Kardinal Burke leistet theologischen Widerstand gegenüber Papst Franziskus

Die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ berichtet von  einer Art Rebellion, die sich in der katholischen Kirche gegen Franziskus abzeichnet. Einen Höhepunkt erlebte diese „Franziskus-muss-weg“-Bewegung vor einer Woche im römischen Tagungszentrum „The Church Village“. 

Etwa 400 besorgte Katholiken waren gekommen, unter ihnen auch die beiden bei überzeugten Katholiken als Helden geltenden Kardinäle Walter Brandmüller und Leo R. Burke (siehe Foto).

Zu einem Höhepunkt kam die Veranstaltung, als Kardinal Burke das Wort erhob. Guido Horts schildert in der „Tagespost“ was dann geschah:

„Kardinal Burke legte in seinem Vortrag über die Korrektur eines Papstes, der seine Vollmacht missbraucht habe, dar, dass man diesem keinen Prozess machen könne, aber die Situation entsprechend des Naturrechts, des Evangeliums und der kanonischen Tradition in zwei Schritten bereinigen müsse.

Als er vom ersten Schritt, der an den römischen Papst direkt gerichteten Aufforderung, den Fehler zu korrigieren, zum zweiten Schritt, der öffentlichen Verurteilung der päpstlichen Häresie, überleitete, explodierte der mit den Händen zu greifende Unmut… Nach einer Pause fuhr Burke fort und zitierte schließlich den heiligen Paulus: Und wenn wir selbst oder ein Engel vom Himmel etwas anderes als das verkünden würden, was euch verkündet worden ist, „anathema sit“.   –  Tobender Applaus.“

„Anathema sit“ heißt so viel wie: Papst Franziskus soll aus der Kirche ausgeschlossen werden.

Das dürfte es in der katholischen Kirche schon lange nicht mehr gegeben haben, dass ein Kardinal der Kirche, der zudem bei den einflussreichen US-Katholiken in sehr hohem Ansehen steht, im Schatten des Petersdoms dazu auffordert, den Papst wegen seiner Irrlehren aus der Kirche auszuschließen.

Keiner hat der katholischen Kirche und damit dem christlich-jüdischen Abendland durch sein unüberlegtes, teilweise tatsächlich den Glauben verratendes Agieren seit dem Zweiten Vatikanum solchen Schaden zugefügt wie Franziskus.

Quelle und vollständiger Artikel von Dr. David Berger hier: https://philosophia-perennis.com/2018/04/15/franziskus-muss-weg-kardinaele-fordern-den-papst-aus-der-kirche-auszuschliessen/

Advertisements

Will der Vatikan die gläubigen Katholiken Chinas an die Kommmunisten verraten?

Mathias von Gersdorff

In ihrer Ausgabe vom 11. April 2018 berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, dass Papst Franziskus selber auf eine Einigung des Vatikans mit dem kommunistischem Regime Rotchinas drängt.

Kardinal Joseph Zen, der prominenteste Gegner eines fatalen Konkordates zwischen dem Vatikan und Rotchina unter den gegenwärtigen Umständen, betonte in einem Vortrag in Bonn anlässlich der Verleihung des „Stephanus-Preis für verfolgte Christen“, dass Kardinalstaatssekretär Parolin ein Abkommen vorantreiben wolle, das eine weitgehende Übergabe der katholischen Untergrundkirche in China in die Hände der Kommunisten vorsieht.

Wie die FAZ schreibt, will Papst Franziskus damit einen großen diplomatischen Coup landen. Ähnliches hatte er schon in Kolumbien in den Verhandlungen der Regierung mit den kommunistischen Farc erreicht. Die linke Farc-Guerilla konnte alle ihre Forderungen durchsetzen, ohne von ihrer marxistischen Ideologie abrücken zu müssen.

Das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba im  Jahr 2015 war ebenfalls sehr günstig für die kommunistische Regierung.

Ob nun Papst Franziskus hinter den letzten diplomatischen Demarchen des Vatikans stand oder nicht, ist zumindest für die Zukunft zweitrangig.

Als die „Katholische Nachrichtenagentur“ Kardinal Zen fragte, ob er „fest überzeugt sei, dass der Papst nur schlecht informiert“ ist, antwortete Zen: „Inzwischen ist er es nicht mehr. Inzwischen ist er in Sorge über die Angelegenheit. Am Anfang waren da nur Leute, die einem solchen Abkommen das Wort redeten. Doch immer mehr besonnenere, ältere Leute haben ihn mittlerweile gewarnt. Ich denke, der Papst ist vorsichtiger geworden.“

Das vorgesehene geplante Konkordat wird deshalb so scharf kritisiert, weil die katholische Kirche praktisch keinen Einfluss auf die Ernennung von Bischöfen hätte. Der Papst bekäme maximal ein Veto-Recht. Zudem hat die chinesische Regierung in den letzten Monaten unmissverständlich klargemacht, dass sie die totale Kontrolle über die katholische Kirche erreichen will; sie duldet keine Unabhängigkeit.

Die Untergrundbischöfe würden vom Staat zwar akzeptiert werden, doch die bestehende Bischofskonferenz der „Patriotischen Kirche“ ist nichts anderes als eine staatliche Behörde. Zudem hat China die Religionsgesetze verschärft, den Verkauf von Bibeln erheblich erschwert und eine halbwegs unabhängige Kommission für Religionsfragen aufgelöst. In der Karwoche wurde schließlich der Untergrundbischof Guo Xijin verhaftet, um seine Beteiligung an den liturgischen Feiern der Osterwoche zu verhindern.

Für Kardinal Zen ist es unverständlich, dass der Vatikan unter solchen Umständen verhandeln will. Es kann nur ein fauler Kompromiss herauskommen, der die katholischen Interessen in China massiv belasten wird und der einen Verrat an den eigenen Gläubigen darstellt.

Quelle: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2018/04/faz-papst-franziskus-drangt-auf.html


Gewissen gegen die Macht: Kardinal Zen widersteht Kardinal Parolin

Mathias von Gersdorff

Am Samstag, dem 7. April 2018, fanden zwei wichtige Veranstaltungen statt, die für einen oberflächlichen Beobachter nichts miteinander zu tun hatten:

In Rom tagte man zum Thema „Katholische Kirche, wohin gehst du?“ mit hoher Prominenz: Kardinal Raymond Burke, Kardinal Walter Brandmüller und Weihbischof Athanasius Schneider.

BILD: Kardinal Zen (links) im Gespräch mit unserem Autor
 .
Es ging um die negativen Auswirkungen der umstrittenen Stellen im Apostolischen Schreiben „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus. Über diese Veranstaltung berichtete die deutsch-amerikanische Journalistin Maike Hickson (hier LINK1 und hier LINK2.)

In Bonn, der ehem. Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschlands, erhielt an diesem Tag Kardinal Joseph Zen Ze-kiun den „Stephanus-Preis für verfolgte Christen“. Bei dieser Gelegenheit sprach er ausführlich über die Verfolgung der Christen durch das kommunistische Regime in China und über die Bemühungen des Vatikans, sich mit den dortigen Machthabern zu „arrangieren“.

Obwohl es sich um unterschiedliche Themen handelte, hatten beide Veranstaltungen etliche „gemeinsame Nenner“: In beiden ging es um einer Revolution in der Katholischen Kirche. In Rom ging es letzten Endes um eine Allianz eines Teils des katholischen Klerus mit der sexuellen Revolution.

In Bonn ging es um die Akzeptanz bzw. um die Allianz eines Teils des katholischen Klerus mit der kommunistischen Revolution in der Form des gegenwärtigen kommunistischen Regimes in Rot-China. 

Es zeigt sich ein weiterer gemeinsamen Nenner: In beiden Manövern (um nicht von Verrat an den katholischen Prinzipien zu sprechen) ist die entscheidende Persönlichkeit der amtierende Kardinalstaatssekretär des Vatikan: Kardinal Pietro Parolin.

Was die sexuelle Revolution betrifft, so predigt Kardinal Parolin den Slogan eines „Paradigmenwechsel in der Moral“. Was er damit meint, ist letztendlich die Einführung einer Situationsethik, um „irreguläre Lebenssituationen“  – wie etwa die von wiederverheirateten Geschiedenen  –  zu legitimieren.

In Deutschland ist gerade Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Dt. Bischofskonferenz, dabei, diese Situationsethik in Form von „Einzelfallprüfungen“ auf der Ebene der Pfarreien einzuführen. Die von der sexuellen Revolution propagierten Lebensweisen bekämen dadurch gleichsam ein katholisches Unbedenklichkeitssiegel. 

Doch der Durchmarsch des Progressismus beschränkt sich nicht auf eine ultraliberale Interpretation von „Amoris laetitia“.

Für die kommunistischen Länder hat sich Kardinal Parolin etwas anderes ausgedacht, nämlich die Wiederbelebung der linksgerichteten vatikanischen Ostpolitik der 1960er und 1970er Jahre.

Diese bestand daraus, sich mit den kommunistischen Diktaturen zu arrangieren. Die katholische Kirche sollte darauf verzichten, den Ostblock zu kritisieren, dafür konnte sie in diesen Staaten Freiheiten bei der Bischofsernennung und in der Ausübung der Sakramente. Sie bekam also einen goldenen Käfig, solange sie die Kommunisten und ihre atheistische Doktrin nicht kritisierte.

Auch hier geht es um eine Akzeptanz bzw. um eine Allianz mit einer Revolution, und zwar mit der kommunistischen Revolution.

Im Falle Chinas hat der Kardinalstaatsekretär sich das wohl so gedacht: Die Katholiken Chinas, die schon lange unter Verfolgungen leiden, akzeptieren die staatlich (also kommunistisch) ernannten Bischöfe, und sie können in Frieden ihre Religion ausüben. Voraussetzung dafür ist, die Bischöfe der sog. Untergrundkirche kirchlich beiseite zu schaffen.

Das wäre leicht gewesen, hätte sich Kardinal Joseph Zen Ze-kiun nicht entschlossen, auf die Barrikaden zu gehen.

Seit Anfang des Jahres redet er über nichts anderes als über den Verrat des vatikanischen Staatssekretariats an den Katholiken der Untergrundkirche.

Zuletzt tat er das in einer Reise nach Deutschland, um den „Stefanus-Preis für verfolgte Christen“ zu entgegenzunehmen: Auch bei dieser Gelegenheit wiederholte er: Der Vatikan –  also Kardinal Pietro Parolin – will die legitime Untergrundkirche Chinas an die Kommunisten verraten, obwohl sie jahrzehntelang verfolgt wurde.

Die Macht der Kirche in solchen Momenten zeigt sich in Persönlichkeiten wie Kardinal Zen. Er sagt nämlich: Ein solches Abkommen mit den Kommunisten wäre ein Verrat und eine Schande und die Preisgabe der Freiheit der Kirche an die kommunistischen Machthaber.

Was Kardinal Parolin im Grunde praktiziert, ist die Übergabe der treuen Katholiken an die kommunistischen Machthaber. Also ein Einknicken gegenüber der weltlichen Macht. 

Ist dies das Paradigma des Progressismus? Ja, denn der Progressismus – in West und in Ost – betreibt nichts anderes als eine Kapitulation gegenüber dem revolutionären Zeitgeist.

Was sind die Waffen, die Kardinal Zen gegen diesen verhängnisvollen Angriff anwendet?

Vor allem dies: Die Wahrheit auszusprechen  – die Wahrheit über den chinesischen Kommunismus. Die Wahrheit über die Verfolgung der katholischen Kirche. Die Wahrheit über den geplanten Verrat des legitimen chinesischen Katholizismus an den Kommunismus.

Genau diese Freiheit des Wortes will der Progressismus töten: Um zweifelhafte Vorteile zu gewinnen, sollen die Katholiken Chinas auf ihre Freiheit, die Wahrheit zu sagen, verzichten.

Kardinal Zen sagt dazu: Nein. Ohne mich. Ich schweige nicht!

Folgen wir in West und Ost seinem Beispiel und bezeugen wir, dass der unveränderte katholische Glaube immer und überall frei verkündigt werden muss. Denn nur so erfüllen wir den Auftrag Jesu Christi: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht aktuelle Kommentare unter anderem hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

Die Beichte ist das Sakrament der Umkehr

Von Ehrendomherr Dr. Franz Weidemann

Das Evangelium von der Tempelreinigung (Joh 2,13-25) führt uns leicht hin auf das Thema der heiligen Beichte. Jesus verhält sich ein wenig aufgebracht. Er reinigt das Gotteshaus von allem, was nicht hineingehört. So sollen auch wir unseren inneren Tempel reinigen. Säubern wir das Herz, das mit allem Möglichen zugestellt ist. Alles, was nicht dort den eigentlichen Platz hat, soll weggegeben werden und wir sollen davon frei werden.

Erinnern wir uns an das Wort Jesu vom ersten Fastensonntag aus dem Markus Evangelium (Mk 1,15): „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

Wenn Jesus damit die Menschen zum Glauben einlädt, spricht er gleichzeitig die große Vorbedingung dazu aus. Er sagt: „Kehrt um!“. So sind Glaube und Umkehr aufeinander bezogene Forderungen Gottes an den Menschen, zugleich aber auch die österlichen Gaben des Auferstandenen an uns.

Die Beichte ist für unser ganzes Leben von entscheidender Bedeutung, jedoch zugleich in große Vergessenheit geraten. 

Allein das Wort erweckt in vielen Menschen unangenehme Gefühle; sie reichen von totaler Ablehnung bis hin zu völliger Gleichgültigkeit. Von den einen abgelehnt, weil sie den Beichtstuhl vielleicht tatsächlich als Ort der Demütigung oder der Indiskretion erlebt haben, und von den anderen ahnungslos belächelt, weil sie nie erfahren durften, was für ein Geschenk die Beichte für den Menschen eigentlich ist: so ist dieses Sakrament zunehmend nicht nur zum ungeliebten und vergessenen, sondern auch zum unbekannten Sakrament geworden.

Doch gerade darin liegt für unsere heutige, an Geist und Geistlichkeit so arme Zeit die große Chance, die befreiende und belebende Wirkung der Beichte neu zu entdecken.

Als Beichtvater wie als Sünder, der selbst zur Beichte geht und genau weiß, wie schwer dieser Schritt sein kann, bin ich überzeugt: der Beichtstuhl ist der Ort, an dem nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Welt ihre größte „Reparatur“ erfahren kann.

Die Beichte ist das Sakrament der Umkehr, denn sie vollzieht die Umkehr, zu der Jesus uns aufruft – die Rückkehr zum Vater, von dem sich ein Mensch durch die Sünde entfernt hat. Sie ist daher auch das Sakrament der Buße, weil sie einen persönlichen Schritt der Umkehr, der Reue und Genugtuung des sündigen Christen darstellt.

Das Bekenntnis unserer Sünden vor dem Priester ist ein wesentliches Element dieses Sakramentes. Dadurch wird es zum Sakrament der Vergebung, denn durch die sakramentale Lossprechung des Priesters gewährt Gott selbst dem Beichtenden Verzeihung und Frieden. Das macht die Beichte zum Sakrament der Versöhnung, denn es schenkt dem Sünder die versöhnende Liebe Gottes.

Durch diese Versöhnung wird die Beichte zum Sakrament der Heilung. Hier erfährt der Mensch die Wiederherstellung zerbrochener Beziehungen: zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und dadurch letztlich zu Gott, der den innersten Kern unseres Menschseins darstellt.

Ein Mensch, der sagt, dass er ohne Sünde sei, die Beichte nicht brauche und alles mit und für sich selbst regeln könne, belügt sich selbst – das sagte schon der Apostel Johannes. Dieser Selbstbetrug kommt in der heutigen Zeit leider häufig vor. Papst Franziskus sagt es ganz klar: „Es gibt keine Situation, die Gott nicht ändern kann, es gibt keine Sünde, die er nicht vergeben kann, wenn wir uns IHM öffnen.“

Das führt uns zur entscheidenden Frage: Wie kann ich so beichten, dass es mir echte innere Heilung ermöglicht? Der Artikel „Das Sakrament der Buße und der Versöhnung“ im „Gotteslob“ Nr. 593 zeigt uns einige Schritte, wie wir die Beichte als echtes Geschenk erfahren können, die uns Frieden, Befreiung und Lebensfreude bringt.

Ich lade alle ein, diese besondere Zeit vor Ostern auch als Chance der persönlichen Umkehr zu sehen, um das eigene Leben wieder etwas intensiver zu reflektieren, es in seinen dunklen Bereichen aufzuhellen, um ein Stück mehr mit sich, mit den Mitmenschen und mit Gott ins Reine zu kommen. Jeder von uns weiß ziemlich genau, wo die unterbelichteten Stellen in der eigenen Biografie zu finden sind.

Jenen unter uns, die regelmäßig beichten, wünsche ich dabei, dass das Sakrament für sie nicht zur oberflächlichen Routine wird, sondern dass es immer wieder den Weg ins Innere finden kann.

Jenen unter uns, die schon längere Zeit nicht mehr beichten waren oder überhaupt noch nie einen Beichtstuhl von innen gesehen haben, möchte ich Mut machen: Nehmt Euch selbst so wichtig, wie Gott es tut! Verweigert Euch nicht dem wunderbaren Heilmittel der Versöhnung, das ER für Euch bereithält!

Legt den alten Menschen ab und lebt als neue Menschen! Gott schenke uns eine erfüllte Fastenzeit, eine gute Beichte und lasse uns mit großer innerer Freude das Osterfest feiern!

Unser Autor Dr. Franz Weidemann ist Gemeindepfarrer in Dortmund

 


Papst Franziskus und seine „Reformen“

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

„Geht der Papst als Reformer oder Gescheiterter in die Geschichte ein?“, so fragt der Leitartikler Daniel Wirsching in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (16.1.2018). Wirsching möchte nach bald fünf Jahren Amtszeit von Papst Franzskus eine Antwort auf die Frage: „Wie genau will er die katholische Kirche reformieren und kann ihm überhaupt eine Reform gelingen?“

Geht es Daniel Wirsching wirklich um die katholische Kirche, um den Papst oder vielmehr um seine Wunschvorstellungen, wie sich die katholische Kirche entwickeln sollte?

Die gelungene Reform sieht er „in der Neuausrichtung auf eine dem Menschen zugewandtere katholische Kirche“, weiter darin, „wiederverheirateten Geschiedenen die Möglichkeit zur Kommunion zu eröffnen“. Diese „Kirche soll in erster Linie als nahbar erscheinen nicht als ausschließend“, sie solle „Menschen begleiten, nicht Vorschriften machen, soll weg von Patenrezepten“.

„Amoris laetitia“ bewirkte lt. Wirsching „dass der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode jüngst einen sensationellen Vorstoß wagte, die Kirche müsse über eine Segnung homosexueller Paare nachdenken“.

Schließlich müssten noch „viri probati“ (bewährte verheiratete Männer) für die Priesterweihe als Reform hinzukommen. „Das Amazonasgebiet als Testgebiet für die Ortskirchen in aller Welt“?

Ob Papst Franziskus in die Geschichte eingeht, zeigt sich also anscheinend darin, ob die Wünsche von Daniel Wirsching und manch anderen erfüllt werden. Die entscheidende Frage, ob sich die von ihm beschriebene Kirche an Jesus Christus und seiner Lehre ausrichtet, stellt sich Wirsching nicht.

Ob Franziskus tatsächlich als Reformer in die Geschichte eingeht, wird davon abhängen, ob er in seinem Pontifikat die unverkürzte und unverfälschte Lehre der Kirche neu zum Aufleuchten bringt.

Unser Autor Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“, den Kongreß „Freude am Glauben“ und die kath. Monatszeitschrift DER FELS


Warum ein Schweigen des Papstes zur Segensforderung von Kardinal Marx fatal wäre

Von Dr. Markus Büning

Einer der ranghöchsten Mitarbeiter im Senat der Kirche, der Münchener Erzbischof und Kardinal Marx, kann offenkundig – ohne jedwede Konsequenz zu befürchten – vor den Augen der Welt eine gravierende „Moralhäresie“ verkünden:

Er selbst könne sich einen „liturgischen Zuspruch“ (was immer das auch in concreto sein mag!) für homosexuelle Paare im Einzelfall vorstellen. Dies sei jedoch nicht auf allgemeine Weise zu regeln, sondern müsse vor Ort durch den Seelsorger entschieden werden.

Es ist schon „putzig“, dass solch eine Einzelfall-Logik eben nicht für die Katholiken gilt, die angesichts solcher skandalöser Forderungen eines Bischofs nun ernsthaft erwägen, aus der „Kirchensteuer“-Kirche auszutreten. Nein, hier bleiben die Herren konsequent: „Wenn Du gehst, dann hast Du Pech! Dann musst Du selber sehen wie Du unter die Erde kommst! Dann gibt es keinen Zuspruch, weil Du nicht zahlen willst!“

Ganz davon abgesehen, dass ein solcher Schritt falsch wäre, weil man diesen Herren dann das Geschäft überlassen würde und man letztlich der Kirche dadurch einen Bärendienst erweisen würde, ist diese unbarmherzige Haltung dieser Hirten kaum noch zu ertragen.

Aus meiner Sicht ist nun ganz klar derjenige gefordert, der das höchste Lehramt in der Universalkirche innehat, der Papst. Schweigt er zu solch einer Forderung, muss man notgedrungen, vorausgesetzt er kennt die dreiste Forderung des C8-Kardinals Marx, dies als Zustimmung werten. Dann hat auch der Papst ein Problem!

Nun wird sich zeigen, wie der Pontifex selber zum Katechismus und den Aussagen steht, die er immerhin bisher zu diesem Themenkomplex geäußert hat. Zum Katechismus habe ich mich bereits eingehend geäußert.

Hier möchte ich nur an zwei Aussagen des jetzigen Papstes erinnern:

Da ist zunächst eine Passage aus der Umweltenzyklika Laudato Si anzuführen, die sich auf sehr eingehende Weise mit dem Thema der Humanökologie auseinandersetzt. Dort heißt es in Nr. 155 wie folgt:

„Die Humanökologie beinhaltet auch einen sehr tiefgründigen Aspekt: die notwendige Beziehung des Lebens des Menschen zu dem moralischen Gesetz, das in seine eigene Natur eingeschrieben ist. Diese Beziehung ist unerlässlich, um eine würdigere Umgebung gestalten zu können. Papst Benedikt XVI. sagte, dass es eine ‚Ökologie des Menschen‘ gibt, denn ‚auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann‘.

Auf dieser Linie muss man anerkennen, dass unser Körper uns in eine direkte Beziehung zu der Umwelt und den anderen Lebewesen stellt. Das Akzeptieren des eigenen Körpers als Gabe Gottes ist notwendig, um die ganze Welt als Geschenk des himmlischen Vaters und als gemeinsames Haus zu empfangen und zu akzeptieren, während eine Logik der Herrschaft über den eigenen Körper sich in eine manchmal subtile Logik der Herrschaft über die Schöpfung verwandelt. Zu lernen, den eigenen Körper anzunehmen, ihn zu pflegen und seine vielschichtige Bedeutung zu respektieren, ist für eine wahrhaftige Humanökologie wesentlich.

Ebenso ist die Wertschätzung des eigenen Körpers in seiner Weiblichkeit oder Männlichkeit notwendig, um in der Begegnung mit dem anderen Geschlecht sich selbst zu erkennen. Auf diese Weise ist es möglich, freudig die besondere Gabe des anderen oder der anderen als Werk Gottes des Schöpfers anzunehmen und sich gegenseitig zu bereichern. Eben deswegen ist die Einstellung dessen nicht gesund, der den Anspruch erhebt, den Unterschied zwischen den Geschlechtern auszulöschen, weil er sich nicht mehr damit auseinanderzusetzen versteht“

Dieser Text bestätigt auf ganz klare Weise die im Weltkatechismus angeführten Aussagen zur Schöpfungsordnung. Das Annehmen des eigenen Geschlechts als Voraussetzung für ein gelingendes Leben, ja auch in seiner Bezogenheit auf das jeweilige andere Geschlecht.

Der Papst spielt hier auf die seit Jahren propagierte Gender-Ideologie an, die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu negieren sucht, um eine völlig neue Ordnung etablieren zu können. Dieser Ideologie erteilt die Kirche hier eine klare Absage, da sie sich der Schöpfungsordnung verpflichtet weiß.

Auch in der Enzyklika über Ehe und Familie, Amoris Laetitia, wird unser Thema reflektiert. In Nr. 258 wird auf den Weltkatechismus ausdrücklich Bezug genommen und angemahnt, den betroffenen Menschen mit dem ihnen gebührenden Respekt zu begegnen. Entscheidend für unsere Fragestellung sind dann aber die Aussagen in Nr. 251:

„Im Laufe der Debatte über die Würde und die Mission der Familie haben die Synodenväter angemerkt: ‚Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn.‘ Es ist unannehmbar, ‚dass auf die Ortskirchen in dieser Frage Druck ausgeübt wird und dass die internationalen Organisationen Finanzhilfen für arme Länder von einer Einführung der „Ehe“ unter Personen des gleichen Geschlechts in ihrer Gesetzgebung abhängig machen‘.“

Der Papst spricht hier von einem Analogieverbot im weiteren Sinne! Daraus folgt eindeutig auch die implizite Ablehnung einer wie auch immer gearteten liturgischen Begleitung solcher Zusammenschlüsse, also auch des nun von Marx geforderten „liturgischen Zuspruchs“.

Sollte die Kirche sich darauf einlassen, begibt sie sich immer (!) in die gefährliche Lage möglicher Verwechslung mit der kirchlichen Trauungszeremonie. Die Menschen könnten schon rein augenscheinlich die Differenz von Segnung und Trauung überhaupt nicht oder kaum noch wahrnehmen. Auch vor diesem Hintergrund ist meines Erachtens eine solche liturgische Handlung angesichts des klaren lehramtlichen Befundes nicht statthaft.

Dieses Ergebnis hat auch überhaupt nichts mit einer Diskriminierung zu tun. Warum?

Aus katholischer Sicht ist eine verantwortlich gelebte Sexualität nur möglich, wenn sie innerhalb der sakramental geschlossenen Ehe ausgelebt wird. Eine solche Verbindung ist zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern nicht möglich. Sollte man solche Beziehungen dennoch segnen, verstieße dies gegen das in Amoris Laetitia enthaltene Analogieverbot.

Selbst wenn man dieses hintansetzen würde, käme eine Segnung einer solchen Partnerschaft nur dann in Frage, wenn beide Partner gegenüber der Kirche erklären würden, dass sie bereit seien, sich der sexuellen Akte zu enthalten, da sie ja nach der Lehre des Katechismus zur Keuschheit verpflichtet sind. Keuschheit hieße in diesem Fall dann aber Enthaltsamkeit. Die Lebensrealität sieht hier aber doch wohl eher anders aus.

Zudem erscheint eine Segnung insofern inopportun, weil man dann auch weitere Beziehungen von Liebenden außerhalb der Ehe den Segen nicht verweigern könnte. Mit welchem Recht könnte dann der Pfarrer einem unverheirateten heterosexuellen Paar den Segen verweigern?

Letztlich bestünde die Gefahr, dass viele Katholiken dann die „niederschwelligere“ Form des Zusammenlebens per Segen wählen, da das Eheband ihnen als zu eng erscheinen könnte. Letztlich liefe dies auf eine De-facto-Auflösung des Ehesakramentes hinaus.

Wenn der Papst noch glaubwürdig erscheinen will, dann kann er  –  immer vorausgesetzt, dass er darum weiß  –  die „Einzelfall(un)logik“ des Kardinal Marx nicht unwidersprochen stehen lassen. Nun muss klar und deutlich werden, dass eine solche Regelungsmaterie nicht dem partikularkirchlichen Subjektivismus überlassen werden darf.  Täte der Papst dies, dann würde er sein Amt, die Einheit der Universalkirche in Fragen des Glaubens und der Moral zu wahren, nicht glaubwürdig ausüben.

Ich kann nur hoffen, dass nun eine eindeutige Reaktion aus Rom kommt. Wenn nicht, bin ich dennoch der Überzeugung, dass es immer noch genug Bischöfe gibt, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent, die dieser „neuen“ Linie mit großer Glaubenskraft und Liebe zur Wahrheit entgegentreten werden.

Das sind diese Oberhirten schon dem hl. Karl Lwanga schuldig, der mit seinem Martyrium für die Wahrheit von Gottes guter Schöpfungsordnung ein heiliges Zeugnis abgelegt hat, welches uns alle verpflichtet.


Franziskus und seine Richtungsänderung bei der „Päpstlichen Akademie für das Leben“

Folgt bald ein vatikanisches JA zur künstlichen Verhütung?

Es war ziemlich klar, warum Papst Franziskus die von Johannes Paul II. gegründete „Päpstliche Akademie für das Leben“ zerstört hat, indem er alle 172 Mitglieder entließ, eine Neufassung der Statuten anordnete und den vorgeschriebenen Eid für das Leben abschaffte.

Sein Plan war, die „Päpstliche Akademie für das Leben“ in ein Instrument umzuwandeln, das sein jetzt laufendes unglaubliches Programm fördern soll: nämlich den Versuch, die Lehre der Kirche über in sich sündhafte Handlungen, die dem 6. Gebot zuwiderlaufen, zu untergraben. Das geschieht über die Schiene des apostolischen Schreibens Amoris Laetita (AL), das in Kapitel 8 eine Form der Situationsethik vertritt, die „komplexe Umstände“ berücksichtigt.

Dieses Programm wird über die neukonstituierte „Päpstliche Akademie für das Leben“ nun zu einem Angriff auf die Lehre der Kirche über Empfängnisverhütung als einer in sich sündhafte Handlung führen. Wir haben jetzt Beweise für diese Absicht:

Wie der amerikanische Internetdienst „LifeSiteNews“ berichtet, erklärte der neue Beauftragte der Akademie, der Moraltheologe Pater Maurizio Chiodi während eines öffentlichen Vortrags am 14. Dezember 2017 an der päpstlichen Universität Gregoriana, dass es „Umstände gibt – ich beziehe mich auf Amoris Laetitia, Kapitel 8 -, die gerade aus Verantwortungsgründen eine Empfängnisverhütung erfordern„.

Chiodi fuhr fort, dass, wenn „natürliche Methoden unmöglich oder nicht durchführbar sind, andere verantwortungsvolle Formen gefunden werden müssen“ und dass „eine künstliche Methode zur Regulierung von Geburten als ein Akt der Verantwortung anerkannt werden könnte, der ausgeführt wird, nicht um das Geschenk eines Kindes radikal abzulehnen, sondern weil in solchen Situationen das Paar und die Familie aus Verantwortung zu anderen Formen des Willkommens und der Aufnahme aufgerufen ist„.

So werden wir nun von einem Vertreter des Papstes an der „Päpstlichen Akademie für das Leben“ darüber informiert, dass ein Hauptelement der von Johannes Paul II. so genannten „Kultur des Todes“ nicht nur erlaubt, sondern sogar verpflichtend sei  – nämlich dann, wenn der Gehorsam gegenüber dem 6. und dem 5. Gebot (denn Verhütungsmittel sind in ihrer Wirkung oft abtreibend) „unmöglich oder nicht realisierbar“ ist.

Diese bedenkliche Auffassung würde natürlich das Ende aller Moralvorstellung bedeuten. Nach Professor Josef Seifert würde Chiodi, indem er sich allein auf „Amoris Laetitia“ stützt, „die subjektive Verantwortung über objektive moralische Situationen stellen„, ein Irrtum, der „zerstörerisch nicht nur für die Morallehre der katholischen Kirche, sondern auch für das Wesen der Moral, und in der Tat für jede Wahrheit und jede kirchliche Lehre darüber“ ist.

Englischsprachige Quelle und Fortsetzung des Beitrags von Christopher A. Ferrara hier:  http://www.fatimaperspectives.com/fe/perspective1138.asp

Die Übersetzung ins Deutsche erfolgte durch eine Leserin unseres Forums.