Regensburg: Bischof eröffnete Wolfgangswoche

Das Priesteramt und die Bedeutung der Frauen

Am Sonntag hat Bischof Rudolf Voderholzer in der Regensburger Basilika St. Emmeram die Wolfgangswoche eröffnet. Dazu wurde der Schrein des Bistumsheiligen aus der Wolfgangskrypta erhoben und von Diakonen in das Kirchenschiff getragen (siehe Foto).

Die gesamte Woche über werden Gottesdienste zu Ehren des Heiligen gefeiert, der zu seiner Zeit „vorausschauend, klug und gegen manche Widerstände“ das Bistum in die Zukunft geführt hat, wie es Bischof Voderholzer formulierte.

Die Wolfgangswoche, die von Bischof Rudolf Graber ins Leben gerufen wurde, mündet in die Feier der Priesterweihe.

Am 29. Juni wird Bischof Voderholzer im Dom St. Peter sechs Männer weihen. Ihnen wünschte der Oberhirte, dass sie ihren Dienst immer tiefer verstehen. Das Priesteramt sei keine „Machtposition“, sondern ein „Dienst an der Freude“.

„Christus hat ausschließlich Männer als Apostel berufen“ – das betonte der Regensburger Bischof in seiner Predigt. Sie vergegenwärtigen Christus in besonderer Weise. Dabei habe dies aber von Anfang an „die Bedeutung von Frauen in der Kirche nicht geschmälert“.

Bischof Voderholzer erinnerte beispielsweise an die Gottesmutter, der höchste Verehrung zuteil wird, an die Bedeutung der Frauenorden als Orte der Bildung und Erneuerung oder an Frauen wie die Regensburgerin Maria Theresia Gerhardinger, die gemeinsam mit dem späteren Bischof Wittmann Großes leistete.

Mann und Frau: „wunderbarer Zusammenklang“

All diese Beispiele zeigen, wie sich Frauen seit Beginn der Kirche mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten eingebracht haben. Sie tun dies auch heute, wie der Bischof hervorhob, wenn Frauen in Politik, Wissenschaft, caritativen Aufgaben oder im Bildungsbereich für das Evangelium wirken.

Die Beziehung Christi zu seiner Braut, der Kirche, werde vergegenwärtigt in der Ehe zwischen Mann und Frau.

Die Gegensätzlichkeit und Verwiesenheit der beiden Geschlechter bilde wie die Männer- und Frauenstimmen in der Musik einen „wunderbaren Zusammenklang, eine Symphonie“, so Bischof Voderholzer: „Nur die Frau kann den Mann zum Vater, nur der Mann die Frau zur Mutter machen.“

Lesen Sie hier die PREDIGT des Bischofs in voller Länge:

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zur Eröffnung der Wolfgangswoche am Sonntag, 23. Juni 2019:

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Am kommenden Freitagabend wird der scheidende Domkapellmeister Roland Büchner zum letzten Mal in dieser Funktion in der Domstadt die Domspatzen, unseren Domchor, im Rahmen eines Konzertes dirigieren.

Anlässlich der Feier von 50 Jahre Städtepartnerschaft Regensburg Brixen wird im Audimax der Universität Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ gegeben, und die Domspatzen werden zusammen mit dem Domchor Brixen, namhaften Solisten und dem Kammerorchester Regensburg musizieren.

Die Schöpfung von Joseph Haydn gehört zu meinen Lieblingsstücken aus der klassischen Musik und ich freue mich schon sehr auf diesen Abend gegen Ende in einer ereignisreichen Wolfgangs-Woche, am Vorabend der Priesterweihe und dann der Feier von „150 Jahre Vollendung der Domtürme“.

Das Libretto dieses Oratoriums „Die Schöpfung“ orientiert sich ganz am Ersten Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis. Besonders beeindruckend ist, wie die Erschaffung des Lichtes in Töne umgesetzt wird. Unter den vielen bemerkenswerten musikalischen Akzenten ragt dann für mich heraus, wie Haydn die Krone der Schöpfung, den Menschen, geschaffen als Mann und Frau, musikalisch ehrt. Das Duett Adam und Eva und der Lobpreis der Ergänzung, der gegenseitigen Verwiesenheit von Mann und Frau, ihre gegenseitige Attraktivität zur Eröffnung von Geschichte bewegt mich immer wieder tief. Es ist geradezu eine Hymne auf die Schöpfung des Menschen als Mann und Frau.

Schon vom musikalischen her wird deutlich, dass es schön und gottgewollt ist, dass es nicht nur Männerstimmen, sondern auch Frauenstimmen gibt, und dass Bass und Tenor auf der einen und Alt und Sopran auf der anderen Seite einen wunderbaren Zusammenklang, eine Sym-Phonie ergeben.

Mann und Frau sind aufeinander verwiesen. Nur die Frau kann den Mann zum Vater, nur der Mann die Frau zur Mutter machen.

Man hat Haydn hin und wieder angekreidet, dass er die Schöpfung – ganz im Geiste der Aufklärung – zu optimistisch darstellt und den Bruch, der durch die Sünde die gute Schöpfung beeinträchtigt und belastet, auch das Verhältnis der Geschlechter zueinander überschattet, zu wenig berücksichtigt. In der Tat wird nur ganz am Schluss des Oratoriums die Gefahr angedeutet, dass der Mensch seine Freiheit auch missbrauchen kann.

Aber das stellt den Wert und die Größe dieses Werkes nicht infrage. Denn es ist und bleibt unsere Glaubensüberzeugung, dass die Sünde die Gottebenbildlichkeit des Menschen nicht aufgehoben hat. Seiner Erlösungsbedürftigkeit kommt Gott selbst in der Menschwerdung seines Sohnes entgegen.

Das Oratorium ist eine Auslegung, eine Predigt über die Gutheit von Gottes Schöpfung als Grundlage der Geschichte des Heils. Und in dieser Schöpfung spielt die Polarität von Mann und Frau, ihre Gegensätzlichkeit und Verwiesenheit aufeinander, eine fundamentale Rolle.

In dieses Gegenüber zeichnet sich gerade auch noch einmal der Fortgang der Heilsgeschichte ein. Das Alte Testament durchzieht wie ein roter Faden die Glaubensüberzeugung, dass sich das Miteinander Gottes zu seinem Volk verhält wie die Beziehung von Braut und Bräutigam. „Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich Dein Gott über Dich“ (Jes 62,5), darf der Prophet Jesaja dem Volk Israel ausrichten.

Dieses Gegenüber wird vertieft in der Beziehung Christi zur Kirche. Christus lässt mehrfach im Evangelium erkennen, dass in ihm der Anspruch Gottes des Vaters erfüllt und er der Bräutigam des neuen Bundesvolkes ist.

Diese realsymbolische Vergegenwärtigung der Beziehung von Christus zu seiner Kirche in der Ehe zwischen einem getauften Mann und einer getauften Frau ist bekanntlich auch der Grund, weswegen die Kirche die Ehe als eines der sieben Sakramente betrachtet; also als eines der von Gott geschenkten Zeichen seiner Gegenwart und Nähe. Und weil das kirchliche Dienstamt in der Nachfolge der Apostel zuallererst in der Vergegenwärtigung dieses Voraus Christi seiner Kirche gegenüber besteht, hält sich die katholische Kirche ebensowenig wie die orthodoxe Kirche für berechtigt, von der Praxis Jesu abzuweichen, nur Männer für diese Aufgabe für geeignet zu halten.

Widerspricht dem nun aber nicht die 2. Lesung aus dem Galaterbrief, die wir gerade gehört haben? Ist nicht die darin enthaltene Aussage, es gebe nicht mehr Mann und Frau – „männlich und weiblich“ sagt die neue Übersetzung –, eine klare Weisung hin zur Öffnung der Weiheämter auch für Frauen, wo es doch nicht mehr darauf ankomme, ob jemand Mann oder Frau sei?

Doch hier gilt es, genau hinzuhören. Der Kontext des Galaterbriefes ist die Auseinandersetzung des Apostels mit dem Wunsch der Galater, wieder unter das jüdische Gesetz zurückzukehren. Ihnen gegenüber ruft Paulus das Geschenk, die Gnade der Taufe in Erinnerung. Die Taufe hebt alle soziologischen und nationalen Unterschiede auf.

In der Kirche gibt es keine Fremden und keine Ausländer. Und auch die Herrschaft des Mannes über die Frau ist abgelöst durch eine gegenseitige Unterordnung und eine gemeinsame Unterordnung unter Christus. Zielsatz des Abschnittes ist: Ihr alle seid „einer“, „unus“, nicht „eins“, ihr seid „einer in Christus“. Durch die Taufe werden wir zu einem Leib mit den vielen Gliedern auferbaut, zum Leib Christi, dessen Haupt der Herr selbst ist. Und als Getaufte sind wir zur Freiheit befreit.

Die Worte des Paulus wären missverstanden, wenn man sie so deuten würde, als habe Paulus die Geschlechterpolarität aufgehoben und die Tatsache geleugnet, dass Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat.

Paulus sagt denn auch nicht: Es gebe nicht mehr Braut noch Bräutigam, oder, es gebe nicht mehr Vater und Mutter. Im Gegenteil. In anderen seiner Briefe zieht er die in die Schöpfung hineingelegte Unterschiedenheit von Mann und Frau und ihre Verwiesenheit aufeinander heran, um das Geheimnis der Liebe zwischen Gott und seiner Schöpfung, zwischen Christus und der Kirche zu verdeutlichen.

Die Zuordnung des geistlichen Dienstamtes mit seiner seinsmäßigen Aufgabe der Christusrepräsentation hat von allem Anfang an die Bedeutung von Frauen in der Kirche nicht geschmälert.

Neben Maria, der Mutter Jesu, der in der Kirche von den Uranfängen her höchste Verehrung zuteilwurde, gab es im Umfeld Jesu etliche Frauen, die ihm folgten, die ihn unterstützten und die vor allem am Karfreitag viel mutiger und treuer zu ihm standen als die Männer. Jesus hat sich über viele gesellschaftliche Schranken hinweggesetzt und einen ganz unbefangenen Umgang mit Frauen gepflegt. Wir wissen, wie ihm das nicht nur einmal zum Vorwurf gemacht wurde. Umso mehr muss es aber doch zu denken geben, dass er – das bezeugen alle Evangelien, und ich verstehe nicht, wie man das bezweifeln kann – dass er ausschließlich Männer als Apostel berufen hat. Sie sollten ihn in besonderer Weise vergegenwärtigen: Wer euch hört, hört mich. Wer auch aufnimmt mich auf und den, der mich gesandt hat.

Dies hat seinen Grund in der sakramentalen Struktur der Kirche. Noch einmal: Beim geistlichen Dienstamt geht es nicht zuerst um eine Funktion, die beliebig ersetzbar wäre, sondern um die Darstellung einer Seinswirklichkeit.

Die Kirche ist nicht eine Gewerkschaft, nicht eine Partei und auch nicht ein (gar noch monarchisches) Staatswesen, das im letzten nur eine irdische Wirklichkeit ist, eigene Zwecke und Ziele verfolgt und von gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten vertreten wird.

Die Kirche ist, wie wir es vom Apostel Paulus gehört haben, „einer“, ein Leib, der „Leib Christi“ zur Vergegenwärtigung seines Wortes und seiner heilbringenden Erlösungstat am Kreuz. In dieser Kirche gibt es verschiedene Dienste und Ämter. Und von Anfang haben Frauen sich in der Kirche mit all ihren Gaben und Fähigkeiten eingebracht. Soziologisch gesehen haben Frauen in der Antike und im Mittelalter vor allem durch die Kirche Entfaltungsmöglichkeiten bekommen.

Der Stand der Witwen etwa bot Schutz vor der im römischen Reich selbstverständlichen Wiederverheiratungspflicht. Die Frauenorden waren über die ganze Geschichte hinweg Orte der Bildung und der Innovation gerade auch in gesellschaftlichen Entwicklungen. Wer hat denn das Krankenpflegewesen, das Kindergartenwesen, die Mädchenschulen usw. erfunden?

Ich erinnere hier nur an die selige Mutter Maria Theresia Gerhárdinger, eine Stadtamhoferin. Zusammen mit dem späteren Bischof Wittmann hat sie wahrhaft Großes geleistet und gezeigt, wie die verschiedenen Dienste und Ämter in der Kirche zusammenwirken, wenn sie sich nicht in eine ungeistliche und unfruchtbare Konkurrenzsituation hineindrängen lassen, sondern im Hören auf Gottes Wort zum Heil der Menschen arbeiten.

Und so gibt es auch heute in der Politik, in der Wissenschaft, im Bildungsbereich, im sozialcaritativen Bereich, usw. usw. eine Fülle von Aufgaben, in denen wir in der Verschiedenheit und im Reichtum der unterschiedlichen Begabungen und Charismen für das Evangelium wirken können und wo gerade auch Frauen ihre Begabungen einbringen können.

Im Blick auf das geistliche Dienstamt, das ja beileibe nicht allen Männern, sondern den von Christus berufenen, zukommt, schärft uns das heutige Evangelium ein:

Es geht zuallererst um das Zeugnis. Petrus als exemplarischer Jünger bekennt Jesus als den Messias Gottes. Das Einstehen für den Glauben und das Bekennen des Glaubens an den gekreuzigt-auferstandenen Herrn ist erste und wichtigste Aufgabe. Dass dies nicht unbedingt der Selbstverwirklichung dient und einem nicht in erster Linie Beifall und gesellschaftlichen Ruhm einbringt, dafür gibt es tagtäglich Beispiele.

Und der Herr sagt es ausdrücklich: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst und nehme er sein Kreuz auf sich.

Deutlicher kann das Besondere und Spezifische des Christseins und der Kirche nicht zum Ausdruck gebracht werden. Sich ganz in den Dienst Christi stellen, und ihn mit seiner ganzen Existenz bezeugen, das ist der Anspruch an die, die zum apostolischen Dienst gerufen sind. „Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben.“

In dieser Woche bereiten sich sechs Diakone auf die Priesterweihe vor.

Nehmen wir sie ins Gebet, dass sie das Amt, das ihnen übertragen wird, als Dienst der Vergegenwärtigung Christi immer tiefer verstehen lernen und ausüben, nicht als Machtposition, sondern als Dienst an der Freude, als Dienst der Vergegenwärtigung Christi, des Bräutigams seiner Kirche, als Dienst der Vergegenwärtigung Christi als Haupt des „einen“ Leibes, der die Kirche ist in ihren vielen Gliedern, die alle berufen sind, Männer und Frauen, den Armen sein Evangelium zu verkünden, Amen.

Quelle: Bistum Regensburg

 


Papst Benedikts Predigt in NOTRE DAME bei seiner Frankreichreise im September 2008

PREDIGT von BENEDIKT XVI. in Paris, Notre-Dame
Freitag, 12. September 2008

Gepriesen sei Gott, der uns diese Begegnung an einem Ort erlaubt, der dem Herzen der Pariser, aber auch aller Franzosen so teuer ist!

Gepriesen sei Gott, der uns die Gnade schenkt, daß wir Ihm unser abendliches Gebet widmen dürfen, um Ihm den gebührenden Lobpreis darzubringen mit den Worten, welche die Liturgie der Kirche vom Synagogen-Gottesdienst geerbt hat, an der Christus und seine ersten Jünger teilgenommen haben!

Ja, gepriesen sei Gott, daß ER uns so zu Hilfe kommt – in adiutorium nostrum –, um uns zu helfen, das Opfer unserer Lippen zu Ihm aufsteigen zu lassen!

Wir sind hier versammelt in der Mutterkirche der Diözese Paris, in der Kathedrale Notre-Dame, die sich im Herzen der Stadt erhebt als ein lebendiges Zeichen der Gegenwart Gottes mitten unter den Menschen.

Mein Vorgänger Papst Alexander III. hat ihren Grundstein gelegt, die Päpste Pius VII. und Johannes Paul II. haben sie mit ihrem Besuch beehrt, und ich freue mich, ihren Spuren zu folgen, nachdem ich vor einem Vierteljahrhundert hierhergekommen war, um einen Vortrag über die Katechese zu halten.

Wie sollte man nicht Ihm, der die Materie wie den Geist erschaffen hat, danken für die Schönheit des Gebäudes, das uns umgibt?

Die Christen von Lutetia hatten bereits eine dem heiligen Stephanus, dem ersten Märtyrer, geweihte Kathedrale errichtet, die zu klein geworden war – und im Laufe des 12. bis 14. Jahrhunderts durch die Kathedrale ersetzt worden ist, die wir heute bewundern können.

Der Glaube des Mittelalters hat die Kathedralen erbaut, und eure Vorfahren sind hierhergekommen, um Gott zu loben, ihm ihre Hoffnungen anzuvertrauen und ihre Liebe zum Ausdruck zu bringen. Große kirchliche und weltliche Ereignisse haben in diesem Heiligtum stattgefunden, wo Architekten, Maler, Bildhauer und Musiker das Beste ihrer selbst gegeben haben…

Die Kunst als Weg zu Gott und das gemeinschaftliche Gebet als Lob der Kirche an den Schöpfer haben Paul Claudel geholfen, den Weg zu einer persönlichen Erfahrung mit Gott zu finden, als er 1886 hier am Weihnachtstag an der Vesper teilnahm. Es ist bezeichnend, daß Gott seine Seele gerade während des Gesangs des Magnifikat erleuchtet hat, in dem die Kirche den Gesang der Jungfrau Maria, der heiligen Patronin dieses Ortes, hört, der die Welt daran erinnert, daß der Allmächtige die Niedrigen erhöht hat (vgl. Lk 1,52)…

Unter den Gewölben dieser geschichtsträchtigen Kathedrale ist soeben als Zeuge des unablässigen Austauschs, den Gott zwischen den Menschen und Ihm selbst herstellen wollte, das Wort Gottes erklungen. Das Wort Gottes soll unser Abendopfer sein, wie es die Darbringung des Weihrauchs, der unser Lob an Gott sichtbar werden läßt, deutlich macht.

Es fügt sich, daß die Worte des Psalmisten die Stimmung unserer Seele auf eine so treffliche Weise beschreiben, wie wir es uns nicht vorzustellen gewagt hätten: „Ich freute mich, als man mir sagte: »Zum Haus des HERRN wollen wir pilgern«(Ps 122,1).

Laetatus sum in his quae dicta sunt mihi: Die Freude des Psalmisten, die in den Worten des Psalms enthalten ist, erfüllt unsere Herzen und findet dort tiefen Widerhall.

Unsere Freude ist es, zum Haus des HERRN zu wallfahren, denn  –  die Väter haben es uns gelehrt  –  dieses Haus ist nichts anderes als das konkrete Symbol für das himmlische Jerusalem, das zu uns herabkommt (vgl. Offb 21,2), um uns die schönste Wohnstatt anzubieten…

Wir schließen uns den Pilgern an, die nach Jerusalem und die Stufen des Tempels hinaufgestiegen sind, wir schließen uns den Tausenden Männern und Frauen an, die erkannt haben, daß ihre irdische Pilgerreise ihr Ziel im Himmel finden wird, im ewigen Jerusalem, und die auf Christus vertraut haben, daß er sie dorthin führe. In der Tat, welche Freude zu wissen, daß wir unsichtbar von einer solchen Fülle von Zeugen umgeben sind!

Unser Weg zur heiligen Stadt wäre nicht möglich, wenn wir ihn nicht in der Kirche gingen, die Keim und Vorausbild des himmlischen Jerusalem ist. „Wenn nicht der HERR das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut(Ps 127,1).

Wer ist dieser HERR, wenn nicht unser HERR Jesus Christus? ER ist es, der seine Kirche gegründet hat, der sie auf den Felsen gebaut hat, auf den Glauben des Apostels Petrus.

Wie es der bereits zitierte heilige Augustinus ausdrückt: „Es ist Jesus Christus, unser HERR, der selbst seinen Tempel errichtet. Viele mühen sich ab bei dem Bau, aber wenn es nicht der HERR ist, der den Tempel errichtet, mühen sich die Bauleute vergebens (Enarratio in Psalm 126,2).

Nun, liebe Freunde, stellt sich Augustinus die Frage, wer diese Bauleute sind. Und er selbst antwortet darauf: „Diejenigen, die in der Kirche das Wort Gottes verkünden, die die Sakramente spenden. Wir laufen jetzt alle, wir arbeiten alle, wir bauen alle“, aber Gott allein ist es, der in uns „baut, der ermahnt, der den Verstand weitet, der unseren Geist den Glaubenswahrheiten zuwendet“.

Wie wunderbar ist unser Wirken im Dienst am Wort Gottes!

Wir sind die Werkzeuge des Heiligen Geistes; Gott ist so demütig, daß er uns gebraucht, um sein Wort zu verbreiten. Wir werden seine Stimme, nachdem wir unser Ohr seinem Mund zugewandt haben. Wir legen sein Wort auf unsere Lippen, um es der Welt zu geben. Das Opfer unseres Gebetes ist ihm wohlgefällig und dient ihm dazu, sich all denen mitzuteilen, denen wir begegnen.

Quelle und Fortsetzung der Ansprache hier: http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/homilies/2008/documents/hf_ben-xvi_hom_20080912_parigi-vespri.html


Die Abtreibung ist der größte Zerstörer von Frieden und Liebe

Pfarrer Jesse Ty aus den Philippinen leitet die Pfarrei „Our Lady of Joy“ in Carefree im US-Bundesstaat Arizona unweit von Phoenix.

In seiner kürzlichen Predigt zum 4. Sonntag im Jahreskreis, auf die uns Dr. Edith Breburda aufmerksam machte,nahm dieser glaubensstarke Priester (siehe Foto) auch Stellung zur Abtreibung bzw. dem neuen Gesetz in New York, das die Kindestötung im Mutterleib bis zum 9. Monat erlaubt:

Durch die Taufe nehmen wir Teil am allgemeinen Priestertum als Propheten und als Könige. In den Lesungen des vierten Sonntags im Jahreskreis betrachten wir die Rolle eines Propheten.

In Jeremia 1,4 heißt es: „Noch ehe ich dich auserwählte, noch ehe du aus dem Mutterleib hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.“ 
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Gott hat ab dem Zeitpunkt unserer Empfängnis für jeden von uns einen Plan. Oft fragen Eltern ihre Kinder, was für einen Beruf sie erlernen wollen. Beide haben ihre Vorstellungen und Ideen. Wichtiger als dies ist es jedoch zu wissen, dass Gott einen Plan für uns hat, und wir unseren Kindern helfen, ihn zu verstehen.
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Gott hat eine bestimmte Berufung für unser Leben und sie ist unser Weg, um heilig zu werden. „Gott hat für das Leben eines jedes Menschen einen Plan. Niemand – außer Gott allein, kennt den Plan und die Bestimmung für unser Leben” (vgl. Jer 29:11).
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So ist es sehr traurig, dass unsere Gesellschaft unheilvolle Gesetzte genehmigt hat; sie betrachten das Töten eines Kindes im Mutterleib als legale Handlung.
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Die hl. Theresa von Kalkutta sagte einmal:
„Jedes Land, das Abtreibung akzeptiert, lehrt seine Menschen, nicht zu lieben, sondern Gewalt anzuwenden, um das zu bekommen, was sie wollen. Deshalb ist Abtreibung der größten Zerstörer von Liebe und Frieden.“
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Wir haben auch zugelassen, dass eine Ehescheidung legal ist, während eine Scheidung in Gottes Augen verwerflich ist, wie es der Prophet Malachi (Mal 2,16) verkündet hat.

Vor wenigen Tagen wurde ein neues Gesetz in New York legalisiert, das die Ermordung von Babys bis zur Geburt erlaubt. Der Gouverneur von Virginia hat vorgeschlagen, das Gesetz auch auf bereits geborene Babies zu erweitern, damit sie noch nach der Geburt getötet werden können, wenn der Arzt und die Mutter dies wünschen.  

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Trotzdem ziehen es viele vor, über das Gesetz zu schweigen, weil es sie als Geborene nicht selbst betrifft und das, obwohl es sich um eine grobe Verletzung der Würde und der Rechte der menschlichen Person handelt. 
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Wenn wir der Ideologie – Gottes Gesetze zu missachten – nicht Einhalt gebieten, wird sich dieser unheilvolle Prozess des Übels nicht aufhalten lassen und weitet sich aus, so dass wir am Ende all jene töten, die uns zur Belastung oder nutzlos für unsere Gesellschaft werden.
Es wird dann legal werden, jemanden zu töten, wenn er krank oder behindert ist, oder einfach nur, weil er zu schwach ist. Und wir meinen dann auch noch, wir tun etwas Gutes, weil wir anderen Menschen angeblich Leid ersparen.  
Wenn eine Nation Gott als den Mittelpunkt ihres Lebens missachtet, wird alles entschuldbar und es ist dann buchstäblich ok, wenn die „Hölle ausbricht“.
Wenn wir aufhören, Gott anzubeten, werden wir alles andere vergöttern. Weltliches Vergnügen, Macht, Ansehen, Reichtum, Gesundheit, Tiere, aber auch uns selbst verehren wir dann anstelle Gottes.
Wir übersehen dabei, dass es ohne Gott keine Ordnung gibt und stattdessen Chaos herrschen wird. Wenn es keine aufopfernde Liebe mehr gibt, tritt an seine Stelle die Selbstsucht; alles soll nur noch mir dienen. Ich, ich und nochmal ich  –  das beherrscht dann unser Denken.
Dennoch ist eine Hoffnung vorhanden. Denn auch, wenn wir untreu sind, ist der HERR seinen Verheißungen treu. ER wird uns nicht verlassen.
Das 2. Kapitel des Timotheusbriefs  –  Vers 11-13   – sagt:
„Wenn wir mit ihm gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben. Wenn wir bis zum Ende durchhalten, werden wir auch mit ihm herrschen. Wenn wir ihn jedoch verleugnen, wird ER uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, wird ER immer noch treu bleiben, denn ER kann sich selbst nicht verleugnen.“
Lassen Sie uns Gott als Mittelpunkt unseres Lebens zurückbringen. Lassen Sie uns Glauben, Hoffnung und Liebe in unserem Leben neu entfachen.
Lasst uns die Liebe Gottes zu anderen verkünden, vor allem denen, die vom Feind getäuscht werden.
Lasst uns einander lieben, denn Liebe ist die größte aller Gaben, und ohne Liebe gewinnen wir nichts, wie der heilige Paulus in unserer zweiten Lesung verkündete.
Lasst uns die Wahrheit in Liebe verkünden. Dieses Leben ist ein Geschenk von Gott, weil ER für jeden von uns einen Plan hat, welcher im Mutterleib beginnt: „Vom Mutterleib an ist Gott meine Stärke“, verkündet unser Psalm.
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Lassen Sie uns alle die Heiligkeit des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod respektieren und schützen.
Lasst uns aufhören, selber Gott zu spielen, und zu entscheiden, wer leben darf und wer nicht. Möge Gott entscheiden, wann ER uns in seine himmlische Heimat zurückrufen möchte.
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„Sterbehilfe“ wird dann für uns keine Notwendigkeit mehr sein. Wir werden Gottes Entscheidung respektieren, wenn ER uns als Mann und Frau erschaffen hat. Mit dem Plan Gottes zu kooperieren, schenkt uns als Kinder Gottes die wahre Freiheit und wird uns sehr glücklich machen: „Sein Plan ist unser Wohlergehen, um uns Zukunft und Hoffnung zu geben.“
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Jesus Christus ist der Gesalbte, die Erfüllung aller Prophezeiungen in den Hl. Schriften. ER wird uns zeigen, dass Gott für uns sorgt. ER wird uns aus aller Gefangenschaft befreien. ER wird uns von unserer Selbstsucht und unseren selbstzerstörerischen Fesseln loslösen, wenn wir es ihm erlauben.
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Lasst uns zu ihm zurückkehren, lasst uns das Sakrament der Versöhnung in Anspruch nehmen, lasst uns ihn in der Hl. Kommunion empfangen, und ihm erlauben, in unseren Herzen zu regieren.
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Lasst uns seine Gebote halten und in Ihm bleiben. Wenn wir dem HERRN folgen und die Wahrheit in Liebe verkünden, werden andere uns hassen und ablehnen. So haben sie auch Jesus und Jeremia behandelt. Aber Gott wird uns nicht im Stich lassen.
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Gott wird immer bei uns sein: „Sie werden gegen dich kämpfen, aber nicht über dich herrschen, denn ich bin mit dir, um dich zu retten, sagt der HERR“ (Jer 1, 19).

Neues Abtreibungsgesetz in New York trampelt das Lebensrecht mit Füßen

Von Dr. med. Edith Breburda

“Es ist ganz egal, ob wir Republikaner, Demokraten oder ultrakonservative Katholiken sind, Gott liebt uns alle gleich”, verkündete der liberal gesinnte Rektor einer Basilika im Herzen einer großen US-Metropole im mittleren Westen, in seiner Predigt am 1. Februar.

Er habe die Herz-Jesu-Verehrung wieder aufblühen lassen, damit Republikaner und Demokraten nicht derart aufeinander einhauen, dass sie bei alldem das größte Problem  – die Armen –  vergessen, sagte er weiterhin.

Der Priester ist bekannt,  in seiner Predigt ganz offen zu politisieren und gegen die Republikaner Stimmung zu machen. Seine Sorgen weichen ganz von denen ab, die mittlerweile in Angst und Bange vor kriminellen illegalen Einwanderern leben, welche vermehrt die Vororte seiner Stadt verunsichern. Einbrüche und Schüsse nehmen zu. Drogenhandel in der Schule steigt. Amerikaner und legale Immigranten sind die Leidtragenden, aber sie kommen nie in seiner Predigt vor.

Slogan: „GERECHTIGKEIT für die UNGEBORENEN“

Wenn man nur einen Funken von Gerechtigkeit besitzt, schnellt einem der Blutdruck auf 180 beim Lauschen seiner Ausführungen. Doch wenn man seine Missgunst kundtut, muss man damit rechnen, dass der Priester sich weigert, dem Betreffenden die Kommunion zu geben. Wie zornig schaute er neulich auf einen seiner Gläubigen, der mit einem roten „Make Amerika Holy Again“-Kappe in seine Kirche kam. Der Abstand war zu weit, die Schrift zu klein und die Aufschrift Holy wurde von ihm mit Great gedeutet.

Doch an diesem Freitag predigte er über den Gartenbau. Gott schaut nicht auf die Einstellung, wenn wir unsere Früchte pflanzen. Warum tat er es dann bei Kain und Abel, fragt man sich aber genau zu diesem Zeitpunkt. Fragte Gott nicht: „Kain, wo ist Dein Bruder“?  – „Das Blut Deines Bruders, welches das Ackerland bedeckt, schreit zu mir.“

Und schrie nicht auch das Blut der unschuldigen Kinder, die Herodes ermorden liess, zu Gott?

Demokraten, die einst katholische Partei, hassen inzwischen katholische Standpunkte und tun alles, sie zu verfolgen. „Es ist naiv, zu glauben, das sei nicht der Fall“, sagte neulich ein Journalist, der nicht mal katholisch ist, der sich aber über das neue liberale Abtreibungsgesetz von New York aufregt, welches der katholische Gouverneur Cuomo sogar derart feierte, dass er alle Wahrzeichen New Yorks in rosa Licht einhüllte.

Viele Stimmen werden laut, ihn zu exkommunizieren. Und diese Stimmen kommen vor allem von Nichtkatholiken. Sie beschweren sich, dass Andrew Cuomo keinen Hehl daraus macht, ein Freund von Papst Franziskus zu sein und ihn überall zitiert, ob gelegen oder ungelegen.

Jeder, der etwas gegen das neue Gesetz sagt, ist angeblich ein Frauenhasser, der ihre „reproduktiven Rechte“ nicht anerkennt. Notfalls wird das monoton wiederholt und die Frage des Reporters, ob man sich denn keine Gedanken darüber macht, ein geborenes Kind einfach sterben zu lassen, wird gar nicht beachtet. Es sei eine Sache zwischen dem medizinischen Personal und der Frau. Es sei ihr Recht, bis zum 9. Monat abzutreiben – auch nach der Geburt, und das ohne irgendwelche Konsequenzen.

Man hat nun Sorge, dass der neueste oberste Bundesrichter Brett Kavanaugh, den man ganz selbstverständlich als Frauenbelästiger verleumdete, das abtreibungsfreundliche Gesetz roe versus wade wieder rückgängig macht.

Es schmerzt, dass einige katholische Priester nicht über das neue Abtreibungs-Gesetz bestürzt sind. Selbst ein biomedizinischer Forscher, der aus Furcht vor Repressalien seinen Namen nicht preisgibt, schrieb eine lange Abhandlung über die Schmerzempfindung von Ungeborenen. Er sieht in dem New Yorker Gesetz nichts anderes als die Legalisierung der Ermordung von Babies, die schon lange vor ihrem grausamen Tod das volle Bewusstsein erlangt haben. „Dieser de facto „Genozid“ kann nun im großen Umfang von nichtkompetenten medizinischem Personal betätigt werden“, sagt der Forscher.

Der demokratische Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, der selber Kinderneurologe ist, geriet bereits unter starken Beschuss, weil er es für moralisch einwandfrei hielt, ein Neugeborenes nach einer Zwiesprache zwischen dem medizinischen Personal und der Mutter sterben lasse kann, wenn die Mutter das so will. Es würde unter die Rubrik ihrer „reproduktiven Rechte“ fallen.

Nun fand man in dem Jahresbuch des 25-jährigen Nordham ein Foto, auf dem ein zwei Männer zu sehen waren, einer war schwarz angemalt, der andere war mit einer Ku-Klux-Klan-Kaputze abgebildet. Es ist unklar, welcher von beiden der Medizinstudent Northam ist. Planned Parenthood spendete 3 Millionen Dollars,um Northam zu helfen, Gouverneur von Virginia zu werden.

Die Eugenikerin Margaret Sanger, die Planned Parenthood mitbegründete, stand dem Ku Klux Klan sehr nahe. Sie schreibt in ihrer Autobiographie, dass sie vor der weiblichen Branche des Klans einen Vortrag gehalten hatte. Northam entschuldigte sich zwar, dennoch will er nicht von seinem Amt als Gouverneur zurück treten.

„Es war ein Jungenstreich“, behauptet die linke Presse, die sich nun sehr mit ihren Äußerungen zurückhält.

So nachsichtig war man nicht mit Brett Kavanaugh, in dessen High-School-Jahrbuch man vergeblich nach Hinweisen suchte, die Psychologin Dr. Ford belästigt zu haben. Man könnte über die Parteilichkeit hinweg sehen. Doch nicht dann, wenn man weiß, dass Planned Parenthood sowie der Ku Klux Klan immer schon die Abtreibung von schwarzen Kindern proklamierte, wie die Enkelin von Martin Luther King in Fox News am 1. Februar berichtete. 

„Die Demokraten sind die Pro-Choice Partei. Sie machen keinen Hehl daraus, öffentlich die katholische Kirche zu verfolgen. Wir sollen endlich aufwachen“, ermahnte neulich ein republikanischer Gouverneur. Dies ist dies schon lange so, und spätestens sollte dies aufgefallen sein, als wir Zeugen wurden, wie die MEGA-Kappe tragenden Schüler von Covington behandelt wurden.

Man fragt sich, ob das Blut der abgetriebenen Kinder nicht auch zum Himmel schreit. Man fragt sich nach der Ursache der 10 biblischen Plagen. Bereits als Kain seinen Bruder erschlug, fragte ihn Gott: „Warum hast Du etwas so Schreckliches getan? Du kannst nicht mehr hier bleiben. Der Ackerboden ist voller Blut. Es ist das Blut deines Bruders, den du getötet hast. Deshalb wirst du auf dieser Erde nichts mehr ernten und für den Rest deines Lebens ein heimatloser Wanderer sein, der nirgends Ruhe findet.“

Bei all dem kommt mir ein Jesuitenpater in den Sinn, der bereits in den 80iger Jahren die Erklärung für alle Naturkatastrophen im sündigen Verhalten der Menschen sah. Er meinte es nicht in einem böswilligen Sinn, als würde Gott den Menschen strafen. Er nahm eher darauf Bezug darauf, dass der Mensch die Krone der Schöpfung ist – und so die Natur unter den „Fehltaten“ des Menschen mitleidet.

Wenn man das neue Gesetz unter diesem Aspekt betrachtet, trägt vielleicht eine Abtreibung von Unschuldigen mehr zu den Umweltkatastrophen bei als unser angebliches Zutun zu einer globalen Erwärmung. Die Stimmen einiger Forscher mehren sich, dass der Einfluss des Menschen so minimal ist, dass Global Warming nicht menschengemacht sei – im Gegenteil, wir würden eher in einer Zwischen-Eiszeit leben.

Doch diese Wissenschaftler wägen ihre Behauptung genau ab; sie ist inopportun, politisch nicht korrekt und deswegen will und kann man seine Anstellung nicht verlieren.

Denn wie gesagt: Bedürftige Amerikaner müssen warten, weil illegalen Einwanderer ihnen bei jeder Behörde vorgezogen werden. Und wie es den Homeless (Obdachlosen) in Chicago bei minus 50 Grad erging, wissen wir inzwischen. (Vgl. hier: https://rp-online.de/panorama/ausland/kaeltewelle-in-den-usa-bis-zu-80000-obdachlose-in-chicago-von-kaelte-bedroht_aid-36470763)

Unsere Autorin Dr. Edith Breburda ist deutsch-amerikanische Buchautorin, Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin.
 
Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Regensburg: Bischof Voderholzer kritisiert den Missbrauch des Missbrauchs

„Die Kirche muss sich nicht neu erfinden“

Anlässlich der Weihe von Dr. Rudolf Voderholzer zum Bischof vor sechs Jahren ist am Sonntagnachmittag im Dom St. Peter eine Pontifikalvesper gefeiert worden, die der Regensburger Bischof zelebrierte.

Dr. Voderholzer war am 26. Januar 2013 im Regensburger Dom zum Bischof geweiht worden. Er erinnerte daran, dass Hauptkonsekrator Kardinal Reinhard Marx damals erst die Weihehandlung komplett vollzogen habe, nachdem er versprach, als Bischof das Evangelium unverfälscht weiterzugeben.

In seiner Predigt wies Bischof Dr. Voderholzer  in diesem Sinne die öffentlich vorgetragene Aufforderung zurück, die Kirche solle sich angesichts der Erschütterungen in jüngster Zeit „neu erfinden“:

„Die Kirche muss sich nicht neu erfinden und sie kann es nicht. Schon die alte Kirche hat sich nicht neu erfunden. Die Kirche ist keine Erfindung der Menschen“, stellte der Regensburger Oberhirte fest.

Die Kirche sei ein Projekt Gottes wegen und trotz der Sündhaftigkeit der Menschen. Gott selbst findet und beruft den Menschen, nicht der Mensch Gott. Statt Kirche neu erfinden zu wollen, gehe es jetzt  darum, neue Wege der Verkündigung, der Seelsorge und der Nächstenliebe zu finden.

Die Vorstellung, die Kirche müsse sich neu erfinden, sei reißerisch. Die Rede, die Kirche befinde sich in einer Zeitenwende, sei gefährlich. Gemäß der christlichen Glaubenssauffassung gibt es nur eine Zeitenwende: die Zeitenwende, die Christus heraufgeführt hat.

Bischof Dr. Voderholzer warnte davor, den apostolischen Ursprung der Kirche zu verdunkeln. Die Kirche auf den Aspekt ihrer Organisation zu verkürzen, führe über kurz oder lang zur Spaltung.

Ob man sich in einer Epochenwende befindet, könne immer erst in der Rückschau festgestellt werden. So sei der hl. Franziskus angetreten, um treu dem Evangelium zu leben. Dem heiligen Ignatius sei es darum gegangen, alles zur größeren Ehre Gottes zu tun. Die Folgewirkungen davon seien allerdings epochal gewesen.

Mit Blick auf eine Veröffentlichung dieser Tage sagte der Bischof: „Es kann nicht angehen, dass der ganze Klerus unter Generalverdacht gestellt wird.“

Auch sprach sich Dr. Voderholzer vehement gegen die Aussage aus, dass das Problem „hausgemacht“ sei. Das sei eine doppelte Unterstellung. Außerdem stehe dies in einem offensichtlichen Widerspruch zu den gültigen Rechtsgrundsätzen. Denn es gilt die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils. Die pauschale Verdächtigung sei Ausdruck dafür, dass der Missbrauch dazu instrumentalisiert werde, um eine andere Kirche zu konstruieren.

Bischof Voderholzer erklärte sich als „absolut angewiesen auf das Mitdenken und Mitfühlen“ der Menschen in der Diözese. Allein in einer Woche oder auch nur an einem einzigen Tag erlebe der Bischof seine Ohnmacht und gleichzeitig das Angewiesensein auf seine „wunderbaren Mitarbeiter“. „Ich komme immer wieder gerne zurück nach Regensburg, wenn ich weit außerhalb unterwegs war“, versicherte er mehrmals.

Quelle: Bistum Regensburg

 


Warum Christus kein „uneheliches“ Kind war…

Von Felizitas Küble

Alle Jahre wieder hören wir zu Weihnachten die ergreifende Mär, die auch durch Wiederholung nicht richtiger wird, wonach Maria bei ihrer Schwangerschaft „nicht verheiratet“ gewesen sei und daher unser göttlicher Erlöser „unehelich“ geboren wurde, was die inneren und äußeren Probleme für die Madonna noch vergrößert hätte, zumal in der strengen jüdischen Gesellschaft und-so-weiter.

Auch diesmal wurden wir in Münster-Hiltrup am Christfest vom Geistlichen mit dieser alt-neuen Weisheit beglückt.

Aber stimmt das etwa nicht? Heißt es nicht im Lukas-Evangelium, Maria sei  – als der Engel Gabriel sie besuchte –  mit Josef nur „verlobt“ gewesen?

Ja, so können wir es in vielen Bibeln lesen, allerdings ist diese Übersetzung ungenau und für die heutige Zeit mißverständlich, denn die damalige „Angelobung“ (!) war bereits der Beginn der gesetzlichen Ehe (sowohl staatlich wie religiös gesehen). An diesem Tag wurde die Heiratsurkunde unterschrieben, somit begann bereits die Ehe – wenngleich das „anverlobte“ Paar noch nicht sofort unter ein Dach zog.

Die familiäre „Heirat“ mit der Gründung eines gemeinsamen Hausstandes wurde in der Regel ein Jahr später vollzogen. Das war dann innerhalb der Ehe die zweite entscheidende Etappe. Es wurde von dem jungen Paar zwar erwartet (aber nicht gefordert), daß es die intime Vereinigung bis die Heirat aufschiebt. Geschah dies aber vorher (also zur Zeit der Angelobung), so hatte dies keine strafbaren Folgen.

In einigen früheren Bibelübersetzungen war präziser davon die Rede, Maria sei dem hl. Josef „anverlobt“ oder „angetraut“ gewesen, so daß man sich eher denken konnte, daß es sich hierbei nicht nur um eine mehr oder weniger unverbindliche Verlobung im heutigen Sinne handelt.

Als Maria den göttlichen Erlöser vom Heiligen Geist empfing, befand sie sich also bereits in einer gesetzlichen Ehe mit Josef – und somit war ihre Schwangerschaft nach damaligem jüdischen Recht keineswegs „unehelich“.

 

 


Der Regensburger Bischof würdigt das „Stille Nacht“-Lied als genialen Wurf

Im Hohen Dom St. Peter hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in der Heiligen Nacht die Christmesse gefeiert. Er erinnerte daran, dass zentrale christliche Glaubensgeheimnisse in der Nacht gefeiert werden: in der Heiligen Nacht sowie in der Osternachtsfeier.

Auf den Tag 200 Jahre zuvor war erstmals das Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ erklungen. Das war in St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg geschehen. Bischof Voderholzer nannte das Lied einen „genialen Wurf, der wesentliches der Botschaft von Weihnachten vermittelt“.

Am Ende des Pontifikalgottesdienstes sangen die Regensburger Domspatzen das Lied in drei Strophen auf höchstem musikalischem Niveau. Das weltweit bekannte Lied, das in rund 300 Sprachen übersetzt wurde, hatte erst langsam Einzug in die christlichen Gesangsbücher gefunden.

In seiner Predigt erklärte der Regensburger Bischof, die Autoren Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber hätten der Christenheit mit dem Lied ein großes Geschenk gemacht. Mohr war Hilfspfarrer und hatte den Text verfasst, Gruber war Dorfschullehrer und steuerte die Melodie bei.

Das Lied atmet „eine tiefe Sehnsucht nach Friede und Heil“, sagte Bischof Voderholzer in der Predigt. Kurz zuvor, 1816, hatte die letzte gesamteuropäische Hungersnot stattgefunden. Der Inhalt des Liedes ist wie das Echo der Weihnachtsbotschaft. Es bringt zentrale Aussagen der Weihnachtsbotschaft gültig zu Sprache.

Auch Papst Franziskus hatte kürzlich erklärt, dass er das Lied gerne hat. Es beschreibe die tiefe Göttlichkeit des Jesuskindes in einfacher Sprache. „Danken wir dem HERRN, dass er die Wege Joseph Mohrs und Franz Xaver Grubers sich kreuzen ließ“, erklärte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Das Lied sei eine geistliche Bereicherung.

Bereits zuvor hatten Domspatzen und der Bischof die Kerzen des Christbaums vor dem Hauptaltar im Dom mit dem Feuer des Friedenslichts aus Bethlehem entzündet.

Quelle (Text/Foto): Bistum Regensburg