Evangelische Schriftstellerin Lewitscharoff kritisiert „weichgespülte“ Predigten

Die deutsche Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff hat Religionswissenschaft studiert –  und der Glaube ist immer wieder Thema in ihren Werken.

In einem Interview des Deutschlandfunk (DLF) hält sie nicht hinterm Berg mit ihrer Kritik an den Kirchen. Vor allem die „weichgespülten“ Predigten, die nicht mehr vom Jenseits handeln, stoßen ihr übel auf.

Das Thema Tod habe in den vergangenen Monaten trotz Corona zu wenig Raum in der öffentlichen Debatte gefunden, sagt sie. Auch die Kirchen hätten dazu nicht viel gesagt. „Die Kirchen sind ja so was von lendenlahm im Predigen“, sagt Lewitscharoff im Interview von DLF:

„Die Kirchen sind ja so aufs Diesseits fixiert, die Protestanten noch schärfer als die Katholiken… Im Grunde hat sich eine areligiöse Gesellschaft in den Kirchen breitgemacht, weil sie vom Jenseits überhaupt keine Vorstellung mehr haben.“

Öfter höre sie Predigten im Radio oder gehe in die Kirche: „Das Gottvertrauen wird beschworen, ja. Aber worauf vertraut man denn, wenn es nicht ein wirkliches Leben und ein erfülltes Leben nach dem Tod gibt? Und was bedeutet überhaupt Erlösung? Das ist doch eine interessante Frage. Darüber kann man doch predigen.“

Allerdings gebe es einzelne gute Prediger, sagt Lewitscharoff. Die kirchliche Bindung sei ihr wichtig, denn sonst gerate man „in die Fänge einer Privatreligion“. Deswegen sei sie auch nie aus der evangelischen Kirche ausgetreten.

Zu den Predigten sagt sie weiter: „Sie dürften sich nicht immer gedanklich an den Allerdümmsten wenden.“

Natürlich müsse eine Predigt verständlich sein. Aber: „Die Sprache ist auch so verkommen. Und das ist bei den Protestanten schlimm, denn die sind ja stärker auf die Predigt angewiesen als die Katholiken.“

Quelle und Fortsetzung des Beitrags hier: https://www.pro-medienmagazin.de/index.php?id=95336


Gott sprach zum Propheten Ezechiel: „Stell dich auf die Füße, Menschensohn!“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Ez 1,28b.2,1-5:

In jenen Tagen, als ich die Erscheinung der Herrlichkeit des HERRN sah, fiel ich nieder auf mein Gesicht. Und ich hörte, wie jemand redete. Tagesimpuls

ER sprach zu mir: Stell dich auf deine Füße, Menschensohn; ich will mit dir reden.

Als ER das zu mir sagte, kam der Geist in mich und stellte mich auf die Füße. Und ich hörte den, der mit mir redete. ER sagte zu mir:

Menschensohn, ich sende dich zu den abtrünnigen Söhnen Israels, die sich gegen mich aufgelehnt haben. Sie und ihre Väter sind immer wieder von mir abgefallen, bis zum heutigen Tag. Es sind Söhne mit trotzigem Gesicht und hartem Herzen. Zu ihnen sende ich dich. Du sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott, der HERR.

Ob sie dann hören oder nicht – denn sie sind ein widerspenstiges Volk -, sie werden erkennen müssen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war.

 


Die Apostel Petrus und Johannes lassen sich das Predigen nicht verbieten

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Apg 4,13-21:

Als sie den Freimut des Petrus und des Johannes sahen und merkten, dass es ungelehrte und einfache Leute waren, wunderten sie sich. chrkn

Sie erkannten sie als Jünger Jesu, sahen aber auch, dass der Geheilte bei ihnen stand; so konnten sie nichts dagegen sagen.
Sie befahlen ihnen, den Hohen Rat zu verlassen; dann berieten sie miteinander und sagten:

Was sollen wir mit diesen Leuten anfangen? Dass offensichtlich ein Wunder durch sie geschehen ist, ist allen Einwohnern von Jerusalem bekannt; wir können es nicht abstreiten. Damit aber die Sache nicht weiter im Volk verbreitet wird, wollen wir ihnen bei Strafe verbieten, je wieder in diesem Namen zu irgendeinem Menschen zu sprechen.

Und sie riefen sie herein und verboten ihnen, jemals wieder im Namen Jesu zu predigen und zu lehren. Doch Petrus und Johannes antworteten ihnen: Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch zu hören als auf Gott, das entscheidet selbst. Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.

Jene aber drohten ihnen noch mehr und ließen sie dann gehen; denn sie sahen keine Möglichkeit, sie zu bestrafen, mit Rücksicht auf das Volk, da alle Gott wegen des Geschehenen priesen.