Dr. Johannes Hartl spricht mit pfingstlerischen Starpredigern auf der Presence-Konferenz

Mit Bonnke – Fitzgerald – Johnson – Baker – Wenz

Dr. Johannes Hartl, Leiter und Gründer des charismatisch-ökumenischen Gebetshauses Augsburg, hat gestern in einem Tweet auf englisch darauf hingewiesen, daß er auf der „Presence-Conference“ in Genf auftreten wird.

Die pfingstlerische Großveranstaltung in der Schweiz beginnt am heutigen 20. Mai und endet am 1. Juni.

Mit dem katholischen Theologen Dr. Hartl treten weitere bekannte Redner auf, meist seit Jahrzehnten international bekannte „Stars“ der  protestantisch-charismatischen Szene, darunter folgende:

Reinhard Bonnke (per Skype): Das schwarmgeistige Urgestein ist Gründer von „Christus für alle Nationen“ (CfaN): https://charismatismus.wordpress.com/?s=reinhard+bonnke

Bill Johnson: Pastor der kuriosen US-amerikanischen Bethel-Gemeinde: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Bill+Johnson

Heidi Baker, ultra-enthusiastische Charismatikerin: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Heidi+Baker

Ben Fitzgerald, pfingstlerischer Star-Prediger: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Ben+Fitzgerald

Markus Wenz (Stuttgart), bis vor kurzem Leiter des charismatischen Gospelforums (einer Mega-Gemeinde): https://charismatismus.wordpress.com/?s=Peter+Wenz

 


Gospel-Forum in Stuttgart weiter zerstritten

Von Felizitas Küble

Wie die evangelische Nachrichtenagentur aktuell berichtet, hält die seit Monaten bestehende Leitungskrise im charismatischen Gospel-Forum weiter an.

Deren Leiter Peter Wenz – so beklagen führende Mitglieder der Stuttgarter Mega-Gemeinde  –  erweise sich nach wie vor als nicht kritikfähig und selbstherrlich. Statt mit Sachargumenten reagiere er mit Drohungen auf Beschwerden.

Hauptpastor Peter Wenz kommt aus der protestantischen Pfingstbewegung. Unter seiner Regie hat sich die einstmalige „Biblische Glaubens-Gemeinde“ in Gospel-Forum umbenannt und  – rein äußerlich gesehen – erfolgreich fortentwickelt, was auch mit dem emotionalen Stil, seinen anschaulichen Predigten und den rhytmischen Lobpreisliedern in seinen Gottesdiensten zu tun hat, die vor allem junge Leute anziehen. 

Wie im charismatischen Spektrum üblich, stehen Erlebnisse von „Heilung und Befreiung“ im Mittelpunkt der Gemeinde. Dazu kommen die außerordentlichen Charismen, die dem Heiligen Geist und seinem Wirken zugeschrieben werden, darunter z.B. Zungenrede, Ruhen im Geist (Rückwärtskippen in Trance) oder „prophetische Gaben“. Solche erfahrungsorientierten Frömmigkeitsformen sind vor allem für Neulinge im Glauben oft faszinierend, zumal sie die religiöse Neugier ansprechen, aber moralisch nicht viel abverlangen.

Manche suchen auch eine „unfehlbare“ geistliche Führung, die ihnen dort geboten wird. Gerhard Wissmann gehörte einst zum Kreis um Pastor Wenz. In „BGG-Notizen eines Leiters 1993“ erwähnt Wissmann folgende Aussage aus dessen Predigt: „Was von mir gesagt wird, kommt direkt vom Heiligen Geist und ist deshalb nicht angreifbar bzw. darf keiner weiteren Prüfung unterzogen werden; etwaige Kritik ist Rebellion gegen Gott.“

Das Pfingstlertum ist von weiteren „Kinderkrankheiten“ geprägt, die ihr gleichsam in die Wiege gelegt wurden und die  immer stärker ausufern. Dazu gehört die Erwartungshaltung, als „vollmächtiger“ Christ  die außergewöhnlichen „Geistesgaben“ zu erhalten, das Sprachengebet zu pflegen, Heilungen zu bewirken usw. Durch die Sehnsucht bis hin zur Sucht nach „Zeichen und Wundern“ entsteht ein starker seelischer Druck, im Falle des Nicht-Gelingens auch Ängste und Glaubenszweifel.

Dies gilt erst recht für die in diesen Kreisen häufig anzutreffende Dämonen-Fixiertheit und vorschnelle „Diagnose“ von Besessenheit oder „okkulter Belastung“ bei Gemeindemitgliedern, die skeptisch sind oder früher in die Esoterik verstrickt waren.

Weitere Infos zum Gospel-Forum hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/11/26/stuttgart-charismatisches-gospel-forum-aktuell/

 


Aktuelles zum charismatischen Gospelforum

Von Felizitas Küble

Das evangelische Gospel Forum in Stuttgart hieß früher Biblische Glaubensgemeinde und wurde 1953 von Paula Gassner ins Leben gerufen, die schon zuvor als charismatische Predigerin im Süddeutschen aktiv war.
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Seit 1984 von Peter Wenz geführt, ist diese pfingstlerische Mega-Gemeinde ständig weiter gewachsen. Zu den euphorischen Gottesdiensten kommen am Wochenende mehrere tausend Menschen, vor allem junge Leute. Dabei kommt es auch vielfach zum Rückwärtskippen in Trance („Ruhen im Geist“), wobei die Teilnehmer wie ohnmächtig auf den Rücken fallen.
Wie in diesen Kreisen üblich, ist die „Frömmigkeit“ stark auf Zeichen und Wunder, Heilung und „Befreiung“ fixiert   – das sind gleichsam die vier Zauberworte der Charismatik.
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Wie so oft, hält sich auch hier der oberste Leiter für besonders geistbegabt und gottgesandt, ja sogar für einen „Gesalbten des HERRN“. Die unter ihm wirkenden Pastoren in den Hauskreisen haben das offenbar zu verinnerlichen und nicht von den Vorgaben ihres geistbegnadeten Chefs abzuweichen.
Darüber hat auch IDEA berichtet: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/steckt-das-gospel-forum-stuttgart-in-einer-leitungskrise-107358.html
Ebenso ein weiterer evang. Pressedienst: https://www.epd.de/landesdienst/landesdienst-s%C3%BCdwest/schwere-krise-stuttgarter-mega-gemeinde-eklat-bei-mitgliederversam
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Zu diesem Problemfeld gibt es sodann von Betroffenen und Aussteigern einige Hinweise  – auch betreff „geistlicher Mißbrauch“: http://www.cleansed.de/bgg_stuttgart_a.php
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Derartige Phänome sind freilich nicht neu, sondern weitgehend üblich im pfingstlerischen Spektrum  – das Problem liegt im Wesen der Sache, es ist gleichsam system-immanent:
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Wer sich für besonders „geistbegnadet“ hält und mit charismatischen Gaben ausgerüstet glaubt, immunisiert sich damit grundsätzlich gegen Kritik – und wer sich dennoch skeptisch äußert, der vergreift sich damit an einem „Propheten Gottes“ – oder begeht gar die „Sünde wider den Heiligen Geist“.
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Auch mir wird genau dieser Vorwurf seit Jahrzehnten x-mal vorgehalten, auch öffentlich (z.B. von Usern auf Gloria-TV oder kath.net), wenn ich gewisse „charismatische“ Phänomene kritisch unter die Lupe nehme.
In diesen enthusiastisch-fanatischen Kreisen kennt man oft nur schwarz oder weiß  – man selber befindet sich natürlich in der lichtreichen Zone, Andersdenkende sind hingegen von Finsternismächten umgeben oder bestenfalls verblendet.
Weitere aktuelle Infos zum Gospelforum hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/12/gospel-forum-in-stuttgart-weiter-zerstritten/
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Der katholische Charismatiker Dr. Johannes Hartl vom „Gebetshaus Augsburg“ arbeitet aktiv mit Pfingstlerpastor Wenz zusammen und ist z.B. vor drei Jahren bei seiner „Heilungskonferenz“ aufgetreten: https://blog.gospel-forum.de/2015/10/02/hunderte-heilungen/
Mit den Aktivitäten von Dr. Hartl haben wir uns seit Jahren befaßt und seine MEHR-Konferenzen kritisiert: https://charismatismus.wordpress.com/2018/01/04/die-mehr-konferenz-und-weitere-aktivitaeten-des-gebetshauses-augsburg/
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