Eindrucksvolles und glaubensstarkes Musical in Köln über die heilige Ursula

Von Felizitas Küble

Am Samstag, dem 21. Oktober, erlebte ich  – gemeinsam mit meiner Freundin Cordula Mohr –  in der Christ-Königs-Kirche von Köln-Longerich das eindrucksvolle Musical „Die heilige Ursula“. An diesem Tag ist zugleich das Gedenkfest dieser Märtyrerin und ihrer Begleiterinnen.

Am heutigen Sonntag wird der Namenstag der hl. Cordula gefeiert, die ebenfalls zu den gläubigen Jungfrauen der hl. Ursula gehört. Auch sie spielte in diesem Jugend-Musical eine bedeutsame Rolle.

Die Jungen und Mädchen aus den Jugendchören zweier Kölner Pfarreien waren sehr engagiert bei der Sache, begleitet von einer Musikkapelle mit Posaune, Trompete, Gitarre, Saxophon usw.

Einige Schüler/innen waren bei einem Teil des Musicals als Solo-Sänger aktiv, was ebenfalls stimmlich und inhaltlich sehr gelungen war.

Der deutsche Text des Singstücks, das etwa eine Stunde lang in Anspruch nahm, zeichnete den Lebens- und Pilgerweg der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen glaubenstief und eindringlich nach.

Die Schar ging im 4. Jahrhundert den beschwerlichen Weg über die Alpen, ließ sich in Rom taufen und kehrte nach Köln zurück. Dort starben die christlichen Jungfrauen den Märtyrertod durch die heidnischen Hunnen.

Die starke Liebe der Frauen und Mädchen zu Christus, der unerschütterliche, todesmutige Glaube an seine Botschaft und sein erlösendes Wirken kommt in dem Musical deutlich und teils sogar ergreifend zum Tragen. 

Die Leistung der beiden Chöre, der Solo-Slänger/innen und der Musikgruppe unter Leitung von Maria Bennemann und Thomas Gebhardt war beachtlich.

Um die Aufführung – die übrigens kostenlos war  –  nicht zu stören, habe ich keinen Blitz verwendet, so daß die beiden Bilder nicht so scharf geworden sind, wie man es sich wünschen würde.

Aber sie werfen immerhin ein Streiflicht auf das lobenswerte Musical und seine Mitspieler.

 

 


Ökumenische Pilgerreise mit Bischof Damian zur Koptischen Kirche in Ägypten

Von Christian Hohmann

„Einfachheit und Schönheit gehen gut zusammen“, betont Bischof Anba Thomas, als er uns durch das Anaphora-Zentrum der Koptischen Kirche führt. Es liegt an der Autobahn, die von Kairo nach Alexandrien führt und in unmittelbarer Nähe zum Wadi Natrun mit seinen berühmten Wüstenklöstern liegt.

Anaphora besticht durch seine Einfachheit und Schönheit. Eine blühende Oase und ein Tagungszentrum mitten in der Wüste. Neben einem Bibeldorf und einem Zentrum für traumatisierte Mädchen und junge Frauen  gibt es hier ein berufsbildendes Ausbildungszentrum und Öko-Landwirtschaft. Freiwillige aus der ganzen Welt arbeiten hier mit Menschen zusammen, die aus der ärmsten Region Ägyptens, aus Oberägypten, stammen.

Dort liegt das Bistum von Bischof Thomas. Es sind vor allem junge Frauen und einige Männer, die hier eine Ausbildung absolvieren, um dadurch ihren Familien helfen zu können.

„Hinter jedem Mädchen steht eine Geschichte“, sagt Bischof Thomas leise und fährt fort: „In jedem Menschen sollten wir Gottes Schönheit entdecken und mit diesem Bewusstsein andere Menschen aufrichten. Wir bilden auch Führungskräfte aus, um unsere Gesellschaft zu verändern.“

Ägypten leidet unter Armut, Analphabetismus und unter einer hohen Arbeitslosigkeit, wozu auch der deutliche Einbruch des Tourismus beigetragen hat. Die zahlreichen und großzügig angelegten Ferienanlagen am Golf von Suez, die wir auf dem Weg zum St. Pauluskloster sehen, stehen weithin leer. Trotzdem wird eifrig weitergebaut in der Hoffnung, demnächst Touristen aus China und aus Russland zu gewinnen.

Das St. Paulus-Kloster am Roten Meer gilt als das älteste christliche Kloster überhaupt und geht zurück auf Paulus von Theben, der als erster Wüsten-Eremit im 4. Jahrhundert hier 90 Jahre lang gelebt hat und im Pauluskloster auch begraben ist.

Hier feiern wir – eine ökumenische Pilgergruppe – zusammen mit Bischof Anba Damian einen koptischen Gottesdienst in einer der vier alten Kirchen des Klosters. Sehr herzlich werden wir vom Abt des Klosters, Bischof Anba Daniel, zu einem einfachen Mittagessen in ein Pilgerhaus auf dem Klostergelände eingeladen.

Zur Zeit ist Fastenzeit. Daher ist es eine große Ausnahme, dass wir als Pilgergruppe im Kloster nicht nur begrüßt, sondern auch bewirtet werden. Bischof Daniel beherbergt in diesem Pilgerzentrum vor allem ältere Menschen und Menschen mit wenig Einkommen, um ihnen eine Möglichkeit zu bieten, Erholung und seelische Stärkung zu finden.

„Unsere Klöster sind die Lunge der koptischen Kirche“, betont Bischof Damian. Sie sind geistliche Zentren, die nicht nur von Pilgergruppen regelmäßig aufgesucht werden, sondern in den letzten Jahren einen enormen Zulauf zu verzeichnen haben.

In den vier Klöstern im Wadi Natrun gibt es jeweils mehr als 100 Mönche. In der Regel müssen die Mönche, bevor sie überhaupt ins Kloster eintreten können, einen Beruf erlernt oder ein Studium abgeschlossen haben.

In der Nähe des Paulus-Klosters befindet sich das Antonius-Kloster, das älteste dauerhaft bewohnte christlichen Kloster – ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert. Dort zeigt uns Bischof Anba Youstos, der als Abt dem Antoniuskloster vorsteht, eine große Solaranlage außerhalb der Klostermauern. Damit können sie zwei Drittel des Energiebedarfes im Kloster decken. Eine Wasserquelle innerhalb der Klosteranlage trägt dazu bei, dass die Mönche ihren täglichen Bedarf an Trinkwasser zur Verfügung haben und nur wenig Wasser zusätzlich mit Hilfe von Tankwagen für die Bewässerung im Bereich der klostereigenen Landwirtschaft heranholen müssen.

Ohne Sicherheitsbegleitung ist eine solche Pilgerreise zur Koptisch-Orthodoxen Kirche in Ägypten zur Zeit noch nicht möglich. Auf dem Weg zurück nach Kairo werden wir von zwei Sicherheitsfahrzeugen begleitet.

Im koptischen Viertel von Kairo (Alt-Kairo) empfangen uns die Schwestern des St. Georgs-Klosters mit Obst und Gebäck. Jede Woche versorgen sie Menschen, die unter Armut leiden, mit Kleidung, Essen und medizinischer Hilfe. Ihr Kloster untersteht direkt der Aufsicht des koptischen Patriarchen, Papst Tawadros II., der seinen Sitz gegenüber der St. Markus-Kathedrale in Kairo hat.

Ein besonderer Moment ist die Audienz bei Papst Tawadros. Das Gruppenbild für die Pressestelle des Patriarchats arrangiert der Papst selber. Unserer Gruppe gegenüber betont er das ökumenische Miteinander der Christen heute. Dass während unseres Aufenthalts koptische Christen, darunter auch ein Priester und Kinder auf der Sinaihalbinsel von IS-Terroristen ermordet worden sind, erwähnt er nicht.

Wie bedroht koptische Christen in Ägypten sind, sehen wir in der Kirche St. Peter und Paul, die sich direkt neben der St. Markus-Kathedrale befindet. Die heftigen Auswirkungen des Anschlags vom 11. Dezember 2016 sind noch zu sehen. Neue Holztüren wurden inzwischen eingesetzt, auch das Dach, das durch die Druckwelle nach oben weg geflogen war, ist erneuert worden. Damals starben 29 Menschen durch die Tat dieses Selbstmordattentäters.

Wir erfahren, dass er sich einen Tag zuvor erkundigt hatte, wann in der St. Georgs-Kirche Gottesdienst gefeiert wird mit dem Hinweis darauf, dass er am Christentum interessiert sei. Gemeinsam beten wir für die Opfer und ihre Angehörigen und für die große Zahl der verletzten Menschen. Doch die sich derzeit vollziehende Flucht koptischer Christen aus dem Sinai zeigt, dass die Lage für die Christen in Ägypten sehr  besorgniserregend ist und sie immer wieder bedroht werden.

Christian Hohmann ist Regionalpfarrer des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe

Foto: C. Hohmann  –  Gemälde: Evita Gründler


Kreuzablegung an der Klagemauer: Israel weist Äußerungen des EKD-Chefs zurück

Wie die Webzeitschrift „Israel-Netz“ berichtet, wurden Kardinal Reinhard Marx und EKD-Chef Heinrich Bedford-Strohm bei ihrer Pilgerreise ins Heilige Land keineswegs von israelischen Sicherheitskräften darum gebeten, ihr Amtskreuz während des Besuches an der Westmauer bzw. der sog. „Klagemauer“ (siehe Foto) abzunehmen.   

Mitte Oktober 2016 hatten Kardinal Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sowie Bischof Bedford-Strohm als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) den Tempelberg sowie die Klagemauer in Jerusalem besucht.

BILD: Bezirk der Klagemauer in Jerusalem (Foto: israel. Tourismusministerium)

Laut Internetseite „evangelisch.de“ erklärte Heinrich Bedford-Strohm, die ökumenische Delegation sei nicht allein von muslimischer, sondern auch von jüdischer Seite aufgefordert haben, ihre Kreuze abzunehmen, um „angesichts der angespannten Lage in der Jerusalem“ eine Provokation zu vermeiden.

Der israelische Militärsprecher Arye Sharuz Shalicar weist diese Behauptung hinsichtlich der israelischen Seite indes entschieden zurück. Er forderte die Bischöfe auf, es öffentlich zu machen, welcher Sicherheitsdienst dies angeblich von ihnen gefordert haben solle. Shalicar schreibt auf Facebook, er habe den Vorwurf überprüft und man sei „empört über diese Behauptung“.

Major Shalicar hält den Kirchenvertretern zudem grundsätzlich vor, daß sie ihre Amtskreuze abgenommen haben. Es sei „fraglich genug“, so schreibt er in einem Offenen Brief an die beiden Würdenträger, „warum Sie vor den radikal-arabisch-muslimischen Gastgebern auf dem Felsendom eingeknickt sind“. Noch mehr empöre ihn jedoch die Behauptung, ähnliche Aufforderungen seien von jüdischen Gastgebern geäußert worden. israeltag2

Unterdessen bestreitet EKD-Pressesprecher Carsten Splitt laut „Israel-Netz“, Kardinal Marx oder Bedform-Strohm hätten jene Behauptung hinsichtlich der israelischen „Sicherheitskräfte“ überhaupt geäußert. Offenbar besteht er aber darauf, daß eine entsprechende Aufforderung seitens „jüdischer Gastgeber“ erfolgt sei.

Auf der Webseite „evangelisch.de“  –  immerhin das amtliche Internetportal der EKD –  liest sich das hinsichtlich Bedford-Strohms Aussage folgendermaßen:

„Er kritisierte auch die mediale Berichterstattung, in der nicht erwähnt wurde, dass er das Kreuz auch an der Klagemauer nicht getragen hatte. „Man inszeniert einen Kulturkampf mit dieser Sache, um zu zeigen, der Islam sei intolerant. Warum wird nicht gleichzeitig darauf hingewiesen, dass wir bei beiden Religionen, die wir besucht haben, von den Betreuenden gebeten wurden, das Kreuz nicht zu tragen, um nicht zu provozieren?“ kritisierte Bedford-Strohm.“

Quellen für die Zitate: http://www.israelnetz.com/gesellschaft/detailansicht/aktuell/israel-haben-bischoefe-nicht-um-abnahme-der-kreuze-gebeten-98239/
https://www.evangelisch.de/inhalte/140018/06-11-2016/bedford-strohm-kreuz-jerusalem-reinhard-marx
https://www.facebook.com/MajorAryeShalicar/

HINWEIS: Siehe zum Verhalten der beiden Kirchenvertreter die Stellungnahme des deutschjüdischen Historikers Michael Wolffsohn: https://charismatismus.wordpress.com/2016/11/09/prof-wolffsohn-kritisiert-kreuz-verzicht-von-kardinal-marx-und-bischof-bedford-strohm/


NEU im Web: Virtuelle Pilgerreise nach Jerusalem

Internetportal bietet Fotos und Videos der Heiligen Stadt

Jerusalem ist das Ziel vieler Wallfahrer aus aller Welt, aber nicht jeder hat Zeit und Geld, die Heilige Stadt zu besuchen. Christen haben jetzt die Möglichkeit, ihre heiligen Stätten auch virtuell zu bereisen.

Ein neues Internetportal mit dem Namen Jerusalem Experience bietet die Chance, durch Videos und Fotos möglichst viel von der Stadt zu sehen.

Eine echte Reise kann dieser Web-Besuch nicht ersetzen – aber vielleicht Erinnerungen wieder aufleben lassen oder Lust auf „mehr“ bereiten.

Zur Website geht es hier: http://bit.ly/JerusalemExperience

Quelle: Israelische Botschaft (Berlin)