Wenn Gott und sein Widersacher für Drohungen & Panikmache herhalten müssen

Von Felizitas Küble

Auf dem traditionalistischen Portal „Gloria-TV“ tummeln sich viele Hobby-Autoren mit erscheinungsbewegten Anmutungen oder gar Zumutungen.

Teils sind die Beiträge nur naiv und leichtgläubig, teils von einer fanatischen Verbissenheit geprägt, manchmal seltsam kombiniert mit sentimentaler Rührseligkeit.

Die Kommentare, auf denen ich wegen meiner kritischen Artikel zur Falschmystik als „Lästerzunge“ verunglimpft und mit der Strafe des Himmels bedroht werde, nehme ich seit Jahren ungerührt zur Kenntnis, weil ich derart „fromme“ Entgleisungen seit jeher gewohnt bin.

Das ist das eine – aber der andere Gesichtspunkt erscheint mir von allgemeinem Interesse, denn diese Panikmache ist ein typisches Kennzeichen irrgeistiger oder schwarmgeistiger „Frömmigkeit“.

Hierzu zwei aufschlußreiche Beispiele zur Illustration:

Die Gloria-TV aktive Userin „Andrea“ ist eine Prophetin der besonderen Art, die sich in aller Bescheidenheit als „geringstes Rädchen im Uhrwerk Gottes“ bezeichnet und parallel auch einen eigenen Blog betreibt.

Eine besondere Vorliebe pflegt die anonyme Visionärin für kirchlich abgelehnte „Erscheinungen“ wie etwa die irrigen Kundgaben von der „Warnung“, die auf eine als Betrügerin entlarvte irische Seherin zurückgehen. Mit deren  „Restarmee“ kämpft besagte Andrea gegen kritische Katholiken, die vor dem um sich greifenden Botschaftszirkus warnen.

Nun wäre das egal, wenn nicht der Übereifer dazu führen würde, skeptische Katholiken mit vermeintlich himmlischen  – oder soll man sagen: höllischen?  –  Warnungen zu überziehen.

So schreibt das „geringste Rädchen“ beispielsweise folgendes auf ihrem Restarmee-Blog:

„Was bleibt von einem solchen Forum, welches gleichzusetzen ist mit Uneinsichtigkeit und Ignoranz gegenüber unzähligen Marienerscheinungen, der Besserwisserei einer Frau Küble in Bezug auf viele Seher und Propheten, welche reihenweise dort auf´s Korn genommen und verunglimpft werden?

Mit manchen Leuten hat der Böse leichtes Spiel und kann sie, ob bewusst oder unbewusst, als seine Marionetten tanzen lassen.

O bitte, liebe Frau Küble, lassen Sie ab von der Theatralik, welche Sie auf Ihrer Webseite sehr zum Gefallen Satans aufführen!…Frau Felizitas — Sie haben große Schuld auf sich geladen durch das Bekämpfen der Worte Gottes bzw. Seiner Propheten!“

Freilich gibt es dergleichen Drohgebärden auch bei der anderen Feldpostnummer, nämlich auf evangelischer Seite – genauer: bei dortigen Pfingstbewegten.

 

Hierzu ein Beispiel aus einer Webseite, in der Geschädigte des geistlichen Missbrauchs zu Wort kommen: https://www.matth2323.de/bericht-anonymus-17062017b/

Dort berichtet eine betroffene Christin folgendes:

„Das habe ich in einer Pfingstgemeinde wirklich erlebt. Der Prediger auf der Kanzel bat alle Kinder, den Gottesdienstraum zu verlassen. Dann sagte er:

„Der Hl. Geist wird gleich unmittelbar durch mich zu euch sprechen. Nicht ich werde etwas sagen, sondern der Heilige Geist selbst wird mir seine eigenen Worte auf die Zunge legen. Deswegen müsst ihr genau zuhören. Und ihr müsste aufpassen, dass ihr nichts sagt gegen das, was der Heilige Geist durch mich zu euch spricht…

Ihr wisst, was die Heilige Schrift sagt: Wer auch nur ein Wort sagt gegen den Heiligen Geist, dem wird es niemals vergeben, weder in dieser Welt noch in der nächsten. Er ist einer ewigen Sünde schuldig.

Das heißt konkret, wer etwas sagt gegen das, was gleich der Heilige Geist durch mich spricht, der kommt unfehlbar in die Hölle, und niemand kann ihm mehr helfen…“

Auch diesen Mißbrauch der Bibelstelle Mt 16,26 von der „Sünde gegen den Heiligen Geist“ habe ich selber x-mal bei Erscheinungsbewegten und Charismatikern erlebt, die mir genau dies vorhalten.

Warum diese absurde Beschuldigung?

Ganz einfach: weil sie ihren eigenen Geist oder die „Geistbegabung“ selbsternannter Visionäre für das Gelbe vom Ei halten und daher jede Kritik buchstäblich verteufeln.

Bei mir kann das nach jahrzehntelanger Gewöhnung natürlich keine Gemütsregung, geschweige einen Schock auslösen, zumal ich von vornherein wußte, wie diese Anhängerkreise „ticken“ und dies in Kauf nahm.

Anders ist es bei unerfahrenen Gläubigen, die sich skeptisch äußern und dann mit solchen Drohungen überschüttet werden. Ich weiß von etlichen Betroffenen, die sich dadurch haben einschüchtern und verunsichern lassen oder zumindest davon abgehalten wurden, öffentlich von ihren Erfahrungen zu berichten.

 

 


Vorsicht vor Grenzüberschreitungen und Missbrauch im „geistlichen“ Gewand

Von Felizitas Küble

Die Kirchengeschichte ist voll von religiöser Manipulation und Übergriffen im missbrauchten Namen Gottes  – oder speziell durch Vereinnahmung des „Heiligen Geistes“, zumal in der Pfingstbewegung und Charismatik, sicher auch in Sekten, Esoterik und Sondergruppen, aber beileibe nicht nur dort.

In pfingstlerischen Gruppen wird nicht selten eine Erwartungshaltung aufgebaut nach der Devise: Wer sich nach einer „Geisttaufe“ ausstreckt, gelangt zu einer höheren Stufe des Christenlebens – und dieser „Geistempfang“ erweist sich dann angeblich durch außerordentliche Charismata wie Zungenreden (Sprachengabe), prophetisches Reden, „Wort der Erkennis“, Heilungsgabe usw.

Von der Erwartungshaltung bis zum regelrechten Psychodruck ist der Weg nicht weit und mit vielen frommen Sprüchen bepflastert, teils auch mit mißbrauchten Bibelsprüchen (zB. „Strebt nach dem Geistesgaben“), die aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Hierzu zwei typische Beispiele: Auf dem evangelischen Blog „Unendlich geliebt“ findet sich bei den Leserkommentaren ein Erlebnisbericht, verfaßt am 30.4.2012: http://www.unendlichgeliebt.de/2012/04/27/geistlicher-missbrauch-was-ist-das/

„Miri“ schildert dabei folgende Vorgänge:

„…Nachdem ich gläubig wurde, war ich in einem Gebetskreis und der Leiter hat mich bedrängt wie ein Irrer, in Sprachen zu beten. Ich wollte das nicht und ich konnte das nicht.

Das Ganze artete so aus, dass er sich mit mir persönlich getroffen hat, und mich gedrängt hat, mich hinzuknien. Dann hat er für mich gebetet und gesagt, ich hätte jetzt die Sprachengabe.
Ich war nicht dieser Ansicht und ich wollte die auch gar nicht. Mir gings auch ohne gut. Und dann hat er mir irgendein Zeug vorgesprochen und mich nicht eher aufstehen lassen, bis ich irgendwas gelallt hab, und dann sagte er: Siehst Du, Du hast die Sprachengabe.

Ich find das bis heute total obernotpeinlich und wenn ich Charismaten in Sprachen beten höre, da krieg ich bis heute das K….., obwohl die alle ja bestimmt nett sind.
Später dann auch bei den Charismaten: Sooo, wir gehn jetzt alle nach vorn und heben die Hände.  – Ich wollte weder nach vorn noch die Hände heben.

Oder auch total krass: Bibel aufschlagen, und dann ist dies das Wort für Dich. Da hatten wir eine ziemlich labile Person  – und sie schlug die Kreuzigung auf. Die war total am Abdrehen, weil sie dachte: Jesus sagt mir, ich bin so schlecht, dass ich ihn kreuzige.  – Völlig durch den Wind. Sowas ist doch auch geistlicher Mißbrauch.“
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Ja, keine Frage, beidesmal handelt es sich um (un)geistliche Manipulation, im ersten Fall um eine massive Grenzüberschreitung gegen den Willen der gläubigen Person.
Aber auch das „Bibelstechen“, die Bibel-Mantik ist ein verfänglicher Aberglaube im frommen Mäntelchen: Die Heilige Schrift ist Gottes Wort für uns, aber kein Orakel, kein Ersatz für die Anwendung des eigenen Verstandes, den Gott uns gab, damit wir vernünftige Entscheidungen treffen.
.
Siehe hierzu unseren Artikel aus dem Jahr 2012: https://charismatismus.wordpress.com/2012/05/20/bibelstechen-die-heilige-schrift-ist-kein-orakelbuch/ 


Fasziniert von der Pfingstbewegung – und dabei viel Lehrgeld bezahlt

Von Felizitas Küble

Auch gestandene Glaubensmänner und -frauen können sich von einem völlig neuen Sog begeistern und vereinnahmen lassen, bis oft erst nach vielen Jahren die Ernüchterung folgt. Wohl denen, die dann bereit sind, vorherige Irrtümer aufrichtig einzuräumen und zu ihrem Umdenken zu stehen.

So erging es führenden evangelischen Persönlichkeiten in der Erweckungs- und Heiligungsbewegung, die sich nach mehr „geistlicher Vollmacht“ sehnten und  – durchaus in bester Absicht –  freudig daran glaubten, die aufkommende Pfingstbewegung sei eine Chance des Himmels für die Gläubigen auf Erden.

Wir erinnern hier beispielhaft an vier bedeutende Theologen bzw. Evangelisten aus dem pietistischen (heute würde man sagen: evangelikalen) Spektrum, meist aus der frommen Gemeinschaftsbewegung (Gnadau) oder der Evangelischen Allianz.

Beide Verbände hatten sich  – nach anfänglichem Zögern –  mehrheitlich gegen die „charismatische Welle“ gestellt, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Nordamerika kommend über Deutschlands „erweckliche“ Gemeinden hinwegfegte und dabei sogar Persönlichkeiten erfaßte, die vorher durchaus als besonnen galten:

Otto STOCKMAYER (1838 – 1917) war ein württembergischer Theologe, der erst in der Schweiz, später in England wirkte, vor allem in der Oxforder „Heiligungsbewegung“. Diese Strömung erkannte mit Recht, daß die lutherische Rechtfertigungslehre unzureichend war, daß nämlich zur Erlösung durch Christus auch das Bemühen des Menschen um seine „Heiligung“ gehört  – seit jeher ein ebenso paulinisches wie katholisches Anliegen. 

Soweit schön und gut, doch ein Teil dieser evangelischen Strömung verrannte sich allmählich in verstiegene Vorstellungen von einem geistlichen Perfektionismus, vertrat eine Lehre vom „reinen Herzen“, das der Mensch durch den Heiligen Geist schon auf Erden erhalten könne, so daß er sündenfrei zu leben imstande sei. Zudem glaubte man, durch diese geistgesalbte „Überwinderschar“ werde die „Brautgemeinde“ schneller zu Christus „entrückt“ (schon vor jener Trübsalszeit in der kommenden Ära des Antichristen). 

Auf dem Boden dieser überspannten Ansichten war der Schritt in die enthusiastische Pfingstbewegung nicht mehr weit.

Auch Reiseprediger Stockmayer wurde jahrelang von diesem Strom erfaßt, bis er 1909 eine Kehrtwendung vornahm und jenen Theorien ebenso den Abschied gab wie den schwärmerischen Anwandlungen der aufkommenden Charismatik. Als führender Mann in der pietistischen „Gemeinschaftsbewegung“ (Gnadauer Verband) sorgte er gemeinsam mit anderen „Patriarchen“ für eine Trennung von Gnadau und Pfingstlern. Dabei verwies er neben eigenen Erfahrungen auch auf seine Seelsorge mit Belasteten und Aussteigern aus der Charismatik.

Zur Ehrenrettung der Heiligungsbewegung sei noch erwähnt, daß der gemäßigtere Teil in die Oxforder Gruppenbewegung von Frank Buchman einmündete, die sich später in „Moralische Aufrüstung“ umbenannte, aber von der Pfingstbewegung fernhielt.

Prof. Ernst Ferdinand STRÖTER (1846 – 1922) erblickte in Barmen das Licht der Welt, gelangte zuerst nach Paris und später in die USA, wobei er Prediger der von John Wesley gegründeten Methodistenkirche wurde, die zu den neuzeitlichen Erweckungsbewegungen zählt. Er engagierte sich in der Evangelisation der Juden und kehrte Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa zurück.

Ebenso wie Pfr. STOCKMAYER war er mit den Ideen der Heiligungsbewegung vertraut und begünstigte durch einige Sonderlehren das Aufkommen der Pfingstbewegung. Als er jedoch die schwarmgeistigen Auswirkungen mehr und mehr erkannte, distanzierte er sich entschieden davon und warnte in seinen Schriften vor Wundersucht und einer Überbetonung der „außerordentlichen“ Charismen. So erschien 1912 seine Schrift „Die Selbstentlarvung der Pfingst-Geister“.

Frau Jessie PENN-LEWIS (1861 – 1927) war gemeinsam mit dem Evangelisten Evan Robers führend in der sog. „Erweckung von Wales“ (1904/05) tätig, die ebenfalls stark von Methodisten geprägt war und als eine Art Vorläufer der Pfingstbewegung gilt, nicht zuletzt durch ihre Hervorhebung einer „Geistestaufe“, die gleichsam der „zweite Segen“ nach der Taufe bzw. Bekehrung sei.

Als diese erfolgreiche britische Predigerin (sie hatte einst sogar Frank Buchman bekehrt) und ihr Mitstreiter Roberts die grundsätzliche Problematik der religiösen Schwärmerei durchschauten, schrieben sie 1912 gemeinsam das warnende Buch „War on the Saints“ (auf deutsch: Krieg den Heiligen) und mahnten darin zur geistlichen Nüchternheit.

Heinrich DALLMEYER (1870 – 1925) betätigte sich aktiv in der Pfingstbewegung. Im Sommer 1907 zog er mit zwei „visionären“ Norwegerinnen nach Kassel, wo eine Serie schwarmgeistiger Versammlungen für großes Aufsehen sorgte. Nach ca. vier Wochen und immer stärkeren Ausuferungen wurden die Zusammenkünfte am 2. August geschlossen. Dallmeyer verlor die Kontrolle über die ekstatischen Vorgänge und geriet selber in den Strudel enthusiastischer Phänomene. Nach langen inneren Auseinandersetzungen hat er sich dann  – ebenso wie sein leiblicher Bruder  – von der Pfingstbewegung losgesagt (Widerruf 1907) und sie danach entschieden bekämpft.

In seiner Schrift „Erfahrungen in der Pfingstbewegung“ aus dem Jahr 1910 befaßt er sich selbstkritisch mit seinem eigenen Irrweg und schreibt u.a. folgendes:

„Ich habe die Hoffnung zu Gott, dass diese Zeilen mithelfen, dass einige der jetzigen Träger der Bewegung Licht bekommen über die Irreführung, in der sie sich gegenwärtig befinden  –  und ich schreibe diese Schrift, nachdem ich im Kämmerlein öfters mit Tränen zu Gott gerufen: „HERR, führe sie heraus!“. Vielleicht kann diese Schrift eine Mithelferin sein, dass manche Geschwister, die jetzt noch in der Bewegung stehen oder gar Träger von Geistesgaben sind, von diesem Irrgeist befreit werden.“  (Quelle: https://das-wort-der-wahrheit.de/download/heinrich-dallmeyer-erfahrungen-in-der-pfingstbewegung/)

Diese Serie über Persönlichkeiten, die sich einst in der Charismatik befanden, aber dann eine Kehrtwendung zum nüchternen Glauben vollzogen, setzen wir hier im CHRISTLICHEN FORUM weiterhin fort.


„Grabsaugen“/Gravesucking für eine „Salbung“ durch verstorbene Charismatiker

Von Felizitas Küble

Es gibt im charismatischen Lager  – zumal in seinem extremen Flügel – nichts, was es nicht gibt – und mag es noch so bizarr wirken.

Zu den mehr als gewöhnungsbedürftigen Praktiken in der pfingstlerischen Bethel-Church des kalifornischen Star-Pastors Bill Johnson gehört z.B. das sogenannte „Grave Sucking“ – gemeint ist ein Aufsaugen der „Salbung“ von toten Predigern oder Pastoren, deren charismatische Geistesgaben man dadurch empfangen möchte, daß man sich auf deren Grab legt.

Falls die Grabstätte sich dafür nicht eignet, weil sie mehr hoch als lang ist, wird sie umarmt.

Unter „Salbung“ versteht man in schwarmgeistigen Kreisen einen besonderen Geist-Empfang – sei es durch die Handauflegung eines „vollmächtigen“ Predigers oder durch ein sonstiges persönliches Erlebnis einer speziellen „Sendung“ durch den Hl. Geist….

Bekannt ist z.B. die besondere Beziehung des pfingstlerischen Predigers Benny Hinn zur verstorbenen Charismatikerin Kathryn Kuhlmann und ihrem Grab, wo er seine vollmächtige „Salbung“ zum Heilungsdienst empfangen habe.

Das Foto oben zeigt die Ehefrau von Pastor Johnson beim „Grave-Sucking“ auf dem Grab des christlichen Schriftstellers C.S. Lewis in Oxford liegend, um dessen Charismen „aufzusaugen“. (Daß dieser anglikanische Autor mit der Charismatik  durchaus nichts am Hut hatte, steht auf einem anderen Blatt.)

Es gibt Äußerungen von Pastor Bill Johnson, die einen solchen Totenkult bzw. nekromantische Praktiken begünstigen, z.B. diese:

„Es gibt Salbungen, Deckungen, Offenbarungen und Geheimnisse, die nicht beansprucht wurden und buchstäblich dort sind, wo sie verlassen wurden, weil die damalige Generation sie nie weitergab.

Ich glaube, es ist uns möglich, die Salbung mit ihrer Einsicht in die Reiche Gottes zu holen, nachdem sie seit Jahrzehnten einfach nicht gepflegt wurden – und sie zurückzufordern und zu verewigen für künftige Generationen.“

Näheres zu dieser extrem-charismatischen Praxis: https://bewareofthewolves.blogspot.com/2015/03/david-hind-trinity-life-church.html

Weitere Belege zur „Salbung durch Verstorbene“ hier: https://verfuehrungderbraut.wordpress.com/2016/06/09/salbung-verstorbener/

Bill Johnson ist übrigens ein bekannter Anhänger des Star-Charismatikers John Wimber (+) und des Toronto-„Segens“ mit seinen massenhaften Ausuferungen und beklemmenden Manifestationen, z.B. Rückwärtskippen in Trance, „Lachen im Geist“, „Wiehern im Geist“, Grunzen im Geist bzw. Ungeist usw….

Im Juni 2017 fand in Bern (Schweiz) die Vineyard-Konferenz statt  – die Vineyard-Bewegung wurde von dem vorhin erwähnten John Wimber gegründet: http://www.vineyard-konferenz.ch/

Und welches waren u.a. die Star-Redner dieses protestantisch-pfingstlerischen Kongresses?

Bill Johnson und Dr. Johannes Hartl, jener katholische Theologe, der das ökumenische Gebetshaus Augsburg leitet.

Erst vor kurzem warb er für den Extrem-Charismatiker Mike Bickle: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/06/mehr-gruender-dr-johannes-hartl-wirbt-fuer-den-extrem-pfingstler-mike-bickle/

 

 

 


Anmerkungen zu vielfältigen charismatischen „Aufbrüchen“ in der Kirchengeschichte

Von Felizitas Küble

In schwarmgeistigen Bewegungen stehen seit jeher „Zeichen und Wunder“ im Mittelpunkt, außergewöhnliche Phänomene spielen  eine große Rolle. Vergessen wir hierbei nicht, wie kritisch Christus über die vielen Leute aus dem Volke sprach, die ohne „Zeichen und Wunder“ nicht glauben wollten. Auch zum Apostel Thomas sagte er: „Selig, die nicht sehen und doch glauben.“ – Und der Völkermissionar Paulus erklärte: „Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen.“ 

2. Christus selbst wurde vom Satan in der Wüste mit der „charismatischen“ Versuchung konfrontiert: ER sollte ein aufsehenerregendes Schauwunder liefern und sich von der hohen Zinne des Tempels stürzen, ohne Schaden zu nehmen. Da hätten die Leute aber gestaunt ohne Ende! ER hätte seine mühsame Verkündigung mit dieser einzigen Tat gleich anfangs abkürzen oder fast ganz einsparen können, weil ein solches tolles Schauwunder mehr „zieht“ als tausend Predigten. Aber Christus hat dies von sich gewiesen. Er ging den anstrengenden, den „soliden“ Weg…

3. Die „charismatische Versuchung“ begann schon in den urchristlichen Gemeinden, zumal bei den Korinthern, denen Paulus immer wieder die Leviten liest und zu mehr Nüchternheit im Glauben anhält, die sich aber für besonders „geisterleuchtet“ halten. Ihnen gilt das bekannte Wort in 1 Kor 13, wonach das, was bleibt, keineswegs die besonderen „Geistesgaben“ bzw. wunderbaren Fähigkeiten sind, sondern „Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei, am größten aber ist die Liebe.“ – Im Leben des Christen sind diese drei göttlichen Tugenden entscheidend, nicht etwa Wundertaten oder außergewöhnliche „Charismen“. Das ist die Quintessenz von 1 Kor 13.

4. Bereits im 2. Jahrhundert verstärkte sich die Charismatische Versuchung in der frühen Christenheit durch das Auftreten schwarmgeistiger Strömungen, insbesondere der Montanisten mit ihrem „Propheten“ Montanus, der sich für eine Art Inkarnation des Hl. Geistes hielt – und seinen zwei ebenfalls „charismatischen“ Visionärinnen Prica und Maximilla im Gefolge. Das Dreierteam hat schon für ihre Zeit die Wiederkunft Christi angekündigt. Obwohl das Ereignis nicht eintraf, konnten sich montanistische Gemeinden noch jahrhundertelang halten.

5. Eine Mischung aus Gnosis und Charismatik vertraten dann im Hochmittelalter die Katharer, auch Albigenser genannt; sie lehnten die kirchlichen Sakramente ab und pflegten stattdessen ihr eigenes Super-Sakrament, das sog. Consolamentum, eine Art Geist-Taufe durch (angebl.) sprituell hochstehende Erleuchtete… Die Katharer waren strenge Asketen, was viele Menschen angesichts der damaligen Verweltlichung vieler Kirchenvertreter beeindruckte, doch sie lehnten die Ehe und vor allem die Zeugung von Nachkommenschaft ab, weil sie den Leib als Gefängnis der Seele ansahen und dualistisch-manichäische Vorstellungen pflegten.

6. Im Spätmittelalter gab es auch innerhalb der katholischen Kirche schwarmgeistige Gruppen, besonders jene, die sich den Endzeit-Thesen des Joachim von Fiore anschlossen, jenes italienischen Abtes, der ein kommendes großartiges „Reich des Hl. Geistes“ ankündigte – und zwar vor der Wiederkunft Christi. Dies entspricht im wesentlichen der in der heutigen charismatischen Bewegung weitverbreiteten Vorstellung von einer künftigen, bald anbrechenden weltweiten Erweckung mit vielen Zeichen und Wundern, einem „zweiten Pfingsten“ etc…
Die Kirche hat Fiores Vorstellungen zurückgewiesen, nicht zuletzt aufgrund der biblischen Aussagen, wonach der Wiederkunft Christi keineswegs ein weltweiter Glaubensaufbruch vorausgeht, sondern das genaue Gegenteil, hat Christus doch selbst die vielsagende Frage gestellt: „Wenn ich wiederkomme, werde ich noch Glauben finden auf Erden?“

7. Die heutige „Charismatische Erneuerung“ geht wurzelhaft aus der protestantischen Pfingstbewegung hervor und zeitigt dieselben Phänomene (z.B. Fixierung auf „Heilungen“, innere und äußere, auf „Befreiungsdienst“, allgemein auf Zeichen und Wunder, auf Zungenreden, Hammersegen bzw. sog. „Ruhen im Geist“, Weissagungen usw.).

8. Die charismatische Versuchung betraf durch die Jahrtausende hindurch und auch in der Gegenwart nicht oder nur selten das „liberale Lager“, sondern natürlich das konservative, glaubensstrenge, das „fromme Spektrum“.

Man kann eben sowohl links wie rechts vom Pferd fallen: am linken Straßengraben befindet sich der theologische Modernismus, das „zu wenig“ an Glauben – am rechten Straßengraben das „zu viel“ an Glauben: das überzogene Asketentum, die Erscheinungssucht, die Wundersucht, der Charismatismus, jede Form der Schwarmgeisterei bzw. die religiöse Verstiegenheit und die Suche und vielfach die Sucht nach MEHR (allein schon der Name MEHR-Konferenz spricht hier Bände!).

Ein „Mehr“ an Nachfolge Christi, an guten Werken, an konsequenter Einhaltung der Gebote Gottes, an täglicher Glaubenstreue und-so-weiter benötigen wir alle – aber hüten wir uns vor der „charismatischen Versuchung“, die schon im „Schauen“ leben möchte, obwohl wir laut Paulus hier auf Erden noch im Glauben leben und uns in diesem bewähren sollen.

Tatsächlich ist genau dies der entscheidende Gedanke: Es führt kein Weg am Kreuz vorbei! – Doch die Charismatik besteht weitgehend in einem Halleluja-Christentum, sie will den Triumph ohne das Kreuz, sie schleicht sich am Kreuzweg vorbei und wähnt sich dabei im „dritten“ oder gar im „siebten“ Himmel beim glorreichen Christus bzw. den außerordentlichen Geistesgaben. Doch die „Früchte des Geistes“ ergeben sich nicht aus Verstiegenheit und Wundersucht, sondern aus der frei geschenkten göttlichen Gnade und der konsequenten, alltagsfesten Nachfolge Christi.

Was die himmlische Paulus-Erfahrung betrifft, so ist es zudem aufschlußreich, daß der Apostel von seinem Erlebnis erst vierzehn Jahre später berichtet, wie er ausdrücklich einleitend schreibt. Zudem formuliert er zurückhaltend in der dritten Person („ein Mensch in Christus“). Wenn in charismatischen Kreisen jemand glaubt, ein übernatürliches Erlebnis gehabt zu haben, dann erfährt das sofort die versammelte Schar – oder es steht kurz darauf im Internet oder wird in Broschüren verbreitet, genauso wie bei den zahlreichen Visionen und Erscheinungen, Botschaften und „Offenbarungen“, mit denen wir zunehmend überschwemmt werden.

Paulus hätte von seiner Erfahrung wohl nicht berichtet, wenn er es nicht bei den Korinthern mit einer schwarmgeistig gefährdeten Gemeinde zu tun gehabt hätte, die sich zum Teil über Paulus erhaben fühlte, weshalb er sie auch immer wieder zur Nüchternheit ermahnt. Den „Stachel im Fleisch“ und die Nichterhörung seiner Gebete um eine Heilung erwähnt er ebenfalls, um den dortigen Gläubigen zu verdeutlichen, daß wir auf Erden den Himmel nicht vorwegnehmen können und dürfen.

„In der Schwachheit liegt die Kraft“ – doch die enthusiastische Bewegung sucht die „Kraft“ in Zeichen und Wundern, in spektakulären „Geistesgaben“ und – ein beliebtes Wort dort – in „Kraftwirkungen“. Typisch sind auch Ausdrücke wie „Power-Evangelism“, „Feuer-Konferenzen“, MEHR-Konferenzen….

Es handelt sich um eine „Theologie der Herrlichkeit“, in der man schwelgen möchte – kein Kreuzweg, der uns in die tägliche Nachfolge Christi zur Bewährung des Glaubens führt.

Weitere Infos dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/09/07/von-links-bis-rechts-endzeitschwaermerische-traeume-von-einem-goldenen-zeitalter/


„Mein Wille geschehe“ als Hintergrundmotiv eines magisch/charismatischen „Glaubens“

Von Felizitas Küble

Die Hinwendung zu überirdischen Mächten und Gewalten ist so alt wie die Menschheit, denn als Geschöpfe Gottes sind wir „unheilbar religiös“ – und das ist zunächst auch gut so.

Allerdings gelangt die „gefallene“ menschliche Natur, wenn ihr nicht von Gottes Selbstoffenbarung der richtige Weg gewiesen wird, allzu leicht in innere Gefahren und Irrtümer  – auch und gerade in religiöser Hinsicht. Vielfache Verirrungen in paganen (heidnischen) Religionen  – womit nicht allein z.B. die grausamen „Menschenopfer“ gemeint sind – sprechen hierzu eine klare Sprache.

Der Mensch ist stets in Gefahr, sich in seiner „Re-ligio“ (Rückbindung an Übernatürliches, „Göttliches“) vor allem an eigenen Wünschen und Interessen zu orientieren. So entstand und entsteht das magische Denken und Fühlen, das die „höheren Mächte“ für eigene Anliegen vereinnahmen möchte, gleichsam die „Gottheiten“ als Erfüllungsgehilfen in eigener Sache betrachten.

Um sie entsprechend „gnädig“ und geneigt zu stimmen, werden bestimmte Rituale und Formeln angewandt, damit die unsichtbaren, übersinnlichen Gewalten „richtig“ funktionieren. Diese Aberglaubenshaltung ist von Angst und vom Wunsch zugleich bestimmt, einer Furcht vor der möglichen Willkür dieser numinosen Mächte, zugleich das Verlangen nach Erfüllung der eigenen Sehnsüchte.

„Höhere Mächte“ in den (eigenen) Dienst nehmen

Hinter dieser paganen Mentalität steckt letztlich der Grundsatz: „Mein Wille geschehe!“ – Das ist auch das Fundament jeder Magie, nicht etwa nur der schwarzen, sondern auch der weißen Magie: Während sich die schwarze Variante direkt an satanische Mächte wendet, gibt die weiße Magie vor, sich dem „Himmel“ zuzuwenden und nur das „Gute“ zu wollen, nämlich beispielsweise Heilungen oder sonstige Hilfe in allerlei menschlichen Nöten.

Doch ob schwarze oder weiße Magie: Die „Adressaten“ scheinen zwar gegensätzlich zu sein (Hölle/Himmel), doch die Grundhaltung ist letztlich dieselbe, nämlich der Versuch, die übernatürlichen Mächte in den Dienst eigener Interessen zu stellen.

Selbst wenn es sich dabei um „positive“ Anliegen handelt, nicht etwa um Schadens-Wünsche gegen andere (wie bisweilen in der „schwarzen“ Magie), so heiligt der Zweck nicht die Mittel:

Der wahre Gott ist nicht unser Glücks-Automat, ER bietet keine umfassende Wunscherfüllung, denn die Gnade des Allmächtigen ist unverfügbar. Der Schöpfer steht  ü b e r  dem Menschen, seinem Geschöpf  – und nicht umgekehrt. Wir sollen IHM und seinem Willen zu Diensten sein, nicht ER uns und unseren Wünschen.

Christus hat diesen Grundgedanken des wahren Glaubens im Vaterunser gleichsam für alle Zeiten festgehalten: „Dein Wille geschehe!“ – Aber unser Erlöser hat uns diese Hinwendung zum himmlischen Vater nicht allein in Worten verkündet, sondern auch selber in Taten gelebt – selbst in seinen schweren Stunden auf dem Ölberg vor seinem Leiden.

Dort bat er zwar in der Todesangst seiner menschlichen Natur darum, daß dieser Kelch an ihm vorübergehen möge, doch zugleich sprach ER vertrauensvoll und unerschütterlich: „Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Die Gnade des Höchsten ist unverfügbar

Der springende Punkt einer wahren christlichen Haltung ist das Bewußtsein, daß wir uns in unseren Anliegen und Sorgen gerne bittend an Gott wenden dürfen, ja sollen, aber zugleich wissen, daß Gott und seine Gnade(n) unverfügbar sind, daß der Höchste nicht unser Erfüllungsgehilfe ist, sondern wir seine Gehilfen sein sollen, um als „unnütze Knechte“ mit Gottes Hilfe am Reiche Christi mitzuwirken.

Dabei heiligt der vermeintlich gute oder jedenfalls verständlich erscheinende Zweck keineswegs die Mittel – und hier gilt durchaus nicht pauschal das  – nur auf den ersten Blick einleuchtende  –  Prinzip: „Wer heilt, hat recht!“

Diese Warnung richtet sich nicht allein an alt-neuheidnische Vorstellungen, an (nichtchristliche) esoterische Gruppen, an eine randständig okkulte Szene, sondern sehr wohl auch an Christen.

Allzu leicht wird  – oftmals eher unbewußt  – der Weg vom Glauben zum Aberglauben überschritten, wenn magisches Denken die religiöse Haltung prägt. Derartige Denkweisen können auch im „christlichen“ Gewande einhergehen, dies ist dann sogar verführerischer als eine direkt erkennbare „Zauberei“ und Magie in Heidentum und Okkultismus.

Seit jeher geistern durch die Christenheit gewisse archaische, schon im Altertum wirksame Motive des Aberglaubens, die sich jeweils in einem neuen Kostüm präsentieren.

Nicht nur im ländlichen „Volksglauben“ finden sich magisch anmutende Gewohnheiten und „Bräuche“, auch Stadtbewohner bleiben vor paganen Versuchungen nicht verschont, wenngleich sich diese Mentalität dort eher in einer esoterisch-„modernen“ Verhüllung präsentiert, etwa per „Wunscherfüllung durch das Universum“, fernöstlicher Meditation, Spiritismus, mit Astrologie und „Chanelling“ etc.

Besprechungen, Gebetsheilungen und „Sympathie“

Auf dem Lande sind es hingegen eher althergebrachte Forme(l)n, die sich bis heute erhalten haben, vor allem das sogenannte „Besprechen“, auch „Sympathie“ genannt.

Der Ausdruck „Sympathie“ entsteht durch die esoterische Vorstellung, wonach die makrobiologische Welt – das Universum –  mit der mikrobiologischen Welt des Menschen in direkter Beziehung steht, also harmoniert, sich entspricht, gleichsam „sympathisiert“. (Natürlich gibt es durchaus manche Zusammenhänge der Schöpfung im großen wie im kleinen, aber eben keine unmittelbare bzw. umfassende „Entsprechung“  beider Dimensionen.) 

Das Spektrum solchen „Besprechens“ reicht von Fernwirkungs-Formeln für kranke Tiere im Stall über das sogenannte „Brand löschen“ oder Warzen entfernen mit astrologischem Hintergrund bis hin zu Hexenwahn und Angst vor dem „bösen Blick“.

Man spricht in diesem Kontext auch von „Gebetsheilung“, wobei dieser Ausdruck irreführend ist, denn es wird zwar Heilung erwartet (und nicht selten trifft sie ein), aber dem Wunscherfüllungs-Automatismus liegt kein wirkliches Bittgebet im christlichen Sinne zugrunde, sondern eine bestimmte, oft als geheimnisvoll gehandelte „Formel“, die als „wirksam“ angesehen wird, die man in keinem seriösen Gebetbuch findet (schon eher in alten „Zauberbüchern“), die aber meist auf althergebrachten mündlichen Überlieferungen beruht.

Die dabei verwendeten  Sprüche muten oft banal bis absurd an, sie ergeben selten einen vernünftigen theologischen Sinn (was aber wohl gerade der „Sinn“ sein soll) – und die Angelegenheit wird auch dadurch nicht besser (im Gegenteil: noch bedenklicher!), daß die entsprechenden Verslein im Namen „Jesu“ oder noch öfter in den „drei höchsten Namen“ (trinitarische Formel) begonnen oder abgeschlossen werden.

2. Gebot: „Du sollst den Namen Gottes nicht mißbrauchen!“

Das ist – objektiv betrachtet – eine Vereinnahmung des dreieinigen Gottes zu abergläubischen Zwecken, mag es den Betreffenden auch subjektiv nicht bewußt sein, so daß ihnen die nötige Erkenntnis abgeht. Rein von der Sachlage her entspricht eine solche Einstellung aber jedenfalls nicht dem 1. und 2. Gebot Gottes (Keine anderen Götter, kein Mißbrauch des Namens Gottes).

Manchmal findet man derartige „Heilformeln“ sogar mitten in fromm-christlich erscheinenden Webseiten, z.B. hier: http://gebetbuch.com/gebete/heilgebete-besprechen

Dort heißt es z.B.: „Brand geh in den See, geh in den Sand und tu nimmer weh.“ – Der „Brand“ (Verbrennungen an der Haut) wird gleichsam mit einem beschwörenden Spruch fortgeschickt. Eine andere Formel  – hier gegen Schuppenflechte –  lautet: Die Asche und die Flechte, die flogen übers Meer, die Asche, die kam wieder, die Flechte nimmermehr.“

Sodann gibt es etliche Heilungs-Sprüchlein, die damit beginnen: „Die hl. drei Könige zogen durchs Land…“ – oder: „Unser Herr Jesus zog durch das Land…“ – oder wie hier eine Formel gegen Herpes auf dem erwähnten Besprechungs-Blog: „Die Mutter Gottes zog übers Land, drei Rosen in der Hand, die erste weiß, die zweite rot, die dritte war der Tod, ganze Herpes Familie.“  – Oft werden solche Verse (leider!) mit dem „Ehre sei…“ beendet – oder wie HIER mit der trinitarischen Formel:

„Verstocke, verstumme, du frische Wunde,
wachse zusammen, Fleisch und Bein;
Dass es hart werde wie ein Stein.
Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Manchmal werden auch die Heiligen „bemüht“, vor allem volkstümlich bekannte wie Laurentius – so etwa hier  – Quelle: http://www.heilungmitliebe.de/Brandloeschen%2020161130.pdf – das folgende Beispiel:
„Heiliger Laurentius mit Deinem Rost,
gib` mir die Gnade und den Trost,
daß ich kann heilen mit meiner Hand
diesen Brand !
Gott Vater (Verbrennung über die betroffene Stelle „wegblasen“)
Gott Sohn (Verbrennung über die betroffene Stelle „wegblasen“)
Gott heiliger Geist (Verbrennung über die betroffene Stelle „wegblasen“). Amen“

Der wahre Gott hat es gewiß nicht nötig, sich einer bestimmten magischen „Formel“ des Menschen zu unterwerfen, bei deren Anwendung er gehorsam „funktioniert“ und als Befehlsempfänger und Wunscherfüller fungiert.

Der wahre Gläubige ist zum Kreuzweg bereit

Gewiß erhalten  – so GOTT will  –  bisweilen auch im rechten Geist gesprochene Gebete von Christen ihre Erfüllung, denn dem Allmächtigen sind keine Grenzen gesetzt. Nicht ohne Grund sagt der gläubige Volksmund: „Der liebe Gott tut nichts als Fügen.“

Aber der wirkliche Gläubige weiß, daß seine Bitten unter der Voraussetzung stehen: „Dein Wille geschehe!“ –  Er weiß sich mit Christus auf dem Ölberg im Geiste verbunden und ist auch zum „Kreuzweg“ bereit, denn unser Leben im Diesseits ist kein Paradies und kein idyllischer Rosengarten, sondern unsere Bewährungsprobe für die Ewigkeit.

Freilich finden wir allerlei Aberglaubensweisen nicht nur in „Volksbräuchen“ und ländlichen Gewohnheiten, sondern gerade auch in neueren Bewegungen, dort freilich besser verpackt, noch stärker christlich garniert oder gar „biblisch“ begründet.

Dies gilt beispielsweise für die protestantische Sondergruppe der Adventisten. Auf einer entsprechenden Webseite heißt es kurzerhand, wir sollten als Gläubige die Verheißungen Gottes „in Anspruch nehmen“ – und schon klappt es mit der Gebetserhörung, die im Grunde keine ist, denn es ging ja gar kein eigentliches Bittgebet voraus, sondern man erwartet von oben schlichtweg die Einhaltung der vermeintlichen „Zusagen“. 

Das ist eine verstiegene Form des „Glaubens“, die letztlich Gott auf die Probe stellen und seine Erfüllung gleichsam herbeizwingen möchte. Davor hat schon Christus gewarnt, als er vom Satan in der Wüste versucht wurde: „Du sollst den HERRN, Deinen Gott, nicht versuchen!“

Jene maßlose Haltung, vom Himmel ständige Gebetserhörungen zu erwarten, gibt es auch und gerade in der Charismatischen Bewegung – und das beileibe nicht allein bei den Verkündern eines sog. „Wohlstandsevangeliums“.

Natürlich präsentiert sich diese Mentalität dort in einem speziellen Gewande, meist bezogen auf den Heiligen Geist und seine „Segnungen“, die man natürlich „in Anspruch nehmen“ sollte; bei der protestantischen Pfingstbewegung gerne garniert mit Hinweis auf „biblische Verheißungen“, die teils direkt so verstanden werden, als ob sich jedes Bittgebet erübrigt, denn was Gott doch ohnehin zugesagt habe, brauche man nicht mehr eigens zu erflehen. 

Gottes Verheißungen „in Anspruch nehmen“…?

Man spricht in der Religionswissenschaft diesbezüglich von einer Spiritualität der Anamnese (Vergegenwärtigung), wonach wir die Heilsversprechen des Himmels nicht etwa erbitten, sondern „proklamieren“, ausrufen, als gleichsam „schon geschehen“ betrachten sollen. Gebet und „Segnung“ werden direkt verknüpft, beides als hier und heute gegenwärtig angesehen. Aus dem Gebet wird eine „Verkündigung“, Gottes Zusagen gilt es zu proklamieren….

Ein bezeichnendes Beispiel hierfür sei mit dieser schwarmgeistigen Webseite erwähnt: http://mediathek.jule-pape.de/

Hier werden vor allem Texte der bekannten evangelischen Pfingstpredigern und Fernseh-„Evangelistin“ Joyce Meyer aus den USA präsentiert, ergänzt u.a. mit Ausführungen des katholischen Charismatikers Dr. Johannes Hartl (Gebetshaus Augsburg, MEHR-Konferenz). In ökumenischer Eintracht scheint man sich weitgehend einig zu sein, was „Gottes Verheißungen“ anbelangt.

So heißt es z.B. hier (http://mediathek.jule-pape.de/david-gotts-verheissungen-fuer-uns-in-anspruch-nehmen/Joyce Meyer, Hartl) ganz typisch:

„Alles, was Gott versprochen hat, ist ein Ausdruck Seines Herzens und Seines Willens, ganz gleich, ob es Heilung, Segen oder Wegweisung ist….Gebet bedeutet, Gottes höchste Bereitschaft in Anspruch zu nehmen….Die Tatsache, dass Er uns überhaupt Verheißungen gegeben hat, ist Beweis genug für Seine Bereitschaft. Manche Menschen sagen: „Ich weiß nicht, ob es Gottes Wille ist, mich zu heilen….“ Was sagt Gott in Seiner Verheißung? Das sollte das Ende der Diskussion sein.“

Vonwegen  – damit fängt die Diskussion erst richtig an, denn eines ist klar:

Eine Spiritualität, die sich gleichsam am Kreuz vorbeimogelt, bei der nicht die Nachfolge Christi, sondern die „Segnungen“ von oben im Vordergrund stehen, gefällt zwar unseren allzumenschlichen Bedürfnissen, entspricht aber nicht dem „schmalen Weg“, der zur ewigen Glückseligkeit führt.

Dabei bietet der „breite Weg“ teils nicht nur Esoterisches, sondern allerlei fromm wirkende Glaubensformeln oder „wundersame“ Phänomene (charismatisches Handauflegen, „Ruhen im Geist“ und dergl.), erscheint aber jedenfalls attraktiver als ein bescheides Bittgebet an Gott und die Bereitschaft, notfalls auch in Krankheit und Leiden auszuharren. Diese Gesinnung der Opferbereitschaft bedeutet aber wahres Gottvertrauen, nicht das irrgeistige Proklamieren und Reklamieren von „Verheißungen“. 

Gilt das Vaterunser allein für damalige Juden?

Eine anders geartete Variante dieser Art einer vermeintlich hochfliegenden „Frömmigkeit“ finden sich in der protestantischen „Brüderbewegung“ (nicht zu verwechseln mit den evang.“Brüdergemeinden“ der Herrenhuter Richtung), die sich auf den evangelischen Exegeten John Nelson Darby und seine Lehre von den verschiedenen „Haushaltungen“ (Heils-Dimensionen) Gottes beruft.

Bei Darbysten wird nicht der charismatische, sondern ein kurios-biblizistischer Ansatz bemüht:

Die Gläubigen befänden sich im Geiste bereits in den „himmlischen Örtern“, die Bittgebete aus dem Vaterunser hätten nur für die damaligen Juden gegolten, ab dem Kreuzestod Christi lebe man bereits in der Dimension der erfüllten Verheißungen. Es gehe daher um eine „Inanspruchnahme“ der Heilsereignisse und ihrer Früchte bzw. Segnungen. (Näheres dazu in dem theologisch-biographischen Buch „Endlich zuhause – mein Weg zur Kirche“ – über die Konversion eines Historikers und Ex-Darbysten).

Gregg Braden: Gebet ist Emotion plus Gefühl gleich Erfüllung….

Damit nicht genug, werden in „christlich“-gnostischen Strömungen weitere „theologische“ Formen einer verstiegenen Position präsentiert, neuerdings z.B. hier:

https://www.pravda-tv.com/2018/04/von-der-kirche-unterdruecktes-wissen-altes-manuskript-besagt-menschen-haben-uebernatuerliche-kraefte/

Der Autor Gregg Braden lehrt demnach eine „fünfte Art des Betens“, die nicht mehr auf der üblichen kirchlichen Bittgebets-Logik basiert, sondern vielmehr „auf Gefühl gegründet“ sei. Das mute, so heißt es dort, „geradezu revolutionär“ an. Dabei wird  – wie so oft in der Esoterik  – die Quantenphysik bemüht und im eigenen „feinstofflichen“ Sinne ausgelegt. Auf dieser „energetischen“ Grundlage (nach dem Motto: Alles ist letztlich nur Energie) wird gesagt:

„Die jeweilige Emotion bestimmt das Motiv unseres Gebets. Man kann sie auch als das Verlangen beschreiben, mit dem unsere Vorstellungskraft nach einer Lösung sucht. Aus der Verbindung von Gedanke und Emotion entsteht das Gefühl. Wenn uns diese drei Anteile des Gebets vollkommen bewusst sind, können wir eine wahrhaft kraftvolle Vision entwickeln, die als eine Veränderung unserer Realität Gestalt annehmen kann.“

Es heißt dann weiter, Unser „Herzenswunsch wird in dieser Form des Gebets zu einer verkörperten Bewusstheit“  – und man könne sich leicht vorstellen, „wie intensiv Massengebete sein können, die auf diese Weise abgehalten werden, zum Beispiel auch über das Internet!“

Angeblich sei das „Massengebet“ jene Technologie, die „das (kollektive) Bewusstsein berührt.“ – Wenn man also „das Gebet als ein Gefühl“ ansehe, gehe es nicht mehr um unklare Fragen der Gebetserhörung, sondern das gewünschte Ergebnis sei „bereits geschaffen worden“.

Unsere Auflistung verschiedener Formen des (Aber-)Glaubens ist keineswegs vollständig, sondern sollte nur schlagwortartig einige Bereiche und Beispiele aufzeigen und zugleich grundsätzliche Haltungen einer wahrhaft christlichen Frömmigkeit  begründen, wie Christus sie uns vorgelebt hat, gipfelnd in dem vertrauensvollen Gebet unseres HERRN: „Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Prof. Peter Beyerhaus über Begriff und Wesen der religiösen Schwarmgeisterei

Der bekannte evangelische Theologe Prof. Dr. Peter Beyerhaus (siehe Foto) befaßt sich seit Jahrzehnten mit der sog. Pfingstbewegung bzw. „Charismatischen Erneuerung“, die sich zunächst in protestantischen Konfessionen ausbreitete, aber seit Mitte der 60er Jahre auch in die katholische Kirche einsickerte. Kritiker bezeichnen diese enthusiastische Bewegung als „schwarmgeistig“. 8772380955

Der theologische konservative, evangelikale Missionswissenschaftler erläutert in dem folgenden Auszug aus seinem Grundsatzartikel über Geister-Unterscheidung den Begriff und das Wesen des Schwarmgeistes:

Woher kommt der Begriff „Schwarmgeist“? Dem normalen Zeitgenossen wird nicht ohne weiteres deutlich sein, was wir mit diesem Wort eigentlich meinen. Denn Schwärmerei bringt man im allgemeinen in Verbindung mit einer gewissen Gefühlsseligkeit.
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Man denkt an ein junges Mädchen, das für ihren Liebsten schwärmt. Ein anderer schwärmt von seiner letzten Sommerfrische oder einem frohen Erlebnis. Geht es also um eine leicht exaltierte Gefühlsstimmung? Nein, das ist nicht das Schwärmertum, das wir hier meinen, obwohl es gewisse Verbindungen gibt.
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Ich versuche, den Begriff immer vom Bild des Bienenschwarms her zu erklären. Wenn es den Bienen in ihrem Stock zu eng geworden ist   –  und zwar geschieht das immer, wenn eine zweite Königin geboren ist  –  dann halten sie es nicht mehr aus in der Begrenzung ihres Baues. Sie müssen hinaus und schwärmen mit furchtbarem Getöse aus.
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Damit habe ich das Entscheidende schon gesagt: Der Schwärmer hält es nicht aus in der Begrenzung, in die er auf Grund des Willens Gottes in seine m Glaubensleben in dieser heilsgeschichtlichen Zwischenzeit zwischen Himmelfahrt und Wiederkunft des Herrn gestellt ist.

Wir müssen lebenslang mit Versuchungen rechnen

In dieser Zeit ist ja unsere Sünde zwar schon vergeben auf Grund des Kreuzestodes Christi; aber wir müssen doch immer noch den alten Sündenleib mitschleppen. Deswegen bekommen wir von ihm immer wieder sündige Versuchungen zu spüren. Gleichzeitig müssen wir auch leiden unter der Vergänglichkeit dieses alten Äons, dieses alten Weltzeitalters, an das wir mit aller Kreatur gekettet sind; so sind wir auch dem Sterbenmüssen unterworfen.Scannen0008
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Dies will der Schwärmer nicht anerkennen. Er möchte im Grunde genommen schon das Leben führen, das uns der HERR verheißen hat für das kommende Reich der Herrlichkeit, wenn Jesus Christus wiedergekommen ist, um alle Dinge neu zu machen. Der Schwärmer erkennt diese Grenzen der Zwischenzeit nicht an. Er will sie sprengen.

Der Schwärmer lebt mehr im „Schauen“ als im Glauben

Er möchte deswegen nicht glauben, sondern er will schauen, spüren und schmecken. Er will nicht mehr dulden, wie es uns doch Paulus in Römer 5 und 8 ans Herz legt, sondern er möchte genießen, er möchte volle Kraft und Gesundheit spüren, die in keiner Weise mehr in Frage gestellt wird. Deswegen ist für den Schwärmer das Phänomen der Krankheit immer ein Ärgernis , mit dem er nicht fertig werden kann. Eigentlich meint er, keinen Arzt mehr zu brauchen.
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Der Schwärmer möchte nicht mehr durch die Gnade allein leben, die Gnade, die ja doch in der immer erneuten Zusprechung der Vergebung der Sünden besteht. Nein, er möchte schon in der eigenen vollendeten Gerechtigkeit leben, wo er die Sünde endgültig hinter sich gelassen hat. Er ist also Perfektionist, meint in der Vollkommenheit zu stehen. P1020947
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Er möchte sich in die Gemein de nicht einordnen, in den Dienst am anderen stellen, sondern er möchte sich schrankenlos selber verwirklichen. Er möchte niemanden über sich haben, der ihn zur Korrektur ruft. Er möchte nicht dienen, sondern er möchte herrschen.
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Er möchte sich nicht Schritt für Schritt führen lassen, sondern bereits das Ende des Weges, den ihn der HERR führt, in aller Klarheit wissen und berechnen können. Das alles sind Kennzeichen des Schwärmers, der die uns gegebenen Grenzen nicht respektiert.
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Dieser Haltung liegt ein Drang zugrunde, den wir als Christen in gewisser Weise verstehen können. Denn wir alle leiden ja an der Gebrochenheit unseres jetzigen Daseins. Es ist auch vom Willen Gottes her nicht der Normalzustand, daß wir im Sündenleibe leben. Es ist nicht der Wille Gottes, daß diese Welt gekennzeichnet ist von Leiden, Tod, Haß und Zerrissenheit. Denn ursprünglich war die Welt geschaffen worden in Harmonie mit dem Schöpfer – und die neue Welt wird die jetzige Zerrissenheit nicht mehr kennen.

Sehnsucht nach Vollendung der Schöpfung

Auch hat Gott in uns und alle Kreatur das Seufzen gelegt, die Sehnsucht nach der Wiederherstellung und Verklärung der guten Schöpfung Gottes (Römer 8, 19-25). Deswegen wird jeder lebendige Christ immer wieder von dieser Sehnsucht ergriffen werden, die manchmal in ihm auch bestimmte schwärmerische Züge hervorrufen kann. Solange er aber noch ein gesunder Christ ist, wird er sich durch das Wort Gottes immer wieder zurechtweisen lassen. image001
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Er wird sich sagen lassen: Jawohl, diese Zukunft ist dir verheißen, aber du mußt dich noch gedulden, bis der HERR kommt und dich aus dem Glauben in das Schauen hineinführt. Der schwärmerisch versuchte Christ wird sich also vom Worte der Schrift berichtigen und sich an die Bedingungen dieser heils geschichtlichen Zwischenzeit erinnern lassen.
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Anders ist es, wenn Christen nicht mehr in der Demut, der Heiligung, bleiben, sondern ihre Hand nach den Gaben ausstrecken, die ihnen nicht gegeben sind. Wenn wir nicht mehr auf die Bedingungen achten wollen, die uns gesetzt sind, dann beginnen wir, wirklich in das Schwärmen zu geraten und für den Einbruch eines ausgesprochenen Schwarmgeistes offen zu werden.

Schwarmgeisterei gefährdet auch andere Gläubige

Dies bedeutet zunächst einmal eine Gefahr für unser eigenes geistliches Leben. Die Verführung macht den Betreffenden, der diesen Geist empfangen hat, aber alsbald auch zu einer Bedrohung für andere. Die durch den falschen Geist hervorgerufene ungesunde und unnüchterne Haltung, die hier zum Ausdruck kommt, findet ihren Niederschlag in bestimmten ungesunden Ideen und falschen Lehren, die der Betreffende dann anderen mitteilen will.
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Hat er damit Erfolg, so kann er schließlich sogar zum Stifter einer neuen Glaubensgemeinschaft oder Sekte werden. Wenn schließlich der Schwarmgeist vollends von ihm Besitz ergriffen hat, so macht er ihn zum Medium des altbösen Feindes.
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Ich möchte also unterscheiden zwischen dem ins Schwärmen geratenden Christen, der aber noch bereit ist, sich wieder in die Schranken weisen zu lassen, und jenem Christen, der sich von dieser schwärmerischen Tendenz weiter und weiter führen läßt, bis er schließlich die Schranken durchbricht und sich für den Empfang des Schwarmgeistes öffnet.
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Schwarmgeist, das muß nun ganz deutlich gesagt werden, ist nicht einfach eine menschliche ungesunde Haltung, sondern geistige Beeinflussung (Inspiration) aus dem Abgrund und letztlich Wirkungsweise des Satans.
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Quelle und vollständiger Artikel von Prof. Beyerhaus hier: http://www.ikbg.net/pdf/vortr1.pdf