Werden laut Bibel alle Gläubigen geheilt?

Von Felizitas Küble

Am 24. Juni 2019 veröffentlichte das charismatisch orientierte Nachrichtenportal „Kath.net“ ein Interview mit dem evangelischen Heilungsprediger Chris Gore; er ist leitender Pastor der pfingstlerischen Bethel-Gemeinde in Kalifornien: http://www.kath.net/news/68336

In dem Gespräch geht es  – typisch für dieses schwarmgeistige Spektrum – natürlich darum, daß es angeblich eine göttliche Verheißung sei, alle Kranken zu heilen.

Prediger Gore versteigt sich dabei zu der Behauptung, fehlende Heilungen lägen u.a. an einer „schlechten Theologie“ – und er schildert dann, was er damit meint:

„Wir beten als Christen Gebete wie „Gott, wenn es dein Wille ist, dass sie geheilt wird…“

Schlechte Theologie?

Im Vaterunser hören wir es aber anders  – und das Gebet des HERRN ist mit Sicherheit eine gute Theologie: „Dein Wille geschehe!“

Als Christus auf dem Ölberg vor seinem Leidensweg stand, betete er: „Vater, laß diesen Kelch an mir vorübergehen, aber nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“

Doch Bethel-Pastor Gore pflegt seine eigene Bibelkunde und kontert wie folgt: „In Jakobus 5,15 heißt es, dass das gläubige Gebet den Kranken retten und der Herr ihn aufrichten wird.“

Mit dieser Stelle aus dem NT begründet übrigens die katholische Kirche das Sakrament der Krankensalbung.

Allerdings bedeutet „aufrichten“ keineswegs automatisch eine körperliche Heilung, vielmehr geht es vor allem um das Heil der Seele, um die helfende Gnade Gottes für den Leidenden, damit er seine Krankheit im Hinblick auf das Kreuz Christi besser ertragen kann.

Bei dem Wort „retten“ steht  aus biblischer Sicht erst recht nicht die äußere Genesung im Mittelpunkt, sondern die Rettung der Seele.

Sodann erzählt der euphorische Pfingstprediger den Kath.net-Lesern folgendes: „Ich glaube also nicht, dass Gott im Himmel sitzt und entscheidet, wen er heilen wird und wen nicht. Im Wort Gottes heißt es, dass Jesus alle unsere Sünden und unsere Krankheiten auf sich genommen hat.“

Die alttestamentliche Messiasverheißung aus Jesaja 53 derart verstiegen auszulegen, als ob Gott damit die Heilung aller Krankheiten versprochen hätte, ist völlig unhaltbar.

Das wußten auch die Apostel sowie der Völkermissionar Paulus, die viele Menschen in der Kraft und Vollmacht Christi geheilt haben, aber beileibe nicht alle.

Paulus empfiehlt jedenfalls seinem Mitarbeiter Timotheus, er möge nicht nur Wasser, sondern auch „ein wenig Wein trinken um deines Magens willen und weil Du oft krank bist“ (1 Tim 5,23). Es handelt sich hier um einen vernünftigen Ratschlag, nicht um eine Wunderheilung.
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In 2 Tim 4,20 heißt es: „Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich in Milet krank zurück.
Paulus hat also einen Gläubigen krank zurückgelassen, ihn somit gerade nicht geheilt.
Als der Völkermissionar einst selber vom Leiden gezeichnet war (es wurde ihm, wie er schrieb, „ein Stachel ins Fleisch gestoßen“), flehte er den HERRN dreimal um Heilung an (2 Kor 12,1 ff):
.„ER aber antwortete mir: Laß Dir an meiner Gnade genügen; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.“
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DAS ist die wahrhaft christliche Haltung, wie sie uns das Vaterunser und Christi eigenes Beispiel lehrt: DEIN WILLE geschehe! – Laß Dir an meiner Gnade genügen!
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Mit anderen Worten: Natürlich kann der Allmächtige die Kranken heilen, aber wichtiger als „Heilung“ ist das HEIL und die Rettung, die uns in Christus geschenkt wurde.
 

„Wohlstandsevangelium“ pur: Pfingstlerischer Starprediger Duplantis will neuen Privatjet

Von Felizitas Küble

Im Protestantismus ist die seit über hundert Jahren aktive Pfingstbewegung weltweit im Wachsen begriffen, besonders in Lateinamerika und Afrika.

Die Charismatische Bewegung auf katholischer Seite entstand deutlich später, nämlich erst 1967, wobei sie erst in den letzten 30 Jahren an Bedeutung gewann, nicht zuletzt durch schwarmgeistige Tendenzen in und um den „Marienerscheinungsort“ Medjugorje (er ist kirchlich nicht anerkannt und vom zuständigen Bischof abgelehnt).

In der evangelischen Charismatik spielen hingegen „Starprediger“ seit jeher eine große Rolle, vor allem in den USA.

Viele von ihnen sind Vertreter des sogenannten „Wohlstandsevangeliums“, welches besagt, daß mit dem Heiligen Geist verbundene Menschen auch in irdischer Hinsicht und zumal im materiellen Bereich mit „Segnungen“ rechnen dürfen, ja diese „in Anspruch nehmen sollen“, weil es dem Willen Gottes entspreche und zudem der „Evangelisierung“ zugute komme.

BILD: Einer der Titel von Duplantis, der über ein Dutzend Bücher verfaßte 

Derzeit ist der US-amerikanische Pfingstprediger Jesse Duplantis in aller Medien-Munde. Auch dieser „Apostel der Freude“ (wie ihn Freunde gerne nennen) gehört zu den schwarmgeistigen Wohlstands-Evangelisten, was freilich in der Presse keine Zeitungszeile wert wäre, wenn er es jetzt nicht  –  selbst für charismatische Verhältnisse  –  ein bißchen zu bunt getrieben hätte:

Vorigen Monat forderte der 68-jährige Fernsehprediger seine Fans in einem Internetfilm zu Spenden auf, damit er sich ein neues Privatflugzeug leisten könne, wobei er Roß und Reiter nannte: Er wünscht einen Dassault Falcon 7X für 54 Millionen Dollar.

Der Star-Pfingstler erklärte, seine Organisation (Jesse Duplantis Ministries) habe bereits drei Privatjets bezahlt, die er für missionarisch motivierte Reise genutzt habe. Er fügte hinzu: „Ich glaube wirklich, wenn Jesus heute auf der Erde wäre, würde er nicht auf einem Esel reiten….Er wäre in einem Flugzeug und würde das Evangelium auf der ganzen Welt predigen.“

Wer besonders geisterleuchtet ist, ständig außergewöhnliche Gotteserfahrung erlebt und dem Allmächtigen gleichsam auf dem Schoß sitzt, kann offenbar andere Ansprüche anmelden als minderbegnadete Christgläubige. Eines der Duplantis-Werke (seine Bücher wurden in dreizehn Sprachen übersetzt) lautet auf deutsch: „Intensive Begegnung mit der Gottheit“.

Aufgrund ihres direkten „Drahts nach oben“ wissen charismatische Enthusiasten mehr als der Rest des Kirchenvolks. So verteidigten Duplantis und sein Mitsteiter Kenneth Copeland – ebenfalls ein bekannter Wortführer des „Wohlstandsevangeliums“  – im Jahre 2016 das Fliegen im Privatjet mit der „Begründung“, die üblichen Flugzeuge seien „voll von Dämonen“.

BILD: Das sogenannte „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance, „Hammersegen“) ist bei Versammlungen von Pfingstpredigern und „Heilungsdienstlern“ an der Tagesordnung

Es gibt zahlreiche weitere Prediger des „Wohlstandsevangeliums“, die untereinander meist eng vernetzt sind. So war Duplantis z.B. im Vorstand der Oral-Roberts-Universität, die ihm die Ehrendoktorwürde verlieh.

Neben Oral Roberts arbeitete er mit dem bereits erwähnten TV-Prediger Kenneth Copeland zusammen, zudem mit Benny Hin, einem weltweit bekannten Charismatiker. Über Hinns buchstäblich „um-werfende“ Aktivitäten (siehe Hammersegen: 2. Foto) hat unser CHRISTLICHES FORUM am 8.7.2011  und damit bereits kurz nach seiner Entstehung informiert: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/08/benny-hinn-der-charismatische-starprediger/

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Kerala (Indien): Erscheint „Maria“ in Edavanakkad mit Tiara und Jasminduft?

Von Felizitas Küble

Kerala ist ein Bundesstaat im südlichen Indien mit einem für dortige Verhältnisse überdurchschnittlich hohen Anteil von Christen. Zugleich ist bekannt, daß viele charismatische „Heilungspatres“, die seit Jahren durch Deutschland touren, aus Kerala stammen.

In dieser Region sorgten protestantische Pfingstprediger bereits in den 70er und 80er Jahren dafür, daß sich schwarmgeistige Strömungen auch in der katholischen Kirche Südindiens breitmachen.

Nun sorgt eine Pfarrgemeinde aus der Kleinstadt Edavanakkad in der Erzdiözese Verapoly für erhebliches Aufsehen, denn dort soll es vor einigen Wochen zu Erscheinungen von Jesus und Maria in der Kirche St. Ambrosius gekommen sein.

Unter den Schülern, die zur Schar der ersten „Seher“ gehören, befand sich allerdings nur ein einziges katholisches Mädchen; die meisten „betroffenen“ Kinder und Jugendlichen sind hinduistischen Glaubens.

Geistausgießung und Himmelsverheißung für Ungetaufte?

Das hinderte die vermeintliche „Madonna“ aber nicht daran, diesen Schülern anzukündigen, daß sie ihnen den Heiligen Geistes senden und sie in den Himmel führen werde.

Dergleichen paßt zwar bestens zu den bereits vorhandenen charismatischen Tendenzen in Kerala, nicht jedoch zur biblischen und katholischen Lehre, wonach der dreieinige Gott durch die TAUFE in die menschliche Seele einzieht und seine Gnadenschätze wirksam werden läßt.

Eine allgemeine Geistausgießung über Ungetauften bzw. Anhängern fremder Religionen ist daher theologischer Unsinn. Der Hinduismus ist zudem nicht einmal monotheistisch (= Ein-Gott-Glaube) orientiert, sondern beinhaltet einen fantasievollen Vielgötterkult.

Ähnliches gilt für die pauschale Verheißung der Erscheinung an die Visionäre, in den Himmel zu gelangen. Die Taufe ist auch in dieser Sicht regulär und objektiv das „Tor zum Leben“.

Soll die Bedeutung dieses Grundsakramentes und des spezifisch christlichen Glaubens geschmälert werden? Wird hier auf listige Weise einem gefährlichen Synkretismus (Religionsvermischung) Vorschub geleistet? Soll der Wahrheitsanspruch des Christentums unterschwellig und mittels „frommer“ Vorzeichen unterschlagen werden?

Theologisch unsinnige Vermischung von Attributen

Sodann heißt es in englischsprachigen kath. Agenturberichten (z.B. CNA, ETWN) weiter, die Marienerscheinung habe neben einem blauen Schal auch eine Tiara (dreifache Krone) auf ihrem Haupt getragen und somit eines der bekannten Symbole des Petrusamtes. (Die frühere Krönung der Päpste bis zu Paul VI. fand mit einer Tiara statt.)

Die Gottesmutter ist zweifellos die Königin der Apostel. Dennoch paßt eine Tiara als ein lange Zeit hindurch geläufiges (wenngleich nicht ursprüngliches) Amtszeichen des Papsttums nicht zu ihr, da sie keine Nachfolgerin des Apostels Petrus bzw. keine „Päpstin“ ist.

Zwischen persönlicher Heiligkeit auf der einen Seite und einer „amtlichen“ Aufgabe bzw. Sendung auf der anderen Seite sollte stets unterschieden werden.

Wie so häufig bei irrgeistigen Geschehnissen, ist auch diese Erscheinung von sinnlich-erfahrbaren Phänomenen begleitet, in diesem Fall dem Duft von Jasminblüten. Als ob der Himmel dergleichen zu seiner „Beglaubigung“ nötig hätte!

Natürlich nehmen die zuständigen kirchlichen Stellen  – wie in solchen Fällen üblich  – zunächst eine „abwartende“ Haltung ein.

Die erste „Seherin“ war ein Hindu-Mädchen

Die Erscheinungen sollen am 28. September begonnen haben, als eine Hindu-Schülerin in die kath. Kirche ging, um für ihr Ohrproblem zu beten und Weihwasser zu nehmen. Später erzählte sie, daß ihr dies sofort geholfen habe. Daraufhin sei das Mädchen mit weiteren Schulkameraden (darunter ein einziges katholisches Kind) in das Gotteshaus gegangen, um zu danken und zu beten, worauf sie eine Vision vom gegeißelten Christus erlebt haben wollen.

Als eine Lehrerin dazukam, schilderten die „Seher/innen“ ihr eine Erscheinung der seligen Jungfrau, die „unter dem Altar“ gestanden habe und für den Duft von Jasminblüten sorgte.

Hier erhebt sich die Frage, warum die angebliche „Madonna“ sich denn unter dem Altar (vermutlich ein Hochaltar) präsentiert. Erst trägt sie eine Tiara als Zeichen des Papsttums, nun erhält der Altar als Sinnbild des Priestertums eine zentrale Bedeutung in diesen theologisch geradezu abenteuerlichen Visionen.

Die Gottesmutter ist die größte aller Heiligen, aber weder eine geweihte bzw. amtliche Priesterin noch Päpstin. (Natürlich nimmt sie innerhalb des Laienpriestertums eine bevorzugte Stellung ein – aber das steht auf einem anderen Blatt.)

Wie der Schüler Aquenas Jomon berichtet, habe Maria ihm gesagt, dass seine Mutter geheilt werde und dass die Schulden seiner Familie verschwinden. Zudem erklärte er: „Als ich sie das erste Mal sah, musste ich weinen.“  –  Und warum weinte der Junge denn?  – Ist es zudem die Aufgabe einer Marienerscheinung, irdische Wohltaten („Schulden verschwinden“) auszuteilen? Sollte es dabei nicht gut biblisch „zuerst um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit“ gehen???

Eine anhängliche Maria fleht die Schulkinder an?

Die anwesenden Erwachsenen konnten von der Erscheinung ohnehin nichts sehen. Als ein Lehrer die Kinder aus der Kirche führte, soll ihnen „Maria“ laut Angaben der Mädchen gefolgt sein und sie „angefleht“ haben, nicht zu gehen. 

Als ob sich die wahre Gottesmutter derart aufdringlich bis lächerlich präsentieren würde!

Am 3. Oktober versammelte sich bereits eine große Menschenmenge in der Kirche. Der Pilgerstrom wuchs täglich an, auch Hindus kamen in großer Schar.

CNA berichtet dazu folgendes:Ein Priester forderte die Kinder auf, den genauen Punkt anzugeben. Die Gemeinde sah ein helles Licht und der Priester sagte, dass er fühlte, wie jemand seinen Kopf tätschelte.“

Zu solchen „Kindereien“ erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

Quellen u.a.: http://indianexpress.com/article/india/hundreds-flock-to-kerala-church-after-children-report-seeing-mother-mary-4895237/lite/
https://www.catholicnewsagency.com/news/in-india-schoolkids-say-virgin-mary-appeared-amid-scent-of-jasmine-73012


USA: Charismatischer Starprediger Bob Fraser kommt nach Augsburg

Schwarmgeistige „Mehr-Konferenz“ Anfang Januar 2014

Der frühere Geschäftsmann und heutige Leiter der charismatischen Initiative „Joseph International“, Bob (Robert) Fraser, kommt Anfang Januar 2014 nach Augsburg:

Das dortige ökumenische „Gebetshaus“ lädt ihn wieder zur mehrtägigen „Mehr-Konferenz“ ein; Fraser war bereits bei der diesjährigen Mehr-Konferenz im Januar 2013 als umjubelter Gastredner präsent.  

Kirche in Augsburg

Augsburg: evang. und kath. Kirche

Das Gebetshaus ist eigenen Angaben zufolge aus der „Katholischen Charismatischen Erneuerung“ hervorgegangen.

Indessen sind dort ca. die Hälfte der festen Mitarbeiter evangelisch (meist freikirchlich-pfingstlerisch) bzw. sie erwähnen keine Konfession.

Der viel in der Welt herumreisende Prediger Fraser vertritt alles andere als katholische Standpunkte; seine Ausrichtung ist eindeutig protestantisch-pfingstlerisch.

Auf seiner hauseigenen Internetpräsenz findet sich in der Rubrik „Über uns“ (About us) natürlich auch einiges theologisch Richtige, was aber für fromm-christliche Verbände ohnehin selbstverständlich ist, etwa der Glaube an den dreieinigen Gott, die Gottheit Christi, die jungfräuliche Empfängnis des Erlösers, die Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift usw. 

In diesen Punkten waren und sind sich ernsthafte Christen unterschiedlicher Konfession immer schon einig.

Typisch protestantisch heißt es dann aber, daß allein der Glaube selig mache, wobei ausdrücklich betont wird: „No ordinance, ritual, work or any other activity on the part of man is required or accepted in order to be saved.“  –  Das bedeutet demnach: Kein (moralisches) Gesetz, kein (religiöses) Ritual, kein (gutes) Werk oder andere Tätigkeiten sind seitens des Menschen nötig, um für das ewige Heil gerettet zu werden.

Also auch keine Taufe?  –  Dabei lehrt Christus eindeutig die Heilsnotwendigkeit der Taufe!  –  Überdies ist das Einhalten der göttlichen Gebote sehr wohl neben dem Glauben eine Voraussetzung für das ewige Heil, wie nicht allein der Jakobusbrief erwähnt, sondern auch Paulus, Johannes und vor allem der HERR selbst mehrfach und eindringlich.

In typisch schwarmgeistiger Mentalität wird die sakramentale Taufe abgestuft, während gleichzeitig eine sog. „Geist-Taufe“ gelehrt wird: „We believe that the Lord Jesus Christ baptizes believers in the Holy Spirit, in whom we are also sealed for the day of redemption.“   

Hier wird also eine Heilig-Geist-„Taufe“ samt einer „Versiegelung“ für den „Tag der Erlösung“ gelehrt, womit vermutlich das Jüngste Gericht gemeint ist.PAX

Sodann heißt es dort: „We also believe that signs and wonders, as well as all the gifts of the Spirit described in the New Testament, are operative today and are designed to testify to the presence of the kingdom and to empower and edify the Church to fulfill its calling and mission.“ 

Hier werden die in Charismatikerkreisen so hochgeschätzten „Zeichen und Wunder“ erwähnt, welche angeblich die Gegenwart des Gottesreiches bezeugen und die Kirche erbauen. 

Obwohl die Heilige Schrift anderes lehrt, verkündet Bob Fraser eine absolute Heilsgewißheit für alle Christen: „We believe that when Christians die, they pass immediately into the blessed presence of Christ.“

Es wird demnach behauptet, daß alle Christen nach ihrem Tod mit der Gegenwart Christi gesegnet werden, also in den Himmel kommen. Danach ist davon die Rede, daß die Ungläubigen in die Hölle kommen. (Für Gläubige, die massiv gegen göttliche Gebote verstoßen und unbußfertig sterben, gilt die ewige Verlorenheit also offenbar nicht, was jedoch unbiblisch ist.)

Weiter heißt es, Taufe und Abendmahl seien zwar als Anordnungen der Kirche „zu beachten“, aber sie seien kein Mittel des Heils„.  –  Somit wird ausdrücklich die Heilsnotwendigkeit der Taufe bestritten. 

Typisch schwarmgeistig ist die Erwartung glorreicher kommender Zeiten für die gläubige Schar. Die Kirche werde in der Endzeit „in großer Macht zum Sieg gelangen“.

Die Endzeit bringe eine große „Ernte von Seelen“ und die Ausbreitung einer „siegreichen“ Kirche; diese werde eine „beispiellose Einheit, Reinheit und Macht des Heiligen Geistes erleben“ etc. (Original-Zitate siehe dort.) Charismatische Großveranstaltung

Diese euphorische Vorstellung einer weltweiten Erweckung und triumphalistischen Christenheit vor der Wiederkunft des HERRN ist ein entscheidender Irrtum in der Charismatik.

In Wirklichkeit haben sowohl Christus wie Paulus für die Endzeit das genaue Gegenteil angekündet, nämlich einen allgemeinen Glaubensabfall bzw. vielfache Verwirrung und Verführung durch falsche Zeichen und Wunder innerhalb der Christenheit (wobei gerade gewisse Fehlentwicklungen in der Charismatik hierzu beitragen).

Bezeichnend für die Pfingstbewegung, in der Frauen eine große Rolle spielen und ohnehin die Mehrheit der Anhänger bildet, ist auch die folgende Aussage: „We believe that women, no less than men, are called and gifted to proclaim the gospel and do all the works of the kingdom.“  

Obwohl Christus in seinen Apostelkreis keine Frauen berufen hat, schreibt Fraser, daß Frauen nicht weniger als Männer dazu berufen seien, das Evangelium zu verkünden und in allen Tätigkeiten des Reiches Gottes zu wirken  –  in „allen“?

Natürlich sollen Frauen als „Laienmissionarinnen“ ebenso aktiv sein wie Männer, zumal Frauen zur Jüngerschar Jesu und zum Mitarbeiterkreis der Apostel gehörten. Doch das Apostelamt selbst bzw. die sakramentale Priesterweihe hat Christus den Männern vorbehalten. Es gab auch im Alten Bund keine Priesterinnen  –  aber sowohl im AT wie im NT mehr als genug Aufgaben für die Frau im Laienapostolat.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

ERGÄNZENDER ARTIKEL über die MEHR-Konferenz hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/elsen-arne-gebetsheiler/


Kongo: „Hexenkinder“durch heidnische Magie und pfingstlerische Sekten bedroht

Weil sie „vom Teufel“ oder „von bösen Geistern“ besessen sein sollen, werden sie verstoßen und misshandelt: die so genannten „Hexenkinder“ in verschiedenen Ländern Afrikas, die meist als Straßenkinder ohne Hab und Gut ein trauriges Dasein fristen.

Ausgerechnet das bitterarme Kongo steuert nun wirksam gegen diesen gefhrlichen Trend.

Hier entstanden in den vergangenen Monaten unter Mithilfe von Ordensleuten und Hilfsorganisationen verschiedene Jugendgerichte zum Schutz dieser Kinder und zur Bestrafung von Tätern.

Viele der Hexerei beschuldigte Kinder landen auf der Straße, wenn ein Familienangehöriger an den Folgen von Aids stirbt, die Großfamilie Probleme bekommt oder in ein plötzliches Unglück stürzt.

Im Kongo ist heidnischer Aberglaube (u.a. Voodoo) noch weit verbreitet; beim Phänomen der „Hexenkinder“ gehen alte magische Vorstellungen Hand in Hand mit dem Sektenunwesen aus der ultra-charismatischen Szene:

Oft sind es marktschreierische Prediger von Pfingstkirchen, die diese Kinder als „besessen“ abstempeln und danach  erschreckende „Exorzismen“ organisieren, um ihnen „den Teufel auszutreiben“.

Der italienische Pater Mauro Cecchinato vom Don Guanello-Werk hat in seinem Zentrum für Straßenkinder in Kinshasa viel mit Opfern von Aberglauben zu tun.

Beim Problem der „Hexenkinder“ gössen allerdings keine Voodoo-Priester Öl ins Feuer, sondern vielmehr selbsternannte Freikirchen-Sekten:  „Die größten Probleme sind klarerweise jene,  die mit Gewalt gegenüber diesen Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Insbesondere Gewalt im Zusammenhang mit Sekten, die sich im gesamten Territorium des Kongo ausgebreitet haben, vor allem in Kinshasa.“

Quelle: Radio Vatikan



Benny Hinn – der charismatische Starprediger

„Hin zu Hinn  – und du bist hin!“

Einer der bekanntesten amerikanischen „Fernseh-Evangelisten“ und „Heilungsprediger“ ist Benny Hinn. Daran vermochte auch die von seiner Frau eingereichte Scheidung nichts zu ändern, ebenso wenig die in manchen Medien geäußerte Kritik an seinem luxuriösen Lebensstil.

Der 1952 in Jaffa (Israel) als Sohn christlicher Palästinenser geborene Benny (Benediktus) neigt zu Übertreibungen und Schaumschlägerei, ganz zu schweigen von seinen zahlreichen „prophetischen“ Ankündigungen, die nicht eintrafen. Auch seine Behauptung, sein Vater sei Bürgermeister von Jaffa gewesen, erwies sich als unzutreffend.

Hinn ist Pastor des 1983 gegründeten „Orlando Christian Center“ in Florida (USA).  Sein Lebenslauf ist geprägt von angeblichen übernatürlichen Erlebnissen, die schon mit 11 Jahren begonnen haben sollen (Jesus-Vision).

Seine pfingstlerische Orientierung bzw. „Zurüstung mit Kraft“ erhielt er Anfang der 70er Jahre von der prominenten Charismatikerin Kathryn Kuhlmann, die vor allem in den 70er Jahren viel von sich reden machte und große Hallen füllte.

Der evang. Autor Kurt Quadflieg schreibt in seinem Buch „Und sie werden viele verführen“ ausführlich und kritisch über Benny Hinns „Evangelisation“  –  so etwa auf S. 20 Folgendes:

„Die überaus spektakuläre und betont nur auf Effekthascherei ausgerichtete Hinn-Veranstaltung in Basel kommt selbst in der von „Benny-Hinn-Media“ in Auftrag gegebene Video-Kasette unverkennbar zum Ausdruck, was bei jedem bibelkundigen Betrachter unweigerlich einen erschreckenden Eindruck hinterlassen muß.

In immer stärkerem Maße auf diesen sonderbaren Wunderheiler aus Amerika aufmerksam geworden, erhob eine Zeitung die nicht unangebrachte Frage: „Mann Gottes oder Scharlatan?“

Als was von beiden er sich längst entpuppt hatte, beantwortete Hinn selbst im Interview mit der US-Publikation „Charisma und Christian Life“. Darauf angesprochen, daß seine Theologie scharf kritisiert wurde, weil er Irrlehren verbreitet habe, gab Hinn zu, „einige Sachen gelehrt zu haben, die falsch waren“.

Auf den Vorwurf, er habe u. a. gelehrt, daß Christen „kleine Götter“ seien  – oder das Volk Gottes dürfen nie solche glaubenszerstörenden Worte wie „Wenn es Dein Wille ist, Herr…“ aussprechen, entgegnete er verlegen, er habe nicht genug Zeit gehabt, „diese Sache zu prüfen“.

Stark angekreidet wurde ihm von dem Interviewer auch, daß seine Auftritte theatralisch wirken, er die Menschen „mit Salbung anblase“, mit den Armen rudere und seinen Mangel auf die Leute werfen.

Hinn entgegnete: „Es gibt da einen Druck, daß etwas passieren  muß auf der Bühne, wenn man einen Heilungsdienst hat. Die Leute wollen etwas sehen und da entgleiten mir manchmal die Dinge.“

Ähnlich wie bei seinem Star-Kollegen Reinhard Bonnke (siehe unser Artikel „Reinhard Bonnke  – ein „Mähdrescher Gottes?“), mit der er mehrfach gemeinsam enthusiastische „Feuer-Konferenzen“ durchführte, kippen auch ekstatische Anhänger von Hinn zu tausenden (!) nach hinten hin, fallen tranceartig auf den Rücken   – ein sonderbares, von Charismatikern gerne als „Ruhen im Geist“ gelobtes Phänomen, von Kritikern hingegen als „Hammersegen“ bezeichnet.

„Hin zum Hinn und du bist hin!“

Die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“ vom 26.8.2000 spottete folgendermaßen über eine große „Heilungsshow“ des Starpredigers Hinn:

„Unheilbar Kranke versammeln sich am Bühnenrand. Und Benny ist gut drauf: „Alle werdet ihr geheilt!“… Eine aidskranke Mutter mit zwei Söhnen. Benny redet auf alle ein, greift dann der Frau an die Stirn und keift: „Der Teufel der Krankheit soll weichen!“  – Schon liegt Muttchen flach….

Der Abend ist noch lang, steigerungsfähig sind wir doch alle. Und dann fallen sie, erst noch einzeln, dann gruppenweise und schließlich, einmal im Rausch, ist es schwer, wieder aufzuhören…

Tausende erheben sich, Benny pustet, wedelt und schon sitzen bzw liegen sie wieder. Auf die einfache Faustformel gebracht: Hin zum Hinn und du bist hin!“

Diese Spöttelei der weltlichen Zeitung (die natürlich von den spirituellen Hintergründen nichts weiß)  ist einerseits berechtigt, andererseits ist die Sache leider zu ernst, um sie durch den Kakao zu ziehen, denn viele Menschen nehmen Schaden an ihrer Seele durch solche irrgeistige Bewegungen. Deshalb dürfen wir sie nicht verharmlosen oder bloß veralbern, sondern sollten Gläubige vor derartigen (un)geistlichen Gefahren warnen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster
Mail-Kontakt: felizitas.kueble@web.de