Gebetshaus Augsburg empfiehlt eine Autorin der „geistlichen Kampfführung“

Von Felizitas Küble

Das charismatische „Gebetshaus Augsburg“ wird von dem katholischen Theologen Dr. Johannes Hartl geleitet, der die jährlichen MEHR-Konferenzen mit viel Rockmusik und Lichtspektakeln organisiert (wobei das Festival in diesem Januar ausfiel). 

Dr. Hartl arbeitet eng mit protestantischen Pfingstlern zusammen, auch solchen, die zum extrem-charismatischen Spektrum gehören, worüber hier im CHRISTLICHEN FORUM bereits ausführlich berichtet wurde.

Zur pentekostalen (pfingstlerischen) Bewegung zählt auch jene neuere Strömung, welche sich um die „Geistliche Kriegsführung“ oder „Kampfführung“ kümmert.

Dabei geht es um ein „Leben im Sieg“ und um „vollmächtigen Segen“ durch ekstatischen Lobpreis und Anbetung, vor allem durch Inanspruchnahme der „Verheißungen“, die Gott angeblich über seine Anbeter ausgießt.

Zugleich wird der Kampf gegen „Finsternismächte“ propagiert, die mit charismatischen Gebetseifer und außergewöhnlichen „Geistesgaben“ zu besiegen sind usw.

Zu den Vertreterinnen dieser Richtung gehört die brasilianische „Evangelistin“ Maria Emilia Baptista de Oliveira.

Deren Buch mit dem typisch charismatischen Titel „Bete Gott an und lebe im Sieg“ wird vom Gebetshaus Augsburg empfohlen und verbreitet: https://shop.gebetshaus.org/buecher/buecher/5029/bete-gott-an-und-lebe-im-sieg?c=11

Der Fortsetzungs-Titel der Buchreihe lautet bezeichnenderweise: „Anbetung – die höchste Ebene geistlichen Kampfes“

Ständig geht es bei diesen emotionalen Achterbahnfahrern um „Kampf“ und „Sieg“ und „vollen Segen“, unentwegt befinden sich diese Enthusiasten gleichsam auf der höchsten Wolke oder scheinen direkt an der Brust des Ewigen zu ruhen.

HIER sieht man mehrere Konferenz-Auftritte der Brasilianerin mit ihren langen „Predigten“: https://www.youtube.com/channel/UCBGbJ4zFkCaIUeASHoKxxgg


Charismatische Ökumene: Gebetshaus Augsburg und Kingdom-Impact kooperieren

„Als Deutsche eine Vaterrolle einnehmen“

Heute veröffentlichte das eher katholisch geprägte Gebetshaus Augsburg eine Nachricht auf ihrem Twitter-Account, wonach „Esther Baumann von KingdomImpact am 7.2.“ bei ihnen als Rednerin auftrete. (Quelle: https://twitter.com/Gebetshaus)

Es handelt sich bei der Referentin um die Co-Leiterin der pfingstlerisch-protestantischen Initiative „Kingdom-Impact“, die sich vor allem auf die Präsentation von „Propheten“ konzentriert.

Ganz in diesem Sinne wird der Leser auf der Webseite dieser Gruppe bereits auf der Startseite mit dem Spruch „Offenbarungen warten auf Dich“ angelockt: https://kingdomimpact.org/ueber-uns/team/esther-baumann/

Auch Kingdom-Impact verfügt  – ähnlich wie der katholische Theologe Dr. Johannes Hartl in Augsburg  –  über ein eigenes Gebetshaus. Auch sonst gibt es etliche Gemeinsamkeiten, z.B. das ständige „prophetische“ Herbeireden einer weltweiten Erweckung, inbesondere in Europa.

Für die Gruppe von Esther Baumann hat Deutschland dabei gar eine ganz besondere Aufgabe „unter den Nationen“ einzunehmen, gleichsam die neue Variante eines „erwählten Volkes“:

So heißt es dort, es sei wichtig, „dass wir persönlich, aber auch als Nation unseren Platz in den Nationen einnehmen….Wir sind so dankbar für die Geschwister von anderen Nationen, die uns als Deutsche aufrufen, eine Vaterrolle in den Nationen einzunehmen.

Die Nationen schauen auf uns und feuern uns an. Das ist sehr herzbewegend und erfüllt uns mit Demut, aber auch der Furcht des Herrn, dass es keine Zeit ist, wo wir zaudern können. Es geht nicht nur darum, ob wir uns bereit fühlen, sondern ob wir Gottes Ruf jetzt hören und ihm gehorchen. Lasst uns im Glauben aufs Wasser treten!“  (Quelle: https://kingdomimpact.org/deutschland-nimm-deinen-platz-ein-unter-den-nationen/)

Das bedeutet eine geistliche Leitungsaufgabe für unser Land, was natürlich in deutschen Ohren erst einmal schmeichelhaft klingt, aber theologisch völlig in der Luft hängt.

Natürlich gibt es auf der Kingdom-Seite weitere großartige Erweckungs-Visionen, darunter eine „Offenbarung“, wonach sich Gottes himmlisches Reich mit seiner Sogwirkung auf Erden breitmachen wird, ob es den Menschen gefällt oder nicht – nach der Devise: Widerstand ist zwecklos.

Wir haben unlängst im CHRISTLICHEN FORUM über diese spezielle Ansage berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2019/01/30/patricia-kings-charismatische-erweckungs-vision-vor-einem-jahr-um-5-55-uhr/


Patricia Kings charismatische Erweckungs-Vision vor einem Jahr um 5.55 Uhr

Von Felizitas Küble

Vor genau einem Jahr um kurz vor 6 Uhr morgens war es soweit: eine charismatische Geisterfüllte namens Patricia King erhielt am 31.1.2018 eine ganz besondere Vision.
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Es geht wieder einmal um das schwärmerische Lieblingsthema, nämlich die zu erwartende weltweite „Erweckung“, die allerdings schon seit über 100 Jahren seitens der Pfingstbewegung angekündigt (und nie eingetroffen) ist.
Wie dem auch sei, von Tatsachen hat sich eine echte Enthusiasten-Schar in ihrer Endzeit-Schwärmerei noch nie „anfechten“ lassen.
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Der protestantisch-pfingstlerische „Wächterruf“ vom Juni 3018 präsentiert seinen Lesern auf der 4. Seite eine besondere Vision: https://kingdomimpact.org/wp-content/uploads/2018/06/Prophetische_Seite_2018_06.pdf
Es ist übrigens nicht die erste Offenbarung, auf den vorherigen Seiten gab es schon etliche weitere „Eindrücke“ aus der himmlischen Welt.
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Der erwähnte „Wächterruf“ gehört zu Peter Ischkas Bewegung „Mission ist possible“ (Mission ist möglich). Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/11/02/bewegen18-pfingstlerveranstaltung-will-prophetengabe-fuer-alle-freisetzen/
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Unter dem typischen Stichwort „Erweckliches Wirken glaubensvoll erwarten“ wird  – so wörtlich  – eine „himmlische Begegnung“ (!) geschildert, die Prophetin Patricia King vor einem Jahr um 5.55 Uhr zuteil wurde:
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Sie befand sich auf einer „goldenen Truppe“, die zum Himmel führte, wobei „der Herr“ sagte, er führe sie auf eine „neue Ebene“. Sie befand sich auf dem Flur vor der Tür ins Paradies, auf dem sie das Schild „Erweckung“ las.
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Ein Engel sei als „Wächter“ davor gestanden – und viele konnten nicht eintreten, „weil sie nicht den richtigen Schlüssel“ gehabt hätten.
Alle mußten draußen warten, ob sie nun den Schlüssel „Hoffnung“ oder „verzweifelte Sehnsucht“ trugen, auch „Erwartung“ half da nicht weiter.
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Erst als jemand mit dem Schlüssel „glaubensvolle Gebete“ ankam, öffnete sich die Tür in den Erweckungs-Raum „voller Licht, Herrlichkeit und Schönheit“, mitten darin ein „heiliges Feuer“.
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Von diesem Lichtraum ging nun ein „Erweckungsstrom“ aus, der sich „schnell auf die Erde zubewegte“:
„Einzelpersonen, die vorher keinen Schlüssel in der Hand hatten, wurden in diesen Strom hineingezogen. Einige waren freudig erregt und andere waren schockiert und wunderten sich. Andere standen beleidigt und ärgerlich am Ufer des Flusses und versuchten, den Fluss aufzuhalten. Einige von ihnen, die widerstanden, wurden in den Sog hineingenommen und ihr Ärger und ihr Beleidigtsein löste sich im strömenden Wasser auf. Der Fluss war nicht zu stoppen…er füllte die Erde.“
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Soweit diese wundersame Erleuchtung der visionären Patricia.

Was fällt uns hier auf?

  1. Es wird zum x-ten Male eine universale Erweckung angekündigt, die durch „glaubensvolle Gebete“  – wie sie zumal der charismatischen Szene eigen sind – ausgelöst wird, denn nur durch diesen Schlüssel kann die paradiesische Türe geöffnet werden.
  2. Nun fragt sich jeder Vernünftige, wie es denn zu solch einer weltweiten Erweckung kommen soll, da doch die Menschen auf der Erde mehrheitlich entweder gottlos sind oder fremden Religionen anhängen. Alles kein Problem für die Schwärmerschar, denn da sorgt der Höchste schon selber dafür, indem er einfach seinen Erweckungsstrom wie einen „Sog“ verteilt und jeden Widerstand kraftvoll hinwegfegt, so daß sich jedweder Unglaube „im strömenden Wasser auflöst“.

Davon, daß Gott den freien Willen der Menschen achtet; davon, daß von einer wirklichen Erweckung nicht die Rede sein kann, wenn diese nicht freiwillig erfolgt, scheint die prophetisch begabte Dame nichts zu wissen!

 


Beni Johnsons Weckruf für die Engel

Charismatikerin bringt schlafende Engel in Aktion

Kürzlich haben wir über den US-amerikanischen Star-Prediger Bill Johnson und sein pfingstlerisches Bethelwerk berichtet. Seine Frau Beni ist noch „origineller“ als er; sie betreibt nicht nur das „Grabsaugen“/ Grave-Sucking (sich die „heilende“ Energie von verehrten Charismatikern an deren Gräbern holen, indem man sich drauflegt), sondern verfügt auch sonst über wunderliche Einfälle.

Unter dem Titel „Wakey! Wakey!“ (Aufwachen!) beschreibt sie ihre Methode, Engel aus ihrer Langeweile aufzuwecken und ans Werk zu setzen: http://www.benij.org/blog.php?id=1

Zunächst behauptet sie, es gäbe drei Sorten Engel: Botengel, heilende Engel, feurige Engel. – Diese „Einteilung“ ist zwar weder der Heiligen Schrift noch der kirchlichen Tradition geläufig, aber da Charismatiker  – eigenen Angaben zufolge  – über einen direkten Draht zum Heiligen Geist verfügen, wird man immer auf Überraschungen gefaßt sein dürfen.

Frau Johnson meint sodann, die Engel hätten sich „schon lange gelangweilt“, doch sie seien „bereit, an die Arbeit zu kommen“ und den „Himmel auf die Erde zu ziehen“. Allerdings benötigen die himmlischen Boten hierfür einen speziellen Weckruf – und zwar WAKEY-WAKEY.

Zur Begründung für diese Sonderoffenbarung schildert die Autorin das Erlebnis einer Bekannten, die Gott mitten in der Nacht entsprechend beauftragt habe, auf daß eine geistliche „Erweckung“ in Wales eintreffe:

„Etwa fünf Minuten lang passierte nichts, also drehte sie sich um, um die Straße zu überqueren, um zu einem Geschäft zu gehen. Als sie sich umdrehte, spürte sie, wie der Boden zu wackeln begann, und hörte dieses riesige Gähnen. Sie schaute zurück zu der Kapelle und ein riesiger Engel trat heraus. Alles, was sie sehen konnte, waren seine Füße, weil er so groß war. Sie fragte ihn, wer er war, und er drehte sich zu ihr um und sagte: „Ich bin der Engel aus der Erweckung von 1904 und Sie haben mich gerade aufgeweckt.“ – Sie fragte ihn: „Warum hast du geschlafen?“ Der Engel antwortete und sagte: „Weil niemand mehr nach Erweckung gerufen hat.“ 

Die erwähnte Erweckung in Wales aus dem Jahre 1904 gehört zu den anfänglichen Ereignissen aus der pfingstlerisch-protestantischen Bewegung. Das Engel-Aufwecken geschieht aber nicht nur für die ganz großen Dinge, sondern auch für kleinere Vorgänge, wie die Verfasserin sie beschreibt, z.B. wenn ein Pastor seine verlegte Bibel sucht.

Abschließend schreibt Frau Johnson, sie und ihr Team hätten „festgestellt, dass die Engel auch Spaß haben und unter uns sind“.

 

 


Gospel-Forum in Stuttgart weiter zerstritten

Von Felizitas Küble

Wie die evangelische Nachrichtenagentur aktuell berichtet, hält die seit Monaten bestehende Leitungskrise im charismatischen Gospel-Forum weiter an.

Deren Leiter Peter Wenz – so beklagen führende Mitglieder der Stuttgarter Mega-Gemeinde  –  erweise sich nach wie vor als nicht kritikfähig und selbstherrlich. Statt mit Sachargumenten reagiere er mit Drohungen auf Beschwerden.

Hauptpastor Peter Wenz kommt aus der protestantischen Pfingstbewegung. Unter seiner Regie hat sich die einstmalige „Biblische Glaubens-Gemeinde“ in Gospel-Forum umbenannt und  – rein äußerlich gesehen – erfolgreich fortentwickelt, was auch mit dem emotionalen Stil, seinen anschaulichen Predigten und den rhytmischen Lobpreisliedern in seinen Gottesdiensten zu tun hat, die vor allem junge Leute anziehen. 

Wie im charismatischen Spektrum üblich, stehen Erlebnisse von „Heilung und Befreiung“ im Mittelpunkt der Gemeinde. Dazu kommen die außerordentlichen Charismen, die dem Heiligen Geist und seinem Wirken zugeschrieben werden, darunter z.B. Zungenrede, Ruhen im Geist (Rückwärtskippen in Trance) oder „prophetische Gaben“. Solche erfahrungsorientierten Frömmigkeitsformen sind vor allem für Neulinge im Glauben oft faszinierend, zumal sie die religiöse Neugier ansprechen, aber moralisch nicht viel abverlangen.

Manche suchen auch eine „unfehlbare“ geistliche Führung, die ihnen dort geboten wird. Gerhard Wissmann gehörte einst zum Kreis um Pastor Wenz. In „BGG-Notizen eines Leiters 1993“ erwähnt Wissmann folgende Aussage aus dessen Predigt: „Was von mir gesagt wird, kommt direkt vom Heiligen Geist und ist deshalb nicht angreifbar bzw. darf keiner weiteren Prüfung unterzogen werden; etwaige Kritik ist Rebellion gegen Gott.“

Das Pfingstlertum ist von weiteren „Kinderkrankheiten“ geprägt, die ihr gleichsam in die Wiege gelegt wurden und die  immer stärker ausufern. Dazu gehört die Erwartungshaltung, als „vollmächtiger“ Christ  die außergewöhnlichen „Geistesgaben“ zu erhalten, das Sprachengebet zu pflegen, Heilungen zu bewirken usw. Durch die Sehnsucht bis hin zur Sucht nach „Zeichen und Wundern“ entsteht ein starker seelischer Druck, im Falle des Nicht-Gelingens auch Ängste und Glaubenszweifel.

Dies gilt erst recht für die in diesen Kreisen häufig anzutreffende Dämonen-Fixiertheit und vorschnelle „Diagnose“ von Besessenheit oder „okkulter Belastung“ bei Gemeindemitgliedern, die skeptisch sind oder früher in die Esoterik verstrickt waren.

Weitere Infos zum Gospel-Forum hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/11/26/stuttgart-charismatisches-gospel-forum-aktuell/

 


Philipp Madre und seine charismatische Fixierung auf das „Wort der Erkenntnis“

Von Felizitas Küble

Was man hinsichtlich der Esoterik-Szene und erst recht im Spiritismus schlicht als Hellseherei oder Wahrsagen bezeichnen würde, gilt in der charismatischen Bewegung als „Wort der Erkenntnis“, angeblich eine besondere Geistesgabe von oben, die zum Bereich des „Prophetischen“ gehöre.

Was der in Anspruch genommene „Heilige Geist“ aussendet, was besonders begnadete Personen empfangen, kann ja wohl  – so heißt es –  nichts Okkultes, auch nichts bloß (Para-)Psychologisches (also mehr oder weniger natürlich Erklärbares) sein, sondern gehört zu dem, was man in der schwarmgeistigen Spektrum als anzustrebende „Salbung“ betrachtet, die gar nicht genug herbeigesehnt werden kann.

Nun muß man kein Psychologe sein, um sich Folgendes vor Augen zu führen:

Wenn ein Gläubiger sich in einen gewissen geistlichen Hochmut versteigt (ohne sich natürlich dieser Problematik bewußt zu sein), wenn er seine Verstiegenheiten vielmehr als besondere „Gnadengabe“ betrachtet, dann fällt der Fall nach unten oft umso härter aus (von der „Wolke“ so hoch da oben in die schlimmsten „Niederungen“ der ungeistigen Art). Wie sagt der Volksmund: Hochmut kommt vor dem Fall.

Kein Wunder also, daß Gemeinschaften, die sich für besonders geisterfüllt halten, überdurchschnittlich häufig von Skandalen um Sex, Geld und Macht heimgesucht werden, wie das die protestantisch-pfingstlerische Starprediger-Szene in den USA seit Jahrzehnten eindringlich belegt.

Allerdings beschränkt sich das Phänomen nicht auf den entsprechend gepolten evangelischen Bereich.

Auch bei betont charismatisch-katholischen Gemeinschaften zeigt sich dieselbe Problematik, die damit zusammenhängt, daß der „Begnadete“ sich erstens selber einbildet, er stände sozusagen als Geisterfüllter gleichsam „über dem Gesetz“, zweitens seine Anhänger sich erst recht nicht getrauen, diesem „Propheten“ zu mißtrauen,  müssen sie doch befürchten, die in diesen Kreisen ständig an die Wand gemalte „Sünde gegen den Heiligen Geist“ zu begehen usw…

Dieser sowohl sexuelle wie auch (un)geistliche Machtmißbrauch zeigte sich auch in der charismatisch-erscheinungsbewegten, sehr an Medjugorje orientierten „Gemeinschaft der Seligpreisungen“:

Deren Gründer (Bruder Ephraim) mißbrauchte schutzbefohlene Ordensschwestern seines Werkes und ein minderjähriges Mädchen. Sein eng mit ihm verbundener Mitgründer, Br. Albert Pierre-Etienne, wurde von einem französischen Gericht wegen sexueller Übergriffen gegen Kinder und Jugendliche verurteilt. 

Ephraims Mitgründer und späterer Generalmoderator, der Diakon, Arzt und Familienvater Dr. Philipp Madre, wurde wegen Mißbrauchstaten vom Vatikan nicht nur amsenthoben oder suspendiert, sondern sogar laiisiert (in den Laienstand zurückversetzt), war also von einer der härtesten Kirchenstrafen für Kleriker betroffen, die es überhaupt gibt.

Eben jener in der Seligpreisungs-Gemeinschaft führende Philipp Madre schrieb viele Bücher über charismatische Erneuerung und besondere Geistesgaben, darunter das Buch „Wort der Erkenntnis“ (siehe Foto).

Darin wird schon nach wenigen Seiten die typische Verstiegenheit und die (Sehn-)Sucht nach außergewöhnlichen „Charismen“ deutlich, die in diesen Kreisen oftmals vorherrscht.

Das „Wort der unmittelbaren Erkenntnis“ (S. 21) vollzieht sich etwa in Versammlungen, wenn der mit dieser Gabe „begnadete“ Leiter erklärt, es befände sich z.B. jemand unter der Menge, der 17 Jahre alt ist, Drogen nimmt und nun geheilt sei – oder drei taube Männer könnten soeben plötzlich wieder gut hören etc. 

Manchmal wird das „Wort der Erkenntnis“ auch in der Weise praktiziert, daß einer Person bei der Segnung bzw. Handauflegung mitgeteilt wird, welchen besonderen Auftrag sie von Gott habe oder von welchen seelischen Verletzungen sie „befreit“ werde etc.

In diesem Sinne schreibt auch Madre, er und seine Frau hätten durch die Handauflegung eines charismatischen Geistlichen diese „zu unserem Dienst notwendige Gabe“ (wozu „notwendig“?) erhalten (S. 10), so daß sie „genauere Aussagen, die in einem Wort der Erkenntnis verborgen waren, erhalten konnten, wie z.B. über das Alter, den Beruf oder die genauen Umstände der Verletzung der Person oder den Vornamen und anderes.“

Was unterscheidet nun dieses Phänomen von dem seit  jeher bekannten Vorgang des esoterischen „Hellsehens“?

Einzig die Behauptung, das „Wort der Erkenntnis“ stamme nun einmal vom Heiligen Geist – und punktum!

Auf S. 11 schreibt der Autor munter drauflos: „Was Gott vor 2000 Jahren durch das öffentliche Wirken seines Sohnes vollbracht hat, führt Er fort, auch auf die Gefahr hin, damit zu erstaunen, zu verwirren oder zu schockieren“.   

Verwirrend bis schockierend ist gewiß  manches in der schwarmgeistigen Szene, allerdings hat Christus in keinem einzigen Fall durch Handauflegung das „Wort der  Erkenntnis“ vermittelt, auch hat er bei seinen Heilungen keine vermeintliche „Seelenschau“ betrieben und irgendwelche Einzelheiten aus dem Leben des vorher Kranken ausgeplaudert.

Wahr ist es freilich, wenngleich gewiß nicht erfreulich, wenn der Verfasser über seine Sondergabe weiter schreibt: „…es beginnt sich diese Art von charismatischen Ausdruck gegenwärtig in den Kreisen der sog. „Erneuerung“ rasch auszubreiten“ (S.13).

Allerdings gäbe es hierbei Widerstände von anderen Gläubigen, weiß er zu berichten: „Besonders heutzutage fürchtet man sich jedoch sehr vor dem Wunderbaren aus Angst, es könnte die Schwachen täuschen, die Einfachen verführen und zur Flucht oder zu irgendeinem Mystizismus verleiten.“ (S. 14).

Wie wahr – und wie berechtigt diese Sorge ist, hat seine eigene Gruppierung zur Genüge unter Beweis gestellt.

Die vermeintlich geisterfüllte Verstiegenheit („emporgehoben“) wird auf S. 15 wieder einmal deutlich, wo es heißt, das „Wort der Erkenntnis“ sei eine „Sinneserfahrung mystischer oder charismatischer Art“, wobei sie immer eine „subjektive Beimischung“ beinhalte.

Das wirke zwar bisweilen störend, sei aber zugleich „beruhigend“, denn sie verweise darauf, „daß die gesamte menschliche Natur einschließlich der Sinne „emporgehoben“ werden kann von der Gnade.“

Ja, gewiß – allerdings ist gerade bei der „Emporhebung“ der Sinne Vorsicht geboten, denn wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen (vgl. 2 Kor 5,7), wie der Apostel Paulus schon vor zweitausend Jahren betonte, der die Geister noch zu unterscheiden wußte.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


„Bewegen18“: Pfingstlerveranstaltung will „Prophetengabe“ für alle freisetzen

Von Felizitas Küble

In Adelberg läuft derzeit eine viertägige Konferenz Bewegen18 und dem Motto „Heilung des Prophetischen“  – und zwar mit dem Ziel, daß jeder Teilnehmer „im prophetischen Bereich einige Schritte praktisch vorankommt – und wir zusammen einen Segen für die deutschsprachigen Länder freisetzen.“ – Bereits im Vorjahr gab es eine gleichgesinnte Tagung „Bewegen17“.

Womit bereits klar ist, daß wir uns in charismatischen Gefilden befinden – diesmal in pfingstlerisch-protestantischen. Veranstalter ist der charismatische Verein „Mission is possible“ von Peter Ischka: http://www.mission-is-possible.de/impr.html

Der Einstieg ist bezeichnend und beginnt mit den Worten: „Nicht jeder ist ein Prophet, aber Paulus möchte, dass jeder prophezeit  und da sind wir jedenfalls ausbaufähig, da gibt es noch einige Lücken zu füllen.“

Der hl. Paulus hat in Wirklichkeit die Vielfalt der Charismen betont und zudem in 1 Kor 13 klargestellt, daß gerade nicht die außergewöhnlichen Gaben am wichtigsten sind, sondern die göttlichen Gnadengaben von Glaube, Hoffnung und Liebe: „Am größten aber ist die Liebe.“

So sehen die Schwerpunkte beim Völkermissionar aus, doch in schwarmgeistigen Kreisen brennt des öfteren eine starke (Sehn-)Sucht nach enthusiastischen Erfahrungen, besonders nach der „Prophetie“ (mitunter auch als „Wort der Erkenntnis“ bezeichnet.

Sodann wird angekündigt: „Bei dem Zusammentreffen, wird so manches religös/traditionelle Missverständnis beseitigt und wir werden einiges praktisch in diesen Tagen anwenden.“ – Nämlich wie man sich die Prophetengabe in vier Tagen aneignet!

Dabei soll es darum gehen, den „taubstummen Geist“ zu vertreiben, der die Prophetie angeblich blockiert. 

Kraftvoll soll es bei der Veranstaltung zugehen und ein „Durchbruch“ erreicht werden – der Begriff ist ein typisches charismatisches Zauberwort (ähnlich wie „Heilung und Befreiung“). Die Referenten werden wörtlich als „Haudegen“ vorgestellt.

Grundsätzlich heißt es, das „Evangelium der Erlösung“, das die Reformation vor 500 Jahren gebracht habe (vorher gab es also keines?), werde „nun wohl das Evangelium des Reiches Gottes kommen, von dem Jesus die ganze Zeit gesprochen hat.“

Dabei wird nicht beachtet, daß Christus damals verkündet hat, das Reich Gottes „ist mitten unter euch“ – es war nämlich mit seiner göttlichen Person bereits gegenwärtig.

Die Vollendung des Gottesreiches werden wir in dieser unvollkommenen Welt sowieso nicht erleben, denn sie ist dem Himmel vorbehalten: der ewigen Gemeinschaft mit Gott.

Sodann ist die Rede davon, was nun nach 500 Jahren Reformation kommen muss, damit die angekündigte Wiederherstellung aller Dinge erfüllt werden kann“.

Auch hier wird der Eindruck erweckt, als gäbe es hienieden eine „Wiederherstellung aller Dinge“ – wie soll das denn mit unserem   – von der Erbsünde belasteten –  Menschsein erfolgen?

Ebenso verstiegen wir diese Vorstellungen sind auch die Erwartungen für die Bewegen18-Konferenz (wie man an Gott „ran kommt“):

„An dem Wochenende werden wir einige Schritte näher an unserem Herrn und König ran kommen. Dazu wirst Du einige Geheimisse entschlüsselt sehen, die schon immer in deiner Bibel standen, aber plötzlich öffnet sie der Heilige Geist.“

Es geht hier typisch pfingstlerisch um Prophetengabe, enthüllte „Geheimnisse“ und plötzliche „Salbungen“ mit dem „Heiligen Geist“, um euphorische Gefühle, enthusiastische Lobpreismusik, außergewöhnliche „Charismen“, um aufgeputschte Emotionen und „Durchbruchs“-Erfahrungen.

Nüchtern wirkende Begriffe wie Nachfolge Christi, Heiligung im Alltag, Einhaltung der Gebote, Jüngerschaft durch Kreuztragen („Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, kann nicht mein Jünger sein“) sucht man in dieser rein erlebnisorientierten „Frömmigkeit“ vergebens.   

Im Grunde möchte man sich gerne am Kreuz vorbeimogeln und auf direktem Wege zur „Herrlichkeit“ gelangen  – obwohl wir auf Erden „im Glauben und nicht im Schauen wandeln“, wie Paulus bezeugt.