Dt. Bundestag gegen „Widerspruchslösung“

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben sich am heutigen Vormittag (Donnerstag, 16.1.) gegen den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn und Karl Lauterbach (SPD) zur Neuregelung des Organspendegesetzes ausgesprochen.

Dieses hätte vorgesehen, daß jeder Bürger potenziell Spender sein soll, außer es wurde aktiv vor dem Tod mit einer schriftlichen Erklärung widersprochen.  

Weitere INFOS zum Thema Organentnahme, Hirntod und zur aktuellen  Debatte siehe hier (ca 80 Artikel):https://charismatismus.wordpress.com/category/organspende-hirntod-kritik/


Deutliche Kritik an geplanter Neuregelung der Organspende durch den Bundestag

ERKLÄRUNG des „Forums Deutscher Katholiken“:

Es gibt keinen Anspruch auf Organe anderer Menschen. Darauf zielt aber der Gesetzentwurf (Drucksache 19/11096) zur Neuregelung der Organspende ab. 

Wer sich bei der angestrebten Widerspruchslösung nicht rechtzeitig und klar dagegen ausgesprochen hat, dessen Organe stehen nach einem festgestellten Hirntod für die Organentnahme zur Verfügung. Der Mensch wird so zum Spendenpotential und zu einem menschlichen Ersatzteildepot herabgewürdigt.

Das widerspricht dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit sowie dem Selbstbestimmungsrecht, das ansonsten vehement gefordert wird.

Welche Gefühle müssen bei Menschen auf der Intensivstation aufkommen, wenn sie sich daran erinnern, dass sie keinen Widerspruch eingelegt haben?! Wird der Gesetzentwurf zum Gesetz, steigt der Druck auf Ärzte und Krankenhäuser zur Organentnahme.

Der Mensch ist nach einem Hirntod nicht tot. Er wird vielmehr für die Organentnahme am Leben erhalten. 

Es fehlt weithin in der Bevölkerung an Aufklärung über den Inhalt des Gesetzentwurfs. Diese muss der Abstimmung im Bundestag vorausgehen!

Die humanitären Appelle von Abgeordneten für eine Bereitschaft zur Organentnahme , die sich andererseits weigern, eine Abtreibungsregelung zu revidieren, die jedes Jahr hunderttausenden Kindern „gesetzwidrig, aber straffrei“ das Leben wegnimmt, klingt merkwürdig hohl.

Das „Forum Deutscher Katholiken“ lehnt den Gesetzentwurf zur Neuregelung der Organspende ab.

Vorsitzender: Prof. Dr. Hubert Gindert


CDL sagt NEIN zur Widerspruchslösung und fordert Respekt vor dem Bürgerwillen

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Kurz vor der Abstimmung im Deutschen Bundestag über die Neuregelung der Organspende bekräftigen die Christdemokraten für das Leben (CDL) noch einmal ihre Einwände gegen den von Gesundheitsminister Jens Spahn eingebrachten Gesetzentwurf zur Einführung einer Widerspruchslösung.
CDL-Pressesprecherin Susanne Wenzel (siehe Foto) erklärt hierzu Folgendes:
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Am Donnerstag werden die Abgeordneten des Deutschen Bundestags eine weitereichende Entscheidung über die Freiheit der Bürger unseres Landes treffen.
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Mit der von Gesundheitsminister Spahn favorisierten Widerspruchslösung, nach der künftig jeder Mensch in diesem Land automatisch Organspender ist, sofern er nicht zu Lebzeiten widerspricht, greift der Staat aus Sicht der CDL geradezu selbstherrlich in das Leben und den Tod der Menschen in Deutschland ein und vergesellschaftet unzulässig die Organe seiner Bürger.
Und um sich künftig den vollen Zugriff auf unsere Organe auch zu sichern, werden sogar die Rechte der Angehörigen ausgehebelt.
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Bislang kann jeder Bürger freiwillig entscheiden, ob er Organspender sein will. Mit der Widerspruchslösung generiert der Staat aber eine „Organabgabepflicht“, von der man sich quasi „loskaufen“ muss durch den aktiven Widerspruch zu Lebzeiten.
Das ist für die CDL ein völlig inakzeptabler Verstoß gegen das garantierte Selbstbestimmungsrecht des Menschen und gegen sein Recht auf körperliche Unversehrtheit.
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Darüber hinaus benötigt heute jede sonstige Datenweitergabe (DSGVO) inzwischen die explizite und aktive Zustimmung des Einzelnen. Aber wenn es um so etwas Ultimatives wie unseren Sterbeprozess geht, soll künftig ohne erklärte Zustimmung unser Leben künstlich verlängert oder möglicherweise auch vorzeitig beendet werden können, um unsere Organe entnehmen zu können.
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Schweigen soll ganz selbstverständlich als Zustimmung gewertet werden, wenn es um das Sterben und den Sterbeprozess geht. Das widerspricht deutlich der Würde des Einzelnen, die doch nach unserem Grundgesetz als „unantastbar“ definiert wird (vgl. Art. 1).
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Immer noch sind viele Bürger in unserem Land nicht ausreichend über den tatsächlichen Ablauf einer Organentnahme oder die damit zusammenhängenden vorbereitenden intensivmedizinischen Interventionen und organprotektiven Maßnahmen informiert.
Jeder Organspender wird bis zum Zeitpunkt der Organentnahme künstlich weiter am Leben gehalten, bis die Organentnahme erfolgen kann. Mit der Widerspruchslösung würde der Staat für seine Bürger eine generelle Vorentscheidung treffen und damit völlig unzulässig am Lebensende in den Entscheidungsbereich und die Freiheit des Einzelnen eingreifen.
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Besonders schwerwiegend ist für die CDL, dass die Angehörigen künftig keinerlei Mitsprachemöglichkeit mehr haben. Denn der Gesetzentwurf zur Widerspruchslösung schließt explizit ein eigenes Entscheidungsrecht der nächsten Angehörigen aus. Auch der sogenannte „mutmaßliche Wille“ der final Erkrankten spielt keine Rolle.
Die Angehörigen sollen künftig lediglich darüber befragt werden, ob sie Kenntnis von einem schriftlichen Widerspruch gegen die Organ- oder Gewebeentnahme haben.
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Ansonsten kann der Arzt/die DSO jederzeit und sofort auch gegen den von Angehörigen erklärten mutmaßlichen Willen entscheiden.
Angehörige werden in dieser extrem belastenden Lebenssituation so lediglich zum „Boten“ ohne eigene Betroffenheit degradiert, haben ansonsten aber kein eigenes Widerspruchs- oder Entscheidungsrecht darüber, was mit ihrem schwerstkranken Familienmitglied geschieht.
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In Deutschland entscheiden angefragte Angehörige derzeit mehrheitlich gegen eine Organentnahme, was mit der vorgesehenen Regelung vollkommen ausgehebelt würde. Sie würden gezwungen, in jedem Fall die Organentnahme hinzunehmen.
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Für die CDL steht fest: In einer offenen und freiheitlich-demokratischen Gesellschaft muss gerade der Sterbeprozess dem aktiven Handeln des Staates durch fremdnützige Verfügung entzogen bleiben.
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Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende muss uneingeschränkt freiwillig bleiben. Schon jetzt sind freiwillig 39 % der Menschen in Deutschland Organspender. Dennoch reicht dies angeblich nicht aus, um mehr als 1000 Organspender pro Jahr zu „generieren“?
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Hier liegen dann offensichtlich ganz andere Probleme in der Umsetzung vor, die das neue Transplantationsgesetz vom April 2019 erst langsam verändern wird.
Die Lösung darf jetzt  jedoch nicht in einer durch den Gesetzgeber entschiedenen Vergesellschaftung der Organe liegen, die zukünftig alle Bürger zwingen will, sich in der Frage der Organspende zu entscheiden oder ansonsten automatisch potentieller „Organlieferant“ zu sein.
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Deshalb erwartet die CDL von der Mehrheit des Bundestages die Beachtung und Stärkung des Bürgerrechtes auf Selbstbestimmung, den Verzicht auf übergriffige, paternalistische Staatsanmaßung bei Sterbenden und ein klares Nein zur Widerspruchslösung.
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Es ist mehr als erstaunlich, dass derzeitig im Kabinett ausgerechnet Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) die Verfassungsmäßigkeit der Widerspruchslösung deutlich bezweifelt. Auch die evangelische und die katholische Kirche kritisieren die Anmaßung der vorgeschlagenen Widerspruchslösung: Sie würde eine höchstpersönliche, lebenswichtige Entscheidung durch einen autoritären staatlichen Verfügungsanspruch ersetzen.

Organentnahme: Zwei Amtsvorgänger widersprechen Gesundheitsminister Spahn

Zwei seiner Amtsvorgänger haben sich gegen den Organspende-Gesetzentwurf (Widerspruchsregelung) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gestellt. Am Donnerstag warben der Vizefraktionschef der Union, Hermann Gröhe, und Ulla Schmidt (SPD) für eine gesetzliche Regelung, welche die ausdrückliche Zustimmung jedes Spenders erfordert.

Hermann Gröhe, Bundesgesundheitsminister von 2013 bis 2018, und SPD-Kollegin Ulla Schmidt, Bundesgesundheitsministerin von 2001 bis 2009, bewarben den eigenen alternativen Gruppenantrag zu einer Zustimmungslösung.

Die sogenannte doppelte Widerspruchslösung sieht vor, dass jeder Bürger ab 16 Jahren zum Organspender werden kann, der dem nicht zu Lebzeiten widersprochen hat. Im Zweifel sollen Angehörige über eine Organspende entscheiden, indem sie glaubhaft machen, dass der Betroffene kein Spender sein wollte. 222 Abgeordnete tragen diesen Gesetzesentwurf derzeit mit.

Eine weitere Parlamentariergruppe um Prof. Dr. Heribert Hirte (CDU), Otto Fricke (FDP), Annalena Baerbock (Grüne), Katja Kipping (Linkspartei), Schmidt und Gröhe will eine Zustimmungslösung durchsetzen. Als Organspender registriert würden dann nur Menschen, die dem ausdrücklich zugestimmt haben.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.pro-medienmagazin.de/politik/organspende-amtsvorgaenger-stellen-sich-gegen-spahn/


CDL protestiert gegen die geplante Widerspruchslösung bei Organspenden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Dr. Karl Lauterbach, haben mit einer fraktionsübergreifenden Initiative einen Gesetzentwurf für die Einführung einer Widerspruchsregelung bei der Organspende vorgelegt. 

Der Deutsche Bundestag wird sich morgen (26.6) in erster Lesung mit diesem Entwurf befassen. Für die Christdemokraten für das Leben (CDL) erklärt deren Pressesprecherin, Susanne Wenzel, hierzu folgendermaßen:

„Rechtzeitig vor der ersten Lesung des Gesetzentwurfes von Minister Spahn und anderen zur Einführung der Widerspruchsregelung bei der Organspende hat sich die CDL in einem Brief an die Abgeordneten aller Fraktionen im Deutschen Bundestag gewandt und darum gebeten, die Widerspruchsregelung abzulehnen.

Hierfür führt CDL-Bundesvorsitzende Mechthild Löhr (siehe Foto) in dem von ihr unterzeichneten Brief mehrere Gründe an:

Wird jeder Bürger automatisch zum Organspender, bedeutet dies die Aufgabe des „Freiwilligkeitsprinzips“. Aus der „Organspende“ wird eine „Organabgabepflicht“. Dies verstößt aus Sicht der CDL nicht nur gegen das in unserem Grundgesetz verankerte Selbstbestimmungsrecht, sondern auch gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Geht es um eine derart wichtige Angelegenheit wie das eigene Sterben, den Sterbeort und auch den Sterbeprozess, kann Schweigen nicht einfach als Zustimmung für Organentnahmen gewertet werden.

Jede Datenweitergabe unterliegt inzwischen der expliziten und aktiven Zustimmung des Einzelnen. Ausgerechnet bei der Frage von Leben und Tod soll ohne erklärte Zustimmung des Patienten dessen Leben durch die Ärzte künstlich verlängert oder vorzeitig beendet werden können. Das ist für die CDL inakzeptabel.

Der Staat maßt sich mit der Einführung der „Organentnahme ohne Einwilligung“ an, in ausreichender Zahl Organe zur Verfügung stellen zu wollen. Dabei wird den Angehörigen eines potentiellen Spenders verwehrt, sich ablehnend zur Organspende zu äußern oder nach dessen mutmaßlichen Willen zu entscheiden.

Zwar will der Gesetzentwurf zur Entlastung der nächsten Angehörigen beitragen, da diesen nicht zugemutet werden solle, die Entscheidung zur Organspende zu treffen. Aber letztlich wird in einer ohnehin extrem schwierigen Lebenssituation, wenn die Angehörigen mit der Diagnose „Hirntod“ schon in besonderer Weise belastet sind, die Möglichkeit der Entscheidung, auch zum Behandlungsabbruch, genommen.

Doch auch die menschliche Zuwendung, die sich in der Begleitung des Sterbenden am Krankenbett bis in die Todesstunde hinein ausdrückt, wird der Familie des Spenders verwehrt. Persönliche, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen, die gegen eine Organentnahme sprechen, werden durch die „Widerspruchslösung“ im vorhinein ausgehebelt.

Die CDL verwahrt sich ferner gegen die manipulative Behauptung, dass Menschen auf der Warteliste für die Organspende sterben, „weil für sie kein Spenderorgan zur Verfügung steht“, wie der Gesetzentwurf formuliert. Hier wird als Ursache die fehlende Spende insinuiert, was den Druck zu einer „moralischen Verpflichtung“ zur Spende erhöhen soll. Tatsächlich aber sterben diese Menschen, weil sie krank sind und die richtige Therapie für sie bisher nicht zur Verfügung steht. 

Derzeit besitzen 36 Prozent aller Bundesbürger über 16 Jahren einen Organspendeausweis, also mehr als 20 Millionen Menschen. Es wird aber stets ins Feld geführt, dass nur rund 1.000 Spendern pro Jahr Organe entnommen werden können. Dies zeigt aus Sicht der CDL, dass die Organisation der Organspende noch erhebliche Mängel aufweist.

Dem wollte der Bundestag mit dem erst im März diesen Jahres verabschiedeten „Gesetz für die bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende“ entgegenwirken. Die CDL fordert hier, die vorgesehenen Strukturmaßnahmen erst einmal umzusetzen und deren – mit Sicherheit nicht unerhebliche Folgen – zu evaluieren.

In Deutschland gibt es laut Angaben der Stiftung Lesen derzeit mindestens 6,2 Millionen Analphabeten und ca. 10,6 Millionen Menschen, die zwar zusammenhängende Texte verstehen, aber dennoch nicht gut lesen und schreiben können. In der Regel wird dies nicht dokumentiert oder sonstwie behördlich erfasst.

Dem will der Gesetzentwurf von Spahn, Lauterbach und anderen Rechnung tragen, indem „bei Personen, die nicht in der Lage sind, Wesen, Bedeutung und Tragweite einer Organ- oder Gewebespende zu erkennen und ihren Willen danach auszurichten“, die Organ- oder Gewebespende für unzulässig erklärt wird.

Für die CDL stellt sich hier die Frage, wie die Klinik im Entscheidungsfall und unter Zeitdruck zuverlässig diese Einschränkungen bei einem Menschen erkennen will und wie transparent bei einer bereits erfolgten Hirntod-Diagnose geprüft wird, ob der betroffenen Person die Rechtslage bewusst war und sie diese auch verstanden hat.

Letztlich plädiert die CDL für die Ablehnung der Widerspruchsregelung. Denn in einer offenen und freiheitlich-demokratischen Gesellschaft sollte gerade der Sterbeprozess dem aktiven Handeln des Staates entzogen bleiben.“

Webpräsenz: www.cdl-online.de


Wird der Mensch bald zum Ersatzteillager?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach haben einen gemeinsamen Gesetzentwurf für die Einführung der Widerspruchslösung ausgearbeitet, wie „Spiegel-Online“ berichtet. Demnach sieht der Gesetzentwurf vor, dass jeder Bürger, bei dem Ärzte den Hirntod diagnostiziert haben, automatisch als potenzieller Organspender gilt.

Bürger, die keine Organe spenden wollten, müssten dies in einem Register dokumentieren. Wie „Spiegel-Online“ weiter schreibt, könnten die Bürger den Widerspruch in dem Register jederzeit selbst eintragen oder auch wieder löschen, falls sie ihre Meinung änderten. Ist kein Widerspruch hinterlegt, gelte dies als Zustimmung.

Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, solle das künftige Verfahren so aussehen: Stelle ein Arzt den Hirntod fest, frage er bei dem vom Bundesgesundheitsministerium einzurichtenden Register nach, ob der Patient einer Organentnahme widersprochen habe.

Anschließend müsse der Arzt den nächsten Angehörigen fragen, ob ihm ein schriftlicher Widerspruch oder ein zu Lebzeiten erklärter Wille des Patienten bekannt sei. Sei dies nicht der Fall, gelte der Patient als Organspender.

„Dem nächsten Angehörigen steht kein eigenes Entscheidungsrecht zu“, zitiert die BamS aus dem Gesetzentwurf. Bei Kindern und Jugendlichen sei eine Organentnahme nur zulässig, wenn der nächste Angehörige zugestimmt hat. Allerdings müssten die Eltern auch hier den „mutmaßlichen Willen des möglichen Organspenders beachten.

Quelle: ALfA-Newsletter



Organspende: Nein zur Widerspruchsregelung

Der Bundestag beschäftigte sich wiederholt mit dem Thema Organspende. Anlass war der Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der für Deutschland zur Organspende die sog. Widerspruchslösung einführen möchte. Dies würde bedeuten, dass jeder, auch wenn man sich nicht zur Spendenbereitschaft geäußert hat, als möglicher Organspender behandelt würde.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Detlev Spangenberg, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestags, erklärt dazu: 

„Eine fehlende Willenserklärung ist eben keine Erklärung, somit läge auch kein Einverständnis vor. Dies im Gegensatz zum Spenderausweis, der eine nicht empfangsbedürftige Willenserklärung darstellt, die der Empfänger –  hier die Transplantationsklinik –  annehmen kann oder nicht.

Die Widerspruchslösung erfordert eine umfassende Aufklärung, die die Spendenbereitschaft sogar zurückgehen lassen könnte, da jemand im Zweifelsfalle eine Ablehnung formuliert, die er später – und unter anderen Umständen – vielleicht nicht erklärt hätte.

Mit Einführung der Widerspruchslösung könnte man nicht mehr von einer Organspende sprechen, denn die Spendebereitschaft wurde nicht erklärt. Vielmehr handelt es sich hier um eine allgemeine staatlich und gesetzlich angeordnete Organentnahme, der man widersprechen kann.

Bleiben wir bei einer eindeutigen Einverständniserklärung zur Organspende, diese ist rechtlich sauber und berücksichtigt das Selbstbestimmungsrecht eines jeden Einzelnen.“


Petition gegen die Widerspruchslösung: Tödliche Organentnahme bei Sterbenden

Von Renate Greinert

„Der Anspruch der Gesellschaft endet an meiner Haut.“ (Hans Jonas, Philosoph)

Hochrangige internationale Wissenschaftler bezeichnen eine Organentnahme als „justified killing“, auf deutsch „gerechtfertigtes Töten“. Überhaupt ist die Gleichsetzung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalles mit dem Tod des Menschen unter Wissenschaftlern in aller Welt hochumstritten. Das Gleiche gilt für das dazugehörige Diagnoseverfahren, die Hirntoddiagnostik.

Von einem wirklich Verstorbenen können sie keine lebendfrischen Organe entnehmen und nur die kann man für eine Organübertragung gebrauchen.

Die Gesellschaft wird absichtlich im Unwissen gehalten: „denn wenn man die Gesellschaft aufklärt, bekommen wir keine Organe mehr“, so der Transplantationsmediziner Rudolf Pichlmayr 1987 mir gegenüber vor Zeugen.

Sobald der Verdacht auf einen möglichen „Hirntod“ besteht, beginnen die organprotektiven, spendezentrierten Maßnahmen: Man versucht die Organe in einem optimalen Zustand zu halten und läßt die neurologische Progredienz (Verschlechterung) zu (siehe DKI Studie 2012 – Blum, K.: Inhouse­ko­or­di­na­tion bei Organspenden — Abschluss­bericht, Düs­sel­dorf 2012, Seite 71).

Wollen Sie die letzten Stunden in ihrem Leben auf einem Operationstisch verbringen, fixiert, bewegungsunfähig, aufgeschnitten, nach der Qualität ihrer Organe beurteilt werden? Erst wenn alle vitalen Organe freipräpariert sind, unmittelbar bevor sie endgültig herausgeschnitten werden, wird die Beatmung abgestellt. Dann kommen die nächsten Operationsteams, die ihnen Augen, Gewebe, Knochen entnehmen. Auch Gliedmaßen und Gesichter können übertragen werden. Sie werden verwertet. Haben Sie sich so ihr Sterben vorgestellt?

Es gibt naturgemäß keinen Organmangel. Jeder Mensch hat seine Organe. Jeder Mensch braucht seine Organe bis zum Schluss. Darauf zu verzichten ist ein großes Opfer auf das niemand Anspruch erheben kann.

Herr Bundesminister Spahn, Ärzte die ihre Patienten nicht bei der DSO melden und Bürger die sich nicht zur Organspende bereiterklären, haben dafür ihre sehr berechtigten Gründe. Sie nun per Gesetz dazu zu nötigen, konterkariert das Prinzip Spende.

Herr Bundesminister Spahn schützen Sie uns vor ungewollter Organentnahme.

Für weitere Erläuterungen und Details verweise ich auf die Pressemitteilung von KAO.

HIER geht es zur Petition: https://www.change.org/p/gesundheitsminister-jens-spahn-widerspruchsregelung-nein-danke-der-anspruch-der-gesellschaft-endet-an-meiner-haut


Organspende-Skandale: Silvia Matthies widerlegt die „Legende vom Einzelfall“

„Immer wieder gab es dubiose Praktiken“

Die Filmregisseurin, Fernsehjournalistin und Autorin Silvia Matthies befaßt sich in einem fundierten Artikel in der heute erscheinenden Wochenzeitung „Der Freitag“ mit den jüngsten Skandalen um Organtransplantationen in Deutschland.

Dabei wird von Politiker- und Medizinerseite gern der Eindruck erweckt, als handle es sich bei der Göttinger Causa um ein ganz aus dem sonstigen Rahmen fallendes Ereignis. Daß dem aber durchaus nicht so ist, beleuchtet die Verfasserin mit klaren Fakten:

„Es ist die Zeit der Beschwichtigung. „In Göttingen handelt es sich um einen kriminellen Einzelfall, nicht um einen Organspendeskandal“, sagt Günther Kirste, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Auch Politiker und Mediziner sprechen bei dem Göttinger Arzt, der die Organwarteliste zugunsten seiner Patienten manipuliert haben soll, gerne vom „kriminellen Einzelfall“.

Und der Strafrechtler Hans Lilie, Chefkontrolleur der Bundesärztekammer, versichert, bei 119 überprüften Verdachtsfällen in den vergangenen zehn Jahren habe es nur kleinere Regelverstöße gegeben – kein einziger habe „Skandalpotenzial“.

Wirklich? Seit in Göttingen die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, ist bereits einiges ans Licht gekommen, das die These vom Einzeltäter erschüttert. Doch vor allem, wenn man weiter zurückblickt, wird klar: Immer wieder gab es Unregelmäßigkeiten, dubiose Praktiken und Skandale. Einiges wurde sogar publiziert.

Doch die Politik verlegte sich gezielt aufs Wegschauen. „Die heilige Kuh Transplantationsmedizin galt, bis der Organspendeskandal von Göttingen und Regensburg hochkochte, als unantastbar“, sagt ein Insider.

Nun hat Gesundheitsminister Daniel Bahr erneut die Gelegenheit, die Augen aufzumachen: Für kommenden Montag hat er zu einem Spitzentreffen in sein Ministerium geladen.“

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-legende-vom-einzelfall

Webseite von Silvia Matthies: http://www.silvia-matthies.de/


USA ehren einsatzfreudige katholische Ordensfrau aus Israel als „Heldin“

Die USA haben eine afrikanische Ordensfrau offiziell als „Heldin“ ausgezeichnet. Die aus Eritrea stammende Comboni-Schwester Azezet Kidane wirkt in Israel und setzt sich für Flüchtlinge in der Sinai-Wüste ein.

Die katholische Nonne nahm dafür den sog.  Heroes-Award der US-Behörde gegen Menschenhandel entgegen, wie das Patriarchat von Jerusalem mitteilte.

Die Ordensschwester macht seit Jahren auf die Situation von meist afrikanischen Flüchtlingen aufmerksam, die vor ihrem Eintreffen in Israel in der Sinaiwüste großen Qualen ausgesetzt sind. Viele von ihnen werden auf ihrer Flucht entführt oder von Schleusern gequält und erpreßt.

Wir haben bereits im Februar dieses Jahres über diese brutale Verbrechen ägyptischer Beduinen an  – meist christlichen  – Flüchtlingen berichtet, die in Israel Schutz suchen, aber schon vorher in der Wüste Sinai schlimmsten Schikanen, Organentnahmen, Folter und Mord ausgesetzt sind –  doch die Weltöffentlichkeit schweigt über diese ungeheuren Vorgänge!

Hierzu unser Artikel:

https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/07/brutaler-organdiebstahl-agyptischer-beduinen-an-fluchtlingen-im-sinai/