Künftiger Bischof von Regensburg überschritt in Parsberg die Bistumsgrenze

Am gestrigen Donnerstag betrat der ernannte Bischof von Regensburg, Prof. Dr. Rudolf Voderholzer, erstmals in Parsberg die Grenze seines neuen Bistums.  Voderholzer_Parsberg

Diözesan-Administrator Dr. W. Gegenfurtner, Weihbischof R. Pappenberger, Prälat M.  Fuchs, Stadtpfarrer T. Günther sowie zahlreiche Gläubige begrüßten den neuen Oberhirten vor dem Gotteshaus.

Zum Empfang läuteten die Glocken der Stadtpfarrkirche feierlich. Bevor sich die Prozession, angeführt von einem Kreuzträger, in der Kirche einfand, überreichte Pfarrer Günther Dr. Voderholzer das Weihwasser.

Nach dem Kreuzzeichen segnete der künftige Oberhirte beim Einzug damit die Gläubigen. 

Vor dem Allerheiligsten nahm sich Prof. Dr. Rudolf Voderholzer Zeit für ein stilles Gebet. Im Anschluß betete der Ehrengast mit den anwesenden Frauen und Männern, bevor er ein persönliches Grußwort an sie richtete:

„Lieber Herr Weihbischof,
lieber Herr Pfarrer und alle Brüder im Priesterlichen Dienst,          
Ehrwürdige Schwestern,      
liebe Parsberger, liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Ich danke Ihnen sehr für den herzlichen Empfang, den Sie mir bereiten hier in Ihrer Pfarrkirche, die dem heiligen Apostel Andreas geweiht ist.

Was könnte es Sinnigeres geben: Der neue Bischof wird in der ersten Pfarrei nach der Bistumsgrenze auf dem Weg von Trier her begrüßt   
und über ihm wölbt sich das Gemälde mit der Berufung der ersten Apostel Simon und Andreas, so dass wir alle gleichsam mitgenommen werden an den See Genesareth in die Geburtsstunde der Kirche, die immer mitgeht.

Jesus ruft die beiden Brüder von ihren Netzen weg und macht sie zu Menschenfischern (Mk 1,16‑20).

Ich selber darf gerade heftig spüren, was es heißt, die bisherigen Netze liegenzulassen, Vertrautes aufzugeben und mit dem HERRN Neues zu wagen.

Menschenfischer durfte ich schon sein und werde es noch intensiver sein dürfen. Das Bild vom Menschenfischer muss man richtig verstehen. Für die Fische im See Genesareth war es nicht angenehm, den Fischern ins Netz zu gehen und von ihnen aus dem Wasser gezogen zu werden.

Was es heißt, einem Menschenfischer ins Netz zu gehen, sagt uns Ihr herrlicher Taufstein hier vorne, den ich schon bei meinem ersten Besuch bewundert  habe. Während die Fische ihrem Lebensraum entrissen werden, werden wir Menschen durch die Taufe im Wasser und im Heiligen Geist in das wahre und ewige Leben eingetaucht und zum neuen Leben geboren.

„Christen, erkennt Eure Würde!“

Als Schwestern und Brüder Jesu Christi und Kinder Gottes des Vaters wird uns die größtmögliche Würde geschenkt.

Mit Papst Leo rufe ich Euch allen zu: „Christen, erkennt Eure Würde“  –  und helft als getaufte und gefirmte Christen mir, Eurem neuen Bischof, das Evangelium zu verkünden, in Worten und Taten, in der Familie, am Arbeitsplatz, wo immer der HERR auch Euch hingerufen hat.

Liebe Schwestern und Brüder,   Voderholzer_Parsberg3

nicht nur der Ort, an dem Sie mich heute hier begrüßen, ist in vielfacher Hinsicht sprechend. Auch der Tag, den die himmlische Regie für diesen Empfang ausgewählt hat, ist für meine Lebensgeschichte von großer Bedeutung:

Heute nämlich genau vor 26 Jahren bin ich im Dom zu München zum Diakon geweiht worden; habe ich also auf den Ruf Jesu mit meinem „Ich bin bereit“ geantwortet.

Diakon heißt „Diener“. Früher gab es den liturgischen Brauch, dass der Bischof unter seinem bischöflichen Ornat auch noch eine leichte Dalmatik getragen hat, also das „Dienstgewand“ des Diakons. Dadurch sollte daran erinnert werden:

„Auch und gerade der Bischof bleibt Diener“

Auch und gerade der Bischof bleibt Diener. Bischof-sein ist kein Privileg oder eine Auszeichnung, sondern In-Dienstnahme für Sie.

Der liturgische Brauch ist abgekommen. Die Sache aber bleibt gültig. Als Bischof bin ich, wie der Apostel sagt, nicht Herr über Ihren Glauben, sondern Diener Eurer Freude (vgl. 2 Kor 1,24).

Dass mir das gelinge, ist mein großes Gebetsanliegen heute – und meine Bitte an Sie alle ist: Beten Sie für mich, dass ich Ihnen ein solcher Bischof werden kann. Heiliger Apostel Andreas, bitte für uns! Amen.“

Am Ende der Begegnung segnete Prof. Dr. Rudolf Voderholzer alle Gläubigen und nahm sich vor der Weiterfahrt nach Regensburg besonders viel Zeit für alle Anwesenden.

Zahlreiche Gläubige nutzten die Gelegenheit, um ihren neuen Oberhirten zu seinem neuen Amt herzlichst zu gratulieren.

Dr. Rudolf Voderholzer wird am 26. Januar 2013 im Dom St. Peter zum 78. Bischof von Regensburg geweiht.

Quelle (Text/Fotos): Bischöfliches Presseamt Regensburg