Das „Forum Deutscher Katholiken“ zum Synodalen Weg der Bischofskonferenz

Die deutschen Bischöfe haben am 25. September 2019 das Statut des „Synodalen Prozesses“ beschlossen. 12 Bischöfe stimmten dagegen. Einer enthielt sich der Stimme.

Wie Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) in seiner „Persönlichen Erklärung“ nach der Abstimmung in der DBK darlegt,  geht die inhaltliche Ausrichtung der vier Foren „an der Realität der Glaubenskrise in unserem Land“ vorbei. Es werden die „wahren Probleme nicht angegangen“. Es gebe „kein Forum Evangelisierung“.

Beim Thema „Laien“ geht es „von vornherein nur um Partizipation, statt um eine Theologie einer in Taufe und Firmung gründenden Sendung in alle weltlichen Lebensbereiche hinein“ (Weltcharakter der Laien).

Der Verdacht einer „Instrumentalisierung des Missbrauchs“ sei nicht “ausgeräumt“.

Die defizitäre Ausrichtung des beschlossenen „Synodalen Prozesses“ sieht das „Forum Deutscher Katholiken“ ebenso, wie es Bischof Voderholzer beschrieben hat.

Erzbischof Woelki und Bischof Voderholzer hatten dem „Ständigen Rat“ der Diözesanbischöfe einen „Alternativentwurf“ vorgelegt,
dessen Ziel die Ausrichtung auf Neuevangelisierung, katechetische Berufung der Laien, oder – um es mit den Worten von Papst Franziskus zu sagen  – 
der „Primat der Evangelisierung“ war.

In seinem Brief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ hatte der Papst das deutlich zum Ausdruck gebracht.

Die Diözesanbischöfe lehnten jedoch den „Alternativ-Entwurf“ am 19. August mit der deutlichen Mehrheit von 21 Stimmen bei drei Enthaltungen und drei Ja-Stimmen ab. Eine klare Mehrheit war nicht bereit, die Brücke zu betreten, die zu einem weiterführenden und konstruktiven Dialog hätte führen können.

Wie Bischof Voderholzer in seiner „Persönlichen Erklärung“ sagt, „verschließe er sich nicht grundsätzlich dem Prozess“ und lasse sich nicht „den Vorwurf machen, den Dialog zu verweigern“. Andererseits „erwarte er sich nicht viel“ von diesem Dialog und „behalte (sich) vor, nach den ersten Erfahrungen gegebenenfalls ganz auszusteigen“.

Bis zum Beginn des „Synodalen Prozesses“ im Dezember 2019 bleiben noch zwei Monate für die Bischöfe, die am 25.September dem ZdK/DBK-Statut zugestimmt haben, sich darauf zu besinnen, was sie bei ihrer Bischofsweihe feierlich versprochen haben, nämlich den „katholischen Glauben unverkürzt zu vertreten und zu bezeugen“.  

Die 12 erwähnten Bischöfe, die dem Statut am 25. September nicht zustimmen konnten, haben ihre Verantwortung gegenüber den Gläubigen ihrer Diözese wahrgenommen.

Bischof Voderholzer wollte schließlich in seiner „Persönlichen Erklärung“ auch „zu Protokoll“ geben, dass es „zumindest eine Minderheit von Bischöfen“ gibt, die zum Glauben der Kirche stehen.

Das erinnert an die Arianischen Wirren des 4. Jahrhunderts, als Bischof Athanasius mit einigen wenigen Bischöfen an der Erkenntnis des Konzils von Nikaia (325 n. Chr.), dass Jesus Christus wahrer Gott und Mensch ist, festhielt. Dafür wurde Athanasius fünfmal verbannt. Er verbrachte von seinen 46 Jahren als Bischof 20 Jahre im Exil.

Das von Prof. Dr. Hubert Gindert geleitete FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN ist ein theologisch konservativer Dachverband zur Erneuerung des Glaubens

 

 

 


Persönliche Erklärung von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum „Synodalen Prozess“

Stellungnahme zur Abstimmung in der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 25. September 2019 über das Statut des „Synodalen Prozesses“:

Ich habe bei der Schlussabstimmung der Vollversammlung der DBK gegen die Satzung gestimmt. In einer vielstündigen Debatte wurden einige Verbesserungen im Detail erreicht.

Aber ich habe mehrfach deutlich gemacht, dass mir die thematische Ausrichtung der Foren an der Realität der Glaubenskrise in unserem Land vorbeizugehen scheint. Das zeigt nicht zuletzt ein Blick auf die Situation der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in unserem Land.

Deswegen halte ich den von Kardinal Woelki und mir im Rahmen eines Alternativentwurfs gemachten Vorschlag, uns ausdrücklich mit Themen wie „Evangelisierung“, „Berufung der Laien“, „Katechese“, „Berufungspastoral“ etc. zu beschäftigen, für wesentlich besser, nicht zuletzt auch deshalb, weil damit die Weisungen von Papst

Franziskus in seinem Brief ausdrücklich berücksichtigt werden und der „Primat der Evangelisierung“ ein durchgängiges Strukturprinzip des ganzen Entwurfes ist. Ich kann nur bedauern, dass dieser Alternativentwurf bei den Mitbrüdern keine Mehrheit gefunden hat.

Ich möchte, dass zu Protokoll gegeben wird, dass es zumindest eine Minderheit von Bischöfen gibt [und aus der Perspektive der Geschichte, die einmal darauf schauen wird, dass es wenigstens eine Minderheit „gab“], die von der Sorge erfüllt ist, dass die wahren Probleme nicht angegangen werden und durch das Wecken von bestimmten Erwartungen und Hoffnungen nur noch mehr Frustration erzeugt wird.

Dass es kein Forum „Evangelisierung“ gibt, ist ebenso ein Mangel wie die Tatsache, dass es beim Thema „Laien“ von vorneherein nur um Partizipation geht, statt um eine Theologie einer in Taufe und Firmung gründenden Sendung in alle weltlichen Lebensbereiche hinein (vgl. die Rede vom „Weltcharakter“ der Berufung der Laien im Zweiten Vatikanischen Konzil), um nur zwei der Forumsthemen herauszugreifen.

Ich bin im Übrigen auch der Meinung – und ich habe das immer gesagt – dass an der Wiege des Synodalen Prozesses eine Unaufrichtigkeit steht.

Aus den Fällen des sexuellen Missbrauchs den Schluss zu ziehen, dass es bei der Erneuerung um die genannten Themen „Ehelosigkeit“, „Machtmissbrauch“, „Frauen in der Kirche“ und „Sexualmoral“ gehen müsse, ist angesichts fehlender wissenschaftlicher Studien in anderen Institutionen, also ohne wirklichen „Institutionenvergleich“, nur als pseudowissenschaftlich anzusehen.

Die wissenschaftliche Diskussion der MHG-Studie und auch der neuerlichen Studien von Prof. Dressing stehen noch aus. Mein Verdacht, dass es sich angesichts dieser Weichenstellungen um eine „Instrumentalisierung des Missbrauchs“ handelt, ist nicht ausgeräumt.

Wenn ich mit Nein gestimmt habe, heißt das nicht, dass ich mich dem Prozess grundsätzlich verschließe, sondern trotzdem mitzumachen und auch einzubringen gedenke. Ich werde mir nicht den Vorwurf machen lassen, den Dialog zu verweigern, zu dem uns Papst Franziskus ausdrücklich ermutigt hat.

Ich erinnere aber daran, dass ich mir nicht viel erwarte, und zwar deshalb, weil ich nicht sehen kann, dass die Voraussetzungen für einen echten „Dialog“ gegeben sind.

Es fehlt m.E. eine von allen Beteiligten anerkannte theologische Hermeneutik und die Bejahung der Prinzipien der katholischen Glaubensbegründung, die eine Berufung auf Schrift, Tradition, Lehramt und Konzilien etc. als stärkste Argumente gelten lässt.

Ich gehe davon aus, dass der Dialog angesichts meines Wahrheitsgewissens mich eher in die Situation bringen wird, Zeugnis zu geben und zu ermahnen, „sei es gelegen oder ungelegen“.

Ich habe darüber hinaus allein zwei Mal vor dem heutigen Vorsitzenden der DBK feierlich versprochen, den katholischen Glauben unverkürzt zu vertreten und zu bezeugen: 2004 als Professor in Trier und 2013 bei der Bischofsweihe in Regensburg.

Daran fühle ich mich gebunden und ich sehe dieses Versprechen gegenwärtig besonders herausgefordert.

Was den Synodalen Prozess betrifft, so behalte ich mir vor, nach den ersten Erfahrungen gegebenenfalls ganz auszusteigen.

Kriterium ist die Beachtung der von Papst Franziskus angemahnten und in der Präambel der Satzung festgehaltenen „Leitplanken“: Primat der Evangelisierung, Sensus ecclesiae, Berücksichtigung der Einheit mit der Weltkirche (und damit Treue zur Lehre der Kirche).

Ich hoffe und bete, dass der Synodale Prozess trotz der meines Erachtens falschen Weichenstellungen eine wahre Erneuerung der Kirche herbeizuführen hilft.

Wir danken dem Bischof von Regensburg für seine freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung dieser Stellungnahme.


Erzbischof Eterović an die deutschen Bischöfe: Die „billige Gnade“ ist der Todfeind der Kirche

Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, richtet sich mit einem aufschlußreichen Grußwort an die deutschen Bischöfe anläßlich ihrer Herbst-Vollversammlung am 23. September in Fulda.

Der Vertreter des Papstes in Deutschland beginnt sein aufrüttelndes Schreiben mit dem Missionsbefehl Christi an seine Apostel (vgl. Mt. 28,18), der einen Tauf-Auftrag enthält und dazu die Aufforderung: „…lehret sie [die Völker], alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“.

Daher befaßt sich das Schreiben des vatikanischen Botschafters vor allem mit dem Auftrag der Kirche zum Apostolat bzw. zur Evangelisierung, die Papst Franziskus in den Mittelpunkt seines Pontifikats stelle.

Er erinnert hierbei an das Schreiben des Papstes von 29. Juni 2019 an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland.

Der Erzbischof betont:

„Das Schreiben des Heiligen Vaters verdient besondere Aufmerksamkeit. Es ist tatsächlich das erste Mal nach der Enzyklika Pius‘ XI. Mit brennender Sorge, dass der Papst den Gliedern der katholischen Kirche in Deutschland ein eigenes Schreiben widmet.“

Zum „Synodalen Weg“ der Kirche in Deutschland erläutert der Nuntius, dieser dürfe keineswegs auf eine Anpassung an den Zeitgeist oder eine Demokratisierung der Kirche hinauslaufen.

Er zitiert aus einer päpstlichen Ansprache an griechich-katholische Bischöfe vom 2. September 2019, worin es heißt, es gäbe eine Gefahr, zu glauben, Synodalität „würde bedeuten, eine Meinungsumfrage zu machen…, um dann zusammen zu kommen und einen Beschluss zu fassen.“

Franziskus stellt klar:

„Nein, die Synode ist kein Parlament! Man muss die Dinge beim Namen nennen und sie diskutieren, wie man es gewöhnlich tut, aber sie ist kein Parlament. Bei einer Synode einigt man sich nicht wie in der Politik…. Synode ist keine soziologische Erhebung, wie mancher glaubt: Wir schauen mal und lassen eine Gruppe von Laien eine Umfrage machen, ob wir das, das, das ändern müssen…

Ihr müsst natürlich wissen, was eure Laien denken, aber das ist keine Befragung, es ist etwas Anderes…. Wenn der Heilige Geist nicht gegenwärtig ist, gibt es keine Synodalität.“

Der Nuntius betont, das Ziel eines Synodalen Weges müsse die Evangelisierung sein, also die Erfüllung des Missionsbefehls Christi.

Zudem sollen sich die Bischöfe nicht von der Gesamtkirche absondern, heißt es weiter – mit Hinweis auf eine Aussage von Papst Franziskus in seinem Schreiben an die Kirche in Deutschland:

„Für die Wirksamkeit der Evangelisierung ist die Einheit zwischen Universalkirche und Teilkirchen wesentlich... Die Weltkirche lebt in und aus den Teilkirchen, so wie die Teilkirchen in und aus der Weltkirche leben und erblühen; falls sie von der Weltkirche getrennt wären, würden sie sich schwächen, verderben und sterben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Gemeinschaft mit dem ganzen Leib der Kirche immer lebendig und wirksam zu erhalten.“

Sodann verweist der Erzbischof an folgende Ermahnung des hl. Paulus:

„Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene“ (Röm 12,2).

Die Verkündigung dürfe aber keineswegs, so der Nuntius, auf eine „billige Gnade“ reduziert werden.

Er zitiert den evangelischen Theologen und Märtyrer Dietrich Bonhoeffer (1906 – 1945),  der von der Suche nach der „teuren Gnade“ sprach und 1937 schrieb: „Billige Gnade ist der Todfeind unserer Kirche. Unser Kampf geht heute um die teure Gnade.“

Quelle für die Zitate: https://de.catholicnewsagency.com/story/dokumentiert-der-wortlaut-des-schreibens-von-nuntius-eterovic-an-die-deutschen-bischofe-5093


Papst gegen Beihilfe zum Suizid/Selbstmord: Ärzte dürfen keine Vollstrecker des Todes sein

.
Mit deutlichen Worten hat Papst Franziskus ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung von Schwerkranken verurteilt. Kein Arzt dürfe sich zum „Ausführer eines nicht existenten Rechts“ aufschwingen.

Das sagte er am Freitag zu italienischen Chirurgen im Vatikan:

„Die Medizin ist von ihrem Wesen her Dienst am menschlichen Leben. Ärzte brauchen neben ihrer technisch-beruflichen Kompetenz einen Wertekodex, mit dem sie den Sinn einer Krankheit und ihrer eigenen Arbeit einordnen und aus jedem klinischen Fall eine menschliche Begegnung machen können.“

Gerade bei schweren Krankheiten müssten Patienten „bewusst, mit Intelligenz und Herz“ begleitet werden.

„Mit dieser Einstellung kann man die Versuchung zurückweisen, zu der auch Änderungen der Rechtslage beitragen: dass man nämlich die Medizin nutzt, indem man den möglichen Todeswunsch des Kranken ausführt oder dazu Beihilfe leistet. Das sind voreilige Lösungen für Fragen, bei denen es – anders als man denken könnte – nicht um die Freiheit der Person geht, oder ein falsches Mitleid…

Es gibt kein Recht, über das eigene Leben verfügen; kein Arzt kann sich also zum Ausführer eines nicht existenten Rechts machen.“

Der Papst zitierte auch seinen Vorgänger, nämlich Johannes Paul II. Dieser hatte 1995 in seiner Enzyklika „Evangelium Vitae“ geschrieben:

„In dem heutigen kulturellen und sozialen Umfeld, in dem die Wissenschaft und die ärztliche Kunst Gefahr laufen, die ihnen eigene ethische Dimension zu verlieren, können sie bisweilen stark versucht sein, zu Urhebern der Manipulation des Lebens oder gar zu Todesvollstreckern zu werden.

Angesichts dieser Versuchung ist ihre Verantwortung heute enorm gewachsen und findet ihre tiefste Inspiration und stärkste Stütze gerade in der dem Ärzteberuf innewohnenden, unumgänglichen ethischen Dimension, wie schon der alte und immer noch aktuelle hippokratische Eid erkannte, demgemäß von jedem Arzt verlangt wird, sich zur absoluten Achtung vor dem menschlichen Leben und seiner Heiligkeit zu verpflichten.“

Quelle: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-09/papst-franziskus-arzt-beihilfe-suizid-gesundheit-euthanasie-medi.html


Wutentbrannter FAZ-Artikel von Deckers zum Streit um den „synodalen Prozess“

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Päpstlicher Hinterhalt“  – der schon Schlimmes ahnen läßt  – veröffentlichte Daniel Deckers vor zwei Tagen in FAZ-online einen Rundumschlag, der für eine seriös und hochwertig sein wollende Qualitätszeitung wie die „Frankfurter Allgemeine“ reichlich aus dem Rahmen fällt: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kommentar-paepstlicher-hinterhalt-16383290.html

Der Redakteur – seines Zeichens Ressortleiter und seit langem zuständig für „Kirchenthemen“ –  bewegt sich mit seinem heftigen Kommentar in der Nähe von Verschwörungstheorien, zumindest betreibt er Polemik und Panikmache.

Der Autor hat bereits vor Jahren in der Causa Tebartz van Elst unermüdlich die kirchenfeindliche Trommel geschlagen, was damals zu Kritik und Abo-Kündigungen katholischer Leser führte. Nun ist Deckers noch mehr in seinem Element und hat diesmal keinen Geringeren als Papst Franziskus zum Prügelknaben erkoren.

Nun kann man durchaus nachvollziehen, daß für manche Zeitgenossen mit dem neuen Pontifex einige Hoffnungen auf „Reformen“ verbunden waren. Nicht immer hat sich der Papst – gelinde gesagt – klar geäußert, bisweilen mag er durch spontane Bemerkungen in manchen Köpfen geradezu euphorische Erwartungen begünstigt haben, als könne nun die Kirche komplett im Sinne des Zeitgeistes umgekrempelt werden, was nicht ohne Grund zu Besorgnissen vieler kirchentreuer Katholiken führte – bis hinauf zum berechtigten Stirnrunzeln von Kardinälen.

Allerdingst schießt Deckers mit seinem jüngsten Kommentar selbst für „reformkatholische“ Verhältnisse weit übers Ziel hinaus. Gleich eingangs legt er ungebremst los:

„Erst macht der Papst den Bischöfen Mut, einen Reformprozess anzustoßen. Doch als die ihn beim Wort nehmen, erklärt er sie für inkompetent und unzurechnungsfähig. Das ist einfach irre.“

In Wirklichkeit hat der Papst den deutschen Oberhirten kein einziges Mal „Mut gemacht“, hierzulande – ohne seine Genehmigung!  – ein (Partikular-)Konzil anzustreben, das sich noch dazu mit weltkirchlichen Themen beschäftigen und hierzu „verbindliche“ (!) Beschlüsse fassen soll.

Ein solche Version einer „Synode“ geht weit über die kirchenrechtliche sowie theologische Kompetenz und Autorität von Bischöfen hinaus, denn diese bilden keine eigene Sonderkirche (auch keine „deutsche Nationalkirche“), sondern sind Teil der katholischen Weltkirche und sollen sich mit dem römischen Lehramt verbunden fühlen, statt es zu ignorieren.

Wenn Deckers zudem schreibt, die Bischofskonferenzen seien „Organe mit einer gewissen authentischen Lehrautorität“, dann irrt er sich durchaus. Papst Benedikt hat oft genug darauf hingewiesen, daß genau dies nicht der Fall ist.

Eine  authentische (allerdings nicht unbeschränkte) „Lehrautorität“ besitzt zwar der einzelne Oberhirte für sein Bistum, aber nicht etwa die Bischofskonferenz als „Organ“, denn diese ist nicht „göttlichen Rechts“ (im Unterschied zum Bischofsamt). Schließlich existierte die katholische Kirche seit der apostolischen Zeit nie ohne Bischöfe, aber sehr wohl größtenteils ohne Bischofskonferenzen.

Im weiteren Verlauf seines Rundumschlags wirft der wutentbrannte Autor dem Papst „und seinen  Büchsenspannern im Vatikan“ vor, deutschen Bischöfen und Laien „in einer Weise in den Rücken“ zu fallen, welche die „gewöhnliche Vorstellungskraft übersteigt“; der Pontifex habe gar die deutschen Bischöfe „in den Hinterhalt gelockt“.

Wenn Deckers dachte und hoffte, der Papst sei wegen einiger reformerisch-klingender Aussagen gleich ganz zum Progressismus übergelaufen, dann befand er sich auf einer rosa Wolke – und er sollte besser in sich gehen, statt außer sich zu geraten.

„Einfach irre“ ist hier jedenfalls nicht Franziskus, sondern dieser zornige Kommentar in der FAZ.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Synodaler Sonderweg: Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“ zur Schelte des Vatikan

Der Synodale „Reformprozess“ mit dem irrigen Verständnis, die Kirche sei eine quasidemokratische Institution, aber nicht die Stiftung Jesu Christi, in der sein Wort und die Lehre seiner Kirche gelten, ist zurecht durch die Intervention der Bischofskongregation in Rom mit Kurienkardinal Quellet korrigiert worden.

In der Vorbereitung des „Synodalen Weges“ wurde zudem außer Acht gelassen, dass die Inhalte der vier Hauptforderungen die Kompetenzen der Ortskirche übertreffen, weil sie die Weltkirche betreffen:

Frauen den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern gewähren, den Pflichtzölibat abschaffen, in der kirchlichen Sexualmoral die vielfältigen Lebensformen positiv anerkennen.

Die eigentlichen Probleme der deutschen Ortskirche, der Glaubensverlust und die Notwendigkeit von Evangelisierung und Katechese, fehlen auf der Agenda des „Synodalen Prozesses“.
Die mahnenden Worte von Papst Franziskus und seine Hinweise auf die Defizite wurden mit „Ermutigung“ quittiert.

Der penetrante Versuch, die sexuellen Missbrauchsfälle zu instrumentalisieren, um eine „andere Kirche“ zu schaffen, ist demaskiert.
Wir brauchen in Deutschland keine „Zweite Reformation“, sondern die Umkehr zu Gott und zur Lehre der Kirche!

Das „Forum deutscher Katholiken“ dankt den Bischöfen, insbesondere Erzbischof Woelki und Bischof Voderholzer, dass sie in dieser schwierigen Situation immer wieder den Glauben der Kirche in Erinnerung rufen.

Prof. Dr. Hubert Gindert , Vorsitzender des „Forums Deutscher Katholiken“


Vatikan weist synodalen Sonderweg von DBK und ZdK energisch in die Schranken

Von Felizitas Küble

Bekanntlich hat die DBK (Deutsche Bischofskonferenz) unter Leitung von Kardinal Reinhard Marx unlängst mehrheitlich beschlossen, gemeinsam mit dem ZdK (Zentralkomitee der deutschen Katholiken) einen zweijährigen „´Synodalen Prozess“ in Gang zu setzen, an dessen Ende eine Versammlung stehen soll, die verbindliche Beschlüsse zu fassen gedenkt.

Damit wäre diese Synode aber in Wirklichkeit ein Partikular-Konzil, das wiederum päpstlicher Zustimmung bedarf – und zwar nicht erst im nachhinein, sondern schon vorweg für seine Einberufung als solche.

Wohl um dieses „Handikap“ zu verschleiern, wurde der sanftere Ausdruck „Synode“ gewählt, die aber – wegen der angestrebten Verbindlichkeit ihrer Beschlüsse – sehr wohl einem (Partikular-)Konzil gleichkäme.

Das Drängen in Richtung eines deutsch-kirchlichen „Konzils“ ging natürlich vom ZdK aus, das sich nicht mit Absichtserklärungen zufriedenstellen wollte – und daher nur dann bereit war, in den „Prozess“ einbezogen zu werden, wenn verbindliche Entscheidungen für die Kirche in Deutschland getroffen werden.

Ginge es „nur“ um spezielle deutsche Anliegen der Seelsorge oder Kirchenverwaltung, wäre die Vorgangsweise schon erstaunlich genug, denn die Bischöfe sollen bei der kommenden „Synode“ ebenso viele Stimmen erhalten wie die Vertreter des ZdK, also einer selbsternannten und überdies sehr progressiven Laienvertretung (die aber nicht vom Kirchenvolk gewählt wird). Somit stände das ZdK mit den deutschen Bischöfen auf gleicher Augenhöhe.

Man fragt sich, wozu es dann eigentlich noch des bischöflichen Lehramtes bedarf? Oder wird dieses neuerdings auch von ZdK-Funktionären ausgeübt?

Aber noch viel hanebüchener ist die Tatsache, daß sich der „Synodale Weg“  – der nichts anderes als ein Irrweg ist – mit Themen befassen will, welche die ganze katholische Weltkirche betreffen, wozu also ein deutscher Sonderweg (außer mittels einer Spaltung) gar nicht möglich ist.

Dazu gehört z.B. die Sexualmoral, die Ämterfrage für Frauen oder der Zölibat.  (Die vier Aspekte lauten wörtlich: „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“  –  „Sexualmoral“  –  „Priesterliche Lebensform“  – „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“.)

Wie konnte eine starke Mehrheit der deutschen Oberhirten und Weihbischöfe überhaupt solch einen unkirchlichen „Prozess“ einleiten, also einen Weg beschreiten, der von vornherein sowohl theologische wie kirchenrechtlich als Sackgasse erkennbar war?

Immerhin gab es hierbei vier Enthaltungen, darunter der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa (er ist inzwischen im Ruhestand), sodann zwei Weihbischöfe.

Man fragt sich, ob die Versammelten vielleicht mit dem Projekt eines „Synodalen Weges“ überrascht bis überrumpelt worden sind. Vermutlich hätte es sonst mehr Enthaltungen und zudem auch klare Gegenstimmen gegeben.

BILD: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer übte bereits deutliche Kritik am „Synodalen Prozess“ (u.a. hier: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Bischof-Voderholzer-warnt-vor-Protestantisierung-der-Kirche;art312,200488)

Wie dem auch sei, die bischöflichen Kritiker dieses sowohl inhaltlich wie formal höchst sonderbaren Sonderwegs haben sich offenbar – sei es einzeln oder gemeinsan –  an Rom gewandt und um Klärung und Klarstellung gebeten – und dies mit umso mehr Berechtigung, als Papst Franziskus sich zuvor auch tendenziell kritisch über den „Synodalen Weg“ geäußert hatte.

Inzwischen hat der Vatikan eindeutig reagiert – genauer gesagt: Die Bischofskongregation und der Päpstliche Rat für die Auslegung von (kirchlichen) Gesetzen.

In einem an Kardinal Marx gerichteten Brief vom 4. September 2019 schreibt Kardinal Marc Ouellet, Präsident der Bischofskongregation, dass die synodalen Pläne den Erwartungen entsprechen müssen, die sich aus dem Brief von Papst Franziskus vom Juni 2019 ergeben.

Der Präfekt betont, dass eine Synode/Plenum/Partikularkonzil nicht die allgemein gültige Lehre oder Disziplin der katholischen Weltkirche ändern kann.

Ergebnis: Eine glasklare Ablehnung vor allem der Themen bzw. Zielsetzungen, zumal sie die ganze Weltkirche betreffen  –  aber auch hinsichtlich der Tatsache, daß bei der geplanten“Synode“ eine Stimmen-Gleichheit zwischen Bischöfen und ZdK vorgesehen ist – und weitere kirchenrechtliche Unstimmigkeiten zu beanstanden sind.

Ingesamt wird der „synodale Prozess“ als kirchlich ungültig und abwegig bewertet, vor allem durch das kanonische (kirchenrechtliche) Gutachten des Päpstlichen Rates; dieser hat seine Kritikpunkte auf vier Seiten genau aufgelistet.

HIER folgt zunächst das Schreiben der Bischofskongregation, danach der abschlägige Bescheid des vatikanischen Rates:  https://dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2019/2019-09-04-Schreiben-Rom-mit-Anlage-dt-Uebersetzung.pdf

In seinem Brief an die Bischöfe in Deutschland vom Juni 2019 hatte Papst Franziskus bereits angemahnt, die Einheit mit dem universalen Lehramt der Kirche zu wahren und zu respektieren.

„Sooft eine kirchliche Gemeinschaft versucht hat, alleine aus ihren Problemen herauszukommen, und lediglich auf die eigenen Kräfte, die eigenen Methoden und die eigene Intelligenz vertraute, endete das darin, die Übel, die man überwinden wollte, noch zu vermehren und aufrechtzuerhalten“, erklärte der Pontifex warnend.

Die glaubenstreuen Katholiken in Deutschland – und weit darüber hinaus – hoffen nun, daß alle Oberhirten in Deutschland sich an die Weisungen aus dem Vatikan halten, den Brief des Papstes vom Juni endlich ernstnehmen und sich um die überfällige Evangelisierung kümmern, statt sich dem Druck progressiver Verbände vom ZdK bis „Maria 2.0“ zu unterwerfen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.