Laienmissionarin Jaricot bald seliggesprochen

Die Päpstlichen Missionswerke (Missio) freuen sich über die näher rückende Seligsprechung von Pauline Marie Jaricot (1799 – 1862). Papst Franziskus hat in dieser Woche ein auf ihre Fürbitte gewirktes Wunder anerkannt und damit den Weg für die Seligsprechung geebnet.

Eine Seligsprechung  der französischen Laienmissionarin könne nun unmittelbar vor der für 2022 anstehenden 200-Jahr-Feier stattfinden.

Die Lebensgeschichte Paulines sei eng mit den Päpstlichen Missionswerken verbunden: Als 23-Jährige habe sie in Frankreich 1822 das „Werk der Glaubensverbreitung“ gegründet, das Papst Pius XI. (1922 – 39) 100 Jahre später zu „seinen“ Missionswerken gemacht habe.

Pauline Marie Jaricot wurde am 22. Juli 1799 in Lyon als Tochter eines reichen Seidenfabrikanten geboren. Nach einem Bekehrungserlebnis als 17-Jährige begann sie, ihr Vermögen an Notleidende und für religiöse Zwecke zu verschenken.

Zur Unterstützung der Mission warb sie ab 1819 für einen Missionsverein, deren Mitglieder sich verpflichteten, täglich ein Gebet zu verrichten und wöchentlich ein Geldstück zu spenden. Am 3. Mai 1822 wurde der rasch angewachsene und in Frankreich als „Lyoner Missionsverein“ bekannte Zusammenschluss offiziell als Werk der Glaubensverbreitung errichtet.

Auch eine Vereinigung der Arbeiterinnen und Dienstmädchen, das „Herz-Jesu-Sühnewerk“, geht auf Jaricot zurück, der 1826 gegründete „Lebendige Rosenkranz“ sowie ein „Kindheit-Jesu-Verein“.

Aus Sorge um das schwere Los der Arbeiterschaft kaufte sie 1845 eine Erzhütte bei Apt, die sie nach menschenwürdigen Grundsätzen führen wollte. Die Fabriksverwalter unterschlugen jedoch das Geld, worauf das Unternehmen 1852 zusammenbrach und ihr gesamtes Vermögen verloren ging. Ihre letzten Lebensjahre bis zu ihrem Tod am 9. Jänner 1862 verbrachte sie in absoluter Armut.

1922 wurde Jaricots Missionsverein zum „Päpstlichen Werk der Glaubensverbreitung“ umgewandelt. 1935 wurde sie in der Kirche Saint-Nizier in Lyon bestattet. Johannes XXIII. erklärte sie 1963 zur „Dienerin Gottes“, was eine Vorstufe für die Seligsprechung ist.

Quelle (Text / Foto): https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-05/kirche-frankreiche-mission-seligsprechung.html


Kardinal Filoni würdigt Pauline-Marie Jaricot als „Fackelträgerin des Glaubens“

Die Französin gründete das Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung

„Pauline-Marie Jaricot, war vom Glauben berührt und gab wie eine Fackelträgerin das Licht weiter, das sie empfangen hat …und in diesem Sinne ist ihre Aktualität gestern, heute und morgen intakt“, erklärte Kardinal Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, am Samstag, am 25. April in Lyon in seinem Vortrag in der Kirche von Saint-Nizier, in der Pauline Marie Jaricot (1799 – 1862) begraben ist.

Anlaß hierfür war ein neuer Internetauftritt zum Leben und Werk der Gründerin des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung.

Pauline-M. Jaricot sei ein “leuchtender Stern” im 19. Jahrhundert gewesen, erläuterte der Würdenträger:

“Die Originalität oder Genialität ihrer Vision bestand nicht nur in der geistlichen Erneuerung, die sie unter Laiengläubigen und arbeitenden Frauen auf den Weg brachte, sondern auch in der missionarischen Tragweite, die von ihrem Herzen ausging…Sie wollte keinen missionarischen Frauen- oder Männerorden gründen, sondern vielmehr die Laien Kraft des Glaubens aller Getauften an der Evangelisierungstätigkeit beteiligen”, erklärte der Kardinal.

“Die Kongregation für die Evangelisierung der Völker und die Päpstlichen Missionswerke betrachten sie zusammbischofen mit dem heiligen Franz Xaver und der heiligen Theresa vom Kinde Jesu, als eines der tragenden Element der Missionstätigkeit“, sagte der Präfekt weiter. Er wünsche sich, dass „in nächster Zukunft” ihr “beispielhaftes christliches Zeugnis anerkannt und sie unter den Seligen und Heiligen der Kirche aufgenommen wird”.

Am Sonntag, den 26. April, zelebrierte Kardinal Filoni einen Gottesdienst in der Basilika, die Pauline-Marie Jaricot, oft besuchte, “um bei Maria ihre eigenen Ängste und Wünsche vorzutragen und ihrem Schutz die Pläne anzuvertrauen, die ihr weiblicher Geist und ihr brennendes und unbezwingbares Herz hervorbrachte”.

Mit Bezug auf das Evangelium des Tages, in dessen Mittelpunkt Jesus in der Eigenschaft des guten Hirten stand, betonte der Kardinal: „Es entsteht ein Bild der Liebe, der Barmherzigkeit, des Dienstes, der Hingabe und des Altruismus. Gott-Vater ist der Eigentümer der Herde und Jesus ist der gute Hirte, der sein Leben für die Schafe hingibt, die ihm vom himmlischen Vater anvertraut wurden“.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst