Papst Pius XII. war ein Retter der Juden

Von Hubert Hecker

Bisher wurde Papst Pius XII. moralisches Versagen vorgeworfen wegen seines angeblichen Schweigens zur nationalsozialistischen Judenverfolgung.

Inzwischen hat der Bundesbeauftragte gegen Antisemitismus, Felix Klein, die Anklage reduziert auf die Beschuldigung, der Papst habe zwar protestiert, aber „nicht vernehmlich“. Wie das? Protestierte er etwa im stillen Kämmerlein oder nuschelte er dabei?

Tatsache ist, dass der Pius-Papst in drei öffentlichen Ansprachen gegen die „Vernichtung Hundertausender wegen ihrer Rasse oder Herkunft“ deutlich hörbar protestierte. Die New York Times machte es damals für alle in der westlichen Welt lesbar, dass der Papst die „einsame aufbegehrende Stimme im Schweigen des Kontinents“ sei.

Darauf bezog sich Israels Außenministerin Golda Meir in ihrem Nachruf auf den 1958 gestorbenen Pius-Papst, der „im nationalsozialistischen Jahrzehnt bei dem Martyrium unseres Volkes … seine Stimme erhob für die Opfer“.

Meir hatte einen weiteren Grund für Dankbarkeit. Nach den November-Pogromen 1938 versuchte der damalige Staatssekretär Pacelli 200.000 Ausreisevisa für die deutschen Juden zu organisieren, indem er die Erzbischöfe potentieller Aufnahmeländer zu Eingaben bei ihren Regierungen beauftragte. Nur knapp 20.000 kamen zusammen, aber das waren effektiv mehr, als auf der internationalen Flüchtlingskonferenz von Évian im Sommer 1938.

Golda Meir als Konferenzbeobachterin hielt es für eine Schande, dass damals so viele westlichen Staaten den jüdischen Flüchtlingen in der größten Bedrängnis das rettende Asyl verweigerten.

Schließlich wird die Außenministerin Meir von den Kenntnissen Pinchas Lapides gewusst haben, der von 1951 bis 1969 Leiter des Presseamts der israelischen Regierung war. Er fasste das Ergebnis seiner Studien so zusammen:

„Der Heilige Stuhl hat mehr getan, den Juden zu helfen als jede andere Organisation des Westens, einschließlich des Roten Kreuzes. Pius XII. hat während des Krieges direkt oder indirekt das Leben von etwa 860.000 Juden gerettet.“

Statt die Berliner Pacelli-Straße umzubenennen, sollte man ein Erklärungsschild anbringen – etwa mit dem Würdigungszitat von Golda Meir und den Rechercheergebnissen von Pinchas Lapide.


„Christen in der AfD“ üben scharfe Kritik am Synodalen Weg deutscher Bischöfe

In diesen Tagen versammeln sich die Bischöfe der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda, um den „Synodalen Weg“ voranzubringen.

Joachim Kuhs, Mitglied im AfD-Bundesvorstand und Vorsitzender der Christen in der AfD, erklärt hierzu:

„Mit diesem Weg verlässt die römisch-katholische Kirche in Deutschland den Pfad der kirchlichen Treue zu ihrem Auftrag und ihrer Sendung. Sie kündigt den Gehorsam gegenüber ihrem kirchlichen und geistlichen Oberhaupt auf.

Sie lässt ihre treuesten und gläubigsten Mitglieder vereinsamt zurück, um sich partikularen Interessen zu unterwerfen und dem Pluralismus der evangelischen Kirche nachzueifern.“


Eine „Entweltlichung“ unserer Kirche begünstigt die Erneuerung des Glaubens

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der seit Jahrzehnten andauernde, beklagenswerte Zustand der deutschen Ortskirche hat nicht seine Ursache in zu wenig Geld, sondern dass sie zu viel davon hatte.

Die „Entweltlichung“, die Benedikt XVI. in Freiburg mit dem Wort angemahnt hatte: Eine „von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden“ fand nicht statt.

Jetzt geschieht, was Benedikt in Freiburg auch gesagt hat, dass „die Geschichte der Kirche durch Epochen der Säkularisierung zu Hilfe kam, die zu ihrer Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen haben“.

Ein bekannter Kirchenhistoriker hat einmal geäußert: Die Säkularisierung musste kommen, weil die Bischöfe in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehr Reichsfürsten als loyale Mitarbeiter des Papstes waren.

Wie immer bei „Entweltlichung“ mussten in der Säkularisation auch gute Bischöfe und vitale katholische Klöster die Folgen mittragen, weil ungetreue Verwalter von sich aus nicht bereit waren, die Verhältnisse in Ordnung zu bringen.

Ein jüngeres Beispiel für vertane Entweltlichung ist der Weltbild-Verlag, der einmal im Eigentum und in der Verantwortung deutscher Bistümer stand. Der Weltbildverlag hat einen Teil seines Umsatzes mit Pornographie und Satanismus erwirtschaftet. Die verantwortlichen Bischöfe wurden durch umfangreiche Dokumentationen auf den Übelstand hingewiesen. Geändert wurde nichts, bis der finanzielle Crash das Problem löste.

Der massive Kirchensteuereinbruch wird überfällige Reformen erzwingen. Was soll mit dem weniger Geld geschehen?

Guido Horst (Vatikanmagazin, 6-7/2020, S.3) zitiert den Pastoraltheologen Dr. Andreas Wollbold. Dieser sprach sich dafür aus, „lebendige Zentren der Kirche zu stärken“. Einzelne glaubensstarke Gemeinschaften sollten in „schöpferischer Destruktion“ mit der verbleibenden Kirchensteuer gefördert werden.

Horst meint, „die Bischöfe sollten sich ein Herz fassen und in die Hot-Spots des Glaubens investieren. Der „Synodale Weg“, der nur in einer großen Frustration enden kann, ist das mit Sicherheit nicht. Nur: die große Mehrheit der Bischöfe steht hinter diesem „Synodalen Weg“. Der Versuch von Woelki und Voderholzer, ihn zu einem Hot-Spot umzuwandeln, wurde auf der Versammlung der Bischöfe am 15. September 2019 abgeschmettert. Voderholzer gab damals zu Protokoll „dass es zumindest eine Minderheit von Bischöfen gibt, die von der Sorge erfüllt ist, dass die wahren Probleme nicht angegangen werden“.

Horst meint, „die überwiegende Mehrzahl der Priester wäre bereit, mit missionarischem Geist einen Aufbruch in die Neuevangelisierung mitzutragen“. Auch viele Laien stünden bereit, die Geistlichen dabei zu unterstützen. Beides ist nicht so sicher. Aber die Reformer in der Kirche waren nie eine große Zahl. Es waren meist Einzelpersonen, die die ersten Schritte vielfach allein, aber mit dem Heiligen Geist gegangen sind. Der Startschuss muss kein lauter Knall sein.

Der Anfang einer Neuevangelisierung könnte nach Bischof Voderholzer (siehe Foto) auch so aussehen, dass reformwillige Gläubige die Möglichkeiten eines kirchlich gelebten Glaubens kennenlernen. Der Regensburger Oberhirte meint, die Katholiken sollten die Auskunftsfähigkeit über den Glauben stärken, sprachfähig und sprachwillig werden nach dem Wort „Seid bereit, jedem Rede und Antwort zu geben über den Grund eurer Hoffnung“ (vgl. 1 Petrus 3 15).

Ein weiterer Schritt wäre die Selbstvergewisserung im Glauben:

  • Wo zeigt sich der Glaube in meinem Leben?
  • Was würde mir ohne Gott und Kirche fehlen?
  • Warum ist mir die heilige Messe am Sonntag wichtig?
  • Wer hat mich eigentlich zum Glauben geführt?
  • Wer hat mir Christus nahe gebracht?
  • Welches Glaubenszeugnis hat mich so beeindruckt, dass ich ohne es nicht sein möchte?

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS

 


Zur Fatima-Debatte: Wird Amerika und die Welt doch noch kommunistisch?

Von Felizitas Küble

In den USA ist angesichts der linken Straßenkrawalle in einigen konservativen Kreisen eine Diskussion darüber aufgekommen, ob in den Vereinigen Staaten bald der Kommunismus einkehrt und das Land beherrscht – und den „Rest“ der Welt gleich noch dazu.

Nicht irgendwelche Sektierer und Hinterstübler, sondern z. B. keine Geringere als die katholische Autorin Dr. Maike Hickson befaßt sich auf der bekannten Lebensrechtsseite „Lifesitenews“ damit: https://www.lifesitenews.com/blogs/fatima-seer-lucia-believed-usa-would-become-communist-without-marian-consecration-of-russia

Dabei geht es letztlich um die uralte Diskussion, ob denn der Papst gemeinsam mit dem Welt-Episkopat das „gottlose Rußland“ dem makellosen Herzen Mariens geweiht habe oder nicht, denn dies sei eine entscheidende Forderung der Fatima-Erscheinungen und mit der Verheißung verbunden, daß Rußland sich bekehren werde – andernfalls werde der Kommunismus sich weiter ausbreiten.

Dr. Hickson beruft sich auf ein Interview, das 1946 von Prof. William Thomas Walsh mit Schwester Lucia – der Hauptseherin von Fatima – geführt worden sei.

Dabei habe die Ordensfrau und Visionärin (siehe Foto) ihm mitgeteilt, ohne jene Marienweihe und Rußland-Bekehrung werde der Kommunismus die ganze Welt beherrschen – und ausdrücklich auch die Vereinigten Staaten von Amerika.

In Wirklichkeit hat sich diese Diskussion sozusagen von selber erledigt (von der politischen Unwahrscheinlichkeit eines kommenden Weltkommunismus einmal abgesehen), weil Sr. Lucia noch zu ihren Lebzeiten erklärt hatte, Rußland habe sich bereits bekehrt und die Fatima-Verheißungen seien somit schon erfüllt.

Sr. Lucia versteht nämlich das Ende des Sowjetregimes und die religiöse Freiheit dort bereits als die in  Fatima angekündigte „Bekehrung Rußlands“. Das hat sie in ihrer letzten Veröffentlichung vor ihrem Tod ausdrücklich bekräftigt: https://charismatismus.wordpress.com/2016/08/20/sind-die-verheissungen-von-fatima-erfuellt-hat-sich-russland-bereits-bekehrt/

Damit dürfte sich sogar für Fatima-Anhänger jede weitere Debatte über eine dräuende kommunistische Weltgefahr erübrigen.

 


Werden Corona-Impfstoffe an humanen embryonalen Stammzellen getestet?

Von Dr. med. Edith Breburda

Wie gefährlich sind Impfstoffe – und wie gefährlich ist es, über sie aufzuklären, so könnte man auch fragen.

Der ehemalige Gouverneur Mike Hucakbee von Arkansas sagte kürzlich sarkastisch: „Das COVID-19-Virus wurde von den Protestierern und Randalieren geheilt“.  Doch legen wir diese politische Anspielung zur Seite.

Im Corona-Zeitalter, aber auch schon lange davor konnte man beobachten, dass diejenigen, die vor den Sicherheits- und Gesundheitsrisiken warnen, plötzlich und fast schon mysteriös von der Bildfläche verschwanden.

Manche Eltern sind verunsichert, ob eine Impfung nicht womöglich andere Krankheiten heraufbeschwöre. Pflichtimpfungen sind in den USA ein heikles Thema.

Denken wir z.B. an den Impfstoff Gardasil, der seit 2007 in Kanada und den USA auf dem Markt ist und der vor dem Humanen Pappiloma Virus (HPV) schützen soll. Der Erreger ist für Gebärmutterhalskrebs und genitale Warzen verantwortlich. 50 Millionen, vor allem junge Frauen, sind in mehr als 130 Ländern Träger des Virus.

Kritische Stimmen über mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffes werden immer lauter. Das Newsmagazin Toronto Star startete eine intensive Untersuchung und fand in Kanada 50 Mädchen, die sich nach der Injektion des Impfstoffes Gardsil in ein Krankenhaus begeben mussten. In den USA gab es mehr als 100 Todesfälle und Tausende berichteten über Gegenreaktionen auf die Applikation.

Die Zeitung Toronto Star fand viele Eltern, die überzeugt waren, dass der Impfstoff ihren Kindern mehr schadet als hilft.

Kaitlyn Armstrong, ein Mädchen aus Ontario, berichtete über ihre Lehrerin, die versicherte, dass der Impfstoff vor Gebärmutterhalskrebs schützt und dass es eine gute Idee sei, geimpft zu werden. Über Komplikationen sagte sie nichts. Kaitlyn musste bald nach der Injektion ihre sportlichen Aktivitäten aufgeben. Sie erinnerte sich, der Krankenschwester berichtet zu haben, dass sie eine Metallallergie hat. Obwohl Aluminium-Salze die Grundlage des Impfstoffes sind, bekam das Mädchen die Spritze.

Debbie Vinnedge, die Gründerin der Children of God of Life, eine Organisation, die vor allem Impfstoffe und ihre Herstellung überwacht, erklärte: „Die Nebenwirkungen von Gardasil sind sehr schwerwiegend.“ – Da sich so viele Eltern über den Impfstoff beschwert hatten, wurde eine Liste der aufgetretenen Komplikationen angelegt. Darauf findet man 16 Angaben: „Totgeburten, Fehlgeburten, Zysten der Eizellen, Genitale Warzen, Multiple Sklerose, Lähmungen, Schlaganfälle, Unfruchtbarkeit“ usw.

Die übergreifende Erklärung könnte sein, dass Gardasil das Immunsystem schwächt. 28.000-mal wurde das Auftreten dieser Nebenwirkungen der U.S.-Regierung für Impfzwischenfälle gemeldet. 2012 gab es 128 Tote unter den Mädchen zwischen neun und 24 Jahren. Gardasil wurde für einen Zeitraum von fünf Jahren getestet.

Die kanadische Regierung setzte 300 Millionen Dollars ein, um die HPV-Impfung zu propagieren. Mädchen aus der achten Schulklasse wurden kostenlos geimpft.

Die katholischen Bischöfe zeigten eine ablehnende Haltung gegenüber dieser Impfung. Sie waren nicht nur wegen den Nebenwirkungen besorgt. Für sie war es eher unverständlich, achtjährige Kinder gegen sexuell übertragbare Krankheiten zu impfen. Dies würde den Eindruck erwecken, als werde derart frühes sexuelles Verhalten gutgeheißen. (1)

Doch das ist nicht der einzige Einwand, den Bischöfe im Hinblick auf Impfstoffe vorbringen.

2005 veröffentlichte die Päpstliche Akademie für das Leben eine Erklärung mit dem Titel: „Moral Reflections on Vaccines prepared from cells derived from aborted human fetus”, in dem es die Akademie billigte, moralisch bedenkliche Impfstoffe ‘vorübergehend‘ zu nutzen, wenn es keine Alternative gibt.

Man muss dabei bedenken, dass für die Herstellung einiger Impfstoffe Ziellinien von abgetriebenen Kindern herangezogen werden. Vor allem die evangelikalen Gruppierungen der USA lehnten es daher ab, ihre Kinder impfen zu lassen.

Wenn es aber der einzige Impfstoff ist, der zur Verfügung steht, argumentierten viele, dass die Kinder aus den Abtreibungen ja nicht für den Zweck getötet wurden, um einen Impfstoff aus ihren Zellen herzustellen. Und das kleinere „Übel“ sei es, diesen Impfstoff anzuwenden, anstatt an Mumps-Röteln und Masern zu erkranken und andere anzustecken.

Letzteres Argument, für die Gesundheit des Mitmenschen verantwortlich zu sein, kennen wir zu gut aus der Covid-Zeit, sonst würden wir nicht so ernsthaft um „Sozial Distancing“ bemühen und Masken tragen.

Dennoch: Wenn wir Impfstoffe aus abgetriebenen Kindern herstellen, zeigt das eine gewisse Mentalität, die versucht, etwas Gutes aus einer negativen Handlung zu konstruieren.

Man erinnert sich an einen „Spiegel“-Artikel mit der Überschrift: „Nutz doch die Dinger, bevor sie im Gulli landen.“ Gemeint waren gefrorene Embryonen, die aus In-Vitro-Fertilisationen stammten; sie zu entsorgen, ergibt für viele Wissenschaftler keinen Sinn. (2)

So ist es auch kein Geheimnis, dass schon seit langen Forschungsinstitute die für Ihre Forschung notwendige „Organe“ aus Abtreibungsklinken bekommen  – und sei es nur die Plazenta, die hauptsächlich von Abtreibungskliniken und nicht von Fehlgeburten aus der Gynäkologie „abgeholt“ werden können (weiterführende Literatur siehe: Reproduktive Freiheit, free for what?)

Bei solch einem Handeln kann es leicht passieren, dass wir beginnen, Abtreibungen und Stammzellforschung zu kommerzialisieren.

Aber was heißt anfangen?  Wenn wir in die moderne Reproduktionsmedizin schauen, wird das menschliche Genom doch bereits kommerzialisiert.

So wie wir alles, was auf diesem Planeten lebt, patentieren und nach unseren Vorstellungen verändern wollen. Zu guter Letzt greifen wir auch noch in das Erbgut unserer Nachkommen ein und bestimmen unwiderruflich, was sie für Eigenschaften haben sollen (3).

Die Geburt des ersten Retortenbabys war auch gleichzeitig der Startschuss der künstlichen Befruchtung  – ungeachtet dessen, was Papst Paul VI in seiner Enzyklika Humane Vitae  –  auf den Tag genau 10 Jahre vor dem ersten Retortenbaby  –  schrieb.

Papst Paul VI. richtete sich darin an alle Menschen guten Willens. Der göttliche Schöpfungsplan drücke sich in den biologischen Gesetzen aus. Die personale Begegnung zwischen Mann und Frau als ganzheitliches Miteinander wird in der Ehe verwirklicht. Es handelt sich dabei um eine sinnlich-geistige Liebesgemeinschaft, welche den Fruchtbarkeitsauftrag aufgrund der biologischen Gesetze erfüllen soll. Künstliche Verhütung ist so gesehen gegen das Leben gerichtet.

Papst Johannes Paul II. schrieb in Evangelium Vitae (21-24) von der Verfinsterung der Sinne für Gott und den Menschen. Das menschliche Leben verliere seinen Wert.

Der Jesuit und Moraltheologe Prof. Fucek sieht einen Ausweg aus dem Dilemma, dass Frauen tiefgefrorene Embryonen adoptieren könnten. Doch das scheitert schon daran, dass nicht viele dieser Embryonen ihren Auftauprozess überleben und am Ende besteht die Gefahr, tiefgefrorene Embryos zu kommerzialisieren. Obwohl sich rein theoretisch gar nicht so viele Frauen anbieten können, wie es auf Eis gelegte Embryos gibt. (4)

Ist es aber deshalb erlaubt, Genforschung an all den Embryonen auszuüben? Also quasi das kleinere Übel hinzunehmen, um Lagerungskosten zu sparen und weil die leiblichen Eltern meist nicht wollen, dass ihr Kind von einem „Fremden“ ausgetragen wird?

Wird dann der Laborforscher fast schon als der „Retter“ angesehen, der etwas Gutes aus etwas macht, das sowieso „weggeworfen“ werden müsste?

Heutzutage ist es fast schon so, dass humane embryonale Stammzellen die Laborratte ersetzten. Trotzdem heiligt der Zweck nicht die Mittel.

So kann man auch keine Stammzellen hernehmen, um an ihnen Arzneimittel oder Impfstoffe zu testen. Sicher, Embryonen wurden nicht für den Zweck „kreiert“, um anhand von ihnen herauszufinden, wie wirksam ein Impfstoff ist. So wie auch die Kinder nicht für den Mumps-Masern-Rötel Impfstoff abgetrieben wurden. Die Ungeborenen sind ja kein Ersatzteillager für Organe. (5)

Aber auf rein medizinischer Ebene gefragt: Wird unser Immunsystem Impfstoffe akzeptieren, die aus menschlichem Material hergestellt wurden?

Impfstoffe sind nicht erst das Thema, seitdem in Disneyland 2015 die Masern ausbrachen.

Eine neue Studie aus Japan widerlegt die Vermutung, dass Impfstoffe gegen Masern, Röteln und Mumps (MMR) der Grund für das Auftreten von Autismus seien. Dr. Theresa Deisher, eine Genetikerin aus Seattle, vertritt jedoch eine andere Meinung.

Der japanische Forscher hatte einen Impfstoff untersucht, bei dem man Hühnereiweis als Ausgangsmaterial nahm. Frau Deisher untersuchte hingegen MMR-Impfstoffe, die in den USA mit Hilfe menschlicher Zell-Linien aus abgetriebenen Kindern hergestellt werden.

BILD: Eines der bioethischen Sachbücher von Dr. Breburda: Gentopia – das gelobte Land

Die Ergebnisse der Forscherin bestätigen den Zusammenhang zwischen diesem Impfstoff und dem Auftreten von Krankheiten. Der Forscher Andrew Wakefield vom Royal Free Hospital in London hat 1998 zum ersten Mal einen Zusammenhang zwischen bestimmten Impfstoffen und Fehlentwicklungen des kindlichen Gehirns sowie der Autistischen Krankheit festgestellt.

Autismus, eine rätselhafte Krankheit, befällt seit wenigen Jahrzenten immer mehr gesunde Kleinkinder. Die Krankheit trat fast zeitgleich mit der Einführung der Masern-, Mumps- und Röteln-Impfungen auf. Autistische Kinder hören oft auf zu sprechen und verlernen ihre sozialen Fähigkeiten.

Harris Coulter bezieht sich in seinem Buch Impfungen, der Großangriff auf Gehirn und Seele auf Diphtherie-, Keuchhusten- und Tetanus-Impfungen, die Verhaltensauffälligkeiten ausgelöst haben. Seit Mitte der 80iger Jahre tritt Autismus fast epidemisch bei zweijährigen Kindern auf.

So liegt der Schluss nahe, dass auch eine MMR-Impfung Autismus bewirken kann. Dr. Wakefield gibt als Ursache Wechselwirkungen zwischen Impfviren und dem Immunsystem an, die Nervenschäden und chronische Entzündungen zur Folge hätten.

Von Wissenschaftlern wird Wakefield deswegen stark kritisiert. Deisher unterstützt Wakefield’s Hypothese. Sie hat jedoch ihre eigene Erklärung für das Auftreten von Autismus nach einer Impfung.

2011 bezeugte sie vor der US-Kongress, dass die Erkrankungsrate bei Autismus gestiegen ist, seitdem man in den letzten Jahrzenten den Impfstoff für Kinderkrankheiten von tierischem auf menschliches Ausgangsmaterial umgestellt hatte.

Dies sei auch von den Regierungen vieler Länder festgestellt worden, erklärte Dr. Deisher den Abgeordneten:

„In den letzten Jahrzenten, seitdem der neue Impfstoff, der aus fötalen Zelllinien hergestellt wird, im Einsatz ist, sind autistische Krankheiten vermehrt aufgetreten. Wenn wir einem Kind diesen Impfstoff verabreichen, injizieren wir auch residuale fötale humane DNA-Moleküle.“

Das bedeutet: Die restlichen DNA-Moleküle der Zell-Linien des abgetriebenen Kindes, das benutzt wurde, um den Impfstoff herzustellen, bewirken eine Erkrankung.

Wissenschaftler der Food und Drug Administration FDA, der Arzneimittelzulassungsbehörde der USA, spekulieren schon lange darüber, ob restliche humane DNA-Viren in Impfstoffen Krebs und Autoimmun-Krankheiten bewirken oder sogar Erbanlagen des Empfängers zerstören können.

Da keine klaren Forschungsdaten vorhanden sind, welche diese Hypothese bestätigen, wird die Industrie weiterhin Zelllinien, die von abgetriebenen Kindern stammen, für die Impfstoffherstellung benutzen – nicht zuletzt, weil es ein billiges und schnelles Verfahren ist.

In den USA basieren mehr als 10 Impfstoffe auf abgetriebenen fötalen Zelllinien. Es gibt jedoch daneben ethisch und medizinisch sichere Impfstoffe. Nur muss sie der Arzt speziell bestellen. Für Hepatitis A, Windpocken und MMR gibt es keine Alternativen.

Der Pharmakonzern Merck hatte ursprünglich verschiedene Impfstoffe. Ein Präparat wird jedoch billiger, wenn man es kombiniert, wenn man Impfstoffe für drei Krankheiten in eine Spritze packt, erklärte Deisher.

Rötelimpfstoffe werden in den USA ausschließlich aus fötalen Zelllinien hergestellt. Wenn Merck daran interessiert wäre, Impfstoffe herzustellen, die keine restlichen humane DNA-Moleküle besitzen und ethisch einwandfrei aus Hühnergewebe produziert werden, könnte man den japanischen Impfstoff lizenzieren lassen.

„Das ist etwas, was Merck nicht tut, obwohl es eine Möglichkeit wäre. Eltern sollten trotzdem Merck anschreiben und darum bitten, damit das Unternehmen sieht, dass ein Bedarf an einem derartigen Impfstoff besteht“, betont Deisher.

Eltern befinden sich immer in einem Konflikt, ob sie ihre Kinder unter solchen Umständen gegen MMR impfen lassen sollen, vor allem, wenn sie ihr Kind nicht impfen und dies zur Folge hat, dass ihr Nachwuchs schwer erkrankt.

Die katholische Kirche, sagt Dr. Deisher, erlaubt eine Impfung mit den umstrittenen, aus fötalen Zellen hergestellten Impfstoffen, wenn keine anderen Impfstoffe verfügbar sind. Die Eltern sollten jedoch dem Arzt ihre Einstellung mitteilen. Auch könnte man mit einer MMR Impfung warten, weil ältere Kinder ein kleineres Risiko aufweisen, an Autismus zu erkranken (6).

Es bleibt eine letzte Frage, die noch niemand abgeklärt hat: Inwieweit spielen restliche humane DNA-Moleküle in der Impfstoffherstellung eine Rolle, die an humanen embryonalen Stamm-Zellen getestet werden?

„Man kann keine Krankheit heilen, indem man Ungeborene tötet“, betonten die Bischöfe beim Ausbruch des Zika-Virus. So gesehen kann man auch keine humanen embryonalen Stammzellen benutzen, um die Epidemiologie eines Virus zu erforschen.

Und doch experimentierten damals zwei unabhängige Forschergruppen der John-Hopkins-Universität in Baltimore (Maryland) und der Florida-State-Universität an humanen embryonalen Stammzellen, um die Pathogenität des Zika-Virus aufzudecken.

In der Petrischale wurden neuronale Stammzellen, aus welchen sich später Gehirnzellen bilden, mit dem Virus infiziert. Drei Tage danach hatte das Virus 85% der Zellen durchseucht. Im Gegensatz dazu wurden fetale Nierenzellen, humane embryonale Stammzellen sowie induzierte pluripotente Stammzellen nur zu 10% infiziert, berichteten die Neurowissenschaftler Dr. Hongjun Song, Guo-li Ming und der Virologe Hengli Tang in Cell Stem Cell Anfang März 2016 (siehe dazu auch das Buch: Gentopia, das gelobte Land).

Schaut man in die Literatur und sucht nach den Zell-Linien, die für die Erforschung von Covid-19-Impfstoffen benutzt werden, findet man auch hier den Einsatz von humanen embryonalen Stammzelllinien. Auch hier erzeugte man die Embryonen nicht für den Zweck, um an ihnen zu experimentieren. Die Frage bleibt, ob man solche Impfstoffe, die an humanen embryonalen Stammzellen getestet wurden, als moralisch einbahnfrei ansieht und benutzen würde?

Literaturhinweise:

1) Breburda E.: Reproduktive Freiheit, free for what? Scivias Publisher, 2015, Seiten: 356, ISBN-13: 978-0692447260, ISBN-10: 0692447261, ebook, Taschenbuch-Amazon.de

2) Breburda E: Promises of New Biotechnologies, Scivias Publisher Seiten: 292, 2011, ISBN-10: 0615548288  – ISBN-13: 978-0615548289, erhältlich bei Amazon.de

3) Breburda E.: Gentopia, das gelobte Land. Scivias Publisher 2019, Seiten: 345 ISBN-10: 096006950X, ISBN-13: 978-0960069507 erhältlich bei Amazon.de

4) Breburda E.: Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst. Scivias Publisher, 2014, Seiten: 254, ISBN-10: 0615926657, ISBN-13: 978-0615926650, erhältlich bei Amazon.de

5) Breburda E: Verheißungen der neuesten Biotechnologien, Christian-Verlag, 2010, Amazon  Ebook ASIN: B007MSBJGM

6) Breburda E.: Autismus durch Impfstoffe aus den fötalen Zell-Linien abgetriebener Kinder? Christliches Forum, 10. Juli 2014


Der „Synodale Prozess“ als Ereignis im Vergleich mit der Französischen Revolution

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die drei ersten Tage des „Synodalen Weges“ vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 in Frankfurt brachten Weichenstellungen, die eine „andere Kirche“ zum Ziel haben.

Es ging nicht um Neuevangelisierung oder ein vertieftes Verständnis unseres Glaubens. Mit der Zustimmung von 87 % der abstimmungsberechtigten Mitglieder können bei den weiteren Beratungen auch Beschlussvorlagen, die sich gegen die Lehre der Kirche richten, aufgegriffen und abgestimmt werden. Das ist ein revolutionärer Schritt!

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Wie sich die „Revolutionäre“ dieser kirchlichen Versammlung weiter verhalten werden, nachdem Papst Franziskus mit seinem nachapostolischen Schreiben zur Amanzonassynode die ausgesprochenen Ziele: Lockerung des Zölibats für Priester, Frauenpriestertum etc. durchkreuzt hat, bleibt eine spannende Frage. Die ersten Reaktionen der „Reformer“ reichen von Enttäuschung und Wut bis zu „jetzt erst recht“.

Wie Revolutionen ablaufen – die Mehrheit der Synodalteilnehmer agiert wie ein politisches Gremium – kann man an historischen Beispielen studieren, insbesondere am großen Vorbild, d.h. an der Französischen Revolution von 1789.

In Frankreich wurden von Ludwig XVI. die sogenannten „Generalstände“ (Adel, Geistlichkeit, Dritter Stand) einberufen. Der Staat war zahlungsunfähig geworden.

Der Auftrag an die Generalstände war, die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Vor dem Zusammentreten der Generalstände wurden im ganzen Land heftige emotionale Diskussionen geführt, bei denen es weniger um den eigentlichen Auftrag, sondern vielmehr um die künftige Machtaufteilung im Staat ging. Das weitverbreitete Flugblatt von Abbé Sieyes stellte die Frage: „Was ist der Dritte Stand“? und beantwortete sie mit: „Bisher war er nichts, in Zukunft wird er alles sein“!

Vor Beginn des „Synodalen Weges“ wurden im ZdK und in den katholischen Frauenverbänden, bei Maria 2.0 und im BDKJ ebenfalls heftig gegen die Lehre der katholischen Kirche (Zölibat, die Priesterweihe von Frauen), mit dem Rückenwind der Medien, polemisiert und die eigenen Forderungen deutlich genannt: Es ging darum, mit dem Synodalen Weg „eine Kirche zu schaffen, nachdem nichts mehr so sein wird, wie es war“, merkte ein Bischof an.

Am 5. Mai 1789 trafen sich die französischen Abgeordneten zu ihrer ersten Sitzung; sie befassten sich nicht mit ihrem Auftrag, die Staatsfinanzen zu sanieren, sondern mit der Neuaufteilung der Macht im Staat, d.h. mit der Verfassung.

Die Mehrheit der Synodenvertreter in Frankfurt griffen nicht das auf, was ihnen Papst Franziskus in seinem Schreiben an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ aufgetragen hatte. Das konnte angesichts des desaströsen Zustandes des Glaubenswissens und der Glaubenspraxis nur die Glaubensvertiefung und Neuevangelisierung sein. In Frankfurt ging es aber um die Weichenstellungen, mit den vorher deutlich artikulierten Forderungen eine neue Kirche zu etablieren.

Die französische Versammlung umfasste 1214 Teilnehmer (Klerus 305, Adel 285, Dritter Stand 621). Nach der bisherigen Ordnung saßen die drei Stände in getrennten Räumen. Damit die Beschlüsse Geltung erlangten, mussten sie in allen drei Ständen die Mehrheit haben.

Der Dritte Stand verlangte nun gemeinsame Sitzungen in einem Raum. Damit wäre ihnen mit 621 Abgeordneten immer die Mehrheit gesichert gewesen. Der Streit in dieser Frage dauerte acht Wochen. Am 17. Juni 1789 verabschiedete der Dritte Stand eine Resolution und erklärte sich zur Nationalversammlung, das heißt zur Vertretung der französischen Nation. Das war ein revolutionärer Akt, der alle Standesunterschiede beseitigte.

Die Organisatoren des ZdK verlangten, dass die Laien auf „gleicher Augenhöhe“ mit den Bischöfen und Klerikern stehen müssten. Dabei ging es nicht um die selbstverständlich gleiche Würde, sondern um die Mitbestimmung in allen Fragen, die anstehen, obwohl das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt hat, dass die Bischöfe und die Weltchristen ganz unterschiedliche Aufgaben und Kompetenzen in Kirche bzw. Gesellschaft haben.

Die Bischöfe haben die ZdK-Forderung hingenommen. Das ist ein eigenartiges Selbstverständnis. Das „Genossentum“ ging sogar einen Schritt weiter. Es wurde der Antrag gestellt, Rangunterschiede und Titel aufzugeben. Alle sollten sich nur mit dem Nachnamen ansprechen. Selbst ein solcher Antrag bekam eine stattliche Anzahl von Stimmen.

Am 23. Juni berief Ludwig XVI. alle Stände zusammen und ordnete weiterhin getrennte Sitzungen an. Aber der König hatte schon zulange gezögert. Am 24. Juni schlossen sich über die Hälfte des geistlichen Standes und 47 Adelige dem Dritten Stand an. Schon vorher waren Adelige wie Graf Mirabeau oder Geistliche wie Abbé Sieyes Wortführer des Dritten Standes geworden. Der König musste nachgeben.

Wir können Ähnliches bei Bischöfen und Pfarrern feststellen, die sich zu Sprechern radikaler Laienforderungen machen, z.B. zu den Zielen von Maria 2.0 oder der Segnung homosexueller Paare etc..

Der weitere Ablauf der französischen Revolution ist bekannt. Die Nationalversammlung griff immer stärker in die Rechte der Kirche ein.

So wurde am 4. August 1789 der Kirchenzehnt („Kirchensteuer“) abgeschafft. Der Kirche wurde der Landbesitz weggenommen. Die Nationalversammlung blieb aber nicht bei der Trennung von Kirche und Staat stehen. Sie versuchte vielmehr, 1790 eine Staatskirche einzurichten mit vollständiger Kontrolle über sie. Die Pfarrer wurden zum Treueid gezwungen. Zwei Drittel aller Pfarrer und sämtliche Bischöfe –  außer sieben – verweigerten den Treueid.

Im weiteren Verlauf wurde der König abgesetzt und hingerichtet. Die radikale Minderheit der Jakobiner terrorisierte die gemäßigte Mehrheit. Am Ende spalteten sich selbst die Jakobiner und es entstand das Terrorregime.

Es bleibt abzuwarten, wie nach den Weichenstellungen von Frankfurt der „Synodale Prozess“ weitergehen wird.


Papst Franziskus beurlaubt Präfekt Gänswein

Hintergrund ist offenbar die unglücklich gelaufene Präsentation des Kleriker-Buchs von Kardinal Sarah, zu dem Benedikt XVI. einen Aufsatz über den Zölibat beigesteuert hatte.

Papst Franziskus hat den Präfekten des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Das bestätigen Vatikankreise gegenüber der „Tagespost“, einer katholischen Wochenzeitung aus Würzburg.

Der Privatsekretär des emeritierten Papstes bleibt als Leiter der Präfektur, die für den Ablauf der öffentlichen Audienzen des Papstes zuständig ist, weiter im Amt, ist aber freigestellt, um mehr Zeit Benedikt XVI. widmen zu können. 

Hintergrund ist offenbar die unglücklich gelaufene Präsentation des Kleriker-Buchs von Kardinal Robert Sarah, zu dem Benedikt XVI. einen Aufsatz über das katholische Priestertum beigesteuert hatte.

Die Aufmachung, die das Verlagshaus Fayard in Frankreich dem Buch gegeben hatte, erweckte im ersten Moment den Eindruck, beide – der emeritierte Papst und der Präfekt der Gottesdienstkongregation – wollten dem amtierenden Papst vorschreiben, wie er die von der Amazonas-Synode aufgeworfenen Frage der „viri probati“ zu lösen habe.  

Als das Buch ausgeliefert wurde, konnte man nachlesen, dass Benedikt in seinem Beitrag auf jede Einmischung in aktuelle Debatten verzichtet und über die pneumatologisch-christologisch Exegese des Übergangs des Priestertum vom Alten zum Neuen Bund geschrieben hatte.

Jedoch hatte es zwischen Gänswein und Sarah Meinungsverschiedenheiten und widersprüchliche Darstellungen der Genese des Buchs gegeben. Der Präfekt des Päpstlichen Hauses wird derzeit bei den öffentlichen Audienzen des Papstes von dem Regenten der Präfektur, Leonardo Sapienza, vertreten.

Wann Gänswein seine Tätigkeit in der Präfektur wieder aufnehmen wird, ist ungewiss.

Vatikan-Experte Guido Horst beleuchtet in der kommenden Ausgabe der Tagespost, warum sich dieser Schritt bereits länger angekündigt haben könnte.

Quelle: Pressemeldung der Tagespost, Berner Straße 2 in 97084 Würzburg
www.die-tagespost.de
www.facebook.com/DieTagespost


Papst predigte gegen Aberglaube und Magie

Der Papst erteilte magischen Praktiken eine Absage – diese seien „nicht christlich“, so Franziskus bei seiner Generalaudienz am Mittwoch. 

In seiner Katechese auf dem Petersplatz ging der Papst auf die Predigt des hl. Paulus in Ephesus ein. In der bedeutenden antiken Stadt hatte das Wirken des Völkermissionars zu großen Veränderungen geführt: Es gab Taufen und Bekehrungen – und die Menschen begannen, Glaube von Aberglaube zu unterscheiden.

So habe der Apostel in Ephesus die Unvereinbarkeit des Christusglaubens mit magischen Praktiken betont, sagte Papst Franziskus:

„Wenn du Christus wählst, kannst du nicht auf einen Magier zurückkommen. Der Glaube ist vertrauensvolle Hingabe in die Hände eines zuverlässigen Gottes, der sich nicht durch okkulte Praktiken, sondern durch Offenbarung und bedingungslose Liebe zeigt.“

Auch heute noch hingen viele Menschen am Aberglauben, selbst unter Christen seien solche Irrtümer verbreitet, schlug der Papst die Brücke in die Gegenwart. Der Papst richtete sich an seine Zuhörer:

„Wie viele von euch lassen sich die Karten legen oder aus der Hand lesen? In großen Städten greifen praktisch veranlagte Christen immer noch auf solche Dinge zurück, auch heute. ,Warum glaubst du an Christus und gehst zum Magier?‘ – ,Ich glaube an Jesus, gehe aber zufällig auch zu solchen Leuten..‘ – Aber Magie ist nicht christlich! Solche  Zukunftsbefragungen sind nicht christlich! Denn: Die Gnade Christi bringt dir alles – bete also und vertraue dich dem HERRN an!“

Die Verkündigung des Paulus in Ephesus habe auch noch andere Auswirkungen gehabt, fuhr der Papst fort:

Der Silberhandel in der berühmten Stadt, die den Tempel der Göttin Artemis bzw. Diana beherbergte, sei eingebrochen. Die Händler hätten mit den Silberstatuen der Göttin ein regelrechtes Geschäft gemacht. Als ihre Einnahmen sanken, organisierten diese Geschäftsleute einen Aufstand gegen die Christen.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-12/papst-franziskus-generalaudienz-apostelgeschichte-04-12-2019.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


KNA-Chef: Die Bischofsmehrheit hat sich nicht vom Vatikan „provozieren“ lassen

Von Felizitas Küble

Am 26. September veröffentlichte das kirchenamtliche Kölner „Domradio“ in seiner Online-Ausgabe einen ausführlichen Kommentar von Ludwig Ring-Eifel, dem Chefredakteur der offiziösen KNA (Katholischen Nachrichtenagentur).

Unter dem etwas verwunderlichen Titel „Kritik aus Rom hat die Bischöfe inspiriert“ fragt sich der Leser, worin denn diese „Inspiration“ besteht, nachdem die Deutsche Bischofskonferenz mit großer Mehrheit beschlossen hat, ihren „Synodalen Prozess“ munter fortzuführen, obwohl aus dem Vatikan ein deutliches Stoppschild für den bisherigen Kurs eingereicht wurde.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen stellt sich heraus, was Ring-Eifel damit wirklich meint, denn er schreibt:

„Die Bischöfe brachten in Fulda das Kunststück fertig, sich von den unterschiedlichen Mahnungen aus Rom weder provozieren noch entmutigen zu lassen.“

Der Brief des Papstes und die kritischen Einwände zweier Dikasterien des Vatikan werden hier kurzerhand als „Provokation“ bewertet, die man gleichsam links bzw. rechts liegenließ.

Rund 12 Gegenstimmen zum Statut des „Synodalen Weges“

Zudem waren es keineswegs „die“ Bischöfe, die sich von Rom in ihrem  Reformeifer nicht bremsen lassen wollen, denn in der weiteren Folge seines Artikels räumt der Autor ein, es habe bei der Abstimmung zur Satzung des Synodalen Wegs „etwa ein Dutzend Gegenstimmen“ gegeben. Über mögliche Enthaltungen schweigt er sich aus.
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Rund 12 Gegenstimmen sind bei 64 anwesenden Bischöfen und Weihbischöfen immerhin fast 20% – das ist eine beachtliche Minderheit.
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Bei der Abstimmung zum „Synodalen Prozess“ im Frühjahr gab es lediglich fünf Enthaltungen. Folglich hat sich die Schar der theologisch konservativen Kritiker massiv erhöht – und dies sogar angesichts der Tatsache, daß das endgültige Statut in einigen Punkten gemäßigter als der vorherige Entwurf ausgefallen ist.
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Zwei katholische Würdenträger haben sich öffentlich zu ihrem NEIN bekannt, nämlich Kardinal Woelki (Köln) und Bischof Voderholzer (Regensburg). Der Regensburger Oberhirte (siehe Foto) hat seine Entscheidung mit einer sehr entschiedenen und fundierten Erklärung begründet: https://charismatismus.wordpress.com/2019/09/26/persoenliche-erklaerung-von-bischof-dr-rudolf-voderholzer-zum-synodalen-prozess/
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Sodann beschreibt Ring-Eifel, das skeptische Schreiben des päpstlichen Nuntius sei zwar in der Bischofskonferenz ausführlich debattiert, aber teils „entschieden zurückgewiesen“ worden:
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„Erzbischof Nikola Eterovic hatte die Bischöfe u.a. gemahnt, keinen nationalen Sonderweg einzuschlagen, der zu einer Abtrennung von der Weltkirche führen könnte. Dies wurde von nicht wenigen Bischöfen als Unterstellung empfunden und entschieden zurückgewiesen.“
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So läuft das also bei „nicht wenigen“ Bischöfen: Kritische Worte aus Rom werden schlicht als „Unterstellung empfunden“, als handle es sich dabei um haltlose Besorgnisse, die man einfach vom Tisch fegt.
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Gerade diese „lässige“ Reaktion ist ein weiterer Beleg dafür, wie berechtigt das vatikanische Stirnrunzeln über kirchliche „Sonderwege“ in Deutschland tatsächlich ist.
Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Frauenbewegung dankt Bischöfen, die das Statut des „Synodalen Wegs“ ablehnen

Neben Bischof Voderholzer und Kardinal Woelki haben weitere Bischöfe auf der Herbst-Vollversammlung der DBK gegen das Statut für den „Synodalen Weg“ gestimmt.

Die katholischen Oberhirten Voderholzer und Woelki fordern eine Neuausrichtung, welche die Bedenken und Anregungen des Papstbriefes aufnimmt und die Evangelisierung als Ausgangspunkt aller Überlegungen wählt.

Zu seinem Abstimmungsverhalten hat Bischof Rudolf Voderholzer eine persönliche Erklärung herausgegeben. Hierzu erklärt für die Neue katholische Frauenbewegung (NkF) deren Sprecherin Susanne Wenzel (siehe Foto):

„Die Neue katholische Frauenbewegung dankt den Bischöfen, die gegen das Statut des „Synodalen Weges“ gestimmt haben. Besonders dankbar sind wir dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) für die deutlichen und mutigen Worte seiner persönlichen Erklärung.

Gleichzeitig sind wird bestürzt und beunruhigt darüber, dass sich ein Bischof zu einer Erklärung genötigt sieht, wonach er auch weiterhin zur Lehre und Glaubensverkündigung der katholischen Kirche steht.

Wie muss die Auseinandersetzung während der Sitzung der Bischöfe in Fulda gelaufen sein, dass eine solche persönliche Erklärung zur Abstimmung über die Satzung des „Synodalen Weges“ überhaupt als notwendig erachtet wird?

Die Mehrheit der deutschen Bischöfe scheint fest entschlossen, den „Synodalen Weg“ wie vorgesehen zu gehen – trotz wiederholter Mahnung auch aus Rom. Und offenbar auch ohne Rücksicht auf Verluste.

Gemeinsam mit dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hatte Bischof Voderholzer im Juli einen alternativen Vorschlag zur Ausrichtung des „Synodalen Weges“ gemacht, der den von Papst Franziskus wiederholt betonten „Primat der Evangelisierung“ tatsächlich berücksichtigt.

Die Abstimmung darüber im Rat der Bischöfe haben sie deutlich verloren.

Auch Kardinal Woelki hatte in seinem Impulsreferat auf der Herbst-Vollversammlung noch einmal darauf hingewiesen, dass Dreh- und Angelpunkt eines Dialogprozesses die Evangelisierung als eigentliche und wesentliche Sendung der Kirche ist. Auch er hat schließlich dem Statut auf der Vollversammlung der Bischöfe nicht zustimmen können.

Doch die Bischöfe unter der Führung von Kardinal Marx schlagen alle Bedenken und Änderungsvorschläge in den Wind. Der „Synodale Weg“ soll gegangen werden wie vorgesehen, so die klare Devise des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.

Ist der Druck, den das ZdK (Zentralkomitee der dt. Katholiken) aufgebaut hat, so groß?

Nicht nur aus Sicht der NkF scheint die Spaltung der Kirche in Deutschland von den Protagonisten des „Synodalen Weges“ bewusst in Kauf genommen zu werden. Erste Risse sind bereits deutlich zu Tage getreten und werden mit der Erklärung von Bischof Voderholzer nun noch deutlicher sichtbar.

Wir stimmen mit dem Regensburger Oberhirten darin überein, dass der Missbrauch vorgeschoben wird, um einen gewaltigen Umbruch der katholischen Lehre – zumindest in Deutschland – einzuleiten.

Dies ist eine nicht hinnehmbare Instrumentalisierung des schlimmen Missbrauchs. Dabei ist eine wirkliche Auseinandersetzung darüber, wie den Opfern noch Gerechtigkeit widerfahren und wie künftig Missbrauch verhindert werden kann, nicht nur wünschenswert, sondern sogar dringend geboten.

Auch die NkF hat bereits eine völlige Neuausrichtung des „Synodalen Weges“ im Sinne des Papstbriefes gefordert (s. hierzu unsere Meldung vom 16. August 2019 https://frauenundkirche.files.wordpress.com/2019/08/pm-umkehr-auf-dem-synodalen-weg.pdf).

Die dringend notwendige Evangelisierung in unserem Land kann nicht gelingen, wenn sich Bischöfe mit zweifelhaften Ideen der „Moderne“ anzubiedern suchen und die katholische Lehre auf dem Altar des Zeitgeistes opfern.

Bischof Voderholzer sagt zu Recht, dass die thematische Ausrichtung der Foren an der „Realität der Glaubenskrise in unserem Land vorbeizugehen scheint“. Mit der vorgesehenen Ausrichtung des „Synodalen Weges“ wird die Glaubenskrise in unserem Land noch verstärkt. Die Arbeitspapiere der vorbereitenden Foren lassen das erahnen. Der Glaubensabfall wird so nicht aufgehalten werden.

Mit seiner Erklärung hat Bischof Voderholzer seinen Amtsbrüdern unmissverständlich gesagt, was zu sagen war.

Der Hinweis, dass sie sich mit den beim „Synodalen Weg“ beabsichtigten Ergebnissen ausserhalb der katholischen Kirche stellen, ist deutlich. Keiner der Bischöfe, die für die Satzung zum „Synodalen Weg“ gestimmt haben, kann später behaupten, er habe die Auswirkungen nicht gewollt oder nicht beabsichtigt.

Jetzt ist die Zeit, sich zu entscheiden: „Eurer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.“ (Matth 5, 37). Alle müssen sich nun der Frage stellen: Wollen wir den Bruch?“

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