Evangelikal-ökumenischer Kongreß ruft zum Widerstand gegen den Genderismus auf

Neubesinnung auf die biblische Schöpfungsordnung nötig

Zum entschiedenen Widerstand gegen die Gender-Ideologie hat die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG) aufgerufen. Sie veranstaltete vom 3. bis 6. September einen Ökumenischen Bekenntniskongress in Salzburg. Edith-Breburda

Daran nahmen Vertreter der römisch-katholischen Kirche sowie anglikanischer, evangelischer und orthodoxer Kirchen teil. Zum Abschluss verabschiedete das Treffen eine „Salzburger Erklärung“. Sie wendet sich gegen die Behauptung der Gender-Ideologie, dass es nicht nur Mann und Frau gibt, sondern zahlreiche geschlechtliche Orientierungen.

BILD: Gott schuf den Menschen als Mann und Frau zur gegenseitigen Ergänzung (Foto: Dr. Edith Breburda)

Der Genderismus werte Gottes Schöpfungsordnung von Ehe und Familie massiv ab, so das Papier. Der Mensch erkläre sich dadurch zum beliebigen Erfinder seiner selbst und wolle „sein wie Gott“: „Das Menschenbild des Genderismus ist völlig unvereinbar mit dem Menschenbild der biblischen Offenbarung und den Ergebnissen unvoreingenommener Naturwissenschaft.“

Die Erklärung wendet sich ferner gegen die rechtliche und soziale Gleichstellung von Ehe und homosexuellen Partnerschaften: „Was nach Gottes Willen verschieden ist, darf vom Menschen nicht als gleich angesehen und behandelt werden.“

Abtreibung: „größte Bedrohung“ in westlichen Nationen

Als die „größte Bedrohung“ in westlichen Nationen werden Abtreibungen genannt. Dabei handele es sich um Massentötung, die beendet werden müsse. Es sei alarmierend, dass das Europäische Parlament im März ein „Menschenrecht auf Abtreibung“ beschlossen habe. Damit werde das Grundrecht auf Leben preisgegeben.

Gefährdet sei menschliches Leben auch durch eine zunehmende Legalisierung aktiver Sterbehilfe. Dadurch werde eine „Kultur des Todes“ gefördert. Die Bekennenden Gemeinschaften rufen die Kirchen dazu auf, sich der Euthanasie entschieden zu verweigern. Nötig sei eine Neubesinnung auf die biblische Schöpfungsordnung.

Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften ist der evangelische Pastor Ulrich Rüß (Hamburg). Der theologisch konservative Zusammenschluss umfasst Gemeinschaften in zehn Staaten.

Quelle und Fortsetzung der Nachricht hier: http://www.idea.de/thema-des-tages/artikel/christen-sollen-der-gender-ideologie-widerstehen-83448.html


Führende Evangelikale widersprechen den pazifistischen Thesen von Margot Käßmann

Auf Widerspruch bei  Evangelikalen bzw. theologisch konservativen Protestanten aus Politik, Kirche und Publizistik sind die jüngsten pazifistischen Äußerungen der früheren EKD-Ratsvorsitzenden, Margot Käßmann, gestoßen.

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte sie ihre Vision von einem Deutschland ohne Streitkräfte entfaltet und ein kategorisches Nein zu Waffenexporten ausgesprochen. 0

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann bezeichnet dies in einer politischen Stellungnahme als „abwegig“.

Die Botschafterin des Rates der EKD für das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 verlasse „den Konsens der EKD“. Diese habe 1967 die „hilfreiche Formel“ vom „Friedensdienst mit und ohne Waffen“ geprägt.

Käßmann knüpfe jetzt an die „polemischen Parolen“ der damaligen Kritiker dieser Haltung an, etwa „Ohne Rüstung leben“ oder „Frieden schaffen ohne Waffen“.

Die studierte evangelische Theologin und Pädagogin Motschmann erinnert Käßmann an eine Äußerung des früheren EKD-Ratsvorsitzenden Prof. Eduard Lohse aus dem Jahr 1981:

„Prüft man das Schlagwort vom ‚Frieden schaffen ohne Waffen’ an der politischen Realität, so wird man sagen müssen, dass die Aufgabe, Frieden in der Welt wirklich zu sichern, viel zu schwierig ist, als dass mit dieser These, die die Aufgabe derartig vereinfachend darstellen will, ernsthaft geholfen werden könnte.“

Pastor Rüß: Radikaler Pazifismus unterstützt die Gewalt

Scharfe Kritik an Käßmanns Haltung übt ebenfalls der Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg).

„Radikalpazifismus im Gewand von Frömmigkeit fördert Terror, Verfolgung, Vernichtung und Folter“, schreibt er in einer Stellungnahme für die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA. gebet_irak

Er vermisst einen Aufschrei von Pazifisten angesichts des Völkermords an Jesiden und Christen im Nordirak.

Die EKD, die vielfach „ungefragt zu allen möglichen gesellschaftlichen Entwicklungen ideologische Stellungnahmen abgibt“, verhalte sich vergleichsweise „unsolidarisch mit den Glaubensgeschwistern, die den Märtyrertod vor Augen haben“.

Dem „satanischen Wirken des Islamismus“ könne man nicht allein mit frommen Sprüchen und Gebet entgegentreten. Pastor Rüß: „Hier gibt es eine Form von Pazifismus und Frömmigkeit, die das Böse, das Satanische fördert und sich als purer Zynismus erweist.“

Im Blick auf Käßmann fügt Rüß hinzu:

„Gott bewahre die von Verfolgung, Vertreibung, Hinrichtung und Folter bedrohten Menschen und Glaubensgeschwister vor Menschen, die unter Berufung auf Waffenlosigkeit und Frieden unbewusst die satanische Wirkungsweise der Islamisten fördern.“

Peter Hahne: Keine „Bla-Bla-Solidarität“

Der Fernsehmoderator, evangelische Theologe und Bestsellerautor Peter Hahne entrüstet sich ebenfalls über pazifistische Äußerungen aus der evangelischen Kirche angesichts der Vertreibung und Verfolgung von Christen im Nordirak.

„Kirchen in Deutschland diskutieren derweil in der Ferienhitze ihrer sicheren Sandburg eiskalt, wie schrecklich doch Drohnen (die irakischen Christen gerade das Leben retten!) sind, dass man eigentlich die Armee abschaffen müsse (Margot Käßmann) und der Ex-Pfarrer Joachim Gauck doch kein echter Bruder mehr ist, weil er „im äußersten Notfall“ Militäreinsätze befürwortet“, schreibt Hahne in einem IDEA-Kommentar.

Massenmord an Christen erfordere „keine kalte kirchliche Blabla-Solidarität von Multikulti-Moralisten, sondern beherztes Eingreifen mit Waffengewalt, um zu retten, was noch zu retten ist.“

Hahne signalisiert Verständnis für jene Bürger, die enttäuscht der Kirche den Rücken kehren. Er war von 1992 bis 2009 Mitglied des Rates der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland).

Quelle: http://www.idea.de

Fotos: Open Doors


Kirchenvertreter und evangelikale Konferenz kritisieren grün-roten „Bildungsplan 2015“

Teile des Bildungsplans 2015 der baden-württembergischen Landesregierung stoßen auch bei den christlichen Kirchen auf Kritik. Der Entwurf ist umstritten, weil seine Leitprinzipien einen Schwerpunkt in einer sog. „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ setzen. Kreuzkuppel

Über 90.000 Bürger haben bislang eine Petition an den Landtag unterschrieben, in der vor einer „pädagogischen, moralischen und ideologischen Umerziehung“ gewarnt wird.

Auch nach Ansicht der Bildungs-, Schul- und Hochschulreferenten der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Kirche in Baden-Württemberg müssen die Leitprinzipien für den Bildungsplan auf der Grundlage des Menschenbildes entwickelt werden, „das der Landesverfassung und den Schulgesetzen zugrunde liegt“.

In einer am 10. Januar verbreiteten Stellungnahme fordern die Kirchenvertreter, dass jeder Form von Funktionalisierung, Instrumentalisierung, Ideologisierung und Indoktrination zu wehren sei. bildungsplan_bw_petition_logo13_e7fe0bc824

Dies gelte „nicht zuletzt im sensiblen Bereich der sexuellen Identität und damit verbundener persönlicher und familiärer Lebensentwürfe“. 

Unterstützung erhalten die Kritiker von der evangelikalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Deutschland. Christliche Eltern sollten den Plänen der grün-roten Landesregierung entgegentreten und dem Versuch einer manipulierenden Beeinflussung ihrer Kinder widersprechen, heißt es in einer Erklärung des Vorsitzenden, Pastor Ulrich Rüß aus Hamburg.

Kein Homosexueller werde diskriminiert, wenn man beim christlichen Menschenbild bleibe. Eher müssten bekennende Christen, die gegen den ethischen Meinungsstrom lebten, zunehmend mit Diskriminierung rechnen.

Gegen den Initiator der Petition (einen evangelischen Realschullehrer) gab es bereits eine  –  inzwischen von der Staatsanwaltschaft abgelehnte  –  Anzeige wegen angeblicher Verunglimpfung von Schwulen und Lesben sowie eine Dienstaufsichtsbeschwerde.

Quelle: http://www.idea.de

Unser GRUNDSATZ-ARTIKEL zum ELTERNRECHT: https://charismatismus.wordpress.com/2014/01/11/elternrecht-die-kath-kirche-bekraftigt-das-naturliche-erziehungsrecht-der-eltern/

LINK zum grün-roten Bildungsplan: http://www.kultusportal-bw.de/site/pbs-bw/get/documents/KULTUS.Dachmandant/KULTUS/kultusportal-bw/Bildungsplanreform/Arbeitspapier_Leitprinzipien.pdf


Führende Evangelikale unterstützen Kritik an Genderismus seitens katholischer Bischöfe

Für ihre Ablehnung des „Genderismus“ haben die katholischen Bischöfe der Slowakei und der Schweizer Bischof Vitus Huonder (Bistum Chur) Unterstützung aus dem evangelikalen Protestantismus bekommen.

Die theologisch konservative Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG) stellte sich hinter die Kritik, die die katholischen Kirchenleiter in Hirtenworten veröffentlicht haben. 120505393_BV_July und Mike

Sie warnen unter anderem vor einer Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und einer Abwertung der Ehe von Mann und Frau durch die „Gender-Ideologie“.

Das „Gender Mainstreaming“ behauptet, dass jeder Mensch sein Geschlecht und seine sexuelle Identität frei wählen kann, ob er also Mann oder Frau sein oder Hetero-, homo-, bi- oder transsexuell leben will. Das widerspreche der göttlichen Schöpfungsordnung, so die katholischen Würdenträger, denn Gott habe den Menschen als Mann und Frau geschaffen.

Die slowakischen Bischöfe warnen vor einer „Zerrüttung der Familie“, die das Leben bedrohe und eine „Kultur des Todes“ installiere. Vertreter vieler Länder unterwürfen sich den Gender-Akteuren. Sie kämen ihnen mit einer Gesetzgebung entgegen, „die bisweilen im Widerspruch zum gesunden Menschenverstand steht“.

Genderismus nimmt „totalitäre Züge“ an

Bischof Huonder sieht mit Sorge, dass in öffentlichen Diskussionen und in den Medien mehr und mehr nur noch die Argumente des Genderismus toleriert würden: „Wer anders denkt, wird gesellschaftlich ausgegrenzt und muss mit juristischen Sanktionen rechnen.“

Auf diese Weise würden die Grundrechte bezüglich der Religion und der freien Meinungsäußerung zunehmend beschnitten. Der Genderismus nehme „totalitäre Züge“ an schreibt der Bischof in seinem Hirtenwort aus Anlass des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember.

Präsident Ulrich Rüß: Weckruf an Christen

Der Präsident der IKBG, Pastor Ulrich Rüß, begrüßt die Stellungnahmen der Bischöfe. Er sehe darin „einen unüberhörbaren Weckruf und Mahnung an die Christen, treu beim biblischen Menschenbild zu bleiben, sich gegen staatliche Vereinnahmung der Kinder und die Infragestellung von Ehe und Familie zu wehren“.

Es gehe dabei auch um „die Ablösung des biblischen Schöpfungsberichtes, der davon spricht, dass Gott den Menschen bipolar als Mann und Frau geschaffen hat“.

Zu Recht werde betont, „dass der Genderismus eine unwahre Theorie und wissenschaftlich unhaltbar ist“, schreibt Pfr. Rüß in einer Stellungnahme für die evangelische Nachrichtenagentur IDEA.

INFO: Die IKBG umfasst Gemeinschaften in zehn Staaten: Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Dänemark, Schweden, Norwegen, Lettland, die USA und Südafrika.

Die Konferenz tritt für eine „christologisch-trinitarische Bekenntnisökumene“ ein. Sie pflegt freundschaftliche Verbindungen zu orthodoxen Kirchen und Freikirchen. Regelmäßige Kontakte unterhält sie zum Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und zum Forum Deutscher Katholiken.

Quelle: http://www.idea.de


Pastor Rüß beklagt: Was gilt in der evangelischen Kirche noch als heilig?

Die evangelische Kirche trägt selbst erheblich dazu bei, dass die Protestanten in Europa im weltweiten Vergleich den schwächsten Glauben haben, so das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der „Nordkirche“, Pastor Ulrich Rüß, macht dafür eine jahrzehntelange Verweltlichung der Glaubenslehre, Ethik und Glaubenspraxis in der evangelischen Kirche verantwortlich. Sie gebe sich häufig „wie eine abgespeckte, quasi ‚Lightversion’ des christlichen Glaubens“ nach dem Motto „Glauben leicht gemacht“. kleines-rituale

Es gebe   –  so der evangelische Pfarrer aus Hamburg  – so gut wie keine Verbindlichkeiten in Lehre und Ethik mehr, schreibt er in der Zeitschrift der theologisch konservativen Vereinigung. Die ev. Kirche passe sich der Zeit an: „So gut wie nichts gilt mehr als heilig, weder die Bibel als Gottes Wort, noch die Sakramente, noch die Ehe.“

Synodenbeschlüsse der letzten Jahrzehnte und die jüngste Orientierungshilfe der EKD zu Ehe und Familie seien „traurige Zeichen dieser Entwicklung“, beklagt der evangelikale Pastor. Das umstrittene EKD-Papier rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild einschließlich gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften und sogenannter „Flickenteppich-Familien“.

Laut Rüß bewegt sich die Kirche weit weg von den Grundlagen der Reformation: „Luther wäre entsetzt angesichts dieser evangelischen Kirchenverhältnisse.“

An die Stelle der Rechtfertigung vor Gott sei die Rechtfertigung vor der Akzeptanz der Menschen getreten: „Der Kniefall vor der Vernunft fällt deutlich tiefer aus als die Ehrfurcht vor Gott und seinem Geheimnis.“ –  Als Folge davon „verdunste“ der Glaube.

Quelle: http://www.idea.de


Führender Evangelikaler übt scharfe Kritik am Zustand des deutschen Protestantismus

Die folgende Stellungnahme des evangelischen Pastors Ulrich Rüß veröffentlichte jetzt die Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

Der Hamburger Pfarrer i.R. ist Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften und Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis:

Kirche von heute sollte nicht verstaubt, sondern zeitgemäß und offen sein. Das meinen alle. Die Frage ist nur, wie soll man das verstehen? Jeder haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter wird auf Schrift und Bekenntnis verpflichtet. Sie sind Norm und Maßstab kirchlichen Handelns. Hier wird jeder selbstbestimmten Frömmigkeit und Beliebigkeit in Glaubenswahrheiten eine Grenze gesetzt.

Das heißt: Kirche soll die alten elementaren Glaubensinhalte, wie sie uns in der Bibel bezeugt und durch die Altkirchlichen Bekenntnisse wiedergegeben werden, den Menschen von heute erschließen und nahebringen. Demnach mögen sich Formen christlicher Verkündigung ändern, nicht jedoch deren Inhalt. So sollte es sein.

Selektiver Umgang mit der Bibel

Die geistlich-theologische Wirklichkeit in den evangelischen Landeskirchen wird jedoch diesem Anspruch längst nicht immer gerecht, steht bisweilen sogar in offenem Widerspruch zu ihm. media-358103-2

Ein selektiver Umgang mit der Bibel und mancher Bibelkritik stellen die Verbindlichkeit und Autorität der Bibel in Frage. Maßstab der Bibelauslegung und Interpretation ist dann neben der historisch-kritischen Betrachtungsweise der gesellschaftspolitische Kontext.

So wurde beispielsweise jenes Pfarrerdienstrecht beschlossen, das gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in den Pfarrhäusern ermöglicht, wohl wissend, daß die Bibel sich eindeutig gegen praktizierte Homosexualität ausspricht. Mit Bezug auf die Liebe zu den Menschen und beeinflußt durch den gegenwärtigen Meinungsstrom wird diese eindeutige Aussage übergangen oder „neu“ interpretiert.

Stand früher die evangelische Kirche klar für die Stärkung und Favorisierung von Ehe und Familie, so gilt das heute nicht mehr. Ehe und Familie werden gemäß Feminismus und Gender Mainstreaming neu definiert, anderen Lebensformen, auch der sogenannten Homoehe, gleichgestellt.  Der Genderideologie wurden alle Türen geöffnet.

In biblisch-ethischen Glaubensfragen, die den Schutz des Lebens betreffen, hat die evangelische Kirche keine Gemeinsamkeit mit der katholischen Kirche. Das gilt für die Abtreibungspraxis ebenso wie für die Präimplantationsdiagnostik, die Genforschung und die Frage nach dem Recht auf Selbsttötung.

Wesentliche Kernaussagen umgedeutet

Aber auch in Lehr- und Bekenntnisfragen werden elementare Glaubenssätze weggelassen oder bekenntniswidrig umgedeutet mit dem Hinweis, man könne diese dem Menschen von heute nicht mehr zumuten oder verständlich machen. Dazu gehört etwa der Glaube an den Sühnetod Jesu. Daß Jesus für die Sünde der Menschen am Kreuz gestorben ist, sei heute nicht mehr vermittelbar. Auch hier wird unter Berufung auf die Liebe Gottes diese Kernaussage fallengelassen.

Die Liebe Gottes und das biblische Zeugnis werden gegeneinander ausgespielt. Dann kann man nicht mehr das „Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser“ singen, obwohl es Bestandteil jedes Abendmahlsgottesdienstes ist. Aber dies ist nur ein Beispiel von vielen.

Alle wesentlichen Bekenntnisse und Glaubensaussagen müssen heute durch das Schüttelsieb der intellektuellen Redlichkeit, durch die Schleuse einer liberalen, zeitgeistorientierten Theologie.

Hauptgefahr: die Verweltlichung der Kirche

Dies alles sind deutliche Merkmale der Säkularisierung, Verweltlichung der Kirche. Die Hauptgefahr für die Kirche kommt nicht durch ihre Gegner von außen, sondern durch die Selbstsäkularisierung im Inneren. Und diese geht zu Lasten des eigenen Profils.

Es gibt zwar eine Fülle von Aktivitäten, Aktionen bis hin zum Aktionismus, aber das „Kerngeschäft“ der Kirche, die Weitergabe und Vertiefung des Glaubens, die Evangelisierung und nachgehende Seelsorge kommen zu kurz.

Das Engagement für gesellschaftlich relevante Themen wie Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung ist deutlich stärker als die leidenschaftliche Bezeugung und Weitergabe des Evangeliums auch bei denen, die nicht Christen oder nicht mehr Christen sind.

Auch die evangelische Kirche ist von der „Diktatur des Relativismus“ (Benedikt XVI.) erfaßt. Wie anders läßt es sich sonst erklären, daß Imame sogar im christlichen Abendmahlsgottesdienst durch Kanzelrede und Gebet unter Auslassung christuszentrierter Texte mitwirken. Es wird der Eindruck vermittelt, als glaubten Moslems und Christen an denselben Gott; und das zu Lasten des Wahrheitsanspruchs Jesu, der sagt: „Ich bin die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Keine Gruppe tritt so vehement für den islamischen Religionsunterricht ein wie die Kirche. So wird der christliche Glaube relativiert. Kein Wunder, wenn dann das missionarische Engagement ausbleibt. Im evangelischen Magazin Chrismon wird in der Osterausgabe die Botschaft von der Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung nicht erwähnt.

Trotz dieser Fehlentwicklung der Säkularisierung, Relativierung und Anpassung an den Zeitgeist gibt es in der evangelischen Kirche lebendige, wachsende bibel-und bekenntnistreue Gemeinden. Unsere Gesellschaft braucht jedoch verstärkt eine bibeltreue, bekenntnisfreudige, unangepaßte Kirche mit christuszentriertem, missionarischem Profil als Brückenbauer zu Gott. So bleibt und wird sie ein Segen und nur so hat sie Zukunft.

 


Evangelikale üben scharfe Kritik an ihren evangelischen Kirchenleitungen: „Irrlehren werden geduldet und unterstützt“

Heftige Kritik an einer „zunehmenden Verweltlichung“ der evangelischen Landeskirchen wurde auf der 100. Sitzung des Leiterkreises der Konferenz Bekennender Gemeinschaften  –  einem Dachverband theologisch konservativer Gruppen  –  am 13. April in Kassel laut.

Wie der Vorsitzende, der Hamburger Pastor Ulrich Rüß, sagte, habe sich die geistlich-theologische Situation in den Landeskirchen seit der Gründung der Konferenz Bekennender Gemeinschaften 1970 „leider nicht grundsätzlich verbessert“: media-358103-2

„Nach wie vor werden Irrlehren geduldet und gefördert.“ –  Das Verständnis der Bibel und der überlieferten lutherischen Theologie werde dem heutigen Zeitgeist vielfach angepaßt. Das zeigten der Einfluß von Feminismus, Genderismus und die Duldung homosexueller Lebensgemeinschaften auch und gerade in den Pfarrhäusern.

Prof. Beyerhaus einer der Gründerväter

Der Ehrenpräsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Missionswissenschaftler Prof. Peter Beyerhaus, erinnerte an die Anfänge der deutschen Konferenz. Er gehörte selber zu den Gründungsvätern, u.a. neben Pfarrer Rudolf Bäumer (1912-1993) und Prof. Walter Künneth (1901-1997). Die meisten von ihnen hätten im Dritten Reich zur „Bekennenden Kirche“ gehört, die sich gegen Irrlehren der Kirchen in der Zeit des Nationalsozialismus wandten.

Die Bekennenden Gemeinschaften hätten sich gegen die „Gott-ist-tot-Theologie“ engagiert wie auch gegen eine liberale, zeitgeistorientierte Theologie, die die Autorität der Heiligen Schrift und das christliche Bekenntnis infrage gestellt hätten.

Heute gehören 17 Bekennende Gemeinschaften zur Konferenz in Deutschland, darunter die Kirchlichen Sammlungen in den verschiedenen Landeskirchen, der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC), die Evangelische-Lutherische Gebetsgemeinschaft, der Gemeindehilfsbund und als Gastmitglied die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK).

Quelle: http://www.idea.de