Priesterweihe in Fulda: Evang. Bischöfin plädiert dort für kath. Frauenpriestertum

Von Felizitas Küble

Am Samstag, dem 22. Mai 2021, fand im Hohen Dom zu Fulda eine feierliche Priesterweihe statt. Der dortige Bischof Dr. Michael Gerber ließ sich hierfür freilich etwas Besonders einfallen: Er lud die evangelische „Bischöfin“ Beate Hofmann dazu ein, zum Schluß der Festmesse – aber noch vor dem Segen – ein Grußwort zu sprechen, obwohl dergleichen nicht zur Liturgie gehört und allenfalls nach der Weihefeier angebracht wäre.

Aber ihre Ausführungen sind anscheinend fast genauso bedeutsam wie die Priesterweihe selbst – oder noch wichtiger?

Die amtliche kirchliche Bistums-Seite bringt in ihrem Bericht über das Ereignis zuerst ein Foto der protestantischen Kirchenfrau im Altarraum erst danach folgt ein Bild mit der Priesterweihe von zwei Diakonen.

Auch im Artikel selbst heißt es bereits im ersten Abschnitt:

„Mit einem Grußwort am Ende der Weihefeier setzte die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Beate Hofmann, ein starkes ökumenisches Zeichen.“

Danach wird stolz vermeldet: „Es war das erste Mal, dass eine evangelische Bischöfin zu einer katholischen Priesterweihe in den Fuldaer Dom eingeladen wurde.“ 

Der frühere Erzbischof Johannes Dyba von Fulda wäre gewiß nie auf eine solch abwegige Idee gekommen und selbst seinem weniger konservativen Amtsnachfolger Heinz-Josef Algermissen kam eine solche „Premiere“ nicht in den Sinn.

Es kam dann, wie es kommen mußte, was aber weniger die evangelische „Bischöfin“ als der kath. Oberhirte, der sie einlud, zu verantworten hat: Ab Min. 2:03:25 spricht sie das Grußwort: https://www.youtube.com/watch?v=4HCtLmPDlgc    

Die Fuldaer Zeitung zitiert Dr. Hofmann wie folgt:

„Statt theologische Unterschiede zu betonen, sollte es ein Miteinander bei der Verkündigung von Gottes bedingungsloser Gnade und Liebe sowie bei glaubwürdigen Antworten auf die Fragen der Menschen geben.“

Sodann erklärte sie nach der Priesterweihe, sie hätte gerne nicht nur mitgefeiert, sondern auch mitgesegnet, denn auch sie sei zum Dienst am Wort und Sakrament ordiniert.

BILD: Kardinal Müller weiht einen Diakon zum katholischen Priester (Foto: Bistum Regensburg)

Theologische Differenzen über das Amts- und Kirchenverständnis würden dies verhindern – und wegen solcher Traditionen würden heute neben den zwei Männern keine Frauen zu Priestern geweiht. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, daß sich dies noch zu ihren Amtszeiten ändere: „Aus der Erfahrung meiner Kirche kann ich sagen, das wird ein Gewinn sein.

Dies darf freilich bezweifelt werden, zumal die Kirchgänger-Zahlen in den evangelischen Landeskirchen noch weitaus niedriger sind als in der katholischen Kirche (12 zu 3%).

Es ist aber müßig, Frau Dr. Hoffmanns provozierende Ansprache zu kritisieren – sie hat das Forum, das sich ihr bot, als Chance genutzt, um der „Schwesterkirche“ ihre protestantischen Vorstellungen zu präsentieren und sich kirchenpolitisch und zeitgeistlich zu profilieren.

Der Ball liegt beim katholischen Oberhirten, der sich offenbar diese Situation herbeigewünscht hatwas durch die lobhudelnde Berichterstattung seiner Bistumsseite bestätigt wird.

 


Film „Unplannend – was sie sah, änderte alles“

Besprechung von Prof. Dr. Paul Cullen

Die Uraufführung des Kinofilmes „Unplannend“ erfolgte in Deutschland am 3. September im Cinestar-Kino Fulda.

Dieser Film von Chuck Konzelman und Cary Solomon mit Ashley Bratcher in der Hauptrolle erzählt die wahre Geschichte der Texanerin Abby Johnson. Einst aus idealistischer Überzeugung die jüngste Direktorin einer Planned-Parenthood-Klinik, war Johnson von einer Abtreibung, der sie beiwohnte, so schockiert, dass sie ausgestiegen und inzwischen eine der bekanntesten Befürworter des Rechts auf Leben weltweit geworden ist.

Zunächst wirkt dieser Film wie eine typische amerikanische Familiengeschichte, bis man nach und nach in die Welt hinter den Kulissen bei Planned Parenthood, dem größten Abtreiber in den Vereinigten Staaten und eng verbunden mit Pro Familia hier in Deutschland, hineingeführt wird.

Nichts wird verschönert, weder die Brutalität der Abtreibung, ob chirurgisch oder medikamentös, noch die Kaltherzigkeit des Konzerns.

In einer Schlüsselszene erklärt Cheryl, Abbys Chefin, dass –  obwohl sich Planned Parenthood als Non-Profit-Anbieter von Frauengesundheits­leistungen wie Krebsvorsorge und Verhütung präsentiert –  die Abtreibung den Kern ihres Geschäftsmodells bildet, ähnlich der McDonalds-Kette, die mit Hamburgern kein Geld verdiene, sondern mit Zusatzprodukten wie Pommes und Getränken.

„Unplanned“ geht unter die Haut. Sie zeigt eine Wirklichkeit, die so gut wie nie in der Öffentlichkeit beleuchtet wird, obwohl mindestens jede fünfte Frau sie am eigenen Leib erfahren hat. Unbedingt sehenswert – nicht nur für Lebensrechtler!

Der Film, der in März 2019 in den USA in die Kinos kam, entwickelte sich dort zum Überraschungserfolg und spielte mit 21 Mio. US$ fast das Vierfache der Produktionskosten von 6 Mio. US-Dollar ein.

Symptomatisch für die Mainstream-Rezeption des Films sind Ratings auf der Kino-Webseite „Rotten Tomatoes“ – während professionelle Kritiker dem Film nur 4 von 10 Punkten gaben, war das Publikum mit 9 von 10 Punkten deutlich begeisterter.

BILD: Prof. Cullen bei einem seiner bioethischen Vorträge – hier in Rheine

Außerhalb der USA erwies es sich  –  teilweise wegen Einschüchterungsmaßnahmen von Abtreibungsbefürwortern, teilweise wegen Unwilligkeit der Kinoketten  – als schwierig, den Film einem breiten Publikum bekannt zu machen.

Deshalb hat die Stiftung Ja zum Leben bereits vor dem offiziellen Start 1000 DVDs an Multiplikatoren in Deutschland verteilt mit der Bitte, öffentliche Darstellungen privat zu organisieren.

In Münster werden beide Wege versucht. Mit Hinweis auf die Tatsache, dass der Film bereits am 16. Oktober auf DVD bzw. BluRay erscheinen wird,  hat das CINEMA an der Warendorfer-Str. mitgeteilt, dass ein Abspiel für dieses Kino nicht in Frage komme. Eine Antwort vom Cineplex/Schlosstheater steht noch aus. Bemühungen, eine Vorführung an anderer Stelle zu organisieren, sind im Gange.

Unser Autor Prof. Dr. Paul Cullen aus Münster ist Mediziner und Vorsitzender der „Ärzte für das Leben“