Bischof Voderholzer in Pfingstpredigt: Kirche als „Globalplayer“ im Auftrag des Ewigen

Zum Hochfest Pfingsten hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit zahlreichen Gläubigen im Hohen Dom St. Peter ein Pontifikalamt gefeiert.

Bischof Rudolf erklärte in seiner Predigt: Schockierend und faszinierend zugleich sei der Sprung des Corona-Virus von einem Tier auf einen Menschen, der sich weltweit ausgewirkt habe. Ohne die Corona-Pandemie mit der Erbsünde auf die gleiche Stufe stellen zu wollen, dränge sich der Gedanke auf:

Das Handeln eines Menschen   –  nämlich Adam im Garten Eden –  hat die ganze Menschheit in Mitleidenschaft gezogen, hat uns aus dem Paradies der heilen Gottesbeziehung fallen lassen. Dass die Menschheit eine Schicksalsgemeinschaft im Guten wie im Schlechten sei, das verdeutliche auch die Globalisierung, das Zusammenrücken der Welt durch gesteigerte Mobilität, moderne Kommunikation und wirtschaftliche Verknüpfungen.

Auf diesem Hintergrund erschließen sich die Worte des Apostels Paulus: „Durch Adams Ungehorsam wurden alle Menschen vor Gott schuldig; aber weil Jesus Christus gehorsam war, werden sie von Gott freigesprochen“ (Römerbrief 5,19).

Christus, der neue Adam, hat uns durch Tod und Auferstehung aus dieser Gottesferne herausgeholt. Fünfzig Tage nach Ostern, nach diesem Großereignis der Heilsgeschichte, feiern wir Pfingsten, den Geburtstag der Kirche.

Beim ersten Pfingsten in Jerusalem verstand ein jeder die Apostel in seiner Muttersprache. Die „babylonische Sprachverwirrung“, die die Menschheit trennte, sie einander nicht mehr verstehen ließ, wurde an diesem Tag durch die verkündete Christusbotschaft aufgehoben. Die Kirche war also vom ersten Tag an ihres Bestehens katholisch: vom Altgriechischen καθολικός / katholikós = allumfassend, weltumspannend. 

Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ist bezüglich seiner Verbreitung immer von einer Pandemie die Rede. Der Begriff bedeutet „das ganze Volk betreffend“. Im Blick auf Jesu Missionsauftrag „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern“ (Mt 28,19) könne man also von der Kirche als einer Pan-Ethnie sprechen, alle Völker betreffend und umfassend.

Die Kirche sei „der erste und wirklich funktionierende Globalplayer“. 

Das deutsche Wort Pfingsten kommt vom Griechischen Pentēkostḗ, was den fünfzigsten Tag bezeichnet. Gemeint ist der 50. Tag nach Ostern.

In vielen europäischen Sprachen ist das griechische Wort Pentekoste noch sehr gut zu erkennen. Auch das ungarische Wort „Pünkösd“ erinnert noch stark an den Ursprung. In den Slawischen Sprachen heißt es z.B. im Russischen „trójiza“ und weist auf die Dreifaltigkeit hin, im Kroatischen „duhovi“, und bezieht sich auf den (heiligen) Geist.

Quelle: Bistum Regensburg  – 1. Bild: Carl B. Prämassing


Lobpreis der EHE aus dem Hochmittelalter

Aus der „Summe der Tugenden und Laster“ des Dominikanerpaters Wilhelm Peraldus (+1271):

  1. Der Eheorden ist von Gott selber eingesetzt worden, während die anderen Orden von Menschen gestiftet wurden.
  2. Er wurde eingesetzt im heiligsten Ort auf Erden: dem Paradies.
  3. Er ist älter als alle anderen Orden.
  4. Er ist eingesetzt worden, als der Mensch noch im Stand der Unschuld lebte.
  5. Diesen Orden allein hat Gott in der Sündflut erhalten.
  6. Die Gottesmutter hat in diesen Orden eintreten wollen.
  7. Christus hat ihn geehrt, indem er ihn auf der Hochzeit zu Kana besuchte.
  8. Bei dieser Hochzeit hat der HERR sein erstes Wunder gewirkt.
  9. Dazu kommt der feierliche Segen, den die Kirche in der hl. Brautmesse den Eheleuten spendet.
  10. Zur Empfehlung des Ehestandes trägt noch die kostbare Frucht bei, die aus der Ehe hervorgeht: aus ihr werden Kinder geboren, die dann in der heiligen Taufe Kinder Gottes werden. Wenn jemand einen Weinberg hätte, der ihm jährlich 1000 Eimer Wein brächte, so würde er ihn sehr schätzen. Wie hoch ist daher die Ehe zu würdigen, aus der Kinder hervorgehen, von denen eines mehr wert ist als aller Wein auf Erden. Aus der Ehe werden zudem Jungfrauen hervorgebracht. Wenn aber die Jungfräulichkeit sehr liebenswert ist, dann auch die Ehe.
  11. Die Ehe ist eines der sieben heiligen Sakramente.

 


So läuft eine charismatische Ehe-Therapie…

Von Felizitas Küble

Die evangelisch-charismatische Zeitschrift  „Charisma“ ist für schwarmgeistige Verhältnisse noch erstaunlich nüchtern. Extreme Verstiegenheiten werden im allgemeinen vermieden. Neben enthusiastischen Artikeln gibt es auch lebenspraktische Beiträge oder Reportagen aus Israel bzw. sonstigen Weltgegenden.

Trotzdem kommen die typisch charismatischen Merkmale immer wieder zum Vorschein – und sie sind umso bemerkenswerter, gerade weil das vierteljährlich erscheinende Magazin sich gerne etwas intellektuell und alltagsnah präsentiert.

So finden wir in der Ausgabe 3/2018 einen Bericht über einen charismatischen Ehe-Workshop. Es geht also um die Heilung und Verbesserung ehelicher Beziehungen  – das Seminar nennt sich LAM (Love after Marriage = Liebe nach der Heirat).

LAM geht auf die pfingstlerisch-amerikanische Bethel-Gemeinde zurück, die von Starprediger Bill Johnson und seiner Frau geleitet wird. Wir haben über die mehr als sonderbaren Praktiken in dieser Megagemeinde bereits zwei Artikel veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/?s=bill+johnson

Nun ist es natürlich ein ehrenwertes Anliegen, sich um die Therapie von Eheproblemen zu kümmern oder gesunde Ehen  noch gesünder hinzukriegen.

Keine seelische Intimsphäre in der Ehe?

Allerdings zeigt sich bereits hier wieder die typisch charismatische Neigung zu Verstiegenheiten:

Im Artikel „Tiefer verbunden“ (S. 25) wird dazu aufgefordert, „keine Geheimnisse voreinander zu haben“. Begründung von Pastor Martin Heidenreich: „Eine Beziehung ohne Offenheit ist keine echte.“  – Wenn also ein Ehepartner nicht komplett alles ausplaudert, ist die Beziehung „keine echte“?

Zudem wird darauf verwiesen: „Das Ehepaar im Paradies ist für mich ein Bild dafür, ohne Scham äußerlich und innerlich voreinander nackt zu sein. Das ist Gottes Muster für unsere Ehe.“

Hat der LAM-Seminarleiter schon einmal etwas vom Sündenfall gehört? Mit seiner „Logik“ könnten wir heute noch splitterfasernackt herumlaufen, Versuchungen diesbezüglich gab es schließlich im Garten Eden auch nicht. Also alles paletti?!

Durch den Sündenfall ist aber der Mensch moralisch und spirituell geschwächt, grundsätzlich anfällig für die Sünde, daher gibt es als eine Art Schutzwall für ihn sein angeborenes Schamgefühl  – nicht nur fürs Ankleiden, sondern auch für die seelische Intimsphäre.

Natürlich öffnen sich die Eheleute voreinander weitaus mehr als gegenüber Freunden, Verwandten oder Kollegen. Aber es ist schwärmerisch gedacht, dabei völlig auf jede „innere Scham“ zu verzichten und seine Persönlichkeit gleichsam komplett „auszuziehen“.

Weiter heißt es in einer Weise, die auch aus einer gruppendynamischen Sitzung oder Selbsterfahrungs-Stuhlrunde stammen könnte: „Zunächst gilt es, Blockaden aufzuspüren: Schuld, Festlegungen, Ängste sowie Ballast aus der Familienvergangenheit.“

Eheliche Sexualität: „In der Woche zwier….“ – ?

Wie könnte es anders sein bei soviel eingeforderter „Offenheit“ – es folgt diese Klarstellung: „Hohe Priorität hat das Thema Sexualität.“

Die Gruppenleitung vermittelt den Ehepaaren die rechte Lust: „Außerdem gibt es die Hausaufgabe, zweimal pro Woche sexuell aufeinander zuzugehen.“

Die evangelische Zeitschrift denkt hierbei wohl an den alten Luther-Spruch: „In der Woche zwier – schadet weder ihm noch ihr.

Nur ist diese hausbacken wirkende „Weisheit“ so klug nun auch wieder nicht, weil ein Paar mit Anfang 20 das wohl anders empfindet als eines, das auf die Fünfzig zugeht  – oder noch ältere Semester. Zudem hängt die Angelegenheit auch von der bisherigen Dauer der Ehe ab, von den Temperamenten und sonstigen Befindlichkeiten der Eheleute.

Einen solch fraglichen Ratschlag dann auch noch als „Hausaufgabe“ aufzugeben, wirkt womöglich alles andere als „therapeutisch“. Sex als Leistungsanforderung ist normalerweise kein Ehe-Heilrezept, sondern bewirkt eher das Gegenteil.

Warum Weniger MEHR bedeutet

Zudem besteht mit Luthers Spruch die Gefahr der Gewohnheit und Banalität, was zu sexuellem Überdruß und damit Unlust führen kann – einmal abgesehen davon, daß das Judentum schon wissen wird, warum es – wenngleich im Kontext kultischer Reinheitsregeln – gut zwei Wochen pro Monat eine eheliche Enthaltsamkeit vorsieht.

Dasselbe gilt übrigens (zudem bei einem fast identischen Zeitraum nach der Periode) für die Natürliche Empfängsregelung, wie sie gläubige Katholiken praktizieren. Diese Art der Familienplanung ist nicht nur komplett gesund und kostenlos, sondern dient auch einer bleibenden frischen Spannung in der Ehe und einer menschenwürdigen Sexualität mit gegenseitiger Rücksichtnahme und vernünftigen Verzichtsphasen, welche die Vorfreude steigern.

Also genau umgekehrt wird ein Schuh draus: Statt „in der Woche zwier“ hilft es der Ehe, zwei Wochen pro Monat enthaltsam zu sein!

Gläubige jüdische und katholische Ehepaare haben hier die Nase vorn!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Münster: Kirchenleitung distanziert sich von antijudaistischer Marienfigur im Dom

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Wie das amtskirchliche Portal „Katholisch.de“ berichtet, sorgt eine gotische Marienfigur aus dem 13. Jahrhundert in Münster derzeit für Diskussionen:
Eine thronende Madonna mit dem Jesuskind zerdrückt mit ihren Füßen einen Juden und einen Heiden zu Boden, die symbolisch jeweils für ihre Religion stehen. Ein Foto davon siehe hier: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/antijudische-marienfigur-domkapitel-distanziert-sich
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Das Münsteraner Domkapitel distanziert sich jetzt von dieser 70 cm großen Skulptur aus dem Hochmittelalter; sie ist Bestandteil einer Figurengruppe im sog. „Paradies“, dem Vorraum der Bischofskirche. 
Dompropst Karl Schulte erklärte dazu, die in der Darstellung zum Ausdruck gebrachte „theologische Auffassung, wonach das Judentum zu missachten oder zu unterdrücken“ sei, widerspreche „fundamental der Grundüberzeugung der katholischen Kirche“.
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BILD: Positives Gegen-Beispiel: In der ebenfalls mittelalterlichen Lamberti-Kirche unweit des Domes steht eine große jüdische Menorah (siebenarmiger Leuchter).
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Als Konsequenz hat das Domkapitel laut „Katholisch.de“ ein vierseitiges Kunstblatt über diese Marienfigur in der Reihe „Kunstwerke des St.-Paulus-Domes“ erarbeitet – und zwar in Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde in Münster. Deren Vorsitzender Sharon Fehr erklärte, angesichts eines zunehmenden Antisemitismus sei es wichtig, sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Die erwähnte Darstellung sei „auch heute noch verletzend“.