Der neue Kinofilm über Papst Benedikt erweist sich als vertane Chance

Von Dr. David Berger

Kürzlich hatte ein neuer Film über Papst Benedikt XVI, der unter dem Titel „Verteidiger des Glaubens“ Ende des Monats in die Kinos kommt, in Berlin seine Kimopremiere.  Leider schreibt er nur die üblichen Stereotype fort, reduziert das Pontifikat weitgehend auf den Missbrauchsskandal und erweist sich am Ende als einzige vertane Chance.

Als Ehrengast mit geladen war auch der Präsident des umstrittenen Zentralkomitees der Katholiken, Sternberg, der in der anschließenden Diskussion in seiner Begeisterung für den Film überhaupt nicht zu bremsen war.

Der Film ist zwar frei von heftigen Provokationen, scheint wie gemacht für das Ü-60-Publikum des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der den Film finanziell gefördert hat. Erregungsgefahr geht von ihm weder in die eine noch in die andere Richtung aus.

Er gibt im Grund genommen nur – freilich mit teilweise sehr interessanten Archivbildern – wieder, was in den deutschen Mainstreammedien seit 2010 über Benedikt XVI. zu lesen war. Und so verwundert es auch nicht, dass hier wie dort fast ausschließlich Menschen zu Wort kommen, die Ratzinger bzw. Papst Benedikt und die Kirche, für die er steht, weich bis hart kritisieren.

Ein Ausnahme macht hier ein Interview mit Msgr. Gänswein, der in dem Film immer mal wieder mit einem klugen Statement auftaucht.

Auch dass der Blick auf das ganze Pontifikat vom Missbrauchsskandal geprägt ist, dürfte für die Leser von taz und „Zeit“ kaum verwunderlich sein.

Oder um die Botschaft des Filmes kurz zusammenfassen: Papst Benedikt steht für die vor-konziliare Kirche der Ordnung, die aber zugleich unmenschlich war und nur mit der Angst vor der Hölle arbeitete. Anfangs sei er ganz vernünftig gewesen, bis er aus lauter Schock über die Studentenunruhen in den 68-er Jahren eine komplette Kehrtwende gemacht habe und zum erzkonservativen Inquisitor und dann später zum tragischen Papst geworden sei.

Wenn es eine Sache gibt, die man dem Film nicht vorwerfen kann, dann ist es übergroße Differenziertheit und das Wahrnehmen von Grautönen.

Denn diese vor-konziliare Konzeption von Kirche mit ihrem Bild des Priesters sei die Hauptschuldige für das Verbrechen des Missbrauchs von schutzbefohlenen Kindern und Jugendlichen.

Am Ende entsteht das Bild eines Papstes, der wider Willen enorme Schuld am Missbrauch tausender Kinde rund Jugendlicher in der katholischen Kirche hat.

Wie falsch das angesichts der rabiaten und enorm mutigen Maßnahmen Papst Benedikts XVI. gegen Pater Marcial Maciel (Legionäre Christi) ist, zu denen sich sein Vorgänger nicht durchringen konnte, wurde nirgends deutlich.

Insgesamt hatte man den Eindruck, dass hier Insiderwissen, besonders theologisch fundiertes, praktisch nicht vorhanden ist.

So entstand am Ende der Eindruck einer großen verpassten Chance: Finanzielle Mittel, tolle Archivmaterialen, ein spannendes Thema, zu dem wir bislang nur mit von Vorurteilen gegen die Tradition der Catholica gesättigten Berichten gefüttert wurden. Daraus hätte ein epochaler Film entstehen können.

Stattdessen: eine Neuauflage all dessen, was wir ohnehin schon wissen, aufgehübscht mit schönen Bildern und eingängigen Melodien, die aber auch mit der Person Benedikts (dem „Mozart unter den Theologen“) nichts zu tun haben. Schade!

Den vollständigen Beitrag von Dr. Berger lesen sie hier auf seiner PP-Seite: https://philosophia-perennis.com/2019/10/16/vertane-chance-zur-kinopremiere-des-neuen-films-ueber-papst-benedikt-xvi/


Kardinal Newman und die Marienverehrung

Von Felizitas Küble

Am Sonntag, dem 13. Oktober, wird Kardinal John Henry Newman im Vatikan zur Ehre der Altäre erhoben. Auch Prinz Charles  – seine Mutter ist formal das Oberhaupt der Anglikaner, der britischen „Staatskirche“  –  wird an der Heiligsprechung teilnehmen.

Am 19. September 2010 wurde Newmann von Benedikt XVI.  – der ihn schon vor seiner Papstzeit als Theologe sehr geschätzt hat  – seliggesprochen.

Der künftige Heilige  – geboren am 21. Februar 1801 in London  – ist einst als Schriftsteller und anglikanischer Pfarrer in die katholische Kirche übergetreten, was in den gebildeten Kreisen Englands für großes Aufsehen sorgte – und dies umso mehr, als Newman sich zuvor sehr kritisch über Lehren und Frömmigkeitsformen der Katholiken äußerte, die sich in seinem Land ohnehin in einer benachteiligten Minderheitenposition befanden.

Newman neigte zunächst zu einer biblizistisch-evangelikalen Frömmigkeit. Später wurde ihm die Wichtigkeit der Sakramente und der Tradition stärker bewußt und er fühlte sich der hochkirchlich-anglikanischen Oxford-Bewegung verbunden, die teilweise das spirituell-theologische Erbe des katholischen Glaubens weiterführt, vor allem hinsichtlich der Marien- und Heiligenverehrung.

Gleichwohl behielt Newman seine Distanz zur katholischen Kirche bei. Aber vor allem durch das intensive Studium der Kirchenväter änderte sich seine Meinung grundlegend.

Zunächst hatte er geglaubt, katholische Dogmen mit Hilfe der Patristik (Kirchenväterlehre) widerlegen zu können.

Doch der gelehrte Theologe der „Church of England“ (Staatskirche von England) erkannte immer klarer, daß schon die Kirchenväter der ersten christlichen Jahrhunderte durch und durch katholisch waren. Besonders deutlich wurde dies beim heiligen Augustinus von Hippo, dem größten Kirchenlehrer der Antike (Altertum), dessen Mutter Monika ebenfalls als Heilige verehrt wird.

Hinsichtlich der Marienverehrung stand er einem biblisch geprägten Marienlob bereits in seiner anglikanischen Zeit durchaus positiv gegenüber; er ermutigte seine Glaubensgenossen, die Ankündigung der Madonna aus ihrem Magnificat ernst zu nehmen: „Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter“ (Lk 1,48).

Somit entspricht eine fehlende Wertschätzung Mariens nicht dem Geist und Buchstaben des Neuen Testaments.

Bereits in seiner ersten Predigt als anglikanischer Vikar würdigte er im Jahr 1826 die „makellose Reinheit“ der Gottesmutter. Auf dem biblisch geprägten Rosenkranzgebet stand er wohlwollend gegenüber.

Newman vertiefte sodann seine mariologischen Ansichten durch seine Beschäftigung mit den frühchristlichen Lehrern der Kirche. Seine wachsende Verehrung für die Mutter des HERRN war ein wesentliches Motiv für seine Konversion.

Ihm wurde nun aber gerade in dieser Hinsicht entgegengehalten, es gäbe übertriebene Formen des Marienkultes bei den Katholiken.

Der Konvertit hat dieses Problem keineswegs bestritten (wie sollte er dies auch?! –  Er, der aufrichtige Kämpfer für die Wahrheit!), aber darauf hingewiesen, daß der Mißbrauch nicht gegen die Sache selbst spricht. Volkstümliche Auswüchse sind bedauerlich, aber kein Argument gegen die amtliche kirchliche Lehre, die solche Entgleisungen nicht abdeckt.

Er schrieb hierzu: „Sollen wir etwa, weil ein Teil der Christen in der Andacht übertreibt, die Ehrfurcht vor ihr  verlieren?“  –  Es sei doch der Heilige Geist selbst, so Newmann, der Maria durch Elisabeth als die „Gesegnete unter den Frauen“ gepriesen habe und sie zuvor als „Gnadenvolle“ durch den Engel Gabriel begrüßte.

Für Kardinal Newman war die Marienverehrung keine Konkurrenz, sondern eine angemessene Begleitmusik zur Gottesliebe.

Sein Marienlob war christozentrisch  – und er erkärte gegenüber anglikanischen Kritikern, daß sich die mariologischen Dogmen der Kirche ebenfalls auf Christus beziehen.

Vor allem der Titel „Gottesgebärerin“ (Theotokos) verdeutlicht dies, denn damit bekennen die Gläubigen die göttliche Natur ihres Erlösers, der GOTT und Mensch zugleich ist. Es geht hier um das Glaubensgeheimnis der Inkarnation (Menschwerdung) der zweiten Person der göttlichen Dreieinigkeit.

Alle Vorzüge Mariens sind gnadenhaft, von GOTT in seiner Huld verliehen und ihr im Hinblick auf Christus geschenkt.

Wenn dies in privaten Andachten oder überzogenen Formen des „Volksglaubens“  – auch hinsichtlich der weitverbreiteten Sucht nach „Erscheinungen“ und „Botschaften“   – aus dem Blick gerät, muß dies korrigiert werden, doch stellen solche Auswüchse nicht die Berechtigung der kirchlichen Marienverehrung infrage.

Zu gewissen Fehlformen im Volksglauben erklärte Johannes Paul II., gewiß ein „marianischer“ Papst, in einer Ansprache vom 21.9.2001 an die vatikanische Gottedienstkongretation u.a. folgendes:

„Zuweilen scheinen Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit durch Elemente verunreinigt zu sein, die mit dem katholischen Glauben unvereinbar sind. In solchen Fällen müssen sie mit Besonnenheit und Geduld gereinigt werden, und zwar durch Kontakte zu den Verantwortlichen sowie eine aufmerksame und respektvolle Katechese, sofern grundsätzliche Unstimmigkeiten nicht sofort klare und direkte Maßnahmen nötig machen.“

Fehlentwicklungen gibt es vor allem dort, wo Christus fast nur als der „strenge Herrscher“ erscheint, der am Jüngsten Tage als Richter der Lebenden und Toten wiederkommt. Dabei wird zu wenig erkannt, daß Jesus uns vor allem den Zuspruch Gottes verkündigt hat – nicht allein seinen Anspruch. ER als Erlöser ist unser eigentlicher  Beistand und Mittler beim Vater, seine menschliche Mutter ist unser Vorbild und unsere Fürsprecherin.

Im Jahre 1849 stellte Newman klar, daß Mariens Stellung eine dienende ist – und daß sie ihre Gnadenvorzüge „um Jesu willen“ erhalten hat:

„Maria ist erhöht um Jesu willen. Es war geziemend, dass sie als Geschöpf, wenngleich das erste unter den Geschöpfen, eine dienende Aufgabe haben sollte. Gleich anderen ist auch sie in die Welt gekommen, ein Werk zu tun; sie hatte eine Mission zu erfüllen; ihre Gnade und ihre Herrlichkeit sind ihr nicht für sie selbst gegeben, sondern um ihres Schöpfers willen.“

Auch beim Rosenkranz erkannte er, wie christozentrisch und biblisch geprägt dieses betrachtende Gebet ist. Er erläuterte, seine „große Kraft“ liege darin, „dass er das Glaubensbekenntnis zu einem Gebet macht; natürlich ist das Credo als solches schon Gebet und eine große Ehrbezeugung Gott gegenüber.

Aber der Rosenkranz stellt uns die großen Wahrheiten des Lebens und Sterbens Christi vor Augen und bringt sie unserem Herzen näher. Wir betrachten so all die großen Geheimnisse seines Lebens: von seiner Geburt in der Krippe bis zu seinem Leiden und zu seinem Leben in Herrlichkeit.“

Kardinal Newman hat seine Marienverehrung in der Autobiographie „Geschichte meiner religiösen Überzeugungen“ (Apologia pro vita sua) dargelegt, worin er 20 Jahre nach der Konversion seine Standpunkte begründet hat – und vor allem in seiner Schrift „Die heilige Maria. Eine Apologie und historische Begründung des Marienkults“.

WEITERE INFOS:
Päpstliche Klarstellungen zur Volksfrömmigkeit: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/verlautbarungen/VE_160.pdf
Studien zu Newmans Mariologie von Prof. Dr. Joseph Schumacher: http://www.theologie-heute.de/NewmanMaria.pdf
Seine theologische Laufbahn vor der Konversion: https://www.grin.com/document/171169
Kardinal Newman, Maria und der Rosenkranz: https://de.zenit.org/articles/kardinal-newman-ein-grosser-rosenkranzbeter-und-lehrer-des-gebetes/

 


Kann eine Erlöste zugleich Miterlöserin sein?

Von Felizitas Küble

Die traditionalistische Internetseite „Katholisches.info“ veröffentlichte bzw. übersetzte am 16. August dieses Jahres ein Interview mit dem angesehenen Mariologen und Dogmatiker P. Salvatore Maria Perrella OSM, der als Rektor der Päpstlichen Theologischen Fakultät Marianum tätig ist.

Dem hochrangigen Theologen wurde folgende Frage gestellt: „Die jüngsten Pontifikate waren alle marianisch wegen der großen Marienverehrung der Päpste. Sind Sie der Meinung, daß sie früher oder später zur Miterlöserin der Menschheit proklamiert wird, wie es Johannes Paul II. vorhatte?“

Die Frage enthält bereits eine Falschbehauptung, denn von einem solchen Plan des Papstes Johannes Paul II. kann keine Rede sein. Das bestätigt auch Pater Perella, indem er sagt: „Nein, das ist nicht wahr.“

Er fügt hinzu:

„Aufgrund meiner Arbeitserfahrung im Vatikan kann ich sagen, daß die Kirche ein Dogma der Corredemptrix, von Maria Miterlöserin, Mediatrix oder Fürsprecherin nicht befürwortet.“

Wobei diese Aussage nicht bedeutet, die Kirche lehne alle drei Titel inhaltlich ab, sondern lediglich, daß sie diese Titel nicht dogmatisieren  – also für „unfehlbar“ erklären – will.

Die Würdigung „Fürsprecherin“ (oder „Anwältin, Beistand“) für Maria ist schon in der alten Kirche  – sei es in Gebeten oder Predigten der Kirchenväter – eine Selbstverständlichkeit gewesen. Aber nicht jede Richtigkeit muß als Dogma verkündet werden, sonst würden solche Lehrverkündigungen überhandnehmen. Weniger ist hier eben mehr!

Zum Titel „Mediatrix“ (Mittlerin) ist zu sagen, daß dieser – richtig verstanden – in amtlichen Dokumenten der Kirche vorkommt, wobei aber fast immer erwähnt wird, daß allein Christus unser eigentlicher Mittler (zum Vater) ist, Maria hingegen ihre fürsprechende Mittlerschaft ganz in Abhängigkeit von Christus ausübt und IHM dient.

Maria wird in manchen päpstlichen Lehrschreiben der neueren Zeit als „Mittlerin der Gnaden“ bezeichnet, jedoch zugleich betont, daß Christus die Quelle aller Gnaden ist.

Was nun aber den Ausdruck „Miterlöserin“ angeht, so hat sich die Kirche seit 2000 Jahren nicht ohne Grund einer starken Zurückhaltung befleißigt, weil dieser Begriff zu den größten Mißverständnissen führen kann.

Auch Papst Benedikt bezeichnet ihn als „irreführend“: https://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/

Der Dreiklang Fürsprecherin/Mittlerin/Miterlöserin geht auf die „Marienerscheinungen“ von Amsterdam zurück, in welchem eine Dogmatisierung dieser Titel gefordert und angekündigt wird.

Zurück zum Interview mit Prof. Perella. Dieser stellt klar: 

„Johannes Paul II. hat uns in „Redemptoris Mater“ (Nr. 38–41) seine Theologie nicht über die Miterlösung, sondern über die mütterliche Vermittlung Mariens in Christus, mit Christus und durch Christus hinterlassen.

Johannes Paul II. hat in seinem maßgeblichen Lehramt niemals den Ausdruck Miterlöserin verwendet, der an sich nicht falsch ist, aber, losgelöst gebraucht, die Vorstellung befördern könnte, daß Maria als Gefährtin des Erlösers notwendig sei.

„Lumen Gentium“ (2. Vatikanum) lehrt in der Nr. 60 aber eindeutig, daß das Mitwirken Mariens für das Heil nicht notwendig ist, da dieses allein dem Willen Gottes entspringt. Es ist wichtig, wenn zu diesen Dingen Klarheit herrscht.

Die beste Form der Marienverehrung, die ich mehr als mein Leben liebe, ist es, die wirkliche Glaubenslehre weiterzugeben, wie sie von der Kirche beglaubigt ist, und nicht persönliche Meinungen.“

Abschließend möge auch Folgendes bedacht werden:

Es gibt bereits das Dogma von der Immaculata, also der makellos empfangenen Gottesgebärerin Maria.

In diesem Glaubenssatz heißt es ausdrücklich, daß die Madonna vom ersten Augenblick ihrer Existenz vor jedem Makel der Erbsünde bewahrt blieb – und zwar durch die Gnade Gottes und „im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers des Menschengeschlechts“.

Das  bedeutet: Maria ist  d i e  Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes, die als erlösungsbedürftiges (!) Mitglied der Menschheit gnadenhaft vor der Erbsünde bewahrt blieb, um ihrem göttlichen Sohn als Mutter einen würdigen Tempel zu bereiten.

Da Marias Erlösung also gerade  d u r c h  das Immacula-Dogma bekräftigt wird (aber auch vorher kirchlich nie umstritten war), stellt sich an die „Super-Marianischen“ schon die (theo-)logische Frage, wie denn eine Erlöste zugleich „Miterlöserin“ sein könnte.

Natürlich sind wir alle dazu berufen, am Heilswerk Christi auf geschöpflicher Ebene mitzuwirken, uns in der Nachfolge Christi zu bewähren und so schon auf Erden etwas vom Reiche Gottes aufleuchten zu lassen.

Es besteht kein Zweifel, daß Maria als die Hochbegnadete des Neuen Bundes hierbei eine herausragende Rolle spielt, daß sie   d i e  Gesegnete unter allen Menschen ist, das höchste Geschöpf Gottes – aber eben gleichwohl ein GESCHÖPF, wohingegen Christus unser aller Erlöser ist, auch der Erlöser seiner auserwählten Mutter.

Nicht ohne Grund bekennt Maria in ihrem Magnificat: „Mein Geist jubelt über Gott, meinen RETTER.“


Protest gegen grünen Genderwahnsinn

Mathias von Gersdorff

Seit Jahren arbeiten die Grünen daran, die Gender-Ideologie zur Staatsdoktrin zu machen und in allen Bereichen des Lebens, von der Schule bis zu den Behörden, mit brachialer Gewalt durchzusetzen.

Nun soll der Gender-Staat total und unumkehrbar gemacht werden. Die Grünen fordern nämlich die Aufnahme der „sexuellen Identität“ in das Grundgesetz.

Diese Maßnahme ist Bestandteil eines „Bundesweiten Aktionsplanes für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ zur Bekämpfung von „Homophobie“.

Hier geht es nicht darum, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (Mann und Frau) zu verhindern, denn dieses Kriterium ist schon im Grundgesetz enthalten. Nein, es geht um mehrere hundert bis tausende Arten sexueller Orientierung, die die Gender-Ideologen erfunden haben.

Die Gender-Ideologie geht davon aus, dass es kein natürliches Geschlecht (Mann oder Frau) gibt. Das Geschlecht sei eine „kulturelle Konstruktion, die dem Menschen von der Gesellschaft erzwungen wird.

Die Gender-Ideologen plädieren deshalb, jeder solle sich eine eigene sexuelle Orientierung erfinden (die zudem beliebig veränderbar ist). Es geht hier um eine tiefe Revolution des Menschen, die von Papst Benedikt XVI. zurecht als „anthropologische Revolution“ bezeichnet wurde.

Das Ziel der Grünen ist offensichtlich: Sie wollen den Kampf gegen eine angeblich existierende Homophobie mit allen Mittel des Staates bekämpfen.

Homophob ist aber in deren Sicht jeder, der die politischen Forderungen der LSBTIQ-Lobby ablehnt: Wer Vorbehalte gegen die „Ehe für alle“ hat, ist also homophob. Wer der Auffassung ist, Kinder wachsen am besten bei einem Vater und einer Mutter auf, ist für die Gender-Front homophob.

Wer der Meinung ist, Homosexualität, Transsexualität, Bisexualität, Pansexualität etc. etc. hätten im ersten Grundschuljahr nichts zu suchen, ist für die Grünen, Homo-Lobby usw. auch homophob. Wer die neuen und irrsinnigen Lehrpläne zur Sexualerziehung, in denen allesamt Gender enthalten ist, ablehnt, ist laut Grünen & Co. „homophob“.

Hätten die Grünen Erfolg mit ihren Ansinnen und Gender würde in das Grundgesetz Eingang finden, so stünden all diese Personen schnell außerhalb der Verfassung.

Gegen diesen Wahnsinn müssen wir mit aller Kraft protestieren. Deshalb bitte ich Sie, unsere Petition „Kein Gender als Staatsdoktrin“ unter Verwandten, Freunden und Bekannten zu verbreiten: https://www.aktion-kig.eu/keine-gender-schule/

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“


Leben wir in einer Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

„Verteidiger einer untergehenden Kirche?“ lautet die Überschrift eines Artikels von Alois Knoller (Augsburger Allgemeine Zeitung vom 16.5.2019).

Knoller benutzt die Premiere des gleichnamigen Films von Christoph Röhl, um Kardinal Ratzinger als den Verteidiger des Glaubens „einer untergehenden Kirche“ zu zeichnen, in einer Welt, die sich „grundlegend gewandelt“ hat und in der „auch die katholische Kirche von den modernen Zeiten nicht unberührt blieb“.

Die Analyse von Röhl/Knoller ist falsch. Wer die prophetische Klarsicht des Theologen Joseph Ratzinger kennenlernen will, bräuchte nur nachzulesen, was er 1958 (!) über den Zustand der Kirche geschrieben hat:

„Die Statistik täuscht. Das dem Namen nach christliche Europa ist seit langem zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen heraus auszuhöhlen droht. Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden. Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst.“

Das heißt, dass die Betroffenen „sich nicht mehr einfach den Glauben zueignen, sondern eine sehr subjektive Auswahl aus dem Bekenntnis der Kirche zu ihrer eigenen Weltanschauung machen…, so dass ein großer Teil von ihnen vom christlichen Standpunkt her nicht mehr eigentlich gläubig genannt werden darf, sondern einer mehr oder weniger aufklärerischer Grundhaltung folgt, die zwar die moralische Verantwortlichkeit des Menschen bejaht, sie aber nach rein rationalen Erwägungen begründet und begrenzt.“ („Die neuen Heiden in der Kirche“, Hochland I/1959)

Knoller hängt seine Bewertung von Kardinal Ratzinger vor allem an den sexuellen Missbrauchsfällen in der Kirche auf. Er charakterisiert Kardinal Ratzinger als einen, „der aus tiefster Überzeugung nicht fassen konnte, dass von geweihten Amtsträgern in der Kirche schrecklichste Verbrechen verübt wurden.“

Knoller zieht dafür als Beleg das Doppelleben des Gründers der Legionäre Christi Marcial Maciel heran und unterstellt: „Warum hatte Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation Untersuchungen darüber hartnäckig unterdrückt?“.

Alois Knoller hätte leicht erfahren können, dass es gerade Kardinal Ratzinger war, der mit Nulltoleranz dagegen vorgegangen ist, als er davon – und auch bei weiteren Fällen – Kenntnis hatte.

Knoller versucht das Verhalten des Glaubenspräfekten wegen des „strengen Durchgreifens des Glaubenshüters gegen jeglichen Abweichler in der Kirche“ als besonders schwerwiegend hinzustellen.

Um seine Story abzurunden, obwohl sie mit der Titelgeschichte nichts zu tun hat, wird der Fall von Doris Wagner, „die als Ordensfrau missbraucht wurde“, herangezogen. Auch hier hätte Knoller erfahren können, dass es sich, wie durch Gerichte festgestellt wurde, um „einvernehmlichen Sex“ gehandelt hat.

Was bezweckt Alois Knoller mit dem Artikel „Verteidigung einer untergehenden Kirche?“

Die katholische Kirche sei durch die Aufdeckung der sexuellen Missbrauchsfälle „in die größte Krise seit Jahrhunderten geraten.“ – Hier verwundert, dass der Journalist, nach dem ca. 98% der Missbrauchsfälle in Familien und Vereinen geschehen, nicht darüber lamentiert, dass die Gesellschaft sich in der größten Krise befindet und nichts dagegen geschieht.

Wenn der Theologe Knoller die Kirchengeschichte besser kennen würde, wüsste er, dass die Kirche sich in den zurückliegenden 2000 Jahren schon mehrfach in einer tiefen Krise befand und sich immer wieder reformiert und verjüngt hat.

Warum zieht die Kritik gegen Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt XVI.?

Etwa auch deswegen, weil Benedikt in seinem bekannten Brief zu den sexuellen Missbrauchsfällen einen Beitrag über die wahren Ursachen der jetzigen Krise brachte und Weg zu Umkehr und Erneuerung aufgezeigt hat, während andere in der Kirche im Bund mit den Medien eine „andere Kirche“ wollen? Ihnen steht Benedikt XVI. dabei im Weg!

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert ist Herausgeber der Monatszeitschrift FELS und Vorsitzender des Dachverbands „Forum Deutscher Katholiken“


Warum Patriotismus ein christlicher Wert ist

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Wähler zur Europawahl sind wie nie zuvor unentschieden. In Bayern sagen beispielsweise nach einer Umfrage (vgl. AZ, 10.5.19) nur 24% der Befragten, dass sie zur Wahl gehen und wissen, welche Partei sie wählen werden.

Die traditionelle Stammwählerschaft schrumpft überall. Die Wahlplakate benennen Allerweltsprobleme. Sie sind für die Wahlentscheidung nicht hilfreich. Die Unsicherheit hat auch damit zu tun, dass man den europäischen Institutionen und den Europapolitikern nicht mehr zutraut, die aktuellen Krisen und die ungelösten existentiellen Zukunftsprobleme zu lösen.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Mittlerweile erkennen die Menschen, dass sie von Fehlentwicklungen der Vergangenheit eingeholt werden. So spüren die Kranken, Behinderten und alten Menschen, die Betreuung brauchen, dass Pflegekräfte überall fehlen. Hier machen sich die demographische Entwicklung und die Überalterung der Bevölkerung besonders bemerkbar.

Kein Wunder: Seit 1976 sind nach offiziellen Zahlen mindestens 5,5 Mio. ungeborener Kinder abgetrieben worden. Nach anderen Quellen sind es über 10 Mio..

Zwei Professoren, nämlich Paul Collier (Sozialer Kapitalismus! – Mein Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft) und Jahn Zielonka (Konterrevolution – Der Rückzug des liberalen Europa) analysieren ungelöste existentielle Zukunftsfragen und ihre Ursachen (vgl. AZ, 10.5.19).

Sie weisen auf die „sozialen Spannungen durch wachsende Ungleichheit, die nationalen Erhebungen gegen offene Grenzen, den Rückfall auf sozialistische Ideen zur Regelung der Wirtschaft“, hin. Diese seien „Symptome einer ungelösten äußeren und inneren Verfasstheit“. Es gehe um Grundsätzliches:

Der Liberalismus der „offenen Gesellschaft“ wende sich gegen sich selbst. „Die Liberalen in Politik, Kultur und Journalismus“ hätten sich in einer „selbstgefälligen liberalen Oligarchie“ eingerichtet, würden „die Bürger bevormunden und im Namen einer höheren Moral mit dem Öffnen der äußeren Grenzen den inneren Zusammenhalt und die Bedeutung von Heimat und Identität beschädigen“. Diese Diskussionen werden europaweit geführt.

Die instabile innere Verfasstheit artikuliert sich auch im Dauerthema „Überfremdung“ durch Massenzuwanderung aus anderen Kulturkreisen mit einem anderen religiösen Hintergrund.

Papst Franziskus wurde am 6. April 2019 im Kolleg San Marcos in Mailand bei einem Treffen mit den Lehrkräften mit dieser Problematik konfrontiert.

Papst Franziskus kritisiert den Verlust des Patriotismus

Auf die Frage, wie man an die Studenten Werte, die in der christlichen Kultur verwurzelt sind weitergeben könne, sagte Franziskus:

„Der Schlüsselbegriff ist Verwurzelung. Die Verwurzelung braucht Festigkeit. Das ist der Boden mit den Wurzeln in der Erde. Die Jungen sind ohne Festigkeit. Sie sind entwurzelt. ‚Das Fließende‘ entsteht, wenn jemand seine Identität nicht finden kann, d.h. seine Wurzeln nicht entdeckt, weil er ohne Erinnerung an seine Geschichte, die Geschichte seines Volkes, die Geschichte des Christentums nicht weit gehen kann. Das sind die Werte.

Das bedeutet nicht, dass man sich in der Gegenwart und in der Vergangenheit aus Angst einsperren soll. Die Jugend soll zu den Wurzeln zurückkehren und mit den Wurzeln wachsen. Deswegen rate ich, mit den Alten zu sprechen. Sie sind das Gedächtnis des Volkes, der Familie, der Geschichte.

Aber die heutige mittlere Generation ist nicht mehr in der Lage, die Wurzeln weiterzugeben.

Eine zweite Sache ist die eigene Identität. Wir können keine Kultur des Dialogs pflegen, wenn wir keine Identität haben. Es ist wichtig, identitätsbewusst zu sein und zu wissen, wer ich bin und was mich von den Anderen trennt. Man muss seine Identität, seine Geschichte und seine Zugehörigkeit zu einem Volk kennen.

Wir sind in eine Familie, in ein Volk hineingeboren. Ich möchte das Fehlen von Patriotismus kritisieren. Der Patriotismus ist die Zugehörigkeit zu einem Land, zu einer Geschichte und einer Kultur. Identität bedeutet Zugehörigkeit“. (L‘Osservatore Romano, Nr. 15, 14. April 2019, spanische Ausgabe)

Papst Franziskus fordert also Patriotismus, etwas, was heute im Zeichen der Globalisierung als „überholt“ verpönt oder gar als „nationalistisch“ diskreditiert wird.

Die Kritiker verkennen, dass die Menschen gerade in europa- und weltweiten Zusammenschlüssen die vertraute und überschaubare Nähe brauchen, die ihnen ein Mindestmaß an Geborgenheit und Sicherheit gibt.

Die Bürger wollen wissen, wofür sie noch zuständig und eigenverantwortlich sind. Die Menschen ahnen, dass sie, dort wo die Letztverantwortung nicht mehr gegeben ist, Gefahren ausgesetzt sind.

Der fehlende Gottesbezug in der Europäischen Verfassung hätte eine Bremse gegen eine übermächtige und nicht mehr überschaubare Bürokratie sein können.

Drei Grundsätze: Lebensschutz – Ehe/Familie – Elternrecht

Benedikt XVI. hat drei Prinzipien konzipiert, die für die Kirche „nicht verhandelbar sind“. Sie bilden auch die Richtschnur im Bereich des politischen und öffentlichen Lebens. Das sind:

  • Schutz des Lebens in all seinen Formen vom Anfang bis zum Ende
  • Anerkennung und Förderung der natürlichen Struktur von Ehe und Familie
  • Schutz des Primärrechtes der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder.

Die christlichen Wähler sehen sich vor der Europawahl ratlos um, welche Parteien diese Prinzipien garantieren.

Papst Franziskus äußerte in Mailand „Identität bedeutet Zugehörigkeit zu einem Land, zur eigenen Geschichte und Kultur“.

Es gibt in Europa Länder, die sich mit dieser Zugehörigkeit weniger schwer tun als die Deutschen. Die polnische Bischofskonferenz hat beispielsweise 2017 erklärt: „Der Patriotismus ist eine Verpflichtung und verbindet uns mit dem vierten Gebot.“

Der polnische Papst Johannes Paul II. äußerte: „Für einen Christen bleibt der Dienst für das irdische Vaterland – ähnlich der Liebe zur eigenen Familie – Pflicht.

Diese Aussagen haben eine gute Grundlage: Thomas von Aquin, einer der größten Kirchenlehrer spricht von einem notwendig abgestuften Liebesgebot, da wir nicht alles und alle in gleicher Weise lieben können. Für Thomas steht „Gott an der Spitze. In zweiter Linie kommen die Eltern und das Vaterland, von denen wir erzeugt und genährt worden sind.“

Auch im Nachbarland Frankreich gibt es Persönlichkeiten, die zum Patriotismus stehen, so Pierre de Villiers. Er ist der ehemalige Generalsstabschef Frankreichs.

De Villiers ist im Juli 2017 wegen Macron zurückgetreten. Er sagt ungeniert, was er für richtig hält. Die Einheit und die Hoffnung seiner Landsleute sind ihm „angesichts der Brüche, des Zerfalls der Gesellschaft und des wachsenden Egozentrismus“ besonders wichtig.

Die Hoffnung speist sich „aus dem Vertrauen in den Menschen und seine Fähigkeiten und Werte. De Villiers gehört zur „stillen Reserve Frankreichs“ (so Jürgen Liminski). Der Wahlspruch des Ex-Generals „Meine Seele für Gott, mein Leib für das Vaterland, mein Herz für die Familie“ ist ein Programm, das Vertrauen einflößt  –  über Frankreich hinaus.


Aus der Kreuzweg-Andacht von Kardinal Ratzinger zum Karfreitag im Jahre 2005

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„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12, 24). Der HERR deutet damit seinen ganzen irdischen Weg als Weg des Weizenkorns, der nur durch den Tod hindurch zur Frucht führt.
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ER deutet sein irdisches Leben, sein Sterben und   Auferstehen auf die heiligste Eucharistie hin, in der sein ganzes Geheimnis zusammengefasst erscheint. Weil ER seinen Tod als einen Akt der Hingabe, der Liebe vollzogen hat, darum ist sein Leib in das neue Leben der Auferstehung hinein verwandelt worden. Darum ist ER, das fleischgewordene Wort, nun unsere Nahrung zum wirklichen, zum ewigen Leben hin…
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So wird der Kreuzweg zu einem Weg ins eucharistische Geheimnis hinein: Die Volksfrömmigkeit und die sakramentale Frömmigkeit der Kirche verbinden sich und gehen ineinander.
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Das Beten des Kreuzwegs ist so verstanden als ein Weg in die innere, geistliche Kommunion mit Jesus hinein, ohne die die sakramentale Kommunion leer bliebe. Der Kreuzweg erscheint als „mystagogischer“ Weg.

Glaube ist mehr als Gefühl

Diese Sicht steht einem bloss sentimentalen Verstehen des Kreuzwegs entgegen, deren Gefahr der HERR in der 8. Station den weinenden Frauen von Jerusalem entgegenhält. Blosses Gefühl reicht nicht; der Kreuzweg soll eine Schule des Glaubens sein – jenes Glaubens, der seinem Wesen nach „in der Liebe wirksam“ wird (Gal 5, 6).

Aber das bedeutet doch keinen Ausschluss der Gefühle. Die Väter haben als ein Grundlaster der Heiden ihre Fühllosigkeit angesehen; sie führen damit die Vision Ezechiels weiter, der dem Volk Israel die Verheissung Gottes weitergibt, dass ER das Herz von Stein aus ihrer Brust nehmen und ihnen ein Herz von Fleisch geben werde (Ez 11, 19)…

Der mit-leidende Gott, der Mensch wurde, um unser Kreuz zu tragen, will unser steinernes Herz verwandeln und uns zum Mit-leiden rufen; uns das „Herz von Fleisch“ geben, das nicht an der Not des anderen vorübergehen kann, sondern sich verwunden lässt und zur heilenden und helfenden Liebe führt.

Was NACHFOLGE bedeutet

Damit kehren wir wieder zurück zu Jesu Wort vom Weizenkorn, das er selber in die Grundformel christlicher Existenz übersetzt, die so lautet: „Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren ins ewige Leben“ (Joh 12, 25  – vgl. Mt 16, 25; Mk 8, 35; Lk 9, 24; 17, 33: „Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen“).

Damit sagt ER uns zugleich, was der Satz bedeutet, der in den synoptischen Evangelien diesem Zentralwort seiner Botschaft vorangeht: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mt 16, 24).

In all diesen Worten zusammen deutet ER uns selber, was „Kreuzweg“ ist – wie wir ihn beten und gehen sollen: Der Kreuzweg ist der Weg des Sichverlierens, das heisst der Weg der wahren Liebe.

Diesen Weg ist ER uns vorangegangen, diesen Weg will uns der gebetete Kreuzweg lehren. Und damit sind wir wieder beim gestorbenen Weizenkorn – bei der heiligsten Eucharistie angelangt, in der immerfort die Frucht von Jesu Sterben und Auferstehen unter uns gegenwärtig wird… 

Quelle und FORTSETZUNG hier: https://www.papstbenediktxvi.ch/?m=7&s=6