Regensburger Bischof betrachtet die Furcht vor Islamisierung nicht als „Hirngespinst“

Bei der traditionellen Wallfahrt katholischer Donauschwaben nach Altötting hielt der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto) am 8. Juli eine ausführliche Predigt, worin er die geschichtlichen Verdienste und das kulturell-christliche Erbe der Donauschwaben würdigte. (Näheres dazu HIER in unserem CF.)

Zugleich äußerte sich der Oberhirte zum aktuellen Thema Islam(isierung) – wir zitieren die entsprechenden Abschnitte vollständig:

„Ihre Vorfahren waren einst die Donau hinabgezogen, um das Land zu besiedeln, und auch, um einen kulturellen und religiösen Schutzschild für Europa zu bilden. Wenn man all das aus der Perspektive der Gegenwart betrachtet, erkennt man erst, welche Katastrophe die Entwicklungen des 20. Jahrhunderts letztendlich bedeuten.

Die Perspektive der Gegenwart: Viele sehen heute die Gefahr einer drohenden Islamisierung Mitteleuropas, nicht durch kriegerische Eroberung und Besatzung, sondern durch Asylgewährung und Fruchtbarkeit.

Sie wissen wahrscheinlich, dass ich diese Befürchtungen nicht für ganz unberechtigt oder gar für krankhafte Hirngespinste halte. Der Islam ist von seinem theologischen Wesen her der Widerspruch zum Christentum, und von daher ist kulturell allenfalls ein Nebeneinander möglich.

Dennoch meine ich, dass der große Orient-Kenner Peter Scholl-Latour Recht hatte: Der Westen muss nicht in erster Linie Angst haben vor der Bedrohung von außen, liebe Schwestern und Brüder, sondern von innen, vor der eigenen Glaubensschwäche und vor der eigenen Unlust an der Zukunft, die sich auch ausdrückt in einer Unlust an Nachkommenschaft, was von vielen Menschen in den anderen Kontinenten ja nur als eine Einladung verstanden werden kann, zu uns zu kommen und die Lücken zu schließen.“

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/ein-vereintes-europa-auf-der-basis-des-christentums-6153/


Peter Scholl-Latour kritisiert naives Menschenbild und deutsche Syrien-Politik

Gegen eine zu optimistische Weltsicht wendet sich der Journalist und Bestsellerautor Peter Scholl-Latour. In einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte er:

„Das Böse steckt tief im Menschen. Wir leben in einem darwinistisch denkenden Zeitalter. Eine Religion oder Weltanschauung, die davon ausgeht, dass der Mensch von Natur aus gut sei, muss scheitern.“  

Der 88 Jahre alte Scholl-Latour hat fast alle Länder der Welt bereist und ist Deutschlands erfolgreichster Sachbuch-Autor.  Seiner Auffassung zufolge erlebt die Menschheit ständig neue Ausbrüche des Bösen. 

„Patriot-Raketen in die Türkei sind ein Fehler“

Der Schriftsteller kritisierte z.T. auch die deutsche Außenpolitik. Im Umgang mit Schurkenstaaten brauche Deutschland mehr diplomatisches Geschick. So sei es ein Fehler, dass Deutschland Patriot-Raketen in die Türkei schicke, die gegen Syrien aufgestellt werden. Dazu gebe es keinen UNO-Beschluss. Bonn-Moschee-0312-2

Zwar dürfe man das Assad-Regime in Syrien nicht von seinen Gräueln freisprechen.

Es sei jedoch das letzte säkulare Regime in der arabischen Welt und „unendlich liberaler“ als etwa Saudi-Arabien:

„Die Christen konnten sich in Syrien frei entfalten, genauso wie es im Irak unter Saddam Hussein der Fall war. Inzwischen ist die Christenverfolgung in Syrien fast so schlimm wie im Irak  –  aber in Europa will davon kaum jemand etwas wissen.“

BILD: Große Moschee mit Minarett in Bonn (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Scholl-Latour sprach auch über die religiöse Lage. Die Welt befinde sich „in einer religiösen Gärung“. Eine Ausnahme bilde Europa:

„Machen wir uns keine Illusionen: Europa wendet sich vom Christentum ab, wird agnostisch, aggressiv aufklärerisch, atheistisch. Die Frömmigkeit wird weiter nachlassen und die Verhöhnung der Religion weiter zunehmen.“

„Ich fürchte nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Abendlandes“

Es sei eine Schwäche Europas, dass in ihm immer mehr bekennende Atheisten lebten. Viele evangelische und katholische Geistliche hätten die Jenseitsbestimmung ihres Glaubens und die kirchlichen Lehren dem Zeitgeist geopfert. Sie neigten dazu, das Christentum auf eine humanitäre Philosophie oder auf eine Soziallehre zu reduzieren.

Scholl-Latour erklärt hierzu:

„Ich fürchte nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Abendlandes. Das Christentum hat teilweise schon abgedankt. Es hat keine verpflichtende Sittenlehre, keine Dogmen mehr.“

Zur Frage, welchen Rat er den christlichen Kirchen gebe, sagte Scholl-Latour: „Sie sollten bei ihren ursprünglichen Lehren bleiben.“

Quelle: www.idea.de


Peter Scholl-Latour über die Heuchelei des Westens: Wo bleibt der Protest gegen Christenverfolgung?

Das Anti-Mohammed-Video bestimmt derzeit die Schlagzeilen vieler Medien.  In der Talkshow Münchner Runde des Bayerischen Fernsehens beklagte der bekannte Islamexperte Peter Scholl-Latour, daß sich alles um dieses Video drehe, aber kaum jemand über Christenverfolgung und Unterdrückung im Orient.

Die Münchner Runde im Bayerischen Fernsehen diskutierte über die Frage: „Soll man die Aufführung des Videos verbieten?“

Gäste waren Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Lamya Kaddor, die Vorsitzende des Liberal-islamischen Bundes und Peter Scholl-Latour. Er selbst würde die Verbreitung des „idiotischen Videos“ untersagen.  Gleichzeitig solle der Westen „gegenüber dem Islam Stellung beziehen, hart Stellung beziehen“, wo es um wichtige Themen gehe.

Scholl-Latour wies darauf hin, „dass die Christen im Orient verfolgt und unterdrückt werden.“  – Während gegen das Video geschlossen protestiert werde, schweige man, wenn Christen in islamisch-geprägten Ländern bedroht werden.

Das deutlichste Beispiel für die weit verbreitete Heuchelei sei Saudi-Arabien, erklärte Scholl-Latour: „Es geht nicht, dass in Saudi-Arabien keine Messe abgehalten werden darf und Geistliche wie Sklaven behandelt werden.“

Juden und Christen würden in Saudi-Arabien verfolgt, ein Kreuz oder eine Bibel zu besitzen stehe unter Strafe  –  und der islamische Staat sei eine wichtige Quelle des Salafismus.  

Weil Saudi-Arabien ein wichtiger Wirtschaftspartner für Deutschland sei, bleiben alle ruhig. Dadurch werde die Heuchelei des Westens sichtbar, erklärte Scholl-Latour. „Ich habe niemals von einem verantwortlichen Politiker ein Wort gehört, dass man die dortigen Christen auch schützen sollte, weil das immerhin unsere Glaubensbrüder sind.“

Hinsichtlch Syrien erkärte Scholl-Latour, man freue sich, daß die Regierung  Assad gestürzt werde, vergesse aber, daß die Alternative auch nicht besser sei: Salafisten und radikale Moslembrüder.

Quelle: Medienmagazin PRO


Christen in Nahost: Gespräch mit dem Jesuitenpater Prof. Dr. Samir Khalil Samir am 24.8. in München

Einladung der katholischen Medienagentur „Domspatz“:

Tag für Tag hallten uns Bilder von schreienden, schießenden und weinenden Menschen aus Syrien, Ägypten oder dem Irak. Wir hören viel von Kämpfen zwischen „dem Regime“ und „Aufständischen“. Nur selten fragen Journalisten nach, wie es der Bevölkerungsgruppe geht, die uns am nächsten steht und die letztlich mehr als alle anderen unter den Ereignissen leidet  –  den Christen.

Peter Scholl-Latour befürchtet, dass die mögliche Christenverfolgung in Syrien „bald so schlimm werden kann, wie sie im Irak stattgefunden hat“. Es sei ein Skandal, dass in Europa niemand über die Bedrohung der Christen in dem Bürgerkriegsland spreche. Recht hat er: Es ist skandalös und unklug dazu.

 Grund genug, dass wir mit unseren beiden nächsten Domspatz-Soiréen den Blick auf unsere bedrängten Mitchristen im Nahen Osten lenken. Wir wollen hören, wie sie über die „Arabellion“ denken, welche Erfahrungen sie mit andersgläubigen Landsleuten machen, was sie uns aus mehr als tausend Jahren Erfahrung im Zusammenleben mit Muslimen raten und was sie von uns jetzt erwarten.

Am Freitag, den 24. August 2012, können wir Pater Prof. Dr. Samir Khalil Samir SJ   –  einen herausragenden Orientalisten und Islamwissenschaftler der katholischen Weltkirche  –  als Gast unserer Domspatz-Soirée begrüßen.

Prof. Samir (siehe Foto) lehrt Geschichte der Arabischen Kultur und Islamische Studien an der kath. Universität des Hl. Josef in Beirut und unterrichtet zudem am Päpstlichen Orient-Intitut in Rom. Der gebürtige Ägypter ist Berater vieler Kirchenvertretern und Politiker in Europa und in Nahost.

Wir sind gespannt, die Sicht dieses exzellenten Fachmanns zu hören. – Auch Medienvertreter haben bereits ihr Interesse an unserer Veranstaltung bekundet.

Mit dabei ist die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Michaela Koller, die mit Pater Samir das Buch „Muslime und Christen: Geschichte und Perspektiven einer Nachbarschaft“ veröffentlichte (siehe Foto: bei der Überreichung des Buches an den Papst). Die fachkundige Journalistin leitet die kath. Internetseite Vaticanista News.

Wir beginnen wie immer um 19:30 Uhr, diesmal wieder im Kulturzentrum Movimento, Neuhauser Straße 15.

Der Eintritt beträgt 12,50 Euro.

Das Movimento finden Sie in der Münchner Fußgängerzone, direkt gegenüber St. Michael (Eingang durch die KULT-Passage, die früher Haertle-Passage hieß).

Mehr über diese Soirée finden Sie auf unserer Internet-Seite.


Peter Scholl-Latour: Anschlag in Damaskus trägt die Handschrift von Al Kaida

Eine mögliche Christenverfolgung in Syrien könnte bald so schlimm werden wie seinerzeit im Irak. Das befürchtet der Nahost-Experte Peter Scholl-Latour.

Es sei ein Skandal, daß in Europa niemand über die Bedrohung der Christen in dem Bürgerkriegsland spreche, kritisierte der Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.   –  Die Zukunft des syrischen Regimes sei ungewiß. Assad habe nur wenige Alternativen: „Wenn Aufständische siegen und er ihnen in die Hände fällt, wird er umgebracht“, sagte Scholl-Latour.

Der jüngste Anschlag auf den Krisenstab der syrischen Regierung in Damaskus trägt nach Scholl-Latours Auffassung die Handschrift des radikal-islamischen Terrornetzwerks Al Kaida.

Die Attacke sei von Spezialisten ausgeführt worden und passe in das Muster extremistischer Salafisten oder der Al Kaida.

Quelle: RadioVatikan