Parkinsonkranker Theologe Jürgen Mette: „Heil-sein ist wichtiger als geheilt-sein“

Medikamente und der christliche Glaube sind eine ideale Kombination, um mit der unheilbaren Zitter-Krankheit Parkinson fertig zu werden. Das sagte Deutschlands führender Parkinson-Experte, der Neurologe Prof. Wolfgang Oertel, in der ZDF-Sendung «Peter Hahne» am 26. Mai 2013.

Er sprach mit dem evangelischen Theologen Jürgen Mette, der vor etwa vier Jahren erfuhr, dass er an Parkinson erkrankt ist. Der 60-Jährige  –  er ist stellv. Vorsitzender der Stiftung Marburger Medien   –  berichtete, wie sich die Krankheit auf seinen Glauben auswirke.

So komme er durch Bibeltexte zur inneren Ruhe. Besonders wichtig sei ihm das Jesus-Wort «Meine Kraft ist in deiner Schwachheit mächtig» (2. Kor 12,9). media-358103-2

Während er früher kein Verständnis für kranke Leute gehabt habe und sich «erfolgsorientiert im sicheren Elfenbeinturm einer korrekten Theologie» bewegt habe, predige er heute barmherziger und vorsichtiger.

Auf die Frage, ob er es für möglich halte, dass Gott ihn unmittelbar heile, antwortete Mette, dass heil-sein wichtiger als geheilt-sein sei. Er begreife das Handeln von Ärzten, Pharmazeuten und Therapeuten als ein Handeln Gottes, so dass er bereits jetzt einen aktiven Prozess der Heilung erlebe. Er warte nicht auf Spektakuläres.

Parkinson beginnt 30 Jahre vor dem Ausbruch

Laut Oertel beginnt die Parkinson-Erkrankung bereits bis zu 30 Jahre vor ihrem Ausbruch. Symptome können aggressive Träume, Reden im Schlaf und nächtliches Umsichschlagen sein.

Wer sich frühzeitig beraten lasse, habe gute Chancen, um die richtigen Medikamente zu bekommen. Erst seit etwa sieben Jahren würden die Ursachen für Parkinson erforscht. Bis dahin habe man sich auf die Behandlung von Symptomen konzentriert.

Oertel schätzt, dass die Forschungen in etwa 20 Jahren so weit seien, dass der Krankheitsverlauf gestoppt werden könne. Menschen, die weder eine sie stützende Familie haben noch Kraft aus dem Glauben schöpfen könnten, riet Oertel, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschliessen. In Deutschland sind etwa 400‘000 Personen an Parkinson erkrankt, in der Schweiz rund 15‘000.

Quellen: idea / http://www.jesus.ch

Dr. Edith Breburda: Können embryonale Stammzellen neuro-degenerative Krankheiten heilen?

Rinderwahn-, Alzheimer- und Parkinson-Erkrankungen haben die gleiche Ursache

Sind Parkinson-, Alzheimer-, Lou Gehrig’s-Erkrankungen usw. durch humane embryonale Stammzellen therapierbar? Wissenschaftler versuchen jetzt, einen ganz anderen Weg einzuschlagen, um neurodegenerative Erkrankungen zu heilen.

Von Dr. Edith Breburda    Dr. Breburda

Forscher glauben, Ansätze gefunden zu haben, Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Lou-Gehrig’s- Disease therapieren zu können. Hinweise dazu erhoffen sie sich von einer anderen neurologischen Erkrankung, dem Rinderwahn.

Als Rinderwahn bezeichnet man eine Degenerationskrankheit des Gehirns und der Nervenzellen; sie wird durch Prionen verursacht. Krankheiten, die durch Prionen hervorgerufen werden, gehören zum Formenkreis der Spongioformen Enzephalopathien TSE (transmissible spongioform encephalopathies), einer schwammartigen Hirnerkrankung, die mit zentralnervösen Störungen einhergeht und tödlich endet. Sie tritt beim Menschen sowie bei einer Vielzahl von Säugetieren auf.

Prionen sind Proteinpartikel (Eiweißteilchen), die noch kleiner sind als Viren. Prionen findet man hauptsächlich im Gehirn und Nervengewebe. Auch der gesunde Organismus besitzt Prionen, die nach neuesten Erkenntnissen eine wichtige Schutzfunktion für die Nervenzellen ausüben.

Infektiöse Prionen sind anders gefaltet. Die Ansammlung von falsch gefalteten Prionen-Proteinen im Hirngewebe wird für die langsame Zerstörung von Nervenzellen verantwortlich gemacht. Die Zerstörung der Nervenzellen führt zu einer spongioformen (schwammartigen) Hirnerkrankung.

Durch die Verformung werden Prionen hochansteckend und offensichtlich giftig für die Nervenzellen. Prionen verbreiten sich aggressiv von  erkrankten Nervenzelle zu gesunden und bewirken, dass diese auch erkranken (siehe: Verheißungen der neuesten Biotechnologien, Kindle ebook).

Die menschliche Variante der Prionen-Krankheit wird Creutzfeld-Jakob-Disease genannt. Normalerweise besteht keine Verbindung zwischen ihr und anderen neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Lou-Gehrig’s-Disease.

Weltweit leiden hauptsächlich ältere Leute unter diesen Erkrankungen, die vornehmlich den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen. Auch gibt es keine Hinweise darauf, dass Alzheimer, Parkinson oder Lou-Gerhig’s-Disease ansteckende Krankheiten sind, die man auf Gesunde übertragen kann.

Wissenschaftler fanden jedoch heraus, dass die 3 genannten Krankheiten sowie Diabetes Typ-2 zu einer ähnlichen Deformation der Struktur spezifischer Proteine führen. Das Prinzip, welchem erkrankte Prionen folgen, um gesunde Nachbarzellen zu infizieren, scheint auch in anderen neurodegenerativen Erkrankungen vorzuliegen.

Forscher der Universität von Pennsylvania in Philadelphia injizierten die giftige Variante eines Proteins, welches man mit Parkinson assoziiert, in das Gehirn einer gesunden Maus.

Wie in einem im November 2012 in der Zeitschrift Science publizierten Artikel beschrieben wird, wurden kurz nach der Injektion toxische Proteine in den Gehirnarealen gefunden, die normalerweise Dopamin produzieren. Diese Zellen starben alle ab. Somit wurde die Verbreitung von Zelle zu Zelle offensichtlich, die sich ganz so verhielt wie der Übertragungsmechanismus von Prionen. Die Versuchstiere zeigten die gleichen Symptome, die auch Parkinsonpatienten haben.

Nachdem sich Proteine dreidimensional geformt haben, können sie ganz bestimmte Prozesse im Körper  regulieren. Falten sich die Proteine jedoch falsch, könnte der Körper diese missgefalteten Proteine immer noch abstoßen. Das Alter und andere Faktoren hindern jedoch den Abbau fehlgefalteter Proteine. Zudem verbreiten sich diese toxischen Proteine von Zelle zu Zelle und veranlassen die Fehlfaltung von Nachbarzellen.

Virginia Lee, Leiterin des Forschungsteams und Direktorin des Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen an der Pennsylvania-Universität erklärte, dass ihr Institut bei Mäusen eine Antikörper-Therapie testet, welche die Übertragung des giftigen fehlgebildeten Proteins verhindert.

Wenn sie Erfolg hat, könnte eine Therapie angeboten werden, die Parkinson stoppt. Todd Sherer, Direktor der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research sammelte Wissenschaftler um sich, welche die Fehlfaltung von Proteinen bei neurodegenerativen Krankheiten erforschen.

Ihr Ziel ist es die Übertragung der toxischen Proteine zu unterbinden. Auch bei Alzheimer sieht man fehlgefaltete Amyloid-beta-Proteine, welche die Krankheit durch Zellkontakte verursachen. Die Liste der Krankheiten, die durch missgefaltete Proteine entstehen, ist beachtlich. Zu ihr gehören Arteriosklerose, Katarakt, Mukoviszidose, Lungenemphysem und Amyloid Kardiomyopathie (A. Dockser Marcus, Mad-Cow-Disease May Hold Clues to other Neurological Disorders, 4.12.2012, The Wall Street Journal).

Bisher setzte man ausschliesslich auf humane embryonale Stammzellen, um Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer, Lou Gerig’s zu therapieren. Über Versuche, in denen man undifferenzierte embryonale Stammzellen Affen injizierte, die man vorher in einen parkinsonähnlichen Zustand brachte, waren Tierschützer entrüstet.

Kurze Zeit nach der Injektion wurden die Tiere getötet und die Gehirne histopathologisch untersucht. Aber die erhofften Dopamin-produzierenden Zellen konnten nicht nachgewiesen werden.

Webseite von Dr. Beburda (sie lebt in USA): http://scivias-publisher.blogspot.com/