Der israelische Staatspräsident Rivlin empfing christliche Vertreter

Am Montag, den 28. Dezember 2015, empfing der israelische Präsident Reuven Rivlin wichtige Vertreter der christlichen Gemeinden in Israel zum traditionellen Neujahrsempfang. Neben dem Präsidenten sprach auch der griechisch-orthodoxe Patriarch Jerusalems, Theophilus III., auf der Veranstaltung.

Präsident Rivlin sagte: „Es war eine große Ehre für mich, dieses Jahr den Papst im Vatikan zu treffen. Wir sprachen darüber, wie die Beziehung zwischen Christen und Juden im Laufe der Jahre besser geworden ist. (…) Die Zehn Gebote, die Juden wie Christen heilig sind, lehren uns den Respekt vor Gott und dem Menschen.

Ich bin stolz, dass Israel die Glaubens- und Meinungsfreiheit jedes Einzelnen und jeder einzelnen Religion schützt. Es ist nicht genug für uns, ein sicherer Ort für Christen zu sein. Wir wollen, dass die christliche Gemeinschaft wächst und eine aktive Rolle in der israelischen Gesellschaft spielt. (…)

Wir müssen daran arbeiten, im Heiligen Land und auf der ganzen Welt Brücken zwischen unseren Gemeinschaften zu bauen.”

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Viele Medien versuchen, den Abschlußbericht von Papst Franziskus vorweg zu nehmen

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Am Ende der römischen Bischofssynode zu Ehe und Familie gab es ein Medienecho, in dem sich Enttäuschung, ja Verärgerung ausdrückten. „Viel Lärm um nichts“ – „Die Bischofssynode zeigt, dass die katholische Kirche auf der Stelle tritt“ (Augsburger Allgemeine Zeitung vom 23.10.2015). 0000009699_3

Warum diese Verärgerung?  – Das Ergebnis der Beratungen entsprach nicht den Erwartungen der Medien zur Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion, zur Aufwertung homosexueller Partnerschaften etc.  – Sätze im gleichen Artikel wie „Die Bewahrer haben sich durchgesetzt“, „Die von Franziskus und den Reformern erhofften Öffnungen auf der Synode blieben aus“, „Die katholische Kirche ist heute etwa so klug wie vor zwei Jahren“ unterstreichen diesen Frust.

BILD: Prof. Gindert leitet den jährlichen Kongreß “Freude am Glauben”

Nun liegt das angekündigte Abschlussdokument von Papst Franziskus noch nicht vor, das Aufschluss bringen wird, was z.B. „Barmherzigkeit“ oder „Dezentralisierung“ für die strittigen Fragen konkret bedeuten.

Die Spannung und die Unsicherheit sind groß  – siehe Medienüberschriften wie „Alle blicken auf Franziskus“ (AZ 22.10.15), „Alle warten auf den Papst“ – „nach der Familiensynode im Vatikan fragen sich zahlreiche Katholiken, wie es nun weitergeht: Das aber muss Franziskus entscheiden“ oder „Der Vorhang zu – und alle Fragen offen“ – „Starker Mediendruck von außen“ (Tagespost 24.10.15).

Guido Horst schreibt dazu:

„Noch unklarer ist, welcher Art der mediale Druck war, der auf der Synode lastete – und wer diesen Druck ausüben wollte. Von Anfang an konnte die Bischofsversammlung nicht unbeschwert arbeiten, sondern wurde – anscheinend nach einem genauen Zeitplan – von der internationalen Presse auf Nebengleise geführt. Auch Kardinäle, Ortsbischöfe oder interessierte Gläubige lesen säkulare Medien und erhielten ein verzerrtes Bild.“

Warum dieser Mediendruck? Es ging um die Interpretationshoheit über das Geschehen. Der Medienexperte Professor Norbert Bolz äußerte einmal: „Wenn man über Jahrzehnte die Praxis der Massenmedien beobachtet, dann weiß man… es geht… nicht so sehr um Aufklärung, sondern um Sensation… es geht um Skandale und Sensationen, um das Empörungspotential von Entscheidungen“ (vgl. Die Tagespost, 14.3.2013, S. 11).

Medien wollen Kirchenpolitik beeinflussen

Den Medien geht es aber nicht nur um Sensationen und Unterhaltung des Publikums, sondern auch um handfeste Kirchenpolitik. Denn die katholische Kirche ist das letzte Bollwerk, das einer schrankenlosen Selbstbestimmung im Wege steht. Sie soll deswegen auf das Niveau jener kirchlichen Gemeinschaften eingeebnet werden, die alles absegnen.

Deswegen warten die Medien nicht auf das Abschlussdokument des Papstes. Sie suchen es vorweg zu nehmen und den Boden für das aufzubereiten, was kommen soll. Zu diesem Zweck werden Bischöfe, Theologieprofessoren, Pfarrer und prominente Laien aufgeboten.

Kardinal Marx erklärte zur Synode: „Der Text öffnet Türen“. Was gemeint ist, hat Marx oft genug geäußert, bis hin zur Ankündigung eines nationalen Sonderwegs. Der Freiburger Theologe Eberhard Schockenhoff: „Ich bin sicher, dass der Abschlussbericht des Papstes die Deutlichkeit enthalten wird, die Manche jetzt noch vermissen“. Schockenhoff weiter: „Die Synode habe die in einigen deutschen Kirchengemeinden übliche Praxis bestätigt, wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen nicht mehr von der Kommunion auszuschließen. ‚Das was sich bisher als bewährte Praxis gezeigt hat, kann gestärkt weitergehen‘“ (Konradsblatt Nr. 44/2015).

Aus der Diözese Augsburg kommen Dekan Helmut Haug zu Wort: Er hätte sich eine deutlichere Festlegung gewünscht, dass Wiederverheiratete, „die womöglich seit Jahrzehnten eine gute Ehe führen… wieder vollwertige Mitglieder der Kirche werden können“ (AZ vom 29.10.15).  –  Der Tutzinger Pfarrer Peter Brummer, der sich in der reformorientierten Priesterinitiative Augsburg engagiert, äußerte: „Ich gehe davon aus, dass eine Dezentralisierung kommen wird… wir brauchen ein offenes Gespräch… mit Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Familiensituationen“.

Pfarrer Karl Feser, Sprecher der “Pfarrer-Initiative Deutschland” aus dem Bistum Würzburg stellt fest: „Zahlreiche Pfarrer lassen Wiederverheiratete nach Gesprächen zur Kommunion zu“. Er sei nur einer von vielen (AZ vom 29.10.15). Hildegard Schütz, die Vorsitzende des Diözesanrates im Bistum Augsburg, Leiterin einer kirchlichen Schule, spricht sich ebenfalls für die Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zu Kommunion aus.

Von der Dezentralisierung zur Kirchenspaltung?

Kann die strapazierte „Dezentralisierung“ der Kirche in wichtigen Fragen der kirchlichen Lehre zu einer Kirchenspaltung führen? Dazu äußerte sich Professor Stephan Haering. Er hat den Lehrstuhl für Kirchenrecht an der Universität in München inne. Haering sagte in einem Interview mit der AZ (5.11.15) zur Dezentralisierung: „Den Bischofskonferenzen und Ortsbischöfen sollen spezifische Kompetenzen übertragen werden. Dazu liegen aber noch keine konkreten Ergebnisse vor im Sinne neuer kirchenrechtlicher Regelungen oder gar neuer Lehraussagen“.

Auf die Frage, ob die Deutsche Bischofskonferenz dann künftig entscheiden könne, wiederverheiratet Geschiedene zu Kommunion zuzulassen, äußerte Haering: “Der Grundsatz wird schon immer bleiben, dass das, was von der übergeordneten Rechtsinstanz geregelt ist von der untergeordneten Rechtsinstanz beachtet werden muss. In Sachen des Glaubens muss die Einheit der Kirche gewahrt werden“.

Und weiter: „Eine Aufspaltung der Kirchenlehre ist… sicher nicht möglich. Was den Bereich von Glaube und Sitte betrifft, wird die Doktrin auf jeden Fall einheitlich bleiben… ein Bischof könnte, das wäre denkbar, einzelne wiederverheiratete Geschiedene nach einer sorgfältigen Prüfung ihres Falles wieder förmlich zur Kommunion zulassen, im Rahmen der Bedingungen des geltenden apostolischen Schreibens ‚Familiaris Consortio‘“. Dieses Schreiben von Johannes Paul II. vom 25.10.1980 lässt eine solche Möglichkeit nur zu, wenn die beiden Partner „sich verpflichten, völlig enthaltsam zu leben, d.h., sich der Akte zu enthalten, welche den Eheleuten vorbehalten sind“.

Der Papst steht nicht über der kirchlichen Lehre

Artikelüberschriften wie „Alle blicken auf Franziskus“ (AZ vom 29.10.15) suggerieren bei manchen die Vorstellung, der Papst könne alles nach seinem Gusto regeln. Dem ist aber nicht so. Der Papst steht nicht über der Lehre der Kirche. Er dient ihr. Papst Franziskus hat das schon oft betont.

So müssen wir noch einmal fragen, was würde es bedeuten, wenn eine gültig geschlossene Ehe nicht mehr als solche gelten würde und geschiedene Wiederverheiratete zur Kommunion zugelassen würden? Der Philosoph Robert Spaemann sagt in der Schrift „Ehescheidung und Kommunion“, erschienen im Gringnion-Verlag: „Was nun die eheliche Gemeinschaft betrifft, so ist die katholische Kirche die einzige Institution der Welt, die das vor Gott gegebene Versprechen ernst nimmt… dazu gehört eine Einstellung zum Leben, die die Bereitschaft zum Opfer einschließt. (S.6)“.

Spaemann fragt: „Ist die Kirche im Begriff zu kapitulieren?“ (S.8). „Die zur Zeit in der katholischen Kirche diskutierte Frage ist: Kann der geschieden Wiederverheiratete zur heiligen Kommunion zugelassen werden?  – und: Kann die Kirche für das neue Paar einen Segnungsgottesdienst einführen?… Es würde bedeuten, dass der Standesbeamte eine schwere Sünde – den außerehelichen Beischlaf – in eine Gott gefällige Handlung verwandelt, auf die ein Priester den Segen Gottes herabrufen darf (S.10)

Nun möchten die Promotoren der Vergebung als Bedingung der eucharistischen Gemeinschaft Schuldbekenntnis und Reue verlangen, nicht aber das Einzige, was Bekenntnis und Reue glaubwürdig macht, die Beendigung des ehebrecherischen Verhältnisses (S.11)… Der Ehebrecher möchte gerne wieder zur Kommunion. Er ist bereit, ein Schuldbekenntnis abzulegen, nicht aber den Preis zu zahlen: künftige Enthaltsamkeit“ (S.15)

Vor allem Kinder tragen die Last einer Scheidung

Es wird auch geltend gemacht, dass in zweiten Beziehungen auch sittliche Werte verwirklicht werden. Was ist die Treue zum Komplizen im Ehebruch wert, wenn jeder Akt der Treue zugleich ein Akt der Untreue gegen den rechtmäßigen Ehepartner ist? – Auch in der Mafia werden Haltungen und Handlungsweisen hochgehalten, die für sich genommen Tugenden wären, z.B. Treue, Zuverlässigkeit, Einstehen für den Anderen, interne Gerechtigkeit, Mut (S.18)

Wer das Anomale, das Unnatürliche der Scheidung und Wiederverheiratung am unmittelbarsten erlebt, sind die Kinder. Von ihnen sollte deshalb eigentlich vor allem die Rede sein… und sie sind auch bei Scheidungen die Haupttragenden. Aber auch der verlassene Teil scheint, wo es um diese Fragen geht, viel weniger der Aufmerksamkeit wert als der ‚Täter‘“ (S.20).

Die oft gehörte Behauptung, dass geschiedene Wiederverheiratete wegen ihrer Sünde nicht mehr Mitglied der kirchlichen Gemeinschaft wären, stimmt nicht. Wäre dem so, dann wären alle ausgeschlossen, weil alle Sünder sind. Worum es tatsächlich bei der Synode ging, war, um es mit Robert Spaemann zu sagen, „dass die Schönheit der Botschaft des Evangeliums erneut zum Leuchten gebracht wird“.

Unser Autor, Prof. Dr. Hubert Gindert, ist Herausgeber der kath. Zeitschrift DER FELS und Leiter des Dachverbands “Forum Deutscher Katholiken”


Familiensynode in Rom: Niederlage für die Thesen der Kardinäle Kasper, Marx & Co.

Mathias von Gersdorff

Gestern Abend veröffentlichte der Vatikan den Schlussbericht der Familiensynode, über den am selben Tag abgestimmt wurde. Alle 94 Punkte erhielten die notwendige 2/3- Mehrheit.0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

Diese „Relatio finale“ ist kein lehramtliches Dokument, sondern ein Empfehlungsschreiben der Synodenväter an den Papst. Dieser kann den Text in der Art und Weise verwenden, wie er es für richtig hält. Er könnte den Schlussbericht also auch komplett ignorieren, wovon allerdings nicht auszugehen ist.

Der Text ist sehr lang und komplex. Er behandelt die mannigfaltigen Probleme moderner Familien auf der ganzen Welt. Eine richtige Einschätzung bedarf also einer ruhigen Lektüre und eines sorgfältigen Studiums.

Was die Agenda der “reformerischen” deutschen Delegation anbelangt, kann jetzt schon gesagt werden, dass die deutsche Vertretung (Kardinal Marx, Erzbischof Koch und Bischof Bode) einen kräftigen Dämpfer erhalten hat.

Wie hier schon mehrfach ausgeführt wurde, gehörte die Delegation der Deutschen Bischofskonferenz klar zum progressistischen Flügel und brachte eine markant liberale Agenda im Gepäck mit nach Rom; sie erreichte aber wenig. Die Vorschläge von Kardinal Walter Kasper wurden im Schlussbericht praktisch nicht berücksichtigt, wenngleich einige Medien das Gegenteil behaupten.

Vor allem enthält das Dokument keine generelle Aussage zur Frage der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur hl. Kommunion.  Foto T. Schirrmacher

Das wichtigste Ziel der deutschen Seite war von vornherein, eine allgemeine und möglichst liberale Regel in der Frage der Zulassung dieser Personen zu den Sakramenten der Buße und der Eucharistie zu finden.

Doch ob wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zugelassen werden dürfen, ist im Text direkt nicht erwähnt.

Allerdings übernimmt der Schlussbericht den Vorschlag der deutschen Sprachgruppe, den Themenbereich „gescheiterte Ehen“ dem „forum internum“ zu überlassen (§ 84 ff). Das bedeutet, dass diese Betroffenen ihre konkrete Situation mit dem Beichtvater und ggf. mit dem Ortsbischof besprechen sollen.

BILD: Die Kardinäle Müller (Glaubenspräfekt) und Kasper unterhalten sich in der Synoden-Pause (Foto: © Thomas Schirrmacher)

Rein theoretisch  –  das ist der Knackpunkt  –  existiert die Möglichkeit, dass jemand, der fortlaufend in schwerer Sünde lebt, sich subjektiv nicht in dieser Situation sieht. Dann könnten  –  weiter rein theoretisch gesprochen  –  solche Personen eventuell zu den Sakramenten zugelassen werden. Aus der „Relatio finale“ folgt das aber nicht unmittelbar. Das müsste so (hinein-)interpretiert werden.

Diesen Umstand könnten modernistische Bischöfe zum Anlass nehmen, eine sehr liberale Praxis zuzulassen (was vielerorts in Deutschland ohnehin schon der Fall ist). Das wäre allerdings entsprechend der „Relatio finale“ ein klarer Missbrauch des Konzepts „forum internum“.

Es geht also letztendlich um die Auslegung. Es ist davon auszugehen, dass in nächster Zeit manches zu diesem Thema publiziert wird. 

Die Paragraphen, die diesen Sachverhalt behandeln, sind lang, kompliziert und mit vielen Zitaten aus dem Kirchenrecht bespickt. Die Mitglieder des Redaktionskomitees wollten wohl verhindern, dass man ihnen vorwirft, sie hätten eine laxe Disziplin in der Spendung der Sakramente gefördert.

Die Frage der Homosexualität wurde nur am Rande behandelt. Es gab schlichtweg kein entsprechendes Klima, um dieses Thema zu erörtern. 

Wie die deutschen Bischöfe nun reagieren, muss abgewartet werden. Eigentlich können sie gar nichts unternehmen, solange sich der Papst nicht äußert. Auf der Pressekonferenz der deutschen und österreichischen Teilnehmer am 24. Oktober jedenfalls vermittelten Marx, Koch und Bode nicht den Eindruck, dass sie nun auf Biegen und Brechen herumtricksen würden, um doch noch ihre Agenda durchsetzen zu können.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Buchautor; er leitet die Aktion “Kinder in Gefahr” in Frankfurt und die Internetseite “Kultur und Medien online”

WEITERER KOMMENTAR aus einer katholischen Frauen-Weblog: http://beiboot-petri.blogspot.de/2015/10/klarstellungen.html


Das Amt des Papstes ist der Gehorsam gegenüber Christus und seinem Wort

Papst Benedikt XVI. predigte bei seiner Inaugurationsmesse (Amtseinführung) am 7. Mai 2005:

“Der Papst ist kein absoluter Monarch, dessen Gedanken und Wünsche Gesetz sind. Im Gegenteil, das Amt des Papstes ist es, den Gehorsam gegenüber Christus und seinem Wort zu garantieren. RadioVatikan

Er soll nicht seine eigenen Ideen verkünden, sondern sich und die Kirche dauerhaft an den Gehorsam zu Gottes Wort binden, gegen jeden Versuches es anzupassen oder zu verwässern und gegenüber jeder Form von Opportunismus.(…)

Der Papst weiß. daß er bei seinen wichtigen Entscheidungen an die große Gemeinschaft des Glaubens aller Zeiten gebunden ist, an die bindenen Interpretationen, die sich während der Pilgerschaft der Kirche auf der Erde entwickelt haben. So ist seine Macht nicht ein Darüberstehen, sondern ein Dienen gegenüber dem Wort Gottes.

Es ist ihm aufgetragen, zu sichern, daß dieses Wort in seiner Größe präsent bleibt und in seiner Reinheit wiederklingt, sodaß es nicht durch ständige Änderung in seinem Gebrauch in Stücke gerissen wird.”


Kardinal Müller erwartet “klare Worte” zu Ehe und Familie auf der Bischofssynode

Ehe und Familie sind heute durch den „Laizismus, der die Religionsfreiheit beseitigt“ gefährdet. Das sagte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, der deutsche Kurienkardinal Gerhard Müller, bei einer Buchpräsentation in Rom. index

Vorgestellt wurde ein Werk des ehem. italienischen Senatspräsidenten Marcello Pera, der über Menschenrechte und Christentum geschrieben hat. Im Anschluss sagte Kardinal Müller der italienischen Abteilung von Radio Vatikan:

„Der Heilige Vater betont ständig die Bedeutung der Familie und der Ehe. Es handelt sich ja um die Zelle der Gesellschaft, aber auch der Kirche. Jede Familie ist eine sogenannte ,Hauskirche´. Ich erwarte deshalb von der Synode, dass sie in dieser Hinsicht mehr Klarheit schaffen wird, bezüglich der Bedeutung der Ehe als Sakrament und an sich die sakrale Bedeutung der Ehe.“

BILD: Das jüngste Buch von Kardinal Müller: “Die Hoffnung der Familie” (Echter-Verlag)

Bei der Synode, die am Sonntag mit einem Gottesdienst im Petersdom feierlich eröffnet wird, sollen auch „klare Worte“ zur Bedeutung von Ehe und Familie gesprochen werden, so Kardinal Müller.

„Die Ehe ist nicht nur eine ideale oder menschliche Vorstellung, sie ist vor allem ein Geschenk Gottes. Ich erwarte deshalb von den Synodenvätern Diskussionen, die nicht minderwertig sein werden, sondern die sich auf eine tiefe Kenntnis der Lehre Jesu, des Alten und Neuen Testaments und auf die wahre Bedeutung der Offenbarung von Seiten des Lehramtes stützen.“

Eine Gefahr sieht Kardinal Müller in der Vorstellung, dass dem Staat mehr Bedeutung zugemessen werde als dem Gewissen eines jeden einzelnen. Eine wichtige Rolle spielten diesbezüglich die Medien, so Kardinal Müller. Das sehe man bei der Debatte um die sogenannte Gender-Theorie.

„Es gibt Medien, die uns diese Gender-Ideologie unbedingt aufzwingen wollen. Und dabei geht es um etwas, das die komplette Zerstörung der menschlichen Grundlagen vorsieht. Das hat schreckliche Konsequenzen für unsere Kinder, Jugendlichen und auch für die Ehepaare. Deshalb müssen wir die Würde der Menschen verteidigen, die vom Schöpfergott her kommt, der uns all seine Güte schenkt und alle Voraussetzungen, damit wir nicht nur die natürliche Glückseligkeit erreichen, sondern auch die übernatürliche Freude. Und die ist das ewige Leben.“

Quelle: Radio Vatikan

 


Konservative Familien-Petition an den Papst: 790.190 Unterschriften abgegeben

Am Dienstag (29. September 2015) wurden 790.150 Unterschriften für die “Ergebene Bitte an Papst” Franziskus übergeben. Ebenso fand eine Pressekonferenz zur Erläuterung der Aktion statt. Anlass der Unterschriftensammlung war der Angriff linker und modernistischer katholischer Kreise auf die kirchliche Lehre über Ehe, Familie und Sexualethik.

Etliche internationale Medien berichteten bereits am selben Tag vom Erfolg der Aktion: 
National Catholic Register
Voice on The Family
Il Giornale
La Nuova Bussola Quotidiana

Die Petition an den Papst wurde von 204 Kardinälen oder Bischöfen unterstützt (zum Zeitpunkt der Übergabe waren es 201, wie auf dem Foto gezeigt wird). 

Zur Aktion gehörte auch die Veröffentlichung der Broschüre “Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten”

Viele Persönlichkeiten unterschrieben den Appell an den Papst, darunter die Kardinäle Jorge Medina Estévez, Geraldo Majella Agnelo, Gaudencio Rosales und Raymond Leo Burke.

Quelle: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/2015/09/ergebene-bitte-790190-unterschriften.html


Von den verheerenden Inhalten und Zielsetzungen der Gender-Politik

In der Kirchenzeitung “Der Pilger” (Diözese Speyer) wurde eine KNA-Meldung veröffentlicht, die zum Teil mißverständlich bis irreführend war.

Unser Autor Thomas M. Adam aus Eisenberg verfaßte daraufhin nachfolgende Stellungnahme, die das Bistumsblatt (Nr. 35) erfreulicherweise veröffentlicht hat. Da wir die Ausführungen für sehr wichtig halten, dokumentieren wir diesen Beitrag vollständig:

Zum Artikel „Scharfe Kritik an Gender-Politik“ durch Fuldaer Bischof Algermissen beim Kongress „Freude am Glauben“ im “Pilger” vom 9.8.2015:
Foto Leupolt - Bistum Fulda

Hier ist der Redaktion bzw. der KNA-Meldung eine Irreführung unterlaufen, die man richtigstellen muss. S. Ex. Bischof Heinz Josef Algermissen hat das sog. „Gender-Mainstreaming“ verurteilt.

Im Artikel wird in Klammer erklärt, was dieser  – den meisten Lesern nicht bekannte  –  Begriff bedeutet, nämlich: „Gesellschaftliches Bestreben nach Gleichstellung der Geschlechter“.

BILD: Bischof Heinz Josef Algermissen von Fulda (Foto: Leupolt/Bistum Fulda)

Darunter aber verstehen wohl die meisten die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Wer wollte die verurteilen, niemand, auch nicht der Bischof. Diese Definition und Erklärung ist insofern missverständlich und wirkt verharmlosend.

Dies ist leider typisch für eine aggressive Ideologie, die ganz harmlos und modern daherkommt und deren wirkliche Ziele meistens verschleiert sind.

Die Gender-Ideologie, die ohne die Mitwirkung der Parlamente in den Hinterzimmern der Macht als „Querschnittsaufgabe“ und „Leitprinzip“ der deutschen Politik implementiert wird, soll in ihrer ganzen Programmatik nicht wahrgenommen und diskutiert sondern top-down umgesetzt werden. Und dieses umfassende linke Projekt ist schon ziemlich weit fortgeschritten. Gender-Buch

Mittlerweile sind ca. 200 Lehrstühle entstanden, welche die Genderagenda in allen Fachgebieten, Institutionen und Organisationen verankern sollen. Was aber sind im wesentlichen Inhalte dieser Ideologie?

BILD: Neues Aufklärungsbuch über die Gender-Ideologie von Mathias v. Gersdorff

Der Genderismus betreibt im Kern die Dekonstruktion des christlichen Menschenbildes als Wesensmerkmal der göttlichen Schöpfungsordnung. Dies korreliert mit dem Atheismus marxistischer Prägung und ist mit christlicher Lehre und Praxis vollkommen unvereinbar.

Der „Genderwahn“ bewirkt die Definition von sehr vielen angeblichen Geschlechtern, die alle gleichberechtigt sein sollen. Bei der Facebook-Registrierung z. B. sind aktuell nicht mehr nur „männlich“ und „weiblich“, sondern 60 verschiedene „Geschlechter“ definiert.

Ziel solcher ideologisch-theoretischen Genderstrategie ist die Relativierung und letztlich Auflösung der klassischen Ehe aus Mann und Frau sowie des vorbildlichen Familienbegriffes und der mehrheitlichen Familienrealität bestehend aus Mann, Frau und Kind(ern).

Wichtigster Baustein dieser Ideologie ist ferner die Propagierung der Abtreibung (auch verschleiernd „Maßnahme der reproduktiven Gesundheit“ genannt ) als angebliches „Menschenrecht“ der Frau. Vom Lebensrecht des ungeborenen Kindes, das als grundgesetzlich geschütztes Rechtsgut einen wesentlich höheren Rang aufweist, ist hier nicht mehr die Rede, sondern es wird auf EU-Ebene und international erbittert bekämpft. b (8) - Kopie

Die Gender-Ideologie fördert neuerdings die Frühsexualisierung unserer Kinder in Kindergärten und Grundschule unter Missachtung der originären und grundgesetzlich geschützten Elternrechte. Die „sexuelle Vielfalt“ soll hier gelehrt und minoritäre sexuelle Sonderformen und Neigungen propagiert werden.

Wo soll eine solche Politik hinführen? Führend hier sind die Umsetzungsversuche der rot-grünen Landesregierung in Baden-Württemberg unter der Federführung eines Mitgliedes des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), des grünen Ministerpräsidenten Kretschmann. Er versucht zur Zeit knallhart, diese Politik gegen den wachsenden Widerstand der Bürger durchzuboxen.

Es ist ein Verdienst der Soziologin Gabriele Kuby, welche diese Genderideologie in ihrer führenden Fachliteratur bis ins Detail analysiert, entlarvt und ins Licht der Öffentlichkeit gebracht hat.

Zunehmend sind Bischöfe und Bischofskonferenzen mit klaren Appellen an die Öffentlichkeit getreten und DSC_0553leisten Aufklärungsarbeit und politischen Widerstand, der dringend geboten ist. Auch der Hl. Vater hat die Genderagenda und Gender-Politik in seltener Klarheit und Schärfe verurteilt.

Über internationale Organisationen sollen Entwicklungsländer gezwungen werden, die Genderagenda lückenlos umzusetzen, sonst gibt es kein Geld. Die Genderagenda wird wegen ihrer verdeckten Operationsstrategie und ihrer bewusst irreführenden Begrifflichkeit weithin unterschätzt und hat so eine starke politische Dynamik entfaltet.

Nur wenn man das alles weiß, versteht man die Verurteilung durch den Bischof Algermissen und die Thematisierung des Problems durch den Kongress „Freude am Glauben“. Diese mutigen Zeugnisse und Diskussionsbeiträge werden mit großer Dankbarkeit aufgenommen.

Wenn Genderismus nur die Gleichstellung von Mann und Frau meinen würde, wäre es auch dort kein Thema. Dieses Thema bedarf der dringenden Aufklärung, Diskussion und demokratischen Kurskorrektur. Das schädliche Potenzial dieser Ideologie kann nicht klar genug adressiert werden.

 


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