Warum ein Schweigen des Papstes zur Segensforderung von Kardinal Marx fatal wäre

Von Dr. Markus Büning

Einer der ranghöchsten Mitarbeiter im Senat der Kirche, der Münchener Erzbischof und Kardinal Marx, kann offenkundig – ohne jedwede Konsequenz zu befürchten – vor den Augen der Welt eine gravierende „Moralhäresie“ verkünden:

Er selbst könne sich einen „liturgischen Zuspruch“ (was immer das auch in concreto sein mag!) für homosexuelle Paare im Einzelfall vorstellen. Dies sei jedoch nicht auf allgemeine Weise zu regeln, sondern müsse vor Ort durch den Seelsorger entschieden werden.

Es ist schon „putzig“, dass solch eine Einzelfall-Logik eben nicht für die Katholiken gilt, die angesichts solcher skandalöser Forderungen eines Bischofs nun ernsthaft erwägen, aus der „Kirchensteuer“-Kirche auszutreten. Nein, hier bleiben die Herren konsequent: „Wenn Du gehst, dann hast Du Pech! Dann musst Du selber sehen wie Du unter die Erde kommst! Dann gibt es keinen Zuspruch, weil Du nicht zahlen willst!“

Ganz davon abgesehen, dass ein solcher Schritt falsch wäre, weil man diesen Herren dann das Geschäft überlassen würde und man letztlich der Kirche dadurch einen Bärendienst erweisen würde, ist diese unbarmherzige Haltung dieser Hirten kaum noch zu ertragen.

Aus meiner Sicht ist nun ganz klar derjenige gefordert, der das höchste Lehramt in der Universalkirche innehat, der Papst. Schweigt er zu solch einer Forderung, muss man notgedrungen, vorausgesetzt er kennt die dreiste Forderung des C8-Kardinals Marx, dies als Zustimmung werten. Dann hat auch der Papst ein Problem!

Nun wird sich zeigen, wie der Pontifex selber zum Katechismus und den Aussagen steht, die er immerhin bisher zu diesem Themenkomplex geäußert hat. Zum Katechismus habe ich mich bereits eingehend geäußert.

Hier möchte ich nur an zwei Aussagen des jetzigen Papstes erinnern:

Da ist zunächst eine Passage aus der Umweltenzyklika Laudato Si anzuführen, die sich auf sehr eingehende Weise mit dem Thema der Humanökologie auseinandersetzt. Dort heißt es in Nr. 155 wie folgt:

„Die Humanökologie beinhaltet auch einen sehr tiefgründigen Aspekt: die notwendige Beziehung des Lebens des Menschen zu dem moralischen Gesetz, das in seine eigene Natur eingeschrieben ist. Diese Beziehung ist unerlässlich, um eine würdigere Umgebung gestalten zu können. Papst Benedikt XVI. sagte, dass es eine ‚Ökologie des Menschen‘ gibt, denn ‚auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann‘.

Auf dieser Linie muss man anerkennen, dass unser Körper uns in eine direkte Beziehung zu der Umwelt und den anderen Lebewesen stellt. Das Akzeptieren des eigenen Körpers als Gabe Gottes ist notwendig, um die ganze Welt als Geschenk des himmlischen Vaters und als gemeinsames Haus zu empfangen und zu akzeptieren, während eine Logik der Herrschaft über den eigenen Körper sich in eine manchmal subtile Logik der Herrschaft über die Schöpfung verwandelt. Zu lernen, den eigenen Körper anzunehmen, ihn zu pflegen und seine vielschichtige Bedeutung zu respektieren, ist für eine wahrhaftige Humanökologie wesentlich.

Ebenso ist die Wertschätzung des eigenen Körpers in seiner Weiblichkeit oder Männlichkeit notwendig, um in der Begegnung mit dem anderen Geschlecht sich selbst zu erkennen. Auf diese Weise ist es möglich, freudig die besondere Gabe des anderen oder der anderen als Werk Gottes des Schöpfers anzunehmen und sich gegenseitig zu bereichern. Eben deswegen ist die Einstellung dessen nicht gesund, der den Anspruch erhebt, den Unterschied zwischen den Geschlechtern auszulöschen, weil er sich nicht mehr damit auseinanderzusetzen versteht“

Dieser Text bestätigt auf ganz klare Weise die im Weltkatechismus angeführten Aussagen zur Schöpfungsordnung. Das Annehmen des eigenen Geschlechts als Voraussetzung für ein gelingendes Leben, ja auch in seiner Bezogenheit auf das jeweilige andere Geschlecht.

Der Papst spielt hier auf die seit Jahren propagierte Gender-Ideologie an, die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu negieren sucht, um eine völlig neue Ordnung etablieren zu können. Dieser Ideologie erteilt die Kirche hier eine klare Absage, da sie sich der Schöpfungsordnung verpflichtet weiß.

Auch in der Enzyklika über Ehe und Familie, Amoris Laetitia, wird unser Thema reflektiert. In Nr. 258 wird auf den Weltkatechismus ausdrücklich Bezug genommen und angemahnt, den betroffenen Menschen mit dem ihnen gebührenden Respekt zu begegnen. Entscheidend für unsere Fragestellung sind dann aber die Aussagen in Nr. 251:

„Im Laufe der Debatte über die Würde und die Mission der Familie haben die Synodenväter angemerkt: ‚Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn.‘ Es ist unannehmbar, ‚dass auf die Ortskirchen in dieser Frage Druck ausgeübt wird und dass die internationalen Organisationen Finanzhilfen für arme Länder von einer Einführung der „Ehe“ unter Personen des gleichen Geschlechts in ihrer Gesetzgebung abhängig machen‘.“

Der Papst spricht hier von einem Analogieverbot im weiteren Sinne! Daraus folgt eindeutig auch die implizite Ablehnung einer wie auch immer gearteten liturgischen Begleitung solcher Zusammenschlüsse, also auch des nun von Marx geforderten „liturgischen Zuspruchs“.

Sollte die Kirche sich darauf einlassen, begibt sie sich immer (!) in die gefährliche Lage möglicher Verwechslung mit der kirchlichen Trauungszeremonie. Die Menschen könnten schon rein augenscheinlich die Differenz von Segnung und Trauung überhaupt nicht oder kaum noch wahrnehmen. Auch vor diesem Hintergrund ist meines Erachtens eine solche liturgische Handlung angesichts des klaren lehramtlichen Befundes nicht statthaft.

Dieses Ergebnis hat auch überhaupt nichts mit einer Diskriminierung zu tun. Warum?

Aus katholischer Sicht ist eine verantwortlich gelebte Sexualität nur möglich, wenn sie innerhalb der sakramental geschlossenen Ehe ausgelebt wird. Eine solche Verbindung ist zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern nicht möglich. Sollte man solche Beziehungen dennoch segnen, verstieße dies gegen das in Amoris Laetitia enthaltene Analogieverbot.

Selbst wenn man dieses hintansetzen würde, käme eine Segnung einer solchen Partnerschaft nur dann in Frage, wenn beide Partner gegenüber der Kirche erklären würden, dass sie bereit seien, sich der sexuellen Akte zu enthalten, da sie ja nach der Lehre des Katechismus zur Keuschheit verpflichtet sind. Keuschheit hieße in diesem Fall dann aber Enthaltsamkeit. Die Lebensrealität sieht hier aber doch wohl eher anders aus.

Zudem erscheint eine Segnung insofern inopportun, weil man dann auch weitere Beziehungen von Liebenden außerhalb der Ehe den Segen nicht verweigern könnte. Mit welchem Recht könnte dann der Pfarrer einem unverheirateten heterosexuellen Paar den Segen verweigern?

Letztlich bestünde die Gefahr, dass viele Katholiken dann die „niederschwelligere“ Form des Zusammenlebens per Segen wählen, da das Eheband ihnen als zu eng erscheinen könnte. Letztlich liefe dies auf eine De-facto-Auflösung des Ehesakramentes hinaus.

Wenn der Papst noch glaubwürdig erscheinen will, dann kann er  –  immer vorausgesetzt, dass er darum weiß  –  die „Einzelfall(un)logik“ des Kardinal Marx nicht unwidersprochen stehen lassen. Nun muss klar und deutlich werden, dass eine solche Regelungsmaterie nicht dem partikularkirchlichen Subjektivismus überlassen werden darf.  Täte der Papst dies, dann würde er sein Amt, die Einheit der Universalkirche in Fragen des Glaubens und der Moral zu wahren, nicht glaubwürdig ausüben.

Ich kann nur hoffen, dass nun eine eindeutige Reaktion aus Rom kommt. Wenn nicht, bin ich dennoch der Überzeugung, dass es immer noch genug Bischöfe gibt, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent, die dieser „neuen“ Linie mit großer Glaubenskraft und Liebe zur Wahrheit entgegentreten werden.

Das sind diese Oberhirten schon dem hl. Karl Lwanga schuldig, der mit seinem Martyrium für die Wahrheit von Gottes guter Schöpfungsordnung ein heiliges Zeugnis abgelegt hat, welches uns alle verpflichtet.

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Franziskus und seine Richtungsänderung bei der „Päpstlichen Akademie für das Leben“

Folgt bald ein vatikanisches JA zur künstlichen Verhütung?

Es war ziemlich klar, warum Papst Franziskus die von Johannes Paul II. gegründete „Päpstliche Akademie für das Leben“ zerstört hat, indem er alle 172 Mitglieder entließ, eine Neufassung der Statuten anordnete und den vorgeschriebenen Eid für das Leben abschaffte.

Sein Plan war, die „Päpstliche Akademie für das Leben“ in ein Instrument umzuwandeln, das sein jetzt laufendes unglaubliches Programm fördern soll: nämlich den Versuch, die Lehre der Kirche über in sich sündhafte Handlungen, die dem 6. Gebot zuwiderlaufen, zu untergraben. Das geschieht über die Schiene des apostolischen Schreibens Amoris Laetita (AL), das in Kapitel 8 eine Form der Situationsethik vertritt, die „komplexe Umstände“ berücksichtigt.

Dieses Programm wird über die neukonstituierte „Päpstliche Akademie für das Leben“ nun zu einem Angriff auf die Lehre der Kirche über Empfängnisverhütung als einer in sich sündhafte Handlung führen. Wir haben jetzt Beweise für diese Absicht:

Wie der amerikanische Internetdienst „LifeSiteNews“ berichtet, erklärte der neue Beauftragte der Akademie, der Moraltheologe Pater Maurizio Chiodi während eines öffentlichen Vortrags am 14. Dezember 2017 an der päpstlichen Universität Gregoriana, dass es „Umstände gibt – ich beziehe mich auf Amoris Laetitia, Kapitel 8 -, die gerade aus Verantwortungsgründen eine Empfängnisverhütung erfordern„.

Chiodi fuhr fort, dass, wenn „natürliche Methoden unmöglich oder nicht durchführbar sind, andere verantwortungsvolle Formen gefunden werden müssen“ und dass „eine künstliche Methode zur Regulierung von Geburten als ein Akt der Verantwortung anerkannt werden könnte, der ausgeführt wird, nicht um das Geschenk eines Kindes radikal abzulehnen, sondern weil in solchen Situationen das Paar und die Familie aus Verantwortung zu anderen Formen des Willkommens und der Aufnahme aufgerufen ist„.

So werden wir nun von einem Vertreter des Papstes an der „Päpstlichen Akademie für das Leben“ darüber informiert, dass ein Hauptelement der von Johannes Paul II. so genannten „Kultur des Todes“ nicht nur erlaubt, sondern sogar verpflichtend sei  – nämlich dann, wenn der Gehorsam gegenüber dem 6. und dem 5. Gebot (denn Verhütungsmittel sind in ihrer Wirkung oft abtreibend) „unmöglich oder nicht realisierbar“ ist.

Diese bedenkliche Auffassung würde natürlich das Ende aller Moralvorstellung bedeuten. Nach Professor Josef Seifert würde Chiodi, indem er sich allein auf „Amoris Laetitia“ stützt, „die subjektive Verantwortung über objektive moralische Situationen stellen„, ein Irrtum, der „zerstörerisch nicht nur für die Morallehre der katholischen Kirche, sondern auch für das Wesen der Moral, und in der Tat für jede Wahrheit und jede kirchliche Lehre darüber“ ist.

Englischsprachige Quelle und Fortsetzung des Beitrags von Christopher A. Ferrara hier:  http://www.fatimaperspectives.com/fe/perspective1138.asp

Die Übersetzung ins Deutsche erfolgte durch eine Leserin unseres Forums.


Mit Pujats unterschreibt erneut Würdenträger die Ehe-Erklärung der Bischöfe Kasachstans

Mathias von Gersdorff

Mit der Unterschrift von Kardinal Janis Pujats aus Riga sind es inzwischen drei Oberhirten, die das „Bekenntnis zu den unveränderlichen Wahrheiten über die sakramentale Ehe“ der drei Bischöfe aus Kasachstan unterstützen.

Nach der „Dubia“ der Kardinäle Meisner, Brandmüller Burke und Cafarra ist dies nun die wichtigste Stellungnahme kirchlicher Würdenträger, die Sorge über die Verwirrung äußern, die nach der Veröffentlichung des päpstlichen Schreibens Amoris laetitia entstanden ist, besonders hinsichtlich der Kommunionzulassung von geschieden-wiederverheirateten Katholike .

Zuvor hatten bereits die Erzbischöfe Luigi Negri und Carlo Maria Viganò die Erklärung  unterschrieben.

Diese Stellungnahme der Bischöfe Tomash Peta (Metropolit der Erzdiözese in Astana), Jan Pawel Lenga (Erzbischof und Bischof von Karaganda) und Weibischof Athanasius Schneider bekräftigt die überlieferte katholische Lehre zu Ehe und Familie.

Vor allem wird das Aufweichen der Sakramentendisziplin kritisiert, die manche Bischofskonferenzen, vor allem Malta und Deutschland, vorantreiben.

Die Erklärung appelliert vor allem, die Richtlinien des päpstlichen Schreibens „Familiaris consortio“ von Johannes Paul II. zu befolgen, die die Spendung der Kommunion an sog. „wiederverheiratete Geschiedene“ verbietet. 

Die Klarstellung der Bischöfe Kasachstans wurde am 2. Januar 2018 veröffentlicht und erhielt großen Wiederhall in katholischen Medien. 

„Reformkatholische“ und progressive Medien versuchten, den Sachverhalt auf eine Pro/Kontra Haltung gegenüber Papst Franziskus zu reduzieren. Dazu erklärte der kath. Kirchenrechtler Dr. Gero Weishaupt in seinem Facebook-Profil:

„Kasachische Bischofsgruppe widerspricht nicht dem Papst. Nichts im Text weist darauf hin. Die Bischöfe distanzieren sich von Bischofskonferenzen, die Amoris Laetitia nicht im Sinne der kath. Glaubenslehre über die Unauflöslichkeit der Ehe interpretieren und umsetzen. AL kann nur im Sinne von FC und dem bisherigen Lehramt umgesetzt werden unter Berücksichtigung der in AL nicht geänderten Normen des can. 915 CIC/1983.

AL legt mehr als das bisherige Lehramt den Akzent auf die subjektive Seite der Sünde, ohne die objektive Seite zu leugnen. AL huldigt keiner Situationsethik. Darum gilt: Nach AL ist vor AL.“

Es ist zu wünschen, dass diese mutige Erklärung der Bischöfe Kasachstans Bestrebungen in Teilen des deutschen Episkopats beendet, die Lehre der Kirche zu Ehe und Familie völlig aufzuweichen. Das Chaos in der Sakramentenpastoral (mit den damit verbundenen unzähligen Sakrilegien) muss gestoppt werden.

Insbesondere hierzulande macht sich eine gigantische Verwirrung breit, die in Zukunft nur durch tiefgreifende katechetische Programme zu beheben sein wird.

Erstveröffentlichung des Beitrags unseres Autors Mathias von Gersdorff hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2018/01/kardinal-janis-pujats-unterschreibt.html


Papst Benedikt würdigt Kardinal Müller als Diener und Verteidiger des Glaubens

„Durch innere Treue zum Glauben der Kirche aufgefallen“

„Ein Priester und erst recht ein Bischof und Kardinal ist nie einfach im Ruhestand“: Das schreibt Papst Benedikt dem ehem. Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller.

Auch ohne ein bestimmtes Amt könne und werde Müller weiterhin „öffentlich dem Glauben dienen“, als Priester und als Theologe.

Die Worte Benedikts stammen aus dem Grußwort zu einer Festschrift, die dem Kardinal gewidmet ist.
Der emeritierte Papst würdigt darin das Wirken Müllers in Rom, zunächst als Mitglied der Internationalen Theologenkommission, in der er „vor allem durch den Reichtum Deines Wissens und die von innen her kommende Treue zum Glauben der Kirche aufgefallen“ sei.
Als Präfekt der Glaubenskongregation habe der frühere Regensburger Bischof sich bemüht, „nicht nur als Gelehrter, sondern als Weiser, als Vater in der Kirche“ zu wirken:
„Du hast die klaren Überlieferungen des Glaubens verteidigt, aber im Sinn von Papst Franziskus ein Verstehen dafür gesucht, wie sie heute gelebt werden können.“

Anlass für die Festschrift mit dem Titel „Der dreifaltige Gott“ ist der 70. Geburtstag Müllers am 31. Dezember 2017 und der 40. Jahrestag seiner Priesterweihe.

Quellen:
http://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2017-12/niemals-im-ruhestand–benedikt-xvi–schreibt-gerhard-ludwig-muel.html
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/benedikt-kardinal-muller-wird-weiter-dem-glauben-dienen

Foto: Bistum Regensburg


Papst poltert gegen „Verräter“ im Vatikan

Von Richard Dorn

Papst Franziskus liebt bekanntlich die deftige Ausdrucksweise, ob es um Katholiken geht, die sich nicht wie Karnickel vermehren sollen oder um einen Klaps, der noch keinem Kind geschadet hat.

Auch seine Weihnachtsansprachen an die Kurie werden immer mit gemischten Gefühlen erwartet, hatte er der versammelten Belegschaft doch bereits „spirituellen Alzheimer“ und anderes bescheinigt —> HIER !

Nun hat er es wieder getan, offenbar ziemlich genervt von der anhaltenden Kritik an seiner Art, wie er die Reformen in der Kirche umsetzt – und weil er immer noch deutliche Widerstände im Vatikan spürt.

Es gäbe „Verräter“ in der Kurie, ließ er verlauten; die „kleinen Gruppen“ seien zwar von der Richtigkeit ihres Handelns überzeugt, aber in Wahrheit seien sie wie „ein Krebsgeschwür“ im Organismus der Kirche. Es gäbe auch „böswillige Widerstände“, die sich hinter Traditionen und Formalem versteckten. 

Diese „selbsternannten Märtyrer“, so polterte der Papst in seiner Ansprache, würden ihrer Verantwortung nicht gerecht und würden „sanft aus ihrem Amt entfernt“.  Zugleich bedankte er sich bei denjenigen Mitarbeitern, die loyal und kompetent für ihn arbeiten. 
Man schaue —> HIER und HIER !

Quelle: http://kreuzknappe.blogspot.de/2017/12/papst-poltert-bei-weihnachtsansprache.html


Kritik am Papst in puncto Vaterunser – Kath. Theologe Görlach wünscht seine Absetzung

Der Streit um die richtige Formulierung des Vaterunser wird im Ton schärfer: In der „Bild am Sonntag“ forderte der Journalist und katholische Theologe Alexander Görlach gar die Absetzung des Kirchenoberhaupts: „Der Papst ist den Herausforderungen seines Amtes nicht gewachsen“.  

Papst Franziskus hatte gefordert, die Formulierung der Vaterunser-Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“ zu ändern.

„Diesmal hat der Papst eine Linie überschritten“, sagte Görlach dazu. Er betrachtet den Pontifex als Populisten, wenngleich einen wohlmeinenden:

„Alle Populisten sind Vereinfacher. Das wird Franziskus nun zum Verhängnis, denn niemand kann sich, auch nicht der Heilige Vater, einen einfachen Gott zurechtbasteln, wie er ihm gerade passt.“

Die Kritiker des Papstes forderte er zum Handeln auf: „Im Kirchenstaat gibt es genügend Leute, die das Walten Franziskus’ schon lange mit großer Sorge betrachten; sie müssen nun handeln, um schweren Schaden von der Kirche abzuwenden.“

Eine Umfrage der FAS unter den 27 deutschen Bistümern ergab, dass keines davon den Voschlag des Papstes billigt. Auch der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärte, er sehe betr. Vaterunser keinen Handlungsbedarf.


Evang. Ex-Landesbischof von Thüringen gegen Änderung der 6. Vaterunser-Bitte

Prof. Kähler: Bisherige Fassung soll bleiben

Papst Franziskus hat die in Deutschland verwendete Fassung der Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ als „keine gute Übersetzung“ kritisiert. Es sei nicht Gott, der den Menschen in Versuchung stürze, sondern der Teufel, erklärte er.

Dazu hat die evangelische Nachrichtenagentur IDEA folgenden Beitrag des früheren thüringischen Landesbischof Prof. Christoph Kähler veröffentlicht:

„Der Wortlaut des Vaterunsers „Und führe uns nicht in Versuchung“ (Mt 6,13a) ist keine Frage der richtigen Übersetzung, sondern der angemessenen Deutung.

Diese alte Formulierung ist in den deutschsprachigen Gemeinden schon vor Martin Luther nachweisbar und gibt den griechischen Text korrekt wieder…Sehr viele andere deutsche Bibelübersetzungen halten sich ebenfalls an diese alte Fassung und haben diesen Satz nicht verändert, weder in lutherischen noch in katholischen noch in reformierten Bibeln.

Zur angemessenen Deutung biblischer Stellen gehört es, andere Bibeltexte zur Erläuterung heranzuziehen.

BILD: Christus siegt über den teuflischen Versucher in der Wüste

Für die sechste Bitte des Vaterunsers ist an die Versuchung Christi zu erinnern, die in Matthäus 4,1–11 (Lukas 4,1–13) beschrieben wird. In dieser Geschichte ist der Teufel der Versucher, doch der Geist Gottes bringt Jesus Christus in die Wüste, damit der Teufel ihn versuchen kann.

Das bedeutet, Gott lässt die Versuchung am Beginn der Wirksamkeit Jesu zu. So wie er auch den Kreuzestod Jesu zulässt, obwohl ihn der Gottessohn in Gethsemane flehentlich darum bittet, dass dieser Kelch an ihm vorübergehen möge

Das Geheimnis, dass der gütige Vater seinem Sohn und seinen Menschenkindern Leiden nicht erspart, kann und darf klagend ins Gebet genommen werden, also auch in das Vaterunser.

Eine Änderung des Wortlauts aber erspart niemand die dunklen Stunden und Erfahrungen, die sich daraus ergeben, dass Gott solche Versuchungen zulässt.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.idea.de/spektrum/detail/vaterunser-eine-aenderung-des-wortlauts-erspart-niemandem-dunkle-stunden-103541.html

Siehe hierzu die inhaltlich ähnliche Predigt des katholischen Bischofs von Regensburg: https://charismatismus.wordpress.com/2017/11/30/regensburg-bischof-voderholzer-uebt-kritik-an-neu-formulierung-der-vaterunser-bitte/

2. Foto: Dr. Edith Breburda