Nigeria: Katholischer Priester brutal ermordet

Der Pfarrer der Gemeinde in Gulu (Diözese Minna), John Gbakaan, wurde am vergangenen 15. Januar entlang der Straße von Lambata nach Lapai im Bundesstaat Niger entführt und ermordet.

Pfr. Gbakaan war zusammen mit seinem Bruder und einem anderen Priester am 14. Januar nach Makurdi im Bundesstaat Benue gefahren war, um dort seine Mutter zu besuchen.
Am 15. Januar wurden der Priester und sein Bruder auf dem Rückweg von bewaffneten Männern entlang der Straße von Lambata nach Lapai überfallen – etwa gegen 21 Uhr in der Nähe des Dorfes Tufa.

Die beiden Brüder wurden von bewaffneten Männern verschleppt, die sich am Samstag, dem 16. Januar, mit einer Lösegeldforderung an die Diözese Minna wandten. Zunächst forderten die Entführer eine Summe von dreißig Millionen Naira, die sie später auf fünf Millionen Naira reduzierten.
In der Zwischenzeit wurde jedoch der ermordete Priesters aufgefunden. Pater Gbakaan wurde anscheinend mit einer Machete auf derart brutale Weise hingerichtet, dass eine Identifikation nur schwer möglich war.

Der Toyota Venza, mit dem der Priester unterwegs war, wurde ebenfalls im Busch gefunden. Es gibt noch keine Neuigkeiten von seinem Bruder, der sich noch in den Händen der Entführer befinden soll.
Unterdessen fordern Vertreter der christlichen Konfessionen in Nigeria die Bundesregierung auf, die Entführung und Tötung von kirchlichen Mitarbeitern im Land zu bekämpfen.

Quelle: Fidesdienst – Gemälde: Evita Gründler


Bischof Genn will die Stellung der Priester schwächen und die „Laien“ stärken

Von Felizitas Küble

Die Westfälischen Nachrichten haben am 11. Dezember 2020 ein Interview mit Bischof Dr. Felix Genn veröffentlicht. Der Oberhirte des Bistums Münster wird darin gefragt, ob die Kirche in der Lockdown-Debatte genügend präsent gewesen sei.

„Das vermag ich nicht zu sagen“, antwortete er und fügte hinzu: „Vielleicht werden wir im nachhinein noch einmal genau untersuchen, ob wir uns da oder dort noch stärker hätten einbringen müssen.“

Während Bischof Genn (siehe Foto) eher verhalten und verschwommen reagiert, wenn es um das überfällige Kehren vor der eigenen kirchlichen Haustür geht, wenn ehrlicher Klartext zu den offensichtlichen Versäumnissen in Coronazeiten angesagt wäre, wird er viel deutlicher, wenn er in weiter Ferne aufräumen kann, zumindest verbal:

„Es bedrückt mich sehr, unter dem nun abgewählten Präsidenten eine Schwächung der Demokratie in Amerika miterleben zu müssen und solche Machthaber wie Trump oder auch Putin zu erleben.“

Das klingt angepaßten Medienkonsumenten und Zeitgeistsurvern wunderbar in den Ohren, erst recht, wenn Felix Genn noch hinzufügt, als moderiere er gerade die ARD-Tagesthemen: „Es nimmt mich zugleich sehr mit, dass es soviel Populismus bei uns gibt.“

Den Kirchenmann bedrückt also die angeblich unter Trump „geschwächte“ (wie und wo und warum?!) Demokratie in den Vereinigten Staaten, er vergleicht den amerikanischen Präsidenten kurzerhand mit dem russischen Autokraten Putin und ist zudem noch „mitgenommen“ vom Populismus – alles fernsehübliche Sprüche, die auch von den Grünen stammen könnten.

Da paßt es dann, daß Genn das „Sterbehilfe“-Urteil des Bundesverfassungsgerichts pro Suizid nur „sehr bedenklich“ findet, dabei ist es ethisch und politisch eine komplette Katastrophe, ein Ärgernis sondergleichen, das sogar Liberale hierzulande in Erstaunen versetzte und Ärzteverbände die Stirne vernehmlich runzeln ließ.

Wie man aus der Not eine Tugend macht, können wir vom Münsteraner Bischof lernen, an Sprechblasen dazu fehlt es nicht:

„Ich habe in der Coronazeit unglaublich viel an Kreativität und Engagement in den Gemeinden erleben dürfen….Von Jung bis Alt sehe ich viel Aktivität und solidarisches Miteinander…“ – Wie wunderbar, bloß die Gläubigen haben davon seltsam wenig mitbekommen.

Die Krönung des Zeitungsgesprächs ist aber seine Demontierung des Priesterstandes.

Nachdem der Bischof im Zuge der Pfarreien-Fusionen massenhaft Pfarrer, die vorher kirchenrechtlich voll installiert waren, gleichsam zu Hilfspriestern degradierte (die lediglich noch den Ehrentitel „Pastor“ tragen), lamentiert er nun munter drauflos:

„Wenn weniger Leitende Pfarrer im Dienst sind, müssen wir schauen, wie wir alternative Leitungsformen entwickeln.“

Das vom Bischof bewußt und systematisch vorangetriebene Verringern von leitenden Pfarrern wird jetzt als Vorwand benutzt, um die Priester noch weiter von ihren Führungsaufgaben zu verdrängen, die ihnen als „Vater“ der Gemeinde von Amts wegen zukommen.

Damit Gemeinden „lebendig“ blieben, müsse jetzt eine „Sensibilisierung der Laien für ihre Aufgaben einhergehen„, betont der Münsteraner Oberhirte.

Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Wer es immer noch nicht begriffen hat, wird mit dem nächsen Satz von Genn eines Schlechteren belehrt: „Ich möchte von der Vorstellung abrücken, als ob alles daran hinge, dass es einen Priester gibt, auf den sich alles konzentriert.“

Ob eine Gemeinde „lebendig“ sei, hänge nicht nur vom Pfarrer ab, sondern „genauso(!) von den „übrigen“ (!) „Seelsorgerinnen und Seelsorgern“ sowie den ehrenamtlich Engagierten.

Alles klar? „Seelsorgerinnen“ (wie bitte?!) und sonstige Laien sind „genauso“ wichtig für die Kirchengemeinde wie der Pfarrer selbst?!

Soviel zum „Kirchenbild“ dieses ganz besonderen Oberhirten, der seine Kirche mehrfach flapsig als „Laden“ bezeichnete (sogar in seinem amtlichen Fastenhirtenbrief 2019), womit er seinem progressiven Hofhistoriker Hubert Wolf aufs Wort folgte. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/03/10/bischof-genn-bezeichnet-die-kirche-amtlich-als-laden-erneut-kein-wort-von-der-beichte/)

Auf die Frage nach den „viri probati“ – also den in Beruf und Familie bewährten Männern, die zu Priestern geweiht werden könnten – antwortet Genn „zurückhaltend“, wie er sagt. Aber da freue man sich nicht zu früh, denn seine Begründung lautet: „Weil ich zunächst die Laien stärken will.“

Klar, bei soviel angesagtem Laientum sind Priesterfragen – wie herum auch immer – eine zu vernachlässigende Angelegenheit.

Sodann erklärt er weiter: „Ich warte die Entwicklung ab und bleibe offen für alle Fragen“.

Anscheinend kennt der Bischof immer noch nicht den uralten Sponti-Spruch: „Wer nach allen Seiten offen ist, der ist nicht ganz dicht.“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Pfarrer während der Messe niedergeschlagen

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Polizeimeldung aus Berlin vom 30. August 2020:
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Ein Mann schlug heute Vormittag den Pfarrer der St. Joseph-Kirche in Wedding nieder. Nach bisherigen Erkenntnissen und Zeugenaussagen stand gegen 10.30 Uhr während der Messe in der Kirche an der Müllerstraße, ein bislang ruhig sitzender Mann von seinem Sitzplatz auf und spuckte in die Kirche hinein.
Anschließend soll er zielstrebig zum Altarraum gegangen und sich währenddessen laut religionsfeindlich geäußert haben.
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Dort schlug er den 61-jährigen Pfarrer mit einem Faustschlag nieder. Gleich darauf nahm sich der Unbekannte die Bibel und riss mehrere Seiten aus ihr heraus. Dem Niedergeschlagenen eilte dessen 56-jähriger Bruder zur Hilfe. Diesen schlug der Angreifer mit der Bibel nieder und flüchtete unerkannt aus der Kirche.
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Den niedergeschlagenen und leicht am Kopf verletzten Pfarrer und dessen ebenfalls nur leicht verletzten Bruder, behandelten alarmierte Rettungskräfte ambulant am Ort. Die Hintergründe der Tat ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt.

Das katholische Kirchenrecht über den seelsorglichen Beistand für die Eheleute

Kapitel I, Seelsorge und Vorbereitung zur Eheschließung:
Can. 1063:

Die Seelsorger sind verpflichtet, dafür zu sorgen, daß die eigene kirchliche Gemeinde den Gläubigen die Hilfe bietet, durch die der Ehestand im christlichen Geist bewahrt wird und in der Vollkommenheit vorankommt. Dieser Beistand ist besonders zu leisten:

1° durch Predigt, durch Katechese, die den Kindern, den Jugendlichen und den Erwachsenen angepaßt ist, sogar durch den Einsatz von sozialen Kommunikationsmitteln, durch die die Gläubigen über die Bedeutung der christlichen Ehe und über die Aufgabe der christlichen Ehegatten und Eltern unterwiesen werden;

2° durch persönliche Vorbereitung auf die Eheschließung, durch welche die Brautleute in die Heiligkeit und in die Pflichten ihres neuen Standes eingeführt werden;

3° durch eine fruchtbringende liturgische Feier der Eheschließung, durch die zum Ausdruck kommen soll, daß die Ehegatten das Geheimnis der Einheit und der fruchtbaren Liebe zwischen Christus und der Kirche darstellen und daran teilnehmen;

4° durch eine den Ehegatten gewährte Hilfe, damit sie den Ehebund treu halten und schützen und so zu einer von Tag zu Tag heiligeren und vollkommeneren Lebensführung in der Familie gelangen.

Can. 1064 — Aufgabe des Ortsordinarius ist es, dafür zu sorgen, daß dieser Beistand gebührend geordnet wird; wenn es angebracht scheint, soll er auch Männer und Frauen hören, die sich durch Erfahrung und Sachkunde bewährt haben.

Can. 1065 — § 1. Katholiken, die das Sakrament der Firmung noch nicht empfangen haben, sollen es noch vor der Zulassung zur Eheschließung empfangen, wenn dies ohne große Beschwernis geschehen kann.

§ 2. Damit die Brautleute das Sakrament der Ehe fruchtbringend empfangen, wird ihnen dringend empfohlen, zur Beichte und zur Kommunion zu gehen.

Quelle und weitere Canones hier: https://www.codex-iuris-canonici.de/cic83_dt_buch4.htm

Gemälde: Evita Gründler


„Forum Deutscher Katholiken“ begrüßt die vatikanische Instruktion fürs Priestertum

Wir begrüßen das römische Schreiben „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“, weil es dem Pfarrer als geweihtem Priester seine eigentliche Aufgabe der Bevollmächtigung zum Hirtenamt sichert bzw. zurückgibt.

Wenn der ZdK-Präsident, einige Bischöfe und Theologen diese notwendige Instruktion als„Provokation“, „Skandal“, „abenteuerliche Realitätsferne“ oder „Bannstrahl“ abqualifizieren, zeigen sie nur, wes Geistes Kind sie sind. Das römische Schreiben legt sich ihrem Bestreben, eine andere Kirche zu schaffen, in den Weg.

Die Reaktion auf den Priestermangel durch Schaffung von Großpfarreien mit Leitungsteams, die dem Pfarrer vorschreiben, was seine priesterlichen Aufgaben sind, ist keine Lösung, sondern ein Armutszeugnis. Denn die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland liegt in einer missionarischen Kirche, die durch Neuevangelisierung ein Klima schafft, in dem Priesterberufe wiederwachsen können – und die Weltchristen ihre Aufgaben in der Gesellschaft wahrnehmen.

Das römische Schreiben, das den Akzent auf die „missionarische Sendung der Kirche“ legt, hat unsere volle Unterstützung!

Prof. Dr. Hubert Gindert, Sprecher des „Forums Deutscher Katholiken


Papst Franziskus stärkt Priestern den Rücken gegenüber bischöflichen „Reformen“

Von Felizitas Küble

Seit etwa zwei Jahrzehnten werden in Deutschland immer mehr Pfarreien zusammengelegt und Kirchen geschlossen – nicht selten ohne notwendigen Grund oder unter dem Vorwand des Sparens (obwohl die Kirchensteuern in den letzten Jahren sprudelten).

Gleichzeitig wurde in manchen Bistümern im Zuge dieser Fusionen die Stellung der Pfarrer zurückgestutzt:

Pfarrer und sogar Dekane bzw. Dechanten wurden plötzlich in einem Rutsch zu Hilfspriestern degradiert, die zwar gegenüber den Gläubigen noch den Titel „Pfarrer“ oder „Pastor“ tragen durften, die aber schwuppdiwupps keine Pfarrer im kirchenrechtlichen (!) Sinne mehr waren – und daher sowohl gegenüber dem Bischof wie gegenüber ihren Laiengremien an Autorität und Machtbefugnissen deutlich einbüßten.

Manche Priester wurden sogar aus diesem „Anlaß“ in den vorzeitigen Ruhestand gedrängt.

Im Zuge dieser unseligen Entwicklung wurden viele Pfarrer von der Leitung ihrer Gemeinden „freigestellt“. Stattdessen wurde die Pfarrei nicht selten von einem „Leitungsteam“ geführt, das auch aus Laien bestand – teils sogar mehrheitlich aus denselben.

So kam es verstärkt zu einer Klerikalisierung der Laien und zugleich einer Laiisierung des Klerus – ganz im Sinne progressiver „Reformvorstellungen“ oder sogenannter „pastoraler Prozesse“, wie dieses Abbruchunternehmen gerne schöngeredet wurde.

Diesem priesterfeindlichen Treiben, das von etlichen bischöflichen Ordinariaten ausging und von linkskirchlichen Gruppen und Gremien unterstützt wurde, hat der Vatikan nun endlich einen Riegel vorgeschoben:

In einer vom Papst ausdrücklich gebilligten Instruktion der römischen Kleruskongregation wurde jetzt ein Machtwort gesprochen. Das wegweisende Dokument trägt den Titel: „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“.

Ihm zufolge ist eine Auflösung oder Zusammenlegung von Kirchengemeinden nicht mehr wie selbstverständlich möglich, sondern erfordert eine „begründete“ Einzelfalls-Entscheidung des Bischofs.

Auch das Überhandnehmen von Laien-Funktionen wird eingeschränkt, denn die Leitung der Pfarrei wird ihnen nicht erlaubt.

Hinsichtlich einer Schließung von Kirchen (im Bistum Essen oder Münster war dies zu dutzendfach der Fall) wird ebenfalls ein überfälliger Riegel vorgeschoben. Der Hinweis auf knappe Kassen oder weniger Gläubigen reicht in Zukunft nicht mehr aus, um ein Gotteshaus zu profanieren oder einer Zweckentfremdung zuzuführen (z.B. Turnhalle, Verlagsgebäude, Altenwohnungen etc – wie in Münster geschehen).

Sodann wird die Stellung des Pfarrers auch dadurch von Rom gestärkt, daß erklärt wird, er habe gegenüber seiner Gemeinde keine Rechenschaftspflicht.

Besonders wichtig ist, daß die vatikanische Instruktion klarstellt, die Zukunftsperspektiven des Pfarrers dürften „nicht mit der Berufung auf unumgängliche Reformnotwendigkeiten oder gar mit dem Verweis auf den priesterlichen Gehorsam abgetan werden“ – was aber bislang häufig der Fall war, wenn Priester amtlich herabgestuft wurden (vom Pfarrer zum Hilfsgeistlichen usw.) – oder gar vorzeitig zur Amtsniederlegung angehalten wurden.

Die Kleruskongregation bezeichnet ihr Einschreiten ausdrücklich als Antwort auf die in Deutschland von vielen Bistumsleitungen betriebenen „Strukturreformen“, die zu Lasten von Pfarrern und Pfarreien gingen, also sowohl den Hirten wie die Herde beschädigten.

Quelle für die Zitate: https://www.domradio.de/themen/vatikan/2020-07-20/rom-spricht-ein-deutliches-machtwort-vatikan-setzt-pfarreireformen-grenzen


Bistum Regensburg: Bischöfliche Regelungen für Pfarrer angesichts der Corona-Krise

Aufgrund der aktuellen Ereignisse zur Verbreitung des Corona -irus steht auch das Bistum Regensburg vor besonderen Herausforderungen. Michael Fuchs, der Generalvikar von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto), hat sich erneut in einem Schreiben an alle Seelsorger im Bistum Regensburg gewandt.

Information des Bischöflichen Ordinariates für alle Pfarrer und Pfarradministratoren

Zunächst ein grundsätzlicher Punkt:

Bitte nehmen Sie die Anordnungen der letzten Tage ernst. Ich bekomme mit, dass bisweilen noch ein großes Requiem, ein prächtiges Jubiläum oder Messen in Privathäusern gefeiert werden. Den Schmerz über die Einschränkungen und die gefühlte Widersprüchlichkeit zu vielen kirchlichen Wesenseigenschaften („Sammeln und Senden“, „Begegnungsräume schaffen“, „Gemeinschaft mit Gott und der Menschen untereinander fördern“, usw.) kann ich sehr gut nachvollziehen.

Dieser Schmerz ist ein gutes Zeichen des katholischen Empfindens. Aber es hilft nichts: Vieles ist derzeit einfach nicht möglich. Zu viele menschliche Begegnungen sind eine Gefahr, nicht nur und gar nicht in erster Linie für den Pfarrer oder die Gemeindereferentin, sondern für die gefährdeten Personen, denen wir oder andere die Viren weitertragen könnten. Wenn es nicht gelingt, die Verbreitung des Virus wesentlich zu verlangsamen, können unsere Gesundheitssysteme die Zahl von Patienten nicht mehr bewältigen und die Ärzte und Hilfskräfte kämen in sehr tragische Entscheidungszwänge, wie wir sie von Italien hören.

Daher bitte ich in dieser Ausnahmesituation eindringlich, aus Rücksicht und Verantwortung für diese gefährdeten Gruppen und für alle Mitmenschen, die möglicherweise krank werden, die

REGENSBURGER DOM

Einschränkungen anzunehmen und umzusetzen. Gleichzeitig streichen wir nicht einfach alles auf Null, ganz im Gegenteil: Gerade in solchen Notzeiten sind wir Kirche und handeln als Christen, suchen und vertiefen verantwortbare Formen des christlichen Gebets und der geistlichen Gemeinschaft, der gegenseitigen Hilfe und der Begegnung mit Gott:

Die Priester feiern die Messe, wenn auch physisch fast allein, aber für alle Gläubigen und geistlich mit ihnen. Wir beten das Stundengebet als Gebet des Volkes Gottes und tun dies – im Geiste – mit den Gläubigen. Wir halten die Kirchen offen und laden zum persönlichen Gebet. Wir versorgen die Leute nach Möglichkeit mit Gebetsanregungen, legen Gebetszettel auf, usw. Manche Pfarreien kopieren die Schrifttexte des Sonntags. Hier zeigt sich, was uns wichtig ist und wie wir mit dem Blick auf den Gekreuzigten in dieser ganz außergewöhnlichen Österlichen Bußzeit verantwortlich handeln.

Nun zu einigen konkreten Punkten:

Nach den verschärften bundesweiten Bestimmungen, wonach „Zusammenkünfte in Kirchen …“ verboten sind, gilt für die Sonntagsmesse ebenso wie für die Werktagsmesse: In jeder Pfarrei – bzw. bei Pfarreiengemeinschaften in jeder Pfarreiengemeinschaft – findet eine Messe statt, aber ohne Öffentlichkeit. Der Priester feiert sie ggf. mit dem Kaplan/Pfarrvikar/Ruheständler, mit Diakon, Pastoralreferenten, Gemeindereferentin, Organist, und/ oder Mesner, die das Kirchenvolk repräsentieren. Darüber hinaus können keine weiteren Personen anwesend sein, auch keine Ministranten/-innen.

Der Mesner läutet die Glocken der Kirche zu Beginn und zur Wandlung. Die übrigen Gläubigen der Pfarrei/Pfarreiengemeinschaft wissen dabei um die Stunde der Messe und hören die Glocken, die vor Beginn zum gleichzeitigen Gebet zuhause einladen und dann auch auf die Wandlung hinweisen.

Livestream: Am kommenden Sonntag predigt Bischof Rudolf Voderholzer im Dom

Osternacht im Dom

Die Gläubigen sind eingeladen, die Messe in den Medien mitzufeiern. Die Messe im Regensburger Dom wird sonntäglich um 10 Uhr per Internet-Livestream (www.bistumregensburg.de) übertragen. Am kommenden Vierten Fastensonntag (22.3.2020) wird unser Bischof Rudolf Voderholzer der im Internet übertragenen Eucharistie im Dom vorstehen und auch predigen. Täglich wird über http://www.domradio.de und Rado Horeb die Feier der Messe übertragen.

Für den 5. Fastensonntag möchte sich Bischof Rudolf Voderholzer mit einem Hirtenwort an die Gläubigen richten. Das Hirtenwort geht Ihnen rechtzeitig zur möglichen Kopie und Verteilung in der Pfarrei zu und wird im Internet angeboten.

Für die Osterliturgie gilt ebenso, was für die Werktags- und Sonntagsliturgie gesagt wurde: Wir feiern sie, aber nicht öffentlich, die Gläubigen beten zuhause mit. Nähere Hinweise erhalten die Seelsorger nächste Woche.

Bezüglich der Beichtmöglichkeiten wurden wir inzwischen darauf hingewiesen, dass wegen der großen Gefahr von Virenübertragungen Beichten im Beichtstuhl nicht möglich sind. Auch hier geht es weniger um den Beichtpriester als um die Beichtenden, die an einem Platz niederknien, wo die Plastikfolie oder an der glatten Oberflächen vorher von möglicherweise Infizierten kontaminiert sein könnte. Im Dom versuchen wir es in einer Weise, die vielleicht auch in den Pfarreien in der einen oder anderen Weise umgesetzt werden kann:

Wir bieten die Beichte im Dom an, lassen uns vom Schreiner eine Trennwand (Gestell) aus Holz mit Lamellen machen, die zwischen Beichtpriester und Pönitent steht, wobei beide mindestens 1,5 Meter Abstand halten und auf zwei Stühlen sitzen (keine Kniemöglichkeit). Das Holzgitter ist wichtig für die Möglichkeit der anonymen Beichte. Bitte suchen Sie selbst einen praktikablen Weg, die Beichte in der Kirche auf die eine oder andere Weise möglich zu machen, unter Beachtung der obigen Einschränkungen und Gefahren, also nicht im Beichtstuhl, aber in der Kirche an einer diskreten Stelle, gut durchlüftet und häufig gereinigt und mit dem nötigen Abstand. Die Versöhnung mit Gott in der Beichte ist ein großes Ostergeschenk, das wir den Gläubigen nicht vorenthalten sollten.

Dreimal täglich lädt die Kirchenglocke zum Gebet des Engel des Herrn. Das Stundengebet ist eine schöne Form des persönlichen und geistlich gemeinsamen Gebetes, die auch im Gotteslob und mit einer Stundenbuch-App angeboten wird. Bitte weisen Sie die Gläubigen auf dieses private Gebet hin. Auf unserer Homepage finden Sie ab heute eine Schaltfläche, die auf Hilfestellungen und Anregungen für das persönliche Gebet hinweist (die auch dieser E-Mail anhängen). Vielleicht informieren Sie die Gläubigen, dass das Gotteslob bei geschlossenen Geschäften trotzdem online bestellbar ist.

Manche Pfarrer fragen an, was sie mit den Messintentionen tun sollen, wenn die damit verbundenen Familien nicht zur Messe kommen können. Für die Werktagsmessen können sich die Familien/Angehörigen im Gebet von zuhause aus mit der Eucharistie verbinden, die Messintentionen würde also am geplanten Termin bleiben. Eine zweite Möglichkeit ist, die Intention zu verschieben auf die Zeit ohne Einschränkung. Eine dritte Möglichkeit, die Intentionen nach Rücksprache mit dem Einzahler des Stipendiums an die Diözese zur Weitergabe zu schicken.

Inzwischen höre ich aus einigen Pfarreien, dass sich regelrechte Hilfsnetze für ältere und kranke Menschen gebildet haben, Menschen, die nachfragen, einkaufen und sich kümmern, alles unter Beachtung der bekannten Einschränkungen. Viele seelsorgliche und begleitende Kontakte laufen inzwischen übers Telefon, sogar über Telefonkonferenzen, viel Organisation und Information funktioniert übers Internet: unsichtbare, aber sehr spürbare und helfende Netze.

Die Beratungsdienste von Caritas und Katholischer Jugendfürsorge gehen weiter, wenn auch auf telefonischem oder elektronischem Weg. Dies ist gerade für die Menschen wichtig, die in eine Notsituation kommen und Beratung suchen. Dies gilt ebenso für die Telefonseelsorge. Bitte geben Sie die entsprechenden Telefonnummern weiter. Der Diözesancaritasverband wird auf seiner Internetseite in Kürze einige Ideen veröffentlichen, wie wir in diesen Notzeiten ein Herz und ein Auge für die Schwachen und Schwächsten haben können, damit niemand durchs Raster fällt.

Ab sofort hat das Bistum eine Hotline geschaltet, die Sie von Montag bis Freitag, 8 Uhr bis 18 Uhr und auch außerhalb dieser Zeiten erreichen. Bitte stellen Sie uns keine diffizilen medizinischen Fragen. Wenden Sie sich dafür an unseren Betriebsarzt oder konsultieren Sie die verschiedenen Hilfsangebote im Internet, besonders: http://www.rki.de und www.bzga.de.

Vergessen wir bei allem nicht: Diese Notsituation wird vorübergehen. Dann können wir in Freiheit und Freude Dank sagen für Gottes Nähe in dieser schweren Zeit und ein Fest feiern. Diese Perspektive und diese Hoffnung ist für uns wie für alle Gläubigen wichtig.

Nochmals vielen Dank für alle Mühe und alles Zusammenhalten in dieser Zeit der Not, die gleichzeitig eine Zeit der Gnade ist.

Herzliche Grüße
Michael Fuchs, Generalvikar


SELK-Erklärung zu Gottesdiensten und Gemeindeleben in Zeiten von Corona

Meldung der theol. konservativen SELK (Selbständig Evang.-Luth. Kirche):

Aufgrund vieler Anfragen besorgter Gemeindeglieder zu Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf das Leben der Kirchengemeinden hat sich der leitende Geistliche des Kirchenbezirks Niedersachsen-West der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Superintendent Markus Nietzke (Hermannsburg), heute an die Pfarrer und Gemeinden seines Kirchenbezirks gewandt.

Er nehme die Sorgen wahr und ernst, schreibt Nietzke, und habe aus diesem Grund einen „Pastoralbrief“ an die Gemeindeglieder seines Pfarrbezirks Hermannsbur /Bleckmar gesandt. Diesen Brief bringt er mit seinem Schreiben  auch übergemeindlich zur Kenntnis. Darin beschreibt er die Anfrage, „ob wir nicht besser daran tun, Veranstaltungen und Gottesdienste ganz abzusagen oder zu verschieben.“

Er konstatiert aber:
„Unsere Gottesdienste werden vorerst nicht abgesagt. Sie sind öffentlich – und bleiben es auch. Jede und jeder entscheiden sich auch ohne Virus-Alarm, ob sie oder er einen Gottesdienst besucht. Diese Freiheit leben wir – in Zeiten, wo es allen gefühlt gut geht, nun ebenso in Zeiten der Krise, von Krieg oder Katastrophen aller Art.“

Was weitere Veranstaltungen angehe, so könne sich dies je nach Situation ändern. Die Gemeinden seien dabei auf seriöse Informationen und Empfehlungen angewiesen und müssten dann durch ihre Kirchenvorstände entsprechend mit Augenmaß entscheiden und informieren. „Wir wissen, dass wir uns in einem gemeinsamen Unterfangen befinden, das einerseits Liebe, Geduld, Wahrheit und Ehrlichkeit und andererseits Standhaftigkeit erfordert“, so Nietzke:

„Der HERR kennt und versteht unsere körperlichen wie auch unsere geistigen Bedürfnis se. Wir beten sonntäglich im Fürbittengebet um das Wohlergehen unserer Kirche und Gemeinden, für unser Volk und Land und für diese Welt.“

Diese Zeit sei für viele Menschen eine sorgenvolle Zeit. Auch diese Sorge habe im Gebet ihren Platz. „Ich ermutige euch, nicht zu verzweifeln. Gott regiert in Jesus Christus über alle Dinge. Wir vertrauen auf ihn!“

Der leitende Geistliche bittet seine Kollegen im Kirchenbezirk, mit den Kirchenvorständen nach den Gegebenheiten vor Ort auf die Krise zu reagieren: „Entscheidet bitte, wie ihr sorgfältig, seelsorglich verantwortet und achtsam mit den Sorgen unserer Gemeindeglieder in Sachen Gottesdienst, Unterricht, Seelsorge umgehen mögt.“

Er habe wahrgenommen, dass in anderen Kirchen empfohlen werde, die Gottesdienste bis in den April hinein abzusagen. „So etwas kann ich und will ich nicht allein als Superintendent entscheiden oder euch auferlegen, wie ihr euch dazu verhalten sollt.“

Nietzke bittet darum, die Fragen vor Ort und auch im Austausch mit Kollegen und gerne auch mit ihm zu erörtern. „Darin wird auch spürbar, dass wir als ,Brüder‘ gemeinsam unterwegs sind in Sachen Seelsorge und Gottesdienst.“


Mexiko: Immer mehr Gewalt gegen Pfarrer durch Drogenkartelle, Banden usw.

Bereits im August wurden in Mexiko unabhängig voneinander ein katholischer Priester und ein evangelischer Pastor ermordet.

Lokalen Berichten zufolge wurden beide in ihren Pfarreien getötet, einer im nordöstlichen Bundesstaat Tamaulipas und der andere in Oaxaca im Süden des Landes.

Bereits in den vergangenen Jahren fielen zahlreiche Pastoren Gewaltverbrechen zum Opfer.

José Martín Guzman Vega war Priester der Kirche „Cristo Rey de la Paz“ (Christus, König des Friedens) in San Adelaida. Am 22. August gegen 22 Uhr hörten mehrere Nachbarn Hilferufe aus dem Pfarrhaus.

Als sie dem Geistlichen zu Hilfe kamen, fanden sie ihn schwer verletzt auf dem Boden liegend. Der oder die Angreifer hatten mehrfach mit einem Messer auf ihn eingestochen. Guzman Vega erlag kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus seinen Verletzungen.

Wenige Tage zuvor war Pastor Alfrery Líctor Canseco im südlichen Bundesstaat Oaxaca erschossen worden. Die Tat ereignete sich, nachdem Cruz Canseco einen Gottesdienst gehalten hatte. Mehrere Gläubige konnten den Angreifer festhalten und an die Polizei übergeben. Der Pastor starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Laut einem Bericht des mexikanischen Kath. Medienzentrums (CCM) wurden zwischen 2012 und 2018 insgesamt 26 Priester ermordet, zwei davon verschwanden spurlos und viele andere wurden zum Ziel von Entführungen.

Der Direktor des CCM, Omar Sotelo, beklagt, dass „die Religionsfreiheit in Mexiko dezimiert, untergraben und durch das organisierte Verbrechen bedroht wird“. Deshalb gehöre der Beruf eines Priesters oder Kaplans in Mexiko zu einem der gefährlichsten überhaupt.

Der Bericht hebt hervor, dass die meisten der in der Zeit von 2012 – 2018 ermordeten Priester in ihrem gesellschaftlichen Umfeld sehr aktiv und dabei bestrebt waren, „junge Menschen […] vor einem Leben der Kriminalität zu bewahren oder sie daran zu hindern, in die Reihen der Kartelle aufgenommen zu werden“.

Mexiko leidet seit Jahren unter hoher Kriminalität und dem organisierten Verbrechen. Viele Christen werden von kriminellen Banden als Hindernis angesehen, besonders wenn sie sich in der Jugendarbeit und/oder Drogenrehabilitation engagieren.

Quelle: https://www.opendoors.de/nachrichten/aktuelle-meldungen/mexiko-zwei-pastoren-ermordet


Homosexueller Pfarrer ärgert sich über die Kardinäle „Müller und Brandmüller“

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Unverschämt katholisch sein“ hat ein Pfarrer aus Hamm in diesem Jahr sein Buch veröffentlich, in dem er sich als homosexuell outet. Soweit nicht weiter aufregend – in heutigen Zeiten jedenfalls. 

Der 52-jährige Priester Bernd Mönkebüscher wurde am 30. August 2019 von Christiane Florin im Deutschlandfunk wohlwollend und ausführlich interviewt. Die linksliberale Publizistin bezeichnet sein Buch als „Mischung aus Streit- und Bekenntnisschrift“.

Wenngleich Homosexuelle statistisch eine Minderheit sind, so werden sie von Politik und Medien teilweise regelrecht hofiert und insofern bevorzugt behandelt. Man fragt sich, wo hier die sonst so vielgepriesene „Gleichstellung“ bleibt.

Auf die Frage, wie die Reaktionen auf sein homosexuelles Selbstbekenntnis ausgesehen haben, antwortet der Geistliche zufrieden: „Alle positiv.“ – Er sieht auch keinerlei Gefahr, von seinem Paderborner Bischof Becker „eins auf den Deckel zu kriegen“. Zudem gäbe es in einigen Bistümern sehr wohl kirchliche Segensfeiern für Homo-Paare, teils mit Wissen des jeweiligen Oberhirten.

Wie bereits erwähnt: Wer sich heutzutage öffentlich als gleichgeschlechtlich präsentiert, schwimmt auf einer Welle des Beifalls bis hinein in kirchliche Kreise.

Merkwürdig wirkt freilich der Buchtitel „Unverschämt katholisch sein“, denn als Florin den Priester am Schluß des Gesprächs fragt, ob er sich „schämt, katholisch zu sein“, antwortet er: „Manchmal ja.“

BILD: Kardinal Gerhard Müller betont die Schöpfungsordnung Gottes und die Bedeutung von Ehe und Familie

Als Begründung verweist der Geistliche auf zwei theologisch konservative Würdenträger, nämlich „die Kardinäle Müller und Brandmüller“ und spricht kritisch über „Äußerungen von Menschen dieser Kategorie“.

Dabei sind es doch gerade Reformkatholische und Homosexuelle, die häufig fordern, Menschen nicht in Schubladen zu stecken, also anders gesagt: nicht in „Kategorien“.

Außerdem widerspricht sich Pfarrer Mönkebüscher selber:

An einer anderen Interview-Stelle hat er sich nämlich skeptisch über jene Bischöfe geäußert, die herumeiern und sich nicht klar festlegen (immerhin die meisten Oberhirten in Deutschland).

Mit Recht erklärt er daher, er könne „eher“ mit einem Bischof leben, der sagt: „Ich bin dagegen aus den und den Gründen“, denn das sei „eine klare Position“. Er fügt hinzu: „Ich finde, das ist anders als so schwammige Aussagen: „Ja, Weltkirche und ich weiß auch nicht  …“.

Na also – dann möge er doch zufrieden sein, wenn sich die Kardinäle „Müller und Brandmüller“ eindeutig positionieren, statt diese Kirchenmänner ironisch und kryptisch als „Menschen dieser Kategorie“ zu betiteln.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt