Die „Kölner Kircheninitiative“ plädiert für Bischofswahl durchs Kirchenvolk

Die „Kölner Kircheninitative“ fordert eine stärkere Beteiligung des Kirchenvolkes an der Bischofswahl und macht dafür einen konkreten Vorschlag: Aus der Dreier-Liste, die aus Rom kommt, sollen die Domkapitulare den wählen, den das Volk will. bischof

Nun zeugen diese Ideen von einer gewissen Kreativität, haben aber nichts, wie behauptet wird, mit alten Formen der Volksbeteiligung zu tun, die nebenbei schon im hohen Mittelalter kaum mehr als Formalien waren. Die Kirche kannte früher nämlich die Akklamation:

Das Volk bestätigt die Wahl des Kandidaten. Das dahinterstehende Prinzip kommt aus der Zeit der römischen Republik, wo die Volksversammlungen dem zustimmen durften, was der Senat sich ausgedacht hatte. Beteiligung in unserem heutigen Sinne war das also nicht.

Politikertypen in der Kirchenleitung?

Jetzt zum aktuellen Fall. Wenn das Volk dem Domkapitel vorschlägt, wen von den aus Rom Übersandten es zu wählen hat, dann wählt faktisch nicht mehr das Domkapitel, sondern das Volk, genauer die Gremien, den Kandidaten aus.

Faktisch müssen sich dann die drei in Frage kommenden Kandidaten einer Art Wahlkampf stellen und erklären, warum sie denn Bischof werden sollten. Es wird also nicht jener gewählt, der am besten geeignet ist, es aber eigentlich nicht will, sondern derjenige, der es will und sich am besten verkaufen kann – wie in der Politik eben. 

Im Konkordatsrecht steht: „Unter Würdigung dieser Listen benennt der Heilige Stuhl dem Kapitel drei Personen, aus denen es in freier, geheimer Abstimmung den Erzbischof oder Bischof zu wählen hat.“

Wenn das Domkapitel sich verpflichtet, den zu wählen, den die Gremien bzw. das Volk will, ist diese Wahl dann noch frei und geheim?

QUELLE und vollständiger Text hier: http://demut-jetzt.blogspot.de/2013/12/wir-wollen-ein-kurzkommentar-zur-kolner.html