Pakistan: Erzbischof Shaw würdigt Eltern, die ihre Kinder zu Respekt und Liebe erziehen

“Die Familie ist der wichtigste Ort, an dem gegenseitige Liebe erfahren und praktiziert wird. Mein Lob gilt allen Eltern, die ihre Kinder zu Respekt und Liebe für die Mitmenschen erziehen und Hass ablehnen”, erklärte Erzbischof Sebastian Francis Shaw in seiner Ansprache zum 128. Jahrestag der Einweihung der katholischen Kathedrale von Lahore. Junge Christin bei Gottesdienst für den Frieden in Syrien

Dabei erinnerte der Franziskanerpater und Erzbischof daran, daß man sich beim ökumenische Dialog in Pakistan ebenfalls als “christliche Familie versteht, die zusammenkommt, um zu beten, zu singen und den HERRN zu loben”.

An der Feier in der Kathedrale nahmen auch Vertreter anderer Konfessionen teil. Der anglikanische Bischof Alexander Malik erinnerte an die Begegnungen mit Kirchenvertretern und Gläubigen, die regelmüßig in diesem Gotteshaus stattfinden und die “stets sehr erbauend sind“. 

Quelle: Fidesdienst / Foto: Bistum Regensburg


PAKISTAN: Oberstes Gericht bejaht Zwangs-Islamisierung und “Ehe” einer 12-Jährigen

Das Oberste Gericht der Provinz Sindh im Süden Pakistans erließ ein Urteil, das Zwangsbekehrungen zum Islam und die “Ehe” eines hinduistischen Kindes mit einem reichen Muslim erlaubt. Fussmatte__

Riaz Sial heiratete die 12-jährige Angeli Maghward, nachdem er sie zuvor gezwungen hatte,  zum Islam überzutreten.

Die Eltern des Mädchens hatten gegen die Verheiratung ihres Kindes Anzeige erstattet, doch das Oberste Gericht bestätigte die “Rechtmäßigkeit der Eheschließung, da sie auf einer schriftlichen Einwilligung des Mannes und des Mädchens basiere.

“Die Konversion zu einer anderen Religion ist als solche nicht unrechtmäßig, wenn diese aus freiem Willen geschieht und dies gilt auch für freiwillig geschlossene Ehen”, so der christliche Anwalt Sardar Mushtaq Gill:

“Doch wenn jemand verschleppt und zur Heirat gezwungen wird und dies vom Gesetzt legitimiert wird, dann kann man nicht verlangen, dass religiöse Minderheiten und Menschenrechtsaktivisten schweigend zusehen. Wir lehnen das Urteil ab und werden Berufung einlegen”.

Quelle: Fidesdienst  – Foto: IGFM


Islamismus in Pakistan: Unionsfraktion kondoliert Angehörigen der ermordeten Kinder

Bei dem Taliban-Überfall auf eine Schule in der pakistanischen Stadt Peschawar am Dienstag sind mindestens 84 Kinder ermordet worden.

Dazu erklärt der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder (siehe Foto):

Foto: Markus Hammes

Foto: Markus Hammes

“Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion spricht den Eltern und Angehörigen der getöteten Kinder ihr tief empfundenes Beileid und ihre Anteilnahme aus. Dieser feige terroristische Anschlag auf unschuldige Kinder zeigt, dass es Menschen gibt, denen in ihrer ideologischen Unversöhnlichkeit selbst das Leben der Unschuldigsten nichts wert ist.

Das Verbrechen führt der Weltgemeinschaft vor Augen, dass wir auch weiterhin gemeinsam gegen den internationalen Terrorismus als das Grundübel unserer Zeit kämpfen müssen. Wir dürfen nicht zulassen, dass gewaltbereite Fundamentalisten eine friedliche Entwicklung in Pakistan und in anderen Teilen der Welt zu verhindern suchen.

Deshalb ist es so wichtig, dass Deutschland sich weiterhin mit 850 Soldaten in Afghanistan engagiert und damit einen Beitrag zur Stabilisierung der gesamten Region leistet. Die Taliban dürfen in Afghanistan nicht wieder die Oberhand gewinnen, das mahnt uns der Anschlag auf die Schule in Peschawar.

Die westliche Gemeinschaft hat im Irak den Fehler begangen, ohne Stabilisierungsmaßnahmen aus dem Land abzuziehen. Das Aufkommen des sogenannten ‘Islamischen Staates‘ ist ein Ergebnis dieses Versäumnisses. Ein solcher Fehler darf in Afghanistan nicht erneut begangen werden.

Deshalb ist es richtig, dass nach dem Ende der ISAF-Mission das Anschlussmandat ‘Resolute Support‘ folgt, das in der laufenden Sitzungswoche im Deutschen Bundestag beschlossen wird.”


Pakistan: 12-jähriges Mädchen Tarfa Younis (mißhandelt und mißbraucht) konnte fliehen

Tarfa Younis aus Pakistan wurde Vollwaise, nachdem ihre Eltern im Jahr 2005 bei einem Unfall ums Leben kamen. Seither war sie von ihren älteren Brüdern Shamaun und Asif abhängig. Tarfa nach ihrer Rettung

Die Beiden verkauften ihre zwölfjährige jüngere Schwester (siehe Foto) am 8. Januar 2014 an den 55-jährigen Bashir für 150.000 Pakistanische Rupien (ca 1.150 Euro). 

Bashir fälschte eine Heiratsurkunde und missbrauchte Tarfa vier Monate lang. Auch sein Neffe Rashid Arshad verging sich regelmäßig an ihr.

Tarfa berichtet:

“Die beiden sprachen sich untereinander ab. Wenn Bashir den Raum verließ, kam Rashid. Wenn ich vor Schmerzen schrie, schlugen sie mich mit einem Rohrstock, sperrten mich ein und ließen mich hungern.

Am 12. Mai 2014 ergab sich mir eine Chance, denn eine Außentür war offen, ich lief auf die Straße und bat den Fahrer einer Rikscha, mich bei meinem Elternhaus abzusetzen. Eine Tante brachte mich zur Polizeistation, aber niemand hörte zu. Dann brachte sie mich zur Redaktion von ‚Dawn-News‘. Dieser Nachrichtenkanal machte es möglich, dass eine Anzeige aufgenommen und ich zum Büro für Kinderschutz gebracht wurde.“ RTEmagicC_logo_Homepage_quad.gif

Ein Onkel von Tarfa setzte sich mit dem IGFM-Partner Voice in Verbindung und bat um Beistand. Darauf holte ein Team von Voice Tarfa im Kinderschutzbüro ab und übernahm auf Bitte von Tarfas Onkel und Tante das Sorgerecht. Das war notwendig, weil Tante und Onkel von Tarfas „Besitzer“ bedroht wurden.

Tarfa lebt jetzt in einem sicheren Heim. Die IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte) trägt die Kosten für die medizinische Behandlung und die psychologische Betreuung.

Tarfa berichtete weiter:

“Meine Brüder spielten um Geld, wenn sie verloren, konnten sie nicht zahlen. Dann schickten sie mich für eine Nacht mit. Einmal verloren sie 50.000 Rupien (rund 380 Euro) und sie verkauften mich für zwei Tage an einen Mann, der mich mehrfach missbrauchte. Ich kann die Schmerzen nicht beschreiben, die ich erleiden musste. Jeder tat das mit mir, was er wollte. Ihre Rechtfertigung war immer, dass sie sich die Spielschulden zurückholen.”

Aneeqa Maria Anthony strengte ein Verfahren gegen Bashir und Rashid an. Beide befinden sich nun in Haft. Tarfas Brüder Shamaun und Asif entzogen sich der Festnahme und tauchten unter. Sie werden immer noch von der Polizei gesucht. Voice vertritt Tarfa vor Gericht und hat sie in das eigene Waisenschutzprogramm aufgenommen.

Die IGFM unterstützt Tarfa und viele andere Kinder in diesem Programm jeden Monat mit jeweils 40 Euro für die laufenden Kosten (Unterkunft, Verpflegung und Schulbesuch). Gegenwärtig betreut Voice rund 200 Kinder, die Ähnliches wie Tarfa erlebt haben. Das Team von Voice und die Partneranwälte der IGFM arbeiten alle ehrenamtlich. 

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt am Main
Tel.: 069-420108-0, Fax: 069-420108-33, info@igfm.de, www.menschenrechte.de

Spendenkonto:
23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00
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Pakistan: Christ wegen Islamkritik verhaftet

Der 40-jährige Christ Qaiser Ayub wurde wegen angeblicher Blasphemie (Kritik am Islam) in Lahore festgenommen. Grundlage des Haftbefehls ist der Paragraph 295-C des pakistanischen Strafgesetzbuchs (Beleidigung des Propheten Mohammed), der auch im Fall Asia Bibi zugrunde liegt. Nachrichten_Gebetsmail_Kopfbalken.indd

Ayub unterrichtete als Lehrer für Informatik an verschiedenen Schulen in Lahore. Wie der Anwalt Sardar Mushtaq Gill mitteilt, war Ayub nach Angaben der Polizei drei Jahre flüchtig: die Anzeige geht auf das Jahr 2011 zurück. Ayub soll “blasphemische” Inhalte auf seinem Blog veröffentlicht haben.

Unterdessen forderten muslimische und christliche Menschenrechtler bei einem Treffen erneut von der Regierung eine klare Stellungnahme zum Mißbrauch des Blasphemieparagraphen: “Die Regierung muss unmissverständlich Stellung beziehen, damit willkürliche Morde verhindert und Übergriffe auf Minderheiten aufgrund einer unangemessenen Auslegung des Gesetzes beendet werden”, so die Teilnehmer einer von der “Association of Women for Awareness and Motivation (Awam)“ und “Rights of expression, assembly, association and thought (Reat)“ organisierten Konferenz.

Quelle: Fidesdienst


Pakistan und der Blasphemie-Paragraph: Aktuelle Daten zur Zahl der Opfer

Wie aus aktuellen Daten der pakistanischen Nichtregierungsorganisation “Awaz-e-Haq Itehad” (AHI) hervorgeht, wurden von 1987 bis Oktober 2014 insgesamt 1438 Personen wegen “Blasphemie” (Kritik am Islam) angezeigt. bild0191

Religiöse Minderheiten (Christen, Hindus, Ahmadis), die in dem islamisch geprägten Land insgesamt 4% der Bevölkerung stellen, machen insgesamt 50% der Angeklagten aus. 

Seit 1990 wurden insgesamt 60 Personen Opfer willkürlicher Hinrichtungen unter dem Vorwand der Blasphemie: 32 waren Mitglieder religiöser Minderheiten und 28 Muslime.

Von den insgesamt 60 Opfern wurden 20 von Polizeibeamten ermordet, während sie sich in Untersuchungshaft befanden, 19 Personen wurden Opfer aufgebrachter Menschenmassen.

Die Provinz Punjab ist am meisten betroffen: hier kam es zu 1086 Übergriffen im Zusammenhang mit Blasphemievorwürfen, das sind 76% aller Fälle, während 21% in der Provinz Sindh dokumentiert wurde.

Im Zusammenhang mit dem Blasphemiegesetz wurden in Khanewal, Sangla Hill, Kasur, Gojra e Lahore 1097 Häuser geplündert und verwüstet. Siebzehn Kirchen in Khanewal und Korian wurden 10 Schulen und kirchliche Einrichtungen in den Jahren von 1997 bis 2013 in Brand gesteckt.

Quelle: Fidesdienst / Gemälde: Evita Gründler


Pakistan: Christen fordern Täter-Bestrafung und Abschaffung des Blasphemie-Gesetzes

Hunderte Christen nahmen kürzlich an einer Protestkundgebung in Kasur teil, wo am 4. November das christliche Ehepaar Shahzad Masih und Shama Bibi wegen “Blasphemie” (Islam-Kritik) bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Kundgebung Irak-Syrien in Frankfurt 2014

Die Demonstranten fordern Schutz vor religiöser Verfolgung, Gerechtigkeit und die umgehende Abschaffung des Blasphemieparagraphen.

“Die Regierung muss das Recht der Bürger auf Leben und Eigentum schützen”, forderte der Anwalt und Menschenrechtsaktivist Sadar Mushtaq Gill. “Die Polizei konnte den beiden Eheleuten angeblich nicht helfen: dies wird oft behauptet, wenn es sich um christliche Blasphemie-Opfer handelt”, so Gill. “Christen werden nie in Sicherheit sein, so lange es dieses Gesetz gibt. Dieses Gesetz verstößt gegen die Menschenrechte und muss umgehend abgeschafft werden”, sagte Gill weiter. 

Im Zusammenhang mit dem jüngsten Delikt erinnern die Christen auch an die “moderne Sklaverei” in Pakistan: Christen werden oft als Arbeiter in Ziegelfabriken beschäftigt und dort “wie Sklaven” behandelt.

Dies galt auch für die beiden Eheleute Shahzad und Shama, die Schulden bei ihrem Arbeitgeber hatten und diese mit ihrer unbezahlten Arbeitsleistung ausgleichen. Oft werden solche Schulden auch von Elgern auf ihre Kinder übertragen, wodurch die Sklaverei sich über Generationen hinweg fortsetzt.

Christliche Organisationen fordern eine Beendigung dieser illegalen und unmenschlichen Praxis.

Quelle: Fidesdienst


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