Wolfratshausen: Vortrag von Dr. Rothe zur „Spiritualität des Whiskys“ am 9. November

Der katholische Priester, Theologe und Publizist Dr. Wolfgang Rothe spricht am Donnerstag, dem 9. November, ab 19 Uhr in der Stadtbücherei von Wolfratshausen über die „Spiritualität des Whiskys“.

Der im Sauerland gebürtige Kirchenrechtler und Pfarrvikar in München verknüpft die Liebe zum Glauben mit der Wertschätzung des edlen Whisky. Der Eintrittspreis von 15 Euro beinhaltet u.a. auch die Verkostung von zwei Whiskys.

BILD: Dr. Rothe überreicht Papst Benedikt sein Buch „Liturgische Versöhnung“ (darin würdigt er dessen Motu proprio zugunsten der überlieferten Liturgie bzw. „alten Messe“).

Der Geistliche schrieb zu diesem Thema bereits ein fundiertes Buch mit dem Titel „Wasser des Lebens“ und erläutert darin die Entstehung des Getränks in den schottischen Klöstern des Mittelalters.

Näheres dazu hier: https://www.amazon.de/Wasser-Lebens-Einf%C3%BChrung-Spiritualit%C3%A4t-Whiskys/dp/3830677669

Interview des Kölner Domradios mit Dr. Rothe: https://www.domradio.de/themen/%C3%B6kumene/2017-10-30/whisky-und-reformation

Advertisements

Regensburger Bischof würdigt den heiligen Wolfgang und ruft zum Glaubenszeugnis auf

Predigt am Reformationstag erinnerte an Luthers Gottessuche

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hielt am Dienstagabend eine Predigt im Pontifikalamt am Hochfest des Hauptbistumspatrons, des hl. Wolfgang von Regensburg (ca. 924-994), das in diesem Jahr auf den 500. Jahrestag des Beginns der Reformation fiel.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Basilika St. Emmeram in Regensburg erinnerte der Oberhirte die anwesenden Gläubigen, Priester und Ordensleute daran, dass das eigene Glaubensleben immer wieder der Überprüfung  und der Erneuerung bedürfe.

Bischof Rudolf rief mit Blick auf den hl. Wolfgang von Regensburg, der sich im 10. Jahrhundert als großer Erneuerer des geistlichen und kirchlichen Lebens im Bistum Regensburg erwiesen habe sowie auf Martin Luther (1483-1546) und dessen Suche nach einem gnädigen Gott dazu auf, die Frage nach Gott radikal in den Mittelpunkt des eigenen Lebens zu stellen.

Der Regensburger Bischof erinnerte an die lobenden Worte Papst Benedikts XVI. über Martin Luther, die dieser bei seinem Deutschlandbesuch 2011 im Augustinerkloster Erfurt gefunden hatte. Darin bezeichnete der Pontifex aus Deutschland Martin Luther als leidenschaftlichen Gottessucher, dessen Sehnsucht nach Gottes Nähe von existenzieller Bedeutung für diesen gewesen sei:  

„Was Luther umtrieb, war die Frage nach Gott, die die tiefe Leidenschaft und Triebfeder seines Lebens und seines ganzen Weges gewesen ist… Theologie war für Luther keine akademische Angelegenheit, sondern das Ringen um sich selbst, und dies wiederum war ein Ringen um Gott und mit Gott.“

Mit Blick auf die immer stärker voranschreitende Verweltlichung in Politik und Gesellschaft und die immer geringer werdende Bedeutung Gottes für das Leben vieler Menschen sagte der Regensburger Oberhirte, dabei wiederum den emeritierten Papst zitierend:

„Unser erster ökumenischer Dienst in dieser Zeit muss es sein, gemeinsam die Gegenwart des lebendigen Gottes zu bezeugen und damit der Welt die Antwort zu geben, die sie braucht.“

Link zum Anhören der ganzen Bischofspredigt: https://soundcloud.com/bistum-regensburg/predigt-von-bischof-rudolf-voderholzer-am-fest-des-hl-wolfgang-von-regensburg-2017


Der Vatikan und die Anhänger der „Frau aller Völker, die einst Maria war“

Von Hildegard Alles

Die Fans der Amsterdamer Erscheinungen verbreiten in ihren Schriften, die Gebetsfloskel an die sog. Frau aller Völker, “die einst Maria war”, sei grundsätzlich anerkannt und auf Wunsch der Glaubenkongregation (CDF) lediglich ersetzt worden durch die Worte “die heilige Jungfrau Maria” (in Deutschland wird meist die Formel „die selige Jungfrau Maria“ in diese Anrufung eingefügt).

Diese angebliche ‘Beförderung’ der Frau aller Völker (FaV) zur “heiligen Jungfrau Maria” geistert seit Dezember 2006 durch den FaV-Blätterwald; es handelt sich aber gleichwohl um eine Falschinformation, die durch keinen Beweis gedeckt ist.

Wie konnte es soweit kommen?

Die Vorgeschichte beginnt in den Philippinen, dem katholisch geprägten fernöstlichen Land, in dem die Verehrung der FaV floriert.

Dort hielt eine Gruppe besorgter katholischer Laien die Entwicklungen der FaV im Auge. Im Jahr 2004 verfasste sie ein Dossier über die Irrtümer in den Botschaften der FaV und übergab es dem philippinischen Bischof Vidal, der das Dokument sodann dem Vatikan überreichte.

Die Glaubenskongregation reagierte am 20. Mai 2005 mit einem Brief (prot. N. 511/93. 242/06 A 21006, unterzeichnet vom Sekretär Angelo Amato) an den Vorsitzenden der Philippinischen Bischofskonferenz, Bischof Luis A. G. Tagle.

Auch der Nuntius in den Niederlanden, Bischof Francois Bacqué, wurde in Kenntnis gesetzt und damit auch der für die Verehrung der FaV verantwortliche Bischof Josef Maria Punt.

Kurz zusammengefasst: Die Verehrung Mariens muss übereinstimmen mit den vom Papst angegebenen Richtlinien. Sie darf nicht entwickelt werden aus einer Privatoffenbarung. Es ist überdies keiner katholischen Gemeinschaft erlaubt, die Gottesmutter anzurufen unter einem neuen Titel –  oder unter dem Namen “Frau aller Völker, die einst Maria war”.

Der Brief der Glaubenskongregation vom 20. Mai 2005  ist unmissverständlich: Der Gebetszusatz zur Frau aller Völker, “die einst Maria war” ist nicht gestattet.

Das Schreiben ordnet mit keinem Wort an, den unerlaubten Text zu ersetzen durch den Spruch “die heilige/selige Jungfrau Maria”. Genau das aber suggeriert ein Rundschreiben der Kapelle der FaV im Dezember 2006.

Der niederländische Bischof Punt, Initiator der FaV-Verehrung, hatte seine Mühe mit dieser vatikanischen Anordnung.

Der von ihm für den FaV-Kult angestellte Coordinator der Begleitungskommisssion, Raffael Soffner, verfasste am 9. August 2005 das Schreiben “Die Position des Bischofs von Haarlem”, in dem der Oberhirte u.a. erklärt, dass er sich an die Kongregation gewandt und die Verantwortlichen aufgerufen hat, die ‘pastorale Sorge’ der Kongregation bis auf weiteres zu respektieren und die verbotene Phrase wegzulassen oder “still” zu beten. Das Verbot wird umflort mit dem freundlich klingenden Wort ‘pastorale Sorge’.

In all dem sieht Bischof Punt eine neue Chance, nämlich das ‘Beginnen eines tieferen Dialoges’. Sein  Vorschlag, in einer  Schweigepause die verbotene Phrase dennoch, aber “still” zu beten, kommt einem Boykot gleich. Einige Fans zogen Nutzen aus der peniblen Situation und meinen, es bringe himmlische Gnaden, „einem Bischof Gehorsam zu leisten“.

Im November 2005 begab Bischof Punt sich nach Rom, um Bischof Angelo Amato’s Eingreifen in seine FaV Verehrung mit dem Papst zu besprechen. Über den Inhalt der Audienz schwieg er sich aus. Der Vorsitzende der Stiftung FaV, Arnold Leeman, rief den Anhang der FaV auf, Ruhe zu bewahren. Angesichts der verwirrenden Situation wurde im darauf folgenden Jahr 2006 auf einen Gebetstag verzichtet.

Im Dezember 2006 publizierte die Kapelle der Frau aller Völker einen Rundbrief an die ‘Aktionsführer und Freunde der FaV’, in dem der aktuelle Status der Verehrung der FaV ‘geklärt’ wird. Kurzgefasst:

“Im Juli 2005 kam die Glaubenskongregation mit dem Anliegen in dem Gebet der FaV die Worte “die einst Maria war” weg zu lassen, um denen entgegen zu kommen, die die Bedeuting dieser Worte nicht begreifen. Inzwischen hat die CDF Bischof Punt die Veränderung des Gebetes angegeben. Um deutlich zu machen dass der Titel ‘Frau aller Völker’ sich auf die Muttergottes bezieht, wünscht die CDF, dass im Gebet der FaV die Worte “die heilige Jungfrau Maria” eingefügt werden. Darum lautet das Ende des Gebetes:

Möge die Frau aller Völker,
die heilige Jungfrau Maria,
unsere Fürsprecherin sein.

Die Aktionsführer werden aufgerufen, das neue mächtige Gebet in dieser Form weltweit zu verbreiten, jetzt selbst mit der ausdrücklichen Zustimmung der Glaubenskongregation und in Einheit mit dem Papst Benedict XVI.“

Die Erklärung ist unterzeichnet vom Vorsitzenden Drs. A. W. Leeman namens der Stiftung Frau aller Völker, und von Rector Pater Gabriel Heinzelmann namens der Priester und Schwestern der Kapelle der FaV.

Die Autoren verlegen den Brief der Glaubenskongregation vom 20. Mai 2005 in den Juli 2005. Offensichtlich wurden sie auf dem Gebetstag der FaV in Heroldsbach vom Juli 2005, an dem Bischof Punt teilnahm, von diesem Schreiben in Kenntnis gesetzt. Der vatikanische Brief wurde erst allgemein bekannt, nachdem Laien Wind davon bekamen und an die Öffentlichkeit traten.

Man fragt sich, was in Heroldsbach bekannt gegeben wurde: der ungeschmälerte Brief oder eine günstige Variante? Dem Kapellen-Rundbrief zufolge ist die vatikanische Korrektur ein Grund zur Freude, weil die ‘FaV die einst Maria war’, nun gleichsam ‘erhoben’ ist zur ‘heiligen Jungfrau Maria’.

Der Rundbrief ist insofern ein Musterbeispiel von Verdrehung, Auslassung und irreführender Auslegung. Er erklärt, die Glaubenskongregation habe lediglich die Floskel ‘die einst Maria war’ gelöscht, um denen entgegen zu kommen, die den Sinn der Worte nicht begreifen. ‘Nicht begreifen’ steht aber mit keinem Wort im vatikanischen Schreiben. Dort steht vielmehr, dass die Kirche keiner katholischen Glaubensgemeinschaft erlaubt, die Gottesmutter zu verehren unter dem Titel der „Frau aller Völker“ samt der Zufügung ‘die einst Maria war’.

Das Rundschreiben ist von Selbstüberschätzung geprägt: sie, die Freunde der FaV, begreifen die Worte ‘die einst Maria war’, die anderen sind zu beschränkt, um das zu verstehen. Die Kritiker aber haben begriffen, dass die FaV eine dubiöse Figur  ist.

Der Vatikan hatte schon lange ein Argusauge auf die FaV-Erscheinungen gerichtet. Das Eingreifen begann bereits im Jahr 2000 im Anschluss an den interkonfessional ausgerichteten  Internationalen Gebetstag in den RAI-Hallen zu Amsterdam.

Es gab dort ein den ganzen Hintergrund bedeckendes Spanntuch mit der Abbildung des Petersplatzes,  dem vatikanischem Panorama und einer  Grossdarstellung von Papst Joh. Paul II in segnender Haltung, was insgesamt den Eindruck erweckte, als ob der Papst das Volk im Saal segnet.

BILD: Papst Benedikt hat sich als Präfekt der Glaubenskongregation gegen die FaV-Verehrung gestellt

Dank dieser subtilen Manipulation schien der Gebetstag eine mit dem  Vatikan verbundene Angelegenheit zu sein. Hinzu kam eine Ärgernis erregende, von islamischer Seite eingebrachte Präsentation einer DVD mit dem Titel ‘Die Frau aller  Völker im Koran’, in der z.B. wiederholt die noch zu bauende Kirche der FaV als Replik der Hagia Sophia von Istanbul eingeblendet wurde.

Schon am darauf folgenden Sonntag teilte ein Priester des Bistums Haarlem nach der Sonntagsmesse den Gläubigen im Pfarrgarten mit, dass Rom die Internationalen Gebetstage der FaV beendet hat.

Die Verantwortlichen der FaV hielten sich daraufhin zwei Jahre lang geduckt mit unscheinbaren nationalen Gebetstagen in einer grauen Halle in Amsterdam, um im Jahr 2003 wieder hervorzubrechen mit einer Internationalen Manifestation grossen Stils – und nun mit der am 31. Mai 2002  von Bischof Punt übernatürlich erklärten FaV.

Es folgten zwei Internationale Gebetstage in den Rai-Hallen, danach ein paar bescheidene nationale  Zusammenkünfte in weniger illustren Lokationen in Amsterdam.

Auf der Website des Bistums Haarlem (zuständig für Amsterdam) ist kein einziger Hinweis zu finden über die Verehrung der FaV und die von Bischof Punt approbierte (genehmigte) Erscheinung von Amsterdam. Die Bischöfe Hollands haben noch nie teilgenommen an den Gebetstagen zu Ehren der FaV; sie haben stattdessen am 13. Mai 2017  (Gedenktag 100 Jahre Fatima) in einem gemeinsamen festlichen Akt ihre Bistümer dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht.

Ergänzender HINWEIS vom 5.9. zum Wortlaut des erwähnten vatikanischen Schreibens: https://charismatismus.wordpress.com/2017/09/05/dokument-die-glaubenskongregation-zur-frau-aller-voelker-die-einst-maria-war/

  1. Foto – Quelle: http://www.de-vrouwe.info/

 


Die Amsterdamer „Erscheinungen“ und das irreführende Bild der „Miterlöserin“

Von Felizitas Küble

Am 2. September 2017 findet in Düsseldorf wieder der jährliche „Gebetstag der Frau aller Völker“ statt. Über diese sogenannten Marienerscheinungen von Amsterdam (die von 1945 bis 1959 dauerten) haben wir mehrfach kritisch berichtet (siehe HIER).

Dort wird u.a. ein Dogma von Maria als „Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin“ gefordert  –  ein Anliegen, das die Anhänger jener Visionen von Ida Peerdemann seit Jahrzehnten an die Kirchenleitung herantragen.

Während der Ehrentitel „Fürsprecherin“ für die Madonna seit jeher geläufig ist, während man auch das Wort von der „Mittlerin“ (in totaler Abhängigkeit vom eigentlichen Mittler Christus) richtig verstehen kann, ist der Titel „Miterlöserin“ kein Bestandteil der amtlichen kirchlichen Verkündigung.

Überdies ist dieser Begriff nur mit erheblicher Mühe und Relativierung glaubenskonform auslegbar – mit anderen Worten: er ist zumindest sehr auslegungsbedürftig, mißverständlich und im Grunde irreführend. (Siehe dazu auch die ablehnende Haltung von Papst Benedikt: HIER)

Diesmal werfen wir einen Blick auf das bekannte „Gnadenbild“ der Amsterdamer Erscheinungen, wie es auf der offiziellen Webseite (http://www.de-vrouwe.info/de/ein-bild-zum-nachdenken) gezeigt wird.

Dazu sei Folgendes angemerkt.

  1. Die sofort ins Auge springende theologische Dreistigkeit besteht darin, daß sich jene „Maria“ direkt vor das Kreuz ihres göttlichen Sohnes stellt und ihn damit komplett nicht nur verdrängt, sondern verdeckt und somit unsichtbar macht. Im Neuen Testament heißt es, daß die Gottesmutter mit dem  Apostel Johannes neben dem Kreuz stand; man sieht sie in kirchlichen Darstellung bisweilen auch unter dem Kreuz, aber nie direkt vor dem Kreuz, den HERRN versteckend.
    Es stellt sich damit die Frage, ob die Madonna auf diesem häretischen „Gnadenbild“ nicht nur  –  wie per „Amsterdam“ gefordert  –  als „Miterlöserin“, sondern indirekt
    (nämlich von der Bildgestaltung her) sogar als die eigentliche Erlöserin präsentiert wird.
  2. Daß von den Händen Mariens Lichtstrahlen ausgehen, kennt man zwar auch von anderen frommen Devotionalien, allerdings nicht wie hier mit durchbohrten Händen. Auch auf diese Weise werden Attribute, die allein Christus zukommen, auf seine Mutter übertragen, während ER selber hier gar nicht mehr zu sehen ist.  – Dies hängt zusammen mit der Amsterdamer Erscheinung vom 31.5.1951. Dort erkannte die „Seherin“ Ida Peerdemann „mitten in den Händen Mariens etwas, als ob dort eine Wunde gewesen“ sei.
    Am 22. Juni 2002 hielt der führende Amsterdam-Apologet Pater Paul
    Sigl in Köln einen Lichtbilder-Vortrag, der unter dem vielsagenden Motto stand: „Die leuchtende und durchbohrte Hand der Miterlöserin.“  (Näheres dazu HIER)
  3.  Äußerst problematisch ist auch die Deutung des Tuches, das um ihre Taille gebunden ist. Dazu erklärte die „Madonna“ bei ihrer vermeintlichen Erscheinung am 15.4.1951: „Dies ist wie das Lendentuch des Sohnes. Ich stehe ja als die Frau vor dem Kreuz des Sohnes.“  – Auch hier findet eine Gleichstellung mit Christus bei gleichzeitiger Verdrängung seiner Präsenz statt.
  4. Die Frauengestalt steht selbstherrlich auf einer Weltkugel, darunter zahllose Schafe, die wohl die Weltbevölkerung symbolisieren sollen. (Das Visionsphämomen bezeichnet sich selbst mit dem neuen Titel einer „Frau aller Völker“.)  Bei den in der Kirche sonst verbreiteten Darstellungen der Madonna auf dem Globus sieht man sie stattdessen, wie sie der Schlange (dem Satan) den Kopf zertritt; dieser steht meist auf einer Mondsichel (Symbol des Heidentums und des Islam).
    Hier aber wird die sog. „Frau aller Völker“ fast wie eine kosmische Erdgöttin oder Weltenherrscherin im Strahlenglanz präsentiert.  – Dazu paßt die Amsterdamer „Botschaft“ vom 31.5.1951: „Meine Füße habe ich fest auf die Erdkugel gesetzt, weil mich der Vater und der Sohn in diese Zeit, in diese Welt bringen will als die Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin“.   –  Der Heilige Geist fehlt interessanterweise in dieser Aufzählung. Zudem fragt man sich, warum der Himmel denn angeblich eine neue Sonderform Mariens „in diese Zeit“ bringen will?
  5. Am 1.4.1951 erklärte das Erscheinungsphantom etliche Merkwürdigkeiten: „Ich stehe vor dem Kreuz mit Kopf, Händen und Füßen wie von einem Menschen. Mein Leib ist wie von  Geist…Mein Leib ist aufgenommen gleich dem Sohn. Jetzt stehe ich opfernd vor dem Kreuz. Fürwahr, ich habe mit meinem Sohn seelisch und vor allem auch körperlich gelitten.“  – Hierzu sind wohl folgende Richtigstellungen angebracht: Die Madonna ist keineswegs „aufgenommen gleich dem Sohn“, vielmehr ist Christus als Gott aktiv aufgefahren in den Himmel, aus eigener Vollmacht nämlich; Maria hingegen wurde als Geschöpf von Gott  „aufgenommen“ in die ewige Herrlichkeit  –  ein wohlgemerkt nicht nur gradueller, sondern wesentlicher Unterschied.
    Zudem erschließt sich nicht, warum Maria mit ihrem Sohn „vor allem auch körperlich“ gelitten haben soll. Sodann ist die Formulierung „Mein Leib ist wie von Geist“ zumindest mißverständlich. 
  6. Theologisch gerade absurd erscheint überdies folgende „Botschaft“ vom 31.5.1954: „Wenn das Dogma ausgesprochen ist, dann wird die Frau aller Völker der Welt den Frieden, den wahren Frieden schenken.“  –  Hier wird unser Erlöser erneut völlig an den Rand gedrängt; ER ist der wahre Friedefürst, denn „Christus ist unser Friede“ (Eph 2,14), sagt das Neue Testament unmißverständlich. Zudem findet sich in der Hl. Schrift nirgendwo eine Verheißung für einen künftigen irdischen Weltfrieden.
    Überdies hätte man gern gewußt, warum die „Frau aller Völker“ bereits ein Jahr nach der 1950 erfolgten Dogmatisierung der Assumpta
    (Aufnahme Marias in den Himmel) ein weiteres (und noch dazu unsinniges) Dogma fordert.

Irritierend wirkt daher auch dieses Foto (http://www.de-vrouwe.info/de/duesseldorf-2017), zumal hier ein halbes Dutzend hoher kirchlicher Würdenträger vor dem Amsterdamer „Gnadenbild“ knien, auf dem unser Erlöser komplett verdrängt und durch eine Erscheinungs-„Maria“ ersetzt wird, mag auch das Kreuz im Hintergrund teilweise noch zu sehen sein. (Wobei nicht sicher ist, ob es sich um ein Kreuz handelt –  da man nur den oberen Teil erkennen kann; es könnte auch ein umgedrehtes Tau-Zeichen sein, wie es in esoterischen Kreisen weit verbreitet ist.)

Zu dem oft gehörten Einwand, jene Amsterdamer Privatoffenbarungen seien kirchlich „anerkannt“, sei klargestellt:

Die zuständigen Bischöfe von Haarlem-Amsterdam haben diese Erscheinungen über Jahrzehnte hinweg abgelehnt, ebenso die römische Glaubenskongregation bis einschließlich der Amtszeit von Kardinal Ratzinger als Präfekt (siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/19/vatikan-glaubenskongregation-hat-amsterdamer-erscheinungen-1974-abgelehnt/)

Der holländische Bischof Josef Maria Punt, dessen Mutter ebenfalls zur Schar der begeisterten Peerdemann-Anhängern gehört, hat sich über diese konstanten kirchlichen Entscheidungen hinweggesetzt und am 10.6.2002 zur vielfachen Überraschung den Kult um die „Frau aller Völker“ genehmigt.

Der Vatikan hat diese Entscheidung nie bestätigt, aber eine gewisse Notbremse gezogen und wenigstens jenes Anrufungswort der Frau aller Völker „die einst Maria war“ untersagt. (Näheres dazu: https://charismatismus.wordpress.com/2017/03/03/jungfrau-maria-oder-frau-aller-voelker/)

Zudem hat die Glaubenskongregation ihr striktes Urteil, es „steht fest“, daß die Amsterdamer Erscheinungen „nicht übernatürlich“ seien, im Jahre 2006 erneut veröffentlicht und damit bekräftigt  – auch gegenüber der bischöflichen „Anerkennung“.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Vatikan: Ist der Papst verärgert über konservative Katholiken in den USA?

Von Dr. David Berger

In der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“erschien vor einigen Tagen ein umgebremster Wutausbruch gegen Katholiken in den USA: Sie würden sich in einer „Ökumene des Hasses“ mit den Protestanten zusammentun und Fremdenfeindlichkeit und „Islamophobie“ propagieren.

Sie stünden Donald Trump nahe und versuchten, Einfluss auf die Politik auszuüben. Damit verhielten sie sich ungehorsam dem Papst gegenüber.

Der Artikel fasst auf populäre Weise einen mehr akademischen Beitrag zusammen, der sich in der jüngsten Ausgabe der italienischen Jesuiten-Zeitschrift „La Civilta cattolica“ findet – vermutlich auch eine Auftragsarbeit, die aus dem Vatikan kommt.

Der konkrete Anlass für diese Kampagne des Vatikan gegen Christen in den USA dürfte ein besorgter Brief zahlreicher prominenter US-Katholiken an Donald Trump vom Januar dieses Jahres sein

Darin erheben sie schwere Vorwürfe gegen Obamas und Clintons Einmischung in innerkatholische Angelegenheiten: mit Rückendeckung durch George Soros sollen sie einen Putsch im Vatikan initiiert haben, um den konservativen Papst Benedikt zu stürzen und ihn durch den ultralinken Papst Franziskus zu ersetzen. Die Gruppe um Obama, Soros und Clinton nannte ihr Projekt „Katholischer Frühling“ (catholic spring).

Unter diesem Stichwort sollen Soros, Obama und Clinton die ihnen zur Verfügung stehende diplomatische Maschinerie der Vereinigten Staaten, ihre Einflüsse und die Finanzmacht Soros benutzt haben, um den „Regimewechsel“ in der römisch-katholischen Kirche herbeizuführen.

Für die konservativen Katholiken in den USA, die durch Papst Benendikt XVI. einen ungeheuren Aufschwung erlebten, bedeutete der Machtwechsel im Vatikan einen schweren Schlag.

Die Verfasser des Briefes sprechen von einer gewollten Revolution innerhalb der Kirche, die deren Kernbestände zum Absterben bringen sollte. Schon im Sommer letzten Jahres berichteten katholische Newsagenturen der USA von den Aktivitäten der drei Mächtigen.

Sie erwähnen eine Einflussnahme der amerikanischen Sicherheitsdienste beim Konklave an sowie den Umstand, dass internationale Finanztransaktionen aus den USA mit dem Vatikan in den letzten Tagen vor dem Rücktritt von Papst Benedikt suspendiert und dann kurz nach der Wahl von Franziskus wieder aufgenommen wurden.

Den vollständigen Artikel von Dr. Berger lesen Sie hier: https://philosophia-perennis.com/2017/07/15/zornausbruch-im-vatikan-us-katholiken-deckten-die-verwicklung-des-papstes-in-das-soros-netzwerk-auf/ 


Papst Benedikt: Sorge und Freude der Kirche

Kirchenboot im Sturm „bis zum Kentern angefüllt“…

Beim Requiem (Totenmesse) für den verstorbenen Kardinal Joachim Meisner las Erzbischof Georg Gänswein im Kölner Dom den Nachruf von Papst Benedikt vor, in welchem er den früheren Erzbischof von Köln würdigt, der zu den vier sog. „Dubia-Kardinälen“ gehört, welche mehrfach kritische Nachfragen zu „Amoris laetita“ von Papst Franziskus stellte.

In seinem Gedenkwort, das von Kardinal Woelki erbeten wurde, erwähnt der ehemalige Pontifex, daß er noch einen Tag vor Meisners Tod mit diesem telefoniert habe.

Benedikt schreibt sodann, daß wir in einer Zeit leben, in der die Kirche besonders dringend überzeugender Hirten bedarf, die der Diktatur des Zeitgeistes widerstehen und ganz entschieden aus dem Glauben leben und denken.“

Kardinal Meisner habe trotz aller kirchlichen Nöte aus der „tiefen Gewissheit“ gelebt, daß „der Herr seine Kirche nicht verlässt, auch wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern angefüllt ist“.

Zudem habe sich Meisner froh über eine neue Hinwendung zur Beichte gezeigt,  zumal „gerade junge Menschen, vor allem auch junge Männer, die Gnade der Vergebung erleben, das Geschenk, wirklich das Leben gefunden zu haben, das ihnen nur Gott geben kann.“

Auch das leise Anwachsen der eucharistischen Anbetung bei katholischen Jugendlichen habe den Kardinal „freudig gestimmt“; beim Weltjugendtag in Köln (an dem Papst Benedikt teilgenommen hatte) sei ihm dies ein „zentraler Punkt“ gewesen, daß es „die Anbetung gebe, eine Stille, in der nur der Herr zu den Menschen und zu den Herzen spricht.“

Übrigens hat auch Papst Franziskus einen Nachruf auf Kardinal Meisner nach Köln geschickt. Beifall von den Gläubigen im Dom erfolgte aber allein nach dem Gedenkwort des früheren Papstes Benedikt.

Die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“ reagierte auf die beiden Nachrufe  – wohl doch überspitzt?  – mit dem Titel: „Benedikt gegen Franziskus“. (Siehe hier: http://www.sueddeutsche.de/politik/katholische-kirche-benedikt-gegen-franziskus-1.3591263)


Paukenschlag: Papst entläßt Kardinal Müller

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Online-Ausgabe am gestrigen 30. Juni unter Berufung auf KNA kurz vor Mitternacht meldet, hat Papst Franziskus den Präfekten der Glaubenskongregation entlassen bzw. eine Verlängerung der Amtszeit von Kurienkardinal Gerhard Müller abgelehnt.

Entsprechende Gerüchte kursierten bereits am vergangenen Nachmittag in diversen katholischen Blogs und Webseiten.

Die FAZ schreibt einleitend: „Franziskus hat sich überraschend von einem seiner ranghöchsten Mitarbeiter getrennt. Ein Grund dafür sollen Meinungsverschiedenheiten gewesen sein.“

Der 69-jährige Glaubenspräfekt, der seit Amt im Vatikan fünf Jahre lang verwaltet hat, war zuvor Oberhirte von Regensburg. Sein Nachfolger in diesem bayerischen Bistum ist der  – ebenfalls theologisch konservative  – Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.

Papst Benedikt XVI., der selber jahrzehntelang einflußreicher Präfekt der Glaubenskongregation war, hatte Bischof Müller im Jahre 2012 nach Rom geholt. Nach zwei Jahren wurde Präfekt Müller von Papst Franziskus zum Kardinal erhoben.

In den letzten zwei Jahren verstärkten sich die inhaltlichen Differenzen zwischen dem Pontifex und dem Kurienkardinal vor allem anläßlich der beiden Bischofssynoden in Rom zum Thema „wiederverheiratete Geschiedene“. Dort hatte Kardinal Müller gemeinsam mit anderen Würdenträgern die traditionelle Ehe-Lehre der katholischen Kirche verteidigt.

Mitte Mai dieses Jahres wurden auf Betreiben von Papst Franziskus drei Mitarbeiter der Glaubenskongregation ohne Begründung entlassen, was von Kardinal Müller in einem TV-Interview kritisch erwähnt worden ist.

Der Bayerische Rundfunk schreibt aktuell über den nunmehr gefeuerten Würdenträger:

„Der streitbare Kirchenmann gehört zu den meistgelesenen Theologen unserer Zeit. Seine Katholische Dogmatik gilt als Pflichtlektüre für angehende Pfarrer.“

Foto: Bistum Regensburg