Rot-Rot-Grüne Fraktionen streichen Hindenburg von Ehrenbürgerliste in Berlin

Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat mit der Mehrheit aus Grünen, SPD und Linkspartei beschlossen, dem ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg den Ehrenbürgertitel abzuerkennen.

Die drei Fraktionen hatten den Antrag gestellt und am Donnerstag in einer Plenarsitzung entsprechend entschieden. Hindenburg habe dazu beigetragen, der NS-Diktatur den Weg zu ebnen, da er Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler berufen hatte, urteilte Regina Kittler von der Linkspartei.

Die Linkspartei war bereits im März 2015 mit demselben Vorhaben gegen die Stimmen von SPD und CDU gescheitert.

Robbin Juhnke von der CDU nannte das eine „ahistorische Sichtweise“. Zweimal sei Hindenburg durch freie Wahlen zum Reichspräsidenten gewählt worden, auch mit den Stimmen der SPD. Er sei zwar eine historisch umstrittene Figur, ihm die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen, sei aber falsch. Auch die FDP stemmte sich gegen die Entscheidung. 

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2020/berlin-rot-rot-gruen-streicht-hindenburg-von-ehrenbuergerliste/

Unser INFO-Artikel über Hindenburgs Einsatz gegen Hitler vor 1933 siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/06/rot-gruene-politiker-wollen-den-hindenburg-damm-nach-sylt-umbenennen/


Rot-grüne Politiker wollen den Hindenburg-Damm nach Sylt umbenennen

Von Felizitas Küble

Wie die Tageszeitung DIE WELT online berichtet, wollen Politiker aus SPD und Grünen den Hindenburg-Damm, der von Nordfriesland nach Sylt führt, umbenennen. Es handelt sich um die einzige Landverbindung zwischen dem Festland (Schleswig Holstein) und der Insel Sylt.

Der grüne Verkehrspolitiker Andreas Tietze  begründet seine Forderung mit der „historischen Figur“ des früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, der eine „unrühmliche Person“ gewesen sei.

DIESES BILD zeigt eine typische Straßenszene aus dem Reichspräsidenten-Wahlkampf im Frühjahr 1932: einige Männer tragen NS-Plakate, auf einem anderen (dem zweit-letzten) steht das Gegenteil: „Schlagt Hitler – wählt Hindenburg!“

Damals  – ein Jahr vor der NS-Machtergreifung – stand nämlich Hitler gegen Hindenburg. Adolf Hitler war Chef der aufstrebenden NSDAP (Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei).

Paul von Hindenburg war bereits 1925 zum Reichspräsidenten gewählt worden; er war damals der Kandidat des  nationalkonservativen „Reichsblocks“, dem sich sogar die katholisch geprägte „Bayerische Volkspartei“ angeschlossen hatte.

Der frühere Generalfeldmarschall von Hindenburg war übrigens der einzige, direkt vom Volk gewählte Reichspräsident, den es in Deutschland je gab.

Nun zum April 1932: Tatsächlich war der beliebte General und ostpreußische Landadelige Paul von Hindenburg in dieser Reichspräsidenten-Wahl der mit Abstand aussichtsreichste Kontrahent gegen Hitler.

Um Hitler zu verhindern, versammelte sich nicht nur das katholische ZENTRUM, sondern auch die SPD geschlossen hinter Reichspräsident Hindenburg und rief zu seiner Wiederwahl auf.

Es war bekannt, daß Hindenburg den immer stärker vom Erfolg getragenen Hitler verachtete.  Nach der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932, bei der die NSDAP ca. 37% der Stimmen gewann, erklärte der Reichspräsident: „Diesen Herrn Hitler würde ich nicht einmal zum Postminister ernennen“.

Wenig erstaunlich, daß auch jüdische Bürger eindeutig auf der Seite Hindenburgs standen. Dies wiederum benutzten die Nazis, um den Reichspräsidenten quasi als „Judenkandidaten“ anzuschwärzen.

So schrieb zB. das NS-Hetzblatt „Völkischer Beobachter“ im Februar 1932: „HerPaul von Hindenburg, president 1925–1934, pain...r von Hindenburg ist schon heute geschlagen, wo ihn der CV als „Befreier“ und „Schützer“ preist.“ (Der CV war der „Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“, damals der mit Abstand größte jüdische Dachverband).

BILD: Hindenburg-Gemälde des berühmten jüdischen Malers Max Liebermann 1927 (Foto: Wikipedia)

Doch der von Nazis geschmähte „Herr von Hindenburg“ war keineswegs „geschlagen“, im Gegenteil: Ein Bündnis der Demokraten von links (SPD) über die Mitte (ZENTRUM) bis gemäßigt-rechts (Patrioten) führte zum Erfolg:

Hindenburg wurde am 10.4.1932 im zweiten Wahlgang mit 53,1% wiedergewählt, Hitler mußte mit 36,7%  eine schwere Niederlage hinnehmen, erst recht Kommunistenführer Thälmann (10,1%).

Es zeigte sich, daß Hindenburg, der evangelische Reichspräsident, ausgerechnet in katholischen Gebieten stark gewählt wurde. So erhielt er in ganz Süddeutschland eine absolute Mehrheit, ebenso in der „stock-katholischen“ Provinz Westfalen – und in der Rheinprovinz.

Hingegen mußte Hindenburg in protestantischen Gebieten im Vergleich zur Reichspräsidentenwahl von 1925 massive Stimmenverluste hinnehmen, vor allem in Pommern, Schleswig-Holstein und Chemnitz-Zwickau; dort erhielt stattdessen Adolf Hitler absolute Mehrheiten.

Hindenburg war offenbar nicht wenig erstaunt darüber („Ich wurde von den falschen Bataillonen gewählt….“), daß er diesmal nicht  – wie sieben Jahre zuvor  – durch seine evangelischen und deutsch-nationalen Anhänger siegte,  sondern vor allem durch Katholiken, gemäßigt-Nationale (Duesterburgs Soldatenbund)  und durch Sozialdemokraten, weil all diese Bevölkerungskreise Hitler durch die Wahl Hindenburgs  v e r h i n d e r n wollten. 

Leider war dieser Etappensieg im Abwehrkampf gegen Hitler nicht von langer Dauer: 1933 blieb Reichspräsident von Hindenburg angesichts des Resultats der Novemberwahl 1932 (die NSDAP wurde stärkste Partei)  von der politischen Situation her praktisch nichts anderes übrig,  als Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, was er äußerst ungern tat.

BILD: Hindenburg-Erinnerungen, die 1920 als Buch veröffentlicht wurden

Hierbei spielte auch die in Deutschland weitverbreitete Furcht vor einem Bürgerkrieg (ständige Straßenkämpfe zwischen Braunen und Roten) und vor der kommunistischen Gefahr eine große Rolle.  Mächtige Industrielle  und Bankiers sandten damals eine Petition an Hindenburg mit dem Verlangen, Hitler zum Kanzler zu ernennen  – teils auch aus Angst vor der KPD (Kommunistischen Partei Deutschlands).

Halbgebildete Zeitgenossen von heute, die einige Parolen und Daten kennen, aber nicht die Zusammenhänge und den Hergang der Ereignisse, agitieren dümmlich gegen Hindenburg und beschmutzen sein Ansehen wegen der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933, ohne zu bedenken, daß Hindenburg ein erwiesener GEGNER Hitlers war, ihm aber hierbei praktisch die Hände gebunden waren: durch das Wahlergebnis nämlich, das keine demokratische Alternative ermöglichte.

Reichspräsident Paul von Hindenburg starb am 2. August 1934. Nunmehr übernahm Hitler auch das Amt des Staatsoberhaupts. Eines der letzten Worte Hindenburgs soll gelautet haben: „Erhaltet dem deutschen Volk den christlichen Glauben!“  – Seine Grabstätte befindet sich seit 1945 in der Elisabeth-Kirche in Marburg.

Als christlich-konservative Deutsche damals vom Tod des Reichspräsidenten hörten, sagten viele von ihnen, auch Katholiken aus Münster, die mir das selber erzählten:Wir haben jetzt noch mehr Angst  – Angst vor Hitler!“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Voerde: Super-Sieg für Hindenburgstraße

92,6% gegen Umbenennung in Willy-Brandt-Straße

Eine überwältigende Mehrheit der Bürger im niederrheinischen Voerde (ca. 40.000 Einwohner) lief Sturm gegen einen Beschluß des Stadtrats, wonach die Hindenburgstraße  – ein Teilstück der Bundesstraße 8  –  in Willy-Brandt-Straße umbenannt werden solle.

Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg war Reichspräsident in der Weimarer Republik und bislang das einzige, direkt vom Volk gewählte Staatsoberhaupt in Deutschland. (Näheres hier.)

Eine Bürgerinitiative setzte sich für die Beibehaltung des bisherigen Namens „Hindenburgstraße“  ein und erwirkte nach einer erfolgreichen Unterschriftensammlung (Bürgerbegehren), auf das der Stadtrat jedoch abschlägig reagierte, einen amtlichen Bürgerentscheid, also eine kommunale „Volksabstimmung“ in Voerde.

In diesem Bürgerentscheid stimmten 92,6% der Teilnehmer für die Hindenburgstraße, also gegen die Ratsentscheidung: 8966 Ja- Stimmen bei 710 Nein-Stimmen.

Eine herbe Schlappe für den Stadtrat, der den Bürgerwillen so massiv mißachtet hatte.



Dreimal Sieg für Hindenburgstraße(n): in Garmisch-Partenkirchen fast 90% Ja-Stimmen

Die Hindenburgstraße in Garmisch-Partenkirchen behält ihren Namen. In einem Bürgerentscheid vom 21. April 2013 sprachen sich genau  89,33% der Wähler dafür aus, nachdem der Stadtrat bereits seine Umbenennung beschlossen hatte. 

Damit votierten die bayerischen (!) Wähler der Marktgemeinde mit überwältigender Mehrheit von fast 90% für die Benennung nach dem preußischen (!) Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

Ähnliches ereignete sich im selben Monat in Trier: Bei einer Befragung der Anwohner der Hindenburgstraße stimmte eine große Mehrheit für die Erhaltung des Straßennamens.

Jüngstes Ergebnis vom 3. Mai 2013: Auch der Hindenburgplatz in Bensberg bleibt nach längeren Kontroversen bei seinem bisherigen Namen.

Im westfälischen Münster hingegen siegten die Gegner des Hindenburgplatzes im September 2012 mit einer finanzstarken Kampagne, die von allen Parteien im Stadtrat getragen wurde, während die Befürworter keine Fraktion hinter sich hatten und auf ehrenamtliche Helfer angewiesen waren.

Nähere Infos zu Debatten und Bürgerentscheide über Straßen und Plätze betr. Hindenburg hier (37 Berichte!): https://charismatismus.wordpress.com/category/hindenburg-platz-munster-etc/


Skandal in Münster: Schlossplatz-Aktivisten provozieren durch massenhafte Plakatierung mit Hitler-Foto

FDP und Befürworter des Hindenburgplatzes protestieren

Schlossplatz-Befürworter plakatieren derzeit überall in Münster ihre Wahlkampf-Poster mit einem Foto Adolf Hitlers.

„Es dürfte der erste Wahlkampf in Deutschland sein, in dem das Konterfei des Diktators und Massenmörders wieder flächendeckend plakatiert worden ist“, so die Stellungnahme der Bürgerinitiative pro Hindenburgplatz.

Die weitgehend linksgerichtete Schlossplatz-Initiative wurde aufgefordert, „sämtliche Plakate mit dem Bild Adolf Hitlers umgehend wieder abzuhängen.“

Sogar der Kreisverband der FDP verlangte jetzt in einer Pressemitteilung die sofortige Entfernung der Plakate.

(Die FDP im Stadtrat mit Frau Möllemann-A. an der Spitze positionierte sich pro Schlossplatz und präsentierte sich noch am vorigen Samstag mit einem großen Werbestand in Münsters Fußgängerzone.)

In der FDP-Erklärung heißt es: „Die Schlossplatzbefürworter sind deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Adolf Hitler hat zu keiner Zeit etwas in Münsters Stadtbild zu suchen.“

Zudem schreibt die FDP:  „Es zeigt sich, dass die linken Gruppierungen in der Schlossplatz-Initiative die Meinung Andersdenkender nicht respektieren.“

Die Liberalen warnen auch vor der negativen Außenwirkung: „Was aber sollen denn heute insbesondere ausländische Touristen bei dem Anblick der Plakate denken?“

Lesen Sie hier die Stellungnahme der FDP.

Auf dem umstrittenen Plakat ist Hitler bei einem Händedruck mit Reichspräsident Paul von Hindenburg zu sehen.

Die Schlossplatz-Befürworter unterstellen damit eine geistige Verwandtschaft der beiden Abgebildeten.

Hindenburg galt jedoch gerade in der späten Weimarer Republik als das Bollwerk gegen Hitler und als „Hüter der Verfassung“.

Er wurde von allen demokratischen Parteien von links bis rechts bei der Reichspräsidentenwahl vom 10.4.1932 aktiv unterstützt.

Hindenburg gewann die Wahl gegen Hitler.

Die SPD gestaltete eigens ein Wahlplakat für Hindenburg mit dem Slogan: „Schlagt Hitler. Deshalb: Wählt Hindenburg“(Mehr zu diesem Thema hier.)

Mit dem polemischen Plakat der Schlossplatz-Initiative werden jene Münsteraner, die den Namen „Hindenburgplatz“ befürworten, gleichsam als Nazis hingestellt – ein unfairer Wahlkampf also.

Lesen Sie zu diesem Super-GAU der Schlossplatz-Werbekampagne auch den aktuellen Artikel in der Münsterschen Zeitung

Quelle und Fortsetzung dieses Artikels hier:
http://www.kul-tours.de/muenster-hindenburg.htm


Streit um den Hindenburgplatz in Münster: einseitige Berichterstattung der Regionalzeitungen

Am 16. September 2012 entscheiden die Bürger von Münster über die Frage, ob der Name Hindenburgplatz erhalten bleibt oder zukünftig „Schlossplatz“ heißen soll, wie vom Rat der Stadt beschlossen.

Seit Jahrzehnten ergaben Umfragen zu diesem Thema stets eine klare Mehrheit (meist Zwei-Drittel) zugunsten des Hindenburgplatzes, der in der Weimarer Republik nach dem damaligen, beim Volk sehr beliebten Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847 – 1934) genannt wurde.

Die beiden Regionalzeitungen der westfälischen Metropole  –  nämlich die ohnehin linksgerichtete „Münstersche Zeitung“, aber auch die sich eher bürgerlich präsentierenden „Westfälischen Nachrichten“  –  agi(ti)eren mit ihrer einseitigen Berichterstattung gegen den Hindenburplatz und schieben eifrig Reklame für dessen  Umbenennung in „Schlossplatz“.

Der folgende Artikel beleuchtet dies näher:

„Mit allen Mitteln wird zur Zeit von Seiten des Oberbürgermeisters Markus Lewe und seiner Auftrags-Gutachter von der Uni Münster versucht, einen erfolgreichen Bürgerentscheid für die Beibehaltung des Namens „Hindenburgplatz“ zu verhindern. Unter enormem Material- und Kostenaufwand wird gegenwärtig die gesamte Stadt mit den gelben Schlossplatz-Plakaten zugepflastert.

Auch die Zeitung „Westfälische Nachrichten“ hat sich inzwischen weit von einer neutralen Berichterstattung entfernt und lässt fast nur noch solche Stimmen zu Wort kommen, die den Namen „Schlossplatz“ favorisieren oder die Hindenburgplatz-Befürworter in die „rechte Ecke“ rücken – ein Skandal innerhalb der Presselandschaft eines demokratischen Staates.

Zudem veröffentlicht die Zeitung inzwischen fast nur noch Leserbriefe, die sich für den Schlossplatz aussprechen. Die zahlreichen Historiker, welche eine Umbenennung des Hindenburgplatzes strikt ablehnen, kommen in der Berichterstattung praktisch nicht mehr vor.

Nicht auszuschließen ist, dass die Zeitung damit auch zu einer Radikalisierung der Schlossplatz-Befürworter beiträgt. Am 22.8.2012 kam es in Münster-Ost zu einer Morddrohung gegen einen umbenennungskritischen CDU-Politiker – vermutlich durch einen Linksextremisten.

Eine Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Ost am darauffolgenden Tag musste wegen der Morddrohung in Anwesenheit von Beamten des Staatsschutzes stattfinden. Die Münsteraner Zeitungen berichteten – bezeichnenderweise – nur am Rande über diese unglaublichen, kriminellen Vorgänge.

Bekannt ist, dass die Schlossplatz-Befürworter an der Uni Münster direkt mit linksradikalen Organisationen zusammenarbeiten. Mehr zu diesem Thema hier. 

Quelle und Fortsetzung dieses Artikels bei Kul-Tours:

http://www.kul-tours.de/hindenburgplatz-muenster-westfaelische-nachrichten.htm

Plakat der Bürgeraktion pro Hindenburgplatz:


Münster: SPD-Falschbehauptungen über Reichspräsident Hindenburg widerlegt

In Münster wird seit Anfang des Jahres intensiv über den Hindenburgplatz (seine Beibehaltung oder Umbenennung) debattiert – und in diesem Zusammenhang auch über den Reichspräsidenten der Weimarer Republik, Paul von Hindenburg.

Die Westfälischen Nachrichten (WN) veröffentlichten am 21.7.2012 einen aufschlußreichen Leserbrief von Herbert Kober aus Münster, der unzutreffende Anschuldigungen gegen Hindenburg zurückweist und glasklar widerlegt.

Da Kobers Zuschrift von den WN gekürzt wurde, veröffentlichen wir hier den vollständigen Wortlaut:

Wegen des sich abzeichnenden Desasters bei der Umbenennung des Hindenburgplatzes, die nach der hohen Zustimmung der münsterschen Bevölkerung zum Bürgerbegehren wohl abgelehnt werden wird, geraten die Umbenenner immer mehr in Panik.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative werden diffamiert und  Hindenburg mit den absurdesten Lügen verteufelt. So behauptet die SPD-Ratsfrau Maria Winkel dreist, dass Hindenburg der Mann war, „der verantwortlich war für den Giftgaseinsatz im Stellungskrieg des Ersten Weltkrieges“.

Nachlesbar aber in jedem Geschichtsbuch, in Biographien, im Internet aber ist:  Generalfeldmarschall von Hindenburg befand sich überhaupt nicht an der Westfront, konnte natürlich dort im Stellungskrieg auch keine Befehle erteilen oder etwas „verantworten“. Von 1914 bis 1916 war er Befehlshaber-Ost.

An der Westfront hatte Frankreich als erste kriegsführende Nation im August 1914 Versuche mit Kampfgas unternommen. Danach wurde bei den Kämpfen um Ypern/Belgien ab April 1915  – während Hindenburg immer noch an der Ostfront war – und in den folgenden Kriegsjahren sowohl von deutscher als auch von alliierter Seite Kampfgas eingesetzt.

Mit einem ebenfalls fragwürdigen Schlagwort hat Frau Prof. Stollberg-Rilinger in die Debatte eingegriffen und Paul von Hindenburg als „Kriegstreiber“ diffamiert.

Es scheint der Historikerin wohl entgangen zu sein, daß sich Hindenburg seit 1911 als General im Ruhestand befand.  Als Pensionär hatte er wohl kaum die Kompetenz, Deutschland in den Krieg zu treiben. Bei seiner Reaktivierung am 22. 8. 1914 war der erste Weltkrieg bereits ausgebrochen – die „Kriegstreiber“ waren ganz andere.“


Klarstellungen von Dr. Heinz Althaus zu Reichspräsident Paul von Hindenburg

Am 17. Juli 2012 veröffentlichten die Westfälischen Nachrichten (WN) einen ganzseitigen Artikel von Prof. Dr. Wilhem Ribhegge unter dem Titel „Was hat Münster mit Hindenburg zu tun?“.

Der Text befaßte sich äußerst kritisch mit Paul von Hindenburg, dem vom Volk gewählten Reichspräsidenten der Weimarer Republik.

Der Hintergrund des Beitrags war die seit Anfang des Jahres in Münster öffentlich laufende Debatte über den Hindenburgplatz in Münster und dessen Umbenennung in „Schlossplatz“.

Ein Bürgerbegehren sammelte  äußerst erfolgreich Unterschriften pro Hindenburgplatz, so daß es Mitte September in Münster zu einer kommunalen Abstimmung (Bürgerentscheid) über diese Streitfrage kommen wird.

Am heutigen Mittwoch erschien in den Westf. Nachrichten ein sehr sachkundiger Leserbrief von Dr. Heinz Althaus zu den Ausführungen von Dr. Ribhegge. (Das Foto zeigt Dr. Althaus mit zwei Freunden.)

Die WN haben die fundierten Ausführungen  von Dr. Althaus gekürzt  – wir veröffentlichen hiermit den vollständigen Text:

 Zu dem ganzseitigen Artikel von Ribhegge ist einiges Kritische zu sagen:

  1. Hindenburg hat eine Form charismatischer Herrschaft ausgeübt. Von einer „Militärdiktatur“ kann keine Rede sein.
  2. Hindenburg war auch kein „Nationalist“ im üblichen Sinne des Wortes, sondern er verkörperte in seiner Person die Einheit der deutschen Nation über alle gesellschaftlichen Grenzen (z.B. Konfession) hinweg, was bei den Feiern zu seinem 70. Geburtstag 1927 in ganz Deutschland zum Ausdruck kam. Allein im katholischen München versammelten sich 100 000 Bürger in einer künstlerisch gestalteten Feier.
  3. Es ist sinnlos, darauf hinzuweisen, daß der protestantische Hindenburg 1925 bei der Reichspräsidentenwahl im katholischen Münster und Münsterland nicht so viele Stimmen bekam wie der katholische Wilhelm Marx. Hier spielten offensichtlich konfessionelle Gesichtspunkte die entscheidende Rolle. Daß aber Hindenburg, der 1925 erst im zweiten Wahlgang antrat, Marx besiegen konnte, lag nicht zuletzt an der Unterstützung durch die Bayerische Volkspartei und anderer katholischen Gruppen.
  4. Daß unter Oberbürgermeister Sperlich nur der Magistrat mit der Namensgebung für den Hindenburgplatz befaßt war, ändert nichts daran, daß sie auf überwältigende Zustimmung in der Bürgerschaft stieß. So etwas ist allemal besser, als ein mehrheitlicher Ratsbeschluß, der ganz bewußt gegen den Willen  der Bürgerschaft gerichtet ist, wie es jetzt mit der Umbenennung in Schlossplatz geschehen ist. In diesem Zusammenhang wirkt es schon denunziatorisch, darauf hinzuweisen, daß Sperlich später ins rechte Lager abgerutscht ist. Will Ribhegge diejenigen, die heute für den Namen Hindenburgplatz eintreten, als „Rechte“ denunzieren?
  5. Die Alliierten haben im Versailler Friedensvertrag, der Deutschland aufgezwungen wurde, Deutschland die Alleinschuld am Krieg gegeben. Das hat damals in ganz Deutschland – nicht nur bei Hindenburg – für Empörung gesorgt. Auch aus heutiger Sicht läßt sich diese einseitige Schuldzuweisung nicht rechtfertigen.
  6. Völlig absurd ist die Behauptung, Hindenburg fungierte am 21. März 1933 als Symbolfigur für den Untergang der Weimarer Republik. Die Weimarer Republik ging zugrunde an der Kompromißlosigkeit der bürgerlichen Parteien. Allein bis 1933 gab es 20 Regierungen. Und als die allein von dem Vertrauen des Reichspräsidenten getragenen Reichskanzler Brüning, von Papen und von Schleicher scheiterten, blieb Hindenburg nichts anderes übrig, als seinen politischen Gegner Hitler zum Reichskanzler zu ernennen.
  7. Ebenso absurd ist es zu behaupten, der Name Hindenburg stehe heute „für Krieg und Nationalismus, gegen Europa und gegen die parlamentarische Demokratie“. Den Ersten Weltkrieg kann man nicht Hindenburg anlasten, der Nationalismus war in ganz Europa verbreitet, bes. in Frankreich. Von „Europa“ war damals keiner begeistert. Immerhin hat Hindenburg, der ja wie jeder Soldat den Eid auf den Kaiser abgelegt hatte, immerhin rechtzeitig für die Abdankung des Kaisers und für den wichtigen Übergang zur Republik gesorgt, was damals alle führenden Politiker der neuen Republik anerkannt haben. Und wegen seiner streng verfassungsmäßigen Amtsführung hat ihn sogar die SPD zur erneuten Kandidatur 1932 aufgefordert.

Herr Ribhegge sollte einmal die wegweisende Hindenburgbiographie (2007) von Wolfram Pyta lesen. Dann würden ihm so gravierende Fehler nicht unterlaufen.“

Dr. Heinz Althaus,  48161 Münster, Isolde-Kurz-Str.8


Hindenburgplatz: Rat der Stadt Münster entschied mit 82% gegen das Bürgerbegehren

Folge des heutigen Beschlusses: es kommt am 16. September zum Bürgerentscheid

Am heutigen Mittwochabend hat sich der Stadtrat der westfälischen Metropole mit großer Mehrheit gegen das von über 15.000 Münsteranern gültig unterzeichnete Bürgerbegehren entschieden, das für die Beibehaltung des Namens Hindenburgplatz eintritt und seine Umbenennung in Schlossplatz ablehnt.

Das genaue Abstimmungsergebnis lautet: 62 Ratsmitglieder gegen, 14 pro Bürgerbegehren.

Die 14 Pro-Stimmen kamen  alle aus dem Lager der CDU-Ratsfraktion; diese besteht aus 33 Mitgliedern. Die Christdemokraten sind also in dieser Frage nach wie vor gespalten; ihr  Bundestagsabgeordneter Ruprecht Polenz hat sich sogar der Gegenbewegung „Schlossplatz bleibt!“ angeschlossen; er fällt freilich auch bei manch anderen Themen durch linke Ansichten auf (siehe etwa sein Ja zur Aufnahme der Türkei in der EU).

Weil sich der Stadtrat heute weigerte, dem erfolgreichen Bürgerbegehren pro Hindenburgplatz zuzustimmen, ist nun  –  laut kommunaler Ordnung  –  ein kostspieliger Bürgerentscheid unausweichlich, wobei dann alle wahlberechtigten Münsteraner darüber abstimmen können, ob der größte Platz der Stadt weiterhin  –  wie seit 85 Jahren    –  Hindenburgplatz heißen soll  –  oder eben Schlossplatz, wie  es der Rat der Stadt bereits im März und nochmal am heutigen Abend beschlossen hat.

Die SPD-Ratsfraktion hatte bereits vor vier Jahren eine Umbenennung des Hindenburgplatzes gefordert. Die CDU widersprach diesem Ansinnen stets, bis der  –  im Vorjahr gewählte   –  Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) sich dem SPD-Vorhaben überraschend anschloß  –  und dies, obwohl der CDU-Kreisvorstand ebenso eindeutig pro Hindenburgplatz votierte wie eine schriftliche Mitgliederbefragung der CDU, wobei sich 90% für die Beibehaltung des bisherigen Namens Hindenburgplatz entschieden.

Vor allem die CDU-Jugend, die Junge Union Münster, plädierte entschieden pro Hindenburgplatz.

Dennoch hat OB Markus Lewe seine für Christdemokraten ungewöhnliche Position durchgezogen und die CDU-Ratsfraktion hierbei weitgehend hinter sich gebracht, so daß der Name Hindenburgplatz am 21. März 2012 per Ratsbeschluß abgeschafft wurde.

Im vollbesetzten Festsaal des historischen Rathauses von Münster gab es heute Abend eine erneute Sitzung hierzu.

Zahlreiche Journalisten und Zuschauer waren erschienen, auch Fernsehkameras agierten während der Sitzung. Schon vorher wurde einer der drei Sprecher des Bürgerbegehrens, Rechtsanwalt Stefan Leschniok aus Münster-Hiltrup, von Fernsehleuten interviewt.

Oberbürgermeister Markus Lewe berichtete sodann, daß am 22. Juni 2012 ein Bürgerbegehren pro Hindenburgplatz mit 16.756 Unterschriften eingereicht wurde. (Lediglich 9.499 Stimmen wären für ein erfolgreiches Bürgerbegehren erforderlich gewesen.)

Münsters OB bedankte sich bei den Mitarbeitern der Stadt, die in Wochenendarbeit die Unterschriften gezählt und ihre Gültigkeit überprüft hätten.

15.123 gültige Unterschriften pro Hindenburgplatz

Dabei habe sich ein Resultat von 15.123 gültigen Unterzeichnern ergeben. (Ungültige Unterschriften hingen mit unvollständiger Adresse bzw. unleserlicher Schrift zusammen oder damit, daß der Unterzeichner seinen Wohnsitz nicht in Münster hat.)

Sodann stellte Lewe fest, daß die formale Zulässigkeit des Bürgerbegehrens pro Hindenburgplatz wohl unstrittig sei. Dem wurde in einer Abstimmung von allen Ratsmitgliedern zugestimmt.

OB Lewe erteilte Stefan Leschniok das Wort, damit er den Antrag des Bürgerbegehrens zur Beibehaltung des Namens Hindenburgplatz begründen konnte.

CDU-Mitglied Leschniok äußerte zunächst seine Erwartung, daß der Stadtrat eine derart deutliche Willensbekundung aus der Münsterschen Bürgerschaft mit Respekt behandle.

Leschniok erinnerte daran, daß die Stadtregierung bei weniger erfolgreichen Bürgerbegehren vorherige Ratsbeschlüsse geändert habe, etwa hinsichtlich der Privatisierung der Stadtwerke.

Außerdem erwähnte der Sprecher der Bürgerinitiative, daß sich bei Umfragen konstant ein Ja zum Namen Hindenburgplatz herauskristallisiert habe, was durch den Erfolg des Bürgerbegehrens bestätigt worden sei.  „Ich vertrete die Meinung vieler Bürger dieser Stadt“, sagte er und hielt dem Stadtrat vor, den Bürgerwillen „nicht hinreichend berücksichtigt“ zu haben.

Die amtlich geführte Debatte vor der Ratsentscheidung im März sei zudem unfair verlaufen: „Eine Bürgerbeteiligung darf nicht so aussehen, dass auf dem Podium nur die Befürworter einer Umbenennung sitzen“,  bemängelte Leschniok.

Zudem sei es falsch, zu behaupten, die Bürgerinitiative setze sich für eine „Rückumbenennung“ des Platzes ein  –  man fordere lediglich die „Beibehaltung“ des Namens Hindenburgplatz, wie er seit 85 Jahren bestehe.

Kritisch wies Leschniok darauf hin, daß die amtliche Bürgerbefragung zum Hindenburgplatz merkwürdige Fragestellungen enthalten habe. Überdies kritisierte er, daß man seitens der Stadtverwaltung durch den Austausch der Straßenschilder bereits „vollendete Tatsachen“ habe schaffen wollen.

Auch an sperrige Phasen der Geschichte erinnern

Grundsätzlich gehöre es zu einem vernünftigen Geschichtsbewußtsein, auch an sperrige Phasen der eigenen Historie zu erinnern, „nicht nur an das, was einem gefällt“,  zumal man  – falls nötig  – informative Hinweistexte an  Straßenschilder hätte anbringen können, wie in Münster vielfach geschehen. Auch deshalb sei eine Umbenennung des Hindenburgplatzes nicht nachvollziehbar.

Zudem erinnerte der Jurist daran, daß Paul von Hindenburg bei der Reichspräsidentenwahl vom April 1932 gegen Adolf Hitler einen eindeutigen Sieg erreicht habe und somit eine Machtübernahme Hitlers  zunächst vereitelt wurde. Auch die SPD habe damals zur Wahl Hindenburgs aufgerufen, um dadurch Hitler als Reichspräsidenten zu verhindern.

Der Rat solle also heute dem Antrag auf Beibehaltung des Namens Hindenburgplatz zustimmen, so daß sich zugleich ein kostspieliger Bürgerentscheid erübrige, erklärte der Münsteraner Anwalt.

Die Ansprache Leschnioks fand starken Beifall bei Ratsmitgliedern der CDU und in den Zuschauerrängen.

Danach meldete sich ein Vertreter der Linksfraktion zu Wort und erklärte, die Debatte um den Hindenburgplatz sei überflüssig, da es ohnehin nicht infrage käme, einen Platz nach einem solch „undemokratischen Mann“ zu benennen. Auch die Piratenpartei wandte sich gegen das Bürgerbegehren.

Ähnlich äußerte sich eine Vertreterin der Grünen, wobei sie Hindenburg als „aktiven Unterstützer Hitlers“ diffamierte, was eine ideologiefreie Geschichtsforschung anders beurteilt.

Außerdem kritisiert die grüne Ratsdame eine angebliche „Intellektuellenfeindlichkeit“ bei Anhängern des Bürgerbegehrens; ihre Begründung: Man habe „Historiker beschimpft“, die sich gegen den Namen Hindenburgplatz aussprachen.

Was sie freilich unerwähnt ließ: Daß sich über ein dutzend Geschichts- und Politikwissenschaftler öffentlich in einem gemeinsamen Schreiben pro Hindenburgplatz äußerten, von einer „Intellektuellenfeindlichkeit“ der „Bürgerbegehrer“ also  insofern keine Rede sein kann.

Gleichwohl gab die grüne Ratsdame ihrer Überraschung Ausdruck, daß so viele junge, zumal zwanzig- bis dreißigjährige Münsteraner das Bürgerbegehren unterzeichnet hätten. Dies könne auch am Einsatz der JUNGEN UNION pro Hindenburgplatz liegen, womit die JU ihre „eigene Mutterpartei provoziert“ habe. 

Die grüne Ratsfrau wurde danach von einem grünen Kollegen unterstützt, der behauptete, Hindenburg habe die 1934er „Röhmputsch“-Morde nicht nur gedeckt, sondern aktiv unterstützt.

(Diese Anschuldigung ist jedoch unzutreffend: Der damals bereits schwerkranke Paul von Hindenburg hatte Vizekanzler Franz von Papen noch für den Tag der mörderischen „Nacht der langen Messer“ (30. Juni 1934) einen Besuchstermin gegeben. Am 17. Juni 1934 hatte der frühere Reichskanzler und damalige Vizekanzler Franz von Papen seine berümte „Marburger Rede“ gehalten, in der er deutlich  mit Hitler abrechnete und die Abschaffung der NSDAP forderte.  Papens Redenschreiber Edgar J. Jung wurde beim sog. „Röhmputsch“ von NS-Schergen ermordet, ebenso sein Mitarbeiter Herbert von Bose. Vizekanzler von Papen selbst überlebte nur deshalb, weil Hitler es nicht wagte, den bei Reichspräsident Hindenburg beliebten Politiker umbringen zu lassen.)

Als Chefin der FDP-Ratsfraktion ergriff Carola Möllemann-Appelhoff  (Witwe des einstigen FDP-Chef Jürgen Möllemann) das Wort; sie berichtete, daß die Liberalen das Pro und Contra dieses Themas sehr sorgfältig erwogen und debattiert hätten.

Allerdings wolle sie sich nicht mit „Ewig-Gestrigen“ befassen.  Immerhin  habe Hindenburg „die Weimarer Republik zerstört“, wie sie behauptete. Also erwarte sie von der Bürgerschaft Münsters, daß die vorbildliche Haltung des Stadtrats erkannt und gewürdigt werde.

Rabiate Töne von der SPD:  „Aus der Stadt der Weltoffenheit darf kein Provinznest werden“.

Schärfer in der Form äußerte sich SPD-Ratsherr Dr. Michael Jung, der die Meinung vertrat, der Name Hindenburg stehe für Krieg und Hitlerdiktatur. Auch er kritisierte, daß die JUNGE UNION dem CDU-Oberbürgermeister „in den Rücken gefallen“ sei; dies offenbare die „politische Schwäche der CDU“, die ein „jämmerliches Bild“ biete und sei so „blamabel“, daß sie sich daran noch lange erinnern werde.  Allein CDU-OB Lewe Lewe habe „Rückgrat bewiesen“, weil er gegen den Widerstand der eigenen Partei die Umbenennung durchgesetzt habe.

Abschließend erklärte der Münstersche SPD-Chef: „Aus der Stadt der Weltoffenheit darf kein Provinznest werden“.

Stefan Weber, Kreisvorsitzender der CDU Münster, erkärte, die SPD mache es sich „viel zu einfach“. Man dürfe nicht alle Hindenburgplatz-Befürworter in die rechte Ecke schieben.  Das Thema sei ohnehin keine parteipolitische Angelegenheit  – und die CDU verfüge als Volkspartei zudem über eine „große Spannbreite“ von Meinungen.

Weber schlängelte sich durch die verschiedenen Positionen, wobei sein Stand(punkt) parteistrategisch gewiß nicht einfach war, der rhetorische Eiertanz daher wenig überraschend.

Er erläuterte, daß die CDU Münster zunächst und grundsätzlich gegen die Abschaffung des Namens Hindenburgplatz  gewesen sei; daß man aber den anderslautenden Ratsbeschluß vom 21. März dieses Jahres akzeptiert habe. Das Volksbegehren sei allerdings ernst zu nehmen. Aus seiner Sicht möge nun jedes CDU-Ratsmitglied über diese „umstrittene Frage“  nach eigener Überzeugung abstimmen.

Anschließend meldete sich der Sitzungsleiter, CDU-Oberbürgermeister Lewe, selbst zu Wort und hielt eine kurze Ansprache.  Er beklagte, daß eine eventuelle „Rückbenennung“ in Hindenburgplatz dem Ansehen der Stadt Münster schaden werde. Münster sei eine „Friedensstadt“ und werde an diesem Anspruch gemessen.

„Ich habe in meinem Amtseid versprochen, Gefahren von dieser Stadt abzuwenden und jetzt sehe ich diese Gefahren für den guten Ruf dieser Stadt“, erklärte der CDU-OB.

Er werde sich in seiner Haltung durch „entwürdigende und respektlose Beiträge nicht entmutigen lassen“, sagte Lewe abschließend  –  und erhielt Beifall von der linken Opposition, von der eigenen Partei kam eher spärlicher Applaus. 

Die Ratsmitglieder entschieden sich sodann mehrheitlich gegen das Bürgerbegehren pro Hindenburgplatz, folgten also nicht dem insoweit erkennbaren Bürgerwillen, sondern CDU-OB Lewe und dem schon  im Jahre 2008 vorgetragenen Verlangen der SPD.

Folglich kommt es nach der Kommunalordnung unweigerlich zu einem Bürgerentscheid, der ca.  285.000 Euro aus der Stadtkasse verschlingen wird. Die Unterschriftensammlung der „Bürger-Initiative pro Hindenburgplatz“ hingegen kostet den Steuerzahler keinen Cent, da alle Kosten von den dortigen Aktiven selbst getragen werden.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


In der Elisabethkirche von Marburg liegen Hindenburg und seine Frau begraben

Leserbrief-Hinweis zur Debatte um den Hindenburgplatz in Münster

Die Westfälischen Nachrichten vom 19. Juni 2012 veröffentlichten einen Leserbrief Rolf R. Radke aus Münster zu dem seit Monaten heißdiskutierten Namen Hindenburgplatz in Münster, der im März dieses Jahres von der Stadtregierung abgeschafft und in „Schlossplatz“ umbenannt wurde, wogegen sich massiver Bürgerprotest erhob (siehe unsere bisherigen Berichte hierzu).

Leser-Autor Radke fragt nun in seiner Stellungnahme,  ob der Rat der Stadt Münster denn etwa „schlauer“ sei als der „Rest der Republik“.

Zudem erinnert er an die Grabstätte des früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg  –  der ein überzeugter evang. Christ war  –  in der bekannten Elisabethkirche in Marburg (unser Foto zeigt eine Statue der hl. Elisabeth mit der Kirche).                                          

Hierzu nun die bemerkenswerte Zuschrift von Rolf Radke:

„Kürzlich besuchten wir die altehrwürdige Universitätsstadt Marburg an der Lahn. Unter anderem nahmen wir teil an einer Führung durch die Elisabethkirche. Der beeindruckende gotische Sakralbau ist der heiligen Elisabeth gewidmet, die in Marburg tätig war.

Im Innern zeigte uns die Führerin zwei Sarkophage, in denen Hindenburg und seine Gattin beigesetzt sind. Sofort tauchte bei mir die Frage auf, was hätten unsere Ratsfrauen und -herren unternommen, wenn diese Sarkophage im Paulusdom stünden? Hätte man vom Bischof deren Entfernung gefordert?

Haben unsere Volksvertreter(innen) eigentlich eine höher bezahlte Einsicht als ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Städten und Gemeinden – oder verfügen die von ihnen zu Rate gezogenen Historiker über fundiertere Kenntnisse als jene aus dem Rest der Republik? Oder ist man ganz einfach nur profilierungssüchtig?“

Foto: Dr. Bernd F. Pelz