Pfarrer Hendrick Jolie tritt als einer der drei Sprecher des „Netzwerks katholischer Priester“ zurück

Das Bistum Mainz ruft die Öffentlichkeit zu fairem Umgang mit Pfarrer Jolie auf

Das Netzwerk katholischer Priester veröffentlichte heute auf seiner Internetpräsenz eine Erklärung des hessischen Pfarrers Hendrick Jolie, der kürzlich wegen seines  – wie er selber einräumt  – „leichtfertigen“ Umgangs mit dem unseriös-anonymen Radauportal „kreuz.net“ vom Bistum Mainz gerügt worden war.

Zugleich rief das Bischöfliche Ordinariat die Öffentlichkeit in seiner gestrigen Erklärung aber zu sorgfältiger Berichterstattung auf  – und lehnte jede Verunglimpfung des Geistlichen ab:

„Das Bistum Mainz bittet die Öffentlichkeit, die Klärungen nach diesem Gespräch zu respektieren und Herrn Pfarrer Jolie nicht mit anderen, verunglimpfenden, strafwürdigen und menschenverachtenden Äußerungen von kreuz.net in Verbindung zu bringen. Dafür besteht nach dem heutigen Wissensstand kein Anlass.“

Dieser Aufruf zur Fairneß ist allzu berechtigt, nachdem Pfarrer Jolie von vielen  – meist linksgerichteten  – Medien und großen Teilen der Homosexuellen-Lobby nicht etwa sachlich kritisiert, sondern angriffslustig diffamiert und attackiert worden war.

Das theologisch konservative Priesternetzwerk, das keine festen Vereinsstrukturen aufweist, sondern eher als Gesprächs- und Tagungsforum aufgebaut ist, wurde bislang von drei Sprechern vertreten: Pfarrer Dr. Guido Rodheudt, Pfarrer Uwe Winkel und Pfarrer Hendrick Jolie. 

Hier folgt nun Pfr. Jolies heutige Stellungnahme:

28.11.2012

Um meine öffentliche Wirksamkeit zu überdenken, bitte ich um Verständnis, dass ich aus gegebenem Anlass nicht länger die Funktion eines Sprechers des Netzwerks katholischer Priester ausüben möchte.

Pfr. Hendrick Jolie

Webseite des Priesternetzwerks: http://www.priesternetzwerk.net/

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Info-Link betr. kreuz.net: ein Portal „unter falscher Flagge“?  –  siehe hier: http://de.gloria.tv/?media=364908


Das Bistum Mainz hat Lob verdient: Faires Verhalten gegenüber Pfarrer Hendrick Jolie

Ordinariat Mainz lehnt jede Verunglimpfung des Geistlichen ab

Das Bischöfliche Ordinariat Mainz hat heute erneut eine Erklärung zu den Vorwürfen gegen Pfarrer Hendrick Jolie im Zusammenhang mit „kreuz.net“ veröffentlicht  – wir haben sie heute Vormittag bereits im vollen Wortlaut dokumentiert.

In dieser Stellungnahme wurde eine  – im wesentlichen durchaus berechtigte  –  Sachkritik an dem Geistlichen wegen seines leichtfertigen Umgangs mit dem unseriösen Radauportal „kreuz.net“ geübt.

Es wurde jedoch nicht der Stab über ihn gebrochen, geschweige wurde der Priester amtsenthoben, wie man dies seitens linker Hetzblätter vom Spiegel bis zur Süddeutschen Zeitung wohl gerne gesehen hätte   –  im Gegenteil: die Öffentlichkeit wird in der Erklärung ausdrücklich zu Fairneß und sorgfältiger Berichterstattung ermahnt und aufgefordert, die nunmehr erfolgten „Klärungen“ in dieser Sache zu akzeptieren.

Volker Beck protestiert heftig gegen die Mainzer Erklärung

Der grüne Parlamentarier Volker Beck denkt aber gar nicht daran; vielmehr protestierte er heute sofort gegen die Erklärung des bischöflichen Ordinariats: „Das Bistum Mainz kann die Akte Jolie nicht schließen“, kommentierte er die kirchliche Entscheidung, Pfarrer Jolie im Amt zu belassen und auch sonst keine disziplinarischen Maßnahmen zu beschließen.

Schon zuvor hatte Volker Beck  – ein bekennender Homosexueller  – die sofortige Entlassung des hessischen Geistlichen gefordert: dieser dürfe „keinen Tag länger“ als Pfarrer tätig sein etc.

Seit wann hat sich ein Politiker  – welcher Partei auch immer  –  in die kirchliche Personalpolitik einzumischen? Kümmert sich die katholische Kirche etwa um das öffentliche Personalgerangel der Grünen?

Bei der Mainzer Haltung zu Pfr. Jolie handelt es sich um eine erfreuliche, durchaus nicht in allen deutschen Bistümern vorhandene Umgangsweise mit Priestern, die Respekt und Anerkennung verdient.

Das gilt auch für den Mainzer Bischof und Kardinal Karl Lehmann, der die Entschuldigung von Pfarrer Jolie akzeptiert hat.

Bereits hinsichtlich der ersten Erklärung des Mainzer Ordinariats zur Causa Pfr. Jolie schrieben wir in unserer Pressemeldung der vorigen Woche Folgendes:

„Pfr. Jolies zuständige Bistumsleitung in Mainz hat in einer sachlichen, ausgewogenen und umsichtigen Stellungnahme zu Recht vor einer „Vorverurteilung“ des attackierten Priesters gewarnt.“

(Siehe unsere Meldung hier: http://www.news4press.com/Meldung_700316.html)

Aus unserer Sicht bestand für Pfr. Jolie durchaus Anlaß zur kritischen Selbstbesinnung, was wir in unserer Stellungnahme klar erwähnt haben, doch die öffentlichen Attacken in den üblichen Linksmedien gegen den konservativen Geistlichen waren dennoch völlig überzogen und ungerecht.

Unsere Pressemitteilung steht hinsichtlich des internet-aktiven Pfarrers Jolie unter dem Motto: „Sachkritik JA, unfaire Diffamierung: NEIN“

An diesem edelmütigen Leitwort hat sich das Mainzer Bistum orientiert  – und das ist gut so!

Keine weggemobbten Priester im Mainzer Bistum

Gut ist zudem, daß es in dieser Diözese  –  nach unserem Kenntnisstand  –  bislang keinen einzigen „weggemobbten“, kaltgestellten bzw. unfair amtsenthobenen Priester gibt.

Man kann zu Kardinal Karl Lehmann stehen, wie man will. Auch wir sind mit etlichen seiner kirchenpolitischen oder theologischen Äußerungen keineswegs einverstanden.

Das ändert freilich nichts daran, daß der Mainzer Bischof Lehmann die ihm unterstellten Pfarrer seines Bistums tolerant bzw. im guten Sinne „liberal“ behandelt (und zwar auch die konservativen Geistlichen!)  –  und daß daher von einem „Priestermobbing“ nichts bekannt ist.

Wer sich mit manch anderen bischöflichen Ordinariaten auskennt, der weiß, daß dies leider keineswegs selbstverständlich ist.

Auf diesen Sachverhalt habe ich im Juni dieses Jahres in einer Rundsendung unseres Christoferuswerks aufmerksam gemacht und diesbezüglich einige Bistumsleitungen miteinander verglichen.

Die wesentlichen Passagen hieraus wurden in der August-Ausgabe der österreichischen Monatszeitschrift „Der 13.“ von Dr. F. Engelmann veröffentlicht.

Unter dem Titel „Felizitas Küble recherchierte Mobbing gegen Priester“ heißt es dort auf Seite 14:

„Relativ priesterfreundlich verhält sich (nach F. Küble) erstaunlicherweise das Ordinariat Mainz, was man von einer Lehmann-Behörde kaum erwarte. Aber Kardinal Lehmann sei immerhin auch insofern „liberal“, als er die konservativen Priester in seinem Bistum gewähren lasse. Das müsse man ihm (bei aller sonstigen Kritik) zugutehalten.“

Daß diese positive Würdigung berechtigt war und ist, hat sich jetzt in der Causa Pfarrer Jolie erneut gezeigt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Erklärung des Bistums Mainz zur Causa Pfarrer Hendrick Jolie und „kreuz.net“

Wir dokumentieren den vollen Wortlaut der heute veröffentlichten Stellungnahme des Bischöflichen Ordinariats Mainz:

Zum Gespräch mit Pfarrer Hendrick Jolie über seine Verbindung mit kreuz.net

Wie bereits in der Erklärung vom 16. November 2012 angekündigt, hat am 23. November das Gespräch von Vertretern des Bistums Mainz mit Herrn Pfarrer Hendrick Jolie wegen seines Verhältnisses zu kreuz.net stattgefunden.

Von Bistumsseite haben daran teilgenommen: Herr Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann, Herr Justiziar Prof. Dr. Michael Ling und Herr Personaldezernent Ehrendomkapitular Klaus Forster.

In dem Gespräch kam zum Vorschein, dass Herr Pfarrer Jolie Kontakte zu der für ihn stets anonym gebliebenen Redaktion von kreuz.net hatte und entgegen früheren Darstellungen auch Texte lieferte. Diese betrafen nach dem heutigen Kenntnisstand kirchenpolitische Sachverhalte und Urteile, freilich auch über kirchliche Personen.

Insofern hat sich im Gespräch die Einschätzung des Bistums Mainz in der Erklärung vom 16. November über die Art der Mitwirkung von Herrn Pfarrer Jolie bestätigt.

Die Vertreter des Bistums Mainz haben keinen Zweifel daran gelassen, dass diese Kontakte, die inakzeptable Verletzungen einer Reihe von Menschen mit sich gebracht haben, auch ohne förmliche Mitwirkung bei anderen Verlautbarungen von kreuz.net, eines Priesters unwürdig sind und außer den betroffenen Personen auch die Kirche beschädigt haben.

Pfarrer Jolie hat sich im Anschluss an das stattgefundene Gespräch mit den Vertretern des Bistums in einem Brief vom 23. November an den Bischof von Mainz, Karl Kardinal Lehmann, gewandt und darin sein „unkluges und unüberlegtes Handeln zu großem Schaden für die Diözese und auch für mich persönlich“ bedauert.

Er habe in der irrigen Meinung, dem Glauben der Kirche zu dienen, Mittel und Wege der Meinungsäußerung gesucht, die in Widerspruch zum christlichen Glauben stehen. Er bittet um Entschuldigung und um Vergebung. Er will die Bereiche seiner öffentlichen Wirksamkeit überdenken und daraus Konsequenzen ziehen.

Der Bischof von Mainz hat diese Bitte angenommen.

Er dankt den Teilnehmern des Gesprächs für ihren Beitrag zu einer Klärung, aber auch Herrn Pfarrer Jolie für seine Bereitschaft zur selbstkritischen Umkehr.

Er ermahnt ihn, auch künftig mit öffentlichen Verlautbarungen jeder Art sensibel umzugehen. Das Bistum Mainz bietet Herrn Pfarrer Jolie dafür jede Hilfe an.

Das Bistum Mainz bittet die Öffentlichkeit, die Klärungen nach diesem Gespräch zu respektieren und Herrn Pfarrer Jolie nicht mit anderen, verunglimpfenden, strafwürdigen und menschenverachtenden Äußerungen von kreuz.net in Verbindung zu bringen.

Dafür besteht nach dem heutigen Wissensstand kein Anlass.

Mainz, 27. November 2012
Bistum Mainz

Quelle: http://www.bistummainz.de/bistum/bistum/ordinariat/dezernate/dezernat_Z/pressestelle/index.html?f_action=show&f_newsitem_id=33052