NRW: Keine einzige Infektion in kath. Messe

In den letzten Monaten kam es in mehreren freikirchlich-evangelischen und pfingstlerisch-charismatischen Gemeinden bzw. Bibelschulen zu Corona-Ausbrüchen – nicht jedoch in katholischen Pfarrgemeinden Nordrhein-Westfalens, wie das Robert-Koch-Institut bestätigte.

Der Leiter des Katholischen Büros in NRW, Antonius Hamers, erklärte in einem Interview mit dem Kölner Domradio:

„Wir haben bislang, insbesondere was unsere Gottesdienste angeht, keinen einzigen Fall, wo es zum Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit einem katholischen Gottesdienst gekommen ist.“

Der Geistliche fügt hinzu:Darauf legen wir großen Wert, weil wir natürlich auch die Regeln einhalten, weil wir in Absprache mit der Staatskanzlei eigene Regeln erlassen haben.“

Quelle und vollständiges Interview hier: https://www.domradio.de/themen/corona/2020-10-15/keine-einzige-infektion-durch-katholische-gottesdienste-nrw-katholisches-buero-nrw-bewertet-neue


Regensburger Bischof begrüßt vatikanische Instruktion gegen Pfarrei-„Reformen“

Am 20. Juli 2020 veröffentlichte die vatikanische Kleruskongregation im Auftrag von Papst Franziskus eine Instruktion mit dem Titel: Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche.

Sie wendet sich an eine Kirche, die zumindest in Westeuropa viele Pfarrgemeinden auflöst, die das sakramentale Priestertum an den Rand drängt und Neuevangelisierung vielerorts als Strukturpoblem und Aufweichungsprozess verstehen will.

Verständlich, dass die römische Orientierung heftig kritisiert wurde, votiert sie doch unmissverständlich für eine geistliche Umkehr als Voraussetzung missionarischer Wirkkraft, ein Weg, den die Katholiken mit ihren Pfarreien und den berufenen Priestern gehen sollen.

Bischof Rudolf Voderholzer nahm die 400. Fatima-Wallfahrt im oberpfälzischen Tirschenreuth am 13.8.2020 zum Anlass, diese Instruktion zu begrüßen und sein Votum öffentlich zu begründen.

Die Fatima-Wallfahrt sei der rechte Anlass, denn „Maria, die Königin der Apostel, ist uns bei all unserem Bemühen um das rechte Pfarrei- und Kirche-Sein Vorbild und Fürsprecherin.“

Er fügte hinzu: „In Maria schauen wir, dass es entscheidend in der Kirche nicht darauf ankommt, ein Amt zu bekleiden, sondern Christus zur Welt zu bringen und heilig zu werden.“

Die gesamte Predigt können Sie hier nachlesen.

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/eine-aufloesung-von-pfarreien-steht-fuer-uns-nicht-zur-debatte-bischof-rudolf-zur-aktuellen-instruktion-der-kleruskongregation-anlaesslich-der-400-fatima-monatswallfahrt-in-tirschenreuth-7593/


Zweifache Strategie katholischer Progressisten zur Veränderung der Kirche

Mathias von Gersdorff

In diesem Jahr gab es zwei Plädoyers für die Einführung von Segnungen für homosexuelle Paare. Zuerst äußerte sich Bischof Frank-Josef Bode von Osnabrück, der sich für eine allgemeine Einführung solcher Pseudo-Segnungen aussprach. Schnell wurde er vom Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann und weiteren Vertretern des Klerus in diesem Anliegen unterstützt, darunter der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz. Dieser will auch wiederverheiratete Geschiedene segnen.

Würde sich Bodes Vorschlag durchsetzen, so würde es bald Segnungen für alle möglichen Partnerschaftsformen geben. Damit würde sich die katholische Kirche vollends dem heute herrschenden Geist der sexuellen Revolution anpassen. 

Die Radikalität dieser Revolution scheint Bischof Bode nicht zu beunruhigen. Er selbst sprach von der Möglichkeit einer Spaltung.

Einige Wochen später meldete sich Kardinal Marx zum selben Thema. Auch er ist offen für solche Pseudo-Segnungen, doch er will keine offizielle Begründung dazu veröffentlichen. Vielmehr sollen die Pfarrer selbst von Fall zu Fall entscheiden.

Beide Vorschläge implizieren offensichtlich die Abschaffung der traditionellen Sittenlehre hinsichtlich Sexualität und Ehe.

Doch sie unterscheiden sich im wesentlichen Punkten: Bode will im Grunde eine neue Sexualmoral einführen und damit einen „Paradigmenwechsel“ in der Moraltheologie erreichen. Die traditionelle und eigentliche katholische Sexualethik, die neben der Hl. Schrift auf dem Naturrecht basiert, wäre damit außer Kraft gesetzt. Dass dies die Gründung einer neuen Religion beinhaltet, braucht kaum erwähnt zu werden.

Das Schlagwort „Paradigmenwechsel“ in der Moral hat kein Geringerer eingeführt als der römische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Kardinal Marx geht einen anderen Weg, um die progressistische Agenda durchzusetzen: Er verzichtet darauf, allgemein verbindliche Regeln aufzustellen oder gar seine Autorität als Erzbischof (offen) anzuwenden, um diese Änderungen zu forcieren. Er sagt, jeder Pfarrer solle das so machen, wie er es für richtig hält.

Dadurch verfolgt Kardinal Marx ein anderes Ziel des Progressismus: Die bischöfliche Autorität und die Zentralisierung der Kirche aufzubrechen. Wie bereits mehrmals erklärt wurde, strebt Kardinal Marx offenbar die Bildung einer Kirche an, die nicht mehr hierarchisch organisiert ist und auch kein universell verbindliches Lehramt mehr besitzt.

Man könnte diese Strategie der Dezentralisierung als einen Paradigmenwechsel in den Strukturen bezeichnen.

Das würde natürlich hoch bis zum Papst und dem Vatikan gehen. Für Progressisten wie Hans Küng ist die Kurie gleichsam der Teufel in Person, die am besten abgeschafft gehört. Der Papst sollte irgendwo leben, nicht unbedingt in Rom, und soll die Kirche ohne großen Apparat regieren. Bistümer, Pfarreien und inzwischen „Pastorale Räume“ würden weitgehend unabhängig voneinander leben und unterschiedliche Lehrämter und liturgische Formen entwickeln.

Eine solche Kirche würde sich in ihrer Struktur nicht mehr groß von den Naturreligionen unterscheiden, in denen Personen mit einer starken psychologischen Ausstrahlung das Sagen haben. Eine Gemeinschaft würde sich durch eine emotionale bis fanatische Beziehung zu dieser charismatischen Person bilden.

Was Deutschland betrifft, könnte der Progressismus versuchen, folgende Struktur zu entwickeln:

Die Kirche als „Anstalt des öffentlichen Rechts“ würde komplett desakralisiert werden und nur noch als Anbieter von Dienstleistungen auftreten. Diese Dienstleistungen (Schulen, Kindergärten, Altersheimen, Krankenhäuser etc.) würden gegen Zahlung der Kirchensteuer oder durch Gebühren angeboten werden.

Die Pfarreien, in denen die eigentliche Seelsorge und die Austeilung der Sakramente stattfinden, würden sich zunehmend zu spirituellen Zentren einer universellen Religion wandeln. Neben den Hl. Messen, der Beichte und „klassischen“ Angeboten gäbe es dort eben auch Segnungen für alles Mögliche, Yoga-Sitzungen, mystische Gespräche mit der Natur, Begegnungen mit fernöstlichen Religionen etc.

In einer solchen Konfiguration würden die Anhänger der traditionellen Messe oder die sog. Muttersprachler (Kroaten, Polen etc.) marginalisiert; sie wären eine unter vielen Varianten religiösen Lebens.

Ich gestehe, dass hier eine extreme Situation gezeichnet wird. Möge Gott Mitleid mit Deutschland haben und uns vor diesem Szenario bewahren.

Wenn aber der Verfall des Glaubens hierzulande weiter so rasant voranschreitet, wie wir es gegenwärtig sehen, würde dies bald dazu führen, dass die katholische Kirche kaum noch als katholisch bezeichnet werden kann.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; aktuelle Artikel veröffentlicht er unter anderem hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


Bistum Münster: Merkwürdiges in der Wahlordnung zu Kirchenvorstandswahlen

Von Felizitas Küble

Am heutigen Sonntag, dem 8. November 2015, fanden in der westfälischen Stadt Münster Kirchenvorstandswahlen in katholischen Pfarrgemeinden statt.
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Reichlich seltsam erscheint es uns aber, daß Katholiken, die in Filial-Pfarreien persönlich zum Wahllokal gehen, ihren Stimmzettel nur in einer  Briefwahl-Methode abgeben können.
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Es ist aber ein Unterschied, ob jemand für sich Briefwahl beantragt, wobei er bekanntlich auf dem Zweit-Umschlag seine Anschrift angeben muß  – oder ob jemand in einem Wahllokal wählt und dort an Ort und Stelle erstaunt feststellt, daß ihm eine Briefwahl vorgesetzt wird.
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FOTO: Die Einkaufsmeile von Münster ist von Kirchen umgeben!

In Artikel 15 (Absatz 2) der gültigen Wahlordnung zu Kirchenvorstandswahlen im westfälischen Teil des Bistums Münster heißt es betr. der Wahllokale in Filial-Kirchengemeinden:

„Nach Eintragung in die Wahlliste erhält der Wähler die für die Wahl im Filialwahllokal erforderlichen Wahlunterlagen (Stimmzettel, amtlicher Wahlumschlag und Briefwahlumschlag).
Der ausgefüllte Stimmzettel wird abweichend von Art. 12 Abs. 4 S. 2 in den Wahlumschlag und dieser verschlossen in den Briefwahlumschlag gegeben.
Vor Einwurf des Briefwahlumschlages in die Wahlurne ist der Umschlag mit vollständigem Namen und der Hauptwohnung des Wählers zu versehen.“
 
Siehe hier: http://www.bistum-muenster.de/kirchenvorstandswahlen/02%20Wahlordnung_2012%20Pdf..pdf
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Wenn also z.B. eine Großgemeinde aus einer Haupt-Pfarrei und vier Filial-Pfarreien besteht, kann nur im Büro der Hauptgemeinde „normal“ gewählt werden, in den vier Filial-Pfarreien hingegen findet die Stimmabgabe in Briefwahl-Form statt.
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So gibt es in der Kirchengemeinde St. Nikolaus in Münster z.B. ein Wahlbüro in Wolbeck und vier Filialwahllokale. Im Wahlbüro kann man am Samstag zwei Stunden und am Sonntag gerade mal fünf Stunden wählen, was nicht gerade viel ist (im Vergleich mit staatlichen Wahlen).
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Der Grund dafür, daß die Filial-Büros nur Briefwahl durchführen, liegt vielleicht darin, daß keine separaten Listen der wahlberechtigten Personen in den jeweiligen Einzel-Pfarreien vorliegen, sondern nur eine Gesamtliste der Großpfarrei. Dann läge die merkwürdige Vorgangsweise letztlich am kirchlichen Meldewesen, das zwar zwischen den (Groß-)Gemeinden, aber nicht zwischen den einzelnen Filialgemeinden  unterscheidet. Wohl um zu vermeiden, daß jemand doppelt wählen geht, wird den Leuten in den Filial-Büros eine vereinfachte Briefwahlform aufgedrückt. 159481-3x2-teaser296
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Man stelle sich einmal die kuriose Situation vor, der Staat würde, weil er mit seinen Listen oder sonst mit seiner Bürokratie bzw. Wahlordnung nicht klarkommt, in den meisten Wahllokalen verlangen, daß sich die Wähler gefälligst einer Briefwahlmethode befleißigen, obwohl sie gar keine Briefwahl beantragt haben.
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Wenn schon womöglich keine präzisen Personen-Listen für die Filialen vorliegen (warum eigentlich nicht?), dann wäre es doch vernünftiger, alle Wahlberechtigten in das Wahllokal der Haupt-Gemeinde einzuladen, wo sie alle in der üblichen Weise ihren Stimmzettel abgeben können. Diese Möglichkeit wird in der Kirchenvorstands-Wahlordnung wenigstens nicht ausgeschlossen.   –  Man sollte dann allerdings die Öffnungszeiten der Wahlbüros (meist Pfarrheime) deutlich verlängern.

„Die Freiheit beachten“: Papst ermahnt Neokatechumenat zu Toleranz und Respekt

Am vergangenen Samstag, den 1. Februar 2014, empfing Papst Franziskus ca. zehntausend Mitglieder des sog.“Neokatechumenats“.

Die drei Leiter dieser 1964 gegründeten „geistlichen Gemeinschaft“ sind das Ehepaar Kiko Argüello und Carmen Hernández sowie Pater Mario Pezzi. Die Bewegung des „Neokatechumenales Weges“ war jahrzehntelang umstritten und wurde erst im Jahre 2008 vom Vatikan approbiert bzw. genehmigt. _papa_francisco_peq_51656bafbd575

Der Papst rief die Neokatechumenalen dazu auf, sich nicht vom kirchlichen Weg und von der Pfarrgemeinde abzusondern und kein allzu betontes Eigenleben zu pflegen:

„Im Namen der Kirche, unserer Mutter, will ich euch ein paar einfache Empfehlungen geben. Die erste ist, aufmerksam darauf zu achten, dass ihr die Gemeinschaft innerhalb der Ortskirchen, in denen ihr arbeitet, festigt und bewahrt. Der „Neokatechumenale Weg“ hat ein eigenes Charisma, eine eigene Dynamik  –  das ist eine Gabe, die wie alle Geistesgaben eine zutiefst kirchliche Dimension hat.

Das bedeutet: Habt offene Ohren für das Leben der Kirche, in die eure Verantwortlichen euch schicken, schätzt ihre Reichtümer hoch, leidet, wenn nötig, mit an ihren Schwächen und geht zusammen mit ihnen als eine einzige Herde unter der Führung der Hirten der Ortskirchen!“

Außerdem warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche das Neokatechumenat davor, den eigenen geistlichen Weg zu verabsolutieren und hierbei die geistig-geistliche Freiheit der Mitglieder und Anhänger ungebührlich einzuschränken:

„Der ‚Neokatechumenale Weg‘, der ja in einer Entdeckung der Wichtigkeit der eigenen Taufe besteht, ist eine anspruchsvolle Straße, auf der ein Bruder oder eine Schwester auch mal unversehens in Schwierigkeiten geraten kann. In diesen Fällen ist es ein Zeichen für die Reife des Glaubens, Geduld und Barmherzigkeit in der Gemeinschaft walten zu lassen.

Die Freiheit eines jeden darf nicht beeinträchtigt werden, und wenn jemand beschließen sollte, andere Formen des christlichen Lebens außerhalb des „Neokatechumenalen Wegs“ zu suchen, dann muss das respektiert werden!“

Quelle für die Zitate: ZENIT  – Foto: Radio Vatikan

HINWEIS: Bei den Neokatechumenalen gibt es öffentliche Beichten vor der ganzen Gruppe – und somit kein Beichtgeheimnis, stattdessen gruppendynamische Einflußnahme, ein bedenkliches Einfallstor für geistlichen Mißbrauch!