Bayern: Katholische Bischöfe beklagen Ausgangsperre an Heilig-Abend ab 21 Uhr

Stellungnahme vom 15.12.2020 im vollen Wortlaut:

Die katholischen (Erz-)Bischöfe von München und Freising, Bamberg, Augsburg, Eichstätt, Passau, Regensburg und Würzburg haben sich am Dienstag, 15. Dezember, in einer Telefonkonferenz über die Folgen der angekündigten Ausgangssperre in Bayern von

21 bis 5 Uhr auch für die Christmetten an Heiligabend intensiv ausgetauscht.

Gemeinsam erklären der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, der Augsburger Bischof Bertram Meier, der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB, der Passauer Bischof Stefan Oster SDB, der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Würzburger Bischof Franz Jung:

Die Christmette ist ursprünglich eine Mitternachtsmesse und gehört gerade in Bayern zu den wichtigsten Gottesdiensten des Jahres. In den meisten Pfarreien beginnt sie am späten Abend um 22.00 Uhr oder 22.30 Uhr.

In Anbetracht der Entwicklungen haben in allen Diözesen die Pfarrer und die mitverantwortlichen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarreien Konzepte entwickelt, die im Rahmen des beschränkten Platzangebotes vielen Gläubigen ermöglichen, eine weihnachtliche Liturgie an Heilig Abend mitzufeiern.

Da die Vorbereitungen der Haupt- und Ehrenamtlichen weitgehend abgeschlossen, strenge Hygienekonzepte entwickelt, persönliche Platzkarten (ggf. auch fälschungssicher) ausgegeben sind und das Gottesdienstangebot über den ganzen Nachmittag und Abend erheblich erweitert und somit entzerrt ist, trifft die Ausgangssperre ab 21 Uhr alle Beteiligten hart.

Die zeitliche Ausweitung der Gottesdienste über den ganzen Abend würde das Infektionsrisiko nach Auffassung der Bischöfe mindern im Gegensatz zu einer Verdichtung in der Zeit vor 19.30 Uhr. Der Besuch der Christmette trägt zudem mit der religiösen Stärkung erheblich zur seelischen Gesundheit und Stabilisierung der Menschen in dieser Krisenzeit bei.

Den bayerischen Bischöfen ist der Ernst der Lage voll bewusst und alle gemeinsam unterstreichen ihr Anliegen, für die von der Staatsregierung erbetene Ausnahme von der Ausgangsbeschränkung alles daranzusetzen, dass von den Weihnachtsgottesdiensten kein erhöhtes Infektionsrisiko ausgehen darf.

Die Bischöfe sind sich einig, dass am Heiligen Abend so viele Gottesdienste wie möglich gefeiert werden sollen, und haben dringend darum gebeten, dass diese schmerzhafte Entscheidung der Ausgangssperre an Heilig Abend eine einzige Ausnahme erfahren kann.

Quelle: Bistum Regensburg


Bistum Regensburg erläßt Regelungen zum Umgang mit staatlichen Corona-Vorgaben

Nach den heute veröffentlichten Regelungen der bayerischen Staatsregierung werden im Bereich der Diözese Regensburg die geplanten Firmungen ab sofort bis auf Weiteres ausgesetzt. Dies gab Generalvikar Michael Fuchs heute den Pfarreien bekannt.

Außerdem erhielten die Pfarreien eine Reihe von Anordnungen und Empfehlungen zum Umgang mit den staatlichen Vorgaben bezüglich der Höchstgrenze von 100 Teilnehmenden bei Gottesdiensten und Veranstaltungen. Dadurch will die Diözese zur Verlangsamung der Virusausbreitung und zum Schutz der gefährdeten Personengruppe beitragen.

BILD: Solch eine prallvolle Kirche  – wie hier der Regensburger Dom – ist derzeit leider nicht mehr möglich.

Vorgesehen ist, dass die Pfarrer zum Gebet in diesem Anliegen aufrufen und die Pfarreien die Kirchen weit offen ‐ und das sakramentale Leben möglichst aufrechterhalten, nicht unbedingt nötige Veranstaltungen jedoch absagen.

Die Sonntagsgottesdienste finden weiterhin statt, aber in reduzierter Form. Die Gläubigen werden auf die Möglichkeit von TV‐Gottesdiensten und auf das Streaming‐Angebot aus dem Dom (www.bistum‐regensburg.de) hingewiesen.

Die bekannten Hygiene‐Regeln wurden nochmals in Erinnerung gerufen.

Generalvikar Fuchs bittet, „mit Gottvertrauen und Kreativität“ auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren. Für die Osterliturgie und die Erstkommunion werden die Pfarreien zu einem späteren Zeitpunkt informiert. „Sicher wird einiges nicht so stattfinden können, wie wir es gewohnt sind. Aber selbstverständlich feiern wir – wenn auch mit einigen Änderungen ‐ auch in diesem Jahr Ostern, das höchste Fest der Christenheit,“ bekräftigt Fuchs.

Wichtig sei in dieser Zeit auch, den Blick auf die Kranken, die Armen und auf ältere Menschen zu richten. Fuchs: „Auch wenn wir die körperliche Nähe zu den Menschen in Not reduzieren müssen, können wir sie anrufen, ihnen etwas bringen, uns um sie sorgen.“ Die caritativen Dienste der Pfarreien sollten möglichst erhalten bleiben.

Das vollständige Bistums-Schreiben an die Pfarrer können Sie hier nachlesen: https://www.bistum-regensburg.de/news/hinweise-an-die-seelsorger-im-bistum-regensburg-aufgrund-der-aktuellen-lage-zur-ausbreitung-des-corona-virus-7321/

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Will Kardinal Marx eine neue Kirche gründen?

Mathias von Gersdorff

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising, Vorsitzender der Dt. Bischofskonferenz und Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) war sich wohl im klaren darüber, dass er mit seinem JA zu Segnungen homosexueller Paare eine rote Linie überschreitet.

Im Gegensatz zum Vorschlag von Bischof Franz-Josef Bodes Anfang des Jahres soll es nach Marx´ Auffassung keine generelle Regelung geben. Vielmehr soll in den Pfarreien selbst geprüft werden, ob solche Segnungen „im Einzelfall“ möglich sein können.

Diese Einschränkung ist aber eine bloße taktische Augenwischerei. Den linken Pfarrern ebnet er den Weg, solche Segnungen zu gestalten, ohne dass er sich mit einem Dokument theologisch dafür rechtfertigen muss und sich dabei auch der Kritik aussetzen würde. Ob nun von Pfarrei zu Pfarrei unterschiedliche Regelungen getroffen werden, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Kardinal Marx (praktizierte) Homosexualität für unbedenklich hält, zumindest unter gewissen Voraussetzungen.

Mit diesem Schritt beabsichtigt Kardinal Marx im Grunde die Gründung einer neuen Kirche  – und dies aus folgenden Gründen:

1. Die katholische Sexualmoral stellt eindeutig fest, dass der sexuelle Akt nur innerhalb einer gültig geschlossenen Ehe zwischen Mann und Frau moralisch einwandfrei ist. Ein Katholik ist verpflichtet, diesem Grundsatz zuzustimmen, selbst wenn er sich selber nicht daran hält. Mit der de-facto-Legalisierung von praktizierter Homosexualität durch Kardinal Marx wird dieser Grundsatz aufgehoben, und zwar generell und nicht nur bezüglich der Homosexualität. Die verbindliche katholische Sexualmoral wird durch Kardinal Marx (weitgehend) abgeschafft. Eine Kirche, die den Vorgaben von Kardinal Marx´ folgt, wäre nicht mehr die katholische, sondern eine neue Kirche.

2. Ob Segnungen für homosexuelle Paare stattfinden oder nicht, soll auf lokaler Ebene, also in den Pfarrgemeinden getroffen werden. Weil aber die Zulassung dieser Segnungen eine völlig neue Moraltheologie (implizit) voraussetz, so hätten unterschiedliche Pfarreien unterschiedliche Moraltheologien. Die Sittenlehre leitet sich aber vom Glauben ab. Marx´ Freigabe von Homo-Segnungen führt zu einem Zustand, dass unterschiedliche „katholische“ Pfarreien einen verschiedenen Glauben und eine unterschiedliche Moral vertreten, was aus katholischer Sicht nicht möglich ist. Die Einheit der Kirche wäre auf diese Weise auf Pfarreiebene zerstört. 

3. Wenn man auf die Ebene der Universalkirche geht, wird noch offensichtlicher, dass Marxens Vorschlag antikatholisch ist. Ist er etwa der Meinung, dass andere Bischöfe oder Bischofskonferenzen seinen Vorschlag übernehmen werden? Wohl nicht. Durch die Annahme einer neuen Moral, eines neuen Glaubens und neuer Riten für die Segnungen würde sich (zumindest ein Teil) der katholischen Kirche in Deutschland von der kirchlichen Weltgemeinschaft trennen.

4. Man wartet noch auf ein Wort von Kardinal Marx, wie er sein Projekt den sog. „muttersprachlichen“ Katholiken schmackhaft machen will. Das sind die Katholiken in Deutschand mit Migrationshintergrund, also Polen, Kroaten, Portugiesen etc. Diese sind nicht nur konservativer als der durchschnittliche „biodeutsche“ Katholik, sondern stellen an vielen Orten schon die Mehrheit der Gläubigen. 

Man kann sich kaum vorstellen, dass sich Kardinal Marx über die angeführten Punkte in moraltheologischer und ekklesiologischer Hinsicht keine Gedanken gemacht hat. Am wahrscheinlichsten ist, dass ihm diese Einwände egal sind, weil er tatsächlich die Bildung einer neuartigen Kirche anstrebt.

Dies wurde in einem Interview Anfang des Jahres 2015 mit der US-amerikanischen Zeitschrift der Jesuiten America deutlich: Marx will im Grunde eine Kirche, die den Maximen der 1968er-Revolution entspricht: Linkspopulistisch, ohne feste Glaubenswahrheiten, ohne eine allgemein verbindliche Moraltheologie. 

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht aktuelle Beiträge zu Kirche und Welt u.a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Gratis und GRANDIOS: Neues katholisches Jugendmagazin aus dem Bistum Regensburg

100.000 Exemplare der neuen Jugendzeitschrift GRANDIOS verteilen die Pfarreien des Bistums Regensburg in den kommenden Wochen.

GRANDIOS ist das kirchliche Ostbayern-Magazin im Tablet-Format für alle, die sich überraschen, herausfordern und anregen lassen wollen.  

Thema der 114 Seiten starken Startausgabe: Leistung. –  Die Artikelmischung des Magazins  ist fundiert und vielseitig:

Was musst Du bis 30 geleistet haben, fragt etwa die große INSA-Meinungsforschung mehr als 1000 junge Menschen zwischen Marktredwitz und Landshut und zwischen Kelheim und Bayerisch Eisenstein. Oder Walter Gunz, der Gründer der Mediamärkte, spricht über das, was wirklich glücklich macht. Heiko Herrlich erklärt, warum er mit Bibelzitaten Fußballerfolge erzielt. Die Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz zeigt, was den Looser vom Gewinner unterscheidet. 

GRANDIOS ist kostenlos – man kann es auch im Internet bestellen: www.grandios.online.

Im nächsten Jahr erscheinen zwei weitere Ausgaben. Jedes Heft widmet sich einem Leitthema, das sich durch das gesamte Heft zieht.

GRANDIOS richtet sich an alle Interessierten im Bistum Regensburg, insbesondere an junge Erwachsene und Familien.

Das Magazin ist nicht nur als Zeitschrift verfügbar: Unter www.Grandios.online gibt es Hintergrundberichte, Interviews im Videoformat, Bildergalerien etc.

Außerdem können Sie das Magazin in einem Online-Fragebogen bewerten, an einem Gewinnspiel teilnehmen oder weitere Exemplare bestellen.


Bistum Augsburg: Nach Kirchenschändungen vollzog der Bischof einen Bußritus

Bischof Dr. Konrad Zdarsa hat am 31. März 2017 in den Pfarreien Vöhringen und Bellenberg den kirchlichen Bußritus vollzogen. Diese besondere Form der Liturgie war erforderlich geworden, nachdem vor einigen Wochen die Kirchenräume und Statuen teilweise großflächig beschmiert worden waren.

In „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ Bellenberg wurde dabei auch der Altarraum nicht verschont und mit satanistischen Parolen geschändet. Das Kirchenrecht sieht für solche Fälle einen Bußritus durch den Diözesanbischof vor.

In  seiner Predigt betonte der Oberhirte des Bistums Augsburg vor den Gläubigen in Bellenberg, der Bußritus sei „ein ausdrückliches Bekenntnis unserer Entschlossenheit, dass wir nicht einfach hinnehmen werden, wenn unser Glauben und unser Glaubensleben verspottet, geschmäht, ausgegrenzt und angegriffen werden.“

Der Bußritus sei ein Zeichen, das ebenso gut und gern als unser Aufschrei übersetzt und verstanden werden sollte.

Weitere Infos und eine Bildergalerie gibt es auf den Seiten der Pfarreiengemeinschaft Vöhringen.

Quelle: https://bistum-augsburg.de/Nachrichten/Nach-Kirchenschaendungen-Bischof-Konrad-hat-gestern-in-Voehringen-und-Bellenberg-den-Bussritus-vollzogen_id_159521

Foto: Roland Furthmair


Regensburg: Energieverbrauch der Pfarreien kann um 30% gesenkt werden

Das Bistum Regensburg strebt an, ihren Gebäudebestand in energetischer Hinsicht zu verbessern. Mit Unterstützung des Instituts für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden wurden seit dem Startschuss der Energiewende im Bistum Regensburg vor einem Jahr 47 kirchliche Gebäude aus zehn ausgewählten Pfarreien betreff Energieverbrauch geprüft.

Ziel der Energiewende im Bistum Regensburg ist es, bis zur Hälfte des Verbrauchs einzusparen.

Paul Höschl, Baudirektor im Bistum Regensburg, und Prof. Dr. Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik, stellten als Verantwortliche die Ergebnisse der umfassenden Studie vor:

Gemälde: Evita Gründler

REGENSBURG (Gemälde: E. Gründler)

Die zur Hälfte durch das Bayerische Wirtschaftsministerium geförderte Studie gibt den zehn Pfarreien Sanierungsempfehlungen, gekoppelt mit Hinweisen zur Wirtschaftlichkeit. Die Erkenntnisse werden allen Pfarreien im Bistum zur Verfügung gestellt. Die künftige Initiative für Baumaßnahmen im Sinne der energetischen Optimierung liegt bei den Pfarrgemeinden. Besonders bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen sollen die Vorschläge berücksichtigt werden.

Die zehn ausgewählten Pfarreien mit 47 Gebäuden sind repräsentativ für den Bestand des gesamten Bistums ausgewählt. Die Basis für die Übertragung der Erkenntnisse auf andere Pfarreien sei fundiert, teilte Baudirektor Höschl mit.

Zum Bestand des Bistums Regensburg gehören rund 4000 Gebäude in 770 Pfarreien und Seelsorgsstellen. Die Pfarreien werden in fachlicher Hinsicht durch das Baureferat im Bischöflichen Ordinariat betreut.

Die untersuchten Pfarreien sind: Herz-Marien Regensburg, St. Konrad Regensburg, St. Nikola Landshut, St. Peter Geiselhöring, Mariä Himmelfahrt Kirchenthumbach, St. Johann Nabburg, St. Josef Neunburg v. Wald, St. Elisabeth Weiden, Herz Jesu Weiden und Maria Rosenkranzkönigin Nagel. In erster Linie handelt es sich um Kirchen, Pfarrhäuser, Pfarr- und Jugendheime und um Kindertagesstätten.

In der Summe ergibt sich für die 47 betrachteten Gebäude ein Heizenergieendverbrauch von 3,3 Millionen kWh pro Jahr, was aktuell einem Rechnungsbetrag von 210.000 Euro entspricht. Der Stromverbrauch schlägt mit 351.000 kWh pro Jahr zu Buche.

Das Institut für Energietechnik hält fest, dass bei einer Umsetzung aller empfohlenen Maßnahmen für die zehn Pfarreien eine Reduzierung des Endenergieverbrauchs um bis zu 30 Prozent möglich wäre. Was den Ausstoß von CO2 betrifft, wäre eine Reduzierung von derzeit 1.100 Tonnen um 190 Tonnen pro Jahr möglich.

Prof. Brautsch erklärte, die Sensibilität in den Pfarreien für das Thema sowie die Bereitschaft, das Verhalten zu ändern, habe ihn sehr positiv überrascht. Angesichts der Altersstruktur der Gebäude habe es weder positive noch negative Überraschungen geben. Auch seien schon viele der Maßnahmen umgesetzt worden.

Baudirektor Höschl berichtete, dass bei dem Referenzobjekt Exerzitienhaus Johannisthal die Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs um 50 Prozent bereits umgesetzt werden konnten. „So umfassend muss aber nicht in jeder Pfarrei eingegriffen werden“, stellte Höschl fest. Bei einer Umsetzung aller Maßnahmen in den Pfarreien könnte eine Einsparung in Höhe von 30 Prozent erreicht werden.

Quelle: Bischöfliches Presseamt Regensburg


PLAKAT für die KINDER: „Es ist das größte Glück…“

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DIESES POSTER erschien kürzlich im KOMM-MIT-Verlag Münster im Rahmen des regelmäßigen ECCLESIA-Plakatdienstes: alle zwei Wochen gibt es ein neues Plakat im Großformat 60 x 40 cm  – vor allem für die Schaukästen der Pfarreien. (Jahresabo inkl. Porto nur 59 €).

ECCLESIA kommt aus dem Griechischen und heißt „Kirche“  – es ist dies der einzige katholische Plakatdienst in Deutschland; die bunten Poster erscheinen bereits im 66. Jahrgang mit weit über 1500 verschiedenen Plakaten.  

Weitere Infos: KOMM-MIT-Verlag,  Tel. 0251-615151 / Mail: felizitas.kueble@web.de


Papst Benedikt warnt vor einer „Bürokratisierung der Seelsorge“ und der Verdrängung von Priestern

In seiner Ansprache vom heutigen Freitag an Bischöfe aus Frankreich behandelte der Papst auch das Thema Pfarrei-Schließungen und das Schaffen von größeren Seelsorge-Einheiten, wie man es auch aus dem deutschen Sprachraum kennt.

Papst Benedikt gibt hierbei zu bedenken:

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

„Die Lösung der pastoralen Probleme in den Bistümern kann sich nicht auf Organisationsfragen beschränken, so wichtig diese auch sein mögen.

Man riskiert, mit einer Art Bürokratisierung der Seelsorge zu sehr, der Effizienz nachzujagen; wenn man sich zu sehr auf Strukturen, Organisation und Programme konzentriert, kann das zu Selbstbezogenheit führen, zum exklusiven Nutzen der Mitglieder dieser Strukturen. Das hätte aber dann kaum Auswirkungen auf das Leben der Christen, die sich von der regulären Praxis entfernt haben.“

Evangelisierung bedeute stattdessen, „wieder von der Begegnung mit dem HERRN auszugehen“. Es gelte, „unseren Zeitgenossen dabei zu helfen, die Zeichen der Anwesenheit Gottes zu erkennen oder wiederzuentdecken“.

Außerdem dürfe bei der „Neuordnung“ der Seelsorge nicht die Besonderheit des geweihten Priestertums unter die Räder geraten, betonte der Papst:

„Ich freue mich über die Großzügigkeit von Laien, die mit großer Bereitschaft an den Ämtern und Aufgaben in der Kirche teilhaben. Man muss allerdings daran erinnern, dass die spezifische Aufgabe der Laien in der Durchdringung der weltlichen Realitäten besteht. Hier sollen sie autonom, aber im Licht des Glaubens und der kirchlichen Lehre wirken.

Es ist also nötig, über den Respekt vor dem Unterschied zwischen allgemeinem Priestertum aller Gläubigen und dem priesterlichen Dienst der dazu Geweihten zu wachen: Dieser Unterschied besteht nicht nur im Hierarchischen, sondern ist wesentlich.“

Quelle: Radio Vatikan


Pastoraler Mißstand: Pfarrgemeinden wird vielfach der eigene Priester weggenommen

In vielen Bistümern ist es zur Sitte   –  genauer gesagt: zur Unsitte  –  geworden, im Zuge von Pfarrei-Zusammenlegungen vielfach jene Pfarrer zu versetzen oder gleich abzuservieren, die mitunter sogar jahrzehntelang die bisherigen Gemeinden betreut haben  – so geschehen auch in Vorortpfarreien von Münster (Westfalen).

Dadurch muß sich das Kirchenvolk nicht allein mit der  – ohnehin schon sehr gewöhnungsbedürftigen  – Fusionierung vormals eigenständiger Pfarrgemeinden abfinden, sondern verliert auch noch den ihnen vertrauten Priester, der durch einen neu eingeführten Geistlichen ersetzt wird.

Mag es für die Zusammenlegung von Pfarreien mit Mühe und Krach noch Gründe geben (jedoch beileibe nicht in allen Fällen), so ist das völlig unnötige Austauschen von Pfarrern schlicht eine Zumutung für die Gläubigen, denen  –  neben dem Abriß oder der Zweckentfremdung hunderter Gotteshäuser  –   offenbar rein gar nichts mehr erspart bleibt.

Was denken sich wohl die hierfür verantwortlichen Oberhirten bzw. Bischöfe? Welche Vorstellung haben sie von Seelsorge?  Warum werden durch derart unverständliche Maßnahmen noch die letzten Rest-Kirchgänger enttäuscht und völlig unnötig vor den Kopf gestoßen?!

Jüngstes Beispiel, von dem jetzt die Tageszeitung „Der Westen“ berichtet:

„Mit „Erstaunen und Bestürzung“ reagieren die sieben zum Erzbistum Paderborn gehörenden Kirchengemeinden auf die Ankündigung, dass im Zuge der Neuordnung der Pastoralverbände vier Priester die Lippestadt verlassen.

Warum will das Erzbistum die stets engagierten Geistlichen austauschen?

Gemeinsam stellen wir uns die Frage, warum erfolgt eine Abkehr des positiv eingeschlagenen Weges. Dass es zu Veränderungen bzw. Verkleinerungen der Gemeinden bzw. innerhalb des Pastoralverbundes kommen muss, ist uns durchaus klar und verständlich.

Gerade bei der strukturellen Weichenstellung der nächsten Jahre wären die ansässigen Geistlichen Garanten für eine gute Zusammenarbeit beim Zusammenschluss der Gemeinden und für ein weiteres intaktes Gemeindeleben.

Es sind weder die Gemeindegremien noch die Mitglieder der Gemeinden angehört noch eingebunden worden, obwohl ausreichend Gelegenheit dazu vorlag.

Dieses Verhalten birgt ein großes Potenzial an Frustration für die vielen in den Gemeinden ehrenamtlich arbeitenden Laien. Wir laden deshalb den Erzbischof zu einem Dialog ein, verbunden mit der Bitte, sich der Anliegen der Gemeindemitglieder anzunehmen sowie die getroffene Entscheidung zu überdenken.“

Quelle hierfür:  www.derwesten.de/staedte/luenen/gemeinden-entsetzt-ueber-entscheidung-id6347431.html

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Buch-TIP: Keine Pastoral ohne Pastor !

Rezension von Felizitas Küble

Buchdaten: Wolfgang F. Rothe  /  Pastoral ohne Pastor?    /   Ein kirchenrechtliches Plädoyer wider die Destruktion von Pfarrseelsorge, Pfarrer und Pfarrei.
Schmitt-Verlag, Siegburg 2008, 158 Seiten  /  ISBN 3-87710-288-3, Preis  9 €

Erstveröffentlichung dieser Besprechung in „Theologisches“ (Nr. 9-10/2008)

Der letzte Satz dieser fundierten und gehaltvollen Schrift  –  es handelt sich um ein Zitat von Johannes Paul II. –  kann zugleich als geistige Leitlinie des ganzen Buches gelten: „Ein Priester kann immer nur von einem Priester ersetzt werden“. Heiliger Wolfgang Gebet in der Krypta 1 - Kopie

Des Papstes Wort in der Bischöfe Ohr! Jedenfalls sind die Pastoralpläne und Strukturreformen, mit denen Priester und Gläubige seit Jahren aus bischöflichen Amtsstuben überschwemmt werden, offenbar einem anderen Denken verpflichtet.

Im Rahmen  „Pastoraler Prozesse“ wird dem Priestertum zunehmend der Prozeß gemacht und insbesondere der Leitungsdienst des Pfarrers untergraben. 

Infolge dieser anti-pastoralen Prozesse mausern sich Laien (vor allem hauptamtliche Funktionäre) gerne zu Ersatzklerikern   –  und Priester werden quasi „laiisiert“, um es schönfärberisch auszudrücken,  denn nicht selten können Geistliche froh sein, wenn sie wenigstens noch wie „Laien“ fungieren dürfen, in der Praxis haben sie mitunter weniger zu bestimmen als diese.

Angesichts dieser fatalen (Fehl-)Entwicklung, die das hierarchische Fundament der Kirche Christi von innen her aushöhlt, ist ein gut begründeter Warnruf unumgänglich.

Der Verfasser Dr. Wolfgang Rothe  leistet diesen notwendigen „Wächterdienst“ mit seinem Sachbuch „Pastoral ohne Pastor?“  ebenso couragiert wie argumentativ eindrucksvoll. Selten liest man eine kirchenrechtlich so präzise Schrift, die sich durchaus nicht im Detail verliert, sondern den „roten Faden“ bewahrt und zugleich verständlich formuliert ist.

Der kompetente Kirchenrechtler bietet in seiner kritischen Studie eine überzeugende Kombination aus Genauigkeit, übersichtlichem Aufbau und gut lesbarem Stil.

Dabei wagt es der Autor, der sein Buch dem angesehenen Kirchenrechtler Prof. Dr. Georg May widmete, ähnlich wie dieser unverblümt auf innerkirchliche Mißstände hinzuweisen. slider3-640x360

Dem Verfasser und seinem Vorbild Georg May geht es allerdings nicht um übliche Kirchenschelte, wie man sie aus linksliberalen Theologenkreisen zuhauf kennt, sondern um besorgte Sachkritik aus Treue zur Kirche und aus Liebe zur wirklichen Pastoral, die es ohne Pastor nicht geben kann und darf, denn der Pfarrer ist nicht irgendjemand, auch nicht lediglich Teil eines „Pastoral-Teams“,  sondern eigenverantwortlicher Hirte seiner Pfarrgemeinde.

Umso verhängnisvoller sind zunehmende Tendenzen, zumal in Deutschland, die Hirtensorge und Leitungsvollmacht des Pfarrers zu beschränken, ihn in ein Korsett mitbestimmender Laiengremien zu zwängen und die Dauerhaftigkeit seiner Amtsfüh-rung durch häufige Versetzungen, vorzeitigen Ruhestand oder gar Amtsenthebung zu gefährden.

Die „Herde“ wünscht jedoch einen Hirten, den sie kennt  – und die Pfarrei benötigt einen Seelsorger, der als dauerhafter Ansprechpartner fungiert, weil er nur so wahrhaft der „Vater“ seiner Gemeinde sein kann.

Dem Verfasser gelingt es, das biblisch-kirchliche Bild vom „Hirten“, der für seine „Herde“ sorgt und für sie verantwortlich ist, in den Mittelpunkt seiner Analysen und Lösungsmodelle zu rücken.

Hierbei wie in seinen weiteren Ausführungen verweist er häufig auf das Kirchenrecht, aber auch auf päpstliche Stellungnahmen, Lehräußerungen des Zweiten Vatikanums sowie auf römische Verlautbarungen, insbesondere der Kongregation für den Klerus und jener für die Bischöfe. Petrischlüssel

Die kirchliche Verfassung beruht auf dem Recht, an das auch die Hierarchie gebunden ist, wie der Autor betont. Gerade im bischöflichen „Regiment“ muß das Prinzip respektiert werden: „Nur das Recht soll gelten“  – und nicht etwa Willkür oder gar totalitäres Machtgebaren.   

Erinnert sei an das treffsichere Wort von Kardinal Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst: „Nicht das Recht des Stärkeren, sondern die Stärke des Rechts soll gelten!“  (Vgl. sein Buch „Werte in Zeiten des Umbruchs“, S. 29.)

Die Eigenverantwortung, Selbständigkeit  und der Leitungsdienst des Pfarrers werden hierzulande seit fast 40 Jahren auch durch den Pfarrgemeinderat zunehmend ausgehöhlt, heute oft  als „Kirchengemeinderat“ bezeichnet, um sogar den Begriff des „Pfarrers“ auszumerzen. Obwohl das Kirchenrecht dem Pastoralrat lediglich eine beratende Funktion zuweist, hat sich gleichwohl nicht selten eine regelrechte bzw. regelwidrige (!)  „Rätediktatur“ herausgebildet, die dem Pfarrer das Leben schwer macht und die letzten Nerven kostet, vom Schaden für die Gesamtseelsorge ganz zu schweigen.

Dies ist umso unverständlicher, als allen Beteiligten klar sein sollte, daß das „Heil der Seelen“ als vorrangiges Ziel kirchlichen Handelns zu gelten hat. Auch der Verfasser  verweist darauf, daß dieser letzte Satz des Kirchenrechts (can 1752 CIC), wonach das „Heil der Seelen“ das „oberste Gesetz“ (suprema lex) darstellt, von größter Bedeutung ist, gerade wenn es darum geht, die derzeitigen Verdrängungstendenzen gegen das Priestertum zu analysieren.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Mit offenbar „brennender Sorge“ warnte Papst Benedikt XVI. die deutschen Bischöfe bei ihrem Ad-limina-Besuch vom 18.11.2006 davor, bei Pastoralplänen „den Blick auf das Wesentliche zu verstellen“; insbesondere dürften gewisse Reformen nicht dazu führen, daß  „das Bild des Pfarrers, das heißt des Priesters, der als Mann Gottes und Mann der Kirche eine Pfarrgemeinde leitet, zu verschwimmen droht“.

Genau dies geschieht vor den erstaunten Augen des Kirchenvolks: Immer mehr Pfarrer werden auf Drängen bischöflicher Ordinariate in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, durch willkürliche Amtsenthebungen oder Dauerbeurlaubungen kaltgestellt, im Rahmen von Pfarreifusionen zu Vikaren degradiert oder dauerhaft als „Pfarradministratoren“ mit eingeschränktem Rechtsstatus eingesetzt, obwohl das Kirchenrecht dies nur ausnahms-weise und zeitlich begrenzt vorsieht.

Die derzeitigen Strukturreformen in den meisten Bistümern Deutschlands, besonders die Maßnahmen im Rahmen der sog. „Kooperativen Pastoral“, mißachten diese „suprema lex“ der Kirche, sie dienen keineswegs dem „Heil der Seelen“, sondern untergraben die Hirtensorge und den Heilsauftrag des Pfarrers als priesterlicher Vorsteher seiner Pfarrei.

Ohne Pastor kann und darf es keine Pastoral geben: Wer Hirt und Herde auseinanderreißt, versündigt sich aufs schwerste nicht „nur“ gegen das Kirchenrecht, sondern vor allem gegen die berechtigten Anliegen der Gläubigen, letztlich gegen den Guten Hirten selbst, den Hohepriester des Neuen Bundes, dessen besondere Diener die Priester sind.

Das fatale Ergebnis, das der Verfasser klarsichtig in seinem Buch aufzeigt:  Der Pfarrer sieht sich heute einem doppeltem Druck ausgesetzt: jenem „von oben“ durch bischöfliche Behörden und dem Druck von unten durch die allgegenwärtige „Rätedemokratur“. 

Dies führt letztlich zu einer Pseudo-Pastoral ohne Pastor, zur Willkürherrschaft kirchen-kritischer Laienfunktionäre und zur Vorherrschaft verfehlter „Strukturreformen“ aus den Amtsstuben der Ordinariate, die dafür sorgen, daß „das Bild des Pfarrers immer mehr zu verschwimmen droht“  –  obgleich der Papst genau davor warnt!

Das Buch „Pastoral ohne Pastor?“ kann für 9 € portofrei beim Versandhaus Junge Welt in Münster bestellt werden. Kontakt: Tel. 0251-616768  – Mail: felizitas.kueble@we