Sorge über Euthanasie bei psychisch Kranken

Mangelnde Kompetenz und Überforderung angesichts von komplexen Krankheitsbildern bei psychischen Erkrankungen könne dazu führen, dass sich Ärzte und Therapeuten mit vermeintlichen Tötungswünschen ihrer Patienten solidarisieren statt sie weiter zu behandeln.

Zu diesem besorgniserregenden Ergebnis komme eine aktuelle, in der Fachzeitschrift „Borderline Personality Disorder and Emotion Dysregulation“ publizierte Studie.

Dies berichtet das Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) aus Wien in seinem monatlichen Newsletter.

Laut dieser Studie beruhe die Vorstellung von Persönlichkeitsstörungen (PD) als „unbehandelbarer“ Zustände und „ohne Aussicht auf Besserung“ auf „veraltetem Wissen über den Stand der PD-Behandlung“.

Ferner wiesen die Autoren darauf hin, dass ein artikulierter Todeswunsch ein Symptom der Störung sein könne und in Wirklichkeit mehrere andere mögliche Botschaften vermitteln wolle. Der Patient fühle sich verlassen, enttäuscht oder wütend. Für jemanden, der häufig starke und peinigende Gefühle von Hilflosigkeit, Traurigkeit und Gefangenschaft verspürt, könne der Gedanke an Tod und Selbstmord ein gewisses Gefühl der Kontrolle („Ich kann den Schmerz stoppen“) und Erleichterung bieten.

Der geäußerte Wunsch nach Tötung sei vielfach ein Hilfeschrei zum Leben und nicht der Wunsch nach Hilfe zum Sterben. In den meisten Fällen könnten schwere Suizidtendenzen und selbstverletzendes Verhalten behandelt und Betroffene bei der Genesung unterstützt werden, fasst IMABE die Studienergebnisse der Experten zusammen.

Quelle: ALFA-Newsletter