Will Kardinal Marx eine neue Kirche gründen?

Mathias von Gersdorff

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising, Vorsitzender der Dt. Bischofskonferenz und Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) war sich wohl im klaren darüber, dass er mit seinem JA zu Segnungen homosexueller Paare eine rote Linie überschreitet.

Im Gegensatz zum Vorschlag von Bischof Franz-Josef Bodes Anfang des Jahres soll es nach Marx´ Auffassung keine generelle Regelung geben. Vielmehr soll in den Pfarreien selbst geprüft werden, ob solche Segnungen „im Einzelfall“ möglich sein können.

Diese Einschränkung ist aber eine bloße taktische Augenwischerei. Den linken Pfarrern ebnet er den Weg, solche Segnungen zu gestalten, ohne dass er sich mit einem Dokument theologisch dafür rechtfertigen muss und sich dabei auch der Kritik aussetzen würde. Ob nun von Pfarrei zu Pfarrei unterschiedliche Regelungen getroffen werden, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Kardinal Marx (praktizierte) Homosexualität für unbedenklich hält, zumindest unter gewissen Voraussetzungen.

Mit diesem Schritt beabsichtigt Kardinal Marx im Grunde die Gründung einer neuen Kirche  – und dies aus folgenden Gründen:

1. Die katholische Sexualmoral stellt eindeutig fest, dass der sexuelle Akt nur innerhalb einer gültig geschlossenen Ehe zwischen Mann und Frau moralisch einwandfrei ist. Ein Katholik ist verpflichtet, diesem Grundsatz zuzustimmen, selbst wenn er sich selber nicht daran hält. Mit der de-facto-Legalisierung von praktizierter Homosexualität durch Kardinal Marx wird dieser Grundsatz aufgehoben, und zwar generell und nicht nur bezüglich der Homosexualität. Die verbindliche katholische Sexualmoral wird durch Kardinal Marx (weitgehend) abgeschafft. Eine Kirche, die den Vorgaben von Kardinal Marx´ folgt, wäre nicht mehr die katholische, sondern eine neue Kirche.

2. Ob Segnungen für homosexuelle Paare stattfinden oder nicht, soll auf lokaler Ebene, also in den Pfarrgemeinden getroffen werden. Weil aber die Zulassung dieser Segnungen eine völlig neue Moraltheologie (implizit) voraussetz, so hätten unterschiedliche Pfarreien unterschiedliche Moraltheologien. Die Sittenlehre leitet sich aber vom Glauben ab. Marx´ Freigabe von Homo-Segnungen führt zu einem Zustand, dass unterschiedliche „katholische“ Pfarreien einen verschiedenen Glauben und eine unterschiedliche Moral vertreten, was aus katholischer Sicht nicht möglich ist. Die Einheit der Kirche wäre auf diese Weise auf Pfarreiebene zerstört. 

3. Wenn man auf die Ebene der Universalkirche geht, wird noch offensichtlicher, dass Marxens Vorschlag antikatholisch ist. Ist er etwa der Meinung, dass andere Bischöfe oder Bischofskonferenzen seinen Vorschlag übernehmen werden? Wohl nicht. Durch die Annahme einer neuen Moral, eines neuen Glaubens und neuer Riten für die Segnungen würde sich (zumindest ein Teil) der katholischen Kirche in Deutschland von der kirchlichen Weltgemeinschaft trennen.

4. Man wartet noch auf ein Wort von Kardinal Marx, wie er sein Projekt den sog. „muttersprachlichen“ Katholiken schmackhaft machen will. Das sind die Katholiken in Deutschand mit Migrationshintergrund, also Polen, Kroaten, Portugiesen etc. Diese sind nicht nur konservativer als der durchschnittliche „biodeutsche“ Katholik, sondern stellen an vielen Orten schon die Mehrheit der Gläubigen. 

Man kann sich kaum vorstellen, dass sich Kardinal Marx über die angeführten Punkte in moraltheologischer und ekklesiologischer Hinsicht keine Gedanken gemacht hat. Am wahrscheinlichsten ist, dass ihm diese Einwände egal sind, weil er tatsächlich die Bildung einer neuartigen Kirche anstrebt.

Dies wurde in einem Interview Anfang des Jahres 2015 mit der US-amerikanischen Zeitschrift der Jesuiten America deutlich: Marx will im Grunde eine Kirche, die den Maximen der 1968er-Revolution entspricht: Linkspopulistisch, ohne feste Glaubenswahrheiten, ohne eine allgemein verbindliche Moraltheologie. 

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht aktuelle Beiträge zu Kirche und Welt u.a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Gratis und GRANDIOS: Neues katholisches Jugendmagazin aus dem Bistum Regensburg

100.000 Exemplare der neuen Jugendzeitschrift GRANDIOS verteilen die Pfarreien des Bistums Regensburg in den kommenden Wochen.

GRANDIOS ist das kirchliche Ostbayern-Magazin im Tablet-Format für alle, die sich überraschen, herausfordern und anregen lassen wollen.  

Thema der 114 Seiten starken Startausgabe: Leistung. –  Die Artikelmischung des Magazins  ist fundiert und vielseitig:

Was musst Du bis 30 geleistet haben, fragt etwa die große INSA-Meinungsforschung mehr als 1000 junge Menschen zwischen Marktredwitz und Landshut und zwischen Kelheim und Bayerisch Eisenstein. Oder Walter Gunz, der Gründer der Mediamärkte, spricht über das, was wirklich glücklich macht. Heiko Herrlich erklärt, warum er mit Bibelzitaten Fußballerfolge erzielt. Die Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz zeigt, was den Looser vom Gewinner unterscheidet. 

GRANDIOS ist kostenlos – man kann es auch im Internet bestellen: www.grandios.online.

Im nächsten Jahr erscheinen zwei weitere Ausgaben. Jedes Heft widmet sich einem Leitthema, das sich durch das gesamte Heft zieht.

GRANDIOS richtet sich an alle Interessierten im Bistum Regensburg, insbesondere an junge Erwachsene und Familien.

Das Magazin ist nicht nur als Zeitschrift verfügbar: Unter www.Grandios.online gibt es Hintergrundberichte, Interviews im Videoformat, Bildergalerien etc.

Außerdem können Sie das Magazin in einem Online-Fragebogen bewerten, an einem Gewinnspiel teilnehmen oder weitere Exemplare bestellen.


Bistum Augsburg: Nach Kirchenschändungen vollzog der Bischof einen Bußritus

Bischof Dr. Konrad Zdarsa hat am 31. März 2017 in den Pfarreien Vöhringen und Bellenberg den kirchlichen Bußritus vollzogen. Diese besondere Form der Liturgie war erforderlich geworden, nachdem vor einigen Wochen die Kirchenräume und Statuen teilweise großflächig beschmiert worden waren.

In „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ Bellenberg wurde dabei auch der Altarraum nicht verschont und mit satanistischen Parolen geschändet. Das Kirchenrecht sieht für solche Fälle einen Bußritus durch den Diözesanbischof vor.

In  seiner Predigt betonte der Oberhirte des Bistums Augsburg vor den Gläubigen in Bellenberg, der Bußritus sei „ein ausdrückliches Bekenntnis unserer Entschlossenheit, dass wir nicht einfach hinnehmen werden, wenn unser Glauben und unser Glaubensleben verspottet, geschmäht, ausgegrenzt und angegriffen werden.“

Der Bußritus sei ein Zeichen, das ebenso gut und gern als unser Aufschrei übersetzt und verstanden werden sollte.

Weitere Infos und eine Bildergalerie gibt es auf den Seiten der Pfarreiengemeinschaft Vöhringen.

Quelle: https://bistum-augsburg.de/Nachrichten/Nach-Kirchenschaendungen-Bischof-Konrad-hat-gestern-in-Voehringen-und-Bellenberg-den-Bussritus-vollzogen_id_159521

Foto: Roland Furthmair


Regensburg: Energieverbrauch der Pfarreien kann um 30% gesenkt werden

Das Bistum Regensburg strebt an, ihren Gebäudebestand in energetischer Hinsicht zu verbessern. Mit Unterstützung des Instituts für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden wurden seit dem Startschuss der Energiewende im Bistum Regensburg vor einem Jahr 47 kirchliche Gebäude aus zehn ausgewählten Pfarreien betreff Energieverbrauch geprüft.

Ziel der Energiewende im Bistum Regensburg ist es, bis zur Hälfte des Verbrauchs einzusparen.

Paul Höschl, Baudirektor im Bistum Regensburg, und Prof. Dr. Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik, stellten als Verantwortliche die Ergebnisse der umfassenden Studie vor:

Gemälde: Evita Gründler

REGENSBURG (Gemälde: E. Gründler)

Die zur Hälfte durch das Bayerische Wirtschaftsministerium geförderte Studie gibt den zehn Pfarreien Sanierungsempfehlungen, gekoppelt mit Hinweisen zur Wirtschaftlichkeit. Die Erkenntnisse werden allen Pfarreien im Bistum zur Verfügung gestellt. Die künftige Initiative für Baumaßnahmen im Sinne der energetischen Optimierung liegt bei den Pfarrgemeinden. Besonders bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen sollen die Vorschläge berücksichtigt werden.

Die zehn ausgewählten Pfarreien mit 47 Gebäuden sind repräsentativ für den Bestand des gesamten Bistums ausgewählt. Die Basis für die Übertragung der Erkenntnisse auf andere Pfarreien sei fundiert, teilte Baudirektor Höschl mit.

Zum Bestand des Bistums Regensburg gehören rund 4000 Gebäude in 770 Pfarreien und Seelsorgsstellen. Die Pfarreien werden in fachlicher Hinsicht durch das Baureferat im Bischöflichen Ordinariat betreut.

Die untersuchten Pfarreien sind: Herz-Marien Regensburg, St. Konrad Regensburg, St. Nikola Landshut, St. Peter Geiselhöring, Mariä Himmelfahrt Kirchenthumbach, St. Johann Nabburg, St. Josef Neunburg v. Wald, St. Elisabeth Weiden, Herz Jesu Weiden und Maria Rosenkranzkönigin Nagel. In erster Linie handelt es sich um Kirchen, Pfarrhäuser, Pfarr- und Jugendheime und um Kindertagesstätten.

In der Summe ergibt sich für die 47 betrachteten Gebäude ein Heizenergieendverbrauch von 3,3 Millionen kWh pro Jahr, was aktuell einem Rechnungsbetrag von 210.000 Euro entspricht. Der Stromverbrauch schlägt mit 351.000 kWh pro Jahr zu Buche.

Das Institut für Energietechnik hält fest, dass bei einer Umsetzung aller empfohlenen Maßnahmen für die zehn Pfarreien eine Reduzierung des Endenergieverbrauchs um bis zu 30 Prozent möglich wäre. Was den Ausstoß von CO2 betrifft, wäre eine Reduzierung von derzeit 1.100 Tonnen um 190 Tonnen pro Jahr möglich.

Prof. Brautsch erklärte, die Sensibilität in den Pfarreien für das Thema sowie die Bereitschaft, das Verhalten zu ändern, habe ihn sehr positiv überrascht. Angesichts der Altersstruktur der Gebäude habe es weder positive noch negative Überraschungen geben. Auch seien schon viele der Maßnahmen umgesetzt worden.

Baudirektor Höschl berichtete, dass bei dem Referenzobjekt Exerzitienhaus Johannisthal die Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs um 50 Prozent bereits umgesetzt werden konnten. „So umfassend muss aber nicht in jeder Pfarrei eingegriffen werden“, stellte Höschl fest. Bei einer Umsetzung aller Maßnahmen in den Pfarreien könnte eine Einsparung in Höhe von 30 Prozent erreicht werden.

Quelle: Bischöfliches Presseamt Regensburg


PLAKAT für die KINDER: „Es ist das größte Glück…“

 022512 - KM-Plakate.pdf, page 1-4 @ HotFolder

DIESES POSTER erschien kürzlich im KOMM-MIT-Verlag Münster im Rahmen des regelmäßigen ECCLESIA-Plakatdienstes: alle zwei Wochen gibt es ein neues Plakat im Großformat 60 x 40 cm  – vor allem für die Schaukästen der Pfarreien. (Jahresabo inkl. Porto nur 59 €).

ECCLESIA kommt aus dem Griechischen und heißt „Kirche“  – es ist dies der einzige katholische Plakatdienst in Deutschland; die bunten Poster erscheinen bereits im 66. Jahrgang mit weit über 1500 verschiedenen Plakaten.  

Weitere Infos: KOMM-MIT-Verlag,  Tel. 0251-615151 / Mail: felizitas.kueble@web.de


Papst Benedikt warnt vor einer „Bürokratisierung der Seelsorge“ und der Verdrängung von Priestern

In seiner Ansprache vom heutigen Freitag an Bischöfe aus Frankreich behandelte der Papst auch das Thema Pfarrei-Schließungen und das Schaffen von größeren Seelsorge-Einheiten, wie man es auch aus dem deutschen Sprachraum kennt.

Papst Benedikt gibt hierbei zu bedenken:

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

„Die Lösung der pastoralen Probleme in den Bistümern kann sich nicht auf Organisationsfragen beschränken, so wichtig diese auch sein mögen.

Man riskiert, mit einer Art Bürokratisierung der Seelsorge zu sehr, der Effizienz nachzujagen; wenn man sich zu sehr auf Strukturen, Organisation und Programme konzentriert, kann das zu Selbstbezogenheit führen, zum exklusiven Nutzen der Mitglieder dieser Strukturen. Das hätte aber dann kaum Auswirkungen auf das Leben der Christen, die sich von der regulären Praxis entfernt haben.“

Evangelisierung bedeute stattdessen, „wieder von der Begegnung mit dem HERRN auszugehen“. Es gelte, „unseren Zeitgenossen dabei zu helfen, die Zeichen der Anwesenheit Gottes zu erkennen oder wiederzuentdecken“.

Außerdem dürfe bei der „Neuordnung“ der Seelsorge nicht die Besonderheit des geweihten Priestertums unter die Räder geraten, betonte der Papst:

„Ich freue mich über die Großzügigkeit von Laien, die mit großer Bereitschaft an den Ämtern und Aufgaben in der Kirche teilhaben. Man muss allerdings daran erinnern, dass die spezifische Aufgabe der Laien in der Durchdringung der weltlichen Realitäten besteht. Hier sollen sie autonom, aber im Licht des Glaubens und der kirchlichen Lehre wirken.

Es ist also nötig, über den Respekt vor dem Unterschied zwischen allgemeinem Priestertum aller Gläubigen und dem priesterlichen Dienst der dazu Geweihten zu wachen: Dieser Unterschied besteht nicht nur im Hierarchischen, sondern ist wesentlich.“

Quelle: Radio Vatikan


Pastoraler Mißstand: Pfarrgemeinden wird vielfach der eigene Priester weggenommen

In vielen Bistümern ist es zur Sitte   –  genauer gesagt: zur Unsitte  –  geworden, im Zuge von Pfarrei-Zusammenlegungen vielfach jene Pfarrer zu versetzen oder gleich abzuservieren, die mitunter sogar jahrzehntelang die bisherigen Gemeinden betreut haben  – so geschehen auch in Vorortpfarreien von Münster (Westfalen).

Dadurch muß sich das Kirchenvolk nicht allein mit der  – ohnehin schon sehr gewöhnungsbedürftigen  – Fusionierung vormals eigenständiger Pfarrgemeinden abfinden, sondern verliert auch noch den ihnen vertrauten Priester, der durch einen neu eingeführten Geistlichen ersetzt wird.

Mag es für die Zusammenlegung von Pfarreien mit Mühe und Krach noch Gründe geben (jedoch beileibe nicht in allen Fällen), so ist das völlig unnötige Austauschen von Pfarrern schlicht eine Zumutung für die Gläubigen, denen  –  neben dem Abriß oder der Zweckentfremdung hunderter Gotteshäuser  –   offenbar rein gar nichts mehr erspart bleibt.

Was denken sich wohl die hierfür verantwortlichen Oberhirten bzw. Bischöfe? Welche Vorstellung haben sie von Seelsorge?  Warum werden durch derart unverständliche Maßnahmen noch die letzten Rest-Kirchgänger enttäuscht und völlig unnötig vor den Kopf gestoßen?!

Jüngstes Beispiel, von dem jetzt die Tageszeitung „Der Westen“ berichtet:

„Mit „Erstaunen und Bestürzung“ reagieren die sieben zum Erzbistum Paderborn gehörenden Kirchengemeinden auf die Ankündigung, dass im Zuge der Neuordnung der Pastoralverbände vier Priester die Lippestadt verlassen.

Warum will das Erzbistum die stets engagierten Geistlichen austauschen?

Gemeinsam stellen wir uns die Frage, warum erfolgt eine Abkehr des positiv eingeschlagenen Weges. Dass es zu Veränderungen bzw. Verkleinerungen der Gemeinden bzw. innerhalb des Pastoralverbundes kommen muss, ist uns durchaus klar und verständlich.

Gerade bei der strukturellen Weichenstellung der nächsten Jahre wären die ansässigen Geistlichen Garanten für eine gute Zusammenarbeit beim Zusammenschluss der Gemeinden und für ein weiteres intaktes Gemeindeleben.

Es sind weder die Gemeindegremien noch die Mitglieder der Gemeinden angehört noch eingebunden worden, obwohl ausreichend Gelegenheit dazu vorlag.

Dieses Verhalten birgt ein großes Potenzial an Frustration für die vielen in den Gemeinden ehrenamtlich arbeitenden Laien. Wir laden deshalb den Erzbischof zu einem Dialog ein, verbunden mit der Bitte, sich der Anliegen der Gemeindemitglieder anzunehmen sowie die getroffene Entscheidung zu überdenken.“

Quelle hierfür:  www.derwesten.de/staedte/luenen/gemeinden-entsetzt-ueber-entscheidung-id6347431.html

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster