der Woche“ abgedruckt: „Macht Ungleichgewicht ist das Prinzip, das Missbrauch in der Kirche möglich macht. Sobald Augenhöhe in einer Beziehung fehlt, wird die Beziehung anfällig dafür, dass es auch Missbrauch gibt, dass der Part, der mehr Macht hat, sich über den anderen hinwegsetzt.“

Unter diesem Text ist ein Foto von Doris Wagner mit der Bildunterschrift zu sehen: „Die ehemalige Ordensfrau Doris Wagner, die sexuellen Missbrauch erlitt, in einem Fernsehgespräch mit dem Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn“.

Damit wird behauptet, Frau Wagner habe „sexuellen Missbrauch“ erlitten.

Frau Doris Wagner war von 2003 bis 2011 Mitglied der geistlichen Gemeinschaft „Das Werk“. Der Redaktion des Konradblatts wäre es –  nach dem alten Rechtsgrundsatz: „Audiatur et altera pars – Auch die andere Seite ist zu hören!“ –  möglich gewesen, die Stellungnahme der geistlichen Gemeinschaft, in der Doris Wagner lebte, einzuholen. Warum geschah das nicht?

Die Erklärung der Gemeinschaft „Das Werk“ liegt vor und lautet:

„Frau Doris Wagner, jetzt Reisinger, war von 2003 bis 2011 Mitglied unserer geistlichen Gemeinschaft. Im Jahre 2008 hatte sie eine einvernehmliche sexuelle Beziehung mit einem Pater, mit dem sie anschließend noch drei Jahre einen von Herzlichkeit und mitmenschlicher Sorge geprägten schriftlich und mündlichen Kontakt unterhielt. Von Vergewaltigung konnte nicht die Rede sein und war auch nicht die Rede. Im Jahre 2012 stellte sie dann Anzeige wegen Vergewaltigung erst bei der Staatsanwaltschaft Erfurt, die den Tatbestand der Vergewaltigung nicht erfüllt sah, dann noch bei der Staatsanwaltschaft in Österreich in Feldkirch, die das ebenso als einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zwischen Erwachsenen ansah. Auch eine gerichtliche Überprüfung kam zu demselben Ergebnis.“ (vgl. Kath.net. vom 9.2.2019)

Gelegentlich ist von Politikern wie auch von Vertretern der Kirche die Rede von „unseren Werten“. Ist es nicht die einseitige Berichterstattung, die nur eine Seite – die bevorzugte – zu Wort kommen lässt, die das Klima vergiftet?

Wir erleben das zunehmend, wenn von politischen Vorgängen, aber auch von kirchlichen Ereignissen die Rede ist. Die Medien sollten sich an der Wahrheit und nicht an ihrer Agenda ausrichten!


Indien: Abtreibung weiblicher Ungeborener und Kleinkinder-Mord weit verbreitet

Die Abtreibung vor allem weiblicher Ungeborener ist in Indien weit verbreitet. Die zunehmende Tötung weiblicher Kleinkinder in vielen Teilen des Landes ist ebenfalls ein schwerwiegendes Problem.

Der Verband der Indischen Ärzte schätzt, dass jedes Jahr rund fünf Millionen Mädchen im Muterleib abgetrieben werden:

“Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass selektive Abtreibungen auch in den wohlhabenden Bevölkerungsschichten weit verbreitet sind. Es ist erschreckend, dass der Wunsch nach einem Sohn diese Menschen derart verroht, dass sie bereit sind, ein ungeborenes Mädchen zu töten“, sagt die Ärztin Devadoss Margaret von den Missionsschwestern Don Boscos:

“Eine weitere Form des Frauenmordes ist die absichtliche Tötung von Mädchen innerhalb des ersten Lebensjahres. Werden Mädchen trotzdem geboren, so werden sie verstoßen oder in den Abfall geschmissen. Manchmal werden sie verbrannt oder vergiftet. Sie werden verkauft, ermordet, gefoltert und geschlagen.“

Kinder leiden auch unter den durch ihr Geschlecht bedingten Risiken, sie dürfen keine Schule besuchen, werden zur Arbeit oder zur Ehe gezwungen und misshandelt. Mädchen, die verheiratet werden, haben kein Recht auf Bildung und dürfen nicht arbeiten. Verbreitet ist auch die Angst vor einem sozialen Abstieg durch die Geburt eines Mädchens, da diese als negativer wirtschaftlicher Faktor betrachtet werden. 

“Damit wir den Mord an Mädchen in und außerhalb des Mutterleibs verhindern können, müssen wir vor allem Tests zur Bestimmung des Geschlechts abschaffen”, erklärt Schwester Margaret weiter und ergänzt:

„An zweiter Stelle müssen wir ein Umfeld schaffen, das ungeborene Kinder ohne Vorurteile im Hinblick auf das Geschlecht annimmt. Drittens müssen wir daran erinnern, dass keine Gesellschaft sich ganzheitlich entwickeln kann, wenn die andere Hälfte diskriminiert wird. Viertens wird kein Gesetz Erfolg haben, so lange wir als Gesellschaft nicht die Würde, Freiheit und Gleichberechtigung weiblicher Nachkommen fördern. Wir müssen sie als Bereicherung betrachten”.

Quelle: Fidesdienst


Isa Vermehren und die eindrucksvollen Tagebücher dieser mutigen Ordensfrau

Von Christa Meves

Die Erinnerung an eine hervorragende Persönlichkeit und eine beeindruckende Zeitzeugin sollte nicht verblassen. Aktuell kommt dem eine Publikation entgegen: Die kaum gekürzten Tagebücher dieser „Super-Nonne“ sind 2016 unter dem Titel „Isa Vermehren – Tagebücher 1950 – 2009“ herausgegeben worden. Dies ist das Verdienst ihrer einstigen Kollegin Dr. Helga Böse und des Patrimonium-Verlags. 

Isa Vermehren bedarf auch nach ihrem Tod weiterhin der Beachtung, weil sie auf dem Hintergrund ihrer Ursprungsfamilie, trotz Verfolgung und Inhaftierung, der Generalfalle des Hitlerreiches widerstanden und alle Bedrohung, die daraus erwuchs, gnadenreich überlebt hat.

Sie hat damit ein Beispiel für die Ehrenrettung jener bürgerlichen Familien in der damaligen Diktatur erstellt, die ebenfalls nicht mitliefen.

Ein weiteres Argument bewegt mich: Vier Jahre nach ihrem Tod wurde im ZDF unter dem Titel „Ein weites Herz – Schicksalsjahre einer deutschen Familie“ ein Film über diese Ordensfrau gesendet. Bis heute wurde er mehrere Male wiederholt.

Der Film beleuchtet zwar eindrucksvoll einen Lebensabschnitt der Isa Vermehren, bedarf aber gleichzeitig einer Richtigstellung: Die junge Frau Isa wurde dort in einer Weise als „kein Kind von Traurigkeit“ dargestellt, die sexuelle Freizügigkeit in ihrem Verhalten als Vermutung geradezu aufdrängt.

Der ausschließlichen Dominanz des christlichen Glaubens wurde hingegen nur unzureichend Raum gegeben, und darüber hinaus wurde der Film durch bedenkliche Unrichtigkeiten dieser erstaunlichen Persönlichkeit nicht gerecht. Das ermutigt mich, da ich mit Isa Vermehren gut bekannt war, ein Fragezeichen an die aufrichtige Darstellung des Films zu setzen.

Deshalb nun vorab eine kurze, aber korrekte Vita der Isa Vermehren:

Sie wurde 1918 in Lübeck als Tochter einer renommierten Rechtsanwaltsfamilie geboren. Im April 1934 schloss sie sich in Berlin dem literarischen Kabarett von Werner Finck an und trat dort mit Songs gegen das NS-Regime auf.

Nachdem 1935 das Kabarett geschlossen und die Betreiber verhaftet worden waren, blieb sie – wohl wegen ihrer Unmündigkeit – zunächst verschont, machte sogar mit Abendschule in Berlin noch Abitur, wurde dann aber mit weiteren Familienangehörigen 1944 verhaftet und interniert.

1945 wurde sie nach einer Irrfahrt durch die Konzentrationslager Ravensbrück, Buchenwald und Dachau schließlich in einem Bus in Südtirol befreit.

Von 1946 bis 1951 studierte sie an der Universität Bonn katholische Theologie und vorrangig Deutsch, Englisch, Philosophie sowie Geschichte. 1951 trat sie dem Orden der Schwestern vom Heiligen Herzen Jesu in Pützchen bei. Von dem dortigen Kloster aus begann sie am Gymnasium in Beuel-Pützchen zu unterrichten.

Ab 1969 bis zum Ruhestand 1983 leitete sie das katholische Mädchengymnasium, die Sophie-Barat-Schule, in Hamburg. Nach ihrer Pensionierung 1983 lebte Schwester Vermehren bis Ende 1986 in Pützchen, dann übernahm sie als Oberin das neu gegründete Ordenshaus in Bonn und kehrte 2004 aus Altersgründen dorthin zurück.

Sie schrieb mehrere Bücher, z. B. auch eins über ihre Verfolgung im Hitlerreich. Sie sprach von 1983 bis 1995 in der ARD regelmäßig das Wort zum Sonntag.

Die nun in mächtigem Umfang herausgegebenen Tagebücher haben ihren Schwerpunkt aber keineswegs mehr in den Verfolgungsjahren, sondern sie sind eine – auch mit einer Fotoserie unterlegte – Dokumentation ihres Fühlens, Denkens und Handelns als eine Zeitzeugin auch der neuen Wirrnis hierzulande.  

Deshalb blieb diese so tapfere, so verantwortungsbewusste Frau auch jenseits ihres Ruhestandes mit einem umfänglichen Vortragsleben am Ball. Aus ihren Tagebüchern geht hervor, dass auch in dieser Phase der christliche Glaube und die katholische Kirche – durch manche Krise hindurch – ihr entscheidender Halt blieben.

Und sie vollzog von dieser Warte aus ein intensives Eingreifen in die nun mächtig auch einsetzenden innerkirchlichen Säkularisierungsversuche innerhalb der katholischen Kirche selbst. Isa Vermehren erkannte früh, dass auch die Kirche von einer Gefahr der Spaltung zwischen den das Lehramt strikt erhaltenden und den unbedacht mitlaufenden Kräften nun betroffen sein würde.

Die jetzt herausgegebenen Tagebücher sind deshalb so wertvoll, weil sie absolut ungeschminkt der Wahrheit dienen – für damals und für heute. Schließlich gibt die Autorin sogar dem bedrängenden Erleben des körperlichen Verfalls im hohen Alter ungeschminkt Raum.

Das Leben dieser Ordensfrau ist auch in unserer Situation heute – besonders in ihren Berichten über ihr Erleben in den Jahren der Nachkriegszeit – ein Fanal brennender Liebe einer Frau für ihren HERRN in unermüdlichen Einsätzen bis in die 90-Jährigkeit hinein.

Isa Vermehren ist so für uns zu einer Mahnerin der Unaufgebbarkeit des christlichen Glaubens und zu einer Ermutigung der Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit geworden.

Literatur:
Böse, Helga (Hrsg.): Isa Vermehren. Tagebücher 1950 – 2009. Patrimonium Verlag, Aachen, 2016: https://www.patrimonium-verlag.de/tagebuecher-1950-2009?search=isa%20vermehren


Mainz: Mediziner laden am 5. Juli 2017 zum Vortrag über die hl. Hildegard von Bingen

Medizinische Gesellschaft in der Reihe „Starke Köpfe“

Mit einem Abend über Hildegard von Bingen (1098 – 1179) als eine der bedeutendsten Frauen des Hochmittelalters setzt die Medizinische Gesellschaft Mainz am Mittwoch, 5. Juli, ihre Vortragsreihe „Starke Köpfe“ fort.

Über die Benediktinerin, Äbtissin und Universalgelehrte berichtet Univ.-Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha vom Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften der Universität Leipzig.

Moderatorin des Abends ist Univ.-Prof. Dr. phil. Mechthild Dreyer, Vizepräsidentin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Der Themenabend findet statt am Mittwoch, 5. Juli 2017, um 19.15 Uhr im Hörsaal Chirurgie (Gebäude 505H) der Universitätsmedizin Mainz (Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Dazu schreibt die Medizinische Gesellschaft:

„Hildegard von Bingen war eine vielseitig begabte Persönlichkeit, deren Wirken unter Aspekten wie Mystik, Theologie, Musik, Politik, Frauengeschichte und vielen anderen Themenfeldern gewürdigt werden könnte und müsste.

Für die Medizin wurde die Benediktinerin beispielsweise bereits zu Lebzeiten bedeutend, weil sie das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen zusammenbrachte. Die zentrale Grundvoraussetzung für die Gesundheit besteht nach dem Verständnis von Hildegard von Bingen in der Einheit von Leib, Seele und der Sinne. Viele der von ihr formulierten Heil- und Lebensprinzipien haben auch heute noch Bestand.“

Der Vortrag im Rahmen von „Starke Köpfe“ handelt von Hildegards Menschenbild und ihrer darauf basierenden Heilkunde. Zentral sind hierbei ihre beiden Schriften „Ursprung und Behandlung der Krankheiten“ (Causae et curae) sowie die „Naturkunde“ (Physica).

Die Expertin des Abends, Univ.-Prof. Dr. Dr. Ortrun Riha, ordnet das Leben und Wirken von Hildegard von Bingen in den mittelalterlichen medizinhistorischen Kontext ein und charakterisiert sie in ihrer speziellen Originalität durch den Vergleich mit dem damaligen „Mainstream“.

Zudem informiert Professorin Riha über moderne Rezeptionsformen der auch heute noch beliebten „Hildegard-Medizin“ und „Hildegard-Küche“ und stellt diese den Originalvorlagen gegenüber.

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. med. Theodor Junginger, Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft Mainz e.V.
Telefon: 06131 17-4168, Fax: 06131 17-5516, E-Mail: junginger@uni-mainz.de

Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V. ist ein Verein zur Förderung und Verbreitung medizinwissenschaftlicher Erkenntnisse. Nicht nur Ärzte, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen über aktuelle medizinische Themen durch Vorträge informiert werden. Mehr Infos zu den Veranstaltungen und das Programm der Gesellschaft finden Sie im Internet unter: http://www.mg-mainz.de/aktuelles.html

 


Asyl-Mißbrauch: Nonne aus Afrika warnt vor verbrecherischen Schlepperbanden

Die Staaten an der Südküste des Mittelmeeres sind von der «regelrechten Invasion» von Afrikanern südlich der Sahara, die nach Europa wollen, völlig überfordert – und eine langfristige Lösung ist nicht in Sicht:

Ernüchternd hat die Don-Bosco-Schwester Maria Rohrer aus der Schweiz vor Journalisten in Wien die Lage in Nordafrika geschildert.

Die 70-jährige Ordensfrau, die seit vier Jahrzehnten in Afrika lebt und wirkt, besuchte Wien anlässlich der 20-Jahr-Feiern des Hilfswerks «Jugend Eine Welt». Tunesien sei in den vergangenen Jahren zum Korridor nach Europa geworden, so der Eindruck Rohrers, die seit 2010, kurz vor Beginn des «Arabischen Frühlings», in dem Maghreb-Land tätig ist.

In der Hauptstadt Tunis habe die Zahl der Schwarzafrikaner plötzlich stark zugenommen: «Fast alle wollen in Tunesien Geld verdienen, um damit den Schlepper nach Europa zu bezahlen», so die aus Schaffhausen stammende Ordensfrau, die in der Seelsorge für Studentinnen aus Schwarzafrika tätig ist.

Viele der in Tunesien Gestrandeten seien Opfer von Menschenhändlern, gab Rohrer an, die dem Orden der Salesianerinnen angehört. Massenweise würden Mütter oder auch minderjährige Mädchen etwa in der Elfenbeinküste mit «tollen Arbeitsangeboten» gelockt.

Das Ticket dafür wäre bereits bezahlt, werde ihnen gesagt. «Wenn sie in Tunesien am Flughafen ankommen, werden sie genötigt, als Familienhilfe, Putzfrau oder in der Prostitution zu dienen und man sagt ihnen: Wir haben für dich bezahlt, du musst deine Schulden jetzt hereinarbeiten.»

Aus Angst, sonst nicht mehr nach Europa weiterzukönnen, liessen sich die Opfer in Tunesien keine Aufenthaltsbewilligung ausstellen.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.kath.ch/newsd/don-bosco-schwester-auch-kirche-mit-fluechtlingen-ueberfordert/