GfbV klagt die indonesische Regierung an: Menschenrechtsverletzungen in Papua

Stellungnahme der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV):

Filep Karma weiß, wovon er redet: „Ich wurde geschlagen, getreten und über den Boden geschleift. Aber die mentale Folter, der wir hier ausgesetzt sind, ist viel schlimmer.“  – Seit nunmehr über 10 Jahren sitzt der politische Aktivist in einer Gefängniszelle nahe der Stadt Jayapura. DSC00254

Die „Siegreiche Stadt“ ist die Hauptsstadt von Papua, einer der zwei indonesischen Provinzen auf dem westlichen Teil Neuguineas. Mindestens 56 Inhaftierte sind bekannt, die aufgrund politischer Willkür wegen harmloser Aktionen wie dem Hissen einer Flagge oder friedlichen Demonstrationen lange Haftstrafen verbüßen.

Doch eigentlich sollte es die politischen Gefangenen nicht mehr geben. Vor 20 Wochen trat der neue Präsident von Indonesien, Joko „Jokowi“ Widodo, sein Amt an. Er hatte im Wahlkampf versprochen, Menschenrechte zu achten und den Konflikt in West-Papua lösen zu wollen.

Seine Worte lösten Hoffnung in den Menschen aus, er wurde als Obama von Indonesien gefeiert. Doch was für Obama Guantanamo ist für Jokowi Widodo West-Papua. Vergessen scheinen die Versprechen.

Erinnern wir Jokowi Widodo gemeinsam an seine Wahlversprechen! Alle politischen Gefangenen in Papua müssen freigelassen werden! Unterschreiben Sie hier unseren Appell!

Seit der offiziellen und höchst umstrittenen Übernahme von der ehemaligen Kolonialmacht Niederlande im Jahr 1969 gehört der Westteil Neuguineas zum indonesischen Inselreich.

„Ein ignorierter Genozid“

Obwohl ethnisch und geographisch zu Melanesien gehörend, beutete die indonesische Regierung systematisch den unvorstellbaren Ressourcenreichtum und die indigenen Volksgruppen aus.

Während der Konflikt in Timor-Leste Ende der 1990er auch in Westeuropa traurige Berühmtheit erlangte, geschieht der Papua-Konflikt weitestgehend im Schatten der medialen Aufmerksamkeit.

Experten rechnen damit, dass die indonesische Regierung zwischen 500.000 und eine Million Papua getötet hat und sprechen von einem ignorierten Genozid.

Quelle: http://www.gfbv.de/newsletter.php?id=126&stayInsideTree=1

Foto: Evita Gründler

 


Hundertjahrfeier für den seligen Peter To Rot, Märtyrer für Ein-Ehe und eheliche Treue

Papst Benedikt hat Joseph Zen Ze-kiun, den Altbischof von Hongkong, zum außerordentlichen Gesandten zur Hundertjahrfeier der Geburt des seligen Peter To Rot ernannt. Die Feier zu Ehren des Märtyrers aus Papua-Neuguinea wird am Samstag in Rabaul stattfinden.

Peter To Rot, 1912 in Rakunai geboren, war ein seeleneifriger Laienkatechet und half den Menschen in seinem Dorf mit Wort und Tat.  Im Alter von 24 Jahren heiratete er; seine Frau gebar ihm drei Kinder, von denen zwei früh starben.

Als Japan 1942 Papua-Neuguinea besetzte, kamen schlimme Jahre für die katholische Kirche; Missionare wurden in Konzentrationslager gesperrt. To Rot fuhr unbeirrt fort, in seinem Dorf Kranke zu pflegen, die Taufe zu erteilen und Religionsunterricht zu geben.

Später wurde in Papua-Neuguinea andere Ehegesetze eingeführt, die eine Polygamie (Vielweiberei) erlaubten. Allen Drohungen zum Trotz predigte der  To Rot öffentlich gegen dieses Gesetz und wurde 1945 verhaftet. Nach mehreren Monaten im Gefängnis wurde er am 7. Juli 1945 von seinen Peinigern ermordet.

To Rot wurde 1995 von Papst Johannes Paul II. in Papua-Neuguinea seliggesprochen, der dabei in einer Predigt erklärte: „Der selige To Rot hatte eine hohe Achtung vor der Ehe. Auch angesichts großer persönlicher Gefahr und Anfeindungen verteidigte er die Lehre der Kirche von der Unauflösbarkeit der Ehe und der Pflicht zu gegenseitiger Treue.“

Quelle: katholische Nachrichtenagentur ZENIT