Palmer positioniert sich gegen Cancel Culture

Von Felizitas Küble

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer räumt zwar ein, seine umstrittene Aussage sei ein Fehler gewesen, womit er die sprachliche Stillosigkeit anspricht. Zugleich hält er daran fest, daß sein Motiv gerade nicht rassistisch war; vielmehr wollte er rassistisches Gedankengut durch ironisches Entlarven kritisieren. („Mit dem Stilmittel der Satire aufzeigen, wie heutzutage vollkommen haltlose Rassismusvorwürfe wirklich jedem zu Verhängnis werden können“, so Palmer, der zudem beklagte, sein Posting sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.)

Der springende Punkt jenseits dieser Erbsenzählerei ist aber ohnehin ein anderer, ein grundsätzlicher, nämlich die mehrheitliche Ausgrenzungswut seiner Partei ganz im Sinne der „identitätspolitischen“ Cancel Culture.

Diese fanatische Strömung akzeptiert nur stromlinienförmige Gleichschaltung und gebärdet sich noch verbissener als den bisherigen linken Zensurwahn namens „Political correctness“ (PC): Bereits in den 90er brachte die geistig wache und nonkonforme Wochenzeitung „Junge Freiheit“ einen Anti-PC-Aufkleber heraus (siehe Abbildung).

Palmer hat seine Partei in ihrem Erregungsmodus sogar ermutigt, ein Ausschlußverfahren gegen ihn anzustrengen, denn damit kann er beweisen, wie absurd der Rassismus-Vorwurf gegen ihn ist und dabei auch sonst noch einige Stühle geraderücken.

Ganz im Sinne von Sahra Wagenknecht und ihrer neuen Streitschrift wendet sich der grüne OB gegen die „selbstgerechten Lifestyle-Linken“, jene Besserverdienenden und Bildungsbürgerlichen, die gerne „rechts“ leben und links daherreden bzw. grün oder tiefrot wählen, wohl auch, um ihr Gewissen zu beschwichtigen nach der Devise: „Ich tue damit etwas für die Umwelt“ usw….

Für den eigenständig denkenden Palmer kommt es nicht infrage, sich bei der „Generation beleidigt“ zu entschuldigen oder sich einer anti-freiheitlichen Ausgrenzung zu unterwerfen.

Es geht um den Kern der liberalen Demokratie

In der „Welt am Sonntag“ vom 9. Mai 2021 erschien auf Seite 6 ein Artikel unter dem Titel „Boris Palmer äußert sich“. Darin stellt der grüne Politiker – dessen Corona-Politik in Tübingen erstaunlich erfolgreich gelaufen ist – klar:

„Ich kann Ächtung und Existenzvernichtung wegen angeblich falscher Wortwahl niemals akzeptieren“. Es gehe ihm bei seiner Kritik um den „Kern der liberalen Demokratie“.

Palmer wendet sich in seinem Statement in der „Welt am Sonntag“ gegen ein ausuferndes „Jakobinertum“ von Denunzianten und linken Fanatikern: „Die Welt wird einfach nicht besser, wenn man Menschen gesellschaftlich ächtet und ihre berufliche Existenz vernichtet, weil sie einen ungeschickten Satz gesagt haben, den man absichtlich falsch versteht“.

Dieses Ausgrenzungs-Phänomen passiere in letzter Zeit „leider“ immer häufriger und trage den Namen Cancel Culture.

Er fügt hinzu: „Gegen diese um sich greifende Ideologie wehre ich mich mit jeder Faser meines politischen Daseins.“

Das neue Jakobinertum entwickle sich, so schreibt Palmer abschließend, „zu einer ernsthaften Gefahr für die offene Gesellschaft. Dem entgegenzutreten, halte ich für eine Bürgerpflicht.“

Der bekannte Bestsellerautor, evangelische Theologe und ehem. ZDF-Moderator Peter Hahne (siehe Foto) hat den biographischen Hintergrund Palmers (Elternhaus, Vorfahren, spezifische Prägung) in „Tichys Einblick“ sehr anschaulich geschildert.

Sein Artikel ist gerade für die aktuelle Debatte sehr aufschlußreich: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/boris-palmer-und-der-remstal-rebell-der-apfel-faellt-nicht-weit-vom-stamm/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Evangelische Theologen warnen die kath. Kirche vor einer „Protestantisierung“

Wie kürzlich im CHRISTLICHEN FORUM berichtet, warnt der lutherische Theologe und Bestsellerautor Peter Hahne die katholische Kirche vor einer weiteren Anpassung an den Zeitgeist – etwa durch Einführung eines Frauenpriestertums – und erinnert dabei an den Abwärtstrend in seiner eigenen Kirche als Folge einer liberalistischen und unbiblischen Ausrichtung.

Der ehem. ZDF-Moderator und bekannte Buchautor („Schluß mit lustig“) erhält nun engagierte Schützenhilfe aus der Lutherstadt Wittenberg.

Alexander Garth ist Pfarrer an der Evangelischen Stadtkirche und Gründer einer Jugendkirche; er erklärt im aktuellen Vatican-Magazin aus dem Kisslegger Fe-Verlag, die christliche Welt dürfe ihre „katholische Farbe“ nicht verlieren.

Wie die Münsteraner Bistumszeitung „Kirche und Leben“ meldet, kritisiert der evangelikale Pastor die jüngsten Reformwellen in der katholischen Kirche: „Mit Sorge beobachte ich die Protestantisierungsbestrebungen in unserer katholischen Schwesterkirche, wie sie sich in Maria 2.0 und im Synodalen Weg ausdrücken“.

Durch Demokratisierung werde eine Volkskirche immer profilloser, beklagt der Wittenberger Theologe. Er erinnert daran, daß der „geistlicher und physischer Zustand“ seiner eigenen Kirche „noch schlimmer und die Auswirkungen der Säkularisierung noch verheerender“ seien als in der katholischen Kirche“.

Er halte die „Protestantisierung der katholischen Kirche für ein großes Unglück“, schrieb der Pfarrer auf der Kanzel Martin Luthers. Die Welt brauche das „Profil der katholischen Spiritualität mit Papsttreue, Marienverehrung und dem Beispiel der Heiligen der Kirche“, schreibt Garth weiter.

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Peter Hahne sieht kath. Kirche auf Titanic-Kurs: Frauenpriestertum ist keine Lösung

Der ehem. ZDF-Moderator und Bestsellerautor Peter Hahne meldet sich in der „Tagespost“ kritisch zum vieldiskutierten Thema Frauenpriestertum zu Wort und beginnt seinen Beitrag mit dem Seufzer: „Dass ich das als Lutheraner nochmal schreiben würde!“

Was die „Mehrheit des Klerus mit ihrem synodalen Holzweg“ unternehme, das sei „nichts anderes als der konzertierte Marsch in die Sackgasse der EKD“ (Evangelischen Kirche in Deutschland): „Die Zeitgeistlichen sind konsequent auf Titanic-Kurs.“ – Bei den immer gleichen modischen Themen werde „eingesammelt, was auf der protestantischen Reste-Rampe noch zu finden ist“.

Zum Frauenpriester-Debatte schreibt Hahne im ironischen Gender-Deutsch: „Die Pastor*in_nen-Zahl der EKD stellt inzwischen jede Quote in den Schatten.“Gleichwohl schwappe die „Austrittswelle wie ein Tsunami über Luthers Lande.“

Der Autor stellt fest: „Die „Männerkirche“ EKD hatte 1950 stolze 41,2 Millionen Mitglieder, heute halbiert auf unter 20. Man mag von Frauen am Altar halten, was man will: ein Heilmittel ist das nicht. Und bekannte Bischöfinnen mußten entweder zurücktreten, sind nicht mehr angetreten oder wurden nicht wieder gewählt. Tolles Rezept also.

Grundsätzlich sieht Hahne den derzeitigen katholischen Kirchentrend sehr kritisch: „Mit ihrer Wackeldackel-Theologie, die zu allem Ja und Amen sagt, ist aus der bibel- und romtreuen Widerstandskirche unter Dyba, Meisner und Co. ein staatshöriger, ideologieanfälliger und willfähriger Kath-Prot(-estantismus) geworden, der im wahrsten Wortsinn zum Davonlaufen ist.

Er fügt hinzu. „Das „Erfolgsmodell“ EKD als Blaupause für das Unternehmen Untergang.“ – Stattdessen solle man „die Lecks des Zeitgeistes mit ewigen Werten“ stopfen, vor allem zurück zu Bibel und Bekenntnis“, denn nur die Wahrheit wirke werbend.

Andernfalls, so Hahne, löse sich der“ deutsche Katholizismus bald nicht nur im rot-grünen Evangelischen auf, sondern wird gleich ganz von der grünen Sekte geschluckt.“

Siehe hierzu auch die Meldung der Tagespost: https://www.die-tagespost.de/gesellschaft/feuilleton/peter-hahne-frauen-am-altar-sind-kein-heilmittel;art310,217759


Als Kardinal Woelki durchs Fegefeuer ging…

Von Peter Hahne

Die Kirche zeigt Gesicht. Wieder einmal. Und zwar ihr wahres. Diese ganze Bigotterie schreit zum Himmel. Der „Fall“
Woelki ist ein erneutes Beispiel für das gnadenlose Pharisäertum eines Klerus, der sich gern gegenseitig als „Brüder“ anspricht.

Was für eine Mogelpackung! Der Kölner Erzbischof stand wie kein anderer im (öffentlichen!) Feuer seiner „Mitbrüder im Bischofsamt“. Und das war kein „Glutofen voller Liebe“ (Martin Luther), das war Fegefeuer auf Erden. Ein beispielloses klerikales Kesseltreiben.

Ranghöchste Zeitgeistliche, ganze Ordinariate übertrafen sich unverhohlen in verbaler Steinigung.

Woelki habe die Aufklärung der Kölner Missbrauchsskandale vertuscht und verschleppt, habe der Gesamtkirche
schwer geschadet und sei der Hauptverursacher der Massenaustritte — übrigens auch aus der EKD gleich mit. Zusammen mit willfährigen Journalisten wurde gegen den Kardinal gehetzt und getrommelt, was das Zeug hält.

Und nun? Kein einziger der Fegefeuer-Hirten hat so gründlich aufgeklärt und Maßnahmen ergriffen wie Woelki. Diese ganzen „Greta ist wie Jesus“-Phantasten, angefangen vom Berliner Oberhirten Koch, sind schnell in Deckung
gegangen.

Wo waren denn die Bätzings und Marxens bei der Aufklärung?! Ja, und wo sind sie jetzt?! Nach diesem
„Freispruch erster Klasse“, so der Deutschlandfunk.

Wo ist das öffentliche Schuldbekenntnis, die zerknirschte Bitte an Woelki um Verzeihung?! Das fordert doch Kirche dauernd. Von anderen natürlich: von der ach so klimafeindlichen Wirtschaft, von den vorgestrigen Anti-Gender-Hardcore-Katholiken. Überall werden die
Splitter gesehen, nur im eigenen Auge sieht der Klerus den Balken nicht.

Klar, es geht ja auch um etwas ganz anderes: Die wollten im Sog des Missbrauchsskandals gleich die Theologie von Kardinal Woelki entsorgen. Weg! Auf den Müll wie Müller, den „Fundamentalisten der Glaubenskongregation“ oder im weitesten Sinne sogar Ratzinger. Ein Münsteraner Kirchenrechtler (!) nennt im offiziellen Bistumsblatt unverhohlen die Motivation: „Woelki vertritt stockkonservative Positionen.“

Die letzten Barrieren auf dem suizidalen Synodalen Weg zur finalen Protestantisierung gilt es auszuräumen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Den Limburger ach so lieben Mitbruder war man auf die gleiche Art losgeworden. Dasselbe Spiel bei Tebartz van Elst: Man schlug auf den „Protzbischof“, meinte jedoch seine Theologie.

Ich schrieb damals in Europas größter Sonntagszeitung „Bild am Sonntag“: „Die 30 Millionen für ein riesiges denkmalgeschütztes Ensemble in Limburg sind doch Peanuts — wenn man bedenkt, dass der Münchner Marx sein Palais für schlappe 8,7 Millionen mal kurz hat renovieren lassen.“ Aber was macht das schon, wenns ein Kreuzverleugner tut?!

Der Klerus entfernt sich immer weiter vomKirchenvolk mit seiner privaten (Doppel-)Moral. Übrigens: Die billige Anbiederei in Sachen Flüchtlingspolitik und „Licht aus am Dom“ bei Querdenker-Demos hat Woelki nichts genutzt. Seine begeisterten rotgrün-klerikalen Bündnisgenossen von damals gehören nun zu den Haupthetzern. Man kann also aus einem „Fall“ auch etwas fürs Leben lernen. Selbst ein Kardinal.

Wir danken dem Bestsellerautor Peter Hahne für seine freundliche Abdrucksgenehmigung. Erstveröffntlichung dieses Beitrags in der „Tagespost vom 25. März 2021


Merkel und der Zöllner Zachäus: Warum einer echten Reue auch Taten folgen müssen

Von Peter Hahne

Gibt es eigentlich eine Steigerungsstufe von Verzweiflung, Entrüstung und Entsetzen? Wenn man dachte: Schlimmer geht nimmer, wurde man gestern eines Besseren belehrt und findet keine Worte.

Besser: heute, in den Kommentaren der sich selbst als Qualitätspresse bezeichnenden Medien. So spricht die einst investigativ-kritische und bekennende linke „Süddeutsche Zeitung“ von einer „historischen Erklärung“ der Kanzlerin, FOCUS von „genau den richtigen Worten“ und einem „richtig gesetzten Mea Culpa“, beispielhaft und selten für Politiker etc.

Der Jubel kennt keine Grenzen, die Verehrung erreicht schwindelerregende Höhepunkte.

Ja, es ist schwer, Fehler zuzugeben und um Verzeihung zu bitten. Im wahren Leben genauso wie im Paralleluniversum der Politik. Deshalb liegt BILD schon richtig: „Respekt, Kanzlerin!“ – Mehr aber auch nicht.

Denn unsere christlich-abendländisch geprägte Kultur kennt Gott sei Dank Verzeihen und Vergeben, Reue und Buße. Gerade der Karfreitag erinnert daran, dass Vergebung möglich ist — und zwar durch das Kreuz von Jesus Christus (falls es Bischöfe nicht gerade abgelegt haben, um dem Islam zu gefallen, der das nämlich nicht kennt).

Und die Kanzlerin betont immer wieder, dass sie sich als Christ sieht und ihre Partei das „C“ im christlichen

Menschenbild verdeutlichen will. Und die Medien werden nicht müde, immer wieder von der „Pfarrerstochter“ zu schreiben (wobei es sich lohnt, mal die vorhandenen Beschreibungen ihres Elternhauses zu googeln und zu lesen).

Und als solche ist sie nun zu beurteilen, von ihrem eigenen christlichen Anspruch aus: Was versteht die Bibel, die Grundurkunde des christlichen Glaubens, unter Vergebung? Darum geht es. Und da kommt man aus dem Staunen nicht raus. Das ist wirklich radikal!

Das Paradebeispiel ist die auch Nichtchristen bekannte Geschichte von Jesus Christus und dem Zöllner Zachäus, dem Mann auf dem Maulbeerbaum vor den Toren von Jericho. Der wollte Jesus sehen und hören. Und in dessen Haus kehrt Jesus dann quasi per Selbsteinladung ein. In das Haus eines Verbrechers, denn Zöllner waren sozusagen die Masken-Raffkes und Pharma-Lobbyisten der damaligen Zeit, korrupt und betrügerisch. Der Arzt Lukas hat diese für den christlichen Glauben zentrale Begebenheit aufgezeichnet (Lk 19).

Jesus hält keine Gardinenpredigt, er verkündet einfach das Evangelium, die gute Nachricht von Vergebung und Neuanfang. Und dann kommt der Schlüsselsatz der Geschichte: Der reuige Sünder Zachäus erklärt von sich aus, ohne dazu aufgefordert zu sein: „Siehe, Herr, die Hälfte meiner (durch Untreue und „Fehler“ erworbenen) Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen habe, das gebe ich vielfältig wieder.“

Wenn also, und da wären wir von Zachäus bei Angela, diese dramatische und von den Medien wie ein siebtes Weltwunder hochgejubelte Bitte um Verzeihung wirklich ernst und wirklich christlich ist (immerhin nennt sich die dezimierte Merkel-Partei ja C-DU und nicht Humanistische Union), dann müßten jetzt nach den Merkel-Worten die Zachäus-Taten folgen: Das Eingeständnis, monatelang auf falsche Brater gehört zu haben und diese sofort durch bessere zu ersetzen.

Das Internet ist voll von diesen mundtot Gemachten!

Wenn schon nicht der eigene Rücktritt (es geht ja nicht um Lappalien, sondern um die Zerstörung von Existenzen), dann doch wenigstens den der zuständigen Minister. Sofortige Starthilfen für alle bisher Pleite gegangenen Gaststätten, Läden, Hotels usw zur Wiedereröffnung. Und die Wiedergutmachung aller (unnötigen) Kollateralschäden im psychischen, physischen und materiellen Bereich.

Für all die Verantwortlichen sollte es keine Oster-, sondern die ewige Ruhe geben, was ihre Amtsgeschäfte angeht. Denn, laut Merkels Bitte um Verzeihung, ist DAS unverzeihlich. Also: sofort rückgängig machen. Darin ist die Pfarrerstochter ja (sonst) unschlagbar.

Denn es wird wohl nicht so sein, dass die Rücknahme der (zynisch ausgerufenen) Osterruhe plötzlich das Virus getötet hat. Es war wahrscheinlich in der permanent beschworenen Dramatik  so nie vorhanden, sonst wäre die Aussetzung der „Osterruhe“ und die erbetene Verzeihung völlig unlogisch und geradezu allgemeingefährlich.

BILD: Eines der Bücher von Peter Hahne: „Niemals aufgeben!

Entweder die „Osterruhe“ MUSSTE sein, oder es war vieles Schwindel, was uns Merkel und vor allem Söder (!) da dauernd auftischten, sekundiert von Kirchen und Medien.

Ja, die Kanzlerin hat auch meinen Respekt. So wenig ich diesen gestrigen Akt auch welthistorisch nenne, eher selbstverständlich. Es wäre an jeglicher Lebenserfahrung vorbei, wenn dahinter nicht (auch) die Marginalisierung der Union in den Umfragen und bei den letzten Wahlen steht oder die Tatsache, dass das alles vor den Gerichten keinerlei Bestand mehr hat.  So schlicht ist das Leben.

Das Entscheidende nach einer Bitte um Vergebung ist der Neuanfang. Das und nichts anderes ist christlich. Zöllner Zachäus läßt grüßen, der ehemalige Gauner und plötzliche Wohltäter.

Deshalb: uns Bürgern die völlige Freiheit zurückgeben, sozusagen ein Neuanfang des gegenseitigen Vertrauens. Und als Kanzlerin endlich im Bundestag die Vertrauensfrage stellen, abgestimmt in geheimer Wahl.

Wer das beides als Konsequenz seiner Reue nicht tut, hat vielleicht menschlich ergreifend, ja sogar religiös dahergeredet, aber nicht die einzig logischen Taten folgen lassen. Und das nennt man – gut biblisch – Heuchelei.

Wir danken unserem Autor Peter Hahne für die freundliche Abdruckgenehmigung seines Beitrags. – Erstveröffentlichung des Artikels hier: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/merkels-bitte-um-verzeihung-heuchelei/


Ist „Osterruhe“ die erste Bürgerpflicht?

Von Peter Hahne

Das ist an Zynismus nicht zu überbieten. Die Corona-Chaos-Kanzlerin setzt nicht nur einen völlig unverhältnismäßigen Total-Lockdown durch, sie nennt das auch noch Osterruhe.

Osterruhe! Framing vom Feinsten, Orwell in Potenz. So twittert sie vor sich hin (Trump lässt grüßen), man müsse durch allgemeine Schließungen und „#WirbleibenzuHause“ eine „Phase der Osterruhe“ entwickeln.

Ich sage hier schon mal voraus: Eine Phase der Ramadan-Ruhe wird es nicht geben.

Nicht nur Gaststätten, Hotels und kleine Läden – wie auch Kirchen – bestens mit teuren Hygienemitteln ausgestattet, sollen hermetisch abgeriegelt werden, nein: die Kirchen mögen doch bitteschön auf Präsenzgottesdienste verzichten. 

So langsam wird jedem klar, dass Frau „Pfarrerstochter“ wohl in einem merkwürdigen Umfeld aufgewachsen sein muss. Osterruhe klingt wie Friedhofsruhe. Ostern feiert aber das Leben.

Offenbar hat sie keine Ahnung von den Restbeständen unserer christlichen Kultur. Armes Deutschland, arme C-Partei

Wenn sich die Kirchen darauf einlassen, fordere ich hier und jetzt Kurzarbeitergeld für Pfarrer. In der Bibel sagt der Apostel Paulus klar: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“ Also null Lohn. Oder im Alten Testament sozusagen der Umkehrschluss: „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.“

Wer sich wie letztes Jahr den wichtigsten Feiertag und dessen Religionsausübung verbieten lässt, sollte gleich ganz zumachen.

Ich höre schon den Einwand: Aber wir machen doch online, wir sind präsent. Fehlgeleiteter kann man das Wort „präsent“ nicht interpretieren.

Das Wesen von Kirche ist der Präsenzgottesdienst, also die physische Anwesenheit der Gemeinde. Bibel: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind.“ – Die fehlenden „Geschwister“ waren der größte Horror für Juden und Christen in den Gefängnissen und Folterzellen der Diktaturen.

Es gibt keinen vernünftigen Grund (bei allen bereits vorhandenen und bewährten Hygieneregeln), sich das bieten zu lassen. Soll die gute Frau doch auf ihre kontaktarme Datsche fahren: Christen gehören zu Ostern in die Kirche.

Inzwischen sind auch die Merkel-hörigen Medien dahinter gekommen: Wir erleiden Kollateralschäden (nicht wegen Corona, sondern wegen der Zwangsmaßnahmen einer unfähigen Regierung), die alles Vorstellbare übersteigen – die jedoch (auch von mir) alle schriftlich vorausgesagt wurden.

Schon letzte Ostern (vor 360 Tagen) habe ich bei Tichys Einblick und in ARD/ZDF davor gewarnt, weil Menschen gerade in Krisenzeiten Gemeinschaft brauchen, Rückhalt und Trost.

Das hat sich alles nur noch dramatisch verschärft.

Kirche war über Jahrhunderte der letzte Zufluchtsort, heute sperren sie den Laden zu und weisen die Hilflosen ab.

Lieber Broschüren über Gender-Sprache oder Regenbogenfahnen an den Turm als Widerstand gegen den Vatikan. Widerstand gegen den Wahnsinn von Merkel, Söder & Co: Fehlanzeige. 

Wären die DDR-Kirchen in den 1980er Jahren auch so vorgegangen, die Wiedervereinigung hätte es nie gegeben.

Wir danken dem ehem. ZDF-Moderator und evangelischen Theologen Peter Hahne für seine freundliche Abdruckgenehmigung. – Erstveröffentlichung und Fortsetzung seines Beitrags hier: https://www.tichyseinblick.de/meinungen/merkel-fordert-zynisch-osterruhe/


Schluss mit lustig für Gender-Gaga

Von Peter Hahne

Wer sich in Mainz über Erderschütterungen wundert: Das Beben kommt vom Hauptfriedhof, wo der Gründungsintendant des ZDF begraben liegt. Der unvergessene Karl Holzamer, am 22. April 2007 hundertjährig verstorben, hat dort seine letzte Ruhestätte gefunden und rotiert nun in derselben.

Der Philosoph und Pädagoge war Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und verwandt mit dem Schriftsteller Wilhelm Holzamer. Er achtete in seinen legendären 16 Intendanten-Jahren auf blitzsauberen Journalismus, wozu ordentliche Recherche und der richtige Gebrauch der deutschen Sprache gehörten. 

1967 sorgte der tiefgläubige Katholik für Schlagzeilen, als er seinem Star-Showmaster Lou van Burg („Der Goldene Schuss“, ein Straßenfeger und Quotenrenner) fristlos kündigte. Grund: „Mister Wunnebar“ hatte neben seiner Ehefrau noch eine Geliebte. Diese „Bettgeschichten mit Balkenüberschriften in den Boulevardblättern“ bezeichnete Holzamer als unwürdig für das ZDF. Er müsste sich heute wahrscheinlich permanent neue Mitarbeiter suchen.

Viel substanzieller und wenig „Wunnebar“ dürfte Holzamer es finden, dass sein „Bildungsfernsehen“ gerade für eine besondere Art von Volkserziehung missbraucht wird.

BILD: Grabstein von ZDF-Intendant Holzamer
(Foto-Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Holzamer_Karl_a.jpg)

Die geschätzte Moderatoren-Kollegin Petra Gerster nahm letzten Donnerstag bei „Maischberger“ (ARD) zur eigentümlichen Art ihrer Sprechweise Stellung, die manche als logopädische Störung, Schluckauf oder andere Beschwerden deuten.

 Gerster, die zum Beispiel Leser…innen sagt, also eine Baby-Bäuerchen-Pause nach den ersten zwei Silben einlegt, bekam nach eigenen Angaben „wütende“ Reaktionen auf ihre Genderei. „Die Mehrheit der Zuschauer lehnt das ab”, räumt sie ein. Aber sie meint, das sei „alles nur eine Frage der Gewöhnung.“

Gewöhnung! Das ist doch Hochmut-Pädagogik vom Feinsten, sozusagen Sonderschule fürs dumme Volk, für diese elenden Rückwärtsgewandten, die in der Sprache von Goethe, Schiller, Buber oder Luther völlig hinterwäldlerisch steckengeblieben sind, sozusagen Provinz pur. Denen muss man doch als medialer Volksbildungsmoderator mal auf die Sprünge helfen und ihnen die patriarchalistischen Flausen austreiben. Sozusagen die leidvoll zu ertragende allabendliche 19-Uhr-„heute“-Dosis Lebertran für die Volksgesundheit. Die werden sich schon dran gewöhnen, wie man „gerecht“ zu sprechen hat. Eine interessante Neudefinition von Demokratie.

Das klingt wie die neue All-Altparteien-Politik: Das Volk (oder wie es im „Hamburg-Journal“ des NDR heißt: die Bewohnenden) ist eben noch nicht so weit wie wir hochgebildeten Elite-Sprach-Soldat*_innen. Die wollen doch noch nicht mal die schönen Windräder oder die Abschaffung der Einfamilienhäuser, diese Elenden.

Mehr Hochmut und Volksverachtung geht nicht. Denn was die Bewohnenden und schon länger hier Lebenden, wie „das Bundeskanzler“ (so der Gender-Vorschlag bei „Maischberger“, ohne Alkohol und ersten April) die Deutschen nennt, wirklich wollen, besagt zum Beispiel eine Leserumfrage der Mitteldeutschen Zeitung: 99 Prozent sagen Njet zu dem Spuk.

Doch nun wird die ganze Genderei zum Gezänk unter Genossinnen. Herr(!)lich! Die ehemalige ORF-Moderatorin („ZiB-Kultur) und bekennende Feministin Andrea Schurian, jetzt Chefin der jüdischen Zeitschrift „Nu“, holt zum großen Schlag aus. In „Die Presse“ (Wien) wütet sie mit den Worten des Philosophen Konrad Paul Liessmann über den „Glottisschlag“, wie man das sprachgestörte Bäuerchen, also quasi den gesprochenen Genderstern, der kreisförmig angeordnete Deppenapostroph, offiziell nennt:

„Ich werde den Gedanken nicht los, dass es bei diesem doch eher peinlichen Gestammel weniger um die weiblichen oder queeren Adressaten als um moralische Selbstgefälligkeit geht und darum zu zeigen, dass man die politisch korrekte Fassade aufrechterhält.“  

Das „stimmlose glottale Plosiv“, also die kurze Atempause zwischen Leser–innen zum Beispiel, „soll den Raum zwischen männlicher und weiblicher Form für alle Geschlechteridentitäten erleuchten“, vermutet Feministin Schurian und kommt zu dem vernichtenden Urteil: „Ich will in keinem stillen Sprachloch verschwinden.“

Tja, es ist also längst keine Frage von rechts oder links, stock-hetero-konservativ oder ach-so-liberal-queer mehr. Auch in der Linken (siehe Wolfgang Thierse, Gesine Schwan oder Willy-Brandt-Sohn Peter in ihrem Streit mit der Esken/Kühnert-SPD) regt sich unter den wahrhaft Gebildeten und dem normalen Volk der den länger existierenden Sprachraum (früher Deutschland genannt) Bewohnenden Widerstand.

Für Gender-Gaga scheint Schluss mit lustig. Wäre da nicht die schützende Hand der Öffentlich-Rechtlichen oder das Milliarden teure Divers-Förderungsprogramm der Bundesregierung, das zur Wochenmitte vorgestellt wurde. 

Ach, lieber Professor Holzamer, was war das noch schön, als das Fernsehen Bildung und nicht Gewöhnliches äääääh Gewöhnung auf dem Programm hatte. Gut, dass ich schon entwöhnt bin. Nicht nur von der Elternbrust mit ihrer Menschenmilch. Und das Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ passt prima zu dem Volksbildungsprogramm der Volksverächterelite: Es bleibt etwas Hohles zurück, und wenn’s nur die Birne ist. 

Wir danken Peter Hahne für die freundliche Abdrucksgenehmigung. Er war Vorgänger von Petra Gerster als Moderator der ZDF-Hauptnachrichtensendung „heute“.

Sein Beitrag erschien vorher auf der liberal-konservativen, zeitgeistkritischen „Achse des Guten“: https://www.achgut.com/artikel/die_sendung_mit_de_lebertran

Zum Thema Gender-Gaga paßt auch Hahnes neues Buch: „Seid ihr noch ganz bei Trost! Schluss mit Sprachpolizei und Bürokraten-Terror“ (Quadriga/Lübbe-Verlag)


Sachbuch: Die GRÜNEN unter der Lupe

Unsere aktuelle Empfehlung:

Buch-Daten: DIE GRÜNEN – Was steckt wirklich dahinter? Eine Enthüllung – Dr. Lothar Gassmann, Jeremia-Verlag, 236 Seiten, ISBN: 978-3-944834-39-9. Preis 15 Euro

Der Jeremia-Verlag gehört zum evangelikalen (theologisch konservativen) Spektrum und bringt neben Büchern zu Glaubensthemen auch Veröffentlichungen zu zeitkritischen Fragen heraus.

Sehr faktenstark, tiefgründig und übersichtlich aufgebaut ist das jetzt in 5. Auflage erschienene Werk des evangelischen Theologen und Predigers Dr. Lothar Gassmann über Entstehung, Geschichte, Ideologie und Hintergründe der grünen Partei, der er in seiner Jugend aus „umweltbewegten“ Gründen einst selber angehört hat.

Bereits im Laufe der 80er Jahren distanzierte sich der Publizist jedoch von dieser unchristlichen und linklastigen Partei mit ihrer verfänglichen „Naturmystik„, die sich damals wie heute für z.B. für die totale Abtreibungsfreiheit einsetzt, also keineswegs wirklich „für das Leben“ eintritt.

Wer sich mit den realen Zielen und Hintergründen der Grünen befaßt, kann sein blaues Wunder erleben, wenn er die Partei zuvor durch die rosarote Brille betrachtet hat – wie das bis heute immer noch viele Zeitgenossen tun, vor allem aus dem Bildungsbürgertum, darunter sogar Christen in ihrer grenzenlosen Naivität.

Der bekannte ZDF-Moderator und Bestsellerautor Peter Hahne empfiehlt dieses fundierte Werk ebenso wie Helmut Matthies, jahrzehntelanger Chef von IDEA, der größten evangelischen Nachrichtenagentur in Deutschland: „An diesem Buch kommt kein ernsthafter Diskutant der Grünen vorbei.“

Hier kann man das Aufklärungs-Buch direkt beim Verlag bestellen: https://jeremia-verlag.com/product/die-gruenen-was-steckt-wirklich-dahinter-eine-enthuellung/

Hier reinschauen in die Leseprobe.pdf 


Peter Hahne kritisiert Rosa-Luxemburg-Gottesdienst in Hamburger evgl. Gemeinde

Das langjährige Mitglied des Rates der EKD, Peter Hahne (siehe Foto), hat den sog. Themen-Gottesdienst einer Hamburger Gemeinde zum 150. Geburtstag von Rosa Luxemburg scharf kritisiert.

„Hier zeigt sich geballt das ganze Elend der heutigen Kirche: Es wird eine Ideologie gefeiert, die Millionen von Christen auf dem Gewissen hat. Die Geschichte der DDR ist in den Köpfen dieser Ideologie-Theologen bereits ausgeblendet. Aber erst recht die kommunistischen Rosa-Luxemburg-Diktaturen des vorigen Jahrhunderts mit ihren Gulags und Guillotinen für Christen“, sagte der frühere ZDF-Moderator am Freitag der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT.

Der Gottesdienst am kommenden Sonntag in der Auferstehungskirche in Hamburg-Lurup ist auf der Internetseite der Gemeinde mit dem Titel angekündigt: „Mensch sein ist vor allem die Hauptsache“. Zwar sei Luxemburg eine Sozialistin gewesen. Doch mit dem Gottesdienst wolle man eine „bedeutende Frau“ ehren, „die uns heute noch Inspiration sein kann“. Bei Luxemburg habe es sich um eine „feinsinnige Frau“ gehandelt, die „unbeirrt“ ihren eigenen Weg gegangen sei.

Für Hahne ist nicht nachvollziehbar, warum die EKD „zu solch dümmlichem Unfug“ schweige, „der die letzten Wohlmeinenden und Gutgläubigen aus den Kirchen vertreibt“.

Rosa Luxemburg war Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Deutschlands. Nach dem Ausbruch der Novemberrevolution 1918 gründete sie den Spartakusbund. In dessen Programm, das Luxemburg verfaßt hatte, hieß es: „Auf, Proletarier! Zum Kampf! Es gilt eine Welt zu erobern und gegen eine Welt anzukämpfen. In diesem letzten Klassenkampf der Weltgeschichte um die höchsten Ziele der Menschheit gilt dem Feinde das Wort: Daumen aufs Auge und Knie auf die Brust.“

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/gottesdienst-fuer-rosa-luxemburg/


Peter Hahne kritisiert TV-Talk-Einseitigkeit

Der frühere ZDF-Moderator Peter Hahne hat den öffentlich-rechtlichen Talksendungen eine einseitige Gästeauswahl vorgeworfen. Politiker der AfD als größte Opposition im Bundestag würden dort ausgegrenzt, sagte er der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT:

„Daß Talkshows zu Regierungs-Hochämtern trotz völligem Versagen in der Corona- und Impfpolitik mutieren, beweist, daß die Parallelgesellschaft der Medienmacher keinen Sensus für die Lebenswelt der AfD-Wähler hat: Lehrer, Polizisten, querdenkende Wissenschaftler, Soldaten, Arbeiter.“

Hintergrund ist die Auswertung der Gästelisten der Talksendungen „Anne Will“, „Maischberger“, „Hart aber fair“ und „Maybrit Illner“ nach Parteizugehörigkeit in 2020. Häufigste Vertreter waren bis Mitte Dezember Politiker von CDU/CSU (94), gefolgt von SPD (83), Grünen (32), FDP (28) und Linkspartei (19). Die AfD als größte Oppositionspartei im Bundestag lag abgeschlagen mit sechs Auftritten auf dem letzten Platz.

Noch deutlicher fiel die Diskrepanz in der ZDF-Gesprächsrunde von Markus Lanz in 2020 aus. Hier war in den 134 Sendungen kein einziges Mal ein AfD-Politiker zu Gast. – Zum Vergleich: Die Grünen, die im derzeitigen Bundestag die kleinste Fraktion stellen, kamen auf 21 Einladungen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/peter-hahne-talkshows-mutieren-zu-regierungs/