Schweiz: Pfarrer Sabo beschwert sich über die Dämonisierung der AfD in Deutschland

In der Schweiz gehen die Uhren bisweilen anders als hierzulande, zumindest verläuft die öffentliche Debatte oft sachlicher.

In der „Basler Zeitung“ vom vergangenen Mittwoch erschien unter der Rubrik „Einspruch“ ein nachdenkenswerter Beitrag des katholischen Pfarrers Franz Sabo.

Unter dem Titel „Die verteufelten Unzufriedenen“ kritisiert der Geistliche aus Röschenz die Dämonisierung der AfD in Medien und Politik.

Pfarrer Sabo  –  er ist durchaus kein konservativer Priester  –  erwähnte in seinem Artikel, was durch die aktuellen Wahlanalysen bestätigt wird, wonach AfD-Wähler vor allem aus CDU und CSU sowie dem Nichtwähler-Spektrum stammen, teils sogar aus der Linkspartei. 

Der Autor schreibt hierzu: „Diese zählt inzwischen ebenfalls zu den etablierten Parteien, obwohl deren Mitglieder vor nicht allzu langer Zeit noch den Ausgestossenen zugerechnet wurden.“

Freilich mußte auch die SPD Federn lassen bzw. der AfD abgeben: rund eine halbe Million Sozialdemokraten wechselten zu den konservativen „Alternativen“. Manche sehen die AfD deshalb schon als eine Art „neue Arbeiterpartei“ an.

Pfarrer Sabo beanstandet einen unfairen und undemokratischen Umgang mit der AfD: „Die Wähler werden verunglimpft als Neonazis, Wutbürger und Halb- bzw. flüchtig Gebildete, wobei gemeint ist: ein dummes und primitives Volk.“

Zudem schreibt der Priester:
„Von den Linken bis zur CSU, von den Medien – vor allem vom deutschen Fernsehen – bis zu den Kirchen, von Künstlern bis zu den Intellektuellen und jenen, die sich gerne dazuzählen, wird die AfD dämonisiert…
Altkanzler Schröder rief zu einem Aufstand der Anständigen gegen die Unanständigen (Pegida) auf. Denselben Schröder, Erfinder von Hartz IV, zieht es in den Vorstand des russischen Ölkonzerns Rosneft.“

Die „Verteufelung“ der AfD durch die „sogenannten und selbsternannten Anständigen“ werde sich jedoch, so der Pfarrer vor einigen Tagen, als kontraproduktiv erweisen:

„Die AfD wird bei der Wahl des Deutschen Bundestages ein deutlich zweistelliges Ergebnis einfahren. Ich kann gut verstehen, dass viele Unzufriedene sagen: jetzt erst recht!“

Quelle für die Zitate: https://bazonline.ch/ausland/europa/die-verteufelten-unzufriedenen/story/19003644