Regensburger Bischof Dr. Voderholzer gegen weitere Aushöhlung des Sonntags

Bistum befürwortet „Allianz für den Sonntag“

Der Sonntag als prinzipiell arbeitsfreier und auch handelsfreier Tag sehe sich immer wieder den Begehrlichkeiten von Industrie und Handel ausgesetzt, betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer bei der heutigen Eröffnung der Wolfgangswoche in der Basilika St. Emmeram in Regensburg.

Die neueste Forderung laute, nicht nur vier, sondern zehn verkaufsoffene Sonntage zu genehmigen. „Ich weise diesen erneuten Anschlag auf den Sonntag zurück. Eine weitere Aushöhlung des Sonntags kann nicht mehr hingenommen werden“, so der Regensburger Oberhirte (siehe Foto).

Es gebe schon genügend Menschen, die am Sonntag arbeiten. In der Gastronomie, im Nahverkehr, auch in der Kirche. Gerade als überindividuelle Institution ermögliche der Sonntag, als gemeinsamer Feiertag viele gemeinschaftsstiftende Aktivitäten. Deshalb sei der Sonntag auch als Kulturgut höchsten Ranges, als soziale Einrichtung, äußerst schützenswert gegenüber allen ökonomischen Verrechnungs- und Vereinnahmungsversuchen, betont Bischof Voderholzer.

„Gerne verbünde ich mich bei diesem Anliegen auch mit nicht-kirchlichen Organisationen und Institutionen zur ‚Allianz für den Sonntag‘, die den arbeitsfreien Sonntag auch aus rein menschlichen Gründen verteidigen und schützen“, hebt der Bischof hervor.

Der Glaube, der vor allem am Sonntag gefeiert werde, müsse ausstrahlen in die Woche hinein und das tägliche Leben bestimmen. Dort wo der Sonntag vernachlässigt werde, wo die gottesdienstliche Versammlung ausfalle, verdorre der Glaube, verkümmere die Hoffnung und erlahme schließlich auch die Liebe.

Info zur WOLFGANGSWOCHE im Bistum Regensburg:

Der hl. Bischof Wolfgang ist († 31.10.994) der 13. Oberhirte der Diözese Regensburg und der erste Bistumspatron. Zur Eröffnung der Wolfganswoche wird der Schrein mit den Gebeinen des hl. Bischof Wolfgang in einer Prozession aus der Wolfgangskrypta in die Basilika übertragen.

Anlässlich der Heiligsprechung von Bischof Wolfgang im Jahre 1052 durch Papst Leo IX. fanden seine Gebeine in der damals neu errichteten Krypta unter der Basilika St. Emmeram eine neue Heimat. Bis zum 24. Juni werden heuer täglich Gottesdienste zu Ehren des Bistumspatrons gefeiert. Höhepunkt bildet die Priesterweihe im Dom St. Peter (Beginn 8:30 Uhr) am letzten Tag der Wolfgangswoche.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg

 


Radio Vatikan im Interview mit Erzbischof Gänswein über Papst Benedikt

Im April wird er 90 Jahre alt, doch nach wie vor gilt: „Papst Benedikt ist guter Dinge!“  – Das sagt sein Sekretär, Kurien-Erzbischof Georg Gänswein, in einem Interview mit Radio Vatikan. Der emeritierte Papst gehe täglich spazieren, lese die Zeitung, bete, höre Musik und empfange Besucher.

Prälat Gänswein weiter:  

„Was ihm etwas Sorgen bereitet, sind die Füße, die Beine. Er hat Schwierigkeiten mit dem Gehen, darum nimmt er den Rollator zu Hilfe, und damit kommt er ganz gut zurecht.

Sonst: ganz klar im Kopf, ganz hell. Nimmt Anteil an allem. Er liest, er betet, er hört Musik, er hat Besuch; jeden Tag ist auch ein kleiner Spaziergang mit Rosenkranz angesagt, also – das, was er am Anfang seiner Zeit als Papa emeritus gemacht hat, das macht er auch jetzt.“

Frage: Schaut er italienische oder deutsche Fernsehnachrichten? Liest er den „Osservatore Romano“ (Vatikanzeitung), italienisch oder deutsch?

Wenn der Bruder da ist, sind deutsche Nachrichten angesagt. Wenn der Bruder nicht da ist, sieht er – da er ja in Italien lebt – italienische Nachrichten. Der (italienische) „Osservatore Romano“ ist selbstverständlich eine Lektüre, Tag für Tag, und er liest darüber hinaus auch anderes, um sich zu informieren und zu wissen, was in der Welt los ist.

Frage: Hat er einen sehr geregelten Tagesablauf oder bleibt er einfach mal länger im Bett?

Nein – die Regelmäßigkeit des Ablaufs, die konkrete Einteilung des Tages ist seit eh und je eindeutig. Es ist nicht so, dass er mal ausschläft, und dann fängt der Tag eben später an, sondern der Tag beginnt mit der heiligen Messe, jeden Tag zur gleichen Zeit.

Frage: Und hält er da auch eine kleine Predigt oder Betrachtung? Bereitet er sich darauf vor?

Jeden Sonntag, ja. Am Sonntag hält er immer eine schöne Predigt für uns, die „Memores“ und mich. Ab und zu ist auch ein Besuch da.

Frage: Schreiben Sie sich eigentlich auf, was der emeritierte Papst predigt  –  oder geht das einfach so verloren?

Wir halten es fest, was er predigt, denn er spricht frei. Er hat wohl ein Predigtheft, in das er Notizen macht, aber er predigt frei. Und wir versuchen schon, festzuhalten, was er sagt.

Quelle und vollständiger Text hier: http://de.radiovaticana.va/news/2017/03/19/wie_geht_es_benedikt_xvi_fragen_an_georg_g%C3%A4nswein/1299704


Bischof Felix Genn: Angst vor einer Islamisierung Deutschlands nicht nötig

„Vermischung der Religionen nicht aufzuhalten“

Unter dem Titel „Bischof von Münster warnt in Silvesterpredigt vor Angst  –  Genn: Christen müssen Islamisierung nicht fürchten“ berichtet die Online-Ausgabe der Bistumszeitung „Kirche und Leben“ am 31. Dezember 2016 über die Silvester-Ansprache von Bischof Felix Genn in der Lambertikirche zu Münster in Westfalen.  Genn

Die zeitgeist-liche Predigt war von Beruhigungspillen geprägt, wobei Dr. Genn (siehe Foto) betonte, Christen seien immer Friedensstifter gewesen, denn das Wort Gottes biete ihnen das Fundament für ein „friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft“.

Offenbar hat der katholische Oberhirten hierbei das Thema verfehlt: Es geht nicht um eine Angst vor dem Christentum, sondern vor einer Islamisierung Deutschlands. Vermutlich hat er auch seinen Schiller und dessen bekannten Spruch vergessen: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“

Anscheinend haben aber eine Reihe Katholiken dieses Dichterwort verinnerlicht, denn der Bischof beklagte sich darüber, daß es auch in den Kirchengemeinden des Bistums Münster „Tendenzen der Angst vor Überfremdung und ein Misstrauen gegenüber Flüchtlingen“ gäbe.

Statt diese Befürchtungen vieler Bürger wenigstens ernst zu nehmen, weil sie immerhin u.a. auf einer Reihe von Terror-Ereignissen beruhen, lamentierte der Bischof darüber, mit derlei Sorgen „könne man Politik betreiben“, auch werde dieses Thema das „Wahljahr 2017 bestimmen“.

Er fügte ironisch hinzu: „Manche sehen schon in der Stadt Münster eine Zukunft, in der die Lamberti-Kirche zur Moschee umgewandelt wird.“

Will der Bischof sich durch derlei Übertreibungen über wohlbegründete Besorgnisse von Bürgern hinwegsetzen und sie der Lächerlichkeit preisgeben?

Islamexperte: Deutschland integriert sich in den Islam

Derweil warnt z.B. der deutsche Islamwissenschaftler und Politologe Ralph Ghadban im FOCUS sehr wohl vor einer Islamisierung, wie IDEA berichtet. Er schreibt sogar, nicht die Muslime würden sich in unseren Rechtsstaat integrieren, sondern umgekehrt: RTEmagicC_IGFM_Plakat_Art_18_Religionsfreiheit_02_jpg

„Anstatt Muslime in das bestehende Rechts- und Wertesystem einzubinden, vollzieht sich gegenwärtig eine Integration Deutschlands in den Islam. Die Verbreitung des Multikulturalismus in den neunziger Jahren habe diese Entwicklung begünstigt: „Die Kritik am Islam wurde als politisch inkorrekt verpönt. Auf alle Ebenen, der politischen, der juristischen und der Sicherheitsebene, begann der Rückzug des Staates aus Angst, rassistisch zu handeln und die Minderheiten zu stigmatisieren.“  –  Diese Art der Öffnung der deutschen Gesellschaft habe aber nichts gebracht.“

Das eigentliche Konfliktfeld bestehe darin, so der Publizist Ghadban, daß der offizielle Islam die Menschenrechte von Nicht-Muslimen nicht respektiere: „Außer den erfolglosen Islamreformern, die meistens in Exil leben, erkennt der Islam weder andere Religionen noch andere Menschen als gleichwertig an.“

Statt Islam-Sachkunde ein einseitiger Ausflug in die weite Welt

Statt sich nun inhaltlich mit diesem Problem und dem Gewaltpotential, das systemimmanent im Islam (etwa durch diverse Koransuren) vorhanden ist, zu befassen, weicht Bischof Genn lieber aus in die weite Welt bzw. internationale Politik: IGFM_Scharia

„Der Wahlkampf in den USA hat nach seiner Einschätzung gezeigt, wie in einer komplexen Welt einfache Parolen mehr Gewinn einstreichen würden als die notwendige geistige Auseinandersetzung.“

Damit unterstellt er in seiner Silvesterpredigt den vom Volk gewählten Präsidenten der Vereinigten Staaten, dieser habe lediglich aufgrund „einfacher Parolen“ gesiegt, statt eine „notwendige geistige Auseinandersetzung“ zu führen.

Ist dem katholischen Würdenträger etwa entgangen, daß auch Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton sich nicht als Freundin komplexer Argumentationen erwiesen hat? Was hat seine – noch dazu einseitige  –  Kritik am US-Wahlkampf in einer Silvesterpredigt zu suchen? Wo führt denn er, der Bischof, die „notwendige geistige Auseinandersetzung“? 

Ist es nicht sehr wohl eine „einfache Parole“, wenn er ohne Wenn und Aber zum Besten gibt, man brauche sich vor einer Islamisierung nicht fürchten?

Bischof Genn warnt vor einer „Abschottung“

Zudem erklärte der Bischof laut Bericht der Bistumszeitung, es führe „nicht weiter“, wenn man sich gegenüber fremden Religionen und Kulturen „abschotten“ wolle. Wörtlich heißt es zu Genns Predigt: „In einer globalisierten Welt sei die Vermischung von Kulturen und Religionen nicht aufzuhalten.“

Mit anderen Worten: Er sieht keinen Grund, irgendetwas gegen eine „Religionsvermischung“ zu unternehmen, denn „Abschottung“ ist ja nicht angesagt. foto-dcubillas-www_freimages_com_

Eine „Vermischung von Kulturen und Religionen“ geht bei Licht betrachtet sogar noch über die naiv-grüne Multikulti-Ideologie hinaus, denn diese glaubt blauäugig an ein friedliches Nebeneinander verschiedener Kulturen und Religionen innerhalb eines Landes. Es wird eine Koexistenz, aber kein Synkretismus, keine Vermischung der Religionen angestrebt.

Will der Bischof von Münster die offensichtlich gescheiterte Multikulti-Traumtänzerei noch toppen, indem er einer Religionsvermischung das Wort redet?!

Hätte er sich statt dieser weitgehend oberflächlichen bis irreführenden Zeitgeist-Predigt doch selber an jenes Dichterwort von Andreas Knapp gehalten, das er in seiner Predigt so wohlwollend zitierte:

»im gedroschenen stroh
des leeren geredes
kein körnchen wahrheit mehr
täglich wächst der hunger
dass ein wort geboren werde
nahrhaft wie ein weizenkorn«

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Siehe ergänzend unser Bericht über ein von Bischof Genn verfügtes Predigtverbot für einen islamkritischen Pfarrer, das er durch vatikanischen Beschluß zurücknehmen mußte: https://charismatismus.wordpress.com/2015/07/13/vatikan-hebt-predigtverbot-fuer-islamkritischen-pfarrer-paul-spaetling-auf/

HIER der volle Wortlaut der Bischofs-Predigt: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/dokumentiert-die-predigt-von-bischof-felix-genn-zum-jahresschluss-2016/

Inzwischen gibt es auch auf kath.net eine lebhafte Leserdebatte: http://www.kath.net/news/58061


Christmette und Weihnachtsmesse in Regensburg: Christus ist das Urgeschenk

Während der großen Weihnachtsmesse am Sonntag um 10 Uhr im Regensburger Dom wurden die hauptsächlichen Gebete und Texte in der lateinischen Sprache vorgetragen. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer erklärte dies mit der Verbindung zum Papst in Rom: „Somit sind wir mit der Kirche an allen Orten und Zeiten verbunden.“ Die Lesung trug Frau Jitka Bonk in der tschechischen Sprache vor. Außerdem gab es Fürbitten auf Spanisch und Polnisch, Deutsch und Lateinisch. 161224_christmette-stille-nacht-domspatzen

Unter den Zelebranten am Hauptaltar war auch Pfarrer Mayas Abboud. Er kommt aus Damaskus in Syrien und gehört der griechisch-katholischen Kirche dort an. In der Diözese Regensburg und darüber hinaus kümmert er sich um Menschen, die von dort geflohen sind.

BILD: Regensburger Domspatzen singen in der Christmette

Bischof Voderholzer erinnerte daran, dass Pfarrer Abboud sowie viele Menschen in Syrien die Muttersprache Jesu sprechen – und forderte auf, für die „Wiege des Christentums“ und die Menschen dort zu beten.

In seiner Christmette-Predigt am Abend zuvor sprach der Bischof darüber, warum wir uns gerade an Weihnachten – seit geraumer Zeit auch die Erwachsenen – beschenken. Das Schenken sei zwar vielen Gefahren ausgesetzt. Es gehe allerdings um das Wesen des Geschenks, nicht um sein „Unwesen“ – sein Abgleiten in Materialismus (Konsum) oder den falschen Glauben, sich dafür „revanchieren“ zu müssen. 

Der Bischof erklärte weiter, das Urgeschenk zu Weihnachten sei nicht in Papier und Schleifen gewickelt, sondern liege in Windeln in einer Krippe: in Christus hat sich Gott selbst den Menschen geschenkt.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg

 

 


PREDIGT von Pastor Dr. Werner Neuer beim „Marsch für das Leben“ in Berlin

Seit Jahrzehnten kennen und schätzen wir den evangelischen Theologen und Pfarrer Dr. Werner Neuer (siehe Foto). Stets hat er sich engagiert und entschieden für das Lebensrecht aller Menschen, auch der ungeborenen Kinder eingesetzt.  bild-089_1024_1
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Der „Marsch für das Leben“ am vergangenen Samstag (17.9.) endete im Beisein von über 7000 Teilnehmern mit einem ökumenischen Gottesdienst vor dem Berliner Reichstag, wobei der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Liturgie leitete –  und der evangelikale Pastor Neuer die Predigt hielt. Eine erfreuliche, glaubenskonservative Ökumene für das Lebensrecht!
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Nicht allein der Schweigemarsch, sondern sogar der Abschlußgottesdienst wurde vom ohrenbetäubenden Lärm ultralinker Gegendemonstranten gestört, zumal einige Randalierer in das abgesperrte Gottesdienst-Terrain eindrangen.
Daß bei gewissen Abtreibungsbefürwortern nicht einmal ein Minimal-Respekt vor dem Gottesdienst und dem Glauben der Christen erkennbar wurde, ist erschreckend.
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Was wäre wohl geschehen, welchen Medienwirbel hätte es ausgelöst, wenn in unserem Land z.B. ein Freitagsgebet muslimischer Mitbürger in derart unflätiger Weise gestört worden wäre? Was in der Berichterstattung ebenfalls kaum erwähnt worden ist: 14 Polizisten wurden von Chaoten verletzt, 12 Personen wurden festgenommen.
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Die Predigt von Dr. Neuer hier zu sehen: www.youtube.com/watch?v=6rWLS6Y4iZc
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Wir baten den Pfarrer darum, seine Ansprache schriftlich veröffentlichen zu dürfen, was er gerne erlaubt hat und wofür wir herzlich danken. Hier folgt der vollständige Wortlaut:
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Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus!bild-052_1024_1

Liebe Schwestern und Brüder!

Es ist mir eine große Freude, dass wir diesen Ökumenischen Gottesdienst gemeinsam als Christen unterschiedlicher Kirchen und Konfessionen feiern können.

BILD: Die Teilnehmer(innen) beim „Marsch für das Leben“ kamen aus nah und fern (Foto oben und hier: Bistum Regensburg)

Damit legen wir ein Zeugnis dafür ab, dass das Ja zur unantastbaren, von Gott verliehenen Würde des Menschen und zum unendlichen Wert des menschlichen Lebens zu den gemeinsamen Grundüberzeugungen der Christenheit gehört, die von den konfessionellen Unterschieden nicht betroffen sind.

Die Ethik aller christlichen Kirchen beruht auf dem geoffenbarten Wort Gottes, das im 5. Gebot jede Tötung unschuldiger Menschen kategorisch verbietet. Nicht nur uns Christen, allen Menschen ist gesagt: Du sollst nicht töten!

Wir wollen in diesem Gottesdienst Gott als den Schöpfer allen Lebens preisen, dem wir unser Dasein, unser einzigartiges Leben und die unermesssliche Herrlichkeit der Schöpfung verdanken. Dass wir dies gemeinsam als Christen aus verschiedenen Kirchen und Konfessionen tun ist besonders erfreulich, obwohl dies eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Ausgangspunkt dieser Predigt ist ein Text, der vielen von uns bekannt sein dürfte: Psalm 139, die Verse 1–6, 13+14; 23+24. Ich lese die Verse nach der Übersetzung Martin Luthers:

Ein Psalm Davids, vorzusingen.
HERR, du erforschest mich und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.…
Du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
Wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.…
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;
Prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.
Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege!

GEBET: „HERR, lass uns jetzt stille werden vor Dir, dass wir hören, was Du uns sagen willst.“

Die Verse dieses Psalmes beschreiben mit eindrucksvollen Worten Gott als den Geber, Erhalter und Beschützer allen menschlichen Lebens. Ich möchte drei Aussagen des Textes in den Vordergrund stellen:Kreuzkuppel

  1. Gott kennt und versteht mich bis ins Innerste.
  2. Gott kennt und versteht mich vom Anfang meines Lebens an.
  3. Alles, was Gott tut, ist gut: Unser Leben hat ein ewiges Ziel!

1. Gott kennt und versteht mich bis ins Innerste.

Unsere menschliche Wahrnehmung ist zunächst vor allem eine Außenwahrnehmung. Durch unsere Sinne nehmen wir unsre Umwelt wahr. Wir sehen, hören, schmecken, riechen  und spüren unsere Umgebung und ziehen daraus unsere Folgerungen. Die meisten Menschen nehmen wir nur von außen wahr. Nur einen Teil  der Menschen (vor allem unsere Familie, Verwandte und Freunde) nehmen wir so gut wahr, dass wir etwas Verlässliches über ihr Inneres sagen können.

Aber oft ist das, was wir über ihr Inneres wissen, viel zu wenig, um sie wirklich zu verstehen. Oft haben wir Mühe, gerade jene Menschen zu verstehen, die wir am besten zu kennen meinen. Psalm 139 macht deutlich: Der lebendige Gott kennt solche Schwierigkeiten nicht. Er kennt uns Menschen alle bis ins Innerste: P1020947

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.´Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Gott kennt nicht nur unser Tun und unser äußeres Ergehen, sondern er kennt all unser Denken, Wollen und Fühlen. Dass der ewige, unendlich erhabene Schöpfer Himmels und der Erde uns kleine Menschen vollständig kennt und versteht, dass er überhaupt an uns persönlich interessiert ist, ist für unser begrenztes menschliches Denken unbegreiflich. Der Psalmist zieht deshalb das Fazit:

Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.

Viele Menschen – sofern sie noch irgendwie an Gott glauben – empfinden Gottes Allwissenheit als etwas Bedrohliches. Sie erschrecken beim Gedanken: Alle Bosheit, die ich getan, gesagt oder auch nur gedacht habe, ist Gott bekannt! Ist diese Tatsache nicht beschämend für uns Menschen, ist doch auch unser Leben als Christen befleckt von Egoismus, Lieblosigkeit und Bosheit? Für den Psalmisten ist Gottes Allwissenheit eine tröstliche und befreiende Einsicht, weil er sich in Gott – trotz seiner Sünden – geborgen weiß:A.L.Content_Was_wir_wollen

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine bergende und schützende Hand über mir.

Der Psalm 139 lädt uns alle dazu ein, unser Leben gerade auch mit seinen dunklen Seiten vertrauensvoll in Gottes gute Hände zu legen, um Gottes Geborgenheit, Schutz und Fürsorge, und seine Vergebung zu empfangen! Denn wer sein Leben Gott anvertraut, darf nicht nur mit seinem Schutz, sondern auch mit seiner Vergebung rechnen!

Der Psalmist hat volles Vertrauen zu Gott, weil er sein Leben mit all seinen Fehlern und Schwächen von Anbeginn, vom ersten Moment seines Daseins an in Gott geborgen weiß: Damit sind wir bei der 2. Botschaft unseres Textes:

  1. Gott kennt und versteht mich vom Anfang meines Lebens an.

Der Psalmist rühmt Gott als seinen Schöpfer vom ersten Augenblick seiner Entstehung:

Du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.

Der Psalmist sieht in seinem Leben offenkundig nicht das Produkt eines blinden Naturprozesses, sondern – um es in heutiger Sprache zu sagen – das unerhört planvolle, außerordentlich geniale , wahrhaft „wunderbare“ Werk Gottes des Schöpfers. Kein heutiger Leser oder Hörer sollte hier einwenden: Die moderne Naturwissenschaft habe die Entstehung des Menschen „begreiflich“ gemacht. Das Gegenteil ist der Fall:

Die Erkenntnisse der modernen Zellbiologie haben eine solche Genialität feinstens aufeinander abgestimmter planvoller zellbiologischer Abläufe zutage gebracht, dass der namhafte atheistische Philosoph Anthony Flew seinem Atheismus öffentlich den Abschied gegeben und sich zur Plausibilität des Schöpferglaubens bekannt hat. Auch ein bestens mit der neuesten Forschung vertrauter Naturwisssenschaftler kann mit gutem Gewissen in den staunenden Dank des Psalmisten einstimmen:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin! DSC_0048

Die christliche Kirche hat sich die Sicht von Psalm 139 zu eigen gemacht, indem sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis Gott als den allmächtigen Schöpfer bekennt:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“

Wir Menschen sind nicht – wie viele heute meinen – das Produkt blinder Naturprozesse, sondern – um es mit Papst Benedikt XVI. zu sagen: „Jeder von uns ist Frucht eines Gedankens Gottes. Jeder von uns ist gewollt. Jeder von uns ist geliebt. Jeder von uns ist gebraucht.“  – Diese freudige Gewissheit darf und soll uns Menschen – Christen wie Nichtchristen – bestimmen!

Auffällig an Psalm 139 ist, dass der Psalmist nicht nur seine persönliche Gewissheit ausspricht. Wenn wir den ganzen Psalm lesen – auch die Verse, die ich nicht verlesen habe, dann ist deutlich, dass sein Blick in die universale Weite der Welt geht. Er sieht nicht nur in seinem eigenen kleinen Leben Gottes Weisheit, Fürsorge und Liebe am Werk, sondern in „allen Werken“ Gottes, also im gesamten Kosmos:  Wunderbar sind deine Werke. Diese Worte beschreiben in lapidarer Kürze die ganze Welt als großartige Schöpfung Gottes.

Es ist die Not vieler heutiger Menschen, dass sie diese Weltsicht nicht mehr haben. Stattdessen erscheint ihnen die Welt oft als sinnlos oder gar feindselig. Dass jeder Mensch ein Geschenk von unendlichem Wert ist, dass die gesamte Schöpfung Geschenkcharakter hat, die unser Leben nicht nur ermöglicht, sondern unendlich bereichert – dies alles ist aus dem Blick geraten. DSC06228

Anstelle des Lobpreises Gottes als des Schöpfers allen Lebens ist eine geradezu nihilistische Verneinung des Lebens getreten, das Nein zur Menschenwürde und zur menschlichen Geschöpflichkeit, das in der Abtreibung und Euthanasie sichtbar werdende millionenfache Nein zum Leben  – von den tagtäglichen Zerstörungen menschlichen Lebens in Kriegen und Bürgerkriegen ganz zu schweigen.

In unserer Kundgebung und in unserem Schweigemarsch haben wir diese Situation öffentlich beklagt. Dies war angesichts des Schweigens der Gesellschaft bitter nötig und wird auch in Zukunft nötig sein! Jetzt in diesem Gottesdienst wollen wir die Klage über die Lebensfeindschaft der Menschen unserer Zeit ausmünden lassen in den Lobpreis des lebendigen Gottes, der das Leben und die Liebe in Person ist. Dieser Lobpreis darf nie verstummen.

Am Anfang und am Ende unseres Engagements steht das Lob des dreieinigen Gottes, weil wir IHM alle alles verdanken. Damit sind wir beim letzten Punkt dieser Predigt:

  1. Alles, was Gott tut, ist gut: Unser Leben hat ein ewiges Ziel.

Der Psalm 139 preist den gesamten Kosmos und damit alles, was Gott getan hat, tut und tun wird. Der Lobpreis des Psalmisten betrifft nicht nur Vergangenheit und Gegenwart, sondern auch die Zukunft. Der Psalm schließt mit der umfassenden Bitte:

Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. marsch_2013_photo_dv_447_m

Der Psalmist will bewahrt bleiben vor den bösen Abgründen und Wegen seines eigenen Herzens. Vor allem aber will er geleitet werden auf ewigem Wege. Er rechnet fest damit: Gott meint es auch in Zukunft gut mir und diese Zukunft endet nicht im diesseitigen Leben, sondern in der ewigen Welt Gottes!

Mit der Bitte leite mich auf ewigem Wege macht der Psalmist deutlich, dass er dieses ewige Ziel, das Gott ihm gesetzt hat, unbedingt erreichen will. Was in unserem Psalm nur angedeutet ist, wird im Neuen Testament durch das Kommen Jesu Christi, unseres Erlösers und Herrns, zur ausdrücklichen Verheissung:

Durch den Glauben an Christus hat unser Leben ein ewiges Ziel! Als Christen dürfen wir einmal definitiv und für immer in der Gemeinschaft mit Gott leben in einer neuen Welt ohne Tränen, ohne Gewalt, ohne Mord und ohne Tod, in einem Leben in immerwährender Freude und Glückseligkeit. Zu diesem Glauben und dieser Hoffnung laden wir alle Menschen ein – auch unsere Gegner und Feinde!

Als Christen hören wir nicht auf, zuversichtlich zu hoffen:

Unser himmlischer Vater, der ewige Gott des Friedens und der Liebe,
der Stifter und Bewahrer alles Lebendigen
wird unser irdisches Dasein des Leides und des Todes einmal definitiv verwandeln
und vollenden in ein Leben ewiger Freude!
Und er wird auch diese Welt verwandeln in eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit.
Und es wird ewiger Friede sein im Himmel und auf Erden!
Und dieser „Friede Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft,
der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem HERRN.“ –
Amen.“


Wenn der Hirte sich als Schaf verkleidet, um mit den Wölfen zu heulen…

Predigt von Prälat Wilhelm Imkamp am 3. Juli 2016bc9b165a98

Wer an diesem Sonntag im Gottesdienst das Evangelium hört, wird ihn nicht hören, wer das Evangelium des heutigen Tages in einem neueren Gebetbuch liest, wird ihn nicht lesen, den Satz: „Wer Euch hört, der hört mich und wer Euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, verachtet den, der mich gesandt hat“. Es ist der Vers 16 aus der heutigen Tagesperikope, Lk 10, 1 – 20.

Die Verse 13 – 16 sind gestrichen worden; es sind die Verse, die erstens bestätigen, dass Jesus die Möglichkeit zur Verdammnis sehr, sehr ernst nimmt und die zweitens deutlich machen, dass die ausgesandten Jünger nicht auf einem therapeutischen Selbsterfahrungstrip mit Suche nach Gemeinschaftserfahrung sind, sondern dass sie in authentischer Stellvertretung des HERRN selbst handeln.

In diesem „Legitimationswort“ wird schon spürbar, was später als das Handeln „in persona Christi“ bezeichnet wird.

Nur deswegen, weil nämlich die Ablehnung der Heilsvermittlung die Ablehnung des HERRN selbst, ja des Vaters ist, „wird es Sodom erträglicher gehen an jenem Tag, als jener Stadt“. Es gibt sie also, die Ablehnung der Botschaft, die vom Botschafter des HERRN die klare Kante, den klaren Schnitt verlangt! Osternacht2012_Maria_Vesperbild_009_01

Die echten Botschafter des HERRN werden wie „Lämmer mitten unter die Wölfe“ gesandt. Hier wird ein scharfer Gegensatz aufgezeigt, der sich nicht dadurch auflösen lässt, dass man die Wölfe zu Schafen erklärt. „Wer mit dem Wolf tanzt“, der wird gefressen oder selbst ein Wolf.

BILD: Altar von Maria Vesperbild mit der Pieta (Madonna mit dem toten Christus auf ihrem Schoß)

Natürlich ist die Botschaft vom Reich Gottes wunderbar tröstend, aber bitte vollständig: „Wer euch hört, der hört mich…“, fordert vom Hörer Bekehrung, Hingabe, ja Unterwerfung: Weil nämlich die Ablehnung der Jünger Ablehnung der Heilsvermittlung, Ablehnung des HERRN selbst, ja des Vaters ist, „wird es Sodom erträglicher gehen an jeden Tag als jener Stadt“.

Natürlich zählen diese Verse „zweifellos zu den erschreckendsten des ganzen Neuen Testaments“ (Drewermann), deswegen werden sie ja auch in der Verkündigung oft wie Schmutzwäsche behandelt, vorsortiert, weichgespült, durchgeschleudert und luftgetrocknet.

Der HERR bestimmt die Modalitäten der Verkündigung. (…) Eine Botschaft, die nicht verstümmelt verdampfen, sondern in voller Tiefe verkündet werden sollte.

Gott schütze uns vor Menschen, die nicht hören wollen und vor Hirten, die sich als Schafe verkleiden, um besser mit den Wölfen heulen zu können! Deshalb noch einmal die Einladung, in Ihrer Bibel zu Hause das Evangelium des heutigen Tages, Lukas 10, 1 – 20 vollständig (!) zu lesen.

Prälat Dr. Wilhelm Imkamp leitet den Wallfahrtsort Maria Vesperbild im bayerischen Schwaben (Bistum Augsburg)


Kardinal Müller: Kein Frauen-Diakonat wegen der Einheit des Weihesakramentes

Von Felizitas Küble

Derzeit ist die von Papst Franziskus angestoßene Frage nach weiblichen Diakonen wieder in aller Munde. Reformkatholische Frauenverbände, die seit Jahrzehnten mit Aktionen pro Diakoninnen zugange sind, fühlen sich   –  wenngleich vorschnell  – bereits in ihrem Anliegen bestätigt.bildma1

Immer wieder wird der Hinweis aufgeworfen, daß es in der frühkirchlichen Praxis ein weibliches Diakonat gegeben habe, einer erneuten Einführung also theologisch nichts im Wege stände.

Dabei wird aber geflissentlich übersehen, daß es nicht auf Begriffe, sondern auf deren Inhalt ankommt:

Die „Diakonissen“ der ersten Jahrhunderte hatten kein sakramentales Weihe-Amt inne, vielmehr handelte es sich um eine Segnung ähnlich der Witwen- oder Jungfrauenweihe, folglich um ein Sakramentale (nicht um ein Sakrament).

Zudem war das damalige Aufgabenfeld einer Diakonisse anders als das eines Diakons damals und heute; sie war vor allem für die Vorbereitung weiblicher Katechumenen – also Taufbewerberinnen – zuständig, durfte aber z.B. nicht in der hl. Messe predigen, wie es für einen Diakon erlaubt ist.

Hingegen besteht das Weihesakrament aus drei Stufen: Diakonat, Priesterweihe, Bischofsweihe. Wenngleich die Priesterweihe hierbei die zentrale Stelle einnimmt, gehört auch das Diakonat zum „Ordo“, zum kirchlichen Amt, das gleichsam eine theologische Einheit bildet und nicht „auseinanderdividiert“ werden kann.

Darauf hat der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kurienkardinal Gerhard Müller, schon als Domatikprofessor und Bischof von Regensburg deutlich hingewiesen. Somit gilt die Lehraussage, wonach nur ein getaufter Mann die Priesterweihe empfangen kann, ähnlich auch für das Diakonat. 

Dabei wird Müllers Argumentation von  der Internationalen Theologen-Kommission des Vatikan gestützt; das Gremium äußerte sich bereits 2003 in einem Dokument über „Entwicklung und Perspektiven“ des Diakonats sehr skeptisch hinsichtlich einer möglichen Zulassung von Frauen.

Auch dort gab man zu bedenken, daß gerade das 2. Vatikanische Konzil die „Einheit der Weihen zum Diakon, Priester und Bischof“ stark betont habe. Außerdem könne man die Diakonissen der Frühkirche nicht mit dem heutigen Diakonenamt gleichsetzen.

Hier der Wortlaut des Dokuments: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_pro_05072004_diaconate_ge.html

Selbst die Deutsche Bischofskonferenz hat eine Diakoninnen-Weihe bislang stets abgelehnt und dabei ähnlich wie Kardinal Müller argumentiert.