Franziskus und seine Richtungsänderung bei der „Päpstlichen Akademie für das Leben“

Folgt bald ein vatikanisches JA zur künstlichen Verhütung?

Es war ziemlich klar, warum Papst Franziskus die von Johannes Paul II. gegründete „Päpstliche Akademie für das Leben“ zerstört hat, indem er alle 172 Mitglieder entließ, eine Neufassung der Statuten anordnete und den vorgeschriebenen Eid für das Leben abschaffte.

Sein Plan war, die „Päpstliche Akademie für das Leben“ in ein Instrument umzuwandeln, das sein jetzt laufendes unglaubliches Programm fördern soll: nämlich den Versuch, die Lehre der Kirche über in sich sündhafte Handlungen, die dem 6. Gebot zuwiderlaufen, zu untergraben. Das geschieht über die Schiene des apostolischen Schreibens Amoris Laetita (AL), das in Kapitel 8 eine Form der Situationsethik vertritt, die „komplexe Umstände“ berücksichtigt.

Dieses Programm wird über die neukonstituierte „Päpstliche Akademie für das Leben“ nun zu einem Angriff auf die Lehre der Kirche über Empfängnisverhütung als einer in sich sündhafte Handlung führen. Wir haben jetzt Beweise für diese Absicht:

Wie der amerikanische Internetdienst „LifeSiteNews“ berichtet, erklärte der neue Beauftragte der Akademie, der Moraltheologe Pater Maurizio Chiodi während eines öffentlichen Vortrags am 14. Dezember 2017 an der päpstlichen Universität Gregoriana, dass es „Umstände gibt – ich beziehe mich auf Amoris Laetitia, Kapitel 8 -, die gerade aus Verantwortungsgründen eine Empfängnisverhütung erfordern„.

Chiodi fuhr fort, dass, wenn „natürliche Methoden unmöglich oder nicht durchführbar sind, andere verantwortungsvolle Formen gefunden werden müssen“ und dass „eine künstliche Methode zur Regulierung von Geburten als ein Akt der Verantwortung anerkannt werden könnte, der ausgeführt wird, nicht um das Geschenk eines Kindes radikal abzulehnen, sondern weil in solchen Situationen das Paar und die Familie aus Verantwortung zu anderen Formen des Willkommens und der Aufnahme aufgerufen ist„.

So werden wir nun von einem Vertreter des Papstes an der „Päpstlichen Akademie für das Leben“ darüber informiert, dass ein Hauptelement der von Johannes Paul II. so genannten „Kultur des Todes“ nicht nur erlaubt, sondern sogar verpflichtend sei  – nämlich dann, wenn der Gehorsam gegenüber dem 6. und dem 5. Gebot (denn Verhütungsmittel sind in ihrer Wirkung oft abtreibend) „unmöglich oder nicht realisierbar“ ist.

Diese bedenkliche Auffassung würde natürlich das Ende aller Moralvorstellung bedeuten. Nach Professor Josef Seifert würde Chiodi, indem er sich allein auf „Amoris Laetitia“ stützt, „die subjektive Verantwortung über objektive moralische Situationen stellen„, ein Irrtum, der „zerstörerisch nicht nur für die Morallehre der katholischen Kirche, sondern auch für das Wesen der Moral, und in der Tat für jede Wahrheit und jede kirchliche Lehre darüber“ ist.

Englischsprachige Quelle und Fortsetzung des Beitrags von Christopher A. Ferrara hier:  http://www.fatimaperspectives.com/fe/perspective1138.asp

Die Übersetzung ins Deutsche erfolgte durch eine Leserin unseres Forums.


Päpstliche Akademie für das Leben feiert 20-jähriges Bestehen

Die zum Weltkrankentag am 11. Februar 1994 von Johannes Paul II. ins Leben gerufene Päpstliche Akademie für das Leben feiert ihren 20.Gründungstag.  Baby (2)

Aus diesem Anlass veranstalten die Verantwortlichen einen Workshop über Altern und Behinderung.

Der Präsident der Akademie, Bischof Ignacio Carrasco de Paula, sagte, die immer längere Lebensdauer des Menschen erfordere von der Kirche ein neues Nachdenken über die Frage, wie mit geistiger und körperlicher Behinderung im Alter angemessen umzugehen sei.

Die Päpstliche Akademie für das Leben widmet sich der Förderung der kirchlichen und einheitlichen Lebensethik und forscht in den Bereichen Bioethik und katholischer Moraltheologie.

Die Akademie ist eng mit dem Päpstlichen Rat für die Pastoral im Krankendienst und anderen Dikasterien der römischen Kurie verbunden. Die Mitglieder der Akademie werden vom Papst aus verschiedenen Zweigen der Biomedizin und aus Bereichen der Förderung und Verteidigung des Lebens ernannt.

Das päpstliche Gremium entwickelt und fördert die kirchlichen Positionen zu Fragen der medizinischen Ethik wie Fortpflanzung, In-vitro-Befruchtung, Gentherapie, Sterbehilfe und Abtreibung.

Der Workshop findet vom 12. bis zum 22. Februar im Institut „Agostinianum“ in Rom statt und ist gleichzeitig Ort der Vollversammlung der Akademie für das Leben.

Quelle: kath. Nachrichtenagentur ZENIT