Wenn eine Behinderung zum Todesurteil führt

G-BA-Beschluss zur Kassen-Zulassung von Bluttest auf Down-Syndrom

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 19.9.2019  die Zulassung nicht-invasiver, molekulargenetischer Pränataltests (NIPT) als Kassenleistung beschlossen.
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Hierzu erklärt Pressesprecherin Susanne Wenzel namens der Christdemokraten für das Leben (CDL):
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Mit dem Beschluss, künftig nicht-invasive Bluttests als Kassenleistung schrittweise zuzulassen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss heute dem Lebensrecht von Menschen mit Behinderung schweren Schaden zugefügt.
Völlig zu Recht kritisieren Bundestagsabgeordnete wie Alexander Krauß (CDU) daher, dass es künftig nun zu einer „Fahndung“ nach behinderten Kindern im Mutterleib komme. Behinderung wird nun faktisch zum Todesurteil.
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BILD: Susanne Wenzel (links) und Odila Carbanje vom CDL-Vorstand
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Zwar wird von Befürwortern der Zulassung behauptet, dass der Test doch nur unter bestimmten, jedoch vagen Bedingungen als Kassenleistung durchgeführt werden sollte und wenn eine vermeintliche „Risikoschwangerschaft“ vorläge. Er soll auch mit besonderer Beratung und Aufklärung gekoppelt sein.
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Jedoch fällt heute bereits ein Grossteil aller Schwangerschaften darunter. Nur konsequent daher, dass z.B.der Hersteller des PraenaTest, Lifecodexx, seinen Test für alle Schwangeren empfiehlt, und  bei diesen für vermeintliche „Sicherheit“ und „Wissen“, „ohne Risiko für das Kind“  wirbt. 
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„Sicher“ ist dabei leider meist nach einem kritischen Testergebnis allerdings vor allem die Abtreibung!
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Was die Kasse jetzt nicht übernimmt, wird künftig dann selbstverständlich privat gezahlt werden, da diese Tests relativ günstig angeboten werden. In einigen europäischen Ländern gehört der Test bereits jetzt zu den Standard-Untersuchungen und wird allen Schwangeren angeboten.
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In Dänemark und Island hatte dies zum Beispiel den Anstieg der Abtreibungszahlen zur Folge, dort liegt die Geburtenrate von Kindern mit Down-Syndrom inzwischen bei nahezu Null. Auch andere Diagnosen sowie Geschlechtsselektion ist damit im ersten Trisemester bereits Standard.
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Eltern berichten, dass sie sich teilweise von Ärzten zu dieser Untersuchung gedrängt fühlen. Aber auch gesellschaftlich wird der Druck auf Eltern mit behinderten Kindern immer weiter erhöht.
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Wer diese Tests befürwortet, muss sich im Klaren darüber sein, dass es künftig kaum Schutz mehr für Menschen mit Down Syndrom oder einigen anderen Prognosen gibt.
Die nicht-invasiven molekulargenetischen Pränatalen Tests sind keinesfalls harmlose medizinische Tests im herkömmlichen Sinne, die therapeutischen Zwecken dienen. Die Fehlerhäufigkeit bei Trisimiediagnose liegt zudem mit fast 18% hoch.
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Das Ziel ist einzig und allein die Aufdeckung von Trisomien und anderen Chromosomenveränderungen.
Analog den beschriebenen Entwicklungen in Ländern wie Dänemark und Island wird dies auch hier zwangsläufig zu einem Anstieg der Abtreibungen führen. Bereits mit den herkömmlichen Untersuchungen ist die Abtreibungsrate bei Kindern mit dem Down Syndrom schon erhöht.
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So verständlich der Wunsch nach einem gesunden  Baby ist, bleibt dennoch festzuhalten, dass es keinen Anspruch auf das „perfekte“ Kind gibt. Auch ist die offizielle staatliche Förderung faktisch eugenisch wirkender Maßnahmen – gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte – durch nichts zu rechtfertigen und daher abzulehnen.
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Statt Eltern – und vor allem wieder Frauen, die vermehrt in Schwangerschaftskonflikte getrieben werden durch diesen Beschluss – unter Druck zu setzen, kein behindertes Kind zu bekommen, sollte die Regierung über finanzielle Hilfen und Förderungen für Familien mit behinderten Kindern nachdenken.
Die Eliminierung einer Gruppe aus unserer Gesellschaft ist  absolut inakzeptabel.
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www.cdl-online.de

„Ärzte für das Leben“ gegen Bluttest: Keine Selektion von Kindern mit Down-Syndrom

Der Vorsitzende der „Ärzte für das Leben“, Professor Dr. med. Paul Cullen (siehe Foto), kritisiert den Beschluss des 122. Ärztetags in Münster, die umstrittenen pränatalen Bluttests zur Feststellung von Trisomien in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufzunehmen. 

Ende Mai hatte die Bundesärztekammer mitgeteilt, der Ärztetag habe beschlossen,dass „Bluttests zur vorgeburtlichen Feststellung einer Trisomie … als Kassenleistung verankert sein [sollen] … Die Frage über die Entscheidung, ein behindertes Kind zu gebären und zu pflegen, dürfe nicht vom Geldbeutel der werdenden Eltern abhängig gemacht werden.“

Im Konzert mit vielen anderen gleichlautenden Verlautbarungen aus anderen gesellschaftlichen Kreisen werde dieser Beschluss aus der Ärzteschaft maßgeblich dazu beitragen, dass der sog. „Praenatest“ auf Down-Syndrom und anderen seltenen Trisomie in Deutschland bald Routine werde.

„Mit diesem Schritt wird das Schicksal der meisten Kinder mit Down-Syndrom in Deutschland besiegelt sein. Denn die ganz überwiegende Mehrheit solcher Kinder erblicken bei einem vorgeburtlichen Nachweis nicht das Licht der Welt, sondern werden abgetrieben“, so Cullen weiter.

Der Vorsitzende der Ärzte für das Leben verteidigte in diesem Zusammenhang auch den Gebrauch des Wortes „Selektion“. Welcher Zweck wird mit den Praenatest verfolgt, „wenn nicht die Selektion von Menschen mit Down-Syndrom?“

Unlängst habe der emeritierte Hamburger Strafrechtler Reinhard Merkel, der im Falle des Down Syndroms der Abtreibung bis direkt vor der Geburt das Wort rede, sich massiv gegen die Verwendung des Begriffs „Selektion“ in Zusammenhang mit dem Praenatest ausgesprochen. Merkel habe sogar versucht, diesen Begriff in einem „Framing“ mit der „Rampe von Auschwitz“ zu verbinden (FAZ vom 26.4.2019).

„Dabei wird das Wort ,Selektion’ in diesem Kontext universell verwendet. Selbst Autoren wie die Feministin und entschiedene Befürworterin einer liberalen Abtreibungspraxis, Kirsten Achtelik, kritisieren die Pränataldiagnostik scharf und sprechen in diesem Zusammenhang von dem Wunsch nach einer ,Selbstbestimmung ohne Selektion’“, erklärte Cullen und fügte hinzu:

„Dass der Ärztetag seinen Beschluss mit wirtschaftlichen Argumenten rechtfertigt, macht die Sache nicht besser. Anstatt vor der Gefahr einer flächendeckenden Ausweitung dieses Tests in Richtung einer regelrechten Rasterfahndung zu warnen, wird unter dem Deckmantel des sozialen Gewissens ein zutiefst unmenschliche und gegen das ärztliche Ethos gerichtete Praxis legitimiert.“

Quelle: Newsletter der Aktion Lebensrecht für alle (ALfA)


Konstanz: Protestaktion von CDL und ALfA vor der Firma LifeCodexx wegen Praenatest

Mehr als 100 Menschen demonstrierten am 9.10.2018 in Konstanz vor dem Gebäude der Firma LifeCodexx, dem Marktführer bei vorgeburtlichen Gentests, gegen die Selektion von Menschen mit genetischen Besonderheiten.

Anlass dieser von der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) und den Christdemokraten für das Leben (CDL) gemeinsam organisierten Kundgebung war die aktuelle Debatte um eine Aufnahme der Bluttests auf Trisomie 21 und andere Normabweichungen in die – von den Krankenkassen finanzierte – Regelversorgung.

Nach einem Plädoyer von Josef Dichgans, Landesvorsitzender der CDL Baden-Württemberg, gefährliche Entwicklungen durch genetische Qualitätstests nicht Teil staatlicher Ordnung werden zu lassen, ergriff Hubert Hüppe, ehem. Behinderten-Beauftragter der Bundesregierung, das Wort.

Die von einem prominenten Befürworter der Kassenzulassung öffentlich gegebene Begründung, ein behindertes Kind sei doch deutlich teurer als ein Bluttest an Schwangeren, entlarve die Denkmuster einer neuen Eugenik, die Menschen selektieren will. Hüppe rief dazu auf, gemäß der Verfassung unseres Landes für die Würde jedes Menschen einzutreten. „Deshalb bin ich hier“, erklärte er. 

Aus demselben Grund war Prof. Dr. Holm Schneider, Kinderarzt am Uniklinikum Erlangen und langjähriger Begleiter von Kindern mit Trisomie 21, schon zum siebten Mal beim Protest vor den Toren von LifeCodexx dabei. Er kritisierte, dass die Aufklärung zu den vorgeburtlichen Gentests kaum Informationen darüber enthalte, „wie ein Leben mit Down-Syndrom tatsächlich aussieht“, und stellte fest: „Solche Tests bringen Frauen in die Bedrängnis, in der Frühschwangerschaft eine Entscheidung zu fällen, für die viele keine ausreichende Grundlage haben.“ 

„Das Leben ist schön – und das gilt nicht nur für mich, sondern auch für andere Menschen mit Down-Syndrom. Warum dürfen die meisten von ihnen nicht zur Welt kommen? Warum gibt es einen Test, mit dem sie vor der Geburt aussortiert werden?“, fragte Michaela Schatz, eine junge Frau mit Down-Syndrom, die zuvor aus ihrem Arbeits- und Lebensalltag erzählt hatte.

Weitere bewegende Zeugnisse junger Leute mit Down-Syndrom, die ohne Scheu nach dem Mikrofon griffen, sowie ihrer Eltern und Lehrer brachten das Anliegen der Kundgebung auf den Punkt: Eine gezielte Suche nach mutmaßlich Behinderten in der Frühschwangerschaft verstoße auf eklatante Weise gegen das Verbot, Menschen mit Behinderung zu diskriminieren.

Bemühungen um ihre Inklusion würden zum Hohn, wenn man sie anhand eines Gentests schon vor der Geburt gezielt aussondere. Rund 100 Menschen, unter ihnen betroffene Familien, unterstrichen mit ihrer erneuten Protestaktion, das das Leben jedes Menschen lebens- und liebenswert sowie wertvoll ist, unabhängig von dessen genetischer „Ausstattung“.

Quelle: Rechtsanwalt Josef Dichgans (CDL) und Prof. Dr. med. Holm Schneider (ALfA)


Konstanz: Protest vor Gendiagnostikfirma gegen „Rasterfahndung“ nach Behinderten

Von Susanne Wenzel

Vor dem Gebäude der LifeCodexx AG in Konstanz haben am vergangenen Sonntag (16.7.) erneut über hundert Menschen demonstriert. Organisiert wurde diese Protestaktion von den Christdemokraten für das Leben (CDL) gemeinsam mit der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA).

LifeCodexx hat unter dem Namen PraenaTest einen Bluttest für Schwangere entwickelt, mit dem neben Chromosomenstörungen wie Trisomie 21 (Down-Syndrom) oder anderen auch das Geschlecht des erwarteten Babys festgestellt werden kann. Weit über 90 Prozent der mittels dieser Blutuntersuchung getesteten Schwangerschaften enden – wie zum Beispiel bei Trisomie 21 – in einer Abtreibung.

Neben dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe (siehe Foto), der auch stellv. Bundesvorsitzender der CDL ist, war auch Prof. Dr. Holm Schneider, Leiter der Molekularen Pädiatrie am Universitätsklinikum Erlangen, nach Konstanz gekommen, um zu den Teilnehmern der Kundgebung zu sprechen.

Beide Redner betonten, es sei ein Skandal, dass in Deutschland wieder eine Selektion von Behinderten stattfinde.

Hüppe, von 2009 – 2013 Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, stellte heraus, dass in der Gesellschaft leider weiter grundsätzlich falsche Vorstellungen über das Leben von und mit behinderten Menschen vorherrschen.

Ausdrücklich warnte Hüppe davor, den Bluttest zur Regelleistung der Krankenkassen zu machen. Die Kassen würden damit eine Untersuchung finanzieren, die keinerlei therapeutische Möglichkeit eröffne, sondern „deren einzige Folge die Aussonderung von Menschen mit Behinderung ist. Das müssen wir politisch verhindern“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

Professor Schneider wies darauf hin, dass es in der Gesellschaft und bei den Verbänden einen wachsenden Widerstand gebe, weil die dem Angebot des Tests zugrunde liegende schwerste Diskriminierung behinderter Menschen mit deren Todesfolge abgelehnt werde: „Es ist nicht die Aufgabe der Krankenkasse oder des Staates, Betroffene ausfindig zu machen, um sie zu beseitigen.“

Vielmehr müsse sich der Staat müsse hinter die Schwachen stellen und diese schützen. Professor Schneider forderte, die Pränataldiagnostik auf die Feststellung solcher Sachverhalte zu begrenzen, die entweder vorgeburtlich oder direkt nach der Geburt behandelt werden können.

An der Kundgebung nahmen auch Menschen mit Down-Syndrom teil. „Auch wenn ich nicht genauso bin wie andere junge Menschen, macht mir das Leben viel Spaß und ich genieße es jeden Tag aufs Neue“, erzählte Conny Albert, die Mitarbeiterin der bayerischen Verkehrspolizei ist: „Dass ich ein Chromosom mehr habe, sieht man mir an. Aber weder meine Kollegen noch meine Familie würden auf die Idee kommen, mich auszusortieren.“ 

Zum Schluss der Kundgebung wies Rechtsanwalt Josef Dichgans, Landesvorsitzender der CDL-Baden-Württemberg, darauf hin, dass es für die Opfer des Unrechts keinen Unterschied mache, ob der Staat ihre Rechte wie in der Diktatur selbst verletze oder ob er die Verletzung dieser Rechte nur zulasse:

„Der Rechtsstaat hat die Pflicht, die Schwachen und deren Leben zu schützen. Tut er das nicht, verdient er es nicht, hier Rechtsstaat genannt zu werden. Das Recht und das Grundgesetz erkennen das Lebensrecht auch des ungeborenen Menschen ohne jeden Zweifel an“, so Dichgans.

Die Protestaktionen vor der Firma, die führender Anbieter dieser Gentests ist, sollen fortgesetzt werden.

Susanne Wenzel, die Autorin dieses Berichts, ist Pressesprecherin der CDL: www.cdl-online.de

 


Fünf katholische Bischöfe beteiligen sich am „Marsch fürs Leben“ in Berlin

Der 12. Marsch für das Leben hat um 13 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Reichstag in Berlin begonnen. Mehrere Tausende Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet sind zu der überparteilichen und konfessionsübergreifenden Demonstration zusammengekommen, um friedlich unter dem Motto „Kein Kind ist unzumutbar“ für das unbedingte Recht auf Leben einzutreten. pict0163

Im Fokus der überparteilichen und konfessionsübergreifenden Demonstration steht in diesem Jahr das Thema vorgeburtliche Selektion (u.a. Kassenzulassung des „PraenaTest“).

Bei der Kundgebung vor dem Reichstag ab 13 Uhr sprechen u.a. der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe (CDU), der Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, der Bischof von Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer, sowie Prof. Dr. med. Paul Cullen (Münster, Vorsitzender von „Ärzte für das Leben“) und Prof. Dr. Holm Schneider.

An dem Friedensmarsch durch Berlin nehmen in diesem Jahr fünf katholische Bischöfe teil: der Erzbischof von Berlin Dr. Heiner Koch, der Bischof von Regensburg Dr. Rudolf Voderholzer sowie die Weihbischöfe Dr. Dominikus Schwaderlapp (Köln), Matthias Heinrich (Berlin) und Florian Wörner (Augsburg).

BVL-Vorsitzender Martin Lohmann sagte bei seiner Rede vor dem Reichstag: „Wir stehen für eine Kultur der Toleranz und des Respekts vor dem Leben. Kein Kind ist unzumutbar. Jeder Mensch ist gleich wertvoll. Nie wieder unwertes Leben! Nie wieder Selektion von Menschen, auch nicht vor der Geburt!“

Foto: Felizitas Küble


Konstanz: CDL-Protestkundgebung am 20. Juli 2016 gegen den Praena-Test

Pränatal-Test gegen ungeborene Kinder mit Down-Syndrom

Die CDL (Christdemokraten für das Leben) in Baden Württemberg wird am Mittwoch, dem 20. Juli 2016, ab 15.30 Uhr vor dem Firmengebäude der Fa. LifeCodexx (Line-Eid-Straße 3) in Konstanz zum fünften Mal eine Kundgebung abhalten.  Baby (2)

Die Firma LifeCodexx bietet Frauen einen Bluttest an, der schon ab der 9. Schwangerschaftswoche anhand einer Blutprobe der Schwangeren feststellen kann, ob ihr Kind das Down-Syndrom oder andere Trisomien hat. Mehr als 95 % der so entdeckten betroffenen Kinder werden abgetrieben. Der einzige Zweck des Tests ist es also, Kinder schon vor der Geburt zu selektieren und zu verhindern, dass Kinder mit Down-Syndrom oder anderen Trisomien überhaupt geboren werden.

Von ihren Familien werden Kinder mit Down-Syndrom in der Regel als große Bereicherung empfunden und besonders geliebt, denn sie haben positive Eigenschaften, die anderen Menschen oft fehlt. Der Entschluss, ein Baby mit Down-Syndrom abzutreiben, erfolgt vor dem Hintergrund von unzutreffenden Vorurteilen über diese Menschen.

Die baden-württembergische CDL schreibt weiter: „Wir dürfen keinen Frieden damit schließen, dass mitten in unserer Gesellschaft Embryonen-Selektion und Eugenik zunehmend alltäglich werden, völlig unkontrolliert, von den Gesetzen zugelassen und immer häufiger direkt finanziert durch die Krankenkassen. Wir dürfen nicht zulassen, dass bestimmten Gruppen das Recht auf Leben vollständig genommen wird, nachdem sie in einer Art Rasterfahndung aufgespürt und anschließend durch Abtreibung an ihrer Geburt gehindert werden.“

Bei der friedlichen Protestkundgebung sprechen Redner wie Prof. Dr. Holm Schneider und Conny Albert, eine junge Frau mit Down-Syndrom; sie zeigen, dass sie diese lebensvernichtende Diskriminierung einer ganzen Menschengruppe nicht ohne Protest hinnehmen.

 


Lebensschutz statt Pränataltests und Abtreibungsgewerbe von Planned Parenthood

Von Dr. med. Edith Breburda

Pränataltests wie der PraenaTest®  sollen Frauen die Sorge nehmen, ein behindertes Kind zu bekommen. Er sei für das Ungeborene ungefährlich, erläutert die Homepage des Anbieters LifeDocexx. Dr. Breburda

Der Pränatalmediziner Hagemann sagt über die Tests: ”Sie bieten nur begrenzte Informationen und können nur etwas über die genetischen Dispositionen aussagen, aber nichts über eine Bewertung des ganzen Kindes und seiner Lebensqualität.“

Ab der vollendeten neunten Schwangerschaftswoche ermöglicht der PraenaTest®  die Feststellung von Trisomie 21 (Down Syndrom), 18 und 13, das Klinefelter, Turner, Triple X und das XYY-Syndrom bei einem ungeborenen Kind sowie auf Wunsch das Geschlecht des Kindes.

Der „Tagesspiegel“ schreibt 2014, dass nur 1 von 12 Kindern mit Trisomie 18 oder 13 das erste Lebensjahr überlebt. Aber ein Todesurteil muss das noch lange nicht sein. Eine der gelisteten Krankheiten zu haben, ist nicht gleichbedeutend mit einem frühen Tod. 97 Prozent der Familien mit einem behinderten Kind sind glücklich und dankbar, dass es Teil ihres Leben ist.
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Es sei dahingestellt, ob der Test Sorgen nimmt oder eher Ängste schürt. Viele Frauen sind hilflos, wenn sie erfahren, dass ihr Kind behindert ist. Der PraenaTest® hat eine hohe Sensitivität und Spezifität, nur kann er auch falsch positiv sein, da er nur freie Chromosomenaberrationen erfasst und keine Mosaike oder strukturellen Aberrationen wie Translokationen.

Fällt der Test positiv aus, folgt eine invasive Untersuchung mit all den Risiken und psychischen Belastungen für die Schwangere. Bei der Fruchtwasseruntersuchung oder Probennahme vom Mutterkuchen liegt das Risiko, das Kind zu verlieren, bei 0,5 bis 2 Prozent.

Die Hemmschwelle, einen Bluttest durchzuführen, sei niedriger, schreibt die „Pharmazeutische Zeitung online“ (Nr. 12/2014). Somit ist die Untersuchung dennoch gefährlich für das Kind, denn wird eine der Krankheiten diagnostiziert, wird es abgetrieben, obwohl es ein langes und erfülltes Leben führen könnte (siehe Näheres dazu in dem Buch: Reproduktive Freiheit, free for what?, ISBN-10: 0692447261) (1).

Demzufolge selektiert der Test. Im allgemeinen werden Screeningverfahren (wie z.B. Brustkrebsfrüherkennung) nur dann angewendet, um bei den Betroffenen durch eine Therapie bessere Heilungschancen in Aussicht stellen zu können. Das Gen-Ethische Netzwerk sprach sich bereits am 26. März 2009, aus Anlass der Unterzeichnung der UN-Behindertenkonferenz durch die Bundesregierung Deutschlands, gegen die Selektion durch Pränataldiagnostik aus:

„Logik und Praxis der vorgeburtlichen Diagnostik widersprechen nicht nur dem darin formulierten Ziel der Inklusion, sondern verstärken darüber hinaus die Diskriminierung und den Ausschluss von Menschen mit Beeinträchtigungen. Die gezielte Suche nach Hinweisen auf eine spätere Behinderung des Kindes ist Ausdruck eines abwertenden Blickes auf Menschen, die mit solchen Behinderungen leben und dient der vorgeburtlichen Selektion“ (2).

Hierzu schreibt der Autor des Blogs „Neuro?Logisch!“ aus dem Leben eines jungen Assistenzarztes (3):images

„Viele Behinderungen entstehen durch Unfälle oder degenerative Erkrankungen; somit wird das Töten von Ungeborenen nicht dazu beitragen, eine Welt ohne Behinderungen zu erzielen. Aber dadurch, dass wir Behinderungen schon von Anfang an als Makel ansehen, den es zu entfernen gilt, wird sich auch der Umgang mit diesen Behinderten verändern. Hier schließt sich meiner Meinung nach auch der Kreis um das Thema Sterbehilfe.“

Der Gemeinsame Bundesauschuss, das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland, überlegt, den PraenaTest® als eine Regelleistung der Krankenkassen zu übernehmen.

Für viele  –  wie auch den erwähnten Blogautor  –  ist es unverständlich, dass Kassenbeiträge dazu benutzt werden, um Behinderte zu selektieren. Man solle sich lieber um das Wohl der Familien kümmern. Gegner des Testes argumentieren schon lange, dass wir mit derartigen Praktiken den Weg zum Designerbaby ebnen. So gesehen könnte wir bald in einer Gesellschaft leben, in der nur die mittels Gentechnik künstlich entstandenen Babies ein Recht auf Leben haben (4). Baby (2)

Gerade jetzt, wo in den USA der Organverkauf von abgetriebenen Babies heftigst diskutiert wird, sehen einige extreme Feministinnen nichts Falsches darin, Ungeborene so zu zerstückeln, damit die bestmöglichste Qualität ihrer Organe am profitbringendsten an die Forschung verkauft werden kann. Eine Autorin der Zeitung „Slate“ bemerkte dazu:

„Die graphischen Darstellungen der abgetriebenen Kinder waren wohl gedacht, um uns abzuschrecken. Wir sollten überzeugt werden, wie grausam und barbarisch diese Art des Tötens ist. Aber ich sehe nicht den Tod in diesen Videos. Das, was ich sehe, ist Hoffnung.“

Ruth Marcuse, die Kolumnistin der Washington Post, äußerte sich hierzu ganz anders: „Wenn dich das Schlachthof-Fachsimpeln, welches das Center for Medical Progress in seinen Videos zeigt, nicht bestürzt, musst du dich fragen, ob etwas mit dir nicht stimmt.“

Am 5.8.2015 schrieb Jonah Goldberg in einem Artikel für das Wisconsin State Journal folgendes (5):

„Es ist ein guter Anfang, wenn wir uns eingestehen, dass uns das Video über die Praktiken von Planned Parenthood betroffen macht. Die Abtreibungslobby ist so euphorisch über die Vorteile einer Abtreibung, dass die bittere Realität vertuscht wird.

Wenn eine Frau ihr Kind behalten will, ist es ein Baby. Aber wenn sie es nicht bekommen will, handelt es sich nur um einen Gebärmutterinhalt. Routinemäßig sprechen die Medien von „Gewebe“ anstatt von „Organen“. Auch wenn das medizinisch gesehen zwei verschiedene Dinge sind. imagesCAHIF86C

Wenn man nun über Organe wie Herz, Lunge, Gehirn usw. redet, wissen wir, dass es sich um einen menschlichen Körper handelt und nicht um „Gebärmutter-Inhalte“. Wenn wir verschiedene Wörter gebrauchen, um ein und dasselbe zu beschreiben, ändern wir nichts an der Sachlage. Sonst würden wir Wissenschaft mit Magie verwechseln.

Wenn wir entsetzt sind über das, was wir in dem Video sehen, könnte uns das veranlassen, Abtreibung in einem anderen Licht zu sehen. In der heutigen Gesellschaft möchte man keine Fotos über Dinge sehen, die uns zu nahe treten. An erster Stelle kommen die Gefühle. So muss man sich daran erinnern, dass Empfindungen eine Rolle spielen.

Thomas Jefferson schrieb einmal: „Einen Mann zu zwingen, die Verbreitung von Ideen zu finanzieren, an die er nicht glaubt, und die er verabscheut, ist sündig und tyrannisch.“

Wenn Leute wirklich nicht merken, dass ein Baby, das Arme und Beine, ein Gesicht und ein Gehirn hat, ein menschliches Wesen ist, das geschützt werden oder zumindest etwas mehr Respekt verdienen sollte, werden sie wahrscheinlich nie verstehen, was eine Abtreibung ist. Sie sollten jedoch ihren Mitmenschen einräumen, das anders zu betrachten.

So gesehen sollte man auch keinen zwingen, mit seinen Steuergeldern Abtreibungen zu finanzieren. Wir würden sofort kritisieren, wenn staatliche Mittel an Einrichtungen gegeben werden, die gleichgeschlechtliche Ehen diskriminieren. Deswegen sollte man anstreben, die staatliche Finanzierung für Planned Parenthood einzustellen (6)“.

Quellenangaben:

  1.  http://www.amazon.de/Reproduktive-Freiheit-free-what-Biotechnologien/dp/0692447261/ref=asap_bc?ie=UTF8
  2.  http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/GID/223/dokumentation/pr%C3%A4nataldiagnostik-untergr%C3%A4bt-inklusionhttp:
  3.  http://news.doccheck.com/de/blog/post/2773-praenatest-ein-sicherer-test-nur-fuer-die-schwangere/
  4.  PraenaTest: Ein sicherer Test nur für die Schwangere, DocCheckNews, 6.8.2015
  5.  Jonah Goldberg: Why Planned Parenthood should be defunded. Wisconsin State Journal, 5.8.2015
  6.  http://host.madison.com/news/opinion/column/guest/jonah-goldberg-why-planned-parenthood-should-be-defunded/article_b0d2aa16-019c-5981-99bf-080d2630b388.html

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

INFOs über Breburdas bioethisches Sachbuch in Romanform: https://charismatismus.wordpress.com/2014/05/22/buch-tip-dr-edith-breburdas-profunde-neuerscheinung-zu-bioethischen-themen/

Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Behindertenfeindlich: CDU-Politiker Hüppe kritisiert vorgeburtlichen Praena-Test

Scharfe Kritik haben Lebensrechtler an einer möglicherweise bevorstehenden Kostenübernahme des sog. Praena-Tests durch die gesetzlichen Krankenkassen geübt. Bei diesem Test kann im Blut der Schwangeren festgestellt werden, ob ihr ungeborenes Kind möglicherweise einen Gendefekt (Trisomie 21 bzw. Down-Syndrom) aufweist.  imagesCA4JYFAC

Dieser Bluttest „dient keiner Therapie, sondern der Selektion von Menschen mit Trisomie 21“, stellte der Bundestagsabgeordnete und stellv. Bundesvorsitzender der CDL (Christdemokraten für das Leben), Hubert Hüppe (CDU), fest. Damit, so der frühere Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, würden Menschen mit Down-Syndrom diskriminiert.

Viele behinderte Kinder werden abgetrieben

Hüppe verweist in diesem Zusammenhang darauf, daß in Ländern, in denen dieser Bluttest bereits eingeführt wurde, bei über 90 Prozent der identifizierten Kinder mit Down-Syndrom eine Abtreibung stattfinde. Baby (2)

Daher dürfe der Test weder von Krankenkassen noch aus öffentlichen Mitteln gefördert werden.

Laut Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit soll noch in diesem Jahr eine Studie zur Überprüfung der Bluttest-Methode beginnen. Sie könnte die bisherige, wesentlich risikoreichere Fruchtwasseruntersuchung ablösen und dann von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.

Lebensrechtler und Kirchenvertreter befürchten, daß dann weitaus mehr Frauen diesen Test durchführen lassen und sich dadurch bei entsprechendem Ergebnis für eine Abtreibung entscheiden.

Quelle: http://www.jungefreiheit.de


Weltweiter Down-Syndrom-Tag: Medien ermutigen zum behinderten Kind

Mathias von Gersdorff

Die breite und positive Berichterstattung zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21.3. kontrastiert stark mit dem üblichen Desinteresse der meisten Medien für Lebensrechtsthemen.  Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Ideologische Scheuklappen und überhaupt die Grausamkeit des Themas führt im Rest des Jahres dazu, daß die meisten Medien einen großen Bogen darum machen. Es gibt natürlich rühmliche Ausnahmen wie beispielsweise die „Junge Freiheit“ (vgl. Artikel „Warum diese Kinder leben“).

Die meisten Artikel, Reportagen und Filmberichte zum Welt-Down-Syndrom-Tag beinhalteten drei Botschaften:

1. Die geistige Behinderung ist oft viel geringer als zunächst befürchtet; 2. Trotz Behinderung sind Menschen mit Down-Syndrom in der Lage, ein einigermaßen unabhängiges Leben zu führen und sogar Berufe auszuüben; 3. Die Mütter und Familien, die ein Kind mit dieser Behinderung angenommen haben, empfinden es als Reichtum und sind ausgesprochen froh, daß sie ja zu ihrem Kind gesagt haben.

Es ist sehr schön, daß in der Presse in dieser Form berichtet wird. Man würde sich aber wünschen, daß die Medien verstärkt das Ja zu allen ungeborenen Kinder ermutigen, also auch solche, die „unerwünscht“ gezeugt werden. Ebenfalls wäre zu begrüßen, daß auf das uneingeschränkte Recht auf Leben aller Menschen hingewiesen wird, unabhängig davon, wie krank oder behindert sie sind.

In nicht wenigen Berichten findet sich unterschwellig eine utilitaristische Sicht des Menschen: Das Kind ist nicht dermaßen behindert, daß es nur Kosten verursacht und nichts leisten kann. DSC07339

Es gibt Anlaß, auf das uneingeschränkte Recht auf Leben hinzuweisen. Das Video „Liebe ist kein Argument“ zeigt Szenen aus dem Alltag eines Mädchens mit Down-Syndrom. Dem Zuschauer wird deutlich gemacht, wie normal ihr Leben ist: Sie fährt Rad, sie spielt mit einem Hund, sie spielt Geige, sie liest ein Buch usw.

Dabei werden Kommentare zu der Zeit-Reportage „Elternglück, nur anders“ vorgelesen, die über ein Ehepaar berichtete, die ein zweites Kind mit Down-Syndrom zur Welt brachte, obwohl sie vor der Geburt davon wußten. 

Es sind Kommentare wie: „Da schon vor der Geburt feststeht, daß das Kind behindert zur Welt kommen wird, handeln die Eltern schlichtweg egoistisch und verantwortungslos“ oder „Ich gönne allen Menschen ihr Glück, aber mit Absicht Behinderte in die Welt zu setzen, geht doch gar nicht. Wie egoistisch kann man sein? Eigentlich dürfte man sowas nicht erlauben, auch wenn es ein schmaler Grat zu alten Zeiten ist.“

Die Zeit hat löblicherweise dieses wertvolle Video verbreitet. Kann man aber erstaunt sein, daß es angesichts der Abtreibungspraxis zu solch menschenverachtenden Kommentaren kommt?

Daß viele Medien zu einem Leben mit Kindern mit Down-Syndrom ermutigen, hat auch damit zu tun, daß diese Kinder in der großen Mehrheit der Fälle von den Eltern „erwünscht“ waren. Sie wollten ja tatsächlich ein Kind zeugen und auf die Welt bringen. baby

Würden diese Medien versuchen, die Einstellung der Menschen zu „unerwünschten“ Kindern positiv zu beeinflussen, würden sofort die Empörungsrituale der Feministinnen und der Abtreibungslobby losgetreten werden. Schnell würde es heißen, man wolle die Frauenrechte beschneiden und sie auf „Gebärmaschinen“ reduzieren.

Prompt spielt das Recht auf Leben des ungeborenen Kindes keine Rolle mehr, prompt wird es zu einem bloßen Störfaktor der emanzipierten Frauen auf dem Weg zu einer falsch verstandenen Selbstverwirklichung.

Die positive Berichterstattung ist möglicherweise auch Folge eines kollektiven schlechten Gewissens. Etwa 95 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom werden nämlich abgetrieben. Seit 2012 wurden drei Bluttests (PraenaTest von Lifecodexx, Panorama-Test der Firmen Natera und Amedes und der Harmony-Test der US-Firma Ariosa) eingeführt, welche die Selektion erheblich erleichtern.

Diese Diagnoseverfahren sind weder sicher noch geben sie an, wie stark die Behinderung sein wird. Wie schon oben erwähnt, gibt es Menschen mit Down-Syndrom, die normale Berufe ausüben können.

Darüber informiert das neu erschienene Buch „Was soll aus diesem Kind bloß werden? – 7 Lebensläufe von Menschen mit Down-Syndrom“ von Professor Holm Schneider (siehe Foto). Er selbst, Kinderarzt, Genforscher und Autor mehrere Bücher und Fachpublikationen, stellte eine Sekretärin mit Down-Syndrom ein. PICT0107

Seit einigen Jahren erscheinen regelmäßig Bücher über das Leben und das Zusammenleben mit Menschen mit Down-Syndrom. Vor wenigen Wochen ist beispielsweise „Lolas verrückte Welt: Diagnose: Down-Syndrom“ der 37jährigen Amelie Mahlstedt erschienen. Vor sechs Jahren brachte sie ein behindertes Kind zur Welt, und sie dachte, die Welt würde einstürzen. In ihrem Buch beschreibt sie, wie dieses Kind ihr eigenes Leben wertvoller gemacht hat.

Am erfolgreichsten waren bislang die Bücher von Doro Zachmann: „Mit der Stimme des Herzens. Meine ersten Jahre mit Jonas“ (1999) „Bin Knüller! Herz an Herz mit Jonas“ (2010) und „Ich mit ohne Mama. Knüller Jonas wird erwachsen“ (2012). Im letztgenannten ist Doro Zachmanns behinderter Sohn Jonas Kaufmann Mitautor.

Auf diese Weise kann man die Sensibilität und das Fassungsvermögen eines 19-Jährigen mit Down-Syndrom kennenlernen. Dabei stellt man fest, daß Menschen mit Down-Syndrom über psychische „Antennen“ verfügen, die andere nicht haben.

Alle diese Bücher sind empfehlenswert. Wie schön wäre es, wenn sie eine große Verbreitung finden. Es sind Werke, die uns einen neuen Blick auf das Leben eröffnen, die uns menschliche Reichtümer zeigen, die wir sonst nicht sehen würden. Es sind Bücher, die uns auch eine völlig neue Perspektive auf die Welt öffnen und nachdenklich machen.

Heutzutage ist es ja Mode geworden, „Quoten“ einzuführen. In Deutschland und Europa gibt es viele Volksvertreter, die sich rabiat für die Durchsetzung eines „Rechts auf Abtreibung“ einsetzen. Eine Behindertenquote in den Parlamenten, wodurch behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammenarbeiten müßten, würde sicherlich die Ansichten vieler ändern.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und des Webmagazins „Kultur und Medien heute“

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wlochenzeitschrift „Junge Freiheit“


Down-Syndrom-Tag: Lebensrechtler gegen Selektion behinderter Menschen

Für das Lebensrecht von Menschen mit Trisomie 21 (Down Syndrom) haben sich Lebensrechtsgruppen und Angehörige Betroffener ausgesprochen. Anlass ist der Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März, der seit 2012 offiziell als Aktionstag von den Vereinten Nationen anerkannt ist. imagesCA4JYFAC

Das Down-Syndrom ist die häufigste angeborene Chromosomen-Anomalie. Bei Betroffenen ist das Chromosom 21 dreifach vorhanden. Das führt zu körperlichen Auffälligkeiten und geistigen Einschränkungen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Die Spanne reicht von schweren Behinderungen bis zu fast durchschnittlicher Intelligenz.

Weltweit kommt etwa alle drei Minuten ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt. In Deutschland leben schätzungsweise rund 50.000 Menschen mit Trisomie 21.

Für ethische Debatten hierzulande sorgen vorgeburtliche Tests, mit deren Hilfe Schwangere frühzeitig erkennen, ob ihr Kind das Down-Syndrom hat.

Zu den bekanntesten gehört der „Praenatest“ der Firma „Lifecodexx“ (Konstanz). Er ist seit 2012 auf dem Markt und wurde nach Angaben der Hersteller-Firma bislang fast 10.000mal angewandt. Kritiker beklagen, dass nach einem positiven Testergebnis Kinder mit Trisomie 21 abgetrieben werden.

CDL-Vorsitzende: Nur 5 %werden nach Diagnose geboren

Wie die Vorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr (siehe Foto) auf Anfrage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, ist die Lage von Menschen mit Down-Syndrom in Deutschland insgesamt besser geworden. _DSC4662

Anders als in Ländern wie China, der Türkei oder Russland gebe es eine breite gesellschaftliche Akzeptanz: „Allerdings werden immer weniger Kinder mit Down-Syndrom überhaupt geboren.“ 

Werde bei Untersuchungen eine Trisomie 21 diagnostiziert, schrumpfe die Wahrscheinlichkeit, das Licht der Welt zu erblicken, auf weniger als fünf Prozent. Die vorgeburtliche Diagnostik an sich sei nicht verwerflich, wenn sie ausschließlich dem Wohlergehen von Mutter und Kind diene, so Löhr. Viele Tests hätten jedoch einen „Selektionscharakter“.

Kinder mit Down-Syndrom seien die ehrlichsten und fröhlichsten Menschen der Welt: „…als ob Gott alle Falschheit ausgespart hätte“.

Die Autorin des Buches „Lolas verrückte Welt – Diagnose: Down-Syndrom“, Amelie Mahlstedt, plädierte gegenüber IDEA für einen unverkrampften Umgang mit Betroffenen. In ihrem Buch beschreibt sie die ersten drei Jahre mit ihrer Tochter Lola, die mit dieser Chromosomen-Anomalie zur Welt kam. Zunächst sei die Diagnose nach der Geburt ein Schock gewesen. Lola habe ihr aber geholfen, die Wertigkeiten in ihrem Leben zurechtzurücken.

Die inzwischen dreifache Mutter möchte auch andere betroffene Eltern ermutigen, ihrem Kind zuzutrauen, dass es seinen Platz in der Welt finden wird. 

Quelle: http://www.idea.de