Korruption in Brasilien: Pastor Elveraldo Perreira und seine Pfingstbewegung

Von Felizitas Küble

Am 28. August 2020 wurde der brasilianische Politiker, Geschäftsmann und charismatische Prediger Everaldo Perreira durch die Bundespolizei des Landes festgenommen. Es geht dabei um Unterschlagung öffentlicher Gelder im Corona-Kontext bzw. um einen Korruptionsskandal, in dessen Zusammenhang auch Wilson Witzel, der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, verhaftet wurde. 
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„Pastor Everaldo“, wie er in seinen Kreisen genannt wird, ist der Sohn des pfingst-protestantischen Predigers Heraldo Perreira.
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Er gehört zu den führenden Gestalten in der extrem-charismatischen Bewegung Brasiliens mit ihrer Kirche Assemblies of God, einem Ableger des gleichnamigen internationalen Dachverbands (World Assemblies of God), der bereits im Jahre 1914 gegründet wurde, also in der frühen Zeit der pentekostalen (pfingstlerischen) Bewegung, die in Los Angeles ihren Anfang nahm und sich schon nach kurzer Zeit in Europa und weltweit ausbreitete.
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Im Laufe der Jahre gab es einige Abspaltungen wegen Lehrstreitigkeiten. Der erwähnte Dachverband ist dennoch weltweit der größte pfingstlerische Zusammenschluß, allein in den USA gehören ihm über 12.000 Gemeinden und Organisationen an, sodann über 200.000 Kirchen in 190 weiteren Staaten. 
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Die nationalen Netzwerke und Ableger mischen häufig in der Politik mit, vor allem in Lateinamerika und Afrika; zudem haben diese Pfingstkirchen vielfach große Reichtümer angehäuft, zumal sie von ihren Gläubigen den „Zehnten“ fordern (zehnter Teil des Einkommens) bzw. durch aufdringliche Spendensammelei auffallen oder beides zugleich.
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gehört ebenfalls einer protestanischen Pfingstbewegung an, die sich als „Universalkirche vom Königreich Gottes“ bezeichnet.
Im Jordan getauft wurde das Staatsoberhaupt einst von Pastor Perreira, womit sich der spirituelle Kreis wieder schließt.
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Während konservativ-charismatische Medien wie „Kath.net“ vor zwei Jahren über die Wahl Bolsonaros jubelten, schrieben wir damals bereits einen kritischen Artikel über ihn:
https://charismatismus.wordpress.com/2018/10/26/warum-bolsonaro-kein-hoffnungstraeger-ist/

 


Evangelischer Sektenbeauftragter warnt vor charismatischen „Holy Spirit Nights“

Vor charismatischen  Veranstaltungen unter dem Titel „Holy Spirit Night“ (Nacht des Heiligen Geistes) hat der Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche von Westfalen, Pfarrer Andreas Hahn, gewarnt.  charismatiker_allg_606_pr13_02_ab36d7785e

Die Treffen – zuletzt im September in Städten wie Berlin, Brüssel, Paris und Stuttgart – verstehen sich als eine Mischung aus Konzert und Jugendgottesdienst.

Pfr. Hahn besuchte eine „Nacht des Heiligen Geistes“ im ostwestfälischen Lemgo. Im Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) bezeichnet er die in der Veranstaltung vermittelten Glaubensvorstellungen als „hoch problematisch“.

So habe der US-Evangelist Todd White versprochen, „jede Art von Krankheit im Körper im Namen Jesu jetzt sofort“ zu heilen, auch „genetische Krankheiten“ sowie seelische wie beispielsweise Depressionen.

Laut White sei einem Besucher spontan ein Knochen in der Wirbelsäule nachgewachsen. Ferner habe er behauptet, selbst „ganz neues Blut“ und „neue Organe“ bekommen zu haben, die durch seinen früheren exzessiven Drogenkonsum geschädigt worden seien.

Bei der Kollekte hätten die Veranstalter die Besucher gebeten, über den Eintrittspreis von 19 Euro hinaus noch zehn Euro zur Kostendeckung für die Veranstaltung zu spenden. Gott werde alles vielfach wiedergeben, habe Markus Wenz von der Stuttgarter charismatischen Gemeinde „Gospel Forum“ erklärt. Jugendpastor Wenz ist der Hauptorganisator der „Holy Spirit Night“.

Quelle und vollständiger Bericht hier: http://www.idea.de/glaube/detail/sektenbeauftragter-warnt-vor-nacht-des-heiligen-geistes-98806.html