Wallfahrten der kath. Vertriebenen 2016

Insel Birnau am Bodensee:materamabilis
Sonntag, 8. Mai 2016:  10.45 Uhr: Wallfahrt der Vertriebenen mit Pfr. Dr. Joachim Giela, Visitator für das Bistum Breslau

Die 24. Nepomukfeier in Ettlingen:
Freitag, 20. Mai 2016

„Mit dem heiligen Johann von Nepomuk über Brücken gehen“
19 Uhr Gottesdienst im Asamsaal, anschl. Statio vor dem Standbild des Heiligen mit Lichterschwimmen

20.5.  –  22.5.2016
„Wir bauen Brücken – Stavime mosty“: Partnerschaftstreffen mit Freunden der Diözese Pilsen in Ettlingen und Karlsruhe. Begegnung mit Jugendlichen der Jungen Aktion

 


Pilger aus dem Bistum Regensburg besuchen die tschechische Kulturhauptstadt Pilsen

Pilsen ist Kulturhauptstadt Europas –  und das Bistum Regensburg nimmt dies zum Anlaß, das Bistum Pilsen zu besuchen:

Die Bistumsfahrt findet am Samstag, den 25. April 2015, statt. Im vergangenen Jahr waren zahlreiche Gläubige aus Tschechien zum 99. Dt. Katholikentag nach Regensburg gekommen, der unter dem Leitwort „Mit Christus Brücken bauen“ stand. IMG_6501_1024_1_1024_1

So können Interessierte aus dem Bistum Regensburg 2015 die Begegnung weiterführen. Abgefahren wird ab 8 Uhr mit Bussen von den Sammelpunkten Straubing, Regensburg und Tirschenreuth, ein Zustieg ist gegen 8.30 Uhr in Cham, Schwandorf und Weiden möglich.

In Pilsen gibt es Dom- und Stadtführungen, die Möglichkeit zum Mittagessen und Zeit für einen Stadtbummel sowie um 16 Uhr einen Pontifikalgottesdienst mit den Bischöfen Frantisek Radkovsky und Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto).

Gegen 20 Uhr wird die Ankunft in den Abfahrtsorten sein. Die Kosten liegen bei 15 Euro pro Person. Für Schüler, Studenten, Auszubildende und Bedürftige gibt es eine Ermäßigung. Kinder bis zwölf Jahre sind kostenfrei.

Ausführliche Programmbeschreibung der Wallfahrt hier: http://www.bistum-regensburg.de/news/bistum-regensburg-besucht-kulturhauptstadt-pilsen-3658/

Infos zur Anmeldung möglichst bis 10. April gibt es unter Telefon 0941/597-1602, Fax 0941/597-1610, seelsorgeamt@bistum-regensburg.de

Anschrift: Bischöfliches Seelsorgeamt , „Pilsenfahrt 2015“, Obermünsterplatz 7 in 93047 Regensburg

Quelle (Text/Foto): Ordinariat Regensburg, Pressestelle

 


Bischof F. Radkovsky von Pilsen über die Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen

Von Michaela Koller

Das Motto des diesjährigen Katholikentags „Mit Christus Brücken bauen“ hat auch einen Blick auf die Kirche als Verbindungsglied zwischen Völkern erschlossen. dsc_3205_1024_1

Die Bistümer Regensburg und Pilsen sind seit der Zeit des heiligen Wolfgang vor 1000 Jahren eng historisch miteinander verknüpft.

Die katholische Journalistin Michaela Koller aus München befragte den Pilsener Bischof Frantisek Radkovsky (siehe Foto) nach seinen Vorstellungen vor allem hinsichtlich einer Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen:

Es gibt eine persönliche Brücke zwischen Ihnen und Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) von Regensburg?

Seine Mutter stammt aus unserer Diözese. Sie hat ihrem Sohn über den heiligen Wolfgang, Bischof von Regensburg, erzählt, der einen Zweig genommen hat, daraus ein Kreuz formte und sagte: Hier entsteht eine große Kirche.

Er spielte eine bedeutende Rolle bei der Christianisierung Böhmens. Das ist nur eine Brücke.

Eine weitere war sein großer Lehrer, der sudetendeutsche Kapuzinerpater Victricius Berndt. Ich kam in dessen Geburtsort in der Nähe von Karlsbad. Wir haben uns dann dort vor ungefähr 15 Jahren kennengelernt. Wir haben uns dann auch bei der Gründung der Spezialbibliothek des Instituts Papst Benedikt XVI. wiedergetroffen. borMedia1840101

Und dann kam zu meiner Überraschung seine Einladung zur Bischofsweihe nach Regensburg, wozu er mich als Mitkonsekrator ausgewählt hatte.

Deutsche und Tschechen habe einen langen Weg der Annäherung hinter sich. Was hat dazu beigetragen?

Nachbarn mit einer langen gemeinsamen Geschichte sind manchmal Freunde, manchmal Feinde. Im 19. Jahrhundert begann bereits die nationale Erneuerung unter den Tschechen. Ein Problem dabei war die Abgrenzung voneinander aufgrund von Sprache und Nationalität.

Aber besonders tragisch war das vorige Jahrhundert mit Nationalsozialismus, Krieg, anschließender Vertreibung der Deutschen und der Kommunismus. Das alles liegt auf unserer gemeinsamen Reise nun hinter uns. Gott sei Dank ist das vorbei.

Wichtig bei der Annäherung war die Einigung Europas. Durch das Streben nach Einheit ist Europa nun ein Kontinent des Friedens. Die Ukraine-Krise ist jetzt ein Prüfung.

Welche Erfahrung auf dem Weg der Versöhnung haben Sie gemacht?

Vor 25 Jahren war die Situation immer noch gespannt, weil die kommunistische Propaganda noch nachwirkte. Es ist immer so, dass sich Diktaturen immer ihre Berechtigung mit einer äußeren Gefahr begründen. Die Kommunisten schürten Angst vor den Sudetendeutschen, so war Versöhnung nicht möglich.

M. Koller

M. Koller

Ich wurde 1993 Bischof von Pilsen. Das Bistum in Westböhmen damals neu errichtet. Ich sah, dass es wichtig ist sich um die Beziehungen zwischen den Nationen zu bemühen wie zwischen Frankreich und Deutschland.

War diese Versöhnung ein Modell für Sie?

Ja, für mich und auch für andere. Ich kam damals als Bischof in die Kirche der Vertriebenenstadt Neutraubling und habe mich dort entschuldigt, dass wir wegen der kommunistischen Zeit mit der Aufarbeitung noch nicht so weit sind.

Der nächste Schritt dort war ein Freundschaftserklärung zwischen der Pfarrgemeinde dort und einer tschechischen Gemeinde. Zehn Jahre später erlebten wir mit EU-Beitritt Tschechiens eine richtige Wende.

Heute sehe ich in den Gemeinden an der Grenze, wie unproblematisch der Umgang ist. Die Kinder lernen jeweils in der Schule die Sprache der anderen. Diese Gebiete haben auf beiden Seiten aber durch die Vergangenheit sehr gelitten: demographisch, ökonomisch, kulturell und auch religiös.

Sind die Menschen dabei, völlig ihre christlichen Wurzeln zu vergessen?

Es gab immer in der Geschichte eine Pendelbewegung zwischen materieller und spiritueller Orientierung. Sie hatten unter dem atheistischen Druck den Glauben verloren und haben keine Verbindung mehr zu ihren Wurzeln.

Jetzt schlägt das Pendel zurück: Die Leute haben verstanden, dass Freiheit und Wohlstand allein nicht so viel nützen, um glücklicher zu werden. Sie suchen wieder spirituelle Orientierung.

Da die christliche Tradition unterbrochen wurde, versuchen sie alles: Buddhismus, Esoterik, Astrologie und Naturreligionen. Das ist für unsere Kirche eine große Herausforderung, den Menschen die wahre Quelle zu zeigen, die Jesus Christus ist, damit sie nicht aus jeder Pfütze trinken.

Quelle: http://www.vaticanista.info/  / Erstveröffentlichung in der kath. Zeitung „Die Tagespost“ / Bischofs-Fotos: Bistum Regensburg


Bischöfe brachten Christbaum aus dem Böhmischen Wald zu Papst Franziskus

Oberhirten von Regensburg und Pilsen gemeinsam in Rom

Am gestrigen Freitag nahm Bischof Rudolf Voderholzer an der offiziellen Übergabe des Christbaumes aus dem Böhmischen Wald in Rom teil. Auch eine Delegation von tschechischen Gästen war vertreten, darunter der Bischof von Pilsen, Frantisek Radkovsky. Das Bistum Regensburg pflegt seit vielen Jahren eine innige Freundschaft zu der Nachbardiözese. or131213133007_111560

Bereits am Morgen feierte der Regensburger Oberhirte mit Bischof Frantisek und den zahlreichen Gästen aus Waldmünchen und Tschechien einen Gottesdienst am Kathedra-Altar im Petersdom in Rom.

Danach folgte die Audienz bei Papst Franziskus für die gesamte Delegation aus Bayern und Tschechien. Die Schwarzen Panduren im Trenckverein Waldmünchen organisierten heuer nach 1984 zum zweiten Mal den Christbaum für den Petersplatz in Rom.

Das FOTO zeigt den Papst mit Bischof Voderholzer, Bischof Radkovsky sowie Mitgliedern der Delegation.

Quelle: Bistum Regensburg / Foto: KNA


Rudolf Voderholzer wurde heute zum Bischof von Regensburg geweiht – 4000 Gläubige folgten der Feier

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat am Samstagvormittag in einem bewegenden Pontifikalamt im Hohen Dom St. Peter in Regensburg Prof. Dr. Rudolf Voderholzer zum Bischof geweiht. 0013

Konsekratoren des 78. Oberhirten des Bistums Regensburg waren außerdem Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto), Präfekt der römischen Glaubenskongregation und Voderholzers direkter Amtsvorgänger.

Zudem  Bischof František Radkovský, Bischof von Regensburgs Partner-Bistum Pilsen, sodann Erzbischof Dr. R. Zollitsch, Vorsitzender der Dt. Bischofskonferenz  –  sowie zahlreiche Bischöfe aus Bayern und darüber hinaus, darunter der Trierer Bischof Stephan Ackermann sowie der Limburger Bischof Tebartz-van Elst.

0031Rund 4000 Gläubige, darunter 400 Priester, waren aus dem ganzen Bistum Regensburg, aber auch von Stätten des früheren Wirkens Voderholzers zum Pontifikalamt gekommen und folgten der Liturgie auch in den benachbarten Kirchen der Alten Kapelle, Niedermünster und St. Johann. Dorthin wurde der Gottesdienst auf Leinwände übertragen. Das Bayerische Fernsehen übertrug die gesamte Feier live.

Nuntius Erzbischof Dr. Périsset überbrachte die Ernennungsurkunde von Papst Benedikt, die der bisherige DiözesanadministratorDr. W. Gegenfurtner verlas.

Am 2. Juli 2012 hatte Papst Benedikt den Regensburger Bischof Gerhard L. Müller zum Präfekten der römischen Glaubenskongregation ernannt. Die Ernennung von Dr. Voderholzer zum Oberhirten von Regensburg erfolgte am 6. Dezember 2012. 0029

In seiner Predigt stellte Kardinal Marx die Frage, wie es heute angesichts vielfältiger Erwartungen und medialer Zuspitzungen noch möglich sei, Bischof und Apostel zu sein. „Das kann ER uns zumuten, weil ER uns sendet“, lautete seine Antwort. Von Christus her gelte es, den Menschen die Fülle des Lebens zu zeigen.

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller habe „stark und großartig“ in Regensburg gewirkt. Nun solle sein Nachfolger die Fußstapfen aufnehmen und seinen eigenen Weg gehen: „Gottes Segen Dir dazu, auf geht’s!“

In seinen Dankesworten sprach der neugeweihte Bischof:

„Wer seine Her‐Kunft in Christus sieht, der wird auch die Zu‐Kunft gestalten können. Mit dem Bischofsamt wird mir eine besondere Verantwortung für den Glauben anvertraut; nicht Asche zu hüten, sondern der Fackel des Glaubens eine Brücke in die Zukunft zu bauen, ein Feuer weiterzugeben, das in unseren Herzen brennt und uns zu leben hilft  –  darum geht es; den Glauben an den lebendigen Gott zu bezeugen, der uns in Jesus Christus als Menschenbruder nahe gekommen ist.“  0033

BRÜCKEN der Verständigung von Bayern  nach Böhmen

Mit Bezug zum Sudetenland sagte der Bischof weiter, der Glaube habe getragen, auch damals in schlimmen Zeiten, als die Brücken zwischen den Menschen und den Völkern niedergerissen wurden:

„Ohne das Zeugnis dieses auch in schweren Zeiten bewährten Glaubens stünde ich heute nicht hier. Dieser Glaube hat auch geholfen, neu Brücken zu bauen zwischen unseren Völkern.“

Zu Bischof František Radkovský von Pilsen gewandt, erklärte der neue Regensburger Oberhirte:

„Unsere Verbundenheit hat bereits eine lange persönliche Geschichte. Dass Sie mir heute die Hände aufgelegt haben, bewegt mich tief. Ich fühle mich heute an Ihre Seite gerufen, damit wir weiterhin Brücken bauen, viele Brücken. Brücken, die uns Europäer zueinander führen. Brücken, die uns im Gebet vereinen. Brücken, die den Menschen den Weg öffnen zu Jesus Christus und seiner Frohen Botschaft – in Bayern wie in Böhmen.“

Im Anschluß an die knapp dreistündige liturgische Feier im Dom fanden im benachbarten Kolpinghaus ein Festakt und eine Begegnung statt, zu der alle Gläubigen eingeladen waren.

Staatsministerin Emilia Müller sagte in ihrem Grußwort in Vertretung von Ministerpräsident Horst Seehofer:

Geboren in München, Priester in Oberbayern und renommierter Hochschullehrer – Sie sind für das Hirtenamt im Herzen Bayerns eine Idealbesetzung. Wir unterstützen Sie nach Kräften. Wen wir Oberpfälzer einmal in unser Herz geschlossen haben, den lassen wir so schnell nicht mehr heraus.“  0038

Für Prof. Dr. Rudolf Fritsch, den Präsidenten der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, der wegen Krankheit verhindert war, trug dessen Frau Gerda Fritsch das Grußwort vor. Darin würdigte der Präsident die Verbundenheit des neuen Bischofs mit der sudetendeutschen Volksgruppe, die durch Prof. Voderholzers Abstammung einerseits und durch seine Aktivitäten für die Volksgruppe andererseits ausgedrückt würden:

„Die Sudetendeutsche Akademie dankt Ihnen, dass Sie seinerzeit die Berufung in die Sudetendeutsche Akademie angenommen haben, und sie ist stolz darauf, jetzt einen Bischof zu ihren Mitgliedern zu zählen.“

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Der evangelische Regionalbischof Oberkirchenrat Dr. Hans-Martin Weiss versicherte den neuen Bischof seiner Achtung des Amtes und seiner Person und wünschte ihm „gesegnete und gnadenreiche Jahre in der Wahrnehmung seiner neuen Aufgabe“.

Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, Vorsitzender des Regensburger Diözesankomitees, sagte in seinem Grußwort, das Bistum sei stark von Volksfrömmigkeit geprägt, die u.a. auch in einer Vielzahl von Wallfahrten zum Ausdruck komme:

„Sie stehen nun in der Reihe großer Bischöfe von Regensburg, die sehr oft auch bedeutende Theologen gewesen sind. Als Vertreter der Laien in unserem Bistum darf ich Ihnen versichern, dass wir uns alle sehr auf Sie freuen und dass Sie alle Menschen in Ihrem Bistum mit offenen Armen und großer Freude empfangen.“

In der Folge hießen engagierte Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Bereichen der Diözese den neuen Bischof willkommen.

Zum Abschluß des ebenfalls bewegenden Festakts sagte Bischof Voderholzer, Erzbischof Müller habe ihm ein wohlbestelltes Bistum übergeben. 

Quelle (Text/Fotos): Bischöfliches Presseamt Regensburg