Zur gezielten Abtreibung von Mädchen: Wo bleibt der Aufschrei der Feministinnen?

In den letzten drei Monaten wurden in 132 untersuchten Dörfern des nordindischen Bundesstaates Uttarakhand insgesamt 216 Kinder geboren – alles waren Jungen, kein einziges Mädchen erblickte das Licht der Welt. Das berichtete die britische Tageszeitung „Independent“ anhand von Zahlen, die von zuständigen Strafverfolgungsbehörden veröffentlicht worden waren. 

 „Wir sind schockiert über diese gezielte und buchstäblich über Leichen gehende Diskriminierung von Frauen in traditionell patriarchalen Kulturen.“  – Das stellt Petra Lorleberg von den „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) fest.

Die Beisitzerin im Bundesvorstand erläutert weiter:

„Wir fragen uns aber auch, wo der Aufschrei der Feministinnen und Feministen hierzulande bleibt. Denn wir müssen ernsthaft in Erwägung ziehen, ob das, was hier in fernen Ländern zutage tritt, auch bei uns Praxis ist.

Möglichkeiten, dies zu verhindern, sehen wir bei uns in der Anwendung (und ggf. Kontrolle) des § 15 Abs. 1 GenDG, der verbietet, bei einem Gentest den Eltern das Geschlecht des Kindes vor Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche mitzuteilen.

Wir warnen vor der Gefahr, dass durch den immer leichteren Zugang zu nichtinvasiven pränatalen Tests das Geschlecht des Kindes auch in Deutschland bereits vor der 12. SSW (Schwangerschaftswoche) festgestellt werden kann und es deshalb – entgegen der Bestimmung durch das GenDG – auch bei uns zu geschlechtsspezifischen Abtreibungen kommen kann.

Mit Übernahme der Kosten für diese Tests durch die Krankenkassen würde hier also möglicherweise Geschlechterselektion von der Solidargemeinschaft unterstützt, obwohl sie ausdrücklich gegen das Interesse der Solidargemeinschaft verstoßen.

Außerdem fordern wir alle Abtreibungs-Befürworterinnen und Befürworter ausdrücklich dazu auf, in dieser Frage der unglaublichen vorgeburtlichen Diskriminierung von Frauen den Schulterschluss mit uns zu suchen. Es muss uns allen gemeinsam um das Grundrecht von Frauen gehen: das Recht auf Leben.“

Internetpräsenz: www.cdl-online.de


Glaubenswege, die zum Ordensleben führen

Rezension von Hans Jakob Bürger

Buch-Daten: Petra Lorleberg (Hrsg.), Glaubenswege: Mein Weg ins Ordensleben, dip3 Bildungsservice GmbH (kath.shop) 2013, ISBN: 978-3-902686-85-5, 154 Seiten, 9,80 Euro

Etwa zwanzig Ordensleute (Frauen und Männer) berichten in „Glaubenswege. Mein Weg ins Ordensleben“ über ihren Lebensweg, der sie in ein Kloster führen sollte oder zumindest in ein klosterähnliches Leben „in der Welt“.

Die einzelnen von Petra Lorleberg zusammengestellten und herausgegebenen Erzählungen sind teils kürzer, teils länger, mal eher nüchtern, mal eher mitreißend erzählt.

So berichtet etwa die spätere Äbtissin der Trappistinnen von „Maria Frieden“ davon, dass sie von vielen Reaktionen sehr erschüttert war, als sie davon erzählte, bald in ein kontemplatives Kloster einzutreten: „Gerade Priester, die ich kannte und die das am besten verstehen müssten, rieten mir dringend ab. Ich könnte doch so viel in der Welt wirken. Aber das wollte ich ja gerade: auf die effektivste Weise für die Welt wirken, durch das Gebet.“

Gemeinsam ist all den Ordensleuten, dass sie vom Ruf Gottes an den jeweiligen Menschen und den daraus folgenden notwendigen Entscheidungen berichten . Mit ihren autobiografischen Geschichten geben die namentlich identifizierten Ordensleute einen Einblick in ihre eigene Berufungsgeschichte und ihren Weg in einen ganz bestimmten Orden, ein Kloster, eine Gemeinschaft.

Beim Lesen lernt der Interessierte nicht nur den je individuellen Entscheidungsprozess kennen, der sich im Innern der Berufenen abspielt, sondern hört auch von der Suche nach der passenden Ordensgemeinschaft sowie vom Leben innerhalb des Klosters.

Die durchweg lesenswerten „Glaubenswege“ im Taschenbuch-Format richten sich nicht nur an Neugierige, die etwas vom realen Leben im radikalen Dienst der Kirche erfahren möchten. Vor allem sollten Menschen zugreifen, die sich vielleicht prüfen möchten, ob Gott auch an sie den Ruf richtet: „Komm, lass alles hinter dir; folge mir nach!“