Prof. G. Waschler (CSU): Schul- und Bildungspolitik soll Ländersache bleiben

„Bayerische Bildungserfolge nicht wegzentralisieren“

„Die Forderung des SPD-Kanzlerkandidaten nach mehr Mitsprache des Bundes im Bildungsbereich ist eine Gefahr für Bayern“, erklärt Prof. Dr. Gerhard Waschler,  Bildungsexperte CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag.

Im ersten Moment höre es sich vernünftig an, mehr Geld für das gesamte Bildungssystem in Deutschland und eine zentrale Verteilung der Mittel zu fordern, so Waschler.

Aber im zweiten Schritt gelte wie immer der alte Grundsatz „wer zahlt, schafft an“. „Das bedeutet, dass der Bund dann natürlich auch beim Schulsystem und den Bildungsinhalten mitreden möchte“, verdeutlicht der Professor und fährt fort:

„Wo die SPD regiert, ist die Bildung am schlechtesten. Das zeigen die Pisa-Ergebnisse von Berlin und Bremen und auch in Nordrhein-Westfalen ist die SPD unter anderem wegen des schlechten Schulsystems abgewählt worden. Dass diese Partei ernsthaft für eine bundesweit gleiche Bildungslandschaft verantwortlich sein möchte, lässt mich erschauern.“

Für ihn ist die von der SPD künstlich herbeigeführte Diskussion um das Kooperationsverbot im Bildungsbereich der Griff nach einem Strohhalm im Bundestagswahlkampf: „Wenn es um die Schule geht, werden die Menschen natürlich hellhörig. Aber in Bayern wird diese Masche keinen Erfolg haben, denn unser Bildungssystem ist beispielhaft. Für uns steht fest: Wir lassen uns die Vorteile der bayerischen Bildungspolitik nicht wegzentralisieren.“
 

 


Wiener Jugendforscher beklagt Verdummungstendenzen in der nachwachsenden Generation

Der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier beklagt die zunehmende Verdummung der heranwachsenden Generation. Schuld sei ein Bildungssystem, in dem nur nach ökonomischen Aspekten unterrichtet werde.

Der 53-Jährige Autor und Mitbegründer des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien kritisiert in seinem Buch „Performer, Styler, Egoisten: Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben“ die systematische Verdummung der Jugend, die in eine unmenschliche Leistungsgesellschaft gedrängt werden.

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Foto: KOMM-MIT-Verlag

In einem Interview benennt er Hintergründe zu Bildungsstand und Sozialkompetenzen unserer Jugend: „Sie ist auf dem besten Weg, in die absolute Verblödung geführt zu werden. Wenn unser Erziehungs- und Bildungssystem nur noch nach ökonomischen Gesichtspunkten von OECD und Pisa funktionieren muss, rechne ich den Jugendlichen keine guten Chancen aus.“

Bei der Zusammensetzung der Bildungsinhalte zähle nur noch die wirtschaftliche Logik. Die Lehrinhalte werden danach ausgewählt, was später auf dem Arbeitsmarkt auf jeden Fall verwertbar ist. Seit Jahren findet in den Schulen eine Verlagerung zugunsten naturwissenschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Inhalte statt. Unterrichtsstunden in Musik, Literatur und Kunst werden gekürzt, weil diese Fächer keinen ökonomischen Nutzeffekt beinhalten.

Der Verzicht auf kulturelle Bildung wird unsere demokratische Grundordnung über kurz oder lang gefährden. Es fehle der Nachfolgegeneration an politischer Urteilsfähigkeit.

Ebenso nimmt die Wirtschaft immer mehr Einfluss darauf, was an den Hochschulen in der Lehre und Forschung stattfindet, obwohl viele junge Menschen das Bedürfnis nach humanistischer Bildung haben. Heutzutage stehen Jugendliche durch die vielen Wahlmöglichkeiten unter einem permanenten Entscheidungsdruck. Viele von ihnen sagen: „Die Welt ist zu komplex, wir hätten es gerne wieder etwas einfacher.“

Früher sorgten Traditionen für Orientierung

Wo früher die Orientierung an Traditionen Sicherheit gab, herrscht heute Beliebigkeit und Unübersichtlichkeit. Anstelle von sozialen und beruflichen Kompetenzen ist vielfach die Selbstvermarktungsfähigkeit getreten. Das Produkt, das die Jugend primär verkauft, sind sie selbst.

Letztlich geht es um Erfolg, Image und Konsum. Wichtiger als wie ich mich fühle, ist es, wie die anderen mich sehen. Wie sehe ich aus? Welche Statussymbole habe ich?  – Dieses Verhalten lernen Kinder und Jugendliche schon sehr früh, und sie lernen auch, sich selbst gut zu verkaufen. Die neuen Medien verstärken dieses Bedürfnis nach Selbstdarstellung und Selbstvermarktung nur noch.

Die Familie stellt den letzten geschützten Rückzugsraum in dieser Gesellschaft dar, ein nach außen abgeschlossenes System, in dem sich der Mensch aufgehoben fühlen kann. Je unwirklicher die Welt draußen ist, desto wichtiger werden die kleinen Lebenswelten. Insofern ist die Suche nach Geborgenheit fast eine Art Reflex auf die wachsende Unsicherheit in unserer Gesellschaft.

Fazit: Wir müssen wegkommen von einer Lebenshaltung, in der es nur um materielle Güter geht, und von einer Bildungspolitik, die nur den Interessen der Wirtschaft dient. Wir brauchen eine neue Bewegung mitten aus dem Bürgertum heraus, wenn humanistische Werte wieder eine Rolle spielen sollen.

Quelle: Kultur und Medien online


Vatikanische Sternwarte präsentiert astronomische Ausstellung in Pisa

„Die Ausstellung, die wir heute präsentieren, erzählt die Geschichte des Universums, angefangen vom kleinsten Atom in unserem Körper bis hin zu den größten Galaxien“. Das sagte der Direktor der Vatikanischen Sternwarte, Jesuitenpater José Gabriel Funes, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, den 2.2.2012.

Die „Geschichten aus der anderen Welt“, so der Titel der Ausstellung, werden vom 10. März bis zum 1. Juli 2012 im italienischen Pisa zu bestaunen sein.

Drei verschiedene Forschungseinrichtungen stellen dabei ihr Wissen für die Öffentlichkeit bereit: das Nationale Institut für Nuklearphysik (INFN), der Lehrstuhl Physik der Universität Pisa und die Vatikanische Sternwarte.

Quelle: Radio Vatikan