Münster: Zahlreiche Gläubige bei Requiem und Beisetzung von Pfarrer Dr. Gerd Fasselt

Von Felizitas Küble

Am heutigen Montag, dem 28. Juli, wurde der Geistliche Prof. Dr. Gerd Fasselt in Münsters Zentralfriedhof zu Grabe getragen. Zuvor wurde um 10 Uhr in der Klinikenkirche „Maria, Heil der Kranken“ das feierliche Requiem zelebriert.IMG

Wir haben in der vorigen Woche ein Lebensbild des auch von uns sehr geschätzten Seelsorgers veröffentlicht, der am Samstag, den 19. Juli, nach schwerer Krankheit verstarb: Nachruf 

BILD: Klinikpfarrer Dr. Fasselt (Mitte) mit Diakonen während des Praktikums zur Krankenseelsorge in Münster 1996.

Das Gotteshaus, der Vorraum und der Kirchplatz waren mit hunderten Trauergästen überfüllt. Auch ich nahm mit einigen Freunden unseres Christoferuswerks, die den Krankenhauspfarrer ebenfalls persönlich kannten, an der Trauermesse und Beerdigung teil.

Das Requiem wurde mit einem Lautsprecher auf den Vorplatz übertragen. Hauptzelebrant war der Neffe des Verstorbenen, Prof. Dr. Stefan Böntert.

Der bewegende Gottesdienst und die große Anteilnahme der Gläubigen zeigte einmal mehr, wie sehr die Menschen sich mit dem verstorbenen Pfarrer Fasselt verbunden fühlen. Viele Priester und Ärzte waren zur Trauermesse und anschließenden Beisetzung gekommenDSC_0045_k.

Danach sprach ich mit einer mir unbekannten älteren Dame, die mir mitteilte, wie sehr sie den pensionierten Klinikenseelsorger geschätzt hat. Er habe sie, als sie schwerkrank vier Wochen in der Uni-Klinik lag, täglich besucht und ihr Mut aus dem Glauben zugesprochen, ihr aber auch in praktischer Hinsicht geholfen.

BILD: Das Altargemälde der Klinikenkirche in Münster zeigt die Aufnahme Marias in den Himmel (Foto: Kath. Klinikseelsorge)

In seiner Predigt sprach Pfarrer Egbert Reers darüber, daß Dr. Fasselt sich nicht mit einem fernen, distanziert-„allmächtigen“, sondern gleichsam mit dem „ohnmächtigen“ Gott verbunden habe  –  mit jenem Erlösergott, der am Kreuz gelitten und sich für das Heil der Menschen hingegeben hat.

In Christi Spuren ging dieser Geistliche, der den Kranken und Verzweifelten, den Ratlosen und Suchenden Wege zum Glauben und neuen Lebensmut erschloß.

In dem Gebetsgedenkzettel, der an die Trauergäste verteilt wurde, heißt es:

„In den Jahren seines priesterlichen Dienstes hat der Verstorbene vielen Menschen seine Fürsorge und Zuwendung geschenkt. Der HERR vergelte ihm das Gute, das er für die ihm Anvertrauten getan hat und nehme ihn nun auf in die Herrlichkeit des Himmels.“

Unsinnige Anschuldigungen zurückgewiesen

Vor dem Abschluß der Trauermesse ergriff einer der engsten Freunde des Verstorbenen das Wort:

Stephan Frense würdigte das Wirken von Pfr. Fasselt  –  und wies zugleich offenherzig darauf hin, daß es im Zuge der Mißbrauchsmedienwelle vor einigen Jahren zu unfairen Anschuldigungen gegen den Klinikpfarrer gekommen war. weisselberg_memoriam Seinen Angehörigen und Freunden sei freilich klargewesen, so der Redner, daß die Gerüchte keineswegs zutreffen konnten.

(Abgesehen davon hatte die Münstersche Staatsanwaltschaft jene Verdächtigungen gegen den Geistlichen bereits nach zwei Wochen zurückgewiesen.)

Leider stand das Ordinariat Münster einschließlich Bischof Dr. Felix Genn offenbar nicht hinter dem Priester; es wurde ihm  sogar zeitweise die öffentliche Zelebration der hl. Messe untersagt, wie ich aus seinem Freundeskreis erfuhr. Gerechtigkeit sieht anders aus!

Dieses unverständliche Verhalten seiner kirchlichen Vorgesetzten hat den pensionierten Pfarrer sicherlich schwer enttäuscht, ebenso alle fair denkenden Menschen, die sich an rechtsstaatlichen Grundsätzen orientieren (wonach bei unbewiesenen Anschuldigungen stets die Unschuldsvermutung gilt).

Der Redner erhielt für seine klaren Worte einen deutlichen Beifall vieler Gläubiger im Gotteshaus und auf dem Kirchenvorplatz. Nach der Beerdigung sprach ich mit zwei Geistlichen, darunter einem jungen Priester, über dieses Thema. Beide kannten Pfarrer Fasselt gut, einer von ihnen schon seit vielen Jahrzehnten. Auch sie äußerten sich kritisch über das unfaire Vorgehen des bischöflichen Ordinariats Münster.

Erschwerend kommt hier noch hinzu, daß Pfr. Fasselt als Priester Gottes ohne bischöfliches Pontifikalrequiem beigesetzt wurde, wobei diese altehrwürdige Gewohnheit gewissermaßen verdeutlicht, daß der gute Hirte seine Herde weidet, daß also der Bischof seinen Priestern  –  den Dienern im Weiheamt  –  bis in den Tod hinein sakramental verbunden bleibt.

Die Beisetzung von Pfr. Fasselt bewies jedenfalls erneut seine ungeheure Beliebtheit bei den Menschen, denn der  Zug der Trauergäste auf dem Zentralfriedhof wollte kein Ende nehmen. Selten habe ich bei einer Beerdigung derart viele Teilnehmer erlebt.

HIER finden Sie  die gehaltvolle Todesanzeige der katholischen Klinikseelsorge für Pfr. Fasselt in den „Westfälischen Nachrichten“: http://www.wn-trauer.de/Traueranzeige/Gerd-Fasselt-2014-07-19-Muenster-Mitte-15143503

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das diese Webseite CHRISTLICHES FORUM betreibt.