Garabandal-Erscheinungen und die Prophetie von der weltweiten „Warnung“

Wie ein roter Faden zieht sich seit Jahrzehnten die an der kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsstätte Garabandal angekündigte „Warnung“ durch die erscheinungsbewegte Szene.

So verarbeitete der bekannte Historiker Dr. h.c. Michael Hesemann dieses zukünftige Geschehnis auf dem Internetportal Kath.net wohlwollend unter dem derzeit besondere Aufmerksamkeit erregenden Titel: „Marienerscheinungen und die Corona-Krise!“ 

Der Beitrag Hesemanns erfuhr hier im CHRISTLICHEN FORUM (CF) ein paar kritische Anmerkungen durch die CF-Leiterin Felizitas Küble: https://charismatismus.wordpress.com/2020/04/20/trevignano-romano-corona-botschaften-bewegen-das-fromme-spektrum/

Der Garabandal-Fan Hesemann meldete sich mit einem Leserommentar zu Wort und nannte dabei (freilich ohne jeden Beleg) sogar Papst Paul VI. sowie Pater Pio und den spanischen Ortsbischof Osoro als Zeugen für diese angeblich „authentische“ (echte) Erscheinung Anfang der 60er Jahre. So schreibt Hesemann:

„Die „Warnung“ wurde in Garabandal angekündigt, einer authentischen Erscheinung, die von Papst Paul VI., Pater Pio und dem Ortbischof Osoro für echt gehalten wurde (nur nicht von Frau Küble).“ 

Diese Behauptung des Historikers verlangt danach, kritisch hinterfragt zu werden. So lässt sich an Hand von Expertenveröffentlichungen nachweisen, dass eine gesunde Skepsis gegenüber Garabandal angebracht ist.

So ist bekannt, dass es der im November 2014 verstorbene und in der Szene bis heute als Garabandal-Experte gelobte Albrecht Weber selber war, der die Seherin Mari Loli (ebenfalls verstorben) bzw. die sog. Hauptseherin Conchita Gonzales ungewollt einer unwahren Aussage überführt hat.

So schrieb Albrecht Weber über die WARNUNG („Aviso“):

„Am Tag nach der letzten Erscheinung, am 14. Nov. 1965 fragte ich Conchita: „Hast Du die heilige Jungfrau Maria gefragt, wann wir die Warnung (aviso) erwarten?“ – „Ja“, antwortete sie: „Sie hat mir aber darauf geantwortet: ‚das weiß ich nicht’. Das weiß nicht einmal mein Sohn Jesus, weil es im Willen des Vaters verborgen ist!““

Diese Aussage der „Hauptseherin“ Conchita steht aber im Widerspruch zu dem, was A. Weber im Jahr 1993 in seinem Buch „Der Zeigefinger Gottes“ mitteilt. Dort heißt es auf Seite 126 der Erstauflage, dass Mari Loli das Datum der „Warnung“ kennt (!), aber die „Heilige Jungfrau“ ihr streng befohlen habe, es niemandem zu sagen.

Die Äußerung Conchitas von 1965 zum Datum der „Warnung“ machte Weber nach 1993 im Internet öffentlich.

Allein schon an diesem Punkt sollte es zünden und die Frage gestellt werden, wer hier wen getäuscht hat und warum Weber diesen Widerspruch im Jahre 1993 wider besseres Wissen  in seinem Buch veröffentlichte.

Der Verfasser wusste doch seit dem 14. Nov. 1965 durch Conchita, dass das Datum der „Warnung“ im Willen (!) des VATERS verborgen und nicht einmal dem SOHN bekannt ist.

Warum Weber als begeisterter Anhänger der Ereignisse diesem erheblichen Widersprüchen in den Aussagen der „Seherinnen“ nicht nachgegangen ist, die er selbst veröffentlicht hat, erschließt sich nicht.

Faktum ist: Eine der „Seherinnen“ hat gelogen oder beide Damen sind von der angeblichen „Erscheinung“ betrogen worden. Aber dies wird wohl weiter von denen ignoriert werden, die wie verblendet auf dem „Warnung- und Wunderzug“ durch die erscheinungsbewegte Szene fahren möchten.

Zum Thema Garabandal und ihren Irrtümern, Zahlenspielereien, Geheimniskrämereien usw. finden sich hier im CF etwa ein dutzend weiterer Beiträge: https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/garabandal/

Unser Autor ist Konvertit und katholischer Familienvater aus dem Rheinland, der seit vielen Jahren unter dem Nicknamen „GsJC“ im CHRISTLICHEN FORUM schreibt


Papst: Definitiv keine Priesterweihe für Frauen

.
In einem Buch anlässlich des 100. Geburtages von Papst Johannes Paul II. spricht sich Papst Franziskus erneut gegen die Priesterweihe von Frauen aus und bezeichnet den Zölibat als eine Gnade für die Kirche. Das geht aus einer Nachricht des kath. Internetportals Kathnet hervor.
„Die Frage (des Frauenpriestertums) ist nicht länger für Diskussionen offen, weil die Verkündigung von Johannes Paul II. definitiv war“, zitiert Kathnet den Papst.  
„Der Papst erinnerte auch daran, dass diese Frage ein Missverständis mit der Rolle des Priestertums zeigt und nur auf die Funktion von Menschen in der Kirche abziele, nicht aber auf deren Wichtigkeit“, heißt es weiter.

Einige Bischöfe, Priester und Laien stellen diese unverändliche Glaubenslehre der allein den Männern vorbehaltenen Priesterweihe dennoch weiter in Frage.  Sie steht auch auf der Agenda des Synodalen Weges. 

Auch zum Zölibat äußert sich der Papst in dem erwähnten Buch: „Ich bin überzeugt davon, dass der Zölibat ein Geschenk und eine Gnade ist“. Er folge den „Fußspuren von Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI.“ und fühle eine „ganz starke Verpflichtung, daran zu denken, dass der Zölibat eine entscheidende Gnade“ sei, bekräftigte der Pontifex.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.kathnews.de/papst-franziskus-keine-priesterweihe-fuer-frauen


Neues PLAKAT: Durch MARIA zu JESUS

POSTER aus dem Ecclesia-Plakatdienst in Münster:

Dieses PLAKAT kann beim KOMM-MIT-Verlag bestellt werden. Es ist im großen Din-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 € inkl. Versandkosten (Betrag bitte vorweg in Briefmarken beilegen), vier Stück kosten nur 6 € inkl. Porto (gegen Rechnung). – Per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de

 


Die Keuschheit ermöglicht „sexuelle Selbstbestimmung“ statt Triebbestimmung

Mathias von Gersdorff

Am 22. September wird dieses Jahr erneut der “Marsch für das Leben” in Berlin stattfinden, bei dem für das Lebensrecht der Ungeborenen auf der Straße demonstriert wird.

Wie in den Jahren zuvor fühlen sich Radikalfeminist/innen von dieser Veranstaltung provoziert und rufen zu Gegendemonstrationen, Blockaden und Störungen auf. In den vergangenen Jahren konnten sie ca. 1500 linke Aktivisten mobilisieren. Das reicht, um den Marsch zu stören, jedoch nicht, um ihn ernsthaft zu beeinträchtigen oder gar zu blockieren.

Die wichtigste Gruppierung in diesem Kontext ist das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“. Deren Argumentation lautet: Wer Abtreibungen verbieten oder den Zugang erschweren will, greift das „Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren Körper“ an.

Abtreibung müsse legal und leicht zugänglich sein, denn ansonsten könnte die Frau nicht „selbstbestimmt“, also nach ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen leben. Wird eine Frau „ungewollt“ schwanger, so solle sie frei entscheiden können, ob sie das Kind bekommt oder nicht.

Dieses Prinzip wird im Slogan „My Body, my choice“ zum Ausdruck gebracht. Früher verwendeten Abtreibungsaktivisten noch die deutsche Sprache und brüllten “Mein Bauch gehört mir!“.

Die angebliche „Selbstbestimmung“ erstreckt sich auch auf den Körper des ungeborenen Kindes, obwohl es eine andere Person als die Mutter ist. Die „Selbstbestimmung“ beinhaltet also eine Art Recht zum Töten des eigenen Kindes.

Dass der so definierte Begriff „sexuelle Selbstbestimmung“ barer Unsinn und sogar unlogisch ist, soll hier kurz erläutert werden:

1. Wenn eine Frau tatsächlich „selbstbestimmt“ lebt, könnte sie schlicht und ergreifend entscheiden, keinen Geschlechtsverkehr zu haben und damit von vornherein ausschließen, schwanger zu werden. Diese banale Tatsache aber kommt in den Aussagen der Feministinnen niemals vor.

Auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, ist für sie keine Option. Das feministische Verständnis von „Selbstbestimmung“ beinhaltet impliziert hemmungslosen Sex, obwohl dadurch die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, stark ansteigt. Denn Verhütungsmittel sind nicht völlig sicher, abgesehen davon, dass irgendwann die sog. „Pillenmüdigkeit“ eintritt.
Wer aber der Auffassung ist, man müsse sich dem Geschlechtstrieb ohne Einschränkungen hingeben, lebt nicht „selbstbestimmt“, sondern unterwirft sich seinem Trieb. Dieser wird als so mächtig empfunden, dass man gar nicht anders kann, als diesem zu folgen. Der Wille ist zu schwach, sich dagegen zu wehren, so die feministische „Logik“. Dies bedeutet im Grunde genommen „Triebbestimmung“.
.
2. Dass die Frau keine „Selbstbestimmung“ besitzt, zeigt auch die banale Tatsache, dass sie durch den Geschlechtsakt schwanger werden kann. Dem eigenen Körper interessiert nicht, was die Frau will: Sind die Voraussetzungen gegeben, dann wird sie schwanger, ob sie das will oder nicht. Das ist aber alles andere als „Selbstbestimmung“. Der Körper lässt sich nicht bestimmen, denn er folgt der Natur.

„Sexuelle Selbstbestimmung“ besitzt im Grunde nur, wer frei entscheiden kann, ob und wann er Geschlechtsverkehr hat und sich dabei nicht von seinem Trieb, sondern von einer sittlichen Norm leiten lässt.

Diese Norm ist für die katholische Kirche folgende: der Geschlechtsakt ist nur ethisch einwandfrei, wenn er innerhalb einer gültigen Ehe vollzogen wird und offen für neues Leben ist.

Keuschheit bezeichnet ein Leben nach dieser Norm, dem 6. Gebot Gottes in und außerhalb der Ehe. Die Tugend, die ein solches Leben ermöglicht, heißt Reinheit. Papst Paul VI. erklärte dazu: „Die Reinheit ist die Atmosphäre, in der die Liebe atmet.“

Wichtig ist dabei, zu beachten, dass der Geschlechtstrieb nicht entscheiden soll, ob und wann jemand den Eheakt vollzieht. Der Trieb ist lediglich eine Hilfe für den Vollzug. Der Mensch soll nicht ihm folgen, wie das eben Tiere tun, sondern immer souverän entscheiden, so die katholische Sexualethik.

Alle Religionen und Kulturen setzten Normen auf, die mehr oder weniger der katholischen Sittenlehre ähnelten. Der entscheidende Punkt aber ist immer: Der Mensch soll sich nicht willenlos seinem Trieb hingeben, sondern nach einem höheren Prinzip leben. Dies setzt voraus, dass er seine Triebe zügelt und diesem Prinzip unterordnet.

Erst die 1968er Revolte bzw. die sexuelle Revolution vertraten das Prinzip, der Mensch solle sich nicht nach Prinzipien orientieren, sondern wie ein Tier seinen Trieben hingeben. Die 1968er haben diese moralische Verkommenheit philosophisch zu rechtfertigen versucht.

Diese Verwahrlosung führt aber mitnichten zu einer „Selbstbestimmung“, sondern zu einer Versklavung –  und zwar unter die eigenen Triebe.

Am 22. September sollten die Abtreibungsaktivisten deshalb nicht „sexuelle Selbstbestimmung“, sondern „unfreie Triebbestimmung“ fordern.
.
Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und schreibt aktuelle Artikel u .a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/

Zur Entwicklung des Rosenkranzgebetes

Von Hanna Jüngling

Es gibt viele Legenden, die allesamt suggerieren, der Rosenkranz sei das Werk eines einzigen Mannes oder womöglich der Muttergottes selbst. Am bekanntesten ist die Legende, die Muttergottes habe dieses Gebet dem hl. Dominikus offenbart. Aber es sind Legenden.

Der Begriff „Rosenkranz“ taucht bei uns im 15. Jh erstmalig auf.

Der Ursprung der Praxis, anhand einer Perlenkette ein Gebet zu vollziehen, liegt in Indien, wo schon vor der Entstehung des Christentums im Hinduglauben wie im Buddhismus an Gebetsketten, Mala genannt, gebetet wurde.

Diese Mala-Ketten haben 108 Perlen und im hinduistischen Kontext auch noch eine zusätzliche Guruperle. Anhand der Perlen werden die Namen und Attribute einer Hindugottheit bzw. buddhistischer Mantras kontempliert. Direkt davon abgeleitet scheint die islamische Gebetsschnur, Misbaha genannt, die 33 Perlen hat und anhand derer dreimal die 99 Namen der Gottheit aufgesagt werden.

In manchen Regionen sprach man auch von einer „Paternoster-Schnur“ – übrigens gab es bis ins Spätmittelalter hinein, den Beruf des „Paternoster-Machers“, also des Herstellers solcher Gebetsketten.

Zuerst hat man anhand einer solchen Schnur einfach mehrere Paternoster gebetet. Später fügte man auch die wiederholende Betrachtung des Engelsgrußes an Maria hinzu.

Eine erste Erwähnung solcher Praxis in der weströmischen Kirche finden wir in England. In den „Gesta pontificum Anglorum“ beschreibt William of Malmesbury im 12. Jh, wie die adlige Lady Godiva, die im 11. Jh gelebt hatte, an Edelsteinen, die sie auf eine Schnur aufgezogen hatte, eine Gebetsregel erfüllte, die sie vor einer Marienstatue vollzog.

Im 12. Jh mit seinem immer gewaltiger anschwellenden Strom klösterlicher Reformbewegungen kam das Rosenkranzgebet für Laienbrüder und –schwestern und ungebildete Konversen auf, die des Lesens und Schreibens nicht kundig und daher nicht in der Lage waren, am Stundengebet teilzunehmen.

Anstelle der 150 Psalmen des hl. Offiziums der Mönche und Nonnen wurden 150 Ave-Marias in Zehnergruppen gebetet und jeder Zehnergruppe eines der Geheimnisse Christi beigefügt. Für eine solche Zehnergruppe hat sich der Begriff „Gesätz“ herausgebildet. Ein Gesätz sind 10 Ave-Marias, in die jeweils ein bestimmtes Geheimnis Christi eingefügt wird.

Dieses Gebet erhielt seine feste Form schließlich im Laufe des 15. Jh durch die Zisterzienser und Karthäuser. Es wurde üblich, die 150 Ave-Marias in drei Teile zu je 50 Gebeten zu unterteilen, den freudenreichen, schmerzreichen und glorreichen Rosenkranz. Diese 50 Gebete wiederum werden in je 5 Gesätze geteilt, und jedes Gesätz betrachtet ein Geheimnis Christi, das in das Ave-Maria eingeschoben wird.

Das Ave-Maria-Gebet war zunächst nur der englische Gruß, der mit dem Gruß Elisabeths an Maria kombiniert wurde. Petrus Damiani hatte ihm im 11. Jh die heute noch übliche Form gegeben, die er aus dem Lukas-Evangelium abgeleitet hatte: „Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum. Benedicta tu in mulieribus.“ 1508 erst wurde dem Ave-Maria in dieser alten, biblischen Form noch der Zusatz „Sancta Maria, mater Dei, ora pro nobis“ hinzugefügt. 

Man kann also mit einem gewissen Recht sagen, dass der Rosenkranz niemals „von oben herunter“ befohlen wurde, sondern sich in vielen kleineren Schritten aus dem gläubigen Volk, besonders auch durch das Gebet der Frauen, entwickelt hat. Es entspricht allerdings nicht den Tatsachen, wenn seit dem 20. Jh immer wieder behauptet wurde, der Rosenkranz sei gewissermaßen variabel und jeder könne einen neuen erfinden. Zwar kann jeder für sich ein Privatgebet entwickeln, aber deshalb ist der klassische Rosenkranz dennoch ein für allemal festgelegt worden:

Der endgültige Text des Rosenkranzes wurde 1569 von Pius V. im Breve „Consueverunt romani pontifices“ für alle Katholiken verbindlich festgelegt und war seither viele Jahrhunderte lang nicht mehr variabel.

„Diese Gebetsweise ist einfach und kann von jedermann befolgt werden…“  –  schreibt Pius V. darin  –  ,„…und wird genannt „Rosenkranz“ oder der „Psalter der seligen Jungfrau Maria“. Er besteht aus einer Verehrung dieser gesegneten Jungfrau, indem man 150 der englischen Grüße spricht, dieselbe Anzahl also der Psalmen Davids, die man nach einer Zehnergruppe unterbricht durch das Gebet des Herrn, und dazwischen meditiert man die Geheimnisse, die das ganze Leben unseres Herrn Jesus Christus aufzeigen.“

Es war auch Pius V., der, auf den die tridentinische Messliturgie zurückgeht, der den Text des „Ave Maria“ festlegte auf den uns schon bekannten Teil und den Zusatz „Sancta Maria, Mater Dei, ora pro nobis peccatoribus, nunc et in hora mortis nostrae“.[1]

Der klassisch gewordene Rosenkranz ist Zeugnis des kollektiven „sensus fidelium“. Und selbst wenn er einsam gebetet wird, weiß der Beter sich verbunden mit dem kollektiven Rosenkranzgebet ebenso wie mit dem kollektiven Stundengebet der Kirche. Durch die Zersplitterung in eine Vielzahl neuer Rosenkranz-„Offenbarungen“ und Erfindungen ging diese Gemeinschaftlichkeit stückweise verloren.

Der klassische Rosenkranz garantiert die Nähe zum Evangelium und zum Psalmgebet Israels und der Kirche, während alle Erweiterungen und Veränderungen Vereinseitigungen des Glaubensgutes intendieren.

Ich möchte an dieser Stelle Paul VI. zitieren, der den Charakter des klassischen Rosenkranzes als letzter Papst seinem Sinn entsprechend noch einmal gekennzeichnet hat in „Marialis cultus“ von 1974:

„Es ist ferner leichter erkannt worden, wie der geordnete und graduelle Verlauf des Rosenkranzgebetes die Art selbst widerspiegelt, in der das Wort Gottes, da es nach gnädigem Ratschluß in die menschliche Geschichte eintrat, die Erlösung gewirkt hat.

Der Rosenkranz betrachtet nämlich von ihr in harmonischer Folge die wichtigsten Heilsereignisse, die sich in Christus zugetragen haben: von der jungfräulichen Empfängnis und den Geheimnissen seiner Kindheit bis zu dem erhabenen Geschehen von Ostern – des seligen Leidens und der glorreichen Auferstehung – und weiter bis zu deren Auswirkung auf die bildende Kirche am Pfingsttag und auf die Heilige Jungfrau an dem Tage, an dem sie nach Beendigung ihres Erdenlebens mit Leib und Seele in die himmlische Heimat aufgenommen wurde.

Es ist weiterhin bemerkt worden, wie die dreifache Aufteilung der Geheimnisse des Rosenkranzes nicht nur streng der zeitlichen Ordnung der Geschehnisse folgt, sondern vor allem das Schema der frühchristlichen Glaubensverkündigung widerspiegelt und das Geheimnis Christi auf dieselbe Weise vorstellt, wie es vom heiligen Paulus im berühmten ”Hymnus” des Briefes an die Philipper gesehen wird: Erniedrigung, Tod, Verherrlichung (2, 6 – 11). (45)

Verformungen, Erweiterungen oder Einschübe in den klassischen Rosenkranz sind daher sachlich kritisch zu betrachten. Denn der Rosenkranz ist eine gewachsene, der Einmütigkeit des Gottesvolkes entstammende Form, deren Stabilität darin liegt, dass sie gerade so und nicht anders gewachsen ist. Ihren Wachstumsabschluss erhielt dieses Gebet im 16. Jh und nahm danach einen rasanten Weg durch die Geschichte der Kirche und des Abendlandes.

Unsere Gast-Autorin, Musikerin und Künstlerin Hanna Jüngling hat unlängst ein theologisches Buch veröffentlicht: http://zeitschnur.blogspot.de/2017/02/neuerscheinung-zum-thema-theologie-der.html

Ergänzender Artikel zur Geschichte des Rosenkranzes siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2017/10/31/der-rosenkranz-ist-nicht-per-erscheinung-sondern-durch-ordensleute-entstanden/

[1] https://books.google.de/books?id=ez0VRbQi1i4C&pg=PA708&lpg=PA708&dq=pius+V.+consueverunt&source=bl&ots=a9BafPtcOP&sig=h0HTTMMFOZbnAbzcWTyDKHEZJC4&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjfq-Hh-uHPAhXrLMAKHd3fB0oQ6AEIVzAI#v=onepage&q=pius%20V.%20consueverunt&f=false

 


MARIA: Jungfrau aus Nazareth, Tochter Israels und Mutter des Messias

.
Die selige Jungfrau Maria ist nicht allein ihrer Herkunft nach eine „Tochter Zion“, sondern auch hinsichtlich ihrer Kultur, Sprache, Religion und Lebensweise.
tochterzion.
Dies bestätigt auch das Magnificat, ihr Lobgesang auf Gott, sehr schön und deutlich, denn dieses Dankgebet ist zugleich ein Befreiungslied für Israel, das an Gottes Großtaten für sein Volk und an seine Verheißungen erinnert, die in Christus, dem Messias Israels, ihrem Höhepunkt zustrebten.
 .
Dieser Aspekt wird von christlicher Seite nicht immer ausreichend beachtet  – teils auch verdrängt durch einen unausgegorenen religiösen Anti-Judaismus, der sich in der Geschichte allerdings sehr unheilvoll auswirkte. 

Wir verehren Maria, die Mutter unseres HERRN, als Urbild und Leitbild der Kirche. Als „Tochter Zion“ ist sie zugleich die Brücke (!)  – und nicht etwa eine Trennmauer  – vom Alten zum Neuen Bund.

In diesem Sinne schrieb Papst Paul VI. in seinem Apostolischen Schreiben „Signum Magnum“ (= Das große Zeichen) Folgendes:

„Du bist die neue Eva, die erhabene Tochter Zion, der Gipfel des Alten Bundes, die Morgenröte des Neuen Bundes, in der die „Fülle der Zeit“ angebrochen ist.

Du hast in Deinem Lobgesang die Ankunft des Ewigen begrüßt. Wir erbitten von Dir Demut und Großmut, damit wir die Aufgaben erfüllen, die Gott uns stellt.“


Der Papst besucht das Heilige Land

Logo-Symbol und Erklärung der israelischen Botschaft in Berlin:

Vom 25. bis 26. Mai wird Seine Heiligkeit Papst Franziskus als vierter Papst das Heilige Land besuchen.

Der Besuch markiert zugleich den 50. Jahrestag des Besuches durch Papst Paul VI. im Jahr 1964, sowie die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem Staat Israel vor 20 Jahren.   

Bereits am 5. Januar hatte Papst Franziskus zu seiner geplanten Reise nach Israel gesagt:

„Der Hauptzweck dieser Pilgerreise des Gebets wird die Erinnerung an die historische Begegnung Papst Paul VI. mit dem Patriarchen Athenagoras sein, die sich vor genau 50 Jahren zutrug.“

Geplant sind eine Reihe von Treffen des Papstes mit religiösen und politischen Vertretern, u.a. mit verschiedenen Patriarchen und Bischöfen, mit dem Großmufti von Jerusalem, den Oberrabbinern Israels, mit Präsident Shimon Peres und Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.  

Zudem wird Papst Franziskus bedeutende Stätten besuchen, darunter die Westmauer des Tempels (Klagemauer), die Gedenkstätte Yad Vashem und den Raum des letzten Abendmahls.

Die lange Zeit schwierigen Beziehungen zwischen dem Staat Israel bzw. der vorstaatlichen zionistischen Bewegung und dem Vatikan mündeten nach einem langen Annäherungsprozess seit den 1960er Jahren in der Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor genau 20 Jahren, als voll akkreditierte Botschafter beider Seiten ihre Arbeit im jeweils anderen Land aufnahmen.

Das Außenministerium des Staates Israel hat auf seiner Webseite eine ausführliche Geschichte dieser besonderen bilateralen Beziehungen in englischer Sprache veröffentlicht.

Ebenfalls auf der Webseite des Ministeriums finden Sie Bildergalerien zum Besuch des Papstes und alle Details zum Ablauf des Besuches.