Besorgte Katholiken fragen den Vatikan: Gibt es in Deutschland ein Schisma?

Nach Angaben der „Tagespost“ haben Katholiken aus Deutschland ein sogenanntes Dubium an den Vatikan gerichtet. In Erinnerung ist noch das Dubium mit der Frage nach der Möglichkeit der Segnung homosexueller Beziehungen.

Diesmal geht es um die Frage, ob in Deutschland ein Schisma vorliegt.

Besorgte kirchentreue Katholiken möchten angesichts der nicht nachlassenden Diskussion um das Priestertum der Frau, verbotener Segnung homosexueller Beziehungen, Interkommunion und Predigten von Laien in der Eucharistiefeier Klarheit, wie es möglich ist, dass eine Ortskirche sich vom Glauben der Kirche entfernt hat, ohne schismatisch zu sein.

„Gefühlt kann das so sein, wenn in der Diskussion und auf dem synodalen Weg das Amt, die Sexualmoral und nicht zuletzt die Sakramente immer weiter dekonstruiert und dem Zeitgeist angepasst werden“, schreibt Peter Winnemöller in dem Beitrag der „Tagespost“, für den die Anfrage schon lange überfällig gewesen ist. 

„Es könnte hilfreich sein, wenn das Beispiel Schule macht, denn Rom zeigt sich erstaunlich geduldig mit Bischöfen, die offen die Frauenweihe fordern, eine Änderung der Sexualmoral anstreben und beinahe unverhohlen mit blumigen Worten eine Segnung für alle und alles befürworten. Im Elfenbeinturm synodaler Prozesse mag das ja nett sein“, so Winnemöller weiter. – „In Rom nachzufragen und die strittigen Punkte aus Sicht der Gläubigen zu benennen“, könne  „dazu beitragen, Klärung herbeizuführen“.

Quelle: https://www.kathnews.de/neues-dubium-im-vatikan-vorgelegt


MEHR-Konferenz: Weniger wäre MEHR…

Von Felizitas Küble

Das erscheinungsbewegte Infoportal „Kath.net“ befand sich während der charismatischen MEHR-Konferenz wohl unentwegt im 7. Himmel mit täglich mehreren Jubel-Artikeln. Da kam zusammen, was zusammengehört.
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Gestern berichtete Kathnet-Autor Peter Winnemöller unter dem Titel „MEHR geht immer“ live von der MEHR-2020 – natürlich voll des Lobes, wenngleich er sich als bodenständiger Westfale outet, dem es z.B. bei der charismatischen Lobpreismusik schwerfalle, die Hände noch oben zu strecken.
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Doch grundsätzlich nimmt er die MEHR-Konferenz stark in Schutz vor den  – wie er wörtlich und vielsagend schreibt  – „üblichen Verdächtigen“.
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Nächster Satz: „Es sind gerade alle jene, denen alles Fromme, alles Beten suspekt ist. Jene, denen Mission als Kampfbegriff erscheint.“
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Der Verfasser verrät uns aber nicht, welche schlimmen Kampf-Atheisten die MEHR angeblich bekämpfen. Charismatische Großveranstaltung
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Immerhin fällt ihm dann ein, daß es z.B. neben der „akademischen Theologie“ noch weitere Kritiker gibt:
„Auch Vertretern des konservativen Spektrums ist die MEHR mehr oder weniger ein Dorn im Auge. Hurra-Katholizismus nannte es der Cathwalk schon vor vier Jahren und wiederholte diese Kritik aktuell auf Facebook….Der Begriff „Hurra- Katholizismus“ ist sicher ein Kampfbegriff, den man einfach als solchen ansehen sollte. „
Hallo, Herr Winnemöller, unser CHRISTLICHES FORUM geht seit vielen Jahren deutlich weiter in seiner Skepsis, was Ihnen vielleicht entgangen sein mag.
Aus unserer Sicht ist die MEHR und das Gebetshaus Augsburg nicht nur geprägt durch ein gefühlsbetontes Halleluja-Christentum (was noch relativ harmlos wäre), sondern deutlich MEHR, nämlich geradezu schwarmgeistig.
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Noch etwas: Indem man Kritikerworte rundweg als „Kampfbegriff“ herabwürdigt, hat man noch kein einziges Gegenargument vorgebracht, sondern lediglich eine sprachliche Abwertung vollzogen.
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Die enormen Kosten der MEHR rechtfertigen aus Winnemöllers Sicht die hohen Eintrittspreise und Spendenaufrufe:
„Schönheit spielt eine enorme Rolle. Wenn gilt, dass das Auge auch beim Gebet mit isst, wird man hier für Wochen oder Monate genährt. Dann wird auch einsichtig, dass Schönheit einen Preis hat. Die MEHR kostet und nicht zu knapp. Trotz der hohen Preise decken die Eintrittskarten die Kosten nicht….Man kann fragen, ob man alles so teuer und so hochwertig machen muss. Die Antwort auf die Frage geben die Teilnehmer. Sie kommen und zahlen ohne zu murren den Preis den kostet. Also ist es ihnen das wert und damit hat man die Antwort.“ (Die Tipp- und Kommafehler entstammen dem O-Ton.) 
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Spielt „Schönheit“ in der Verkündigung Christi auch eine „enorme Rolle“? Oder geht es bei IHM statt um Schoweffekte und Ästhetik in erster Linie um den Inhalt, um Gottes Wort und Wegweisung?
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Würde weniger „Schönheit“ nicht mehr Inhalt in den Mittelpunkt rücken? Aber wäre dann die Konferenz noch charismatisch? Gilt doch in diesen Kreisen das begeisterte Gefühl  – man kann auch sagen: ein Erfahrungsglaube – mehr als das „Brot“ einer vermeintlich „trockenen“ Lehre!
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WENIGER Show, Krachmusik und Glitzerkam wäre tatsächlich MEHR – aber das setzt ein MEHR an wirklichem Glauben voraus, der es nicht nötig hat, ständig auf Wolke 7 zu schweben.
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Weitere 20 kritische Artikel zu MEHR und dem Gebetshaus Augsburg siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/gebetshaus-augsburg-j-hartl/